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vom Verein

Lantershofen feiert seine Lambertuskirmes


Unruhige Zeiten in den Traditionsgesellschaften

Schützenfest und Lambertus-Kirmes im September, das ist für viele Lantershofener die schönste Zeit des Jahres. Ganz besonders für die Mitglieder der ausrichtenden Junggesellen-Schützen-Gesellschaft St. Lambertus und für deren Förderer, die Bürgervereinigung. Jetzt war es wieder soweit, am Montagmorgen fand mit dem Festkommers im Winzerverein eine der wenigen nichtöffentlichen Veranstaltungen des Festes, aber auch einer der Höhepunkte statt. Es war ein gediegener Morgen unter neuer Leitung: der Junggesellen-Vorsitzende und Hauptmann Tim Ley ist erst seit Mai im Amt. Er übernahm einen schwierigen Part, bei der Mitgliederversammlung in der Mainacht wurde fast der komplette Vorstand erneuert. Dazu sinkt die Zahl der Mitglieder, insbesondere fürs vereinseigene Tambourcorps mussten Ex-Mitglieder aus der Bürgervereinigung rekrutiert werden.

An Kirmessonntag nach der Andacht freuen sich König Markus Fabritius, Silberjubilar Stefan Fabritius und Hauptmann Tim Ley (v.l.) über guten Besuch und schönes Wetter. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Fähnrich Martin Goldbach meistert mit Bravour und unter großem Beifall seinen ersten Auftritt als neuer Schwenkfähnrich der Junggesellen-Schützengesellschaft St. Lambertus Lantershofen.

Schwierige Zeiten zeigen aber auch den tatsächlichen Wert einer Vereinigung. Im Dörfchen Lantershofen, das eine enge Freundschaft zu den Ahrweiler Schützen pflegt, klappt das. Da spielt dann ein Priester vom Studienhaus St. Lambert die Becken, ein Ex-Tambour trommelt die alte Garde zusammen, ein Neu-Junggeselle schnappt sich die Schwenkfahne und auch der Tambourmajor früherer Zeiten wurde reaktiviert. Vorweggenommen: all das funktionierte hervorragend. Hauptmann Tim Ley war dennoch der Albtraum des „was wäre wenn“ begegnet, wie er berichtete. Was wäre, wenn die Kirmes nur ein Treffen an der Theke wäre, ohne die seit 1927 gelebten Traditionen? Das darf nie passierten. Ley fand sowohl mahnende, wie passende Worte. Regens Volker Malburg vom Studienhaus St. Lambert blickte da lieber nach vorne, er sprach die aktuell laufenden Feiern zu „1000 Lantesche Jahre“ an und sieht im Ort die Vielfalt in einem großen Ganzen. Der Kreisbeigeordnete MdL Horst Gies fühlt sich zu Lantershofen derart verbunden, dass er seinen Mitgliedsantrag zur Bürgervereinigung mitbrachte und Grafschaft-Bürgermeister Achim Juchem war sich sicher, dass die ARD-Filmserie Heimat aus den 1980er Jahre doch nur von Lantershofen handeln kann.

König Markus Fabritius, Silberjubilar Stefan Fabritius und Hauptmann Tim Ley (v.l.) schreiten vor der ehemaligen Gaststätte "Zur Post" und der Lambertuskirche die Front der Junggesellen-Schützengesellschaft ab.
Der Kirmesmontag wird eröffnet mit dem Festhochamt in der Lambertuskirche. Der Ahrweiler Dechant Jörg Meyrer, Regens Dr. Volker Malburg, Diakon NN und Alt-Priester Norbert Klaes zelebrieren den Gottesdienst.

Zurück zu den unruhigen Zeiten in den Traditionsgesellschaften: der Bürgervereinigung-Vorsitzende Erich Althammer brachte die großen personellen Änderungen bei den Junggesellen auf die Tagesordnung, dankte alle denen, die sich seit Mai für die Kirmes stark machen. Auch Althammer erhielt Dank, die noch in einer Genossenschaft organisierten Lantershofener Winzer nutzten den Morgen, um ihn zu ihrem Ehrenpräsidenten zu ernennen. Und Lukas Knieps, Hauptmann der befreundeten Ahrweiler Junggesellen-Schützen, bot noch engere Zusammenarbeit und Personalaustausch an. Grußworte und Gratulationen waren zudem von Ortsvorsteher Leo Mattuscheck und den Vertretern der weiteren Ahrweiler Schützengesellschaften zu hören, musikalisch brachten das Junggesellen-eigene Tambourcorps und die Fanfarenbläser ihre Gratulationen an Schützenkönig Markus Fabritius und dessen Onkel und Silberjubilar Stefan Fabritius zum Ausdruck. Sein Onkel Bruno Winand wäre Goldjubilar gewesen, erlebte das Jubiläum aber nicht. Dafür verriet Sohn Gregor, dass Bruno Winand anlässlich seines 25-jährigen Königsjubiläums seine eigene Königsplakette neu fertigen ließ. Das Original gab er den Junggesellen jetzt zurück. Schwenkfähnrich Martin Goldbach erhielt ebenso Ovationen, wie das Colonia Blasorchester, das musikalisch buchstäblich „auf jeden Pott einen Deckel“ hatte.

Die Junggesellen-Ehrenformation mit dem 1. Offizier Marco Böhm (l.) und dem 2. Offizier Andreas Franzen (r.) unter Leitung von Hauptmann Tim Ley legt unter den Klängen des Liedes " Ich hatt' einen Kameraden" eine Kranz am Ehrenmal im Eingang der Lambertuskirche nieder.
Die Gesellschaft stimmt mit Hauptmann Tim Ley (l.) und Königsvater Werner Fabritius (r.) ein Hoch auf König Markus Fabritius an: "Hoch soll er leben, dreimal Hoch."

Der Festkommers war nicht öffentlich, aber an den Nachmittagen verfolgten im Ort viele Zuschauer die Stechschritt-Paraden der Lantershofener Junggesellen-Schützen. Das Kirmeswochenende begann offiziell am Sonntagmorgen mit dem Hochamt, bei dem die Lantershofener Chöre die Lambertus-Messe sangen. Am Mittag zogen Junggesellen mitsamt Spielmannszug und Blasorchester auf, um die Majestäten zur feierlichen Festandacht in die Lambertus-Kirche zu geleiten. Vor der Kirche präsentierte sich die Gesellschaft dann dem Publikum. Die Fanfarenbläser traten auf, Fähnrich Goldbach schwenkte die Fahne zu Ehren der Majestäten. Schließlich paradierte die komplette Gesellschaft vor Hunderten von Schaulustigen drei Mal im Stechschritt an den Königen vorbei. Dem anschließenden großen Festzug folgte am Abend im voll besetzten Saal des Winzervereins der  Kirmesball mit der Band „De Fruende.“ Das Tambourcorps war früh am Montagmorgen auf den Beinen, um die Bevölkerung zu wecken. Dem Festgottesdienst folgte der Festkommers, ehe die Gesellschaft am Nachmittag erneut zu Fändelschwenken und Parade antrat. Am Abend fand schließlich der Königsball im Saal statt. Mit einem Trinkzug als Dank der Bevölkerung an die Junggesellen und einer Tanzveranstaltung endete am Dienstag die Lantershofener Lambertus-Kirmes.

Nach dem Ehrentanz im Saal des Winzervereins fühlt sich König Markus Fabritius sichtlich wohl im Kreise der Brötchesmädchen, die den Bürgern beim Kommers Brötchen und Wein gereicht haben.
Nach dem Kommers am Montagmorgen setzen am Nachmittag die Feierlichkeiten mit Fanfarenblasen, Fahnenschwenken und Paraden einen weiteren starken Akzent eines rundum schönen Kirmesfestes.

Paraden und Bälle zur Lambertus-Kirmes


Vor der ehemaligen Gaststätte "Zur Post" haben sich Könige, Hauptleute, Gäste und die Schützen-Gesellschaft aufgestellt. Foto: Thomas Schaaf (2018).

Traditionsreiches Patronatsfest für Menschen jeden Alters

Zu Ehren des heiligen Lambertus, des Schutzpatrons der Lantershofener Kirche, findet alljährlich am dritten Septemberwochenende die traditionelle Kirmes als Höhepunkt der Feierlichkeiten in Lantershofen statt. Die Kirmes mit ihren Traditionen, aber auch den Schaustellern, ist ein Fest für Menschen jeden Alters. Was traditionell bleibt: offizieller Start ist erst am Sonntag, 15. September. Dafür geht das Fest bis Dienstag. Zur lockeren Einstimmung auf die Kirmes wird dem neuen Schützenkönig aber schon am Samstag, 14. September, vom Tambourcorps ein Ständchen dargeboten und anschließend im Lantershofener Winzerverein ein geselliger Abend, für jedermann zugänglich, verbracht. Es folgen Tage mit üppigem Programm. Am Kirmessonntag wird zunächst ab 9:30 Uhr das Festhochamt gefeiert. Mittags öffnen die Schausteller auf dem Gelände des Winzervereins ihre Geschäfte. Wie bereits in den vergangenen Jahren wird es wieder jede Menge Angebote geben. Am Nachmittag findet um 15:30 Uhr die Festandacht statt, an die sich ein Platzkonzert mit Fähndelschwenken, Parade und Festzug durch den Ort anschließt. Um 20 Uhr beginnt im Saal des Winzervereins der Kirmesball, zu dem in diesem Jahr die Party-Band „De Fründe“ aufspielt. Hier machen die Veranstalter gerne deutlich, dass die Tanzveranstaltungen öffentlich und für jedermann zugänglich sind. Im Rahmen der Kirmes findet lediglich der Festkommers am Montagmorgen nur für geladene Gäste statt.

Besagter Kirmesmontag, 16. September, wird in aller Frühe mit dem „Wecken“ durch das Tambourcorps eingeläutet, bevor um 8 Uhr der Festgottesdienst beginnt. Im Anschluss an diesen finden vor der Kirche die Gefallenenehrung sowie ein Platzkonzert und das Fähndelschwenken statt. Der anschließende Festkommers zu Ehren der Majestät ist Junggesellen, Brötchesmädchen und Mitgliedern der Bürgervereinigung sowie Ehrengästen vorbehalten. Das Kirmestreiben der Schausteller beginnt wie am Vortag um die Mittagszeit. Am Nachmittag gegen 16:30 Uhr sind dann nahe der Lambertuskirche erneut die Kirmesmontagparade samt Platzkonzert, Fähndelschwenken und Festzug zu erleben. Zum Abschluss des Tages spielt beim Königsball, zu dem die Gesellschaft uniformiert erscheint, erneut die Party-Band „De Fruende“ um 20 Uhr im Winzerverein auf. Am Kirmesdienstag, 17. September, beginnt gegen 14 Uhr der Trinkzug, bei dem sich die Dorfbevölkerung bei den Junggesellen für die Ausrichtung der Kirmes bedankt. Dieser endet in den Abendstunden im Saal des Winzervereins. Dort klingt die Lambertuskirmes bei Tanz und Musik aus.

Markus Fabritius ist Lantershofener Schützenkönig


Fairer Wettstreit mit Clemens Queckenberg wurde mit dem 108. Schuss entschieden

Im September feiert Lantershofen mit Schützenfest und Kirmes seine traditionsreichsten Feste. Den Auftakt machte am Sonntag das Schützenfest und darum hat die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft “St. Lambertus“ nun auch einen neuen Schützenkönig. Der heißt Markus Fabritius und lieferte sich einen Wettkampf um die Königswürde mit Clemens Queckenberg. Beide sind Vorstandsmitglieder der Junggesellen-Schützen. Der 108. Schuss entschied das Duell, um 20:22 stand fest, wer neue Majestät des Dorfs mit seinen Schützentraditionen ist. Markus Fabritius ist 24 Jahre alt und von Beruf Maler und Lackierer in einem alteingesessenen Lantershofener Unternehmen. Seine „Junggesellen-Karriere“ begann er im vereinseigenen Tambourcorps, ehe er dann als Fähnrich der Schwenkfahne in den Vorstand aufstieg.

Trotz nicht besonders guten Wetters herrschte guter Besuch auf dem Festplatz. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf
Die Kandidaten Markus Fabritius (l.) und Clemens Queckenberg (2.v.r.) setzen abwechselnd unter Leitung der Schießoffiziere Stefan Dünker (3.v.r.) und Lars Henscheid jeweils einen Schuss auf den Vogel ab.

Kaum war der Vogel gefallen, verkündeten Böllerschüsse denen die frohe Botschaft, die nicht zum Schießplatz an der Lambertushütte gekommen waren. Dort wollten am Abend einige hundert Besucher dabei sein, wenn der Vogel fällt. Es dauerte einige Minuten, bis die neue Majestät auf den Schultern seiner Kameraden dem Volk präsentiert und in die Lambertushütte getragen wurde. Schon auf dem Weg dorthin ließ sich Markus Fabritius kräftig feiern. Hauptmann Tim Ley stellte schließlich fest: „Der alte König ist tot, es lebe der neue König.“ Rund 300 Festgäste verfolgten das Prozedere und stimmten in Jubel ein. Vorgänger Matthias Schopp gab die äußeren Zeichen der Königswürde, Zepter und Königsketten weiter und verabschiedete sich vom Amt des Königs. Derweil nutzte eine große Schar von Gratulanten die Gelegenheit, die neue Majestät zu beglückwünschen. Ortsvorsteher Leo Mattuscheck überbrachte die besten Wünsche des Dorfes, Erich Althammer gratulierte für die Ortsvereine, Ahrweilers Junggesellen-König Marc Schorn überbrachte die Glückwünsche der Brudergesellschaft aus der Kreisstadt. Brötchesmädche und Junggesellen gratulierten ebenfalls. Im Ort selbst wurde der Schützenkönig am Abend unter Glockengeläut in einem Fackelzug vorgestellt. Noch bis tief in die Nacht feierten die Junggesellen mit ihren ehemaligen Königen und Hauptleuten den nun 83. Schützenkönig der Gesellschaft.

Auf den Schultern seiner Kameraden wird Markus Fabritius in die Lambertushütte zur Proklamation getragen.
Ex-Majestät Matthias Schopp (r.), Erster Offizier Marco Böhm (l.) und Hauptmann Tim Ley (2.v.l.) freuen sich mit dem ehemaligen Schwenkfähnrich Markus Fabritius über dessen Proklamation mit Zepter und Königskette.

Schon am Morgen des Schützenfesttages hatten sich die Vertreter von 14 Ortsvereinen zum Wettschießen um den Lambertus-Pokal versammelt, aus dem der Verein Kulturlant als Sieger hervorging. Jürgen Witsch gelang der entscheidende Schuss auf das Vereinslogo. Am Nachmittag gingen dann im Wettschießen der Vorstände der Junggesellen aus Ahrweiler und Lantershofen die Gastgeber nach einem Volltreffer von Matthias Schopp als Sieger hervor.

Silberschild durch Schopp an die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft gestiftet


Königsschild von Matthias Schopp. Foto: Robin Grießel

Traditionell findet heute Abend, am letzten Freitag vor Schützenfest, der Abschiedsabend der scheidenden Majestät statt. Mit diesem Abend möchte der Noch-Schützenkönig Matthias Schopp, Familie, Freunden und Wegbegleitern für die Unterstützung im vergangenen Jahr danken. Zu den Höhepunkten des Abend gehört die Vorstellung und Stiftung des Königsschildes an die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“ Lantershofen.

Das gestiftete Schild entspricht in seiner Grundform einer kleinen Marschtrommel, welche durch eine überlagerte Schwenkfahne halbiert wird. Mit der Marschtrommel wird die Zeit im Tambourcorps symbolisiert. In diesem war Schopp seit seinem 10 Lebensjahr bis zu seiner Aufnahme in die Gesellschaft als Trommler aktiv. Im Jahr seiner Aufnahme verließ er gezwungenermaßen den Tambourcorps, da er ab sofort das Amt des Fähnrichs der Schwenkfahne bekleidete. Die Leidenschaft für das Vorstandsamt und das „Fähndelschwenken“ wird in dem zweiten Teil der Grundform dargestellt.

Die Halbierung der Grundform in Trommel und Schwenkfahne symbolisiert die Verbundenheit zu beiden Bereichen der Gesellschaft. Auf der einen Seite das Tambourcorps als Instrument der Nachwuchsförderung und der Pflege der Gemeinschaft, sowie auf der anderen Seite das Vorstandsamt und der damit verbundenen Verantwortung für den Erhalt und die Fortführung der Traditionen.

Im oberen Bereich befindet sich eine Krone, welche der Krone des Interimsschildes des Schützenkönigs entspricht. Diese steht an der Spitze für den krönenden Abschluss der langjährigen Junggesellenlaufbahn. Im Inneren der Trommel befindet sich im oberen Bereich die Abbildung des Elternhauses von Matthias Schopp. Hiermit möchte er seine Dankbarkeit für die jahrelange und immer währende Unterstützung seiner Familie ausdrücken. Im unteren Bereich ist der Königsvogel dargestellt, welcher für das Erringen der Königswürde steht. Mit diesem soll auch der Dank an Maurice Ley für einen spannenden und fairen Wettkampf ausgedrückt werden. Das letzte Symbol ist das Königszepter. Dieses symbolisiert ein unvergessliches Jahr als König der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft mit vielen unverzichtbaren Erlebnissen.

Die Schwenkfahne ist dem Original nachempfunden, weshalb in den Ecken die Eichenblätter sowie die sich kreuzenden Gewehre mit dem Fadenkreuz abgebildet sind. In der Mitte der Schwenkfahne steht geschrieben: „Matthias Schopp König der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambtertus“ Lantershofen“ sowie 2018 für das Jahr des Königsschusses.

Auf der Rückseite dankt Matthias Schopp mit einer Gravur seinen beiden Begleitern Marco Böhm und Benedikt Fabritius sowie Robin Grießel und Johannes Schütz für ihre Unterstützung. Bei der Übergabe der Plakette dankte er ebenfalls dem Goldschmiedemeister Werner Münch für die gelungene Umsetzung.

Am Sonntag ist es dann soweit und der Nachfolger von Matthias Schopp kann in einem fairen und spannenden Wettkampf ermittelt werden.

Schützenfest ist Auftakt zu Lantershofener Kirmes


Julian Schmitz (links) und Markus Fabritius tragen den neuen König Matthias Schopp zur Proklamation in die Lambertushütte. Foto: Thomas Schaaf (2018).

Nachfolger von Matthias Schopp als König wird gesucht

In Lantershofen stehen die Höhepunkte des jährlichen Festkalenders an, wenn die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft am zweiten und dritten September-Wochenende zu den Kirmesfeierlichkeiten bittet. Diese werden am kommenden Sonntag, 8. September, mit dem Schützenfest eröffnet, nachdem sich der amtierende Schützenkönig Matthias Schopp zwei Tage zuvor in einem internen Festabend von seinem Amt verabschiedet hat. Das Schützenfest findet an der Lambertushütte am Ende der Lambertusstraße statt, wo sich der Schießstand der Lantershofener Junggesellen befindet.

Der Tag beginnt um 11 Uhr mit dem Wettschießen der Ortsvereine. Nach der Mittagspause, für die die Junggesellen eine Stärkung am Imbiss und der Kuchentheke empfehlen, wird der amtierende Schützenkönig ein letztes Mal von der Gesellschaft durch den Ort zum Schießplatz geleitet. Dort findet am Nachmittag ab 15 Uhr das „Sauschießen“ der beiden Vorstände der Junggesellen-Schützen-Gesellschaften aus Lantershofen und Ahrweiler auf zwei hölzerne Wildschweine statt. Im Anschluss daran steht es beim Preisvogelschießen jedermann frei, selbst sein Glück zu versuchen. Den Höhepunkt des Tages bildet jedoch das Königsvogelschießen ab 19 Uhr, aus dem der neue König hervorgeht, der im Anschluss in der Lambertushütte von Schützenhauptmann Tim Ley proklamiert und mit einem Fackelzug durch das Dorf geleitet wird. Am Abend feiern dann die Junggesellen beim internen Königsabend ihre neue Majestät.

Maubichfestplatz muss erneut verlegt werden


Die Geschichte des Lantershofener Maubichfestes reicht bis in die späten 1960er-Jahre zurück. Seinerzeit suchten die Junggesellen-Schützen im Ort Einnahmequellen, um die kostspielige Lambertuskirmes im September finanzieren zu können. Eine Idee war damals, einem im Ort bekannten Kuchen, nämlich dem Maubich, ein Fest zu gönnen. Maubich ist ein Hefeboden mit einem dunkelbraunen Belag. An dem scheiden sich die Geister. Manch einem läuft das Wasser im Munde zusammen, andere mögen die Süßspeise partout nicht. Um das Rezept machen die Lantershofener Junggesellen-Schützen ein großes Geheimnis, es werde nur in ganz wenigen Familien vererbt, sagt der Hauptmann und Vorsitzende Tim Ley. Fest steht: im Herbst werden zentnerweise Birnen geerntet, richtig feste Früchte müssen es sein. Die werden in mühevoller Arbeit von den Junggesellen und „Brötchesmädche“ geachtelt, entkernt und gebacken, bis sie zäh wie Leder sind. In Leinensäcken gelagert verbringen sie das nächste gute halbe Jahr auf dunklen Speichern, ehe sie im Juli hervorgeholt und gemahlen werden. Zusammen mit den „geheimen“ Zutaten entsteht der dunkelbraune Belag, den die Junggesellen dann beim Maubichfest ihren Gästen in Kuchenform servieren. Die Kuchenfans am Sonntag stehen Schlange für die eigenwillige Spezialität. Und so waren die 75 Maubichkuchen, die sich in diesem Jahr aus den Birnenstücken ergaben, schnell vergriffen. Neben der Tasse Kaffee empfahlen die Junggesellen dazu Birnenspirituosen.

Auch heute trägt das Maubichfest einen erheblichen Anteil zur Deckung der Kirmeskosten bei. In den fünf Jahrzehnten ist der Festplatz immer wieder gewandert, fand am Ahrweiler Berg, in der Fuchshöhle oder am Winzerverein statt. Nunmehr feierten die Junggesellen mit ihren Gästen zum dritten Mal an der ehemaligen Lantershofener Schule, um. Wohl zum letzten Mal, denn auf dem Gelände steht eine neue Bebauung an. Man denke aktuell über einige neue Festplätze nach, ließ Hauptmann Tim Ley durchblicken. Mit der oftmals ausgesprochenen Idee des Festes am Objekt „Fliegendes Dach“ beschäftige man sich allerdings nicht: „Das Maubichfest wird auf jeden Fall im Dorfkern bleiben“, so Ley.

So wie jetzt an der Schule. Dort ging es am Samstagabend los, im weitläufigen Bereich des Schulhofs fanden sich immer mehr Gäste ein. Toll illuminiert entstand schnell ein richtiges Biergarten-Gefühl, die Gastgeber der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft hatten alle Hände voll zu tun, den vielen Wünschen ihrer Besucher gerecht zu werden. 18 Kartenspielerinnen und –spieler traten im Festzelt zum Sibbeschrööm-Turnier an, den Siegerpokal sicherte sich Florian Ropertz. Zum Frühschoppen am Sonntag erklangen zünftige Töne, der Spießbraten am Mittag fand viele Abnehmer. Das galt natürlich auch für den Maubich, den die Brötchesmädchen am Nachmittag anboten. Derweil tobten sich die Kinder bei jeder Menge Spielchen aus. Unter den Gästen wurden zudem einige befreundete Junggesellenvereine, aber auch Vertreter der vielen Lantershofener Vereine gesichtet, die sich am Fest unter freiem Himmel in einem herrlichen Biergarten erfreuten.

Maubichfest an der Alten Schule


Florian Ropertz holt 2003 am Winzerverein aus dem Bäckerauto fünf der ca. 70 Maubichkuchen. Die Sibbeschrömspieler an den Tischen lassen sich dadurch nicht stören. Karl-Heinz Schweinheim (r.) klopft Peter Josef Schütz und Stefan Dünker gerade "zwei Stück", im Hintergrund (v.l.) schauen Jörg Wollert, Manfred Dünker, Rainer Retterath und Walter Dünker dem Geschehen zu. Foto: Thomas Schaaf.

Als 2017 der Lantershofener Winzerverein renoviert und umgebaut wurde, stand der Außenbereich der örtlichen Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“ nicht zur Ausrichtung ihre Maubichfestes zur Verfügung. Also entschied man sich, den gemeindeeigenen Platz neben der ehemaligen Schule zu nutzen. Mobile Infrastruktur wurde geschaffen und schnell entstand ein gemütlicher Biergarten unter Bäumen, auf dem sich gut feiern ließ. Auch die Nachbarschaft machte mit, unterstützte und feierte mit den Junggesellen. Kein Wunder, dass die Junggesellen das eigentliche Provisorium nun schon zum dritten Mal nutzen wollen. Weil die Schule abgerissen wird, wird hier das Fest am 20. und 21. Juli aber auch letztmalig stattfinden. Zunächst aber dreht sich noch einmal alles um den bekannten Hefekuchen mit seinem eigenwilligen, dunkelbraunen Belag, dessen Hauptzutat getrocknete Birnen sind. Seit Ende der 1960er Jahre feiert man in Lantershofen dieses Fest, das in erster Linie zur Finanzierung der kostspieligen Lambertuskirmes dient.

Am Samstagabend, 20. Juli, fällt der Startschuss zum Dämmerschoppen. Dabei gibt es unter andere ein Sibbeschrööm-Turnier um den Maubichpokal. Mit dem Frühschoppen geht es am Sonntag weiter. Nach reichhaltigem Mittagsmenü mit Spießbraten, Bratkartoffeln und Krautsalat lockt am frühen Nachmittag das große Maubichkuchenessen. Auf die Kinder warten derweil allerlei Spiele samt Hüpfburg. Birnen gibt es übrigens nicht nur auf dem Kuchen, Lantershofen ist auch für seine Birnenspirituosen bekannt, auch diese sind am Festplatz direkt am Birnenrundwanderweg im Angebot.

Feste feiern in urigen Höfen


Bei Paella, Maubich und Birnenbränden kamen viele Menschen zusammen

Am dritten Tag der Feierlichkeiten „1000 Lantesche Jahre“ standen die Gäste von auswärts im Vordergrund. Da präsentierte sich Dorf von seinen besten Seiten, denn zahlreiche Höfe, von denen einige oftmals nicht zu sehen sind, hatten ihre Tore geöffnet und boten bunte Programme an.

Mario Fuchs vom Autohaus Fuchs erklärt sein Rennauto interessierten Gästen. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Petra und Peter-Josef Schütz (von links) stellen ihre Produkte und Sonderdestillate aus der Eifeldestillerie vor.

In der ehemaligen Brennerei Fuchs, in der jetzt ein Autohaus beheimatet ist, informierte Mario Fuchs unter dem Stichwort „Lantershofen im Rennen“ über seinen persönlichen Rennerfolge, aber auch über die Möglichkeiten für Kinder, im Rennsport tätig zu werden. Dazu gab es leckeren Döppekooche. Gleich nebenan bei Christel Wronka wurde gesunden, der Chöre des MGV Cäcilia hatten hierhin zum offenen Singen eingeladen.

Alt-Tambourcorps-Leute haben nichts verlernt: schmissige Marschmusik aus dem Junggesellen-Repertoire haben sie allemal noch bestens drauf.
In der Eifeldestillerie sind die Junggesellen-Schützen mit einer tollen Ausstellung zu Gast.

Zwei Häuser weiter drehte sich bei Christian Althammer alles um den Weinbau, alte und neue Gerätschaften wurden präsentiert, ins Glas gab es bei sommerlichen Temperaturen kühle Weine von der Ahr. Gleich neben der Küche hatte Reinhard Schütz seinen urigen Bauernhof geöffnet, mit Unterstützung des Tischtennisvereins TTC Karla gab es hier eine riesige Pfanne Paella, die Antonio Lopez aus Remagen gestiftet hatte. Die 70 Portionen waren schnell vergriffen. Und im Hof Scholl wurden die Besucher mit Knobi-Brot und Sekt begrüßt, um sich anschließend in der dortigen Kreativwerkstatt anschauen zu können, was dort die Woche über getöpfert und gebastelt wird.

Bei Christian Althammer (rechts) im Hof geht es um den Weinbau an sich und seine gekühlten Produkte.
Im Hofe Wronka treffen sich Musik, Geselligkeit und Gesang nach dem Motto: Es singe, wem Gesang gegeben.

Musik gehörte natürlich auch zum Fest, dass zahlreiche Besucher anlockte. Im Hof der Eifeldestillerie waren die Junggesellen-Schützen zu Gast, die ein eigenes Tambourcorps unterhalten. Das konzertierte ebenso, wie das Corps der befreundeten Junggesellen aus Ahrweiler. In einer selten zu sehenden Ausstellung waren traditionelle Dinge der Gesellschaft, Uniformen, Königssilber oder Offizierssäbel zu sehen, dazu ließ man es sich bei Birnen-Quiche oder Maubich gutgehen.

Im Hof der Kreativwerkstatt Scholl bieten Marianne und Menn Scholl neben Infos zur Werkstatt auch Knobi-Brot und Sekt an.
Zwischendrin startet um 15.00 Uhr der 1. Grafschafter Birnenlauf mit weit mehr als 150 Läuferinnen und Läufern.

Am längsten geöffnet hatte der Hof von Heinz Schütz am östlichen Dorfrand, wo die Musikfreunde Lantershofen mit ihren Gästen, der Orchestervereinigung Calmbach aus dem Schwarzwald, um die Wette und gerne auch kombiniert Konzerte gaben. Hier saß man bis spät in den Abend beisammen.

Vor dem Hof Renate und Heinz Schütz hat Nachbar Matti Jüris seinen alten Hanomag-Traktor dekorativ aufgestellt.
Mächtig legt sich auch die Orchestervereinigung Calmbach aus dem Schwarzwald musikalisch und gesellig ins Zeug. Hofherr und -frau Heinz und Renate Schütz klatschen begeistert Beifall.