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vom Verein

Feste feiern in urigen Höfen


Bei Paella, Maubich und Birnenbränden kamen viele Menschen zusammen

Am dritten Tag der Feierlichkeiten „1000 Lantesche Jahre“ standen die Gäste von auswärts im Vordergrund. Da präsentierte sich Dorf von seinen besten Seiten, denn zahlreiche Höfe, von denen einige oftmals nicht zu sehen sind, hatten ihre Tore geöffnet und boten bunte Programme an.

Mario Fuchs vom Autohaus Fuchs erklärt sein Rennauto interessierten Gästen. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Petra und Peter-Josef Schütz (von links) stellen ihre Produkte und Sonderdestillate aus der Eifeldestillerie vor.

In der ehemaligen Brennerei Fuchs, in der jetzt ein Autohaus beheimatet ist, informierte Mario Fuchs unter dem Stichwort „Lantershofen im Rennen“ über seinen persönlichen Rennerfolge, aber auch über die Möglichkeiten für Kinder, im Rennsport tätig zu werden. Dazu gab es leckeren Döppekooche. Gleich nebenan bei Christel Wronka wurde gesunden, der Chöre des MGV Cäcilia hatten hierhin zum offenen Singen eingeladen.

Alt-Tambourcorps-Leute haben nichts verlernt: schmissige Marschmusik aus dem Junggesellen-Repertoire haben sie allemal noch bestens drauf.
In der Eifeldestillerie sind die Junggesellen-Schützen mit einer tollen Ausstellung zu Gast.

Zwei Häuser weiter drehte sich bei Christian Althammer alles um den Weinbau, alte und neue Gerätschaften wurden präsentiert, ins Glas gab es bei sommerlichen Temperaturen kühle Weine von der Ahr. Gleich neben der Küche hatte Reinhard Schütz seinen urigen Bauernhof geöffnet, mit Unterstützung des Tischtennisvereins TTC Karla gab es hier eine riesige Pfanne Paella, die Antonio Lopez aus Remagen gestiftet hatte. Die 70 Portionen waren schnell vergriffen. Und im Hof Scholl wurden die Besucher mit Knobi-Brot und Sekt begrüßt, um sich anschließend in der dortigen Kreativwerkstatt anschauen zu können, was dort die Woche über getöpfert und gebastelt wird.

Bei Christian Althammer (rechts) im Hof geht es um den Weinbau an sich und seine gekühlten Produkte.
Im Hofe Wronka treffen sich Musik, Geselligkeit und Gesang nach dem Motto: Es singe, wem Gesang gegeben.

Musik gehörte natürlich auch zum Fest, dass zahlreiche Besucher anlockte. Im Hof der Eifeldestillerie waren die Junggesellen-Schützen zu Gast, die ein eigenes Tambourcorps unterhalten. Das konzertierte ebenso, wie das Corps der befreundeten Junggesellen aus Ahrweiler. In einer selten zu sehenden Ausstellung waren traditionelle Dinge der Gesellschaft, Uniformen, Königssilber oder Offizierssäbel zu sehen, dazu ließ man es sich bei Birnen-Quiche oder Maubich gutgehen.

Im Hof der Kreativwerkstatt Scholl bieten Marianne und Menn Scholl neben Infos zur Werkstatt auch Knobi-Brot und Sekt an.
Zwischendrin startet um 15.00 Uhr der 1. Grafschafter Birnenlauf mit weit mehr als 150 Läuferinnen und Läufern.

Am längsten geöffnet hatte der Hof von Heinz Schütz am östlichen Dorfrand, wo die Musikfreunde Lantershofen mit ihren Gästen, der Orchestervereinigung Calmbach aus dem Schwarzwald, um die Wette und gerne auch kombiniert Konzerte gaben. Hier saß man bis spät in den Abend beisammen.

Vor dem Hof Renate und Heinz Schütz hat Nachbar Matti Jüris seinen alten Hanomag-Traktor dekorativ aufgestellt.
Mächtig legt sich auch die Orchestervereinigung Calmbach aus dem Schwarzwald musikalisch und gesellig ins Zeug. Hofherr und -frau Heinz und Renate Schütz klatschen begeistert Beifall.

Lantershofener Junggesellen-Schützen wählen neuen Vorstand


Der neu gewählte Vorstand der Gesellschaft (v.l.n.r.): Schwenkfähnrich Markus Fabritius, Tambourmajor Simon Goldbach, Kassierer Clemens Queckenberg, Hauptmann Tim Ley, 2. Offizier Andreas Franzen, Tragfähnrich Justin Waldecker, Majestät Matthias Schopp, Schriftführer Christian Herz und 1. Offizier Marco Böhm. Foto: Johannes Schütz

Tim Ley ist neuer Hauptmann der Junggesellen-Schützen

Seit jeher halten die Junggesellen-Schützen aus Lantershofen ihre jährliche Generalversammlung am letzten Tag des Monats April ab. Diese Zusammenkunft wird stets mit Spannung erwartet, da an diesem Abend alle acht Wahlämter des Vorstandes zur Abstimmung stehen. Bevor die Junggesellen sich am 30.4.2019 jedoch in den Keller des Winzervereins begaben, in welchem die Sitzung dieses Jahr stattfand, trafen sie sich mit der Dorfgemeinschaft an der Kirche zum Maianspielen. Zahlreiche Schaulustige konnten sich an den musikalischen Darbietungen vom Männer- und Frauenchor des MGV „Cäcilia“, dem Tambourcorps Lantershofen und dem Panik Orchester erfreuen. Auch Schwenkfähnrich Markus Fabritius gab unter schwierigen Wetterbedingungen sein Können zum Besten. Im Anschluss zog man in Richtung Winzerverein. Hier angekommen strömte der Großteil der Mitgekommenen in den Gastraum des Winzervereins, in dem die Bürgervereinigung den Tanz in den Mai veranstaltete. Die Junggesellen stiegen hingegen die Treppe in das Kellergewölbe hinab und nahmen ihre Plätze für die Versammlung ein.

Hauptmann Johannes Schütz eröffnete die Versammlung um 20:31 Uhr und hieß die 43 erschienenen Mitglieder herzlich Willkommen. Nach der Gefallenenehrung, in der die Schützen ihrer gefallenen, vermissten und verstorbenen Kameraden gedachten, folgte die Aufnahme neuer Mitglieder. Martin Goldbach und Felix Wistuba traten der Gesellschaft bei und erhöhten damit die Anzahl der Vereinsmitglieder auf stattliche 70 Mann. Nach dem Feststellen der Beschlussfähigkeit, die Satzung der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft schreibt vor, dass mindestens die Hälfte der aktiven Vereinsmitglieder zugegen sein muss, beschlossen die Anwesenden, den jährlichen Mitgliedsbeitrag von bisher 20 Euro auf 25 Euro zu erhöhen. Dieser wurde zuletzt 2014 moderat erhöht und stammte vorher noch aus DM-Zeiten.

Es folgten die Jahresberichte von Schriftführer Leon Schneider und Kassierer Christian Herz. Letzterem bescheinigte Kassenprüfer Robin Grießel eine ordnungsgemäße Kassenführung und beantragte die Entlastung des Vorstandes, die daraufhin einstimmig erteilt wurde. Dann trat Hauptmann Johannes Schütz ein letztes Mal ans Rednerpult und bedankte sich bei seinen Kameraden für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Schütz hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass er für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung stehe. Er war seit September 2016 Vorsitzender der Junggesellen-Schützen und bekleidete bereits zuvor mehrere Vorstandsposten.

Nach einer kurzen Pause übernahm im folgenden Matthias Schopp die Versammlungsleitung und eröffnete die Vorstandswahlen. Zuerst stand das freigewordene Amt des Hauptmanns zur Abstimmung. Dafür schlug der Vorstand den bisherigen 1. Offizier Tim Ley vor. Dieser wurde daraufhin ohne Gegenkandidaten einstimmig gewählt und bekam von König Schopp die Amtskette umgehangen. Der neue Vorsitzende ist 20 Jahre alt und studiert derzeit katholische Religion und Chemie auf Lehramt.  Er ist seit 2016 Mitglied der Gesellschaft, war jedoch bereits seit Jahren aktives Mitglied des Tambourcorps. In den vergangen zwei Jahren war er als Schriftführer und stellvertretender Vorsitzender Teil des Vorstands. Ley bedankte sich für das Vertrauen und fuhr mit der Wahl des 1. Offiziers fort. Hierfür bewarben sich gleich zwei ehemalige Vorstandsmitglieder. Zum einen Marco Böhm, der bereits Kassierer, Tragfähnrich und Schriftführer war und 2015 die Königswürde erlangte. Der Gegenkandidat Justin Waldecker hatte im Geschäftsjahr 2017/18 bereits den Posten des 1. Offiziers inne und war vorher als 2. Offizier und Tragfähnrich im Vorstand aktiv. Die Wahl konnte Marco Böhm für sich entscheiden und damit zum siebten Mal am Vorstandstisch Platz nehmen. Der neue 1. Offizier ist 27 Jahre alt und studiert derzeit im Master Mathe und Informatik auf Lehramt. Bei der Wahl zum 2. Offizier kandidierte Amtsinhaber Andreas Franzen für ein weiteres Vorstandsjahr. Hierbei gab es keinen Gegenkandidaten und so kam es zur Wahl per Handzeichen, bei der dieser einstimmig wiedergewählt wurde. Der 21-Jährige ist zur Zeit als Rettungssanitäter tätig und strebt ein Karriere als Feuerwehrmann an. Bei der Wahl zum Tragfähnrich trat Amtsinhaber Julian Schmitz nicht erneut an, sodass die Anwesenden die Wahl zwischen Leon Schneider, welcher zuvor Schriftführer gewesen war, und Justin Waldecker hatten. Das Votum der Mehrheit fiel auf Waldecker, der sich sichtlich über die Rückkehr in das Leitungsgremium freute. Waldecker ist 24 Jahre alt und arbeitet als KFZ-Meister im elterlichen Autohaus.  Weiter ging es mit der Wahl des Schwenkfähnrich, zu der sich nur Amtsinhaber Markus Fabritius aufstellen ließ. Die Anwesenden bescheinigten ihm gute Arbeit und votierten einstimmig für ein weiteres Engagement von Fabritius. Der angehende Malermeister ist 23 Jahre alt und beginnt damit bereits seine fünfte Amtszeit. Die darauffolgende Abstimmung zum Posten des Tambourmajors brachte wieder Spannung mit sich, denn Nils Henscheid beendete nach drei Jahren seine Vorstandsarbeit. An seiner Stelle warb das langjährige Tambourcorpsmitglied Simon Goldbach um Stimmen. Diese erhielt der 19-jährige Schüler auch und wurde einstimmig zum neuen Major berufen. Die Wahl zum Schriftführer konnte Christian Herz für sich entscheiden. Er wurde ohne Gegenkandidaten per Akklamation einstimmig gewählt. Der 20-Jährige Herz war im vorangegangenem Jahr Kassierer und hat vor kurzem sein Abitur abgelegt. Die Vorstandswahlen endeten traditionell mit dem Posten des Kassierers. Als Hüter der Finanzen bewarb sich Clemens Queckenberg. Er war bereits in der vorletzten Amtsperiode als Kassierer tätig. Die Arbeit des 23-Jährigen war allen noch in Erinnerung geblieben, denn er wurde per Handzeichen einstimmig erwählt. Nach einem Auslandssemester in den USA beginnt Queckenberg in diesem Jahr sein Masterstudium im Bereich Wirtschaftsmathematik.

Allen aus dem Vorstand ausgeschiedenen Vereinsmitgliedern wurde für ihre bisherige Arbeit durch Hauptmann Tim Ley herzlich gedankt. Ley bedankte sich ebenfalls bei den neu gewählten Mitgliedern für ihre Bereitschaft und blickte zuversichtlich auf die vor ihm liegende Amtszeit.

Maibäume in Lantershofen


1. Mai 2019. Der Mai ist gekommen. Der Maibaum bleibt im Wald. Foto und Bildunterschrift: Thomas Schaaf

Maibegrüßung und offenes Singen


Maiansingen der Lantershofener Chöre und frühlingshafte Blasmusik der Musikfreunde, hier im Jahr 2010. Foto: Thomas Schaaf.

Einen Dorfmaibaum wird es in diesem Jahr in Lantershofen nicht geben, was die Bevölkerung aber nicht hindern soll, andere Bräuche rund um den 1. Mai durchzuführen. So wird der Wonnemonat von den Lantershofener Chören und Musikanten am 30. April musikalisch begrüßt. Das „Ständchen“ findet um 19:30 Uhr vor der Lambertuskirche statt. Danach lädt die Bürgervereinigung in den Winzerverein ein, wo die musikalische Einstimmung bei kühlen Getränken fortgesetzt wird, und zwar mit einem offenen Singen. Jeder ist willkommen, der Eintritt ist frei.

Lantershofener Junggesellen votieren gegen Maibaumstellen


Bild einer vergangenen Tradition? Die Lantershofener Junggesellen beim Maibaumstellen 2017 mit Micken und Muskelkraft. Foto: Robin Grießel

Im Februar diesen Jahres gab der Gemeinderat bekannt, dass man sich nach dem tragischen Unglück beim letztjährigen Maibaumstellen in Nierendorf nun mehr um die Sicherheit bei derartigen Traditionsveranstaltungen kümmern werde. Um dies zu realisieren wurde im Rat ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen, welches ab diesem Jahr für die vierzehn, sich auf Gemeindegrund befindlichen Maibaumstandorte zum Tragen kommt. Ein Sonderfall ist Lantershofen, da sich der Maibaumstandort hier auf Kirchengelände befindet. Der Pfarrverwaltungsrat der Kirchengemeinde entschied für die Maibaumgrube in Lantershofen, dass man sich den Regularien der Gemeinde Grafschaft anschließe. Ende März erfolgte ein offizielles Anschreiben an die Vereine, in denen die Verwaltung die diesjährigen Auflagen konkretisierte.

Das Schreiben der Gemeindeverwaltung und die vorangegangenen Entwicklungen waren Thema bei einem Treffen der Lantershofener Junggesellen-Schützen. Der Zusammenkunft war bereits eine Abstimmung vorangegangen, in der die Mehrheit der Junggesellen gegen ein Maibaumstellen in diesem Jahr votierte. Gründe hierfür waren zum einen die umfangreichen Auflagen, die nach den Meinungen der Anwesenden nicht in Gänze umsetzbar seien und einen massiven Einschnitt in die Tradition darstellen. Zum anderen wurde die Entscheidungsfindung ohne vorangegangen Dialog mit den betroffenen Vereinen kritisiert.

Der Vorsitzende der Junggesellen-Schützen Johannes Schütz stellte klar, dass man das grundsätzliche Bestreben der Gemeinde nach mehr Sicherheit begrüße, allem voran die Überprüfung der Maibaumstandorte durch ein Ingenieurbüro. Einig war man sich auch darüber, dass das Stellen des Maibaums grundsätzlich nicht ungefährlich sei und die allgemeine Sicherheit höchste Priorität habe. Diese wurde mit einem strikten Alkoholverbot und anderen Maßnahmen in den letzten Jahren in Lantershofen bereits stets verbessert. Zudem wurde deutlich, dass die Entscheidung gegen das Stellen des Dorfmaibaums keine Grundsatzentscheidung für die nächsten Jahre sei. Vielmehr wolle man nochmals mit der Gemeinde in den Dialog treten, um dann 2020 erneut zu entscheiden, so Schütz.

Junggesellenschützen laden zum irischen Abend


Der freitägliche Dorftreff im Lantershofener Winzerverein erfreut sich bereits seit einigen Jahren zunehmender Beliebtheit und bietet regelmäßige interessante Themenabende. Am Freitag, den 15.03.19, übernimmt die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft "St. Lambertus" Lantershofen ab 19 Uhr die Bewirtung und veranstaltet einen irischen Abend. Hier gibt es neben irischem Bier und Irish Whiskey auch Leckereien von der grünen Insel zu verköstigen. Abgerundet wird der Abend durch das passende Ambiente und der typischen Musik dieses einmalig schönen Landes.

Wie an jedem Freitag kommen die Einnahmen des Abends in voller Höhe dem Winzervereinsgebäude zu Gute.

Kabarettist Philipp Weber spricht über „Durst“


Deutschlands radikalster Verbraucherschützer

Vernünftiges Trinken will gelernt sein. Millionen Deutsche schlucken heute missbräuchlich Alkohol. Im letzten Jahr mussten deshalb 23000 Rentner stationär behandelt werden. Wie heißt es so schön: „Viele ältere Menschen müssen nachts öfters raus“. Es wird aber nie gesagt wohin. Jetzt ist es klar: Zur Ü-80-Party mit betreutem Trinken! Auch die Leistungsträger dieser Gesellschaft langen kräftig zu. Es gibt Krankenhäuser, da schwankt die Chefarztvisite als Polonaise ins Zimmer. Und im Flugzeug kann man nicht mehr sicher sein: Wer hat mehr getankt, die Maschine oder der Pilot? Droht Deutschland in seinem eigenen Durst zu ertrinken? Die Antwort auf diese bierernsten Fragen ist erschütternd komisch: Tee macht fahruntüchtig ab 0,8 Kamille. Kakao ist Koks für Kinder. Milch ohne Fett ist keine Milch, sondern Quatsch. Für eine gute Tasse Kaffee braucht man 140 Liter Wasser. Der Mensch lebt nicht allein von Kefir. Stille Wasser sind nicht tief, sondern teuer.

Wer bringt Klarheit in die trüben Gewässer der deutschen Trinkkultur? Philipp Weber. Der studierte Chemiker und Biologe ist Deutschlands radikalster Verbraucherschützer und hat sich mit Leib und Leber Ihrem Wohl verschrieben. Der Autor und Macher des Sensations-Programms „Futter – streng verdaulich“ widmet sich nun den flüssigen Gaumenfreuden. „Durst – Warten auf Merlot“ ist ein furioses Meisterwerk der komischen Volksaufklärung. Denn Weber will mehr: lachende Gesichter, glückliche Menschen und eine bessere Welt. Doch vor allem: den Ministerposten für Verbraucherschutz!

Die bestuhlte Vorstellung findet am Freitag, 29. März, 20 Uhr, im Winzerverein Lantershofen statt (Buslinie 849, Haltestelle Lantershofen, Winzerstraße). Tickets kosten im Vorverkauf 16 Euro zuzüglich möglicher Gebühren, an der Abendkasse 20 Euro. Tickets und Infos sind über die Interseite www.kulturlant.de erhältlich. Weitere Vorverkaufsstellen sind in der Grafschaft Getränke Visang (Karweiler), Rewe-Markt (Ringen), Eifeldestillerie (Lantershofen) sowie in Bad Neuenahr-Ahrweiler Wittich Medien, Plattenkiste und Ahrtal-Tourismus.

Karneval wie vor 50 Jahren und dennoch hochmodern


Karneval wie vor 50 Jahren? Ja, das geht, wie man in Lantershofen am Samstag eindringlich unter Beweis stellte. Denn die dortige Kappensitzung im ausverkauften Winzerverein bot wieder einmal alles, was zu einer solchen Sitzung gehört: Garden, Tollitäten, Musik, Männerballett und vor allem eines: Rednerinnen und Redner. Und das alles unter dem abgewandelten Jubiläumsjahr-Motto „1000 Jahre jeck und jung.“ Statt eines Karnevalsvereins hatten Junggesellen-Schützen und Musikfreunde eingeladen, letztere sorgten den ganzen Abend für den guten musikalischen Ton.

Sitzungspräsident Erich Althammer eröffnet die Kappensitzung unter dem Motto "1000 Jahre jung und jeck. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Grafschaft-Bürgermeister Achim Juchem trifft dienstlich bedingt etwas später zur Sitzung ein, hatte mit Gattin Edeltraut aber schon an der Saaltür seinen Spaß.

Es war in erster Linie ein Festival der Büttenredner, dass den bestens gelaunten Gästen da präsentiert wurde. Und es war eine Sitzung, die in hohem Maße von Dorf eigenen Kräften gestaltet wurde. Zahlreiche Redner brachten ihre Vorträge aus der Bütt dazu in Reimform darf. Wie Karl-Heinz Schweinheim, der als Berichterstatter vom Ortsbeirat das Gremium auf der Suche nach Wertschöpfung und Zukunftsperspektiven begleiten durfte – nicht ohne Blick zurück. „Lantesche war mal ein schöner Ort, denn fünf Brennereien gab es dort.“ Politisch unkorrekt, karnevalistisch aber sehr korrekt beleuchtete er, was man sich sonst nur hinter vorgehaltener Hand erzählt.

Kinderprinz Kilian I. (Jüris) aus Sinzig besucht mit Prinzessin Susanna und dem Hofstaat den Saal im Herkunftsdorf seines Vaters.
Redner Kai Kramosta nimmt auch auf Gummibärchen und den Bürgermeister aktuellen karnevalistischen Bezug.

Ebenso kritisch nahm der mittlerweile 81-jährige Rolf-Dieter Schmitz die Lantershofener ins Gebet. Als „Gutenberg“ machte er klar, was er so druckt und was ihn drückt: „Pastor Burg lässt Lantershofen gerne aus, doch dafür gibt’s das Studienhaus.“ Und so forderte der „Gutenberg“ In Zeiten von Mauerbauplänen in den fernen USA den Abriss der Mauer, die ums Studienhaus auf Burg Lantershofen gezogen ist.

Dessen Leitung, Regens Volker Malburg und Subregens Philip Peters, gehören ebenfalls zum jecken Inventar in Lantershofen. Ihre Bühnenvorträge sind legendär. Dieses Mal wagten sie den Blick in die Zukunft: der Regens mit Rollator leitet besagtes Studienhaus schon 43 Jahre. „Dass ich hier bleiben durfte, war meine Beförderung.“ Auf Besuch kam der Subregens, auch schon 76 Jahre alt. Beide feierten in weiter Zukunft das Fest „3000 Jahre Lantershofen“, berichteten sie doch von Ausgrabungen, bei denen ein „Lantesche Maubichkuchen“ aus dem Jahr 941 vor Christus gefunden wurde. „Das Alter war gar nicht so einfach zu bestimmen, denn der Maubich sieht frisch genauso aus.“

Eine Horde Freibeuter, Väter mit ihren Töchtern, führen verschiedenste räuberische Tänze vor.
Gaby Fabritius stellt sich in der Bütt als jung gebliebenes älteres Mädchen "Maria Funke“, als Funkemariechen vor.

Gaby Fabritius, ebenfalls seit vielen Jahren Bütten-As im Birnendorf, kam als jung gebliebenes „Mädchen Maria Funke“ daher, besser: als Funkenmariechen. Sie machte klar: „Ich hann noch Kraft, stohn voll em Saft.“ Getreu ihrer Kernaussage „Mer hätt e Rääch esu jät schönes zu sehn“, holte sie die ganze Ahrweiler Möhnenschar im Mariechenkostüm auf die Bühne, wo dann ein etwas anderer Mariechentanz präsentiert wurde. „Doll und Döllchen“ waren in diesem Jahr in einer Person vereint, Gerda Doll trat alleine vors Publikum, weil die Tochter wegen zahlreicher Verkehrsdelikte im Knast sitze. Also machte die Mama klar, dass Lantershofen boome: „Alle wollen hier wohnen.“ Und darum muss im Dorf was fürs Klima getan werden, forderte sie die Pflanzung von 1000 Mammutbäumen zwischen den ganzen Birnbäumen im Ort.

Bürgermeister Achim Juchem, dem Redner Kai Kramosta unterstellte, den ganzen Kofferraum voller Gummibärchen zu haben, nahm die Anregung dankend auf. Schließlich trat auch noch der „Doktor von Mayen“, Werner Blasweiler ans Mikrofon und sprach übers gleiche Zeitverständnis von Mann und Frau: „Wenn sie im Bad sagt, sie sei gleich fertig, dauert das genauso lange, wie sein Ausspruch in der Kneipe, er komme gleich heim.“

Karl-Heinz Schweinheim führt nach seiner Büttenrede mit Sitzungspräsiden Erich Althammer ein Zwiegespräch über Geld fort.
Die Truppe „Blue Velvet“ aus Bad Bodendorf feiert tänzerich „Karneval im All“.
Gerda Doll tritt in diesem Jahr ohne Döllchen an und fordert, 1000 Mammutbäume zwischen die Birnbäume zu pflanzen.
Prinz Jens I. (Bauer) vom Studienhaus St. Lambert lässt es auch gesanglich mit seinen Mitstudenten einschließlich Subregens krachen.

Es gab aber nicht nur Büttenreden in Lantershofen. Auch Tollitäten waren zu Gast. Kinderprinz Kilian I. aus Sinzig mit seiner Prinzessin Susanna kam, weil Kilians Vater doch als waschechter „Lantesche Jong“ auch lange Sitzungspräsident war. Die Ahrweiler Karnevalsgesellschaft brachte die tanzende Stadtgarde und Prinzessin Marlis mit. Beim Gesang von Prinz Jens I. (Bauer) vom Studienhaus St. Lambert ging buchstäblich die Post ab.

Prinzessin Margit von der Ahrweiler Karnevalsgesellschaft bringt den Saal mit der tanzenden Stadtgarde in Wallung und zum Schunkeln.
Rolf-Dieter Schmitz nimmt als "Gutenberg" vieles im Dorf geistreich und humorvoll aufs Korn.
Das Ouzo-Duo Dany Celner und Lefti Salomidis tanzen mit Lantesche Aushilfsballetttänzern in der Mitte Sirtaki.
Alt-Regens Volker Malburg zeigt dem Alt-Subregens Philip Peters einen ausgegrabenen Maubichkuchen von 941 vor Christus: "Maubich sieht frisch genauso aus.".
Als Gesangsduo reißen die beiden jecken Regenten den kompletten Saal mit.
Jahrtausendelfen schließen den langen Karnevalsabend mit ihren grazilen Bewegungsversuchen ab. Männerballet so jung, jeck und frisch wie damals.

Die vom Tambourcorps der Lantershofener Junggesellen-Schützen traditionell eröffnete und von Erich Althammer moderierte Sitzung sah eine Horde Väter mit ihren Töchtern, die als „Freibeuter“ eine ganze Reihe verschiedenster Tänze zeigten. „Hamlet oder Schwanensee?“ war die Frage der beiden Pantomimen vom Ouzo-Duo (Dany Celner und Lefti Salomidis). Die Showtänzerinnen „Blue Velvet“ aus Bad Bodendorf nahmen das Publikum schließlich zum „Karneval im All“ mit. Und als krönenden Abschluss erlebte Lantershofen die Auferstehung des vor gut zehn Jahren erfolgreichen Männerballetts der recht filigran wirkenden „Jahrtausendelfen.“