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Gelebte Tradition seit 1928


Nach 90 Jahren ist die Lantershofener Kirmes immer noch hochaktuell

In Lantershofen wurde Lambertus-Kirmes gefeiert, in Verbindung mit dem Schützenfest gleich zwölf Tage lang. Eine Fülle öffentlicher und interner Termine und Festivitäten prägten das Fest, bei dem sich die Lantershofener so gerne selber zu feiern und zu inszenieren wissen. Wenn ihnen aber der Blick von außen bestätigt, dass ihr Treiben etwas ganz Besonderes ist, können sie sich umso mehr bestätigt fühlen. So geschehen am Montagmorgen: Landrat Jürgen Pföhler hatte seinen Beigeordneten Friedhelm Münch geschickt. Der Löhndorfer ist als Hüter örtlicher Traditionen bekannt und ließ sich vom Lantershofener Kirmesvirus anstecken. Im Winzerverein, wo zum internen Festkommers rund 250 Bürger, Junggesellen und Ehrengäste zusammenkamen, blühte er so richtig auf. „Hier passiert etwas, was in unserem Kreis, der vielerorts zur Schlafstätte geworden ist, nur noch selten passiert. Hier gibt es noch wertvolle Menschen, die am Dorfleben mitwirken, die Junggesellen-Schützen prägen den Ort in herausragender Form. Ohne Ihre Kirmes wäre Lantershofen ein ganzes Stück ärmer.“ Worte, die der Festversammlung runtergingen, wie Öl.

Sonntags mit dem Hochamt beginnt die Lambertuskirmes. Die Zelebranten sind (v.l.) Spiritual Prof. Dr. Josef Freitag, Regens Dr. Volker Malburg, Subregens Philip Peters und Pastor Norbert Klaes. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Ehrung der Gefallenen und Verstorbenen und Kranzniederlegung vor den Gedenktafeln für die Kriegs- und Zivilopfer der Weltkriege im Eingang der Lambertuskirche. 2. Offizier Andreas Franzen (l.) und 1. Offizier Tim Ley tragen den Kranz.

Überhaupt war der Festkommers weniger von Traditions-Phrasen, als von deutlichen Worten geprägt. Regens Volker Malburg vom Studienhaus St. Lambert entschuldigte sich dafür, die Festversammlung bei der morgendlichen Messe in zu viel Weihrauch gehüllt zu haben und suchte danach die Verbindung zwischen der Schwenkfahne der Junggesellen und der Dorfgemeinschaft. Malburg sprach vom Schwung, den es braucht, aber auch vom Augenmaß und von der Verantwortung der Fähnriche und denen, die die Fäden im Ort in der Hand halten. Die gelte es auch für die Zukunft zu finden, forderte der Hauptmann und Vorsitzende der veranstaltenden Junggesellen-Schützen, Johannes Schütz, die Festkommersgäste zur aktiven Mitgliederwerbung für die Junggesellen in ihren Familien auf.  Während Ortsvorsteher Leo Mattuscheck auf die anstehenden Feiern „1000 Lantesche Jahre“ mit einem bunten Veranstaltungsreigen hinwies, betonte der Grafschafter Bürgermeister Achim Juchem den Zusammenhalt, der den Ort präge: „Hier gibt es mehr Vereinsmitgliedschaften, als Einwohner.“ Der Festkommers war mehr denn je aber auch ein Rückblick auf die Traditionen der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus.“ Unter der Leitung des Hauptmanns‘ Großvater, Eduard Schütz, waren diese vor 90 Jahren ins Leben gerufen worden. Erich Althammer, der mit der Bürgervereinigung den Nachfolgern der ehemaligen Junggesellen vorsteht, verlas einen Aufruf von  Eduard Schütz aus dem Jahr 1951, im dem es um die Unterstützung der Junggesellen mit fünf Mark pro Unterzeichner ging. Er versprach die fortdauernde finanzielle Unterstützung der Junggesellen durch die Bürgervereinigung. Immerhin beschert das Fest den Junggesellen doch alljährlich ein finanzielles Minus von rund 6.000 Euro.

Den Festkommers im NEUEN Winzerverein eröffnet der Hauptmann der Junggesellen-Schützengesellschaft Johannes Schütz im Beisein von König Matthias Schopp und seines Vaters Eugen Schopp.
Peter-Josef Schütz (l.), der Hauptmann der Gesellschaft vor 30 Jahren, stiftet der Gesellschaft eine Kette für den Hauptmannsorden, auf der die Namen und Amtszeiten aller Hauptleute eingraviert sind. 1. Offizier Tim Ley präsentiert sie auf samtenem Tuch König Matthias Schopp (r.), Hauptmann Johannes Schütz (2.v.r.) und der Festgesellschaft.

Grußworte und Gratulationen waren zudem von den Vertretern der drei Ahrweiler Schützengesellschaften zu hören, musikalisch brachten das Junggesellen-eigene Tambourcorps und die Fanfarenbläser ihre Gratulationen an Schützenkönig Matthias Schopp und Silberjubilar Lothar Krämer zum Ausdruck. Schwenkfähnrich Markus Fabritius erhielt ebenso Ovationen, wie das Colonia Blasorchester, das musikalisch buchstäblich „auf jeden Pott einen Deckel“ hatte.

Im Rahmen des Festkommerses am Montag fanden zahlreiche Ehrungen statt. So gratulierte Hauptmann Johannes Schütz den Königsjubilaren Thomas Hergarten (König vor zehn Jahren), Karl-Heinz Schweinheim (20), Lothar Krämer (25), Helmut Kuttig (30) und Thomas Schaaf (40). Die aktuelle Majestät Matthias Schopp und Silberjubilar Lothar Krämer wurden mit Ehrenplaketten ausgezeichnet. Mati Jüris erhielt eine Urkunde für die 50-jährige Wiederkehr seiner Wahl zum Hauptmann, auch Michael Huff, der vor 25 Jahren Hauptmann wurde, erhielt eine solche Auszeichnung. Peter-Josef Schütz, Hauptmann vor 30 Jahren, stiftete der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft eine Kette für den Hauptmannsorden, auf die Namen und Amtszeiten aller bisherigen Hauptleute graviert wurden.

Geehrt wurden auf dem Festkommers (v.l.) König Matthias Schopp, Thomas Schaaf (40 Jahre), Helmut Kuttig (30), Karl-Heinz Schweinheim (20), Thomas Hergarten (10), Lothar Krämer (25). Hauptmann Johannes Schütz flankiert die Jubilare mit der neuen Kette für den Hauptmannsorden. Foto: Manfred Dünker.
Viel Silber und Gold auf froher Brust bei der Parade am Montag (v.l.): Matthias Schopp, Lothar Krämer, Lars Angsten, Peter Diewald, Jürgen Knieps, Lukas Knieps und Johannes Schütz.

Der Festkommers war nicht öffentlich, aber an den Nachmittagen verfolgten im Ort viele Zuschauer die Stechschritt-Paraden der Lantershofener Junggesellen-Schützen. Das Kirmeswochenende begann offiziell am Sonntagmorgen mit dem Hochamt, bei dem die Lantershofener Chöre die Lambertus-Messe sangen. Am Mittag zogen Junggesellen mitsamt Spielmannszug und Blasorchester auf, um die Majestäten zur feierlichen Festandacht in die Lambertus-Kirche zu geleiten. Vor der Kirche präsentierte sich die Gesellschaft dann dem Publikum. Die Fanfarenbläser traten auf, Fähnrich Fabritius schwenkte die Fahne zu Ehren der Majestäten. Schließlich paradierte die komplette Gesellschaft vor Hunderten von Schaulustigen drei Mal im Stechschritt an den Königen vorbei. Dem anschließenden großen Festzug folgte am Abend im voll besetzten Saal des Winzervereins der  Kirmesball mit der Band „De Fruende.“

Das Tambourcorps war früh am Montagmorgen auf den Beinen, um die Bevölkerung zu wecken. Dem Festgottesdienst folgte der Festkommers, ehe die Gesellschaft am Nachmittag erneut zu Fändelschwenken und Parade antrat. Am Abend fand schließlich der Königsball im Saal statt. Mit einem Trinkzug als Dank der Bevölkerung an die Junggesellen und einer Tanzveranstaltung endete am Dienstag die Lantershofener Lambertus-Kirmes.

Paraden und Bälle zur Lambertus-Kirmes


Kirmessonntag im Jahr 2003: Mario Fuchs (2.v.l.) ist Schützenkönig mit seinen Begleitern Jörg Bender (l.) und Tibor Bender (2.v.r.). Thomas Schaaf ist Silberjubilar mit seinen Begleitern Willi Bach und Karl-Josef Scholl (hinter den Majestäten). Angeführt wird die Junggesellen-Schützengesellschaft von Hauptmann Bernd Knieps (r.). Foto: Manfred Dünker.

Traditionsreiches Patronatsfest beginnt offiziell am Sonntag

Zu Ehren des heiligen Lambertus, des Schutzpatrons der Lantershofener Kirche, findet alljährlich am dritten Septemberwochenende die traditionelle Kirmes als Höhepunkt der Feierlichkeiten in Lantershofen statt. Die Kirmes ist dank Schaustellern ein Fest für Menschen jeden Alters. Offizieller Start ist dabei am kommenden Sonntag, 16. September mit dem Festhochamt. Gefeiert wird dann bis Dienstag.

Zur lockeren Einstimmung auf die Kirmes wird dem neuen Schützenkönig aber schon am Samstag, 15. September, vom Tambourcorps ein Ständchen dargeboten und anschließend im Lantershofener Winzerverein ein geselliger Abend, für jedermann zugänglich, verbracht. Es folgen Tage mit üppigem Programm. Am Kirmessonntag wird zunächst ab 9:30 Uhr das Festhochamt gefeiert. Mittags öffnen die Schausteller rund um den Winzerverein ihre Geschäfte. Dafür wird die Winzerstraße von Freitag bis einschließlich Dienstag für den Durchgangsverkehr gesperrt. Am Sonntag findet dann um 15:30 Uhr die Festandacht in der Lambertuskirche statt, an die sich nahe der Kirche ein Platzkonzert mit Fähndelschwenken, Stechschritt-Paraden und einem anschließenden Festzug durch den Ort anschließt. Um 20 Uhr beginnt im Saal des Winzervereins der Kirmesball, zu dem in diesem Jahr die Band „De Fruende“ aufspielt. Hier machen die Veranstalter gerne deutlich, dass die Tanzveranstaltungen öffentlich und für jedermann zugänglich sind. Im Rahmen der Kirmes findet lediglich der Festkommers am Montagmorgen nur für geladene Gäste statt.

Besagter Kirmesmontag wird in aller Frühe mit dem „Wecken“ durch das Tambourcorps eingeläutet, bevor um 8 Uhr der Festgottesdienst beginnt. Im Anschluss an diesen finden vor der Kirche die Gefallenenehrung sowie ein Platzkonzert und das Fähndelschwenken statt. Der anschließende Festkommers zu Ehren der Majestät ist Junggesellen, Brötchesmädche und Mitgliedern der Bürgervereinigung sowie Ehrengästen vorbehalten. Das Kirmestreiben der Schausteller beginnt wie am Vortag um die Mittagszeit. Am Nachmittag gegen 16:30 Uhr sind dann nahe der Lambertuskirche erneut die Stechschrittparade samt Platzkonzert, Fähndelschwenken und Festzug zu erleben. Zum Abschluss des Tages spielt beim Königsball, zu dem die Gesellschaft uniformiert erscheint, erneut die Tanzband „De Fruende“ um 20 Uhr im Winzerverein auf.

Am Kirmesdienstag beginnt der Trinkzug, bei dem sich die Dorfbevölkerung bei den Junggesellen für die Ausrichtung der Kirmes bedankt, um 14 Uhr und findet sein Ende in den Abendstunden im Saal des Winzervereins. Dort klingt die Lambertuskirmes bei Tanz und Musik aus.

Königsvogel in Lantershofen wehrte sich lange


Nach 226 Schuss stand Matthias Schopp als Schützenkönig fest

Die Lantershofener Junggesellen-Schützen-Gesellschaft “St. Lambertus“ hat einen neuen Schützenkönig. Am Sonntagabend dauerte es jedoch eine ganze Weile, bis der hölzerne Königsvogel von der Stange fiel. Den 226. und letzten Schuss hatte Matthias Schopp abgegeben. Der 26-jährige Bauingenieur setzte sich in einem spannenden Wettstreit gegen Maurice Ley durch und krönte damit seine „Junggesellenlaufbahn“ bei den Lantershofener Schützen.

Vor dem Königsschießen herrschen guter Betrieb und hohe Spannung auf dem Schützenplatz am Ende der Lambertusstraße. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Spannender Wettkampf zwischen den Kandidaten Maurice Ley (links) und Matthias Schopp (rechtes Gewehr). Die Schießoffiziere Stefan Dünker (vorne) und Lars Henscheid (mit Fernglas) überwachen den Schießvorgang.

Um 20:39 stand es endlich fest: Lantershofen wird die Lambertus-Kirmes in der kommenden Woche mit König Matthias an der Spitze feiern. Böllerschüsse verkündeten die frohe Botschaft der Bevölkerung. Auf den Schultern seiner Kameraden wurde der ehemalige Fähnrich der Schwenkfahne in die Lambertushütte getragen, ließ sich auf dem Weg dorthin schon kräftig feiern und bekam dann vom Hauptmann und Vorsitzenden der Gesellschaft zu hören: „Der alte König ist tot, es lebe der neue König.“ Mehr als 300 Festgäste verfolgten das Prozedere und stimmten in Jubel ein. Vorgänger Benedikt Fabritius gab die äußeren Zeichen der Königswürde, Zepter und Königsketten weiter und verabschiedete sich vom Amt des Königs. Derweil nutzte eine große Schar von Gratulanten die Gelegenheit, die neue Majestät zu beglückwünschen. Ortsvorsteher Leo Mattuscheck überbrachte die besten Wünsche des Dorfes und begrüßte die neue Majestät als „König im Jahr des anstehenden Dorfjubiläums“, Erich Althammer gratulierte für die Ortsvereine, Ahrweilers Junggesellen-König Lars Angsten überbrachte die Glückwünsche der Brudergesellschaft aus der Kreisstadt. Brötchesmädche und Junggesellen gratulierten ebenfalls. Im Ort selbst wurde der Schützenkönig am Abend unter Glockengeläut in einem Fackelzug vorgestellt. Noch bis tief in die Nacht feierten die Junggesellen mit ihren ehemaligen Königen und Hauptleuten den nun 82. Schützenkönig der Gesellschaft.

Die Schützenkameraden Julian Schmitz (links) und Markus Fabritius tragen den neuen König Matthias Schopp zur Proklamation in die Lambertushütte.
Mit dem neuen Schützenkönig Matthias Schopp freuen sich Hauptmann Johannes Schütz (links) und Ex-Majestät Benedikt Fabritius.

Schon am Morgen des Schützenfesttages hatten sich die Vertreter von 14 Ortsvereinen zum Wettschießen um den Lambertus-Pokal versammelt, aus dem die Motorradfreunde als Sieger hervor gingen. Kathleen Mühle gelang der entscheidende Schuss auf das Vereinslogo. Am Nachmittag gingen dann im Wettschießen der Vorstände der Junggesellen aus Ahrweiler und Lantershofen die Gäste nach einem Volltreffer von Christopher Eudenbach als Sieger hervor.

Benedikt Fabritius stiftet neues Königsschild


Das gestiftete Königsschild von Benedikt Fabritius. Foto: Robin Grießel

Alljährlich wird das Lantershofener Schützenfest mit dem Abschiedsabend der scheidenden Majestät eingeleitet. So war es Noch-Schützenkönig Benedikt Fabritius eine große Ehre am Freitag vor Schützenfest seinen Dankes- & Abschiedsabend auszurichten. Neben den Danksagungen und der Überrreichung von Geschenken seitens der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft "St. Lambertus" Lantershofen war die Stiftung des Königsschildes durch Benedikt Fabritius einer der Höhepunkte des Abends.

Das gestiftete Königsschild entspricht in der Form einem Tischtennisschlägers. Dies ist ein Symbol für das mit Engagement und Leidenschaft ausgeübte Hobby von Benedikt Fabritius.

Das Schlägerblatt ist in vier Bereiche unterteilt: Oben Links wurde "Benedikt Fabritius König der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft "St. Lambertus Lantershofen" eingraviert. Rechts davon ist das Jahr 2017, das Königsjahr von Fabritius, verewigt. Darunter kann man zwei gekreuzte Tambourstäbe erkennen. Der erste erinnert an sein Vorstandsamt als Tambourmajor, der zweite daran, dass er nach seinem Onkel Stefan Fabritius (König von 1994) der zweite in der Familie ist, der das Amt des Tambourmajors ausübt. Dem Tambourcorps war er jedoch auch schon vor seiner Zeit als Tambourmajor angehörig und so symbolisiert die Spielmannsflöte seine Anfänge als Flötist.

Im Unteren linken Viertel des Schlägerblattes kreuzen sich die Tragfahne und die Schwenkfahne der Gesellschaft über dem Königsvogel. Dargestellt ist also das erstmalige Brüderduell vom vergangen Schützenfest. Die Schwenkfahne steht für seinen Bruder Markus, aktueller Schwenkfähnrich, und die Tragfahne für ihn selbst, ehemaliger Tragfähnrich. Damit möchte Fabritius sich in ganz besonderer Weise bei seinem Bruder für den äußerst fairen und sehr emotionalen Zweikampf bedanken. Im unteren rechten Teil des Schildes kann man eine Abbildung seines Elternhauses erkennen, welches für die tiefe Verbundenheit zu seinem Heimartort Lantershofen steht. Auch drückt er so seine große Dankbarkeit für die Unterstützung seiner Eltern aus.

Am Griff kann man das Symbol eines Blitzes erkennen, dies steht für seinen Beruf als Elektroniker für Betriebstechnik. Auf der Rückseite dankt Fabritius durch eine Gravur seinen beiden Begleitern Robin Grießel und Matthias Schäfer für die Unterstützung in seinem Königsjahr und bedankte sich bei der Übergabe bei der Goldschmiede Münch für die gelungene Umsetzung des Königsschildes.

Am Sonntag ist es dann soweit und der Nachfolger von Benedikt Fabritius kann in einem fairen Wettkampf ermittelt werden.

Schützenfest ist Auftakt zur Kirmes


Für König Benedikt Fabritius wird am nächsten Sonntag auf dem Schießplatz an der Lambertushütte ein Nachfolger gesucht, der zur Kirmes die Junggesellen-Schützengesellschaft anführt. Foto und Bildunterschrift: Thomas Schaaf.

Nachfolger von König Benedikt Fabritius gesucht 

In Lantershofen stehen die Höhepunkte des jährlichen Festkalenders an, wenn die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft am zweiten und dritten September-Wochenende zu den Kirmesfeierlichkeiten bittet. Diese werden am Sonntag, 9. September, mit dem Schützenfest eröffnet, nachdem sich der amtierende Schützenkönig Benedikt Fabritius zwei Tage zuvor in einem internen Festabend von seinem Amt verabschiedet hat. Das Schützenfest findet an der Lambertushütte statt, wo sich der Schießstand der Lantershofener Junggesellen befindet. Der Tag der Schützen beginnt um 11 Uhr mit dem Wettschießen der Ortsvereine. Am Nachmittag wird der amtierende Schützenkönig Benedikt Fabritius ein letztes Mal von der Gesellschaft durch den Ort zum Schießpatz in der Lambertusstraße geleitet. Dort findet ab 15 Uhr das „Sauschießen“ der beiden Vorstände der Junggesellen-Schützen-Gesellschaften aus Lantershofen und Ahrweiler statt. Im Anschluss daran steht es beim Preisvogelschießen jedermann frei, selbst sein Glück zu versuchen. Den Höhepunkt des Tages bildet das Königsvogelschießen ab 19 Uhr, aus dem der neue König hervorgeht, der im Anschluss in der Lambertushütte proklamiert und mit einem Fackelzug durch das Dorf geleitet wird. Am Abend feiern dann die Junggesellen beim internen Königsabend ihre neue Majestät.

Neue Bilder für das Archiv


Waltraud Fuchs gibt Erläuterungen zu den Fotos aus dem Album von Richard Fuchs. Foto: Thomas Schaaf.

Nachschub für sein umfangreiches Archiv von Lantershofener Bildern erhielt Fotograf und Geschichtsfreund Thomas Schaaf in diesen Tagen von Waltraud Fuchs aus der Karweiler Straße. Sie hatte auf seine Bitte hin die sorgsam geführten Fotoalben ihres verstorbenen Mannes Richard Fuchs, der im Jahr 1961 Schützenkönig der Junggesellen-Schützengesellschaft St. Lambertus Lantershofen und 1986 Silberjubilar der Gesellschaft war, zum Abfotografieren zur Verfügung gestellt. Schaaf freute sich über den großen Zuwachs an Bildern vorwiegend aus den sechziger Jahren und bedankte sich herzlich bei Waltraud Fuchs. Nicht nur Kirmesbilder, sondern auch solche aus dem sonstigen Dorfleben waren darunter. Eine Bereicherung für das Archiv.

Kult-Spezialität präsentiert von Junggesellen und Brötchesmädchen 


Seit der sogenannten napoleonischen Zeit, als man in hiesigen Gefilden den Obstanbau propagierte, finden sich rund um Lantershofen zahlreiche Obstbäume, von denen überwiegend Birnen geerntet wurden. Ob auf Wiesen, Feldfluren oder in Gärten - nahezu überall waren Obst und Birnen präsent. Dies ist in Lantershofen, wenn auch in zumeist anderer Form, bis heute der Fall. Hier sei beispielsweise der Birnensortengarten am Birnenrundwanderweg oder die landwirtschaftlichen Obstplantagen außerhalb des Dorfes genannt. In früheren Zeiten verarbeitete man den oftmals reichhaltigen Obstertrag nicht nur in der Küche, sondern auch in den Lantershofener Brennereien und für das kultige „Lantesche Birnen-Nationalgebäck": Den Maubich.

Schützenkönig Benedikt Fabritius freut sich über den leckeren Maubichkuchen, den die Brötchesmädchen an die Gäste des Maubichfestes ausgeben. Fotos in diesem Bericht: Dirk Unschuld.
Gut versorgt konnten sich die Gäste am Imbissstand fühlen, den die Junggesellen-Schützen mit eigenem Personal erfolgreich betreiben konnten.

Das seit Generationen von ganz wenigen Lantershofener Hausfrauen und von der Junggesellen-Schüt- zengesellschaft „St. Lambertus" streng gehütete Rezept reicht in Sachen Geheimhaltung locker an die ominöse Mixtur von „Coca Cola" heran. Nur so viel ist klar: Die notwendigen Birnen werden von den Junggesellen in Eigenregie gesammelt, getrocknet und geviertelt. Hieraus entsteht, versehen mit verschiedenen Gewürzen, eine dunkle Fruchtmasse, die sich in Verbindung mit einem Hefeteigboden zum Maubichkuchen vereint. Da heute keines der historischen Lantershofener-Backhäuser („Backes") mehr existiert, werden die Kuchen bei Bäckermeister Eberhard Valder im Nachbarort Karweiler ausgebacken. Um eben jenen Maubich gebührend zu zelebrieren, veranstalten die Lantershofener Junggesellen seit fast einem halben Jahrhundert das Maubichfest. 

Eigentlich rund um den Winzerverein stattfindend, war jetzt zum zweiten Mal die mitten im Dorf gelegene alte Schule Schauplatz des Traditionsfestes. Im vergangenen Jahr war man wegen der Renovierungsarbeiten am Winzerverein an die alte Schule „umgezogen". Das kam bei den Gästen bestens an und so fiel den Junggesellen die Entscheidung, erneut diese „Location" zu nutzen, nicht schwer. Auch im kommenden Jahr soll es, so möglich, den Maubich wieder an der alten Schule geben. Kein Wunder, hat doch der dortige „Biergarten" seinen ganz eigenen, urigen Charme. Los ging das Maubichfest Samstagabends mit dem obligatorischen Sibbeschröm-Turnier, das Matthias Schopp für sich entscheiden konnte. Sonntags lockten dann Frühschoppen und herzhafter Mittagstisch mit Spießbraten und Würstchen, bevor um Punkt 14 Uhr endlich der von den Gästen bereits sehnsüchtig erwartete Maubich von den Brötchesmädchen verausgabt wurde. Ob ein Stück direkt vor Ort oder ein ganzes Exemplar für Zuhause - die 85 Maubichkuchen waren innerhalb weniger Minuten restlos ausverkauft. Neben zahlreichen Besuchern aus Lantershofen und den umliegenden Orten fanden auch Wanderer, Radfahrer und die befreundeten Junggesellenvereine aus Oeverich und Ahrweiler den Weg zum Maubichfest. Bei hochsommerlichen Temperaturen waren die verschiedenen Kaltgetränke überaus beliebt. Das galt auch für den passend zur Fußball-Weltmeisterschaft in Russland angebotenen Cocktail „Moscow Mule". Die kleinen Gäste ließen es sich währenddessen auf der großen Hüpfburg gut gehen .Mit gemütlichem Beisammensein und der Übertragung des WM-Finales zwischen Frankreich und Kroatien endete ein erneut erfolgreiches Maubichfest.

80 Kuchen gingen beim Maubichfest über die Theke


Am Maubich scheiden sich die Geister

„Morgen gibt es wieder den Kuchen, der lecker schmeckt oder gar nicht, dazwischen gibt es keine weitere Meinung.“ Ein Gast beim Lantershofener Maubichfest brachte es am Samstagabend auf den Punkt. Denn der Sonntag stand einmal mehr im Zeichen dieses eigentümlichen Gebäcks „Maubich“, eines Hefebodens mit einem dunkelbraunen Belag. Manch einem läuft das Wasser im Munde zusammen, andere mögen die Süßspeise partout nicht. Um das Rezept machen die Lantershofener Junggesellen-Schützen ein großes Geheimnis, es werde nur in ganz wenigen Familien vererbt, sagt der Hauptmann und Vorsitzende Johannes Schütz. Fest steht: im Herbst werden zentnerweise Birnen geerntet, richtig feste Früchte müssen es sein. Die werden in mühevoller Arbeit von den Junggesellen und „Brötchesmädche“ geachtelt, entkernt und gebacken, bis sie zäh wie Leder sind. In Leinensäcken gelagert verbringen sie das nächste gute halbe Jahr auf dunklen Speichern, ehe sie im Juli hervorgeholt und gemahlen werden. Zusammen mit den „geheimen“ Zutaten entsteht der dunkelbraune Belag, den die Junggesellen dann beim Maubichfest ihren Gästen in Kuchenform servieren. Die Kuchenfans am Sonntag stehen Schlange für die eigenwillige Spezialität. Und so waren die 80 Maubichkuchen, die sich in diesem Jahr aus den Birnenstücken ergaben, schnell vergriffen. Neben der Tasse Kaffee empfahlen die Junggesellen einen Birnenbrand oder –likör dazu.

Auch am Sonntag war das Maubichfest gut besucht. Zum zweiten Mal fand es an der Alten Schule unter grünen Bäumen statt. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Der leckere Lantesche Maubich mit seinem Birnenmusbelag. Nicht jedem schmeckt er, manch einer trinkt sich lieber einen Kaffee oder ein Bier mehr oder isst ein Würstchen mit Fritten.

Vor 50 Jahren entstand die Idee des Maubichfestes. Damals wie heute mussten die Junggesellen-Schützen Geld einnehmen, um die kostspielige Lambertus-Kirmes im September finanzieren zu können. Das Maubichfest trägt seitdem einen erheblichen Anteil zur Deckung der Kirmeskosten bei. In den fünf Jahrzehnten ist der Festplatz gewandert, von mindestens fünf verschiedenen Austragungsorten ist die Rede. Vor rund vier Jahrzehnten kam das Maubichfest dann auf dem Gelände des Winzervereins an. Weil dort im letzten Jahr gebaut wurde, zog man auf ein Provisorium, nämlich den Vorplatz der leer stehenden ehemaligen Lantershofener Schule, um. Unter Bäumen entstand ein schattiger Biergarten, das vereinseigene Festzelt passte auch. Gäste und Gastgeber waren begeistert, so dass der alte Schulhof auch in diesem Jahr Austragungsort der Feiern war. Wird die zum Verkauf stehende Schule samt Gelände im kommenden Jahr noch genauso dastehen, könnte das Maubichfest hier abermals stattfinden, viele der Junggesellen sind jedenfalls dieser Meinung.

Am Samstagabend wurde gestartet, im weitläufigen Bereich des Schulhofs fanden sich immer mehr Gäste ein. Toll illuminiert entstand schnell ein richtiges Biergarten-Gefühl, die Gastgeber der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft hatten alle Hände voll zu tun, den vielen Wünschen ihrer Besucher gerecht zu werden. Zwei Dutzend Kartenspielerinnen und –spieler traten im Festzelt zum Sibbeschrööm-Turnier an, den Siegerpokal sicherte sich Matthias Schopp.

Zum Frühschoppen am Sonntag erklangen zünftige Töne, der Spießbraten am Mittag fand viele Abnehmer. Das galt natürlich auch für den Maubich, den die Brötchesmädchen am Nachmittag anboten. Derweil tobten sich die Kinder auf der Hüpfburg oder beim Dosenwerfen aus. Viel Andrang gab es am späten Nachmittag im Festzelt, wo das Finale der Fußball-WM übertragen wurde. Derweil verteidigten die Junggesellen aus Oeverich ihren Vorjahreserfolg beim „Meterpokal“ und ließen sich Bier um Bier schmecken. Abends hieß es dann wieder „Dämmerschoppen“, mit dem das Fest allmählich ausklang.