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vom Verein

Jazz ohne Stress feiert in großer Besetzung


Aus dem Ellington-Trio wird bei Jazz ohne Stress mit Gesang, Bass, Trompete, Saxophon, E-Piano und Drums ein Sextett. Foto: Veranstalter, Bildunterschrift Thomas Schaaf.

Zum 15. Mal „Jazz ohne Stress“

Es ist ein Grund zum Feiern: zum 15. Mal wird am 5. Januar ab 20 Uhr ein Konzert der Serie „Jazz ohne Stress“ unter Federführung von Saxofonist Jonas Röser zu erleben sein. Röser ruft ein Ensemble auf den Plan, das stilistisch die swingenden und tanzbaren Rhythmen der unterschiedlichen Dekaden der traditionellen Jazzgeschichte zum Besten gibt. Mit seinem warmen, sonoren Tenorsound und einer für diese Zeit klassischen Quintett-Besetzung, angelehnt an die treibenden Beats der Hardbop Ära der 1950er Jahre, eröffnet er den Abend mit einem instrumentalen Set. Er hat dazu den renommierten und vielfach ausgezeichneten Trompeter Frederik Köster eingeladen. Der Kölner zeichnet sich mit melodisch-raffinierten Linien ebenso aus wie mit kraftvollem High-Note-Spiel.

Neben ihm werden Caspar van Meel (Kontrabass) und Dominic Brosowski (Drums) mit von der Partie sein. Die beiden Musiker sind neben Jonas Röser fester Bestandteil der Konzertreihe und bilden eine eingespielte Rhythmusgruppe. Dazu wird Gero Körner (Piano) das Ensemble zur Vollständigkeit ergänzen und sich mit seinem musikalischen Gespür für traditionelle Spielhaltung hervorragend in den Kontext einbringen. Musikalisch schlägt er weite Bögen und vermittelt gerne zwischen einer Pop-Kultur der letzten 40 Jahre und der hohen Kunst des Klaviertrios im Jazz.

Als wären das nicht schon genug, wird Sängerin Barbara Barth das 2. Set mit ihrer klaren Stimme erweitern. Als handwerklich exzellente Sängerin, die hörbar wirklich Lust hat, Geschichten zu erzählen, wird sie die Männerrunde unter dem Banner des Ellington Trios (Barbara Barth, Gero Körner, Caspar van Meel) stimmlich anführen. An diesem Abend allerdings nicht zu dritt, sondern in großer Besetzung. Gemeinsam mit Jonas Röser, Frederik Köster und Dominik Brosowski interpretieren die Künstler originell und zugleich traditionsbewusst Melodien des bekannten Komponisten und Big Band Leaders Duke Ellington.

Jazz ohne Stress vol. 15 findet am Samstag, 5. Januar, ab 20 Uhr im Winzerverein Lantershofen statt (Buslinie 849, Haltestelle Lantershofen, Winzerstraße). Tickets für die bestuhlte Veranstaltung kosten im Vorverkauf 18 Euro zuzüglich möglicher Gebühren, an der Abendkasse 23 Euro. Tickets und Infos sind über die Interseite www.kulturlant.de erhältlich. Weitere Vorverkaufsstellen sind in der Grafschaft Getränke Visang (Karweiler), Rewe-Markt (Ringen), Eifeldestillerie (Lantershofen) sowie in Bad Neuenahr-Ahrweiler Wittich Medien, Plattenkiste und Ahrtal-Tourismus.

„Still Collins“-Konzert ist ausverkauft


Sorgt für ausverkauften Saal: Die Formation Still Collins. Foto: Veranstalter.

Am Samstag, 29. Dezember, gastiert die Tributeband „Still Collins“ auf der Kulturlant-Bühne in Lantershofen. Wie der Veranstalter jetzt mitteilte, ist das Konzert ausverkauft. Es wird auch keine Abendkasse mehr geben.

Still Collins blickt programmatisch auf die komplette musikalische Palette der Phil Collins- und Genesis- Musikgeschichte zurück. Stimme, Sounds, Arrangements: Selbst eingefleischte Fans des Originals tun sich schwer, einen akustischen Unterschied zwischen "Tribute" und "Meister" auszumachen.

Der Trägerverein teilt mit


Ohne Worte. Grafik: Unbekannter Lantershofener(in). Foto: Thomas Schaaf.

Das erste komplette Jahr im NEUEN Winzerverein geht dem Ende zu. Ein ereignisreiches Jahr, das aktuell in seinen letzten Monat startet. Es ist so viel zu tun, dass der Monats-Newsletter mit einiger Verspätung kommt, der erste Kulturabend am 1. Dezember fand bereits statt. Jetzt stehen neben den Dorftreff-Abenden vor allem  Weihnachtsfeiern an, ehe es dann „zwischen den Tagen“ noch einmal ein wenig krachen wird.

Dorftreff: Der Trägerverein sucht weiterhin Vereine und Gruppierungen, die die Arbeit unterstützen, indem sie freitags den Thekendienst beim Dorftreff übernehmen. Gerne kann das mit einem kleinen Event versehen werden, aber das ist kein Muss. Schon eine Mail an die Vereinsmitglieder kann bewirken, dass man sich „mal wieder trifft“, und sei es nur auf ein Glas Wein. Da zudem einige Gesellschaftsspiele avisiert wurden, besteht auch die Gelegenheit zu einem „Spieleabend.“ Und da mittlerweile ein neuer Beamer im Gastraum eingebaut ist, haben, kann man dort auch mal einen „Videoabend“ á la „Dorfkino“ ausrichten. In diesem Zusammenhang auftretende rechtliche Fragen werden vom Trägerverein geklärt. Und noch eine Idee, die es andernorts schon gibt: wie wäre es mit sonntäglichem „Tatort-Rudelgucken“, vielleicht möchte das jemand in die Hand nehmen. Die notwendigen technischen Voraussetzungen werden derzeit geschaffen. Diese Ideen sind schon einmal vorgestellt worden, noch traute sich niemand so richtig. Wer hier Interesse entwickeln will, kann sich melden  winzerverein@lantershofen.de – oder beim Dorftreff am Freitagabend, zum Beispiel diese Woche, da ruft der Trägerverein die 60er Jahre auf, unter anderem mit „Toast Hawaii.“ Im 1. Quartal 2019 sind noch folgende Freitage zu besetzen: 4. Januar; 8., 15. und 22. Februar; 1., 8. und 22. März.

Was ist los im Winzerverein? Freitag, 7. Dezember – Dorftreff statt Konzert. Da das Kulturlant-Konzert mit „Wildes Holz“ an diesem Abend leider abgesagt werden musste, lädt Kulturlant ab 19 Uhr zum DORFTREFF ein und bietet einen Blick in die 60er Jahre, unter anderem gibt es „Toast Hawaii". Freitag, 14. Dezember – Dorftreff. Zum Dorftreff vor dem 3. Advent bittet dieses Mal der Trägerverein, wieder ab 19 Uhr. Freitag, 21. Dezember - Kinderkino: Um 16:30 Uhr wartet das Kinderkino mit einer neuen Geschichte von „Findus“ aus. Dabeisein kostet einen Euro, um 16 Uhr öffnet das Kino. Freitag, 21. Dezember - Dorftreff. Letzter Dorftreff vor Weihnachten: der „Freundeskreis“ lässt es besinnlich angehen (oder auch nicht). Schaut es Euch ab 19 Uhr an. Freitag, 28. Dezember – Dorftreff und Fussball-Quiz. Der VfB Lantershofen bittet an diesem Abend nicht nur zum Dorftreff ab 19 Uhr, es wird auch „Das große Fußball-Bundesligaquiz“ mit Dirk Unschuld geboten. 

Am Samstag, 29. Dezember – Still Collins. Kulturlant lädt zum Genesis- und Phil Collins Coverkonzert ein. Ist allerdings schon ausverkauft! Montag, 31. Dezember – Wir feiern ins neue Jahr: Wer an Silvester noch nix vorhat und kein Freund der Big Party, kommt am besten zum Jahres-End-Dorftreff ab 19 Uhr. Heißt: die Kneipe ist geöffnet – mindestens bis ins neue Jahr! Kein Eintritt, keine Anmeldung, wer kütt, der kütt. Wir sehen uns im Winzerverein.

Kontaktadressen: Internetseite: http://www.winzerverein-lantershofen.de 
Facebook-Seite: https://www.facebook.com/WinzervereinLantershofen/
Email-Adresse: winzerverein@lantershofen.de

Luan Parle und Clive Barnes boten Folk und Country


Luan Parle und Clive Barnes boten in Lantershofen Folk und Country

Denkt man in Musik aus Irland, dann sind das in erster Linie die Traditionals, die in den Pubs rauf und runter gespielt werden und deren Melodien gerne von den Musikern deutscher Karnevalshochburgen für ihre Stimmungslieder übernommen werden. Musik zum Feiern, bei der man es sich gut gehen lässt. Musikalisch auf einer etwas anderen Wellenlänge kamen Luan Parle und Clive Barnes am Samstag in Lantershofen daher. Die Musik der beiden, die zu den besten Singer/Songwriter Irlands gezählt werden, war etwas ruhiger, aber keineswegs melancholisch. Parle und Barnes, die beide musikalisch weltweit unterwegs waren, haben auch privat zueinander gefunden und sind derzeit erstmals gemeinsam auf Tour durch Deutschland. Ihre Musik ist schwankt irgendwo zwischen Folk und Country, mit jedem ihrer Songs wurde die irische Lebensart, aber vor allem die irische Seele spürbar.

Die Musik von Luan Parle und Clive Barnes ist irgendwo zwischen Folk und Country angesiedelt. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.

Luan Parle, die schon mit Elton John arbeitete, bestach durch ihre klare, manchmal auch kräftige Stimme, Clive Barnes war zunächst mehr im Hintergrund zu hören. Was beide präsentierten, waren teilweise Experimente. Stücke, die auf einer im kommenden Jahr zu produzierenden CD zu hören sein sollen. Stücke aus dem Leben, viel Hintergründiges, wie beim „Ghost of Martha“ oder bei „Day is done“ dargestellt. Das Publikum im Lantershofener Winzerverein hatte sich schnell auf die melodischen Songs mit Luan Parle in der musikalischen Hauptrolle eingestellt, als plötzlich Clive Barnes das Ruder übernahm, um das Publikum nach der herrlichen Stimme seiner Partnerin vor seinem „Drunken Sailer Voice“ förmlich zu warnen.

Luan Parle besticht mit klarer Stimme, Clive Barnes hält sich dann im Hintergrund, bis er das Ruder übernimmt.

Barnes erzählte von seiner Vergangenheit, den ersten Auftritten in Deutschland in der Band von Joe Cocker. Damals habe er ein Jahr lang mit Cocker gespielt, ihn aber nur auf der Bühne gesehen, geschweige denn, ein Wort mit ihm gewechselt. Erfahrungen, nach denen er die Musik Cockers nicht spielte, auch wenn er es könnte. Dafür lockerte das Duo die eigenen Vorträge mit der Musik anderer Künstler, denen sie eher einen Vorbildcharakter fürs eigene Schaffen anhefteten, auf. Für Clive Barnes ist das eher die Musik eines Tom Waits, während Luan Parle „Jolene“ von Dolly Parton perfekt interpretierte und auch Norah Jones Musik interpretierte.

Zwei Stunden lang begeistern Luan Parle und Clive Barnes mehr als 100 Fans ihrer Musik in Lantershofen. Am Ende gab es dann zwar mit „I’m on fire“ von Bruce Springsteen wieder Covermusik zu hören, dass die Stücke der beiden Siner/Songwriter aber deutliche Spuren hinterlassen hatten, zeigte alleine die Tatsache, dass die mitgebrachten Tonträge wie die berühmten „warmen Semmeln“ weggingen.

Musiker aus der ersten Garde Irlands


Zählen zu den besten irischen Singer/Songwritern: Luan Parle und Clive Barnes. Foto: Veranstalter.

Luan Parle und Clive Barnes bringen Irish Folk und Country nach Lantershofen

Sie eröffnete Konzerte für Elton John – er begleitete legendäre Musiker wie Joe Cocker. Beide gehören zu den besten Singer/Songwritern Irlands: Luan Parle und Clive Barnes. Mit ihrem gemeinsamen Projekt sorgen sie für Gänsehaut-Feeling und begeistern ihr Publikum rund um die Welt. Luan Parle hat bereits drei fantastische Alben herausgebracht. Sie arbeitete mit einigen der erfolgsreichsten Künstler und Produzenten wie Grammy-Gewinner Bill Bottrell (Sheryl Crowe, Michael Jackson, Prince, Travelling Wilburys, Elton John) zusammen. Für Elton John eröffnete sie drei Konzerte im Londoner Hammersmith Apollo. In 2007 erhielt sie den Meteor „Best Irish Female Artist 2007 Award“ und gleich dazu noch den „The Tatler – Woman oft he Year Music Award.“  Mit ihrem Song „Ghost“ stürmte sie die irischen Charts – zahlreiche Fernsehauftritte folgten. Seit einiger Zeit geht sie mit ihrem Musikerkollegen und kongenialen Blues-Gitarristen Clive Barnes auf Tournee, seines Zeichens hochgepriesener Musiker von Weltruf, der bereits mit Joe Cocker, Taj Mahal, Dr. John, Jeff Beck, Solomon Burke, The Blind Boy’s of Alabama & Gary Clark Jr. die Bühne teilte. Auch Clive wurde für sein Können mehrfach ausgezeichnet – so wurde sein Album „Welcome to Farewell“ vom US-Magazin „Acoustic Guitar“ als Album des Jahres prämiert. Sein neues Album „Get Low“ ist in Vorbereitung. Nun werden die beiden wohl auch gemeinsam ins Aufnahmestudio gehen – auf das Ergebnis darf man sehr gespannt sein.

Die bestuhlte Veranstaltung im Rahmen einer kleinen Deutschland-Tournee mit insgesamt sechs Konzerten findet am Samstag, 1. Dezember, ab 20 Uhr im Winzerverein Lantershofen statt. Tickets kosten im Vorverkauf 12 Euro zuzüglich möglicher Gebühren, an der Abendkasse 16 Euro. Tickets und Infos sind über die Interseite www.kulturlant.de erhältlich. Weitere Vorverkaufsstellen sind in der Grafschaft Getränke Visang (Karweiler), Rewe-Markt (Ringen), Eifeldestillerie (Lantershofen) sowie in Bad Neuenahr-Ahrweiler Wittich Medien, Plattenkiste und Ahrtal-Tourismus.

Guildo Horn läutete die Vorweihnachtszeit ein


Mit Engelsflügeln und großen Hits

Jetzt kann das Weihnachtsfest kommen: am Donnerstagabend vergangener Woche stimmten Schlager-Ikone Guildo Horn und seine Band „Die Orthopädischen Strümpfe“ auf der Kulturlant-Bühne mehr als 300 Fans auf das Fest ein. Zum Auftakt seiner Weihnachtstour ließ der „Meister“ im Lantershofener Winzerverein höchst weihnachtliche Gefühle aufkommen. Zwei Stunden lang begeisterte der Trierer das Publikum mit einer tollen Show nicht nur akustisch, sondern auch optisch. Beim Blick auf die Bühne wurde es nie langweilig, zumal in diesem Jahr eine Dekorateurin das ganze Ambiente in eine riesige Musiker-Krippe verwandelt hatte. Guildo und seine Band gaben sich dazu ganz Schlager-like, der Bandleader kam in immer neuen Kostümen auf die Bühne, Hemden und Jacken in den schrillsten Farben. Einmal zeigte er sich sogar oberkörperfrei und mit Engelsflügeln, am Ende dann im schicken Kostüm des Weihnachtsmannes.

Zum Bersten gefüllter Saal des NEUEN Winzerverein, kaum ein Durchkommen bis zur Bühne. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Gildo Horn nimmt meisterhaft seine Gäste gefangen und begeistert sein Publikum mit toller Show.

Im Mittelpunkt aber stand die Musik, die hatte zumindest während des Konzertteils so gar nichts mit Schlagermusik zu tun. Im Gegenteil. Guildo und seine „Combo“, wie er die Orthopädischen Strümpfe liebevoll nennt, zelebrierten Hits aus der Rock- und Popgeschichte, zu denen Guildo die Texte ein wenig auf weihnachtlich getrimmt hatte. Da wurde aus „Y.M.C.A.“ plötzlich „Es weihnachtet sehr“ und aus dem Earth, Wind & Fire-Hit „September“ ganz einfach der „Dezember.“ Aus dem Showaddywaddy-Klassiker „Under the moon of love“ wurde folglich „Unter dem Weihnachtsstern“ und statt „In the ghetto“ hieß es nur „In der Krippe.“ Der Winzerverein wurde so von der ersten Minute an zur riesigen Partyfläche, das Volke johlte, klatschte und versuchte mitzusingen, wo es nur möglich war. Die Hände der Besucher waren meist über dem Kopf und klatschten, hochgehaltene Smartphones waren nur ganz selten zu beobachten. „Diese verwackelten Bilder schaut Ihr Euch sowieso nie mehr an“, hatte Guildo eine zweistündige Zeit der Abkehr vom Telefon verordnet.

Gildo Horn trimmt Rock und Pop auf weihnachtlich. Alle machen mit.
Es weihnachtet sehr, Gildo Horn und die Besucher sind Tannenbäume: "Oh Tannenbaum" in fescher Form.

Und die „Strümpfe“ hauten einen alten Hit nach dem anderen heraus, ließen die Discowelle der 1970er mit „Ma Baker“ oder „Celebration“ hochleben, erinnerten an Pink Floyds „Another Brick in the wall“ oder ans erste professionelle Musikvideo und die Geburtsstunde des Senders M-TV, als One-Hit-Wonder „The Buggles“ sangen: „Video killed the radio star.“ Bei Guildo Horn hieß das dann „Ich freu mich, weil das Christkind ist da.“ Aber der Meister konnte auch Balladen, machte aus Abba‘s „Chiquitita“ die Geschichte vom Maronenverkäufer „Dicker Dieter“, der seine Maronen mangels Käufern selber isst.

Auf der Kulturlant-Bühne hauen Guildo Horn und seine Band „Die Orthopädischen Strümpfe“ einen Hit nach dem anderen heraus. Foto: Thomas Biesenbach.
Auch optisch schließt Gildo Horn sein beeindruckendes Konzert weihnachtlich ab: "Weihnachten bin ich zu Haus". Foto: Thomas Biesenbach.

Kulturlant hatte für das Konzert nicht nur die Fangemeinde des „Meisters“ aus dem Ahrkreis bewegen können, die Gäste kamen aus einem weiten Umfeld, um die bunte und musikalisch einwandfreie Show der Band zu sehen. Hinter der hingen an den Bühnenseiten überdimensionale Sterne. Derweil servierten die Gastgeber die berühmten Nussecken. Nach gut eineinhalb Stunden setzte Horn dann zum Zugabenteil an, jetzt bebte der Saal. Denn der Schlager lebte in Form von „Wunder gibt es immer wieder“ oder „Tränen lügen nicht“ auf, ehe die Europa-Hymne des Meisters Song-Contest-Beitrag „Guildo hat Euch lieb“ ankündigte. Bevor der Trierer Entertainer endgültig entschwand, machte er noch musikalisch deutlich: „Weihnachten bin ich zu Haus“, natürlich zum Sound von „Music was my first love.“

Intellektuell hochklassiger Rundumschlag


Politisches Kabarett mit René Sydow sorgte für nachdenkliche Mienen

Politisches Kabarett muss nicht zwanghaft etwas zum Lachen sein. Bestimmt nicht, wenn man sich ein Programm von René Sydow anhört. Der 38-jährige Schriftsteller, Schauspieler, Regisseur und Kabarettisten sprach am vergangenen Samstag vor 180 Gästen bei Kulturlant im Lantershofener Winzerverein und machte dem Publikum dabei gleich zu Beginn klar: „Wenn Sie Unterleibskomik erwarten, muss ich Sie wahnsinnig enttäuschen.“ Natürlich streute Sydow hin und wieder einen Gag ein, auch schon Mal einen uralten Witz. Die Aufmerksamkeit hochhalten, während man sich mit den aktuellen Problemen im Kleinen, wie im Großen beschäftigt, so der Tenor. Sydow, der zuletzt mit Kabarettpreisen nur so überschüttet wurde und der dennoch kein Dauergast in den einschlägigen Formaten ist, weil er sich ob seiner Texte gerne mit den Entscheidern in den Sendern anlegt, setzte zu einem Rundumschlag an und forschte dabei immer wieder nach der „Bürde des weisen Mannes.“ So lautete auch der Titel des Programms.

Im NEUEN Winzerverein macht René Sydow politisches Kabarett "ohne Unterleibskomik". Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
René Sydow hat seine Gäste mit Gags und Witz im Blick und Griff.

Dabei klagte Sydow nicht an. Immer wieder, wenn er Missstände aufzudecken versuchte, machte er auch klar: „Das muss wohl so sein.“ Vielleicht, um das Publikum nicht allzu sehr aufzuschrecken. Denn dort saßen einige, die sich direkt angesprochen fühlen konnten, wenn der Kabarettist sich über Kirche, Religion oder Schule äußerte. Und darüber, dass es immer nur ums eigene Ego und ums Geldvermehren gehe. „Krieg, Handel und Piraterie – dreieinig sind sie“, legte er Faust neu auf. Sydow befasste sich mit Europa, das den Glauben an sich selbst längst verloren habe. Nun mache die Politik ein Kaufhaus daraus, bei dem die Reichen immer reicher würden, die Armen, wie Spanien oder Italien aber nur den Zugang zu den Grabbeltischen im Erdgeschoss erhielten. „Die Politik erwartet Europa-Patriotismus, denkt aber selber nicht daran“, so Sydow, der neue Begriffsdefinitionen vorstellte: Imperialismus heißt heute Welthandel, Krieg nennt man neudeutsch Friedenseinsatz. An der Kirche ließ der Kabarettist ebenfalls kein gutes Haar, wen er auch betonte: „Religionen sind schwer im Kommen.“ Aber sie seien auch ewige Vertröstungsmaschinen.

Vieles in Lantershofen war starker Tobak, aber auch politisches Kabarett als intellektueller Hochgenuss, auf den Punkt gebracht mit scheinbar unerschöpflichem Wortwitz. „Am Ende werden wir sagen“, bilanzierte der Kulturlant-Gast, „jeder einzelne von uns hat 30.000 Facebook–Kommentare geschrieben, 3.000 Fotos hochgeladen und die ganze Welt fotografiert, aber sie nie begriffen. Wir haben die Kinder digitalisiert und standardisiert, haben ihnen Kompetenzen statt Bildung vermittelt, bis sie gesichtslos in der Masse waren – und von den verlorenen Gesichtern haben wir Selfies gemacht.“

Kinderkino: „Das magische Haus“


Der Film "Das magische Haus" läuft am Freitag im "Kinder-Kino" im NEUEN Winzerverein. Bildunterschrift und Fotokollage: Thomas Schaaf.

Kinderkino am 23. September im NEUEN Winzerverein

Das von Petra Orth initiierte Kulturlant-Kinderkino im Lantershofener Winzerverein zeigt am Freitag, 23. November 2018 um 16:30 Uhr den Film „Das magische Haus.“ Es handelt sich dabei um einen Computeranimationsfilm der Spitzenklasse. Die Deutsche Film- und Medienbewertung FBW in Wiesbaden verlieh dem Film das Prädikat „besonders wertvoll.“

Zum Inhalt: Auf der Flucht vor einem Sturm findet der kleine Kater Thunder Unterschlupf in einem magischen Haus. Zauberer Lawrence und die lebhafte Truppe seiner verzauberten Spielsachen nimmt den neuen Mitbewohner gerne auf. Doch nicht alle sind über den pfiffigen Zuwachs erfreut. Maus Maggie kann Thunder nicht ausstehen - was in der Natur der Dinge liegt. Aber auch der grummelige Hase Jack kann einen Nebenbuhler nicht gebrauchen - schließlich ist er der unangefochtene Anführer der verrückten Bande, die gerne mal für Wirbel sorgt. Doch als Lawrence ins Krankenhaus muss und sein zwielichtiger Neffe Daniel hinterrücks das Haus verkaufen will, müssen sich alle zusammenraufen. Daniel versucht das eine oder andere Ass aus dem Ärmel zu ziehen, um seinen Plan in die Tat umzusetzen. Doch er hat seine Rechnung ohne die kleinen Bewohner gemacht, denn Thunder feilt mit seinen Freunden bereits an einem cleveren Plan um ihr geliebtes Zuhause mit allerlei Tricks zu verteidigen.

Der Winzerverein Lantershofen ist am 23. September ab 16 Uhr geöffnet, der Film (FSK ab 0 freigegeben) läuft ab 16:30 Uhr. Der Unkostenbeitrag beträgt einen Euro.