Sammlung aus der Geschichte


der Burg Lantershofen

Burg mit Zugbrücke 1258


Eduard Schütz / 1935

In diese Zeit dürfte der Bau der ersten Lantershofener Kapelle zu setzen sein. Sie diente auch als Burgkapelle und war mit der Burg durch eine Zugbrücke verbunden. 1258 wurde die Kapelle zu Lantershofen im Auftrage des Erzbischofs Konrad von Hochstaden durch Erzbischof Friedrich von Ratzeburg eingeweiht.

Burg Lantershofen, die Burg "auf Schauer"


Jakob Diederich / 1926

Eng mit der Geschichte des Dorfes ist die Geschichte der Burg Lantershofen verbunden. Die erste Burg Lantershofen, von der nichts der nichts Genaues mehr in Urkunden vorhanden ist, stand unterhalb des Ortes auf der „Schauer" an der östlichen Ecke des Weihers. Sie war wahrscheinlich auf Resten römischen Gemäuers errichtet.

Im vergangenen Jahrhundert war an dieser Stelle eine Ziegelei, bei deren Anlage unter anderem Hufeisen sowie Spuren einer ziemlich gut erhaltenen Wasserleitung vorgefunden wurden.

Von den Besitzern dieser Burg ist keine Kunde mehr auf uns gekommen.

Nur ist bekannt, daß der letzte Ritter ein Freund und Genosse jenes Raubritters war, dessen Burg Neuenahr 1371 vom Kölner Erzbischof Friedrich von Saarwerden im Verein mit den Ahrweiler Bürgern zerstört wurde.

Burg Lantershofen - Geschichte bis zum Austerben derer von Blankarts


Jakob Diederich / 1960

Zu den ältesten Niederlassungen der fränkischen Siedlungsperiode im nördlichen Kreisgebiet links der Ahr dürfte ohne Zweifel der unweit von Ahrweiler gelegene Ort Lantershofen zu zählen sein.

Die Entwicklung und Geschichte des Ortes in wurde maßgeblich und einschneidend beeinflußt durch die Erbauung einer Burg „auf der Schauer“, rechts der Landstraße Bad Neuenahr-Rheinbach gelegen. Sie war wahrscheinlich auf den Resten römischer Gemäuer errichtet.

Gründlicher noch traf die Vernichtung die Burg „auf der Schauer". Keine äußere Spur ist mehr von ihr vorhanden. Der Pflug geht heute über diese Stätte.

Von dem Besitzer dieser Burg meldet „kein Lied, kein Heldenbuch". Der letzte Ritter soll ein Freund und Genosse des Raubritters auf dem Neuenahrer Berge gewesen sein und dessen Schicksal geteilt haben, als im Jahre 1371 der Erzbischof von Köln, Friedrich von Saarwerden, mit Unterstützung der Ahrweiler Bürger diese Burg eroberte und zerstörte.

Wenige Jahre später, 1378, wurde in unmittelbarer Nähe der heutigen Burg „am Blankart" eine neue Burg erbaut. Ob diese der Stammsitz des Rittergeschlechtes von Blankart war, ist nicht mit Sicherheit zu ermitteln. Anderen Forschungen zufolge könnte sie aus einem i. J. 1321 genannten Hof des Matthias von Densborn entstanden sein.

Erst eineinhalb Jahrhunderte später betreten wir in dieser Frage sicheren geschichtlichen Boden. Im Jahre 1480 ist die Burg im Besitz des Gerhard von Blankart, ein Sproß jenes berühmten Rittergeschlechtes, das im nahen Ahrweiler reich begütert war.

Lange Jahre waren nun die Herren von Blankart Eigentümer der Burg Lantershofen und bestimmten weitgehend die Geschicke des Dorfes und seiner Bewohner. Die Ortseingesessenen waren ihnen dienstuntertänig, zins- und zehntpflichtig.

Allwöchentlich einmal versammelten sie sich auf dem Platze vor der Kapelle, wo die Arbeiten für die kommende Woche verteilt wurden, weshalb dieser Platz bis auf den heutigen Tag „Frumech", d. h. Fronplatz, genannt wird.

Zu diesen Fronarbeiten gehörten z. B. „die Weinberge zu beschneiden, zu binden, zu entlauben, Trauben schneiden, Rahmholz im Walde zu holen und an die Stöcke zu bringen", ferner Arbeiten in Feld, Wald, Wiesen und Weiden. Dafür gewährte der Burgherr jährlich verschiedene Mahlzeiten, etliche Quart Wein, Fleisch, Eier usw. Auch die Frauen erhielten einmal eine „volle Mahlzeit", was jahrelang am Montag nach dem Dreikönigstage geschah.

Große Schafherden waren Eigentum des Burgherrn.

Sie hatten ihre Ställe, bei denen auch die Wohnung des Schäfers lag, außerhalb des Dorfes, und heute erinnert noch die Flurbezeichnung „auf der Schäfersburg" daran.

Die Herren von Blankart übten in ihrem Machtbereich auch die Gerichtsbarkeit aus. Sie besaßen dieselbe „in allen bürgerlichen und peinlichen Sachen, sambt Straf den Übeltätern und Aufrichtung von Galgen und Rad mit allen anderen Stucken dazu gehörig".

Zur Vollstreckung der Todesurteile stand nördlich des Dorfes in der Nähe des Tonwerks ein Galgen.

Heute noch finden wir in den Flurkarten die Bezeichnung „am Lantershofener Galgen".

Ein besonderes Recht, das mit der Burg Lantershofen verknüpft war, war das Asylrecht. Die Dauer des Asylrechts war verschieden und erstreckte sich auf die Zeit von drei Tagen bis auf mehrere Monate. Es war jedoch streng verboten, dem ins Asyl geflüchteten Übeltäter Speise oder Trank zu reichen, überhaupt ihm irgendwie behilflich zu sein.

Der Flüchtling war deshalb fast immer schon nach kurzer Zeit genötigt, sich seinen Häschern zu stellen. Das Asylrecht, das meist nur Kirchen, Kapellen und Klöster im Mittelalter besaßen, ist ein Beweis dafür, daß dieser Adelssitz aus alter Zeit stammt.

Die Herren von Blankart standen stets treu zu Kirche und Geistlichkeit und hatten eine offene Hand für Arme und Notleidende.

Eine Edle von Blankart soll „ungeheure Wertsachen“ von Gold und Silber für die alte Lantershofener Kapelle gespendet haben.

Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß dieser Opfersinn in Verbindung gebracht werden kann mit dem Guß einer Glocke, der „Ursula", die alle Kriegswirren überstanden hat und heute noch im Turme der neuen Kapelle hängt.

Von Kuno von Blankart, dessen Grabmal sich in der Pfarrkirche zu Ahrweiler befindet, wird berichtet, daß er der Stadt Ahrweiler viele Wohltaten erwiesen und vor seinem Tode alle Schuldverschreibungen armer Leute vernichtet habe.

Burg Lantershofen - Geschichtliche Daten


Paul Klemen / 1938

Im J. 1322 wird ein Knappe Winmar v. Lantershofen genannt. Die Burg kann der Stammsitz dieses noch 1418 erwähnten Geschlechtes sein; sie könnte aber auch aus dem 1321 genannten Hof des Matthias v. Densborn entstanden sein.

Im Jahr 1485 ist die Burg im Besitz des Gerhard Blanckart v. Ahrweiler, an dessen Familie sie vielleicht durch Katharina v. Gymnich, wohl eine Tochter oder Enkelin der Catharina v. Densborn und des Rabodo v. Gymnich, die Gattin des Johann Blanckart von Ahrweiler, gelangte. Ein gleichnamiger Nachkomme Gerhard Blanckarts ließ am Anfang des 17. Jh. den noch erhaltem Turm erbauen, der angeblich Rest einer viertürmigen, am Anfang des 18. Jahrhunderts abgebrannten Anlage ist. Damals, im Jahr 1708, entstand das jetzige Burghaus.

 

Nach dem Aussterben des Mannesstammes der Blanckart v. Ahrweiler im Jahre 1712 erschienen im Besitz der Anteile an dem Dorf verschiedene Erben.

Die Burg war um 1800 im Besitz eines Herrn v. Platten, um 1820 eines Grafen v. Wickenburg, von dem im Jahr 1851 der Abgeordnete Franz Bresgen den Besitz erwarb. Dieser veräußerte die zugehörigen Ländereien und ließ neue Wirtschaftsgebäude aufführen.

Der Besitz kam dann nacheinander in die Hand des Barons v. Wrede und der Herren Karl Dollmann, Direktor Lenne.

Seit 1915 gehörte er dem Direktor Friedrich Langen in Köln, jetzt dessen Erben.

Von der Burg blieb erhalten ein rechteckiger zweigeschossiger Verputzbau vom Anfang des 18 Jh. mit Mansarddach und Krüppelwalm über den Giebeln der Schmalseiten; in die Südwestecke hineingeschoben ein älterer quadratischer Turm mit Zeltdach. Über dem Haupteingang in der Mitte der anschließenden Langseite mit dreizehnstufiger Freitreppe die Jahreszahl 1708 und das Wappen der Blanckart; am Turm eine Reliefplatte mit dem Doppelwappen BLANCKHART und BOTTELBERG GENANNT KESSEL.

Unter dem Turm ein mächtiges Kellergewölbe; das Erdgeschoß mit der Backstube mit Flachtonne. In den Obergeschossen großenteils noch die alte Raumaufteilung mit den alten Balkendecken, z.T. mit bescheidener Stuckverzierung. Wirtschaftsgebäude nach 1850 neu.

Ihre Zerstörung 1371


Jakob Diederich / 1926

Dasselbe Schicksal während dieser Fehde erlitt auch die Burg auf der „Schauer", und zwar war diese Zerstörung so gründlich, daß bis auf unsere Tage keine äußere Spur mehr von ihr vorhanden ist. Der Pflug geht heute über diese Stätte.