Nach Lantershofen

Lantershofen

Lantershofen ist ein Ortsteil der verbandsfreien Gemeinde Grafschaft, liegt im Norden von Rheinland-Pfalz an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen, 30 Kilometer südlich von Bonn bei Bad-Neuenahr-Ahrweiler und hat hat ca. 1350 Einwohner. Die Gemeinde Grafschaft setzt sich zusammen aus den Ortsbezirken:
Bengen, Birresdorf, Eckendorf, Gelsdorf, Holzweiler, Karweiler, Lantershofen, Leimersdorf, Nierendorf, Ringen und Vettelhoven.

Die Fläche der Gemeinde Grafschaft beträgt 57,55 qkm, sie hat ca. 1.141 Einwohner (Stand Juli 2003), der Sitz der Gemeindeverwaltung ist im Ortsteil Ringen.
Sehenswürdigkeiten sind Burg Gelsdorf, Schloß Vettelhoven, Burg Lantershofen.

Die Grafschaft
Text entnommen dem Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 2001, S. 247

Als Kornkammer des Kreises Ahrweiler liegt die Gemeinde Grafschaft zwischen Rhein und Ahr und bildet den südöstlichen Teil der sogenannten Grafschaft. Sie setzt sich zusammen aus den elf Ortsbezirken Bengen, Birresdorf, Eckendorf, Gelsdorf, Holzweiler, Karweiler, Lantershofen, Leimersdorf, Nierendorf, Ringen und Vettelhoven, die jetzt rund 11.500 Einwohner haben.

Zu einem Aushängeschild der Gemeinde Grafschaft ist das Gewerbe- und Industriegebiet in Grafschaft-Gelsdorf geworden. Erreichbar über die Bundesautobahn 61 und 565 ist es somit bestens an das Fernstraßennetz angeschlossen und mit nationalen und internationalen Firmen besiedelt. Bisher konnten in Grafschaft-Gelsdorf ca. 1.400 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Einen weiteren Standort zur Ansiedlung von technologieorientierten Unternehmen weist die Gemeinde zur Zeit nördlich der BAB 61 zwischen dem Autobahnkreuz Meckenheim und Bad Neuenahr-Ahrweiler aus. Hier entsteht ein 70 ha großer Technologiepark mit einer direkten Verkehrsanbindung an die großräumige BAB 61.

Für innovationsorientierte Unternehmen werden am Technologieparkstandort Grafschaft individuell parzellierbare Grundstücke in einer abwechslungsreich gestalteten Parklandschaft zur Verfügung gestellt. Der Innovationapark Rheinland ist eingebunden in eine umfassende städtebauliche Planung. Eingebettet in bestehende Siedlungsgebiete, werden in der Nähe des Technologieparkes weitere Wohngebiete entstehen.

Am Rande des hochverdichteten Ballungsraumes Köln/Bonn ist die Gemeinde Grafschaft auch zu einem der attraktivsten Wohnstandort des Kreises Ahrweiler geworden. Besonders junge Familien zieht es auf die "Grafschaft". Gerade der ländliche Charakter und die Ruhe überzeugt vor dem Großstadttrubel und doch ist eine gute Erreichbarkeit der Arbeitsplatzschwerpunkte, der Versorgungseinrichtungen und der sozialen Infrastruktur gewährleistet.

Doch nicht nur zum Ausgang des 20. Jahrhunderts stehen Infrastruktur, Innovation und Entwicklung in der Grafschaft an erster Steile. Das Verkehrsnetz im Bereich der heutigen Gemeinde war bereits vor hunderten von Jahren bedeutend. Was heute die Bundesautobahnen 61 und 565 sind, war früher die "Aachen-Frankfurter-Krönungsstraße". Auch sie wurde stark frequentiert; von den deutschen Kaisern mit Gefolge, die nach Aachen zur Krönung mussten (daher auch der Name), den Pilgerreisenden oder den Kaufmännern.

Ende des 19. Jahrhunderts plante man zwei Eisenbahnstrecken durch das heutige Gemeindegebiet. Nachdem mit den Bauarbeiten bereits begonnen war, verboten die Alliierten nach Ende des l. Weitkrieges den Weiterbau der Anlagen. Noch heute sind die Trassen tlw. erkennbar.

Dass sich Innovation und Tradition nicht automatisch ausschließen, erlebt man auf der Grafschaft täglich: Ob es die alten Dorfkirchen, Kapellen und Häuser oder die modernen Kindergärten, Schulen und Freizeiteinrichtungen sind; sei es das Gewerbegebiet und der Innovationspark Rheinland oder idyllische Wiesen, Wälder, Weinberge und Wanderwege.

 

Vorstellung von Lantershofen
28. November 2009 / Ortsvorsteher Leo Mattuscheck

Lantershofen ist ein stetig wachsender attraktiver Ort mit ca. 1450 Einwohnern, in dem dörfliches Brauchtum gelebt und erlebt wird. Die Einwohnerzahl hat sich innerhalb der letzten 30 Jahre fast verdreifacht. Trotzdem hat Lantershofen sein traditionelles Gesicht gewahrt. Dies ist auf ein funktionierendes, ausgeprägtes Vereinsleben und eine dadurch resultierende aktive Bürgerschaft zurückzuführen. Eine Vereinsliste ist Teil dieser Broschüre. Für die kirchlichen Belange der katholischen Bevölkerung ist ein Pastor zuständig, der außerdem noch zwei weitere Orte in der Grafschaft - “Bengen“ und “Karweiler“- betreut. Entlastung erhält der Pastor durch das Studienhaus St. Lambert und durch die hohe Anzahl von Ministranten. Für die evangelischen Christen in Lantershofen sowie in der gesamten Grafschaft ist eine Pfarrerin, die ihren Wohnsitz in Lantershofen hat, zuständig. Für die älteren Mitbürger findet monatlich in der Mehrzweckhalle St. Ursula Haus ein Seniorenkaffee statt, bei dem neben Kaffee und Kuchen auch Gedichte, Lieder und Geschichten, von den Senioren vorgetragen werden. Gestaltet wird die Seniorenfeier durch Mitglieder der katholischen Kirche Lantershofen. Auch für die Jugend (30 % der Lantershofener sind unter 30) ist gesorgt. Diese trifft sich wöchentlich ab einem Alter von 13 Jahren im offenen Jugendtreff „Check-Point LA“ in der alten Schule von Lantershofen. Die Betreuung erfolgt durch Eltern unter Leitung der katholischen Kirche, unterstützt durch den Kinder- und Jugendförderverein Grafschaft .

Zum Vereinsleben: Insgesamt haben die Lantershofener Vereine ca. 1.500 Mitglieder. Bei den Musikfreunden/Panikorchester wird eine intensive Jugendarbeit geleistet. Zurzeit werden über 30 Kinder bzw. Jugendliche an Instrumenten ausgebildet. Außer zwei größeren Konzerten und diversen Auftritten im Dorf, sind die Musikfreunde auch außerhalb des Dorfes ein gern gesehener Gast. Dem Orchester gehören zurzeit über 70 Personen an und das Durchschnittsalter ist sehr jung: zwischen 19 und 20 Jahren. 3 Die Junggesellen-Schützengellschaft St. Lambertus Lantershofen e.V. pflegt eine über 500 Jahre alte Tradition. Es wird altes Brauchtum erlebt, Fronleichnamsprozession, Maibaum aufstellen, Maubichfestausrichtung, sowie das Schützenfest und die Kirmesfeierlichkeiten über drei Tage, mit Straßenmusik und vielen Besuchern. Zu den Ahrweiler Schützen besteht eine enge Verbindung. Zu den Junggesellenschützen gehört ein Tambourcorps, das alle Feste des Dorfes musikalisch begleitet. Auch der Tischtennisklub TTC Karla trägt an der aktiven Dorfgemeinschaft bei. Der Verein besteht seit über 60 Jahren und es spielen 17 Mannschaften (alt und jung) sowie eine Damenmannschaft. Männergesangverein und Frauenchor: Dieser Verein hat eine Tradition von über 110 Jahren aufzuweisen und ist im Lantershofener Dorfgeschehen nicht mehr wegzudenken. Die heiligen Messen werden musikalisch untermalt, Konzerte im Laufe des Jahres initiiert. Zudem liegt die Durchführung und Gestaltung des Straßen- bzw. Hüttenfestes in den Händen der Sängerinnen und Sänger. Einen Karnevalsverein gibt es nicht. Die Karnevalssitzung, Karnevalsparty und Karnevalsumzug (am Karnevalsdienstag mit vielen auswärtigen Besuchern) werden von der Junggesellenschützengesellschaft und dem Männer- und Frauengesangsverein durchführt. Die Kinderkarnevalssitzung findet unter der Leitung der Messdiener von Lantershofen statt. Weiterhin unterstützt eine Möhnengruppe das Lantershofener-Karnevalstreiben. Der VfB Lantershofen hat eine aktive Frauen-Gymnastikgruppe, eine „Alte Herren“-Turngruppe und eine “Alte Herren“-Mannschaft sowie eine Kinder- und Jugendturngruppe. Jährlich wird ein Hallenturnier im Januar und ein Fußballturnier - auf dem Lantershofener Sportplatz - im Juni veranstaltet. Lantershofen hat eine eigene freiwillige Feuerwehr, die Löschgruppe Lantershofen. Diese blickt auf ein über 75-jähriges Bestehen zurück. Selbstverständlich wird auch hier die Kameradschaft gepflegt. Anfang August findet jedes Jahr vor der Mehrzweckhalle das Feuerwehrfest statt, u. a. mit Spielen für die Kinder. Für das leibliche Wohl sorgen dann die Familienmitglieder der Feuerwehr. Zu erwähnen sind noch die Motorradfreunde Lantershofen. Der Martinsausschuss organisiert die Prämierung der Fackeln, den St. Martinsumzug, das Martinsfeuer sowie die anschließende Tombola im Saal des Winzervereins, in Zusammenarbeit mit dem Ortsvorsteher. Weiterhin gibt es den Förderverein “St. Lambertus Lantershofen e.V.“, mit der Aufgabe der Förderung der theologischen Ausbildung im Studienhaus St. Lambert. 4 Neu ist der Förderverein “Zukunft Lantershofen e.V.“, der sich zur Aufgabe macht, die langfristige Weiterentwicklung des Ortes in der Dorf- und Lebensgemeinschaft zu erhalten und auszubauen. Ein weiterer neuer Verein namens „Circle Pit e.V“ hat sich die Steigerung des kulturellen Angebotes in der Region sowie die Förderung von regionalen Nachwuchskünstlern zur Aufgabe gemacht. In Lantershofen passt er auf Grund der Jugend- und kulturellen Veranstaltungen ins Dorfgefüge. Die Speerspitze der Vereinskultur bildet die Bürgervereinigung Lantershofen e. V. Diese ist zuständig für die Pflege des dörflichen Brauchtums, für Seniorenfahrten, Senioren-Adventskaffee, Durchführung der Ursula-Kirmes und der jährlichen Bürgerwanderung. Erhalt und Pflege der Dorfkreuze, der Lambertus-Hütte und Bänke um Lantershofen sowie die Vereinskoordination der Jubiläen in Verbindung mit dem Ortsvorsteher im Dorf ist ihr Aufgabenbereich. Im Herbst findet ein Kochwettbewerb einer rheinischen Spezialität statt: Hier wird die Lantershofener Bevölkerung zum Backen und Probeessen des “Döppcheskoochen “ unter der Schirmherrschaft des Ortsvorstehers eingeladen. Anfang Dezember erfolgt die Aufstellung des Weihnachtsbaumes an der Kirche, ebenfalls unter der Organisation des Ortsvorstehers. Mehrmals im Jahr ist “ Lantesche op Tour “! Eine mehrstündige geführte Wanderung durch ein Vorstandsmitglied der Bürgervereinigung, an der sich jeder beteiligen kann. Eine weitere Aufgabe dieses Vereins ist die Weiterführung der Dorfchronik und Internet-Seite “ www.lantershofen.de ”. Hier werden alle Jahresereignisse von und für alle Bürgerinnen und Bürger, Dank des Chronisten, dokumentiert. Die Lantershofener, die nicht über Internet verfügen, können diese Seiten im neuen “Informationskasten“ am Eingang des Kirchenportals lesen. Hier informieren alle Lantershofener Vereine, sowie der Ortsvorsteher.

Das Dorf: Den Mittelpunkt des Ortes bildet die St. Lambertus Kirche. Unmittelbar daneben liegt der Frumechplatz mit Brunnen, Bachlauf und Bänken. Dieser Platz wurde von der Gruppe „Lantesche für Lantesche“ gestaltet. Ebenfalls auf diesem Platz wird der Mai- und Weihnachtsbaum aufgestellt. Neben der Kirche steht das Studienhaus St. Lambert - die Burg Lantershofen. Eine bekannte und in Deutschland einmalige Ausbildungsstätte für katholische Priester, die auf dem 3. Bildungsweg, ohne Abitur, Theologie studieren können. Hier wurden bisher 260 Priester aus fast allen deutschen Diözesen und verschiedenen Ordensgemeinschaften ausgebildet. Auch die Leitung des Studienhauses ist als vorbildlich anzusehen. In den letzten sieben Jahren sind aus diesem Hause bereits drei Bischöfe hervorgegangen. Gegenüber der Burg findet man die Alte Schule, die als Jugendtreff zur Verfügung steht. Ebenfalls in unmittelbarer Nähe der Burg befindet sich der Katholische Kindergarten St. Katharina. Neben dem Kindergarten, die Mehrzweckhalle St. Ursula-Haus. Diese wird von allen Lantershofener Vereinen für ihre Tätigkeiten genutzt, vom Musikverein, über den Tischtennisverein sowie Schulsport und dem Senioren-Kaffee. Auch die Feuerwehr nutzt einen Bereich dieses Hauses. Da die Räumlichkeiten für eine erforderliche Technik zur Brandbekämpfung nicht mehr ausreichten, wurde in Eigenleistung durch die Feuerwehr ein Anbau, u. a. auch für ein Löschfahrzeug, erstellt. Der Winzerverein Lantershofen ist ein großer gemütlicher Saal im Dorf (fast mitten im Dorf) und ein beliebter Treffpunkt und Austragungsort vieler örtlicher Festivitäten. Der Saal mit Kellerräumen und Gaststätte können für private Feste angemietet werden. Das Landgasthaus grenzt an den Saal des Winzervereins und ist verpachtet. Am Ende der Lambertusstraße befindet sich die St. Lambertushütte, errichtet von der Bürgervereinigung Lantershofen e.V. Hier befindet sich auch der Schützenplatz der Junggesellen-Schützengesellschaft St. Lambertus Lantershofen, auf dem jedes Jahr ihr Schützenkönig ermittelt wird. Die St. Lambertushütte kann von den Ortsvereinen und Lantershofener Bürgerinnen und Bürger gemietet und genutzt werden. Neben dem Areal der St. Lambertushütte haben die Bölinger Sportschützen ihre Schießanlage. Hier wurde das Schießen anlässlich des Bundesschützenfestes 2007 ausgetragen. Eine Kreativ-Werkstatt für Erwachsene und Kinder, in der man u. a. töpfern kann (das kann man hier auch erlernen!), befindet sich Ecke Schmittstraße/Ahrweiler Berg.

Gegenüber gibt es eine Mühle, die noch immer in Betrieb ist und ihre Produkte auch an Privatpersonen verkauft. Außerdem hat Lantershofen die “Eifel-Destillerie Schütz“ in der Schmittstraße, “Brennerei-Dünker“ in der Brennerstraße und die “Landhofer-Brennerei Krämer“ in der Winzerstraße. Die Eifel-Destillerie Schütz hat die Auszeichnungen bzw. Goldmedaillen für ihre Liköre “ Eifel-Gold “ und “ Himbeere “ erhalten. Außerdem kreierte die Eifel-Destillerie den neuen goldmedaillierten Lantershofener Birnen-Likör. Von der Landhofer Brennerei Krämer stammt der “Echte Lantershofener Birnenbrand“. Bereits in der dritten Generation arbeitet der “Malerbetrieb Franken“ in der Gartenstraße. Neu hinzugekommen ist der Maler- und Lackierbetrieb “Bugdoll-Design“; ansässig: Auf Schäfersburg.

Weitere Betriebe im Dorf: Weber Elektro- & TV-Service, Forstarbeiten und Gartengestaltung Manfred Braun, Telekommunikation Huff, Allianz-Versicherung und HTC-Reisen Hemmers, der seine Reiseangebote auch im Fernsehen präsentiert. Seit 2005 gibt es die Firma “Zillgen“, die sich mit Werbekonzepten befasst. Das Wohnhaus mit Atelier ist eines von insgesamt fünf Objekten im gesamten Kreis Ahrweiler, das ausgewählt wurde für den “ Tag der Architektur 2006 “. Im Jahr 2002 nahm bereits das “ Haus Platzek “(Zum Ahrblick) in Lantershofen an dem “ Tag der Architektur “ teil. Heute gehört das Haus der Familie der evangelischen Pfarrerin. Lantershofen hat auch viele nebenberufliche Winzer und Landwirte aufzuweisen. Auch für die Gesundheit im Dorf ist gesorgt: Durch das “Yoga-Institut Iyengar und Samdosha-Ayurveda Gesundheitszentrum“ in der Rheinstraße, eine Praxis für Naturheilkunde und Hypnosetherapie, Zum Ahrblick, sowie der Psychotherapeutischen Praxis einer Dipl.-Psychologin in der Katharinastraße. Das Labor „Hentrich-Dentaltechnik“ befindet sich in der Hemmessener Straße. Gegenüber der Kirche, die Raiffeisenbank in der Brennerstraße. Rechtsanwalt Friedrich Hartmann hat seine Kanzlei in der Karweiler Straße. Auf der Thonwerkstraße oberhalb von Lantershofen sind die Geschäftsräume der “Kettiger Thonwerke“ angesiedelt. In der Nähe befindet sich der Verkehrsübungsplatz der Fahrschule Queckenberg. Hier werden u. a. Fahrsicherheitstrainings-Programme durchgeführt. Das Autohaus Fuchs in der Rheinstraße unterhält neben dem Autoverkauf eine Kfz.-Werkstatt. Der Tourismus kommt auch nicht zu kurz, dafür stehen mehrere Ferienwohnungen in Privathäusern zur Verfügung. Auch gibt es in Lantershofen viele sehenswerte Innenhöfe, die aus ehemaligen Bauernhöfen entstanden sind. Errichtet wurden zwei neue moderne “ Buswartehäuser “.

Über Maubich, Birnenkraut, Birnenbrand, Birnenlikör und Birnenflammkuchen: Ein Jesuit hat im Jahre 1677 schon darauf aufmerksam gemacht, dass man Obst- früchte in Backöfen dörren soll und so das gedörrte Backobst fünf bis sechs Jahre haltbar macht, um magere Erntejahre zu überbrücken. Aus diesem Dörrobst wurde dann der sogenannte Maubichkuchen gebacken. Dass gesamte Prozedere mit den Zutaten wird von Generation zu Generation überliefert. Neben Lantershofen ist der nächste Ort in dem der Maubichkuchen (der früher als “Armes Leute Essen“ galt) gebacken wird, ein Ort in den Ardennen, in dem diese Spezialität ähnlich zubereitet wird. “Brötchesmädchen“, so werden die jungen Damen genannt, die den Besuchern den frischen Maubichkuchen am “ Maubichfest “ im Juli eines jeden Jahres servieren. Diese Mädchen müssen zwei Bedingungen erfüllen, sie müssen mindestens 17 Lenze zählen und dürfen nicht verheiratet sein. Sie bedienen auch beim Festkommers am Morgen des Kirmesmontag. Wie aus diesen Überlieferungen ersichtlich, hatte Lantershofen immer einen starken Bedarf an Birnen, denn es gab nicht nur den Maubichkuchen sondern auch das Birnenkraut und den Birnenbrand. Deshalb waren hier immer viele hochstämmige Birnbäume angesiedelt. Bei den Obstbaumzählungen in den Dreißiger Jahren zählte man 495 Birnbäume. Während der Siebziger Jahre fielen diese Bäume zum größten Teil der Flurbereinigung zum Opfer. Die Schäden an der Natur und Landschaft, die diese Flurbereinigung verursachte, sind nicht mehr reparabel. Man kann durch neue Anpflanzungen von Bäumen der Natur wieder einwenig zurückgeben. Wir haben uns vorgenommen, im Laufe der Jahre über 100 Bäume zu pflanzen. Die Anpflanzung der Bäume hat bereits begonnen. Es wurden Birnbäume in der Anlage des Studienhauses St. Lambert sowie den Ortseingängen und am St. Ursula Haus gepflanzt. Ein Birnensortengarten wurde mit ca. 30 verschiedenen Birnbäumen neben der Privatstraße zum Kettiger Thonwerk angelegt und wird auf 60 Birnenbäume erweitert. Auch die Verarbeitung der Birnen in Maubichkuchen, Birnenbrand, Birnenlikör, Birnenkraut und Birnenflammkuchen, der Lantershofener Brenner und der Lantershofener Gastronomie soll, bzw. erfolgte bereits. Somit steht einer Benennung „ Birnendorf Lantershofen “ nichts mehr im Wege! In der Gemarkung Lantershofen gibt es noch einen erhaltenen Hohlweg, die „Schwallhüll“. Es ist der einzige Hohlweg, der dem Flurbereitungsverfahren nicht zum Opfer fiel. Hier soll ein ökologisch verträglicher Fußweg in Abstimmung mit Gemeinde und Landespflege geschaffen werden.