Aktuelles


vom Verein

Karneval wie vor 50 Jahren und dennoch hochmodern


Karneval wie vor 50 Jahren? Ja, das geht, wie man in Lantershofen am Samstag eindringlich unter Beweis stellte. Denn die dortige Kappensitzung im ausverkauften Winzerverein bot wieder einmal alles, was zu einer solchen Sitzung gehört: Garden, Tollitäten, Musik, Männerballett und vor allem eines: Rednerinnen und Redner. Und das alles unter dem abgewandelten Jubiläumsjahr-Motto „1000 Jahre jeck und jung.“ Statt eines Karnevalsvereins hatten Junggesellen-Schützen und Musikfreunde eingeladen, letztere sorgten den ganzen Abend für den guten musikalischen Ton.

Sitzungspräsident Erich Althammer eröffnet die Kappensitzung unter dem Motto "1000 Jahre jung und jeck. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Grafschaft-Bürgermeister Achim Juchem trifft dienstlich bedingt etwas später zur Sitzung ein, hatte mit Gattin Edeltraut aber schon an der Saaltür seinen Spaß.

Es war in erster Linie ein Festival der Büttenredner, dass den bestens gelaunten Gästen da präsentiert wurde. Und es war eine Sitzung, die in hohem Maße von Dorf eigenen Kräften gestaltet wurde. Zahlreiche Redner brachten ihre Vorträge aus der Bütt dazu in Reimform darf. Wie Karl-Heinz Schweinheim, der als Berichterstatter vom Ortsbeirat das Gremium auf der Suche nach Wertschöpfung und Zukunftsperspektiven begleiten durfte – nicht ohne Blick zurück. „Lantesche war mal ein schöner Ort, denn fünf Brennereien gab es dort.“ Politisch unkorrekt, karnevalistisch aber sehr korrekt beleuchtete er, was man sich sonst nur hinter vorgehaltener Hand erzählt.

Kinderprinz Kilian I. (Jüris) aus Sinzig besucht mit Prinzessin Susanna und dem Hofstaat den Saal im Herkunftsdorf seines Vaters.
Redner Kai Kramosta nimmt auch auf Gummibärchen und den Bürgermeister aktuellen karnevalistischen Bezug.

Ebenso kritisch nahm der mittlerweile 81-jährige Rolf-Dieter Schmitz die Lantershofener ins Gebet. Als „Gutenberg“ machte er klar, was er so druckt und was ihn drückt: „Pastor Burg lässt Lantershofen gerne aus, doch dafür gibt’s das Studienhaus.“ Und so forderte der „Gutenberg“ In Zeiten von Mauerbauplänen in den fernen USA den Abriss der Mauer, die ums Studienhaus auf Burg Lantershofen gezogen ist.

Dessen Leitung, Regens Volker Malburg und Subregens Philip Peters, gehören ebenfalls zum jecken Inventar in Lantershofen. Ihre Bühnenvorträge sind legendär. Dieses Mal wagten sie den Blick in die Zukunft: der Regens mit Rollator leitet besagtes Studienhaus schon 43 Jahre. „Dass ich hier bleiben durfte, war meine Beförderung.“ Auf Besuch kam der Subregens, auch schon 76 Jahre alt. Beide feierten in weiter Zukunft das Fest „3000 Jahre Lantershofen“, berichteten sie doch von Ausgrabungen, bei denen ein „Lantesche Maubichkuchen“ aus dem Jahr 941 vor Christus gefunden wurde. „Das Alter war gar nicht so einfach zu bestimmen, denn der Maubich sieht frisch genauso aus.“

Eine Horde Freibeuter, Väter mit ihren Töchtern, führen verschiedenste räuberische Tänze vor.
Gaby Fabritius stellt sich in der Bütt als jung gebliebenes älteres Mädchen "Maria Funke“, als Funkemariechen vor.

Gaby Fabritius, ebenfalls seit vielen Jahren Bütten-As im Birnendorf, kam als jung gebliebenes „Mädchen Maria Funke“ daher, besser: als Funkenmariechen. Sie machte klar: „Ich hann noch Kraft, stohn voll em Saft.“ Getreu ihrer Kernaussage „Mer hätt e Rääch esu jät schönes zu sehn“, holte sie die ganze Ahrweiler Möhnenschar im Mariechenkostüm auf die Bühne, wo dann ein etwas anderer Mariechentanz präsentiert wurde. „Doll und Döllchen“ waren in diesem Jahr in einer Person vereint, Gerda Doll trat alleine vors Publikum, weil die Tochter wegen zahlreicher Verkehrsdelikte im Knast sitze. Also machte die Mama klar, dass Lantershofen boome: „Alle wollen hier wohnen.“ Und darum muss im Dorf was fürs Klima getan werden, forderte sie die Pflanzung von 1000 Mammutbäumen zwischen den ganzen Birnbäumen im Ort.

Bürgermeister Achim Juchem, dem Redner Kai Kramosta unterstellte, den ganzen Kofferraum voller Gummibärchen zu haben, nahm die Anregung dankend auf. Schließlich trat auch noch der „Doktor von Mayen“, Werner Blasweiler ans Mikrofon und sprach übers gleiche Zeitverständnis von Mann und Frau: „Wenn sie im Bad sagt, sie sei gleich fertig, dauert das genauso lange, wie sein Ausspruch in der Kneipe, er komme gleich heim.“

Karl-Heinz Schweinheim führt nach seiner Büttenrede mit Sitzungspräsiden Erich Althammer ein Zwiegespräch über Geld fort.
Die Truppe „Blue Velvet“ aus Bad Bodendorf feiert tänzerich „Karneval im All“.
Gerda Doll tritt in diesem Jahr ohne Döllchen an und fordert, 1000 Mammutbäume zwischen die Birnbäume zu pflanzen.
Prinz Jens I. (Bauer) vom Studienhaus St. Lambert lässt es auch gesanglich mit seinen Mitstudenten einschließlich Subregens krachen.

Es gab aber nicht nur Büttenreden in Lantershofen. Auch Tollitäten waren zu Gast. Kinderprinz Kilian I. aus Sinzig mit seiner Prinzessin Susanna kam, weil Kilians Vater doch als waschechter „Lantesche Jong“ auch lange Sitzungspräsident war. Die Ahrweiler Karnevalsgesellschaft brachte die tanzende Stadtgarde und Prinzessin Marlis mit. Beim Gesang von Prinz Jens I. (Bauer) vom Studienhaus St. Lambert ging buchstäblich die Post ab.

Prinzessin Margit von der Ahrweiler Karnevalsgesellschaft bringt den Saal mit der tanzenden Stadtgarde in Wallung und zum Schunkeln.
Rolf-Dieter Schmitz nimmt als "Gutenberg" vieles im Dorf geistreich und humorvoll aufs Korn.
Das Ouzo-Duo Dany Celner und Lefti Salomidis tanzen mit Lantesche Aushilfsballetttänzern in der Mitte Sirtaki.
Alt-Regens Volker Malburg zeigt dem Alt-Subregens Philip Peters einen ausgegrabenen Maubichkuchen von 941 vor Christus: "Maubich sieht frisch genauso aus.".
Als Gesangsduo reißen die beiden jecken Regenten den kompletten Saal mit.
Jahrtausendelfen schließen den langen Karnevalsabend mit ihren grazilen Bewegungsversuchen ab. Männerballet so jung, jeck und frisch wie damals.

Die vom Tambourcorps der Lantershofener Junggesellen-Schützen traditionell eröffnete und von Erich Althammer moderierte Sitzung sah eine Horde Väter mit ihren Töchtern, die als „Freibeuter“ eine ganze Reihe verschiedenster Tänze zeigten. „Hamlet oder Schwanensee?“ war die Frage der beiden Pantomimen vom Ouzo-Duo (Dany Celner und Lefti Salomidis). Die Showtänzerinnen „Blue Velvet“ aus Bad Bodendorf nahmen das Publikum schließlich zum „Karneval im All“ mit. Und als krönenden Abschluss erlebte Lantershofen die Auferstehung des vor gut zehn Jahren erfolgreichen Männerballetts der recht filigran wirkenden „Jahrtausendelfen.“

  • Bilderserie anschauen (spätere Einstellung)

Allerlei Karneval


Kappensitzung, Kinderkarneval und Zuganmeldung

Zur Kappensitzung in den NEUEN Winzerverein Lantershofen laden die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“ und die Musikfreunde Lantershofen als gemeinsame Veranstalter am Samstag, 16. Februar, ab 18:11 Uhr ein. Beide Vereine gaben jetzt bekannt, dass die Sitzung nach dem Vorverkaufsabend Anfang Januar ausverkauft ist.

Zum Kinderkarneval am Sonntag, 17. Februar 2019 lädt der Förderverein Katharinchen e.V. ebenfalls in den NEUEN Winzerverein ein. Die Veranstaltung beginnt um 15.11 Uhr. Neben den Kindern treten die Ringener Wendböggele mit zwei Gruppen, die LA-Freibeuter, das Duo Chris & Andi und die KG Rot-Weiß Bachem auf. Danach geht die Kinderdisco ab.

Die Veranstalter des Lantershofener Karnevals, Musikfreunde und Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“, laden alle Narrengruppen aus der Grafschaft und darüber hinaus ein, den Abschluss der diesjährigen Session gemeinsam in Lantershofen zu feiern und beim Veilchendienstagszug mitzumachen. Der Zug startet am 5. März um 14:11 Uhr und wird eine gute Stunde lang durch Lantershofen ziehen. Anschließend wird es im Winzerverein Lantershofen eine finale After-Zoch-Party mit DJ-Musik und der letzten Möglichkeit, noch einmal Karneval zu feiern, geben. Wer am Zug teilnehmen möchte, wird gebeten, sich bei Zugleiter Leo Mattuscheck (02641/25479, leo.mattuscheck@t-online.de) anzumelden:

Gelebte Tradition seit 1928


Nach 90 Jahren ist die Lantershofener Kirmes immer noch hochaktuell

In Lantershofen wurde Lambertus-Kirmes gefeiert, in Verbindung mit dem Schützenfest gleich zwölf Tage lang. Eine Fülle öffentlicher und interner Termine und Festivitäten prägten das Fest, bei dem sich die Lantershofener so gerne selber zu feiern und zu inszenieren wissen. Wenn ihnen aber der Blick von außen bestätigt, dass ihr Treiben etwas ganz Besonderes ist, können sie sich umso mehr bestätigt fühlen. So geschehen am Montagmorgen: Landrat Jürgen Pföhler hatte seinen Beigeordneten Friedhelm Münch geschickt. Der Löhndorfer ist als Hüter örtlicher Traditionen bekannt und ließ sich vom Lantershofener Kirmesvirus anstecken. Im Winzerverein, wo zum internen Festkommers rund 250 Bürger, Junggesellen und Ehrengäste zusammenkamen, blühte er so richtig auf. „Hier passiert etwas, was in unserem Kreis, der vielerorts zur Schlafstätte geworden ist, nur noch selten passiert. Hier gibt es noch wertvolle Menschen, die am Dorfleben mitwirken, die Junggesellen-Schützen prägen den Ort in herausragender Form. Ohne Ihre Kirmes wäre Lantershofen ein ganzes Stück ärmer.“ Worte, die der Festversammlung runtergingen, wie Öl.

Sonntags mit dem Hochamt beginnt die Lambertuskirmes. Die Zelebranten sind (v.l.) Spiritual Prof. Dr. Josef Freitag, Regens Dr. Volker Malburg, Subregens Philip Peters und Pastor Norbert Klaes. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Ehrung der Gefallenen und Verstorbenen und Kranzniederlegung vor den Gedenktafeln für die Kriegs- und Zivilopfer der Weltkriege im Eingang der Lambertuskirche. 2. Offizier Andreas Franzen (l.) und 1. Offizier Tim Ley tragen den Kranz.

Überhaupt war der Festkommers weniger von Traditions-Phrasen, als von deutlichen Worten geprägt. Regens Volker Malburg vom Studienhaus St. Lambert entschuldigte sich dafür, die Festversammlung bei der morgendlichen Messe in zu viel Weihrauch gehüllt zu haben und suchte danach die Verbindung zwischen der Schwenkfahne der Junggesellen und der Dorfgemeinschaft. Malburg sprach vom Schwung, den es braucht, aber auch vom Augenmaß und von der Verantwortung der Fähnriche und denen, die die Fäden im Ort in der Hand halten. Die gelte es auch für die Zukunft zu finden, forderte der Hauptmann und Vorsitzende der veranstaltenden Junggesellen-Schützen, Johannes Schütz, die Festkommersgäste zur aktiven Mitgliederwerbung für die Junggesellen in ihren Familien auf.  Während Ortsvorsteher Leo Mattuscheck auf die anstehenden Feiern „1000 Lantesche Jahre“ mit einem bunten Veranstaltungsreigen hinwies, betonte der Grafschafter Bürgermeister Achim Juchem den Zusammenhalt, der den Ort präge: „Hier gibt es mehr Vereinsmitgliedschaften, als Einwohner.“ Der Festkommers war mehr denn je aber auch ein Rückblick auf die Traditionen der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus.“ Unter der Leitung des Hauptmanns‘ Großvater, Eduard Schütz, waren diese vor 90 Jahren ins Leben gerufen worden. Erich Althammer, der mit der Bürgervereinigung den Nachfolgern der ehemaligen Junggesellen vorsteht, verlas einen Aufruf von  Eduard Schütz aus dem Jahr 1951, im dem es um die Unterstützung der Junggesellen mit fünf Mark pro Unterzeichner ging. Er versprach die fortdauernde finanzielle Unterstützung der Junggesellen durch die Bürgervereinigung. Immerhin beschert das Fest den Junggesellen doch alljährlich ein finanzielles Minus von rund 6.000 Euro.

Den Festkommers im NEUEN Winzerverein eröffnet der Hauptmann der Junggesellen-Schützengesellschaft Johannes Schütz im Beisein von König Matthias Schopp und seines Vaters Eugen Schopp.
Peter-Josef Schütz (l.), der Hauptmann der Gesellschaft vor 30 Jahren, stiftet der Gesellschaft eine Kette für den Hauptmannsorden, auf der die Namen und Amtszeiten aller Hauptleute eingraviert sind. 1. Offizier Tim Ley präsentiert sie auf samtenem Tuch König Matthias Schopp (r.), Hauptmann Johannes Schütz (2.v.r.) und der Festgesellschaft.

Grußworte und Gratulationen waren zudem von den Vertretern der drei Ahrweiler Schützengesellschaften zu hören, musikalisch brachten das Junggesellen-eigene Tambourcorps und die Fanfarenbläser ihre Gratulationen an Schützenkönig Matthias Schopp und Silberjubilar Lothar Krämer zum Ausdruck. Schwenkfähnrich Markus Fabritius erhielt ebenso Ovationen, wie das Colonia Blasorchester, das musikalisch buchstäblich „auf jeden Pott einen Deckel“ hatte.

Im Rahmen des Festkommerses am Montag fanden zahlreiche Ehrungen statt. So gratulierte Hauptmann Johannes Schütz den Königsjubilaren Thomas Hergarten (König vor zehn Jahren), Karl-Heinz Schweinheim (20), Lothar Krämer (25), Helmut Kuttig (30) und Thomas Schaaf (40). Die aktuelle Majestät Matthias Schopp und Silberjubilar Lothar Krämer wurden mit Ehrenplaketten ausgezeichnet. Mati Jüris erhielt eine Urkunde für die 50-jährige Wiederkehr seiner Wahl zum Hauptmann, auch Michael Huff, der vor 25 Jahren Hauptmann wurde, erhielt eine solche Auszeichnung. Peter-Josef Schütz, Hauptmann vor 30 Jahren, stiftete der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft eine Kette für den Hauptmannsorden, auf die Namen und Amtszeiten aller bisherigen Hauptleute graviert wurden.

Geehrt wurden auf dem Festkommers (v.l.) König Matthias Schopp, Thomas Schaaf (40 Jahre), Helmut Kuttig (30), Karl-Heinz Schweinheim (20), Thomas Hergarten (10), Lothar Krämer (25). Hauptmann Johannes Schütz flankiert die Jubilare mit der neuen Kette für den Hauptmannsorden. Foto: Manfred Dünker.
Viel Silber und Gold auf froher Brust bei der Parade am Montag (v.l.): Matthias Schopp, Lothar Krämer, Lars Angsten, Peter Diewald, Jürgen Knieps, Lukas Knieps und Johannes Schütz.

Der Festkommers war nicht öffentlich, aber an den Nachmittagen verfolgten im Ort viele Zuschauer die Stechschritt-Paraden der Lantershofener Junggesellen-Schützen. Das Kirmeswochenende begann offiziell am Sonntagmorgen mit dem Hochamt, bei dem die Lantershofener Chöre die Lambertus-Messe sangen. Am Mittag zogen Junggesellen mitsamt Spielmannszug und Blasorchester auf, um die Majestäten zur feierlichen Festandacht in die Lambertus-Kirche zu geleiten. Vor der Kirche präsentierte sich die Gesellschaft dann dem Publikum. Die Fanfarenbläser traten auf, Fähnrich Fabritius schwenkte die Fahne zu Ehren der Majestäten. Schließlich paradierte die komplette Gesellschaft vor Hunderten von Schaulustigen drei Mal im Stechschritt an den Königen vorbei. Dem anschließenden großen Festzug folgte am Abend im voll besetzten Saal des Winzervereins der  Kirmesball mit der Band „De Fruende.“

Das Tambourcorps war früh am Montagmorgen auf den Beinen, um die Bevölkerung zu wecken. Dem Festgottesdienst folgte der Festkommers, ehe die Gesellschaft am Nachmittag erneut zu Fändelschwenken und Parade antrat. Am Abend fand schließlich der Königsball im Saal statt. Mit einem Trinkzug als Dank der Bevölkerung an die Junggesellen und einer Tanzveranstaltung endete am Dienstag die Lantershofener Lambertus-Kirmes.

Paraden und Bälle zur Lambertus-Kirmes


Kirmessonntag im Jahr 2003: Mario Fuchs (2.v.l.) ist Schützenkönig mit seinen Begleitern Jörg Bender (l.) und Tibor Bender (2.v.r.). Thomas Schaaf ist Silberjubilar mit seinen Begleitern Willi Bach und Karl-Josef Scholl (hinter den Majestäten). Angeführt wird die Junggesellen-Schützengesellschaft von Hauptmann Bernd Knieps (r.). Foto: Manfred Dünker.

Traditionsreiches Patronatsfest beginnt offiziell am Sonntag

Zu Ehren des heiligen Lambertus, des Schutzpatrons der Lantershofener Kirche, findet alljährlich am dritten Septemberwochenende die traditionelle Kirmes als Höhepunkt der Feierlichkeiten in Lantershofen statt. Die Kirmes ist dank Schaustellern ein Fest für Menschen jeden Alters. Offizieller Start ist dabei am kommenden Sonntag, 16. September mit dem Festhochamt. Gefeiert wird dann bis Dienstag.

Zur lockeren Einstimmung auf die Kirmes wird dem neuen Schützenkönig aber schon am Samstag, 15. September, vom Tambourcorps ein Ständchen dargeboten und anschließend im Lantershofener Winzerverein ein geselliger Abend, für jedermann zugänglich, verbracht. Es folgen Tage mit üppigem Programm. Am Kirmessonntag wird zunächst ab 9:30 Uhr das Festhochamt gefeiert. Mittags öffnen die Schausteller rund um den Winzerverein ihre Geschäfte. Dafür wird die Winzerstraße von Freitag bis einschließlich Dienstag für den Durchgangsverkehr gesperrt. Am Sonntag findet dann um 15:30 Uhr die Festandacht in der Lambertuskirche statt, an die sich nahe der Kirche ein Platzkonzert mit Fähndelschwenken, Stechschritt-Paraden und einem anschließenden Festzug durch den Ort anschließt. Um 20 Uhr beginnt im Saal des Winzervereins der Kirmesball, zu dem in diesem Jahr die Band „De Fruende“ aufspielt. Hier machen die Veranstalter gerne deutlich, dass die Tanzveranstaltungen öffentlich und für jedermann zugänglich sind. Im Rahmen der Kirmes findet lediglich der Festkommers am Montagmorgen nur für geladene Gäste statt.

Besagter Kirmesmontag wird in aller Frühe mit dem „Wecken“ durch das Tambourcorps eingeläutet, bevor um 8 Uhr der Festgottesdienst beginnt. Im Anschluss an diesen finden vor der Kirche die Gefallenenehrung sowie ein Platzkonzert und das Fähndelschwenken statt. Der anschließende Festkommers zu Ehren der Majestät ist Junggesellen, Brötchesmädche und Mitgliedern der Bürgervereinigung sowie Ehrengästen vorbehalten. Das Kirmestreiben der Schausteller beginnt wie am Vortag um die Mittagszeit. Am Nachmittag gegen 16:30 Uhr sind dann nahe der Lambertuskirche erneut die Stechschrittparade samt Platzkonzert, Fähndelschwenken und Festzug zu erleben. Zum Abschluss des Tages spielt beim Königsball, zu dem die Gesellschaft uniformiert erscheint, erneut die Tanzband „De Fruende“ um 20 Uhr im Winzerverein auf.

Am Kirmesdienstag beginnt der Trinkzug, bei dem sich die Dorfbevölkerung bei den Junggesellen für die Ausrichtung der Kirmes bedankt, um 14 Uhr und findet sein Ende in den Abendstunden im Saal des Winzervereins. Dort klingt die Lambertuskirmes bei Tanz und Musik aus.

Königsvogel in Lantershofen wehrte sich lange


Nach 226 Schuss stand Matthias Schopp als Schützenkönig fest

Die Lantershofener Junggesellen-Schützen-Gesellschaft “St. Lambertus“ hat einen neuen Schützenkönig. Am Sonntagabend dauerte es jedoch eine ganze Weile, bis der hölzerne Königsvogel von der Stange fiel. Den 226. und letzten Schuss hatte Matthias Schopp abgegeben. Der 26-jährige Bauingenieur setzte sich in einem spannenden Wettstreit gegen Maurice Ley durch und krönte damit seine „Junggesellenlaufbahn“ bei den Lantershofener Schützen.

Vor dem Königsschießen herrschen guter Betrieb und hohe Spannung auf dem Schützenplatz am Ende der Lambertusstraße. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Spannender Wettkampf zwischen den Kandidaten Maurice Ley (links) und Matthias Schopp (rechtes Gewehr). Die Schießoffiziere Stefan Dünker (vorne) und Lars Henscheid (mit Fernglas) überwachen den Schießvorgang.

Um 20:39 stand es endlich fest: Lantershofen wird die Lambertus-Kirmes in der kommenden Woche mit König Matthias an der Spitze feiern. Böllerschüsse verkündeten die frohe Botschaft der Bevölkerung. Auf den Schultern seiner Kameraden wurde der ehemalige Fähnrich der Schwenkfahne in die Lambertushütte getragen, ließ sich auf dem Weg dorthin schon kräftig feiern und bekam dann vom Hauptmann und Vorsitzenden der Gesellschaft zu hören: „Der alte König ist tot, es lebe der neue König.“ Mehr als 300 Festgäste verfolgten das Prozedere und stimmten in Jubel ein. Vorgänger Benedikt Fabritius gab die äußeren Zeichen der Königswürde, Zepter und Königsketten weiter und verabschiedete sich vom Amt des Königs. Derweil nutzte eine große Schar von Gratulanten die Gelegenheit, die neue Majestät zu beglückwünschen. Ortsvorsteher Leo Mattuscheck überbrachte die besten Wünsche des Dorfes und begrüßte die neue Majestät als „König im Jahr des anstehenden Dorfjubiläums“, Erich Althammer gratulierte für die Ortsvereine, Ahrweilers Junggesellen-König Lars Angsten überbrachte die Glückwünsche der Brudergesellschaft aus der Kreisstadt. Brötchesmädche und Junggesellen gratulierten ebenfalls. Im Ort selbst wurde der Schützenkönig am Abend unter Glockengeläut in einem Fackelzug vorgestellt. Noch bis tief in die Nacht feierten die Junggesellen mit ihren ehemaligen Königen und Hauptleuten den nun 82. Schützenkönig der Gesellschaft.

Die Schützenkameraden Julian Schmitz (links) und Markus Fabritius tragen den neuen König Matthias Schopp zur Proklamation in die Lambertushütte.
Mit dem neuen Schützenkönig Matthias Schopp freuen sich Hauptmann Johannes Schütz (links) und Ex-Majestät Benedikt Fabritius.

Schon am Morgen des Schützenfesttages hatten sich die Vertreter von 14 Ortsvereinen zum Wettschießen um den Lambertus-Pokal versammelt, aus dem die Motorradfreunde als Sieger hervor gingen. Kathleen Mühle gelang der entscheidende Schuss auf das Vereinslogo. Am Nachmittag gingen dann im Wettschießen der Vorstände der Junggesellen aus Ahrweiler und Lantershofen die Gäste nach einem Volltreffer von Christopher Eudenbach als Sieger hervor.

Benedikt Fabritius stiftet neues Königsschild


Das gestiftete Königsschild von Benedikt Fabritius. Foto: Robin Grießel

Alljährlich wird das Lantershofener Schützenfest mit dem Abschiedsabend der scheidenden Majestät eingeleitet. So war es Noch-Schützenkönig Benedikt Fabritius eine große Ehre am Freitag vor Schützenfest seinen Dankes- & Abschiedsabend auszurichten. Neben den Danksagungen und der Überrreichung von Geschenken seitens der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft "St. Lambertus" Lantershofen war die Stiftung des Königsschildes durch Benedikt Fabritius einer der Höhepunkte des Abends.

Das gestiftete Königsschild entspricht in der Form einem Tischtennisschlägers. Dies ist ein Symbol für das mit Engagement und Leidenschaft ausgeübte Hobby von Benedikt Fabritius.

Das Schlägerblatt ist in vier Bereiche unterteilt: Oben Links wurde "Benedikt Fabritius König der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft "St. Lambertus Lantershofen" eingraviert. Rechts davon ist das Jahr 2017, das Königsjahr von Fabritius, verewigt. Darunter kann man zwei gekreuzte Tambourstäbe erkennen. Der erste erinnert an sein Vorstandsamt als Tambourmajor, der zweite daran, dass er nach seinem Onkel Stefan Fabritius (König von 1994) der zweite in der Familie ist, der das Amt des Tambourmajors ausübt. Dem Tambourcorps war er jedoch auch schon vor seiner Zeit als Tambourmajor angehörig und so symbolisiert die Spielmannsflöte seine Anfänge als Flötist.

Im Unteren linken Viertel des Schlägerblattes kreuzen sich die Tragfahne und die Schwenkfahne der Gesellschaft über dem Königsvogel. Dargestellt ist also das erstmalige Brüderduell vom vergangen Schützenfest. Die Schwenkfahne steht für seinen Bruder Markus, aktueller Schwenkfähnrich, und die Tragfahne für ihn selbst, ehemaliger Tragfähnrich. Damit möchte Fabritius sich in ganz besonderer Weise bei seinem Bruder für den äußerst fairen und sehr emotionalen Zweikampf bedanken. Im unteren rechten Teil des Schildes kann man eine Abbildung seines Elternhauses erkennen, welches für die tiefe Verbundenheit zu seinem Heimartort Lantershofen steht. Auch drückt er so seine große Dankbarkeit für die Unterstützung seiner Eltern aus.

Am Griff kann man das Symbol eines Blitzes erkennen, dies steht für seinen Beruf als Elektroniker für Betriebstechnik. Auf der Rückseite dankt Fabritius durch eine Gravur seinen beiden Begleitern Robin Grießel und Matthias Schäfer für die Unterstützung in seinem Königsjahr und bedankte sich bei der Übergabe bei der Goldschmiede Münch für die gelungene Umsetzung des Königsschildes.

Am Sonntag ist es dann soweit und der Nachfolger von Benedikt Fabritius kann in einem fairen Wettkampf ermittelt werden.

Schützenfest ist Auftakt zur Kirmes


Für König Benedikt Fabritius wird am nächsten Sonntag auf dem Schießplatz an der Lambertushütte ein Nachfolger gesucht, der zur Kirmes die Junggesellen-Schützengesellschaft anführt. Foto und Bildunterschrift: Thomas Schaaf.

Nachfolger von König Benedikt Fabritius gesucht 

In Lantershofen stehen die Höhepunkte des jährlichen Festkalenders an, wenn die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft am zweiten und dritten September-Wochenende zu den Kirmesfeierlichkeiten bittet. Diese werden am Sonntag, 9. September, mit dem Schützenfest eröffnet, nachdem sich der amtierende Schützenkönig Benedikt Fabritius zwei Tage zuvor in einem internen Festabend von seinem Amt verabschiedet hat. Das Schützenfest findet an der Lambertushütte statt, wo sich der Schießstand der Lantershofener Junggesellen befindet. Der Tag der Schützen beginnt um 11 Uhr mit dem Wettschießen der Ortsvereine. Am Nachmittag wird der amtierende Schützenkönig Benedikt Fabritius ein letztes Mal von der Gesellschaft durch den Ort zum Schießpatz in der Lambertusstraße geleitet. Dort findet ab 15 Uhr das „Sauschießen“ der beiden Vorstände der Junggesellen-Schützen-Gesellschaften aus Lantershofen und Ahrweiler statt. Im Anschluss daran steht es beim Preisvogelschießen jedermann frei, selbst sein Glück zu versuchen. Den Höhepunkt des Tages bildet das Königsvogelschießen ab 19 Uhr, aus dem der neue König hervorgeht, der im Anschluss in der Lambertushütte proklamiert und mit einem Fackelzug durch das Dorf geleitet wird. Am Abend feiern dann die Junggesellen beim internen Königsabend ihre neue Majestät.

Neue Bilder für das Archiv


Waltraud Fuchs gibt Erläuterungen zu den Fotos aus dem Album von Richard Fuchs. Foto: Thomas Schaaf.

Nachschub für sein umfangreiches Archiv von Lantershofener Bildern erhielt Fotograf und Geschichtsfreund Thomas Schaaf in diesen Tagen von Waltraud Fuchs aus der Karweiler Straße. Sie hatte auf seine Bitte hin die sorgsam geführten Fotoalben ihres verstorbenen Mannes Richard Fuchs, der im Jahr 1961 Schützenkönig der Junggesellen-Schützengesellschaft St. Lambertus Lantershofen und 1986 Silberjubilar der Gesellschaft war, zum Abfotografieren zur Verfügung gestellt. Schaaf freute sich über den großen Zuwachs an Bildern vorwiegend aus den sechziger Jahren und bedankte sich herzlich bei Waltraud Fuchs. Nicht nur Kirmesbilder, sondern auch solche aus dem sonstigen Dorfleben waren darunter. Eine Bereicherung für das Archiv.