Aktuelles


aus dem Ortsbeirat

Zwei Preise bei "Unser Dorf hat Zukunft"


Landrat Dr. Jürgen Pföhler (von rechts) überreicht die Urkunde der Sonderklasse an Leo Mattuscheck, Dominik Knieps, Wilfried Sprinkmeier und Horst Saame. Grafschaft-Beigeordneter Ingo Derz freut sich mit. Foto: Dirk Unschuld.

Seit mehreren Jahrzehnten trägt auch der Kreis Ahrweiler für seine Dörfer den Landes-Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ aus. Mehrere Tage war die siebenköpfige Kreis-Kommission für die Bewertung der Dörfer und Vereine unterwegs.  Auch Lantershofen hatte in diesem Jahr wieder am Kreiswettbewerb teilgenommen und errang zwei Preise, die mit 1000 Euro und 1500 Euro dotiert waren. Aus dem Wettbewerb der Vereine ging der „Förderverein Zukunft Lantershofen“ als Sieger hervor. In der Sonderklasse gelangte der Grafschafter Ort, der den alten Winzerverein zum Dorfgemeinschaftshaus umbaute, auf Platz zwei. Weiter heißt es in der Mitteilung der Kreisverwaltung, dass es den Lantershofenern mit der Neugestaltung des Winzervereins  wieder einmal gelungen sei, Tradition mit Moderne in vorbildlicher Weise zu verknüpfen. Hier sei ein Dorfgemeinschaftshaus entstanden, in dem die kulturelle Vielfalt des Ortes gelebt werde.

Öffentliche Toilette an der Mehrzweckhalle


Querschnitt der Planung für eine Behinderten-Toilettenanlage an der Mehrzweckhalle. Foto: Architekturbüro Dünker.

Ortsbeirat Lantershofen erkennt mehrere Bauvorhaben an – 39 Parkplätze am Winzerverein entstehen

In seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Lantershofener Ortsbeirat mit mehreren Bauvorhaben, um deren Planungen anzuerkennen. So stellte Ingenieur Michael Schmiddem vom Bonner Planungsbüro Steen-Meyers-Schmiddem die Neugestaltung des Einlaufbauwerks des Fuchsbachs in eine unterirdische Röhre in der Lambertusstraße vor. Der vorhandene Einlauf war bei einem Unwetter zerstört worden. Die 40.000 Euro teure Maßnahme sieht nun ein schräges Einlaufgitter vor, dass in Beton eingebracht wird, beidseitig werden Wasserbausteine verarbeitet. Angeschwemmtes Treibgut soll durch den Wasserdruck nach oben auf das Gitter gedrückt werden und kann von dort abtransportiert werden. Dazu wird über dem Einlauf ein drei Meter breiter Unterhaltungsplatz befestigt, der mit Fahrzeugen vom Bauhof befahren werden kann. Das ganze Ensemble wird mittels eines Gitters gesichert. Die Maßnahme gehört zu den Lantershofener Punkten im Rahmen des Hochwasserschutzkonzeptes der Gemeinde.

Angebaut werden soll an der Mehrzweckhalle, und zwar ein rund zwölf Quadratmeter großer Kubus rechts vom Haupteingang. Dort soll eine von innen zugängliche Behinderten gerechte Toilette entstehen. Hier will die Verwaltung zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und schlägt einen zusätzlichen Zugang von außen an, um die Toilette auch als öffentliches WC anbieten zu können. „Ich finde die Kombination ausgesprochen gut“, so Thomas Schaaf (CDU), der weiter ausführte, man solle das Konzept verfolgen und dann aus den Erfahrungen mit einem öffentlichen WC lernen.

An der L83 sollen auf Höhe des Winzervereins, aber auf der gegenüber liegenden Seite 39 Parkplätze entstehen. Das entsprechende Grundstück habe man bereits erworben, berichtete Bauamtsleiter Friedhelm Moog. In einer Einbahnstraßenregelung sollen hier quer Parktaschen eingezeichnet werden. Die Fahrspur soll dabei gepflastert, die Parktaschen mit wassergebundener Decke versehen werden. In diesem Zuge wurde die gesamte Parksituation am Winzerverein beleuchtet. Dort gibt es am nördlichen Zugang rund fünf Parkplätze, am südlichen Zugang soll auf dem Vorhof noch ein Behindertenparkplatz entstehen. Für den neu zu errichtenden Parkplatz wünscht sich der Ortsbeirat auf Anregung von Hubert Münch (SPD) eine Beleuchtung, auch solle der Einbau einer Überquerungshilfe geprüft werden. Zudem sollten auf dem Areal überdachte Fahrradparkplätze und eine E-Bike-Ladestation entstehen. Zukunftsweisend soll auch eine spätere Nachrüstung einer PKW-Schnelladestation angedacht werden. Die Planungen wurden allesamt einstimmig anerkannt.

Das steilste Stück des geschotterten Waldweges "Bölstertweg" von Lantershoen nach Bölingen. Ortsbeiratsmitglied Thomas Schaaf sprach sich gegen eine "nachhaltige Befestigung", gemeint ist die Erneuerung des Unterbaus und Aufbringung einer bituminösen Tragdeckschicht aus, weil der Weg mitten durch Wald führe, die bisherige Nutzung als Fuß- und landwirtschaftlicher Weg auch ohne Asphaltdecke gewährleistet sei und er einen wesentlich erhöhten Schleichverkehr Tag und Nacht durch den Wald befürchtet. Die Maßnahme soll 75.000 Euro im Lantershofener Bereich kosten. Hinzu kommen die Kosten für den Ringener Bereich. Foto und Bildunterschriften: Thomas Schaaf.

Weiterhin beschäftigte sich der Ortsbeirat mit der Beratung über die Verwendung von Mitteln in Höhe von 20.000 Euro zur Infrastrukturverbesserung. Ursprünglich angedachte nachhaltige Befestigungen von Waldwegen des Birnenrundwanderwegs würden den vorgegebenen Kostenrahmen sprengen, so Bauamtsleiter Friedhelm Moog. Nun beschloss der Ortsbeirat einstimmig, den Betrag in zwei weitere Stromstationen auf dem Außengeländes des Winzervereins zu investieren. Diese kommen Veranstaltungen, wie der Kirmes, dem Adventsmarkt oder weiteren Open-Air-Veranstaltungen zugute. Für eine mögliche spätere Installation einer Schnelladestation für PKW solle im Rahmen der Maßnahmen auf der nördlichen Seite des Winzervereins ein 100-Kilowatt-Stromanschluss geschaffen werden.

Als Maßnahmen für den Haushalt 2019 erneuerte der Ortsbeirat die Forderung nach der Oberflächenentwässerung südlich des Ortes im Großraum „Ahrweiler Berg.“ Weiterhin sollen die Bürgersteige im Ort auf Sicherheitsmängel überprüft werden, punktuell soll zudem die Ortsbeleuchtung auf mögliche Verbesserungen hin geprüft werden. Zudem möchte der Ortsbeirat die nachhaltige Befestigung von Teilen des Birnenrundwanderwegs, die bei Regen immer wieder ausgeschwemmt werden, einstellen. Gegen die letztgenannte Maßnahme stimmte Thomas Schaaf (CDU), der einen erhöhten Schleichverkehr zwischen Lantershofen und Bölingen befürchtet, alle weiteren Maßnahmen wurden einstimmig verabschiedet.

Planungsabend zum Jubiläum


Am kommenden Montag, 19. Februar, findet um 20 Uhr im Winzerverein Lantershofen das nächste Planungstreffen zur Feier der 1000. Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung statt. Alle, die sich an der Durchführung der Feiern aktiv beteiligen oder über diese informieren wollen, sind herzlich eingeladen. Schwerpunkt des Abends wird die Aufarbeitung der Vorschläge, die beim oder nach dem ersten Planungstreffen eingingen, sein. Dazu steht die Bildung von Arbeitsgruppen auf dem Programm. Ortsvorsteher Leo Mattuscheck lädt die Bevölkerung zur Mitgestaltung herzlich ein.

In Lantershofen will man derzeit keine neuen Bauflächen


Ort wuchs in 50 Jahren um 200 Prozent – Hohe Integrationskraft soll nicht überstrapaziert werden

Dank einer Novelle im Baugesetzbuch melden derzeit die Ortsbeiräte der Grafschafter Dörfer zahlreiche Flächen zur Ausweisung in Baugebiete an. Mit einer Ausnahme: in Lantershofen ist man derzeit nicht an weiteren Baugrundstücken interessiert. Vielmehr fordert der Ortsbeirat die Verwaltung auf, Anreize zu schaffen oder Maßnahmen zu ergreifen, damit es den Besitzern der zahlreichen Baulücken leichter fällt, diese zu schließen oder am Markt anzubieten. Alleine in Lantershofen gibt es mehr als 70 solcher Baulücken. Grundsätzlich erkennt der Ortsbeirat zwar eine Erfordernis zur Ausweisung von geeigneten neuen Wohnbauflächen für den dörflichen Eigenbedarf an, aber weil in Lantershofen gerade erst das mittlerweile fünfte Neubaugebiet binnen weniger Jahrzehnte verwirklicht wurde, sieht man derzeit keine Notwendigkeit. Allerdings behält sich der Ortsbeirat vor, bei erhöhtem Bedarf eine solche Neuausweisung abermals zu beraten, wobei auf die Verträglichkeit von Neuausweisungen hinsichtlich einer gesunden Dorfentwicklung zu achten sei. Ortsvorsteher Leo Mattuscheck (CDU) hatte zuvor darauf hingewiesen, dass sich 84 Prozent der Lantershofener Bevölkerung im Rahmen der Befragung zum Dorferneuerungskonzept für die Ausweisung von Neubaugebieten ausgesprochen. Die Frage habe sich aber auf die gesamte Gemeinde und nicht explizit auf den Ort bezogen, entgegnete Mattuschecks Stellvertreter Stefan Dünker (CDU). Dünker befürchtet zudem eine Überstrapazierung der starken Integrationskraft des Ortes, der seit den 1970er Jahren um rund 200 Prozent gewachsen sei. Neue Bauflächen würden zudem infrastrukturelle Probleme nach sich ziehen. Der Ortsbeirat sprach sich einstimmig für den von Thomas Schaaf (CDU) vorgelegten Beschlussvorschlag aus.

Auch wegen der hohen Zahl an Baulücken und Leerständen sowie dem Neubaugebiet "In der Fuchsbach", hier die Paul-Solbach-Straße, soll derzeit auf weitere Bauland-Ausweisungen verzichtet werden. Eine spätere Beratung bei erhöhtem Eigenbedarf behält sich der Ortsbeirat vor. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Mit der Sanierung des Kindergartens, dem neuen Jugendraum und dem renovierten Winzerverein ist Lantershofen gemeindlicherseits derzeit gut bedacht. Trotzdem erinnerte der Ortsbeirat an die Durchführung der seit einigen Jahren in Planung stehenden Maßnahmen zur Außengebietsentwässerung im Bereich des Ahrweiler Berges und dem Hochwasserschutz in anderen Dorfbereichen.

Wunschlos glücklich ist man im Ort auch in Sachen Gemeindehaushalt. Lantershofen sei in der jüngsten Vergangenheit mit der Sanierung des Kindergartens, dem neuen Jugendraum und dem Winzerverein gut bedacht worden. Allerdings mahnte der Ortsbeirat wiederholt an, den seit rund einem Jahrzehnt diskutierten Planungen für die Außengebietsentwässerung im südlichen Bereich den notwendigen finanziellen Spielraum einzuräumen. Hier ist in den Vorschlägen zum Grafschafter  Hochwasserschutzkonzept die Herstellung eines Entwässerungsgrabens zur Ableitung des ankommenden Oberflächenwassers um die Ortslage Lantershofen herum mit Einleitung in Rückhaltebecken vorgesehen.

Ein Dauerthema in den Ortsbeiräten sind die Straßenbäume. Hier standen drei Empfehlungen der Baumkommission auf der Agenda, denen der Ortsbeirat folgte. Fünf wiederholt inspizierte Robinien in der Straße „Zum Forstberg“ sollen demnach auf halber Höhe gekappt werden. Dem Antrag einer Bauherrengemeinschaft zur Fällung von drei gesunden Feldahorn-Bäumen in der Landhoferstraße wurde ebenso nicht stattgegeben, wie dem Antrag eines Bürgers auf Baumfällung in gleicher Straße, dem öffentliche Bäume das Fahrzeug ständig verunreinigen.

Winzerverein bleibt Winzerverein


Etwas dezenter wird es, aber auch in Zukunft soll ausschließlich „Winzerverein Lantershofen“ von der L83 aus zu lesen sein. Planzeichnung: Architekturbüro Dünker.

Ortsbeirat Lantershofen votierte für bestehenden Namen

Seit 120 Jahren trägt der Winzerverein Lantershofen seinen Namen und soll dies nach den Vorstellungen des Ortsbeirats auch weiterhin tun, und zwar ohne den Zusatz „Dorfgemeinschaftshaus.“ Diesen wollte Ortsvorsteher Leo Mattuscheck (CDU) in die Bezeichnung des nun in Gemeindeeigentum befindlichen Hauses integriert wissen. Der Ortsbeirat votierte anders. „Seit 1897 heißt es Winzerverein Lantershofen. Nun einen anderen Namen zu konstruieren, wäre unnatürlich“, argumentierte Thomas Schaaf (CDU). Dass der Begriff in den letzten Jahren immer wieder verwendete Begriff „Dorfgemeinschaftshaus“ in Lantershofen nur ein Arbeitstitel gewesen sei, meinte Dominik Knieps (CDU). Stefan Dünker (CDU) bemerkte, auch die Alte Schule in Nierendorf habe ihren Namen behalten. Nur Neubauten haben Bezeichnungen, wie „Bürgerhaus“ oder „Haus des Dorfes“ erhalten. Hubert Münch (SPD) beantragte schließlich die Anerkennung des Namens „Winzerverein Lantershofen“ ohne weitere Zusätze. Dem Antrag folgten bei der Gegenstimme des Ortsvorstehers die weiteren vier CDU-Ortsbeiräte.

Die Außenplanung für den Winzerverein hat der Ortsbeirat mit einigen Anmerkungen abgesegnet. Planzeichnung: Architekturbüro Dünker.

Eben dieser Winzerverein wird derzeit erweitert und renoviert. In diesem Zug stellte Bauamtsleiter Friedhelm Moog die Planung der Gestaltung der Außenanlagen vor. Demnach wird vor dem neuen Haupteingang ein in die Winzerstraße integrierter, rund 130 Quadratmeter großer Platz entstehen, der für Feierlichkeiten, wie Kirmes, Maubichfest oder den Adventsmarkt genutzt werden kann. Reicht das nicht aus, weil vielleicht ein Schausteller mehr Platz benötigt, kann die Straße gesperrt und integriert werden. Übergänge zwischen Straße und Platz werden ebenerdig und damit barrierefrei. An den anderen Seiten des Bauwerks entstehen ein gepflasterter Durchgang zwischen Winzer- und Hemmesserstraße sowie beidseitig begehbare Flächen und Grünanlagen. Als gesetzlich vorgeschriebene „Kunst am Bau“ plant die Verwaltung die Aufstellung der Eisen-Negative von drei dorftypischen Figuren, welche unweit des Winzervereins am Dorfeingangsplatz stehen. Der Ortsbeirat stimmte der Planung zu, sprach sich dabei aber dafür aus, eine Grünfläche am Rande des Platzes mit Rasen zu versehen, um so eine größere Stellfläche für ein Festzelt zu erhalten.

Eine plausible Idee zur Wasserbegrenzung trug ein Bürger vor: Die Rückführung der Wässer, die über die Bahndammsbrücke und die beiden Feldwege rechts und links dem Hauptfeldweg zur Schmittstraße zufließen, in den Bahndammseinschnitt mittels Entwässerungsrinne und einem Rückführungskanal. Foto: Thomas Schaaf.

Schließlich befasste sich der Ortsbeirat noch mit den Ergebnissen der Voruntersuchung zur Erstellung eines Hochwasserschutzkonzeptes, die im März vorgestellt wurden. Hier wünscht sich das Gremium noch eine zusätzliche Wasser-Auffangmöglichkeit im Bereich oberhalb der Bebauung der Schmittstraße. Dort könnten eine Querrinne und ein sogenannter Bergeinlauf in den Abwasserkanal dem ungehinderten Einlauf von Regenwasser in den Ort entgegenwirken. Bereits in die Planung aufgenommen worden war vorab eine Überprüfung der Kanalsituation in eben dieser Schmittstraße. Im Anschluss an die Ortsbeiratssitzung hatte ein Zuhörer ebenfalls noch einige Ideen zur Eindämmung möglichen Regenwassers auf seinem Weg über die Schmittstraße in den Ort parat.

Außenplanung des Winzervereins ist Thema im Ortsbeirat


Ist ein neuer Name für den Winzerverein angebracht? 

Auf der Ortsbeiratssitzung am Mittwoch, 26. April 2017 um 18:00 Uhr im St. Ursula-Haus (Mehrzweckhalle) Lantershofen soll die Ausführungsplanung für das Außengelände am Winzerverein Lantershofen anerkannt werden. Hier kann die Planung des Architekturbüros Dünker als PDF-Datei eingesehen werden. Vorgesehen sind ansprechende Elemente wie Ruhebank, Fahnenmasten, Begrünung und ein Rankgitter mit wildem Wein. Die bestehende Bepflanzung mit Weinreben wird integriert. Die bisher im Innenhof geplante Infotafel würde in unmittelbarer Gehwegnähe allerdings mehr interessierte Blicke auf sich ziehen. Hier erscheint die Positionierung überdenkenswert. Die Arbeiten am Außengelände stehen in den gemeindlichen Gremien in Kürze zur Vergabe an und sollen aufgrund des guten Baufortschritts bis zur diesjährigen Kirmes abgeschlossen werden.

Der alte Name mehr als hundert Jahre lang: "Winzerverein Lantershofen". Die Bezeichnungen "Versammlungsstätte" oder "Dorfgemeinschaftshaus" sind Funktionsbezeichnungen und als Name nicht geeignet. Foto und Bildunterschrift: Thomas Schaaf.
Für die Fassadenbeschriftung plädierte der Trägerverein einmütig, es bei der gewohnten Bezeichnung "Winzerverein Lantershofen" zu belassen. Die kleine Giebel-Beschriftung "anno 1897" könnte dagegen bei einer Neuanordnung größer oberhalb der Türe platziert werden. Fotomontage und Bildunterschrift: Roland Schaaf.

Auch auf der Tagesordnung ist der Name des dorfprägenden Gebäudes. Seit mehr als hundert Jahren trägt das Anwesen zwischen Winzerstraße und Landstraße den Namen "Winzerverein Lantershofen“. Jetzt soll der Ortsbeirat einen neuen Namen anerkennen: "Dorfgemeinschaftshaus Winzerverein Lantershofen". 

Des Weiteren folgt eine Beratung zu den Ergebnissen der Voruntersuchung zur Erstellung eines Hochwasserschutzkonzeptes, das bereits auf einer Informationsveranstaltung am 17. März 2017 durch Bauamtsleiter Friedhelm Moog vorgestellt wurde. Der Ortsbeirat soll sein Einverständnis erklären.

Ortsbeirat Lantershofen beschäftigt sich mit Wunschzetteln


Hier ist es zu eng und zu schräg zur Aufstellung einer Tischtennisplatte. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.

Weil sie mit ihren Freundinnen auf dem Lantershofener Spielplatz gerne Tischtennis spielen will, schrieb eine ganz junge Lantershofenerin den Grafschafter Bürgermeister Achim Juchem und äußerte den Wunsch nach einer Tischtennisplatte. Juchem reagierte umgehend und brachte die Umsetzung auf den Weg. Die Örtlichkeit wurde geprüft, wobei festgestellt wurde, dass der Wunschspielplatz nicht für eine solche Platte geeignet ist. Aber Lantershofen hat zwei Spielplätze, auf dem anderen Platz geht das. Am vergangenen Freitag landete der Wunsch der kleinen Lantershofenerin nun im Ortsbeirat, die junge Dame saß im Publikum und erwartete das Votum des Gremiums. Und wie nicht anders zu erwarten, votierte der Ortsbeirat geschlossen dafür, dass der Spielplatz in der Landhoferstraße mit einer Tischtennisplatte ausgerüstet wird. „Es ist gut, dass die Kinder so etwas vorschlagen, dann wird auch nicht am Bedarf vorbei gebaut“, so der stellvertretende Ortsvorsteher Stefan Dünker.

Es gab weitere Wünsche zu erfüllen. So würden die Vereine „Zukunft Lantershofen“ und „Musikfreunde“ gerne am Vereins-Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teilnehmen. Das geht aber nur, wenn sich auch der Ort anmeldet. Auch diesem Wunsch trug der Ortsbeirat Rechnung, Ortsvorsteher Leo Mattuscheck hatte zu Fristwahrung bereits vorab die Meldung eingereicht. Dazu passte die Information, dass die Kommune Patenschaften für kommunale Pflanzbeete anbietet und solche mit einem jährlichen Gutschein über 25 Euro fördert.

Noch sind die Rollläden geschlossen, aber demnächst wird der Jugendraum eröffnet.

Wunschlos glücklich zeigten sich die Lantershofener in puncto Nachtragshaushalt der Gemeinde. Es werden aus Lantershofen keine Mittel für Investitionen beantragt. Schließlich informierte der Ortsvorsteher noch darüber, dass in der Karwoche der am Kindergarten neu errichtete Jugendraum dem Kinder- und Jugendförderverein der Grafschaft übergeben wird. Um die Arbeit mit den Jugendlichen wird sich Hannah Scholl kümmern. Zudem warb Mattuscheck um die Teilnahme an der Ortsteilwerkstatt im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzepts. Für Karweiler, Bengen und Lantershofen findet diese am 22. Mai ab 18 Uhr in der Bengener Mehrzweckhalle statt. Zuvor gibt es weitere Termine im Ort: am 1. April ist die Bevölkerung zur Teilnahme am Dreck-weg-Tag aufgerufen, los geht es um 10 Uhr an der Mehrzweckhalle. Eine Woche später wird am Dorfeingangsplatz in der Winzerstraße eine Folie unter die dort platzierten Eisenfiguren eingearbeitet, um dem Unkrautwuchs Herr zu werden.

Ein Dutzend Maßnahmen für Karweiler und Lantershofen


Gemeinde Grafschaft stellte Vorhaben in den beiden Ortschaften vor

Der 4. Juni 2016 war ein schwarzer Tag für viele Teile der Grafschaft, Starkregen richtete Millionenschäden an. Karweiler und Lantershofen waren seinerzeit verschont geblieben, hier hatte es kaum geregnet, während nur ein paar Kilometer weiter nordöstlich ein als „1000-jähriges Ereignis“ geltender Starkregen niederging und einen großen Teil der insgesamt 59 Kilometer Grafschafter Bachläufe über die Ufer treten ließ. Das seither in der Fertigung befindliche Konzept zum Hochwasserschutz aber wird für die gesamte Gemeinde erstellt. „Man kann ja nicht vorhersehen, wo der nächste Starkregen niedergeht“, so Bauamtsleiter Friedhelm Moog. Am Freitag wurden die Maßnahmen für Karweiler und Lantershofen vorgestellt, rund 20 Bürger, die meisten aus den Ortsbeiräten, waren in die Lantershofener Mehrzweckhalle gekommen. Dort stellten Mitarbeiter des Bonner Ingenieurbüros Steen, Meyers, Schmiddem das vor, was an Maßnahmen derzeit angedacht ist. Dass es sich dabei um Dinge handelt, die nicht von heute auf morgen erledigt werden können und dass die gemeindeweit rund 100 Vorhaben auf eine große Stange Geld kosten, machte Moog unmissverständlich klar.

Wasserüberflutung in der oberen Schmittstraße und der Straße Im Wickchen. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Straße Am Frumech und die Brennerstraße unter Wasser.

Sieben Maßnahmen wurden für Lantershofen vorgeschlagen, wobei die Bevölkerung aufgefordert ist, sich bei der Planung und Festlegung zu beteiligen. Ein markanter Bereich ist das Gebiet südwestlich des Dorfes. Hier läuft das Wasser bei Starkregen von den Feldern und Feldscheunen in den Ort. Für die Scheunen in der Verlängerung der Schmittstraße sollen demnach Wasser rückhaltende Maßnahmen geschaffen werden. Auf Höhe des Bahndamms im weiteren Verlauf des Wirtschaftsweges ist geplant, die Asphaltfläche zu erhöhen, Ziel ist die Umleitung von Regenwasser in den Bahndamm. Hier muss zudem ein vorhandener Durchlass freigelegt und ein Graben zum Ablauf des Wassers erstellt werden. Am Fuchsbach selbst sollen Kaskadenbauwerke zur Drosselung des ankommenden Oberflächenwassers beitragen, nördlich des Baches sind ebenfalls Rückhaltemaßnahmen geplant. Ein von einem Baumstamm zerstörtes Einlaufgitter am Durchlauf unter der Karweilerstraße muss erneuert werden.

Bauamtsleiter Moog (rechts) erläutert die Wassersituation um Lantershofen herum Foto: Dirk Unschuld.

Die fünf für Karweiler geplanten Maßnahmen beziehen sich auf den Karweiler Graben südlich des Ortes und auf den Bengener Bach. Im Karweiler Graben sollen demnach Retentionsräume geschaffen werden, dazu soll ein parallel der L83 verlaufender Graben aufgeweitet werden. Am Bengener Bach sind zudem Maßnahmen im Bereich der Grasmühle geplant. Dort sollen Engstellen verbreitert und weitere Retentionsräume geschaffen werden. Weiter oberhalb am Ringener Bach planen die Ingenieure zudem Kaskaden, um den Wasserablauf zu drosseln. Sollte das Factory Outlet Center bei Beller gebaut werden, muss dort ein weiteres Rückhaltebecken errichtet werden.