Geschichte


des MGV Cäcilia Lantershofen

Gründung des Männergesangvereins "Cäcilia Lantershofen" 1893


Chronik MGV 1893

Nachdem schon im März 1893 sich eine genügende Anzahl junger Leute zur Bildung eines Männergesangvereins angemeldet und gleich am einen Verein für sich geschlossen hatte, wurde durch den Lehrer Seul von hier eine Versammlung auf den 25. Juni 1893 zur Gründung eines öffentlichen Vereins berufen. Zu dieser Versammlung waren "neunzehn" erschienen.Es kam zur Verhandlung: 1. Die von Lehrer Seul aufgestellten Statuten wurden bezüglich ihrer Forderungen geprüft und beraten und darauf von allen unverändert anerkannt. 2. Wahl des Vorstandes: Es wurden gewählt zum Vorsitzenden Peter Effertz, zum Stellvertreter des Vorsitzenden Michel Schmitz, zum Schriftführer Joseph Rieck, zum Kassierer Peter Jos. Effertz, zum Dirigenten Lehrer Seul, als Ausschußmitglieder Barthel Bender und Jakob Effertz. 3. Die Statuten wurden vorgelesen und von allen unterschrieben. 4. Die Rechnung, die bis dahin durch den Lehrer geführt worden war, wurde geprüft und einstweilen dem Lehrer Seul zur Weiterführung überlassen. Der im März mit 0,50 M bezahlte Beitrag wurde auf eine Mark erhöht und die fehlenden 0,50 M von allen nachbezahlt".

Gründungsmitglieder


Thomas Schaaf / 2002

Von den vorstehend erwähnten "neunzehn" Anwesenden zur Vereinsgründung wurden genaugenommen nur "achtzehn" auch Gründungsmitglied, denn Lehrer Seul fungierte als Organisator der Gründung und wurde zunächst kein Mitglied.Die achtzehn Gründungsmitglieder waren: Peter Efferz, Michel Schmitz, Josef Rieck, Peter Josef Efferz, Jakob Efferz, Josef Kappen, Josef Schneider, Jakob Hecker, Theodor Murzel, Wilhelm Ley, Jakob Hilberath, Hubert Lützen, Johann Krupp, Josef Fuchs, Johann Fuchs, Johann Josef Münch, Johann Josef Fuchs, Peter Schütz, Josef Schütz, Barthel Bender, Lorenz Hilberath.

Zum Gründungsdatum des MGV


Thomas Schaaf / 2000

Zum Gründungsdatum des Männergesangvereins "Cäcilia" Lantershofen berichtet die Vereinschronik im Jahre 1931: "Bezüglich des Alters unseres Vereins, der nach der Chronik im Jahre 1893 gegründet wurde, herrschte die Auffassung, dass die gesangliche Betätigung, welche 1893 zum vereinsmäßigen Zusammenschluss führte, schon im Jahre 1892 begonnen habe. Als Beweis dafür wurde festgestellt, dass bereits im Jahre 1892 dem Hochwürden Peter Kilzer, einem Sohn des hiesigen Lehrers, aus Anlass seiner Primiz von jungen Leuten aus Lantershofen unter Leitung des Lehrers Seul eine gesangliche Ovation dargebracht wurde."

Aus der Geschichte des Männergesangvereines "Cäcilia" in Lantershofen (Auszug)


Erich Boosfeld, Ferdinand Zepp und Heinz Klaes / Festschrift zum 100-jährigen Bestehen 1993

"Wer den Gesang in Ehren hält der hält sich selbst in Ehren. Es ist ein Werk, das Gott gefällt und das die Engel hören!" (Ch. Weiss 1642-1708 )

Schon in der Antike hatte der Chorgesang oder besser der Sprechchor eine grundlegende Funktion in den griechischen Komödien und Tragödien. Weitergeführt neben den religiös besetzten Gregorianischen Gesängen des Mittelalters und den Chorälen der Reformationszeit (Luther, Buxtehude, Pachelbel, J.S. Bach u.a.) stellte der Chor später eines der Hauptelemente der neugeborenen Oper dar. Doch war es in Wirklichkeit das Oratorium, wo der Chor Vorrang hatte.

Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts entstanden in den deutschsprachigen Ländern zahlreiche Laienchorvereinigungen mit großem künstlerischen Engagement. Diese Chorvereinigungen führten zur Bildung eines Chorrepertoires, zu dem Komponisten wie Franz Schubert, Robert Schumann, Felix Mendelsohn-Bartholdy und Anton Bruckner beitrugen. Vor dem Hintergrund genau dieser Zeit muss man dann auch die Gründung des MGV "Cäcilia" Lantershofen im Jahre 1893 sehen.

War man bis dato lediglich mit Volksliedern und liturgischem Kirchengesang in Berührung gekommen, konnten sich die jungen Leute unseres ländlichen, von Weinbau und Landwirtschaft geprägten Ortes nicht länger der Begeisterung für die neue Art, gemeinsam und mehrstimmig miteinander zu musizieren, entziehen. Angeregt durch zahlreiche bereits erfolgte Chorgründungen in der Umgebung fanden sich bereits 1892 junge Leute aus Lantershofen zusammen, um aus Anlass einer Primiz ein Ständchen darzubringen.

Gründungsdatum 1893


 

Auf Veranlassung des damaligen Lehrers Seul erfolgte jedoch erst am 25. Juni 1893 ein vereinsmäßiger Zusammenschluss. Dieser Tag gilt als der Gründungstag des Vereins. Zur Gründungsversammlung erschienen 19 musikbegeisterte Männer, die die von Herrn Lehrer Seul aufgestellten Statuten anerkannten und den ersten Vorstand wählten.

Nur deutsche Lieder, sorgfältige Protokolle ab 1883


 

"Was den Kirchengesang betrifft, so werden hauptsächlich nur deutsche Lieder geübt und gesungen" , heißt es in den Gründungsstatuten. Tatsächlich jedoch hat der Verein in seiner 100-jährigen Geschichte nicht nur das deutsche Kirchenlied geübt und gesungen, sondern des öfteren sogar den gesamten liturgischen Gesang an hohen Festtagen gestaltet, wie es ja heute noch jährlich an Kirmes geschieht.

Immer wieder erleben wir beim Durchlesen der sorgfältig geführten Protokolle, dass sich in den Jahren um 1900 eine eifrige gesangliche Tätigkeit unter den Dirigenten Herrn Lehrer Seul und Herrn Klöpel entfaltete. Jährlich fand in jenen Jahren ein Konzert an den Stiftungsfesten statt, zu denen oft auswärtige Vereine eingeladen wurden. Ausflüge zum Arenberg bei Koblenz, zur Oberahr und zum Rhein, seit 1894 Theaterabende am zweiten Weihnachtstag, die Gestaltung der Hirtenmesse an Weihnachten, die Beschaffung einer Theaterbühne und die Teilnahme an auswärtigen Sängerfesten haben die Schriftführer der Nachwelt in lebendiger Weise erhalten.

Fest des 20-jährigen Bestehens, Fahnenweihe 1913


 

Das Fest des 20-jährigen Bestehens verdient besondere Erwähnung. Es war zugleich das Fest der Fahnenweihe. Die Chronik berichtet darüber lediglich für das Jahr 1913: "Fahne angeschafft und enthüllt, anlässlich des Stiftungsfestes durch Herrn Bürgermeister Schubach." Der damalige Vereinspräsident Herr Josef Hubert Bender, organisierte und leitete damals die Festlichkeiten. Viele auswärtige Vereine nahmen an dem Fest der Fahnenweihe im Saale des Winzervereins teil. Nachdem man lange über die Art der Gestaltung der Fahne in den vorausgegangenen Monaten beraten hatte, beschloss man, dieselbe mit dem Bilde der Patronin der Musikfreunde, der hl. Cäcilia zu schmücken.

Der Spruch: "Einig im Lied, treu im Gemüt" und "Männergesangverein Cäcilia Lantershofen-1893-1913" ziert in kunstvoller Schrift die äußere Umrandung der Fahne. Eine Firma in Bonn stellte dieselbe her. Das Geld dafür wurde durch Stiftungen der Vereinsmitglieder und der Rest durch die Vereinskasse aufgebracht. Die Fahne kostete einschließlich Zubehör den für die damalige Zeit hohen Betrag von etwa 400,-Goldmark.

Die damaligen Ehrendamen, Fräulein Maria Thiebes, Fräulein Christine Rick, Fräulein Margarete Dünker, Fräulein Margarete Schopp, Fräulein Margarete Schumacher, Fräulein Anna Heinzen, Fräulein Maria Krämer und Fräulein Christine Bender stifteten eine Schleife, die heute noch die Fahne ziert.

Erster Fähnrich Peter Efferz


 

Das Amt des Fähnrichs bekleidete zum erstenmal Herr Peter Efferz. Seine Fahnenbegleiter waren Herr Josef Rick und Herr Matthias Klaes. Die Weihe fand an einem Sonntag statt. Es wurde zur Auflage gemacht, dass die Fahne bei kirchlichen Veranstaltungen mitgehen solle. Das Amt des Dirigenten bekleidete damals Herr Jahn. In jenem Jubeljahr traten dem Verein Herr Lorenz Krämer, Herr Josef Klaes und Herr Franz Mombauer neu bei.

Weltkrieg 1914-1918, Vorstand nach dem Krieg 1919, Theaterbühne 1920


 

Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges kam das Vereinsleben für lange Zeit völlig zum Erliegen, da viele Mitglieder binnen kurzer Zeit ihre Einberufung zum Kriegsdienst erhielten. Als Opfer des ersten Weltkrieges hatte der Verein den Verlust von vier treuen Mitgliedern zu beklagen. Ehre ihrem Andenken!

Als im Jahre 1919 die durch die Besatzungsmacht angeordneten Ausgehverbote und Versammlungsbeschränkungen gelockert wurden, erwachte der Verein zu neuem Leben. Bereits am 8. Januar 1919 wurde der erste Nachkriegsvorstand gewählt und die Gesangproben unter dem alten, seit 1912 für den Verein tätigen und bis heute unvergessenen Dirigenten Jahn wieder aufgenommen. Stetig und zielbewusst ging der Chor in der Folgezeit, geleitet von den umsichtigen und sehr verdienstvollen ersten Vorsitzenden Herrn Peter Efferz II, Herrn Lorenz Hilberath, Herrn Franz Mombauer und Herrn Lehrer Diederich und musikalisch von tüchtigen Dirigenten betreut, seinen Weg. Besonders in den Jahren der Weimarer Republik erlebte das musikalische Können und kulturelle Schaffen des Vereins große Erfolge. Am 25. April 1920 feierte der Verein gemeinsam mit 7 Brudervereinen sein 25-jähriges Bestehen. Im gleichen Jahre wurde es ihm möglich, eine Theaterbühne zu beschaffen, da die alte durch amerikanische Besatzungstruppen sehr beschädigt worden war. Hochherzige Spender trugen zur Finanzierung derselben bei.

Gemeinnützige Konzerte und Theateraufführungen 1922-1923


 

Der Gesangverein "Cäcilia" Lantershofen darf auf das Vereinsjahr 1922 bis 1923 als eines der erfolgreichsten in seiner Geschichte mit Stolz zurückblicken. In diesem Jahre wurden Konzerte und Theateraufführungen veranstaltet, der Erlös, wie durch den Verein allgemein beschlossen worden war, zu gemeinnützigen Zwecken verwendet wurde. "Galt es doch, den im ersten Weltkrieg gefallenen Sangesbrüdern und Gemeindemitgliedern in der Kapelle zu Lantershofen ein dauerndes und ehrendes Andenken zu schaffen, sowie einem lange gehegten Wunsche der Vereinsmitglieder nachzukommen, indem in der hiesigen Kapelle eine Cäcilienstatue als religiöses Symbol der edlen Sangeskunst aufgestellt und damit das Innere der Kapelle würdig verschönert werden sollte".