Aktuelles


aus dem Seminar

Kirchenmusikalischer Leckerbissen in der Lambertuskirche


Wenn sich Musik und Gedanken an einem geeignetem Ort treffen, verspricht dies immer ein besonderes Erlebnis. So war es auch in der Lambertuskirche Lantershofen, als in einer Kirchenmusikalischen Andacht zur Fastenzeit Gelegenheit zu Meditation und Nachdenken in geistlichem und musikalischem Rahmen geboten wurde. Der Regens des Studienhauses St. Lambert, Dr. Volker Malburg und Organist Markus Prange wechselten sich ab in Beschreibung, Deutung, Ausmalung und Empfindung des bekannten Passionsliedes „O Haupt voll Blut und Wunden“. Die Strophen dieses Liedes von Paul Gerhardt waren Grundlage der durch Malburg entwickelten Gedanken und Überlegungen zum Tode Jesus Christi und dem Glauben an den Gottessohn. Mitsingen der einzelnen Strophen durch die Andachtsgäste verstärkte den persönlichen Bezug zu Lied und Melodie.

Jesus wird zum Tode verurteilt.
Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen.

Markus Prange an der neuen Simon-Orgel nahm die Meditation über die Strophen des Liedes musikalisch auf und übersetzte deren Glaubensinhalt in Orgelklang vom kaum vernehmbaren Piano bis zum gewaltig brausenden Fortissimo, wobei er die gesamte Klangbreite des neuen Instrumentes in den ausgewählten Kompositionen virtuos zur Geltung brachte. Werke von J.S.  Bach, J.L. Krebs, J.G. Rheinberger und M. Reger, F. Peters und William Lloyd Webber griffen die Thematik des Gerhard-Liedes auf und versuchten Antwort zu geben, was uns das Kreuz heute sagen kann. Ruhige Teile des musikalischen Vortrags gaben Raum zu innerer Sammlung und eigenen Gedanken.

Jesus stirbt am Kreuz.
Der heilige Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt. Ausschnitte aus der Kreuzwegstation in der Lambertuskirche. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.

Schlusspunkt dieser bemerkenswerten Kirchenmusikalischen Andacht setze – wie kann es bei Markus Prange anders sein – Bachs Schlusschoral aus der Matthäuspassion "Wir setzen uns mit Tränen nieder" in der Orgelübertragung von W. Bretschneider. Am Sonntag, 2. April 19.00 Uhr findet eine weitere Kirchenmusikalische Andacht zur Fastenzeit in der Lambertuskirche statt. Der Subregens des Studienhauses, Philip Peters, leitet durch die Andacht, an der Orgel wird Organist Heinrich Fuchs sitzen.

Kirchenmusikalische Andachten in der Fastenzeit


In der Fastenzeit laden die Kirchengemeinde und das Studienhaus St. Lambert zu zwei Kirchenmusikalischen Andachten in die St. Lambertus-Kirche Lantershofen ein. Beginn ist jeweils um 19.00 Uhr. Die erste Andacht findet am Sonntag, 12. März statt und wird betreut vom Leiter des Studienhauses, Regens Dr. Volker Malburg, an der Orgel wird Markus Prange sitzen. Die zweite Andacht am Sonntag, 2. April leitet der Subregens des Studienhauses Philip Peters, die Orgel spielt Organist Heinrich Fuchs. Meditation und Orgelklang vereinen sich zu innerer Sammlung und geben Raum für tiefe eigene Gedanken.

Werke von Bach, Brahms, Reger und anderen


Erstes Konzert an der neu aufgeführten Orgel in St. Lambert. Foto: Thomas Schaaf.

Das erstes Orgelkonzert auf der neuen Simon-Orgel, die durch Orgelbau Siegfried Merten aus Remagen transferiert und reorganisiert wurde, findet am 22. Januar 2017 um 17.30 Uhr in der Kirche St. Lambertus statt. Der Trierer Domorganist Josef Still spielt Werke von Johann Sebastian Bach (1685 - 1750), Gabriel Fauré  (1845 - 1924), Max Reger (1873 - 1916), Johannes Brahms  (1833 - 1897), Louis James Alfred Lefebure-Wely  (1817 - 1869), Naji Hakim (geb. 1955) und César Franck  (1822 - 1890). Der Eintritt ist frei, um eine Spenden für eine Fortführung der Orgelkonzerte wird gebeten.

Burgforum: Telefonseelsorge - Arbeit und Wirken


Diplom-Theologe und Diplom-Psychiater Michael Bruckner aus Düsseldorf

Aus dem Alltag der Telefonseelsorgerinnen und Telefonseelsorger

Telefonseelsorger sind Zuhörkünstler, Anteilnehmer und Gesprächsmillionäre, so Michael Bruckner, Diplom-Theologe und Diplom-Psychiater. In einer Studie befragte er Telefonseelsorger und Telefonseelsorgerinnen, was sie aus dem Alltag der Telefonseelsorge für das eigene Leben mitnehmen konnten. Dankbarkeit und Demut waren ihre ersten Antworten. Sie lernten das Leben neu zu leben: achtsamer, entschlossener, verantwortlicher, gefühl­voller und empfindsamer sowie gelassener im Umgang mit sich selbst und anderen Menschen.

In seinem Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Burgforum" des Studienhauses St. Lambert berichtet Michael Bruckner, der auch als Ehe-, Familien- und Lebensberater, als Supervisor und Mediator und Paartherapeut arbeitet, über die Telefonseelsorge und ihre Auswirkungen. Der Dienst in der Telefonseelsorge sei eine hoch professionelle, seelsorge­rische Tätigkeit, so Bruckner. Der Vortrag gibt Einblicke in die Arbeit der Telefonseelsorge, den Freuden und Hoffnungen, Ängsten und Zweifeln, Trauer und Schmerz, Zorn und Ekel der Anrufer und der Seelsorger. Er illustriert den Beitrag der Kirchen für eine solidarische und parteiliche Gesellschaft. Bruckner ist auch Leiter der Katholischen Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle Düsseldorf. Zum Vortrag lädt das Studienhaus alle Interessierten herzlich ein für Mittwoch, den 18. Januar 2017, 19:30 Uhr in die Aula des Studienhauses St. Lambert in Lantershofen.

Trierer Domorganist Josef Still spielt die Simonorgel


Erstes Konzert auf der neu eingebauten Orgel

Auf der neuen Lantershofener Orgel mit ihren 21 Registern wird es in unregelmäßigen Abständen Konzerte geben. Die Orgel war im Dezember in der örtlichen Lambertuskirche geweiht worden, nachdem die Vorgängerorgel buchstäblich „verbraucht“ war. Die neue Simon-Orgel hatte zuvor mehr als 30 Jahre lang ihren Dienst im Münsterland getan. Den Tipp, eine gebrauchte Orgel anzuschaffen, hatte der Trierer Domorganist Josef Still den Lantershofenern gegeben. Das Organisationsteam zum Orgelbau freut sich, dass es gelungen ist, Josef Still für das erste Konzert gewinnen zu können. Dieses findet am Sonntag, 22. Januar, ab 17:30 Uhr statt. Der Eintritt ist frei, im Anschluss des Konzerts wird jedoch um freiwillige Spenden zur Finanzierung weiterer Konzerte gebeten.

Es ist geschafft: Der Werdegang der neuen Lantershofener Orgel


Orgelbaukoordinator Horst-Peter Kujath erzählt die Geschichte der neuen alten Orgel aus Selm. Maßgeblich und engagiert hat er das Orgelprojekt vom Beginn bis zum ersten offiziellen Klang begleitet. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.

Einweihungsrede des Orgelbau-Projektkoordinators Hans-Peter Kujath

„Liebe Messbesucher, Gäste und Freunde der Pfeifenorgelmusik, wir haben es geschafft. Unsere neue gebrauchte Orgel der Firma Simon, die von der Orgelbaufirma Merten aus Remagen überholt wurde, ist fertig und kann gespielt werden. Alles begann im Frühjahr 2015 mit dem Besuch des damaligen Orgelsachverständigen, Domorganist Josef Still, aus Trier. Er hat unsere alte Orgel begutachtet. Sein Urteil: Die Orgel ist mechanisch verbraucht, klanglich ein Kind ihrer Zeit und sehr spitz und scharf klingend. Sein Rat: Sehen sie sich im Internet nach einem neuen Instrument um.

Für uns kam die Einschätzung nicht ganz unerwartet, aber es traf uns schon hart, denn unsere finanziellen Möglichkeiten warten zu diesem Zeitpunkt arg beschränkt. Daraufhin beauftragten wir sechs Orgelbaufirmen, für die Instandsetzung der Mayer-Orgel mit 14 Registern aus dem Jahre 1971 ein Angebot abzugeben. Das Ergebnis der Analyse durch die Firmen war sehr ernüchternd: Eine der Firmen hat sich nicht gemeldet und kein Angebot abgegeben, eine zweite wollte kein Angebot abgeben, da sie nicht sicherstellen konnte, die Orgel in einen für sich und die Gemeinde akzeptablen Zustand zu bringen. Die anderen vier Angebote variierten zwischen 55.000 € und 120.000 €.

Durch die Restauration wäre klanglich keine Änderung erzielt worden, sondern nur eine Sicherstellung der Funktion erreicht. Die Zahlen haben uns letztendlich überzeugt. Wir haben uns innerhalb der Gemeinde, dem Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat geeinigt, dem Rat von Herrn Still zu folgen und uns im Internet nach einem gebrauchten Instrument umzusehen. Zweimal hatten wir bei der Bewerbung um ein Instrument das Nachsehen gehabt. Im Mai 2016 war es dann soweit. Wir haben die Selmer Gemeinde St. Josef besucht und eine Woche später bereits unsere Kaufabsicht kundgetan. Die dort vorgefundene Pfeifenorgel ist bestens geeignet um bei den Gemeindemessen den Gesang zu führen, Chor und Schola zu begleiten, bei der Gesangsausbildung der Studenten mitzuwirken, Gottesdienste und Andachten des Studienhauses musikalisch mitzugestalten, bei Pontifikalämtern mit Bischöfen und Kardinälen eine adäquate musikalische Begleitung zu sichern. Nochmals ein Dank an die Selmer Gemeinde, die uns Zeit gab, die finanziellen Dinge im Anschluss an die Kaufzusage regeln zu können. Wir haben die Orgel erworben mit der Einschränkung, wenn wir das Projekt finanziell nicht stemmen können, vom Kauf zurücktreten zu können. Die Genehmigung der bischöflichen Behörde musste ja auch noch eingeholt werden. Wie sie sehen, haben wir die 70% der Gesamtprojektsumme zusammen und durften starten.

An dieser Stelle ein besonderer Dank an die August-Dörner-Stiftung, die spontan 50.000 € zur Verfügung stellte, da die Kirche auch vom Studienhaus rege genutzt wird. Ebenfalls allen anderen Spendern und Orgelpfeifenpaten recht herzlichen Dank für die großzügige finanzielle Unterstützung. Ohne Sie hätten wir solch ein Instrument, wie die jetzige Orgel, Baujahr 1982, mit 21 klingenden Registern und 256 Möglichkeiten der Klangspeicherung, nicht erstellen können. Da ich nun beim “Dank sagen“ angekommen bin, möchte ich der Orgelbaufirma Merten, d.h. Herrn Merten, seiner Mitarbeiterin und seinen sieben Mitarbeitern recht herzlich für die exzellente Arbeit in den vergangenen vier Monaten beim Abbau  (27. – 30. September), der kompletten Überholung und Einbau von Ergänzung/Änderungen      (1. – 20. Oktober) sowie beim Wiederaufbau (ab dem 20. Oktober) und der Intonation der Orgel recht herzlich danken. Alle Termine wurden fristgerecht eingehalten. Eine von uns organisierte Exkursion zur Orgelbaufirma Merten wurde von 36 Gemeindemitgliedern genutzt, um sich an Ort und Stelle über den Orgelbau im Allgemeinen und unsere Orgel (sie stand dort in ihre Einzelteile zerlegt) zu informieren. Das war für alle Teilnehmer ein einmaliges Erlebnis.

In Remagen empfängt Orgelbauer Siegfried Merten (rechts) die Besuchergruppe vorwiegend aus Lantershofen unter Führung von Koordinator Horst-Peter Kujath (Mitte).
In der Werkstatt des Orgelbauers.

Die Orgel ist ebenfalls finanztechnisch zu 99,2 % in dem von beauftragen Rahmen von 136.000 € geblieben, von denen fast 103.000 € durch Spenden bereits abgedeckt sind. Eine unglaubliche Kraftanstrengung aller, die uns geholfen haben. Danke. Hier sind jetzt auch im gleichen Atemzug die freiwilligen Helferinnen und Helfer zu nennen, die bei Abbau der alten Mayer Orgel geholfen haben. Sie wird demnächst in Slowenien in einer Kirche erklingen. Weiterhin alle Helfer, die beim Streichen der Kirchenrückwand, Aufbau des Gerüstes zum Streichen und dessen kostenlose Gestellung, Abbau der Kirchenbänke, Lagerung der Kirchenbänke, Erstellung der Elektroinstallation in der Orgel (war nicht Bestandteil des Orgelauftrages), Putzen der Kirche usw. geholfen haben.
Von dieser Stelle aus: Danke.

Das alles wurde vom Kernteam Orgel gesteuert: Pfarrer Burg und Subregens Peters für die kirchlichen Belange, den Organisten Heinrich Fuchs und Markus Prange für die musikalischen Elemente, Walter Moitz vom Verwaltungsrat für die Finanzen und Orgelpfeifenpatenschaften und mir als Projektkoordinator, dem „Jungen für Alles“. Das Arbeiten in diesem Team hat einfach Freude gemacht. Wir haben diskutiert, Dinge in Frage gestellt, abgewogen und was besonders wichtig ist: Entscheidungen wurden zügig und fast immer einstimmig getroffen.  Recht herzlichem Dank für die exzellente Zusammenarbeit

Was haben wir an der Selmer-Orgel geändert? Wie sie alle aus eigener Erfahrung wissen, ist ein gebrauchtes Instrument nicht zu 100% das Wunschinstrument. Bei uns traf es aber zum Glück zu 90% zu. Aus Verkehrssicherungsgründen mussten wir die Orgel höher setzen (links und rechts die Türme). Wir haben uns für 50 cm entschieden, um damit zugleich die Klangentfaltungsmöglichkeit der Töne im Raum verbessert. Der alte Orgel-Standort sollte auch wieder der Neue sein (Baukommission d. Bistums). Die Orgel steht mit einem Abstand von 5 cm vor der Wand. Dieses ermöglicht eine gute Luftzirkulation, um Schimmelbildung und Pilzbefall vorzubeugen. Das Podest (Tunnel zwischen dem Spieltisch und der Orgel) musste kompl. verkleidet werden, da die Orgel ebenerdig steht. Wir haben uns dann entschieden, es symmetrisch links und rechts zulaufen zu lassen und es an beiden Seiten mit einem Auftritt versehen, um es als Standort für Chor und Schola nutzen zu können. Das Ganze wurde final mit einem Teppich verkleidet. Darunter laufen alle mechanischen- und elektrischen Verbindungen vom Spieltisch zur Orgel her.

Der alte Liedanzeiger war überholungsbedürftig, da dieses innerhalb der 40-jährigen Nutzung noch nie geschehen ist. Problem war: Es gibt keine Ersatzteile mehr, und wir hätten für die Bedienung im Spieltisch zusätzlich umfangreiche mechanische Anpassungen durchführen müssen. Wie andere Gemeinden auch, haben wir uns für den Kauf eines neuen Projektors mit Funkfernsteuerung entschieden. Der Spieltisch erhielt eine LED-Beleuchtung. Um den Organisten-Gesang überall in der Kirche hören und auch verstehen zu können, haben wir ein neues Mikrofon installiert. Jetzt soll es mit der Verständlichkeit wohl klappen, wie wir bereits bei den Tests festgestellt haben. 

Die Abstimmung bzgl. der Register erfolgte mit dem Orgelsachverständigen Herrn Evers aus Bad Kreuznach mit nachfolgenden Ergebnissen: Die Rohrschalmey 8‘ wurde durch eine gebrauchte Oboe 8‘ ersetzt. Diese ist beim Spiel vielfältiger einsetzbar und hat einen wesentlich angenehmeren Klang. Hr. Merten hatte noch eine aus einer engl. Orgel zur Disposition und wir haben getauscht. Das Register Sesquialtera 2-fach haben wir getrennt. Es erklingen gleichzeitig 2 Pfeifen (2 2/3‘ und 1 3/5‘) in unterschiedlichen Tonhöhen. Durch diesen Kunstgriff haben wir zwei unabhängig voneinander erklingende Register gewonnen. Es war mechanisch kein allzu großer Aufwand, der Effekt bei den gewonnenen Klangvariationsmöglichkeiten hingegen ist immens.

Uns wurde empfohlen, zur Klangabrundung ein streichendes 8‘ Register in das Schwellwerk aufzunehmen. Wir haben darauf hin, da es sich hier um ein neu zu fertigendes Register handelt, zuerst unsere Finanzen überprüft und erst ganz zum Schluss das Register Salizional 8‘ beauftragt. Sie werden begeistert sein, wenn sie es solo oder in Kombination mit anderen Registern hören. Die Prospektpfeifen wurden poliert. Nach über 30 Jahren Dienst im nördlichen Ruhrgebiet waren sie angelaufen und fleckig. Das ist bei Blei-/Zinnlegierungen aber ganz normal. Wie sie sehen, erstrahlen sie nun wieder im ursprünglichen Glanz. Sie werden es nicht glauben, aber die Pfeifen durften beim Transport und Einbau nur mit Stoffhandschuhen angefasst werden, um keine Fettflecken zu hinterlassen. Die Exkursionsteilnehmer haben das vor Ort erfahren. Ein lauter Ruf von Hr. Merten und die Fingen gelangten erst gar nicht an die Pfeifen, denn die laden förmlich zum Berühren ein.

Ich komme nun zum Schluss und es ist mir ganz wichtig zu ergänzen, dass die Orgel als Instrument ganz im Sinne des zweiten vatikanischen Konzils ein wichtiges Element der Eucharistie-Feier ist. Hier bei uns ist der Organist nun wieder Teil der Gemeinde. Er sitzt direkt zwischen uns und kann die Orgel sowie den Gemeindegesang unmittelbar hören. Und nun noch der Schlusssatz des Orgelabnahmeprotokolls von Orgelsachverständigen Herrn Evens vom Montag dieser Woche: „Ich beglückwünsche Sie zur Anschaffung dieses für den schönen Kirchenraum und seine angenehme Akustik adäquaten Instruments und wünsche Ihnen viel Freude an den zur höheren Ehre Gottes erklingenden Orgeltönen.“

Das erste Konzert auf unserer Orgel findet am Sonntag, dem 22. Januar 2017 statt. Domorganist Josef Still wird um 17:30 Uhr die Orgel spielen. Wir freuen uns natürlich sehr, solch eine Kapazität bei uns zu haben. Weiter Konzerte sind bereits in Vorbereitung  (Hr. Holzberger und Hr. Evens) . Zur Osterzeit zwei Meditationen mit Orgelbegleitung (Sub-Regens Peters für Texte und M. Prange sowie H. Fuchs treten solistisch dabei auf).

Zum Schluss möchte ich Sie im Auftrag der Kirchengemeinde und des Studienhauses herzlich zu einem Umtrunk in das Studienhaus St. Lambert einladen, um gemeinsam mit uns diesen Vormittag ausklingen zu lassen.“

Projekt „Neue Orgel Lantershofen“ nach drei Jahren abgeschlossen


Regens Dr. Malburg nahm die Weihe am Sonntag vor – Kosten von rund 136.000 Euro

„Die Orgel droht zu verstummen“ hieß es vor drei Jahren in der Lantershofener St. Lambertuskirche. Die Alarmglocken schrillten und lösten eine Welle von Anstrengungen, auch vieler Ehrenamtler, aus. Vergangenen Sonntag fand nun die Weihe der neuen Orgel statt. Es war der Abschluss eines Mammutprojektes der Kirchengemeinde Karweiler-Lantershofen.

Regens Dr. Volker Malburg (links) und Subregens Phillip Peters (rechts) begrüßen die Gläubigen zur Orgelweihe. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Regens Dr. Volker Malburg segnet die neue Orgel und die Gläubigen.

Rund 180 Besucher des Hochamts mussten zu Beginn noch ohne begleitendes Instrument „Wir sagen Euch an, die lieben Advent“, singen, dann aber erteilte Regens Dr. Volker Malburg der neuen Orgel Gottes Segen. Das neue Zeitalter der Kirchenmusik in Lantershofen konnte beginnen. „Wir haben es geschafft“, freute sich auch Horst-Peter Kujath. Er hatte das Projektteam als Koordinator in der Vergangenheit begleitet und die Gruppe mit Pfarrer Alexander Burg und Subregens Philipp Peters für die kirchlichen Belange, den Organisten Heinrich Fuchs und Markus Prange für die musikalischen Elemente und Walter Moitz vom Verwaltungsrat für die Finanzen und Orgelpfeifenpatenschaften geführt. Nun hat Lantershofen eine neue Orgel, auch wenn diese bereits 1982 gebaut wurde und das aus Jahr 1971 stammende alte Instrument ersetzt. Die „heiße Phase“ des Orgelkaufs begann im Frühjahr 2015. Damals hatte Domorganist Josef Still aus Trier empfohlen, den Gebrauchtorgelmarkt zu sondieren und das vorhandene Instrument zu ersetzen. Zuvor hatten Orgelbaufirmen eine Restauration abgelehnt, oder Preise bis zu 120.000 Euro veranschlagt, nur um die Spielfähigkeit der Orgel mit ihren 14 Registern zu erhalten. Nach zwei vergeblichen Kaufversuchen fanden die Lantershofener im Mai 2016 eine passende Orgel in Selm, wo die St. Josefkirche vor der Entweihung und dem Abriss stand. Die dortige Pfeifenorgel wurde als bestens geeignet, bei den Gemeindemessen den Gesang zu führen, Chor und Schola zu begleiten, bei der Gesangsausbildung der Studenten mitzuwirken, Gottesdienste und Andachten des Studienhauses musikalisch mitzugestalten und bei den immer wieder in Lantershofen stattfindenden Pontifikalämtern mit Bischöfen und Kardinälen eine adäquate musikalische Begleitung zu sichern, eingestuft.

Organist und Dirigent Heinrich Fuchs (links) und Organist Markus Prange am Spieltisch intonieren mit dem Chor und der Gemeinde das Lied "Wir sagen euch an den lieben Advent".
Mit seinen Messdienern lauscht Dr. Volker Malburg den neuen Klängen im Kirchenraum.

Aber wie bezahlen? Erst einmal mußten 70 Prozent der veranschlagten Gesamtkosten von 136.000 Euro auf dem Konto liegen. Hier kam die August-Dörner-Stiftung als Träger des Studienhauses St. Lambert zum Zuge, die alleine 50.000 Euro zur Verfügung stellte, da die Kirche auch rege vom Studienhaus genutzt wird. Mittlerweile hat die Kirchengemeinde 103.000 Euro beisammen, sucht aber noch weitere Pfeifen- und Registerpaten. Eine neue Orgel hätte übrigens rund 400.000 Euro gekostet.

Organist Markus Prange an der neuen Orgel fühlt sich in seinem Element.
Rechtzeitig zur Weihnachtszeit ist die Orgel fertig. Beim Abschluss des Gottesdienstes erschallt gemeinsam mit Orgel und Gläubigen das mächtige "Großer Gott, wir loben Dich".

Die neue Orgel, die gegenüber ihrem alten Standort auf 21 Register erweitert wurde, war Ende September abgebaut, zerlegt und in Remagen gereinigt, erweitert und renoviert worden. Seit Anfang Oktober erfolgte der Aufbau in Lantershofen. Die frühere Orgel wurde derweil nach Slowenien verkauft und wird dort bald in einer Kirche erklingen. In der Lantershofener Kirche steht nun eine perfekt auf den Raum zugeschnittene Orgel, Sie dürfte die meistgespielte Kirchenorgel in einer größeren Umgebung sein, wird sie doch von Pfarrgemeinde und Studienhaus genutzt. Dass das Instrument fast 35 Jahre alt ist, sieht man ihm nicht an, zumal die zahlreichen Prospektpfeifen umfassend poliert wurden. Die neue Orgel ist als Instrument - ganz im Sinne des zweiten vatikanischen Konzils - ein wichtiges Element der kirchlichen Gemeinschaft und der Eucharistie-Feier. Im Gegensatz zum vorherigen Instrument ist nun der Organist wieder Teil der Gemeinde. Er sitzt direkt vor der Orgel und kann diese sowie den Gemeindegesang unmittelbar hören. Das erste Konzert auf der Orgel findet am Sonntag, 22. Januar, statt. Der Trierer Domorganist Josef Still wird ab 17:30 Uhr die Orgel spielen. „Wir freuen uns natürlich sehr, solch eine Kapazität bei uns zu haben“, so Horst-Peter Kujath.

Orgel wird Sonntag in Betrieb genommen


Im Rahmen des Hochamts in der Lantershofener Lambertuskirche wird am kommenden Sonntag, 11. Dezember, ab 10.45 Uhr die neue Orgel in der Kirche in Betrieb genommen und geweiht. Während der Messe werden die beiden Grafschafter Organisten Heinrich Fuchs und Markus Prange abwechselnd mit besonderen Stücken aufwarten. Dazu werden auch die Lantershofener Chöre zu hören sein.

Rechtzeitig zur Weihnachtszeit wird die neue Orgel beim Hochamt am 3. Adventsonntag in Betrieb genommen. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Organist Markus Prange, Orgelbetreuer Horst-Peter Kujath und Burg-Hausmeister Peter Großgarten (von links) freuen sich über die neue Orgel und inspizieren letzte Teppichboden-Arbeiten am Gestängekasten des Spieltisches.

Vor dem Schlusssegen wird Horst-Peter Kujath das Projekt "Neue Orgel in St. Lambertus" nochmals Revue passieren lassen. Drei Jahre sind seit der Feststellung, dass die alte Orgel „am Ende“ ist, vergangen. Im September war von der Pfarrei in Selm bei Münster eine gebrauchte Orgel erstanden, restauriert und ergänzt und danach in Lantershofen aufgebaut worden.