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vom Verein

Klaus Heuser Band kommt nach Gelsdorf


Immer mit Hut: Klaus „Major“ Heuser kommt nach Gelsdorf. Foto: Veranstalter.

Der „Major“ ist noch rockiger geworden

GRAFSCHAFT. Immer noch verbindet man den Namen Klaus „Major“ Heuser den Gitarristen von „BAP.“ 19 Jahre lang war Heuser für den Sound der Kölner verantwortlich, seit 1999 geht er andere Wege, aktuell mit seiner fünfköpfigen Band. Die ist derzeit auf Tour und kommt am 11. März nach Gelsdorf. Blickt man aufs Plakat, fragt man sich: „Was geht ab? Was ist hier los?“ Angesichts eines überraschend lustigen Covers keine unberechtigte Frage. Nach der erfolgreichen „57 Tour 2014/2015“ mit gleichnamiger Studio CD, satten 70 Konzerten, dokumentiert auf einem nachfolgenden live-Doppelalbum, geht man nun einen Schritt weiter und spinnt die spannende Geschichte in der aktuellen Studioproduktion fort, die natürlich im Mittelpunkt der neuen Tour stehen wird. Was da jetzt wirklich vor sich geht erfährt man natürlich sofort, wenn man die neue Einspielung der Band in den Player schiebt. In der Tendenz ist die Heuser Band rockiger geworden. Das Ensemble spielt gewohnt locker und souverän auf, interagiert harmonisch und natürlich lässt sich Sänger Thomas Heinen seine goldene Kehle von des Majors inbrünstig gespielter Gitarre und den warmen Vintage Keyboard-Sounds des kongenial agierenden Matthias Krauss salben.

Tickets für die Klaus „Major“ Heuser Band am Samstag, 11. März, ab 20 Uhr in der Mehrzweckhalle Gelsdorf sind zum Vorverkaufspreis von 20 Euro zzgl. Gebühren erhältlich in der Plattenkiste (Bad Neuenahr), bei Ahrtal-Tourismus (Ahrweiler und Bad Neuenahr), Rewe-Markt Ringen, Getränke Visang (Karweiler), der Eifeldestillerie (Lantershofen) sowie online unter www.kulturlant.de und telefonisch unter 02641/202118 und 0175/5700262.

„evm-Ehrensache“ unterstützt Kulturlant e.V.


Hermann Josef Efferz (links) und Christoph Münch (2.v.l) von Kulturlant e. V. freuen sich über 2.000 Euro aus der „evm-Ehrensache“.

Kultur vor Ort erlebbar machen – das hat sich Kultulant e. V., der Kulturverein der Gemeinde Grafschaft zur Aufgabe gemacht. Vom Gospelkonzert über regionale und nationale Komiker bis hin zu Konzerten und Theateraufführungen hat der Verein einiges in seinem Veranstaltungsplan. Hilfe in Form von einer Spende über 2.000 Euro bekommt er dabei nun von der Energieversorgung Mittelrhein AG (evm). Im Rahmen seines Spendenprogramms „evm-Ehrensache“ unterstützt das kommunale Energie- und Dienstleistungsunternehmen jedes Jahr Vereine und Institutionen aus der Region, wenn es um kulturelle, soziale und gemeinnützige Projekte geht. Am Dienstag (7. Februar) übergab Achim Juchem, Bürgermeister der Gemeinde Grafschaft, das Geld zusammen mit Claudia Probst, Leiterin der kommunalen Betreuung Städte und Gemeinden bei der evm, und Marian Schmidt als Vertreter der Netzgesellschaft in der evm-Gruppe an Kulturlant e. V.. „Der Verein ist eine wahre Bereicherung für unsere Gemeinde“, erklärt Achim Juchem. „Schön, dass er nun Unterstützung durch die evm erhält.“ Dem stimmt auch Claudia Probst zu: „Wie die Besucher der zahlreichen Veranstaltungen, die Kulturlant e. V. organisiert, sind auch wir in der Region zu Hause und freuen uns daher umso mehr, ein solch gelungenes Projekt bezuschussen zu können.“

Die Energieversorgung Mittelrhein AG (evm) ist das größte kommunale Energie- und Dienstleistungsunternehmen aus Rheinland-Pfalz. Sie sorgt für einen sicheren und zuverlässigen Betrieb des Stromnetzes in 225 Kommunen und des Erdgasnetzes in 257 Kommunen. Zudem ist die evm neben weiteren wirtschaftlichen Betätigungen Betriebsführerin zweier Wasserwerke und eines Abwasserwerks.

Kulturlant verstärkt sein Engagement im Bereich Musik


Klaus „Major“ Heuser (Mitte) und Band sollen die musikalische Ausrichtung von Kulturlant einläuten. Foto: Veranstalter.

Mehr Rock- und Popkonzerte in der Grafschaft

GRAFSCHAFT. Der Grafschafter Verein Kulturlant, der in den Bürgerhäusern der Gemeinde kulturelle Veranstaltungen anbietet, und dort insbesondere in den Bereichen Comedy und Kabarett sehr erfolgreich ist, will sein Engagement für Musikveranstaltungen verstärken. Zudem wird der Verein zumindest in der kommenden Spielzeit 2017/18 ab September weniger Comedians und mehr Kabarettisten präsentieren. „Die Konzerte sind es aber, die uns derzeit noch Kopfschmerzen bereiten“, so Vorstandssprecher Hermann Efferz. Zwar habe man in der jüngsten Vergangenheit bekannte Gesichter, wie Purple Schulz, Helmut Hattler oder Stefan Sulke gewinnen können, die Tatsache, dass es auf der Grafschaft gute Unterhaltungsmusik gebe, erreiche noch zu wenige Fans. „Diese Konzerte sollen mehr und die Auftretenden bekannter werden, soweit das in den Hallen der Kommune umsetzbar ist“, ergänzt Efferz. Alles eine Kostenfrage, aber auch die will der Verein lösen, ohne sich zu übernehmen.

Aktuell steht mit dem Konzert der Klaus „Major“ Heuser Band am 11. März in der Gelsdorfer Mehrzweckhalle eine Veranstaltung an, bei der vor allem der Name des Bandchefs „Major Heuser“ an die Kölner Mundartrocker von BAP erinnert. Gitarrist Heuser prägte dort an der Seite von Wolfgang Niedecken fast 20 Jahre lang die erfolgreiche Musik der Band. An ein Konzert in der Grafschaft kann er sich möglicherweise auch noch erinnern, im Januar 1994 rockten BAP unter falschem Namen im Rahmen einer Vortour zur großen Tournee den Lantershofener Winzerverein. Was der mittlerweile 60-jährige heute spielt, hat mit Kölschrock nichts mehr zu tun, gerockt wird aber weiterhin. Die Band mit hervorragenden Einzelmusikern besticht durch Team-Geist, getragen von Engagement und Routine, genährt vor allem aber von Leidenschaft, die in den nicht selten mehr als dreistündigen Konzerten das Publikum immer wieder zu begeistern weiß.

Was in der kommenden Saison folgt, konkretisiert die Ausrichtung von Kulturlant. Es wird Konzerte für jedes Alter geben. Das beginnt für die jungen Fans am 30. September mit dem Festival „Rookie“ für Nachwuchsbands, dem am 4. November ein Konzert der aufstrebenden Band „Elastiq“ folgt. Fürs eher gesetztere Alter hat Kulturlant ein Engagement mit Wolf Maahn und seiner Band (2. Dezember) gebucht. Zudem wird es eines der legendären Weihnachtskonzerte von Guildo Horn & den Orthopädischen Strümpfen geben. Hier laufen derzeit die letzten Gespräche, die Zusage liegt aber schon vor. Im März 2018 wird dann die Berliner Liedermacherin Sarah Lesch bei Kulturlant spielen. „Wenn sich die Gelegenheit ergibt, werden wir aber auch kurzfristig noch was anbieten“, zitierte Efferz einen Beschluss des Vorstands. Aktuell gebe es vor allem mit bekannten jungen Künstlern gute Gespräche, so der Vorstandssprecher. Weitere Infos bietet die Seite www.kulturlant.de.

Kabarettist Henning Schmidtke gab in Ringen den „Hetzkasper“


Henning Schmidtke fesselte sein Publikum im Ringener Bürgerhaus. Eine Veranstaltung des Grafschafter Kulturvereins KulturLant. Foto: Volker Jost.

Da blieb das Lachen schon mal im Hals stecken 

RINGEN. Der Grafschafter Verein Kulturlant verkündete am Samstag, in der kommenden Saison 2017/18 weniger auf Comedy, dafür mehr auf Kabarett zu setzen. „Es darf weiterhin gelacht werden, aber erst nach dem Nachdenken“, so Geschäftsführer Thomas Weber zum Publikum im Ringener Bürgerhaus. Dort erlebten rund 180 Gäste einen Vorgeschmack auf die neue Ausrichtung, und zwar in Person von Henning Schmidtke. Der Niedersachse präsentierte sein aktuelles Programm „Hetzkasper“ mit dem vielsagenden Untertitel „Zu blöd für Burnout.“ Es sollte ein recht entschleunigter Abend für die Besucher werden. Schmidtke präsentierte Beispiele, wie war es und wie ist es in der heutigen Welt. Was ist gut, was schlecht?Alles müsse immer schneller, besser, größer werden. Auch die Kunst. Die Leistungsträger der Gesellschaft seien nicht die, die sich abrackern, sondern die mit Geld.

Fast drei Stunden lang fesselte Henning Schmidtke das Publikum in Ringen, sorgte für Lacher und ließ so manch einem einen Klos im Hals bekommen. Am Ende gab es lang anhaltenden Applaus und selbst für eine Zugabe war es noch nicht zu spät. Kulturlant macht nun eine sechswöchige „Karnevalspause“, ehe am 11. März in der Gelsdorfer Mehrzweckhalle ein Konzert mit der Klaus „Major“ Heuser Band ansteht.

Jazz ohne Stress ist Pflichttermin vieler Fans


Jonas Röser und Freunde sorgten zum 13. Mal für einen musikalischen Jahresauftakt

BENGEN. Das Jahr fängt gut an, zumindest für Freunde der Jazzmusik. Das war am Samstagabend trotzt teils spiegelglatter Straßen in der Bengener Mehrzweckhalle immer wieder zu hören. Dorthin hatte der Grafschafter Verein Kulturlant zur mittlerweile 13. Auflage des Konzerts „Jazz ohne Stress“ eingeladen. Die Reihe, die einst im Gewölbekeller unter dem Lantershofener Winzerverein startete, hat mittlerweile so viele Fans, dass man längst in größere Räume ausgewichen ist. Dass beim jüngsten Konzert einige wenige Plätze leer blieben, war ausschließlich witterungsbedingt zu erklären. Einer der vielen „Wiederholungstäter“ im Publikum stellte schon nach der Hälfte des Programms fest: „Die werden von Jahr zu Jahr besser.“

Jonas Röser und Mara Minjoli. Fotos in diesem Bericht: Hermann-Josef Efferz.
Jonas Röser mit Schlagzeuger Dominic Brosowski und Bassist Caspar van Meel.

Gemeint war das Trio Tricycle mit dem Saxofonisten und Gründer der Jazzreihe, Jonas Röser, Schlagzeuger Dominic Brosowski und Bassist Caspar van Meel. Die drei bestreiten seit vielen Jahren den ersten Part von „Jazz ohne Stress“ und betreten dabei gerne eigenwillige Pfade des Jazz. „Geleitet wurden wir auch in diesem Jahr von der Musik des Komponisten Thelonious Sphere Monk (1917-1982)“ machte Röser klar. Er hat die musikalischen Wege der drei entscheidend geprägt. Immer häufiger aber finden sich auch Kompositionen der drei Musiker auf der Bühne im Programm wieder. So ließ sich Röser auch von Jack Kerouac (1922-1969) inspirieren, der in den 1950er Jahren Prosa-Texte vortrug, die musikalisch begleitet wurden. Röser fertigte eine solche Textarbeit. „Die Inhalte sind weit auslegbar, werden ebenso als gesellschaftskritisch, wie auch als Politsatire wahrgenommen“, so Röser, der auch im Bengener Publikum für Diskussionsstoff sorgte. 

Lockerer, weil musikalisch auch ein wenig populärer, ging es nach der Pause zu. Jetzt war aus dem Trio ein Quintett geworden. Neben Pianist Łukasz Flakus aus Polen wurde die Band um Mara Minjoli bereichert. Die aus Kamerun stammende Sängerin gilt als eine der favorisierten Newcomer in der jungen Jazz-, Pop- und Soulszene. Zudem wechselte Caspar van Meel vom Kontrabass zum E-Bass. Mit „I Feel the Earth Move“ von Carole King gab es gleich zum Start einen recht populären Titel zu hören. In „The Dry Cleaner from Des Moines“ von Joni Mitchell erzählte Mara Minjoli vom Spielglück eines kleinen Mannes. Gefühlvoll trug Minjoli die Jazzballade „I can’t get started“ aus der Feder von Vernon Duke vor. Dazu gab es wieder Kompositionen der Bandmitglieder, teils mit ausgedehnten und gefeierten Soli der Instrumentalisten auf der Bühne. Und schließlich wurde sogar deutsch gesungen. Minjoli hatte den Titel „Mal heiß, mal kalt“ geschrieben und regte das Publikum an, mitzusingen. Mit dem Aufruf „Change the World“ von Eric Clapton beendete das Quintett nach mehr als zwei Stunden sein stressfreies Jazz-Programm, ließ sich aber noch zu einer Zugabe überzeugen. „Bis zum kommenden Jahr“ lautete die Verabschiedung der Musiker durch das begeisterte Publikum. Zum Jahresauftakt 2018 wird Jazz ohne Stress dann wieder in Lantershofen stattfinden. Nächstes musikalisches Angebot von Kulturlant ist ein Konzert der Klaus „Major“ Heuser Band am 11. März in Gelsdorf.

Top-Jazz zum Jahresstart dieses Mal in Bengen


„Jazz ohne Stress“ mit Tricycle und Mara Minjoli

„Jazz ohne Stress“ heißt es am 7. Januar bereits zum 13. Mal und wiederum bahnt sich zum Jahresbeginn 2017 ein musikalisches Highlight an. Es gehört definitiv längst zum guten „Ton“  der Konzertreihe, ein kontrastreiches Programm anzubieten und vielseitig zu gestalten. In diesem Jahr findet die Grafschafter Veranstaltung erstmals in der Mehrzweckhalle Grafschaft-Bengen statt.

Jazz ohne Stress mit Tricycle mit Caspar Van Meel (Kontrabass), Jonas Röser (Altsaxophon) und Dominic Brosowski (Schlagzeug). Fotos in diesem Bericht: Veranstalter.
Mara Minjoli.

Das Geheimnis der Veranstaltung beruht vor allem auf einer gesunden Mischung aus kreativen Ansätzen improvisierter Musik im ersten Set und einer abwechslungsreichen Vokalperformance im zweiten Teil des Abends. Mit Tricycle trifft das Publikum auf überwiegend bekannte Gesichter. Die drei Berufs-Jazzer Jonas Röser (Altsaxophon), Caspar Van Meel (Kontrabass) und Dominic Brosowski (Schlagzeug), die als Absolventen der Folkwang Universität der Künste mittlerweile fester Bestandteil der Veranstaltungsreihe sind, bestechen immer wieder durch ein hohes Maß an Kommunikation und Interaktion untereinander. Ausgedehnte Soli und vor allem expressive Drumparts sorgen immer wieder für ein Schmunzeln und lassen eine uneingeschränkte Spielfreude der Musiker deutlich werden. Das kommende Event eröffnen die Jungs mit Verstärkung im Rücken und planen derzeit mit weiteren musikalischen Gästen. So dürfen sich die Gäste auf Mara Minjoli freuen. Die Bochumer Sängerin studierte Jazz-Gesang an der Folkwang Universität der Künste in Essen. 2010 gewann sie dort mit ihrem Quintett den Folkwang Jazz Preis, der alle zwei Jahre verliehen wird. Zudem absolvierte sie ihr Masterstudium am Konservatorium von Amsterdam. Seit 2004 ist sie als Solistin und Dozentin im Gospelprojekt Ruhr tätig und singt in diversen Projekten im Bereich Jazz, Pop und Gospel. 2014 erschien ihr erstes Album „Pictures“ mit dem Mara Minjoli Quintet. Noch in  2016 wird das Album „Self-Portrait in Twelve Colors“ mit ihrer Band metromara unter dem Kölner Jazz-Label Double Moon Records erscheinen. Tätig ist Mara Minjoli in verschiedenen Projekten und Genres, wie Jazz, Pop, Gospel und Weltmusik.

Tickets für Jazz ohne Stress am Samstag, 7. Januar, in der Mehrzweckhalle Bengen Lantershofen sind bis Freitag zum Vorverkaufspreis von 18 Euro zzgl. Gebühren erhältlich in der Plattenkiste (Bad Neuenahr), bei Ahrtal-Tourismus (Ahrweiler und Bad Neuenahr), Rewe-Markt Ringen, Getränke Visang (Karweiler), der Eifeldestillerie (Lantershofen) sowie online unter www.kulturlant.de und telefonisch unter 02641/202118 und 0175/5700262. An der Abendkasse kostet der Eintritt 23 Euro.

Kulturlant unterstützt Orgelkauf


Kulturlant-Sprecher Udo Rehm (links) überreicht den Scheck für die Beteiligung am Orgelkauf an Walter Moitz vom Verwaltungsrat der Kirchengemeinde. Foto: Thomas Weber.

Der Grafschafter Verein Kulturlant e.V. hat sich an den Kosten für den Kauf einer neuen Orgel für die Lantershofener St. Lambertuskirche beteiligt. Kulturlant-Vorstandssprecher Udo Rehm überreichte Walter Moitz stellvertretend für das Orgelteam einen Scheck über 1.000 Euro. Die Spende überreichte der Verein im Rahmen der Konzerte der New York Gospel Stars in der Weihnachtswoche.

Stimmgewaltig und voller Lebensfreude


New York Gospel Stars gaben zwei überwältigende Weihnachtskonzerte

Nein, das passte Craig Wiggins dann doch nicht so ganz: als die junge Latoya Duggan „Oh when the saints“ vortrug, war es dem schwergewichtigen und omnipräsenten Dirigenten der New York Gospel Stars scheinbar zu soft für diesen Song. Da musste eine Stimme, wie die von Tina Turner her. Flugs tauschte er die enttäuscht blickende Duggan gegen Matia Celeste Washington aus. Die stimmgewaltige Frau aus Brooklyn schmetterte den knapp 500 Gästen, die pro Abend in der Lantershofener Lambertuskirche zu Gast waren, den Kult-Gospelsong förmlich um die Ohren, dass es nur so krachte. Natürlich war alles inszeniert und gehörte zum Programm des siebenköpfigen Chors, der in Lantershofen eine sensationelle Show präsentierte. „So was hat es hier auch noch nicht gegeben, dass muss erst mal einer nachmachen“, freute sich ein Besucher aus dem Ort schon zur Pause des Konzerts, unwissend, dass es im zweiten Abschnitt noch einmal eine deutliche Steigerung geben sollte. Die Konzerte der New York Gospel Stars, die wegen des enormen Andrangs auf das Konzert am Dienstag in Lantershofen am Montag eine Zusatzvorstellung gaben, waren Höhepunkt und Jahresabschluss der kulturellen Veranstaltungen des Grafschafter Vereins Kulturlant. „Das hat uns allerdings auch ans Limit gebracht“, so Vorstandssprecher Hermann Efferz, der gemeinsam mit Sprecher Udo Rehm dem Team der kürzlich erst eingeweihten neuen Lantershofener Orgel eine Spende in Höhe von 1.000 Euro überreichte.

An die 500 Gäste warten geduldig seit dem Einlass um 19 Uhr auf die NY Gospel Stars. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Eine tolle Show und beeindruckenden Gesang liefern die Sängerinnen und Sänger aus Amerika.

Kulturlant hatte noch weiter investiert und die eher überschaubare technische Tournee-Ausstattung der Gospel Stars mit Zusatzbeschallung und einer bunten Illumation der Lambertuskirche aufgepeppt, um den Zuschauern akustisch und optisch ein echtes Weihnachtshighlight präsentieren zu können. In dessen Mittelpunkt standen natürlich die Gospel Stars, allesamt gesanglich hochdekoriert haben sie schon zahlreiche internationale Stars begleitet. Nach Deutschland kommt das Ensemble bereits den neunten Winter in Folge, rund 70 Konzerte stehen auf dem Tourneekalender. Begleitet wird der Chor von Schlagzeuger Jermaine Allen und Keyboarder Eugene Reid. Letzterer stimmte das Auditorium zum Showstart ein. „Are you ready for the New York Gospel Stars?“ Und das Publikum gab stimmgewaltig Antwort.

Craig Wiggins (links), der Leiter der Formation, lässt bei „My Soul Has Been Anchored“ seine gewaltige beeindruckend Stimme ertönen.
Schlagzeuger Jermaine Allen begleitet wenn nötig auch gefühlvoll die Band und ihre Sängerinnen und Sänger, hier Matia Celeste Washington.

Was folgte, war ein Gospel-Klassiker nach dem anderen. Mal besinnlich, mal laut und zum Klatschen und Tanzen anregend. Ganz so, wie man sich die christliche afroamerikanische Stilrichtung, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts aus dem Negro Spiritual sowie Elementen des Blues und Jazz entwickelt hat, vorstellt. Wiggins selbst ließ bei „My Soul Has Been Anchored“ erstmals seine bebende Stimmgewalt aufblitzen. Dem Publikum machte er schnell deutlich, dass alle an diesem Abend eine „Good time“ haben wollen, Gospelmusik sei schließlich „Happy music.“ Egal, ob „Walk in Jerusalem“, „Love Lift us up“ oder „Kumbaya My Lord“, jedes Lied war ein Erlebnis, zumal die verschiedenen Sängerinnen und Sänger immer wieder in großen Soli ihre Bandbreite präsentieren können.

Beeindruckend feinfühlig intonieren die Künstler Silent Night, Holy Night - Stille Nacht, Heilige Nacht.
Zum Schluss wünschten die New York Gospel Stars ihren begeisterten Konzertgästen musikalisch "Merry Christmas and a Happy New Year - Fröhliche Weihnachten und ein glückliches neues Jahr 2017."

 „Oh Lord, We Praise You“ und „Joshua Fit The Battle” gab es zum Auftakt der zweiten Konzerthälfte zu hören, Matia Celeste Washington erinnerte gesanglich an Mahalia Jackson, dann schwenkten die Gospel Stars auf weihnachtliche Musik um, die die Besucher so richtig auf das kommende Fest einzustimmen vermochte. Absoluter Höhepunkt war dabei sicherlich das von Tyrone Flowers vorgetragene Stück „The Christmas Song.“ Dabei bewies dieser eindrucksvoll, dass er nicht umsonst als „Pavarotti of Gospel“ bezeichnet wird. Und auch Latoya Duggan sorgte mit „Oh Holy Night“ für ein Gänsehaut-Gefühl im Publikum. „Silent Night“ als absoluter Lieblings-Weihnachtssong von Craig Wiggins durfte ebenfalls nicht fehlen, ehe zum Ende des Konzerts noch einmal buchstäblich die Post abging. Beim Klassiker „Jingle Bells“ holten die Stars die Kinder aus dem Konzertraum auf die Bühne, um dann schließlich mit „Joy To The World“ und als Zugabe dem Gospel-Hit „Oh Happy Day“ ein beeindruckendes Konzert zu beenden. Nicht ohne den vielen Gästen musikalisch „Merry Christmas“ zu wünschen.