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vom Verein

Generalversammlung der Lantershofener Junggesellen-Schützen-Gesellschaft


Sechs von neun Vorstandsämtern wurden neu besetzt

Am vergangenen Sonntag, den 30. April 2017, fand die Jahreshauptversammlung der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft "St. Lambertus" Lantershofen statt. Seit jeher steht der Vorabend des Maifeiertags in Lantershofen ganz im Zeichen der Junggesellenschützen. Schon die sogenannten "Maigesetze" von 1835 ordneten für diesen Abend eine Generalversammlung an, in deren Rahmen auch die Aufnahme neuer Mitglieder in die Gesellschaft erfolgen sollte.

Die von Otto Krämer gestiftete Spitze wurde an den Stamm montiert und von den Junggesellen mit rot-weißen Bändern und einer rot-weißen Fahne geschmückt. Bildunterschriften in diesem Artikel: Robin Grießel. Foto: Robin Grießel.
Die sogenannten Micken, welche hier gebunden werden, sind beim Maibaumstellen per Hand unabdinglich. Foto: Robin Grießel.

Eingeläutet wurde das diesjährige lange Maiwochenende bereits am Donnerstag, als die Mitglieder der Lantershofener Junggesellenschützen gemeinsam den über 30 Meter langen Fichtenstamm für den Dorfmaibaum aus dem Wald oberhalb des Dorfes abholten und an den Dorfrand transportierten. Am Samstag erfolgte dann das Aufstellen eben jenes Maibaums auf dem "Frumech", dem Vorplatz der Lantershofener St. Lambertus-Kirche. Bereits seit einigen Jahrzehnten errichten die Lantershofener Schützen den Dorfmaibaum wieder auf traditionelle Art und Weise mit reiner Muskelkraft, ohne die Verwendung technischer Hilfsmittel. Im Anschluss bedankte sich die Bürgervereinigung Lantershofen bei den Junggesellen für deren tatkräftigen Einsatz mit Bier und Fleischwurstbrötchen. Am Sonntag gegen 19 Uhr wurde der Mai dann offiziell bei bestem Wetter durch ein Maiansingen auf dem Frumech begrüßt. Hierzu spielte das Tambourcorps der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft auf und der Männer- und Frauenchor des MGV "Cäcilia" Lantershofen brachte ein gesangliches Ständchen dar. Auch ein Fändelschwenken der Junggesellen gehört traditionell zur Begrüßung des Mai-Monats. Anschließend zogen die Mitglieder der Junggesellenschützen unter klingendem Spiel durch die Straßen des Ortes zur Lambertushütte um ihre Jahreshauptversammlung abzuhalten. Der von der Bürgervereinigung traditionell im Winzerverein Lantershofen veranstaltete öffentliche Tanz in den Mai musste in diesem Jahr leider ausfallen, da dort derzeit durch die Gemeinde umfangreiche Umbau- und Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Da diese aber bis zur Kirmes im September abgeschlossen sein sollen, können im kommenden Jahr sowohl der Tanz in den Mai als auch die Generalversammlung der Junggesellenschützen voraussichtlich wieder im Winzerverein stattfinden.

Viel Muskelkraft ist erforderlich um den Maibaum aufzurichten. Foto: Robin Grießel.
Solange der Maibaum steht ist seine Spitze der momentan höchste Punkt in Lantershofen. Foto: Jan Sommer.

Um 20:32 Uhr eröffnete Junggesellen-Hauptmann Johannes Schütz die Jahreshauptversammlung der Lantershofener Schützen und begrüßte die zahlreich erschienenen Gesellschaftsmitglieder. Man gedachte zunächst gemeinsam in einer Schweigeminute aller im Laufe der Geschichte verstorbenen, gefallenen und vermissten Kameraden. Darauf folgte die Aufnahme neuer Mitglieder in die Gesellschaft. Wieder konnten mit Simon Goldbach und Johannes Münch neue Junggesellen für den Verein gewonnen werden, sodass die stattliche Anzahl von insgesamt mehr als 70 Vereinsmitgliedern weiterhin gehalten wurde. Im Anschluss wurde die Beschlussfähigkeit der Versammlung festgestellt, da mit der Anwesenheit von 48 der 61 aktiven Vereinsmitglieder das von der Satzung geforderte Quorum von 50 % ohne Probleme erreicht war. Schriftführer Marco Böhm und Kassierer Maurice Ley fassten das zurückliegende Vereinsjahr in Form eines Geschäfts- und eines Kassenberichtes nochmals zusammen. Für die Kassenprüfer Christian Dünker und Stefan Dünker sprach letzterer und bescheinigte dem Vorstand eine korrekte Buchführung. Er bestätigte den satzungskonformen und sorgsamen Umgang mit den Mitteln der Gesellschaft und stellte fest, dass die finanzielle Lage des Vereins nach wie vor grundsolide ist. Der von den Kassenprüfern empfohlenen Entlastung des Vorstands entsprach die Mitgliederversammlung einstimmig.

Die Generalversammlung war mit 49 Anwesenden gut besucht. Foto: Benedikt Queckenberg.
Gespannt lauschen die Mitglieder den Zahlen im Kassenbericht von Kassierer Maurice Ley. Foto: Benedikt Queckenberg.

Wichtigster Tagesordnungspunkt war die anschließende Neuwahl des Vorstands. Der neue Vorstand der Gesellschaft setzt sich wie folgt zusammen:

  • König (geborenes Mitglied): Robin Grießel
  • Hauptmann: Johannes Schütz
  • 1. Offizier: Justin Waldecker
  • 2. Offizier: Christian Herz
  • Fähnrich der Tragfahne: Maurice Ley
  • Fähnrich der Schwenkfahne: Markus Fabritius
  • Tambourmajor: Nils Henscheid
  • Schriftführer: Tim Ley
  • Kassierer: Clemens Queckenberg

Die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft "St. Lambertus" Lantershofen startet somit mit einem deutlich verjüngten Vorstand in das neue Geschäftsjahr. Allen aus dem Vorstand ausgeschiedenen Vereinsmitgliedern wurde für ihre bisherige Arbeit herzlich gedankt.

Nach der Entlastung des Vorstands leitet die Majestät Robin Grießel die Neuwahl des Hauptmanns. Foto: Benedikt Queckenberg.
Der neue Vorstand (v.l.n.r.): Tambourmajor Nils Henscheid, Schwenkfähnrich Markus Fabritius, 1. Offizier Justin Waldecker, Tragfähnrich Maurice Ley, König Robin Grießel, Schriftführer Tim Ley, Hauptmann Johannes Schütz, Kassierer Clemens Queckenberg und 2. Offizier Christian Herz. Foto: Marco Böhm.

Neben den Vorstandsposten wählte die Gesellschaft auch die Ämter der Fahnenbegleiter und der Kassenprüfer neu. Zu Begleitern der Tragfahne wurden der ehemalige Fähnrich der Schwenkfahne Matthias Schopp und der neugewählte Kassierer Clemens Queckenberg gewählt. Die Begleitung der Schwenkfahne übernehmen im kommenden Geschäftsjahr Severin Bender und Joel Waldecker. Als Kassenprüfer bestimmten die Vereinsmitglieder den ehemaligen 1. Offizier und Fähnrich der Tragfahne Stefan Dünker sowie Matthias Schopp. Diese hatten sich in geheimer Abstimmung gegen den ehemaligen Fähnrich der Tragfahne und Tambourmajor Benedikt Fabritius sowie Adrian Seitz durchgesetzt.

Unter dem Tagesordnungspunkt "Sonstiges" wurden abschließend eine Reihe vereinsinterner Angelegenheiten diskutiert und Anliegen von Seiten der Mitglieder an den neuen Vorstand herangetragen. Nach dem gemeinsamen Singen der Vereinshymne "Kommt alle froh zu ehren" entließ Hauptmann Johannes Schütz die Vereinsmitglieder um 23:00 Uhr nach einer zwar turbulenten, in Anbetracht der zahlreichen Ämterneubesetzungen jedoch sehr zügig verlaufenen Generalversammlung in die Mainacht.

Maibäume in Lantershofen


Dem Baum-Aufstellen folgte die Musik


Tambour-Corps und Chöre sorgten für beste Frühlingsstimmung

Nur wenige Stunden nachdem die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“ den Lantershofener Maibaum neben der St. Lambertus Kirche aufgestellt hatte, folgte das traditionelle Mai-Ansingen- und Anspielen bei bestem Wetter. Mit dem Tambourcorps der Junggesellen-Schützen startete das frühlingshafte Musikprogramm. So brachte man nicht nur den schon bereitstehenden Sägerinnen und Sägern, sondern auch Schützenkönig Robin Grießel, Schützen-Hauptmann Johannes Schütz und den vielen Zuschauern ein meisterliches Ständchen zu Gehör

Es folgten die Lantershofener Chöre unter dem Dirigat von Rolf-Dieter Schmitz, die mit Stücken wie „Der Frühling ist gekommen“, „Finkenwalzer“ oder „Sonne im Mai“ das Publikum begeisterte, zumal Rolf-Dieter Schmitz manche Lieder gekonnt mit dem Akkordeon begleitete. Da die Musikfreunde Lantershofen in diesem Jahr über das „Maiwochenende“ eine Orchesterfahrt in den Schwarzwald zu der befreundeten Orchestervereinigung Calmbach unternahmen, die ihr 125-jähriges Jubiläum feierte, konnten die Musikfreunde nicht wie sonst üblich das Mai-Ansingen- und Anspielen musikalisch bereichern.

Allerdings gab es an diesem Abend neben dem Genuss für die Ohren auch noch einen Augenschmaus geboten: Schwenkfähnrich Matthias Schopp zeigte mit artistischen Sprüngen und Würfen sein exzellentes Können an der erst kürzlich angeschafften, neuen Schwenkfahne. Die Sängerinnen und Sänger der Chöre setzten den Abend mit einem gemütlichen Beisammensein in der „Kleinen Kneipe“ der „Burg“ fort. Für die Junggesellen war es der Auftakt einer langen Mainacht, inklusive der alljährlichen Generalversammlung in der Lambertus-Hütte.

Dorfmaibaum wird erst am 29. April gestellt!


Im "Lantershofener" steht zu lesen, dass der Dorfmaibaum unter Regie der Junggesellenschützen am Samstag, den 22. April, gestellt wird. Diese Info ist falsch, der Dorfmaibaum wird erst eine Woche später, also am Samstag, den 29. April gestellt. Wir bitten alle Zuschauer und Helfer dies zu beachten.

Fahnen der Lantershofener Junggesellenschützen erneuert


Notwendige Arbeiten durch großzügige Spenden ermöglicht

Am vergangenen Freitag, den 17.03.2017, hatte die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft "St. Lambertus" Lantershofen eine Reihe von Gästen zu einer Messe in der Hauskapelle des Studienhauses St. Lambert auf Burg Lantershofen geladen. Anlass war die Einsegnung der neu angeschafften Schwenkfahne der Schützengesellschaft. Die Messe wurde vom Regens des Studienhauses, Dr. Volker Malburg, zelebriert und von den Junggesellenschützen mitgestaltet. Neben den Lantershofener Junggesellenschützen und dem Tambourcorps wohnten der Einsegnungsmesse viele der ehemaligen Hauptleute und Schwenkfähnriche der Gesellschaft bei. Zu den Gästen zählten auch der Lantershofener Ortsvorsteher, Leo Mattuscheck, und der Landtagsabgeordnete des Wahlkreises Bad Neuenahr-Ahrweiler, Horst Gies sowie die privaten Spender. Der Brauch, neue Fahnen im Rahmen einer Messe einsegnen zu lassen, ist bereits seit dem 10. Jahrhundert nachweisbar und heute noch vor allem in den katholischen Gebieten bei Traditionsvereinen weit verbreitet. Im Anschluss an die Messe luden die Schützen noch zu einem kleinen Sektempfang in die an diesem Abend von einigen "Brötchesmädche" bewirtete Burgkneipe ein, auf deren Vorplatz auch das "Einschwenken" der neuen Fahne durch Fähnrich Matthias Schopp erfolgte.

Neben der Erneuerung der Schwenkfahne hat die Lantershofener Junggesellen-Schützen-Gesellschaft im vergangenen Jahr zudem die grundlegende Restaurierung ihrer Tragfahne durchführen lassen. Beide Maßnahmen waren nur durch die großzügige Unterstützung durch mehrere Spender und Förderer möglich

Regens Dr. Volker Malburg segnet im Beisein von König Robin Grießel, Hauptmann Johannes Schütz und Schwenkfähnrich Matthias Schopp die neue Schwenkfahne. Bildunterschriften in diesem Bericht: Robin Grießel. Foto: Dirk Unschuld
Die Mitglieder des Vorstandes König Robin Grießel, Schwenkfähnrich Matthias Schopp, Kassierer Maurice Ley, Tambourmajor Nils Henscheid, Schriftführer Marco Böhm und Hauptmann Johannes Schütz präsentieren stolz die frisch gesegnete Schwenkfahne. Foto: Dirk Unschuld

Die Spender:

Die Kosten für die Anschaffung der neuen Schwenkfahne und die Restaurierung der Tragfahne beliefen sich gemeinsam auf rund 6000 €. Ein Drittel des Betrags wurde von der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft aus eigenen Mitteln aufgebracht. Zuschüsse zu den Kosten gewährten die Gemeinde Grafschaft und der Kreis Ahrweiler. Gedeckt werden konnten die Kosten jedoch erst durch die großzügigen Spenden der Raiffeisenbank Voreifel eG und der Kreissparkasse Ahrweiler, der Eheleute Wilfried und Johanna Huff sowie von Sven Krämer. Zudem führte die Schreinerei Hoppe aus Ahrweiler die Neulackierung des Tragfahnenstockes kostenlos durch.

Die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft "St. Lambertus" Lantershofen spricht allen Spendern und Förderern ihren herzlichen Dank dafür aus, dass sie den Erhalt und die Erneuerung dieser für die Dorfgemeinschaft und die Junggesellenschützen so wichtigen und symbolträchtigen Stücke ermöglicht haben.

Die Fahnen der Lantershofener Junggesellenschützen:

Die neue Schwenkfahne ist die vierte Schwenkfahne der Gesellschaft und entspricht motivisch weitestgehend ihren beiden Vorgängern aus den Jahren 1957 und 1987. Sie trägt kreisförmig den Schriftzug "Junggesellen-Schützen Lantershofen" und dazwischen die Jahreszahlen 1835, das Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung des Junggesellenvereins Lantershoven, und 2016 als Stiftungsjahr. Ihr Zentralmotiv ist eine Ährengarbe mit davor gekreuzter Sense und Rechen - heraldische Symbole für die landwirtschaftliche Tradition Lantershofens - gebunden mit einem Band in grün-weiß, den Farben der Schützengesellschaft. Eine darunterliegende Weinranke symbolisiert die historische Bedeutung des Weinbaus in Lantershofen. In den vier Ecken der Schwenkfahne finden sich als Symbole zwei für das Schützenwesen stehende Zielscheiben mit dahinter gekreuzten Gewehren und zweimal ein dreiblättriges Eichenlaub als heraldisches Symbol der Treue und der Vaterlandsliebe.

Die restaurierte Tragfahne ist die zweite Tragfahne der Gesellschaft. Sie wurde 1967 gestiftet und ersetzte eine Vorgängerfahne aus dem Jahr 1879. Die aktuelle Tragfahne zeigt auf ihrer Vorderseite, die mit grünem Samt besetzt ist, als Hauptmotiv den Heiligen Lambert von Lüttich mit Bischofsstab, Bibel, Mitra und Nimbus. Links des Hauptmotivs findet sich der Schriftzug: "Junggesellen-Schützengesellschaft St + Lambertus" und darunter die Abbildung einer Armbrust als Symbol für das Schützenwesen. Rechts des Hauptmotivs befindet sich der Schriftzug: "Lantershofen 1492-1967". Die beiden Jahreszahlen stehen für das Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung eines Lantershofener Schützenwesens und das Stiftungsjahr. Über diesem Schriftzug findet sich die Abbildung eines Kreuzes als Bezug zur christlichen Tradition der Lantershofener Schützen. Zentrales Motiv der Fahnenrückseite aus weißem Tuch ist das Wappen der Grafen von Blankart, welche zwischen Spätmittelalter und Früher Neuzeit mit Burg Lantershofen einen Adelssitz im Ort unterhielten. In einem kreisförmigen Schriftzug um das Wappen sind die Werte abgebildet, auf welche sich die Gesellschaft beruft: "Religion und Tugend, Arbeitsamkeit und Fleiß, Frohsinn und Scherz, Eintracht und Liebe".

Die kirchliche Seite der Tragfahne zeigt den Schutpatron der JSG, den heiligen Lambert von Lüttich. Foto: Robin Grießel
Auf der weltlichen Seite sind das Wappen der Grafen von Blankhart und die Werte der JSG dargestellt. Foto: Robin Grießel

Die Anschaffung der neuen Schwenkfahne und die Restaurierung der Tragfahne:

Da das Fahnentuch der Schwenkfahne durch das Schwenken einer sehr hohen Materialbelastung ausgesetzt wird, muss es in regelmäßigen Abständen erneuert werden. Das 1987 zuletzt erneuerte Fahnentuch hatte nach beinahe 30 Jahren seine Altersgrenze erreicht, sodass bei einer weiteren Verwendung irreparable Schäden an der Fahne zu befürchten gewesen wären. Deshalb entschied sich der Vorstand der Junggesellen bereits zu Beginn des vorletzten Jahres für eine baldige Neuanschaffung des Schwenkfahnentuches. Auch die Generalversammlung im Mai 2015 befürwortete diese Maßnahme. Im Sommer des gleichen Jahres lud man die ehemaligen Schwenkfähnriche der Gesellschaft aus verschiedenen Generationen zu einer gemeinsamen Beratung darüber ein, worauf bei einer Neuanschaffung besonders zu achten sei. Der Einladung folgten Hermann Mombauer (Fähnrich 1963-66 und 1969-70), Walter Dünker (Fähnrich 1976-80) und Martin Dünker (Fähnrich 2005-2010), die wichtige Anregungen für die weitere Entscheidungsfindung beitragen konnten. Die Auftragserteilung zur Neuanschaffung des Fahnentuchs erfolgte nach Klärung der Finanzierung im Sommer letzten Jahres. Aufgrund von Gesprächen mit dem Fahnenmaler Bernd Klihm aus Bad Honnef, einem der wenigen Anbieter in Deutschland der das Kunsthandwerk der Herstellung hochwertiger Traditionsfahnen noch ausübt, kam der Vorstand der Junggesellenschützen überein, das neue Fahnentuch nicht bedrucken sondern traditionell von Hand bemalen zu lassen. Dieses Verfahren ist zwar deutlich aufwändiger und kostenintensiver, jedoch ist das Ergebnis auch weitaus höherwertiger. Motivische Anpassungen der Fahne wurden nur sehr behutsam vorgenommen. So unterscheiden sich einige Nuancen bei der Farbgebung, insbesondere bei den Jahreszahlen, welche der Farbgebung der übrigen Schriftzüge angepasst wurde, um sie weniger in den Betrachtungsfokus zu stellen. Verändert wurde auch die Anordnung der Weinranken. Umrahmten diese zuvor die Ährengarbe, sind sie nunmehr unterhalb ausgebreitet dargestellt um die im optischen Gesamteindruck störenden Freiflächen unterhalb der Jahreszahlen zu schließen. Beim Material des Fahnentuchs entschied man sich anstelle der bisherigen Schapperipsseide für ein dünneres aber belastbareres und optisch gefälligeres 155g/m²-Polyestergewebe. Auch die neue Fahne erhielt wieder eine Umrandung aus Fransen. Das Annähen der Fransen erfolgte durch die Fahnenwerkstatt des Klosters Nonnenwerth. In Übereinstimmung mit der Empfehlung der ehemaligen Schwenkfähnriche wurden die Fransen gegenüber der Vorgängerfahne deutlich gekürzt. Die Länge der Fransen hat einen großen Einfluss auf die Schwenkbarkeit der Fahne, da sie einen erheblichen Luftwiderstand bieten und mit zunehmender Länge die Fahne beim Schwenken stärker abbremsen, was das Schwenken der alten Fahne sehr kraftraubend machte.

Hier zu sehen ist die digitale Umsetzung der neuen Schwenkfahne. Darstellung: Fahnenmaler Bernd Klihm
Fähnrich Matthias Schopp zeigt, dass sich auch an die neue Fahne bravourös schwenken lässt Foto: Dirk Unschuld

Die Tragfahne der Gesellschaft besteht aus mehreren Schichten unterschiedlicher Materialien, ist aufwendig bestickt und enthält wertvolle Materialien wie eingewirkte Goldfäden und ist damit nochmals deutlich aufwendiger verarbeitet als die Schwenkfahne. Sie ist im Vergleich zur Schwenkfahne niedrigeren Materialbelastungen ausgesetzt. Es ist daher deutlich seltener erforderlich, das Tragfahnentuch - wie zuletzt 1967 - komplett zu ersetzen. Im Abstand einiger Jahrzehnte ist es jedoch erforderlich, die Fahne fachkundig restaurieren zu lassen, da ihre fortwährende Verwendung schon allein durch ihr Eigengewicht zu Beschädigungen des Materials führt. Entsprechende Restaurierungsarbeiten wurden im vergangenen Jahr wieder erforderlich und durch die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft in Auftrag gegeben. Die Arbeiten wurden in der Fahnenwerkstatt des Klosters Nonnenwerth durchgeführt. Die Fahne musste unter anderem vollständig auseinandergetrennt, gereinigt, geglättet und neu zusammengenäht werden. An beschädigten Stellen wurden neue Goldfäden eingezogen und Stickereien ausgebessert. Außerdem wurden neue Karabinerhaken zur Befestigung am Fahnenstock eingesetzt. Als einzige optische Veränderung wurde in Absprache mit dem Vorstand der Junggesellenschützen eine dünne beidseitig umlaufende Borte ersetzt, die im Gegensatz zum vorherigen Wellenmuster nunmehr ein Kreuzmuster ziert.

Mit der Neuanschaffung und der Restaurierung der für die Gesellschaft so wichtigen Fahnen haben die Junggesellenschützen mithilfe der Spender und Förderer einen wichtigen Beitrag dafür geleistet, dass die Brauchtumspflege in Lantershofen auch in den nächsten Jahrzehnten in der gewohnten Weise fortgeführt werden kann.

Schwenkfändel mit handbemaltem Tuch


Fahnenweihe bei den Lantershofener Junggesellen-Schützen

Alle 30 Jahren muss die Schwenkfahne der Lantershofener Junggesellen-Schützen-Gesellschaft erneuert werden. So lässt es zumindest die jüngste Historie vermuten. Das im Jahr 1957 angeschaffte Fändel wurde 1987 ersetzt. Am vergangenen Freitag folgte nun die nächste Fahne, auch wenn auf dieser als Anschaffungsdatum das Jahr 2016 steht. „Da sollte sie auch eigentlich präsentiert werden“, bemerkte der ehemalige Vorsitzende und Hauptmann Robin Grießel, in dessen Amtszeit das Fändel angeschafft wurde. Nun verzögerte sich die Vorstellung um einige Wochen. Geändert wird die Fahne natürlich nicht, das wäre viel zu aufwändig. Denn das Fahnentuch ist nicht gedruckt, sondern handbemalt worden, daher auch die große Zeitspanne zwischen Auftrag und Fertigstellung. Nur noch wenige Unternehmer beherrschen in Deutschland die Kunst der Fahnenmalerei. Optisch entspricht die Schwenkfahne ihren beiden Vorgängern. Sie zeigt eine Getreidegarbe mit gekreuzter Sense und Holzrechen, die mit grün-weißer Schleife gebunden ist. In zwei der Ecken sind Gewehr und Zielscheibe zu sehen, die ausdrücken, dass der Gesellschaft eine im Wettschießen ermittelte Majestät vorsteht. Dazu die Jahreszahlen 1835 für die älteste urkundliche Erwähnung Lantershofener Junggesellen und die angesprochene Zahl 2016. Eingerahmt ist die Garbe in den Schriftzug „Junggesellen Schützen Gesellschaft Lantershofen.“ Rund 3.000 Euro hat die Herstellung der Fahne gekostet, ein Drittel davon haben die Junggesellen getragen. Finanzielle Unterstützung erhielten sie von den heimischen Banken, dem Kreis Ahrweiler und der Gemeinde Grafschaft sowie von privaten Spendern. Bei ihnen bedankte sich Hauptmann Johannes Schütz für die Unterstützung ebenso, wie beim Hersteller Bernd Klihmt aus Bad Honnef und der Textilwerkstatt auf Nonnenwerth für die Weiterverarbeitung.

Im Rahmen eines Gottesdienstes in der Kapelle des Studienhauses St. Lambert nahm Regens Volker Malburg am Freitag die Segnung der Fahne vor. Schwenkfähnrich Matthias Schopp trat anschließend zum ersten Fändelschwenken der neuen Fahne an. Derweil stießen die Junggesellen zusammen mit einer Vielzahl ehemaliger Hauptleute und Schwenkfähnriche auf die neue Fahne an. Diese entspricht im Übrigen nicht den Schwenkfahnen, mit denen Junggesellenvereinen Wettstreite untereinander austragen. Die Fahne ist mit einer Kantenlänge des Tuchs von 1,50 Metern weitaus größer, als die Wettbewerbsfahnen, die es nur auf einen Quadratmeter bringen. Folglich ist das Tuch mehr als zwei Mal so groß, die Fahne ist bedingt durch das notwendige Gegengewicht mit rund sechs Kilogramm auch doppelt so schwer, wie eine herkömmliche Schwenkfahne. Der nächste Schwenktermin findet im Rahmen der Begrüßung des Wonnemonats Mai am 30. April abends an der Lantershofener Kirche statt.

Bauarbeiten für Dorfgemeinschaftshaus liegen im Plan


Vertreter Lantershofener Vereine ließen sich die Baustelle zeigen

Gut zwei Monate nach Beginn der umfangreichen Sanierungs- und Anbauarbeiten am Lantershofener Winzerverein ließen sich auf Initiative des Trägervereins am Donnerstag Vertreter verschiedener Lantershofener Vereine die Baustelle zeigen und den Fortgang der Arbeiten erklären. Seitens des Eigentümer, der Gemeinde Grafschaft, standen Friedhelm Moog und Diana Porten den Vereinsvertretern Rede und Antwort. Das wichtigste gleich zu Beginn: trotz zahlreicher Frosttage zu Jahresbeginn liegen die Arbeiten derzeit exakt im Zeitplan. Und auch finanziell läuft die Baustelle in Zeiten steigender Baukosten nicht aus dem Ruder.

Informationsrunde mit (v.l.) Stefan Dünker (Junggesellen-Schützen-Gesellschaft), Simon Schaaf (Trägerverein DGH), Friedhelm Moog (Verwaltung), Diana Porten (Verwaltung), Klaus Dücker (Chöre), Thomas Weber (Kulturlant), Jörg Wollert (VfB) und Thomas Schaaf (Bürgervereinigung, nicht auf dem Bild). Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Auf dem Weg durchs neu aufgemauerte Foyer in den alten Saal. Der Eingang ist neu gestaltet, der Saal hat eine Betondecke erhalten. Auch die Dacharbeiten sind im vollen Gange. Neue Fenster werden gerade eingebaut. Der Durchbruch zur alten Gaststätte ist bereits durchgeführt und der Platz für die Behindertentoilette und einen großzügigen Aufgang geschaffen.

Mittlerweile sind große Teile des Dachs erneuert und der Dachstuhl verstärkt worden. Die Maurerarbeiten zur Errichtung eines Foyers als neuen Eingangsbereich, das zudem einen Lagerraum fürs Mobiliar, eine Behindertentoilette und eine Garderobe erhalten wird, sind in vollem Gange und zeigen nach außen hin die Tätigkeiten rund um das Gebäude, das zum Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Aber auch im Herzstück, dem 225 Quadratmeter großen, freitragenden Saal, passiert derzeit einiges. Der Saalboden wurde entfernt, eine Bodenplatte gegossen, Versorgungsleitungen wurden verlegt. Derzeit werden neue, schallisolierende Fenster eingebaut, in Kürze wird der Estrich verlegt. Saalbauten, wie eine in früheren Zeiten durch die Tanzkapellen genutzte Empore bleiben erhalten.

Die tragenden Holzbalken der Decke sind mit Eisenträgern verstärkt, die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion verbessert und neue Heizkörpernischen geschlagen.
Die Fensterbauer setzen gerade das schallisolierte Glas in die neu installierten Fensterrahmen ein. Gut zu erkennen ist die neue Betondecke für den Fußbodenaufbau.

Friedhelm Moog zeigte sich äußerst zuversichtlich, dass der Bauzeitenplan, der Tätigkeiten bis Ende August vorsieht, eingehalten werden kann. Möglicherweise kann in diesem Rahmen bereits der weitere Bauabschnitt, der den Außenbereich beinhaltet, angegangen werden. Für die Lantershofener besonders wichtig: die traditionelle Lambertuskirmes Mitte September scheint im Winzerverein von statten gehen zu können. Derweil plant eine Gemeinschaft Lantershofener Vereine bereits ein großes Eröffnungswochenende mit allerlei Veranstaltungen im Oktober.

Winterwanderung der Junggesellen-Schützengesellschaft


Alljährlich zum Beginn des Jahres startet die Junggesellen-Schützengesellschaft St. Lambertus Lantershofen mit ihrer beliebten tageslangen und traditionsreichen Winterwanderung „Rund um Lantershofen“ in das neue Jahr. Unter Leitung von Junggesellen-Hauptmann Johannes Schütz und Wanderführer Maurice Ley startete man wie üblich von der Lambertuskirche aus mit der nötigen Verspätung, die allerdings für manchen Spätzünder immer noch nicht ausreichte. Neben den Junggesellen sind auch immer die Brötchesmädchen und deren Partner mit von der Partie. Bei knackigen sieben Minusgraden war in diesem Jahr warme Kleidung von Vorteil, flüssige Rucksackverpflegung förderte neben dem straffen Wandern die Körpertemperatur.

Im Schwertstal am Abzweig zum Schießstand und Flughafen hatte der Bürgervorstand für die Wandesleut ein "Altärchen" aufgebaut. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Ein reiches Angebot an herrlichen Likören und Schnäpsen vorwiegend aus den beiden örtlichen Brennereien stärkte die fröhliche Wandergesellschaft.

Zwischenstation machte die Wandergesellschaft beim von der Bürgervereinigung aufgebauten „Altärchen“  im Schwertstal am Abzweig zum Schießstand und Flughafen. Angeboten wurden hier so ziemlich alle Produkte aus den beiden heimischen Brennereien Schütz und Krämer. Besonders bei den Brötchesmädchen ging der liebliche Birnenlikör weg „wie warme Semmeln“. Ziel der Rundwanderung war diesmal die Heppinger Schutzhütte, die im Rahmen der Winterwanderung zuletzt vor 10 Jahren aufgesucht wurde. Bei Bowle, Glühwein, knackigen Siedewürstchen und Gulaschsuppe verbrachte die Wandertruppe dort einige gesellige Stunden. Der Abstieg vom Heppinger Berg war wegen überfrierender Nässe deutlich erschwert, allerdings lockte der Ausblick auf die Einkehr in Osmans Stadtschänke, wo der gelungene Tag dann seinen Abschluss fand.