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vom Verein

Public Vieving zur Fußball-WM 2018


Ein Zusammenschluss mehrerer Lantershofener Vereine lädt ein zum "Rudelgucken" in den Saal des NEUEN Winzervereins, wenn die deutsche Mannschaft spielt. Foto: Thomas Schaaf.

Zusammen Fußball feiern: Örtliche Vereine organisieren das Public Viewing im NEUEN Winzerverein

Auch in diesem Jahr sind  anlässlich der Spiele der deutschen Nationalmannschaft bei den Fußballweltmeisterschaften in Russland vom 14. Juni bis zum 15. Juli  2018 alle Fußballbegeisterten zum Public Viewing auf Großbildleinwand im Saal des  den NEUEN Winzerverein eingeladen. Dann gilt es wieder, der eigenen Mannschaft bei erfrischenden Getränken und kleinen lukullischen Darreichungen gegen ihre Gegner beim "Rudelgucken" den Rücken zu stärken. Veranstalter ist ein Zusammenschluss mehrerer örtlicher Vereine. Der Eintritt ist frei. Näheres zu den Terminen und den Öffnungszeiten wollen die Veranstalter in Kürze mitteilen.

Mini-Festival mit regionalen Musikern bei Kulturlant kam gut an


„Lokalderby“ könnte eine Zukunft haben

Für den Grafschafter Verein „Kulturlant“ endete am Mittwochabend die Spielzeit 2017/18, der rührige Kulturverein begibt sich nun die Sommerpause. Nachdem bundesweit bekannte Kabarettisten und Musiker im vergangenen halben Jahr auf der Bühne im Lantershofener Winzerverein präsent waren, stand diese nun regionalen Künstlern zur Verfügung. Erstmals, möglicherweise aber nicht zum letzten Mal, fand das Festival „Lokalderby“ statt. Idee und Konzept dazu hatten Gernot „Monty“ Montkowski und Stephan Maria Glöckner erarbeitet, 150 Zuschauer verzichteten bei sommerlichen Temperaturen auf den abendlichen Grillspaß zugunsten der Musik. „Man singt deutsch“ hatte Glöckner das Festival untertitelt und spielte dabei auf den Kult-Spielfilm „Man spricht deutsch“ mit Komiker Gerhard Polt an, der vor 30 Jahren über die Kinoleinwände flimmerte.

Stefan Maria Glöckner mit seiner Gitarre: "„Man singt deutsch“. Fotos in diesem Bericht: Thomas Biesenbach.

Glöckner selbst eröffnete das kleine Festival, lobte den gastgebenden Verein für dessen kulturelles Engagement überschwänglich und griff in bester Singer/Songwriter-Manier zur Gitarre. Glöckners musikalische Wortspiele handelten vom „Chaos im Kopf“ und der Aufforderung „Macht Spiele“ statt Machtspiele. „Ohne jeden Plan“ war der Ahrtaler Musiker entgegen seinem Song keineswegs. Die Titel seiner Stücke kurz und prägnant: „Ziehlos“, „Kür“, „Raum“ oder „Rään.“ In einer gesungenen Persiflage setzte er zudem dem Sting-Song „Englishman in New York“ einen neuen Text auf und sang vom „Kölsche in Düsseldorf.“

„Monti“ durfte mit seinem aktuellen Bandprojekt „Montkowski“ als zweites ran. Was für ein Unterschied. Erst der bedächtige Liedermacher Glöckner, dann der Wirbelwind Montkowski mit dunkler Stimme, die teilweise bedrohlich wirkte. Montkowski brachten allesamt eigens getextete und komponierte Songs zu Gehör. Die Band, bei der neben Sänger „Monty“ noch David Stricker am Bass, Klaus Saal (Gitarre) und Wolli Köhler am Schlagzeug mitwirkten, unterhielt das Publikum rund eine Stunde lang mit klug vertonten Lebenssituationen. „Komm geh“, „Was besseres gibt es nicht“, oder „Und dann“ mit einprägsamen Melodien waren zu hören, das hatte schon eine gewisse Ohrwurm-Qualität.

Die jüngsten und nach der Einschätzung des Publikums auch die Besten kamen zum Schluss: Lampenschirm. Die vier Jungs mit Wurzeln in der Grafschaft haben in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie musikalisch viel drauf haben. Die Chance, nach dem Nachwuchswettbewerb „Toys2Masters“ eine professionelle CD zu produzieren, packte das Quartett beim Schopfe und ließ das Werk „Lauter Lichter“ entstehen. Songs, die „An dich“, „Keine Spur“ oder „Irgendwas fehlt“ aus dem Album waren in Lantershofen ebenso zu hören, wie gut gecoverte Hits von Westernhagen oder Sportfreunde Stiller. Dem Publikum schien die Mischung der drei Bands zu gefallen, man fühlte sich wohl beim Lokalderby, so dass Stephan Maria Glöckner bereits über eine Fortsetzung mit dem Versuch, ein solches Mini-Festival heimischer Bands zu etablieren, nachdachte.

Auf der Bühne will der Ningel flügge werden


Mit Matthias Ningel war einer der begehrtesten Nachwuchs-Kabarettisten in Lantershofen

Kann man bei einem Musik-Kabarettisten, der binnen weniger Jahre bereits zehn hochwertige Kabarett- und Musikpreise abholen durfte, überhaupt noch von Nachwuchs reden? Die Antwort ist ein klares „Vielleicht.“ Jedenfalls bei Matthias Ningel. Der wurde gerade 30 Jahre alt, steht schon knapp die Hälfte seines jungen Lebens auf der Bühne und macht dies seit einigen Jahren professionell. Dafür schmiss der im kleinen Eifelort Hambuch geborene Nigel einen gar nicht so schlechten Job: an der Mainzer Musikhochschule unterrichtete er die Fächer Musiktheorie und Gehörbildung.

Matthias Ningel im NEUEN Winzerverein. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Mit dreißig Jahren eigentlich kein "Nachwuchs"-Künstler mehr.

Für den Begriff „Nachwuchskünstler“ steht auf jeden Fall der Inhalt seines zweiten Soloprogramms. In „Jugenddämmerung“ berichtet Ningel vom Abschied von besagter Jugend, dem Rauskomplimentieren aus elterlicher Umgebung, der verpassten großen Liebe und all dem, was das Erwachsenwerden sonst noch mit sich bringt. Dabei lief Ningel jedes Mal zu großer Form auf, wenn er sich an den Flügel setzte. Und das tat er am Samstagabend auf der Kulturlant-Bühne in Lantershofen unentwegt. Der junge Mann mit Old-School-Handy, der nur die Eltern-App kennt und bei der eigenen Großmutter den „Enkeltrick“ versuchte, muss „endlich in die Pötte kommen“, wie er es ausdrückte. Aber wie soll das gehen, bei einem Menschen der „Generation Y-ohweiwei“? Diese Jugend ist doch gar nicht in der Lage, Entscheidungen zu treffen. „Ist jemand meines Alters hier“, fragte Ningel. Ja, einer. „Gratulation, Du hast tatsächlich eine Entscheidung getroffen, nämlich hierher zu kommen“, frohlockte der Lockenkopf auf der Bühne. Warum ist die „Generation Y“ so entscheidungsschwach? Klarer Fall für Ningel, die Fernsehserien der 1990er-Jahre sind schuld.

Da hatte er es sich noch leicht gemacht. Aber was haben die Gleichaltrigen aus seiner Umgebung vollbracht? Ningel nahm sie alle unter die Lupe und aufs Korn. Karl-Leonhard, den mit acht Jahren schon sadistisch ausgeprägten Spielplatz-Schurken. Oder Rolf, das Feindbild, wollte der doch der geliebten Ilona an die Wäsche und führt heute ein „Hyper-Hyper-Leben“, bei dem der Samstag der Qualitäts-Tag in Sachen Familienleben ist. Jedenfalls für eine halbe Stunde zwischen zwei Terminen. Und immer wieder Ilona, für die er zum 18. Geburtstag sogar ein Lied geschrieben, es aber nie vorgesungen hat. Stattdessen schenkte er ihr lieber einen Tankgutschein und bekam prompt die Quittung dafür. Den Song bekam immerhin das Lantershofener Publikum zu hören, und da hieß es zwangsgereimt: „Ilona – wär ich ein Drucker, wärst Du Toner.“ War er aber nicht und der Papierstau ließ grüßen. Der Song erfüllte nach Ningels Aussagen übrigens die Merkmale eines Schlagers, unter anderem wegen des „zwiefachen (Andy) Borg“ in der Melodie, die beim Schlagerfan unwillkürlich zu silbereisener Hühnerhaut führt. Ein kleiner Exkurs in Ningels alten Job.

Am Flügel läuft Ningel zu großer Form auf.
Matthias Ningel (links) nach dem Gastspiel in Lantershofen im Gespräch mit (v.l.) den Kulturlant-Machern Thomas Weber, Alfred Hansen und Hermann-Josef Efferz.

Aber irgendwie schaffte es Matthias Ningel in seinem Programm nicht, der Jugend zu entfliehen, da trug er doch lieber immer mal wieder den zerfledderten beigefarbenen und viel zu großen Pullover, für den sich seine Freunde fremdschämen, der aber das junge Ningel‘sche Leben in all seinen Facetten miterlebte. Oder aber er setzte zur Hymne auf die Eifel an, ein Hohelied, mit dem er den meisten im Saal auf der Seele sang: „An jedem Haus ein Garten und in jedem Garten ein Trampolin.“ Da brauchte Ningel gar nicht erst lange nach dem Selbstverständnis der Besucher zu fragen: „Grafschafter Land-Ei oder urbaner Szenemensch?“ Der Ausmarsch in die große, weite Welt, bringt sowieso nichts, auch nicht für befristete Zeiten. So jedenfalls war in Ningels Zugabe zu hören, in der er über „Traurige Touristen“ sang.

Mit dem Gastspiel von Matthias Ningel endete die Kabarett-Aboserie 2017/18 bei Kulturlant. Infos zum neuen „Spass-Abo“ für die Saison 2018/19 sind unter www.kulturlant.de zu finden.

Ahrkreis-Musiker rocken zum Kulturlant-Saisonfinale ab


Stephan Maria Glöckner mit seiner E-Gitarre. Foto: Veranstalter.

Lampenschirm, Stephan Glöckner und Montkowski präsentieren beim „Lokalderby“ eigene Stücke

Finale der Spielzeit 2017/18 beim Grafschafter Verein „Kulturlant.“ Da wird es zum Abschluss der Kleinkunst- und Konzertserie noch einmal rockig. „Lokalderby“ heißt das kleine Festival heimischer Musiker mit eigenen Texten in deutscher Sprache, dass am Mittwoch, 9. Mai, im Winzerverein Lantershofen stattfindet. Mit dabei sind „Montkowski“, „Lampenschirm“ und Stephan Maria Glöckner.

Montkowski ist eine Band, die man kennt: vier Köpfe und zwölf Jahre Bandgeschichte. Die Liebe zur Musik vereint die Band um Frontmann und Namensgeber Monty (Gernot) Montkowski, Komponist, Texter, Sänger und Gitarrist, David Stricker am Bass, Klaus Saal, Gitarre und Wolli (Wolfgang) Köhler am Schlagzeug. Nach mehr als einem Jahrzehnt, öffnet das Quartett neue musikalische Türen und setzt auf Lieder in der Muttersprache. Direkt, ehrlich, aus dem Leben, mitten ins Herz. Unverkennbar “Montkowski” mit Ohrwurmgarantie. Echte Musik mit Live – Qualität und vier einzigartigen Typen.

Die Band „Lampenschirm“ ist seit 2010 in der Musikszene unterwegs. Neben eigenen deutschsprachigen Songs, die im Bereich Pop/Rock anzusiedeln sind, covert die Band auch Songs aus diesen Genres. Nachdem sie bereits im Jahr 2011 ihre erste EP “Licht an” veröffentlicht hat, erschien 2015 das erste eigene Album “Lauter Lichter”. Darauf zu hören ist eine geballte Mischung deutschsprachiger Rock-Pop-Lieder, die von gefühlvollen Balladen bis hin zu mitreißenden und aufregenden Rhythmen reicht.

Die Umsetzung seiner Ideen war schon immer die große Leidenschaft von Stephan Maria Glöckner. Seine Band ‚menino’ präsentiert seit über 20 Jahren brasilianische Beats und portugiesische Texte aus eigener Feder. Das Kinder-Projekt ‚RingoTingo’ errang Preise und Chart-Platzierungen, er singt Jazz in der Koblenzer Big-Band, schreibt Mundart-Lieder für Kölner Bands, arbeitet für internationale Trance-DJs und moderiert seit 2004 das Koblenzer Horizonte-Festival. Gemeinsame Projekte gab es  mit Katja Ebstein, Purple Schulz, Götz Alsmann, dem ‚Fluch der Karibik’-Komponisten Klaus Badelt und den Weather Girls. Heute singt er sich quer durch sein großes selbstgeschriebenes Repertoire, das von deutschen Songs über Mundart bis zu englischen oder portugiesischen Texten reicht. Hauptsache aussagekräftig, gehaltvoll und melodiös. Seine extrem Sting-ähnliche Stimme lässt die Performance sehr charismatisch klingen.

Das „Lokalderby“ findet am Mittwoch, 9. Mai, ab 20 Uhr im Winzerverein Lantershofen statt. Einlass ist um 19 Uhr. Karten sind zum Vorverkaufspreis von 12 Euro zuzüglich möglicher Gebühren in der Plattenkiste (Bad Neuenahr), bei Ahrtaltourismus (Ahrweiler und Bad Neuenahr), im Rewe-Markt (Ringen), der Eifeldestillerie (Lantershofen), bei Getränke Visang (Karweiler) sowie telefonisch unter 0175/5700262 oder 02641/202118 und online unter www.kulturlant.de oder www.bonnticket.de erhältlich.

Großes Rondo Vocal Jubiläumskonzert


Musik- und Gesangsbegeisterung über Genregrenzen hinweg  

Seit zehn Jahren gibt es das aus der Grafschaft stammende A cappella-Quintett „Rondo Vocal“, dessen musikalischer Ruf längst über den engeren, regionalen Raum hinaus ausstrahlt. Eine Tatsache, die jüngst beim großen Jubiläumskonzert erneut deutlich wurde. Zahlreiche Besucher aus der Grafschaft und der Kreisstadt, aber auch aus den umliegenden Gemeinden und Städten hatten zum großen Jubiläumskonzert im Winzerverein den Weg nach Lantershofen gefunden. Mit 250 Gästen war der Auftritt schon lange vor dem Konzerttermin restlos ausverkauft, ein Zusatztermin wird am 20. Oktober im Ringener Bürgerhaus stattfinden. Es ist immer wieder faszinierend, wie Rondo Vocal, bestehend aus Rolf Blechschmidt (1. Tenor), Hajo Hecker (2. Tenor/1. Tenor), Detlef Wronka (2. Tenor/1. Bass/Perkussion), Franz-Josef Küls (1. Bass) und Ingo Krämer (2. Bass/Perkussion), allein mit dem Mund und durch die Kunst des Gesangs ganze Musikwelten entstehen lässt – über Genregrenzen hinweg wird der Mund zum Multiinstrumentalist. Eben jene Vielseitigkeit sorgt dafür, dass die Gruppe für fast jeden Geschmack etwas im Repertoire hat. Das war natürlich auch beim Jubiläumskonzert der Fall, schon der Auftakt hatte mit Stücken wie „Crying in the Rain“ (Howard Greenfield) oder dem Traditional Scarborough Fair jede Menge Facettenreichtum zu bieten.

Rondo Vocal präsentiert sich im total ausverkauften Saal des NEUEN Winzervereins in blendender musikalischer Form. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Das begeisterte Publikum dankt beim 10-jährigen Jubiläumskonzert von Rondo Vocal mit starkem Beifall für ein perfektes Gesangserlebnis.

Sozusagen als Sahnehäubchen hatte sich Rondo Vocal für diesen besonderen Abend musikalische Ehrengäste eingeladen, die perfekt ins Programm passten. Da war die musikbegeisterte „Dietl-Family“ aus Sinzig, die mit Klavier, Violinen, Cello und Klarinette ein spektakuläres Beatles Medley auf die Bühne brachte oder der Bölinger Singer/Songwriter Christoph Rieger, dessen Songs über „Eva“ oder den imaginären „Mordversuch“ an der Freundin nicht nur musikalisch, sondern auch humoristisch begeisterten. Unter anderem Kompositionen von Michael Jackson, Xavier Naidoo, aber auch eine alte Volksweise präsentierte der „CHORIOS“-Chor aus Adenau während der bekannte Sänger Patric Lück der Band per Videobotschaft zum Jubiläum gratulierte. Mit „Mein kleiner grüner Kaktus“ und „Irgendwo auf der Welt“ sangen Rondo Vocal auch zwei Lieder der Comedian Harmonists, sozusagen der Mutter aller A cappella Formationen. Der Abwechslungsreichtum zog sich wie ein roter Faden durch den Abend – Mitwipp- und Mitsingpotential inklusive. Ob rockige Songs wie „While my Guitar gently weeps“ (George Harrison) oder „Proud Mary“ (John Foggerty), Chartkracher a la „Human“ (Rory Graham), Klassisches Liedgut wie „Also sprach…“ (Richard Strauss) oder kölsche Tön in Form von „Bütz mich“ (Bläck Fööss) – es war faszinierend zu hören, wie anders und doch unverkennbar diese Songs im A cappella-Gewand daherkamen. Und fürs Auge gab es dank anspruchsvoller Videoinstallationen auf Leinwand auch was zu sehen. Logisch, dass diese sicherlich unvergessliche Show samt üppigem Zugabenteil mächtige Ovationen des begeisterten Publikums zur Folge hatte. Um das Ganze abzurunden, kam auch der Charity-Aspekt nicht zu kurz. So gingen die Erlöse aus dem Imbiss- und Getränkeverkauf an den Förderverein des Ringener Kindergartens „Regenbogen“.

Der deutsche Kabarett-Meister kommt


Der deutsche Kabarett-Meister Matthias Ningel. Foto: Veranstalter.

Matthias Ningel ist mit seinem Programm „Jugenddämmerung“ bei Kulturlant zu Gast

Auch das gibt es: eine Kabarett-Bundesliga. Da spielen Jahr für Jahr 14 Kabarettisten gegeneinander. Sieger und damit Deutscher Meister 2016 wurde Matthias Ningel. Nach der mit seinem ersten Programm „Omegamännchen“ über sieben (nämlich acht) Kleinkunstpreise erntete und deutschlandweit konzertierte, scheint er seine künstlerische Reifeprüfung erfolgreich bestanden zu haben. Heißt das, er ist jetzt endlich erwachsen? Ist da ein Küken flügge geworden? Wohl kaum! Als junger Milder seiner Generation vermeidet er es weiterhin sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen.

Mit Gesang, Klavierspiel und Wortbeiträgen widmet sich Matthias Ningel in seinem zweiten Programm „Jugenddämmerung“ den Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens. Humorvoll und nachdenklich seziert er spielerisch sich selbst, sowie die ominöse Generation Y, analysiert deren Eigenschaften, Ängste, Spleens und Sehnsüchte. Da entlarvt er eine Perspektivlosigkeit aufgrund zu vieler Möglichkeiten, entdeckt die Hintergründe multipler Medienabhängigkeit und vermutet eine tiefe Sehnsucht nach dem Klinkerhaus auf dem Land. Er schildert die Vorteile und Probleme von Fernbeziehungen und diagnostiziert den Artgenossen eine aus dem Gleichgewicht geratene Work-Life-Balance. Ein Musikkabarettprogramm für alle Generationen.

Matthias Ningel ist am Samstag, 5. Mai, ab 20 Uhr im Winzerverein Lantershofen zu erleben. Einlass ist um 19 Uhr. Karten sind zum Vorverkaufspreis von 17 Euro zuzüglich möglicher Gebühren in der Plattenkiste (Bad Neuenahr), bei Ahrtaltourismus (Ahrweiler und Bad Neuenahr), Bei Wittich Medien (Ahrweiler), im Rewe-Markt (Ringen), der Eifeldestillerie (Lantershofen), bei Getränke Visang (Karweiler) sowie telefonisch unter 0175/5700262 oder 02641/202118 und online unter www.kulturlant.de oder www.bonnticket.de erhältlich.

Wechsel an der Kulturlant-Spitze


Der neu gewählte Kulturlant-Vorstand (v.l.): Peter Rieck, Marie-Luise Witsch, Wilma Binzenbach, Udo Rehm, Christoph Münch, Thomas Weber und Dietmar Ulrich. Foto: Dirk Unschuld.

Marie-Luise Witsch übernimmt Sprecherposten von Hermann Efferz – Dietmar Ulrich neu im Vorstand

An der Spitze des Grafschafter Vereins Kulturlant hat es einen Wechsel gegeben. Nach viereinhalb Jahren stellte sich Gründungsvorstand Hermann Efferz bei der Mitgliederversammlung am vergangenen Mittwoch nicht mehr zur Wahl. Seine Nachfolge als Sprecherin des Vorstands trat Marie-Luise Witsch an, die einstimmig gewählt wurde. Das zweite Sprecheramt hat weiterhin Udo Rehm inne, Geschäftsführer bleibt Thomas Weber, Schatzmeister ist weiterhin Christoph Münch. Eine Änderung gab es auch im erweiterten Vorstand. Während die Beisitzer Wilma Binzenbach und Peter Rieck in ihren Ämtern bestätigt wurden, übernahm Dietmar Ulrich den seit vergangenem Jahr vakanten dritten Beisitzerposten.

Zur Mitgliederversammlung waren 23 der aktuell 67 Mitglieder in den Lantershofener Winzerverein gekommen, wo das Geschäftsjahr 2017 noch einmal in Erinnerung gerufen wurde. Geschäftsführer Thomas Weber sprach von einem schwierigen Jahr, das zum einen durch den Umbau des Winzervereins geprägt war. Weil Kulturlant ein halbes Jahr seine Gastspiele in zahlreichen anderen Grafschafter Bürgerhäusern präsentierte, ging ein hoher logistischer Aufwand mit viel Mehrarbeit einher. Große Teile des Equipments mussten ständig bewegt werden. Zum anderen nutzte der Verein nach einem auch wirtschaftlich erfolgreichen Vorjahr 2016 die Gelegenheit, sich vom Thema „Comedy“ zugunsten eines anspruchsvolleren Kabarett-Programms zu verabschieden. „Wohlwissend, dass mehr Qualität im Programm weniger Quantität in den Gästezahlen zur Folge haben dürfte“, so Weber. Dennoch war die inhaltliche Programmaufwertung den Grafschaftern wichtig. Sie konnten bei ihren 14 Kulturveranstaltungen mehr als 2400 Gäste begrüßen, was einem Schnitt von 172 pro Veranstaltung entspricht. Aber die Summe der Abonnenten des neuen Kabarett-Programms blieb mit 72 gegenüber dem Vorjahr annähernd gleich. Neben dem eigentlichen Programm bietet Kulturlant zudem nun in unregelmäßigen Abständen Kinderkino an.

Der Rückblick auf die 14 Veranstaltungen zeigte, dass alleine sechs von ihnen mit einem wirtschaftlichen Minus abschlossen. Dennoch konnte Schatzmeister Christoph Münch der Versammlung einen Jahresüberschuss von knapp 1800 Euro vermelden. Dabei schloss der reine Kulturbetrieb jedoch mit einem Minus von 7.800 Euro ab. „Trotz der Tatsache, dass wir keine Miet- und Nebenkosten in den Bürgerhäusern zahlen und keine Personalkosten haben, ist ein derart hochwertiges Programm kaum kostendeckend zu gestalten“, erklärte Geschäftsführer Weber. Zumal man immer noch darauf setze, auch junges Publikum zu gewinnen, die Veranstaltungen hierfür zeichneten in erster Linie für das Minus verantwortlich. Das Catering bei den Veranstaltungen, Beiträge der Mitglieder und Zuschüsse gestalteten das Ergebnis schließlich aber freundlich. Die Kassenprüfer Anja Knieps und Marcus Stodden bestätigten die ordnungsgemäße Kassenführung, der Vorstand wurde einstimmig entlastet. Beide Kassenprüfer wurden für ihre Aufgabe wiedergewählt.

Nachdem Vorstandssprecher Udo Rehm dem aus dem Vorstand ausgeschiedenen Hermann Efferz mit einem Präsentkorb für dessen Arbeit an der Vereinsspitze gedankt hatte, beschloss die Versammlung noch eine Modifizierung der Beiträge für das Jahr 2019. Demnach werden Mitglieder bis zum 21. Lebensjahr beitragsfrei gestellt. Die Regelung kann beispielsweise bei Studierenden bis zum 25. Lebensjahr verlängert werden. Der Wunsch, den Verein mit aktiven jungen Leuten zu besetzen, bleibt also bestehen.

Anka Zinks Kabarett begeisterte mehr als 200 Gäste


Anka Zink begeistert mit „Leben in vollen Zügen.“ Foto: Gerd Weigl.

Keiner will da sein wo er gerade ist

Buchstäblich mit auf die Reise nahm die Bonner Kabarettistin und „Springmaus“-Mitgründerin Anka Zink am vergangenen Samstag mehr als 200 Besucher der Kulturlant-Bühne im Grafschafter Kulturzentrum Winzerverein Lantershofen. Doppeldeutig war der Name ihres aktuellen Programms: „Leben in vollen Zügen.“ Ob sie das Leben tatsächlich derartig genießt, wurde dabei nicht so ganz klar, wohl aber die Tücken ihrer vielen dienstlichen und privaten Reisen, von denen auch letztere manches Mal gar nicht gewollt waren. Nur konnte sie sich nicht entscheiden, an entscheidender Stelle „nein“ zu sagen. Aber von vorne: Zink machte zunächst einmal ihre Definition von Kabarett und Comedy deutlich und erklärte: „Ich mache Comedy mit Relevanz. Ich sage zum Beispiel nichts über Donald Trump. Dazu fällt mir sowieso nichts mehr ein.“

Anka Zink hatte sich vielmehr aufs Reisen versteift und fragte das Publikum, warum heute keiner mehr da sein will, wo er gerade ist. Macht Reisen Spaß, auch in jedem Alter? Oder heißt es irgendwann mal: „Mobilität dank Mobilat“ oder alternativ „vom Roller zum Rollator“? Schon der Start ist problematisch, zumindest wenn er an einem Freitag stattfindet. „Da gibt es um 15 Uhr auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen 170 Kilometer Stau. Andere Bundesländer haben gar nicht so viele Autobahnen.“ Und wer steht dort: SUV’s, also Geländewagen, die nicht ins Gelände dürfen, aber mit Dreckfolien beklebt werden, damit es so aussieht, als wären sie im Gelände gewesen. „Gehen sie nachts mal durchs Villenviertel, da hören sie hinter den Garagentoren die SUV’s weinen“, verriet Zink. Und auch das: „Die Staus werden von Warnbaken produziert, hinter denen es keine Baustellen gibt. Es ist nur billiger, die Baken auf der Autobahn lagern, als in großen Hallen.“

Im Verlauf des mehr als zweistündigen Programms hatte Anka Zink noch jede Menge Reiseerlebnisse parat, sei es der all-inclusive-Urlaub mit der Schwester oder der ungewollte Besuch des Neffen in Ecuador am Äquator, anstelle der Schwester. Ein Fazit von beidem: „Nichts ist einfacher, als sich im Ausland daneben zu benehmen.“ Dabei redete die Kabarettistin ununterbrochen, manchmal ohne Punkt und Komma, aber immer mit einem gewissen Feinschliff, wobei sie beinahe in jedem Satz einen Lacher produzierte, oftmals mit ihren unerwarteten Nebensätzen. Das Publikum in Lantershofen zeigte sich begeistert und zollte der Bonnerin einen donnernden Applaus.

Die Reihe der Kabarett-Veranstaltungen der Kulturlant-Saison 2017/18 beschließt am Samstag, 5. Mai, der Sieger der Kabarett-Bundesliga 2016, Matthias Ningel. Er bezeichnet sich selbst als Liedermacher und Humorist. Das musikalische Kabarett trägt den Namen „Jugenddämmerung.“