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vom Verein

„Ich dät et alles su widder dun“


Der 93-jährige Ludwig Sebus blickte auf ein erfülltes Leben zurück

Die Bühne ist sein Lebensinhalt, ohne geht es nicht. Gemeint ist Ludwig Sebus aus Köln, stolze 93 Jahre und seit 70 Jahren auf den Bühnenbrettern zu Hause. 1925 geboren hat der Grandseigneur des Kölner Karnevals schon viel erlebt, inklusive eines Weltkriegs und fünfjähriger Kriegsgefangenschaft in Russland. Kaum zurück in Köln, schloss er sich dort der singenden Zunft an, die ihn schnell zum Karneval führte. An der Seite des Kölnbarden Hans-Jürgen Jansen, der als 72-jähriger in Sebus einen väterlichen Freund sieht, war der rüstige Senior am Sonntag in Lantershofen zu erleben. Vor dem Hintergrund der Restauration einer aufgefundenen alten Fahne, die noch sechs Jahre älter als Sebus ist, hatten Junggesellen-Schützen und deren ehemalige Fähnriche unter Mithilfe des Vereins Kulturlant zum Kölner Mundartabend eingeladen. Ziel ist es, die Existenz der Fahne zu kommunizieren, um diese einmal einer Restaurierung zuführen zu können.

Erich Althammer (Mitte), Ex-Fähnrich und Vorsitzender der Bürgervereinigung, und der Kölnbarde Hans-Jürgen Jansen (l.) begrüßen im gut gefüllten Saal des Winzervereins mit dem Publikum den 93-jährigen Grandseigneur des Kölner Karnevals Ludwig Sebus. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Kölnbarde Hans-Jürgen Jansen singt und spielt zur Einstimmung auf Ludwig Sebus "Krätzjer un Leedche" aus dem rheinischen Köln.

Sebus berichtete in seinen Ausführungen und im Zwiegespräch mit Jansen über die ganz alten Zeiten, als er die frühen Liedermacher Köln kennenlernte, mit einer Ausnahme: von Willi Ostermann bekam er nur noch in Kindesjahren dessen große Beerdigung auf dem Melatenfriedhof mit. Nach der Rückkehr aus Russland und dem Miterleben einer großen Feier auf dem Alter Markt war dann für Sebus klar: „Da will ich dabei sein.“ Er dichtete und komponierte. Sein Erstlingswerk für den Karneval wäre heute wohl verpönt: „Hück trööte mer die janze Naach, bis morje fröh et Sönnche laach“ hatte durchzechte Nächte zum Thema. Aller Anfang war natürlich schwer, auch für das neue Mitglied im Literarischen Komitee. Nach seinen ersten Vorstellabenden standen gerade einmal 30 Karnevalsauftritte im Kalender. Aber der Aufstieg in der Domstadt war unaufhaltbar.

Singen macht durstig, also verlangt Ludwig Sebus „jet ze drinke“. Kulturlant-Sprecherin Marie-Luise Witsch serviert feinstes sprudelndes Premiumwasser. Und schon geht das Sebus´sche "Verzällche" weiter.
Eine beeindruckende Erscheinung auf der Lantershofener Bühne: Ludwig Sebus mit Lied und Herz aus Köln. Er brillierte mit Wortwitz, Lebensweisheiten und dem Fazit: „Ich dät et alles su widder dun“.

Kölnbarde Hans-Jürgen Jansen, der nach dreijähriger intensiver Vorarbeit vor fünf Jahren eine große Sebus-Biographie veröffentlichte, brachte die rund 150 Gäste im Lantershofener Winzerverein am Sonntagabend mit gesungenen Krätzjer von Ostermann, Berbuer und Sebus in Stimmung, schnell wurde sich eingehakt und geschunkelt, die Texte waren den Besuchern auch nach Jahrzehnten noch geläufig, vom schnelllebigen heutigen kölschen Liedgut war da nichts zu merken. Dann trat Gentleman Sebus ans Mikrofon, trotz hohen Alters mit erstaunlich guter Stimme ließ er „Am Dom zu Kölle“ erklingen, sang vom „dicke und vom drüjje Pitter“ und davon, dass man sogar „Kölsche in der Südsee“ trifft. Sebus galanter Wortwitz, gespickt mit Komplimenten für die Weiblichkeit und Spitzen an die Männer im Saal sorgte für viel Gelächter, seine Lebensweisheiten und seine positive Art beeindruckten. Dass der 93-jährige seiner Meinung nach im Leben alles richtig gemacht hatte, drückte er am Ende in seinem neuen Lied „Ich dät et alles su widder dohn“ recht deutlich aus. Und weil das Publikum Sebus und Jansen nach zwei Stunden nicht so einfach von der Bühne lassen wollte, gab es das fast schon obligatorische „Ich möch ze Fooss no Kölle john“ als Zugabe mit auf den Heimweg.

Bürgervereinigung stiftet Erlöse vom Adventsmärktchen


Der Vorstand der Bürgervereinigung um den Vorsitzenden Erich Althammer und Geschäftsführer Leo Mattuscheck überreichte eine Spende von je 150 Euro an den FV Katharinchen sowie an das Studienhaus St. Lambert. Foto: Dirk Unschuld

Alljährlich veranstaltet die Bürgervereinigung Lantershofen ihr traditionelles Adventsmärktchen. Ebenso traditionell werden die von der Bürgervereinigung hierbei generierten Erlöse für Einrichtungen oder andere „Dinge“ in Lantershofen gespendet. In diesem Jahr entschied sich die Bürgervereinigung den Betrag von je 150 Euro an das Studienhaus St. Lambert sowie an den Förderverein der Lantershofener Kita St. Katharina „Katharinchen“ zu spenden. Bei gemütlichem Beisammensein im Innenhof des Studienhaus St. Lambert sowie in der dortigen „kleinen Kneipe“ wurden die Spenden vom Vorstand der Bürgervereinigung bei Deftigem vom Grill und kühlen Getränken überreicht.

Seniorenfahrt ins Freilichtmuseum


Die Seniorengruppe im Freilichtmuseum Kommern. Foto: Leo Mattuscheck.

Am 8. Juli fand die diesjährige Seniorenfahrt der Bürgervereinigung Lantershofen statt. Gestartet wurde um 12:45 Uhr Bushaltestelle Lambertusstraße unter der Leitung von Geschäftsführer Leo Mattuscheck, mit den Vorstandsmitgliedern der Bürgervereinigung Werner Braun und Harald Hess. In diesem Jahr war das Ziel das Freilichtmuseum in Kommern. Auf dem 100 ha großen Gelände mit 75 historischen Gebäuden aus der ehemaligen preußischen Rheinprovinz wurde es den Teilnehmern nicht langweilig. Aufgeteilt in Gruppen ging es für die Lantershofener Senioren durch das Gelände mit den unterschiedlichsten Sehenswürdigkeiten an alten Häusern und Bauernhöfen aus der Region, wie  u.a. auch das Schul- und Backhaus aus Löhndorf, hier kamen für alle Erinnerungen an die eigene Schulzeit auf. Nach den Führungen trafen sich die Gruppen zu Kaffee und Kuchen in der Gastwirtschaft zur Post, einem ehemaligen Hof aus Oberbreisig, untermalt mit Klängen einer mechanischen Musikgruppe. Im Anschluss daran, konnte das Museum noch eigenständig erkundet werden. Später traf man sich zur Rückfahrt durch die Eifel nach Lantershofen, wo im Winzerverein der Tag gemütlich ausklang, mit Getränken und leckeren Schnittchen, von den fleißigen Kfd Frauen serviert. Hier schmiedete man bereits Pläne für die nächste Seniorenfahrt 2020.

Freitagsöffnung am 28. bringt zusätzlich Fotoserien von zwei Diamanthochzeiten


Kaiser Heinrich II. (Thomas Schaaf) verkaufte im Krönungsgewand am Vorverkaufstag zusammen mit dem Bürgervereinsvorsitzenden Erich Althammer die neue Chronik Band I. mit einem überragenden Verkaufsergebnis. Mitgebracht hatte Heinrich auch die Heilige Lanze, die man links im Bild sieht. Foto: Dirk Unschuld.

Für die Freitagsöffnung der Kulturkneipe im Winzerverein am 28. Juni hat der Trägerverein angekündigt, wegen des großen Interesses das bei der Vorstellung der Chronik uraufgeführte 7-Minuten-Filmchen über Kaiser Heinrich II. nochmals vorzuführen. Verschiedentlich wurde der Wunsch geäußert, auch das 3-Minuten-Filmchen „Lantershofen“ des offiziellen Organisationsteams noch einmal auf großer Leinwand vorzustellen. Eine Bitte um Genehmigung zur Vorführung während der Freitagsöffnung beschied das Orga-Team um Ortsvorsteher Leo Mattuscheck leider negativ. Daher haben wir uns um Ersatz bemüht und gefunden. Auf der Leinwand und dem Bildschirm an der Theke wird das Vorführgerät in einer Endlosschleife Fotos von den Diamant-Hochzeiten Schiffbauer (Juni 2019) und Kappen (2009) zeigen. Wer möchte, kann sich die Bilder gerne anschauen, wer gerne in Ruhe sein Bierchen oder Wein weiter trinken möchte, kann dies natürlich auch tun. Es gibt also auf der Freitagsöffnung im Winzerverein am 28. Juni ab 19.00 Uhr etwas Besonderes zu sehen und natürlich kann man dann auch die neue Chronik erstehen. Herzliche Einladung.

Filmchen „Kaiser Heinrich II.“ wird nochmals vorgeführt


Kaiser Heinrich II. (Thomas Schaaf) war zur Buchvorstellung während der "Freitagsöffnung" erschienen. Erich Althammer (l.) dankte Roland Schaaf (r.) für den Satz und das Layout des Buches. Foto: Dirk Unschuld.

Vortrag zur Lantershofener Geschichte sehr gut besucht

Gut angekommen war am Freitag, 24.5. bei den Gästen des Trägervereins der Vortrag des langjährigen Chronisten der Bürgervereinigung Lantershofen, Thomas Schaaf. In der übervollen ehemaligen Kneipe des Winzervereins hatte Schaaf im Rahmen der zumeist kulturellen „Freitagsöffnung“ mit einem kurzweiligen Abriss aus der Lantershofener Geschichte seine Zuhörer in Bann gehalten. Grundlage des Vortrags war die unter seiner Autorenschaft von der Bürgervereinigung herausgegebene neue Chronik (Band I), aus der er mittels Beamer-Präsentation auch einige Seiten vorstellte und hieraus zitierte. Erich Althammer, Vorsitzender Bürgervereinigung, freute sich über das große Interesse an der Lantershofener Geschichte.

Als interessante Zugabe konnte Schaaf ein kleines 7-Minuten-Filmchen über Kaiser Heinrich II. vorführen, der im Jahr 1019 Lantershofen mit seiner Schenkungsurkunde aus dem Dunkel der Geschichte hervorholte. Mit dunkler Leinwand und dem vertrauten Geläut der Lambertuskirche, deren älteste Glocke immerhin aus dem Jahr 1458 stammt, beginnt der Videoclip; derweil liest Kaiser Heinrich den Beginn des lateinischen Urkundentextes vor: „Lantherishoff nome est predii – Lantershofen ist der Name des Grundbesitzes…” Das Video stellt Kaiser Heinrich II. und die Urkunde von Lantherishoff aus dem Jahr 1019 vor, wobei Heinrichs geschichtliche Vita eingebettet ist in schöne Landschaftsbilder aus Lantershofen. Ergänzt werden die geschichtlichen Informationen zu Heinrich II. durch einen Hinweis des Kaisers auf das neue Buch. Im Filmchen hat Heinrich eigens sein altes farbenprächtiges gelb-blaues Krönungsgewand angelegt.

In ihrer Schneiderwerkstatt schneidet Bianka Köhne das gelbe Gewand von Kaiser Heinrich II. zu. Foto: Thomas Schaaf.
Der blaue Umhang des Krönungsgewandes von Kaiser Heinrich II. ist schon fertig. Foto: Thomas Schaaf

Schneiderin Bianka Köhne aus Heimersheim (verlaine-gewaender.de) hat es nach dem Krönungsbild aus dem Regensburger Sakramentar gefertigt. Zu sehen sind im Filmchen auch die Heilige Lanze und das Reichsschwert, die Insignien seiner kaiserlichen Macht. Andreas Kriechel aus Karweiler hat die Lanze geschmiedet. Darsteller von Heinrich ist Thomas Schaaf, der auch die Idee zum Video-Clip hatte. Helmut Kappen spricht markant die Drehbuchtexte. Den Auftrag zur fachlichen Umsetzung des filmischen Konzeptes erhielt Laurin Beißel aus Oeverich mit seiner Medienproduktion Weirdframe.

Wegen des großen Anklangs will der Trägerverein des Winzervereins im Rahmen der „Freitagsöffnung“ das Filmchen Heinrich II. am 28. Juni 2019 um 20.30 Uhr nochmals vorführen. Geöffnet ist der Gastraum ab 19.00 Uhr. Auch sind hier die neue Chronik Band I und die drei Vorgängerbücher erhältlich.   

Zusätzlich wird auf der Leinwand und dem Bildschirm an der Theke das Vorführgerät in einer Endlosschleife Fotos von den Diamant-Hochzeiten Schiffbauer (Juni 2019) und Kappen (2009) zeigen. Wer möchte, kann sich die Bilder gerne anschauen, wer gerne in Ruhe sein Bierchen oder Wein weiter trinken möchte, kann dies natürlich auch tun. Es gibt also auf der Freitagsöffnung im Winzerverein am 28. Juni ab 19.00 Uhr etwas Besonderes zu sehen und natürlich kann man dann auch die neue Chronik erstehen. Herzliche Einladung.

Bamberger Erzbischof gab Festauftakt würdigen Rahmen


Die Feiertage zu „1000 Lantesche Jahre“ begannen am Donnerstag

Einen ganz besonderen Schirmherrn hatten die Auftaktfeiern des Festreigens „1000 Lantesche Jahre“ am Donnerstag. Der Erzbischof der Diözese Bamberg, Ludwig Schick, war in die Grafschaft gereist, um mit den Lantershofenern und ihren Gästen zu feiern. Und so stand der erste Tag des Festreigens ganz im Zeichen der Kirche. Kein Wunder, feiert man in Lantershofen doch derzeit die 1000-jährige Wiederkehr der Schenkung des Ortes durch Kaiser Heinrich II. an das Bamberger Kloster Michelsberg. Seinerzeit war dem dortigen Abt die Reise zum Empfang der Schenkung nach „Lanterishoffe“ sicherlich zu mühsam gewesen.

Die Junggesellen-Schützen eröffnen mit klingendem Spiel und Zug durch das Dorf am Donnerstagmorgen den Festreigen. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Der Bamberger Erzbischof Dr. Ludwig Schick zieht segnend in die Lambertuskirche ein.

Erzbischof Schick aber war gerne gekommen, zumal er den Ort mit seinem interdiözesanen Priesterseminar auf Burg Lantershofen regelmäßig besucht und kennt. Mit dabei hatte er den Abtsstab des Klosters, der heute sein Bischofsstab ist und der als einziger Bischofsstab in Bayern die Säkularisierung im 18. Jahrhundert überlebte. Nicht dabei hatte er die 1000-jährige Schenkungsurkunde, diese existiert nicht mehr, es gibt nur noch Abschriften. Also wurde es nichts mit der geplanten Rückgabe der Schenkung, auch weil Kirche und Lantershofen den Blick lieber in die Zukunft lenken wollen, die Schick in seiner morgendlichen Predigt ausführte. Sorgen bereiten ihm da aber die zentrifugalen Kräfte in allen öffentlichen und privaten Lebensbereichen, so der Erzbischof. Er erinnerte nur zu gerne an das Werk Kaiser Heinrichs II., dem die Gemeinschaft der Gesellschaft ein wichtiges Anliegen war.

Mit einem Schlusslied beenden Konzelebranten und Festgemeinde den Jubiläumsgottesdienst.
Schützenkönig Mathias Schopp nimmt mit dem Tambourcorps seine Eminenz Erzbischof Dr. Ludwig Schick zum Jubiläumsumzug durch das Dorf in die Mitte. Im Hintergrund freut sich die hohe Geistlichkeit von Burg Lantershofen mit (v.l.) Subregens Philip Peters, Regens Dr. Volker Malburg und Prof. Dr. Josef Freitag über das Geschehen.

Nach dem Festhochamt ging es für rund 200 Feiernde zum öffentlichen Gartenfest auf Burg Lantershofen. Im Schatten der Kirche luden die Brötchesmädchen zum Sektempfang, man kam später bei Spießbraten und Bier unter freiem Himmel zusammen. Die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft, die dem hohen kirchlichen Ehrengast schützendes Geleit gegeben hatte, spielte zum Ständchen, Fähnrich Markus Fabritius zeigte sein Können an der Schwenkfahne. Die vor einem halben Jahrhundert gegründete Band „Cantamus“, die sich eigentlich aufgelöst hatte, kam noch einmal zusammen und präsentierte neben ihrem Schwerpunkt der Neuen Geistlichen Lieder auch Songs von Peter Maffay und den Bläck Fööss. Zudem nutzten Ortsvorsteher Leo Mattuscheck, der Vorsitzende der Bürgervereinigung, Erich Althammer und der Regens des Studienhauses St. Lambert, Volker Malburg, die Gelegenheit, Erzbischof Schick mit Lantershofener Literatur und bestem Ahrwein für dessen Besuch zu danken.

Das hat es in Lantershofen noch nicht gegeben: Ein Erzbischof zieht mit den Junggesellen-Schützen durch das Dorf zum Burghof und Burggarten.
Im Burggarten herrscht bei gutem Wetter gute Stimmung beim Sektempfang durch die Brötchesmädchen.

Am Mittag waren gut 100 Gäste der Einladung des Regens zu einem kurzen Vortrag über die Geschichte der Burg Lantershofen gefolgt. Hier wurde 1939 die Arbeit der Bonner Jungenschule des Apostolats für Priester- und Ordenberufe fortgesetzt, es folgte 1972 mit Unterstützung des Trierer Bischofs Stein und des Kölner Kardinals Höffner die Umwandlung in ein Priesterseminar für Spätberufene auf dem dritten Bildungsweg. 500 heutige Priester aus Deutschland und angrenzenden Staaten büffelten einst in Lantershofen Latein oder Kirchengeschichte. Bei Kaffee und Kuchen klang das Gartenfest aus, im Winzerverein wurde noch bis spät in den Abend hinein weitergefeiert.

Thomas Schaaf (l.), langjähriger Chronist der Bürgervereinigung Lantershofen und deren Vorsitzender Erich Althammer verkaufen die neue Chronik, ein geschichtliches Druckwerk mit 688 Seiten und Restposten der drei Vorgängerbücher dank Spendern für nur 15 Euro. Foto: Gerd Weigl.
In der Aula des Studienhauses bedanken sich Bürgervereinsvorsitzender Erich Althammer (r.) und Ortsvorsteher Leo Mattuscheck (Mitte) mit je einem Exemplar der neuen Chronik und der Festschrift bei Erzbischof Ludwig Schick für dessen Mitwirkung beim Jubiläumsfest.

Großer Andrang auf die Dorfchronik


Lantershofens Geschichte bis zum Jahr 1948 in einem Buch

688 Seiten dick, 1.750 Gramm schwer: in Lantershofen ist der erste von zwei Teilen einer Dorfchronik erschienen. Zusammengetragen und geschrieben wurde sie von Thomas Schaaf unter tatkräftiger Mitarbeit seines Sohnes Roland sowie Stefan Dünker und Dirk Unschuld. Herausgeber ist die Bürgervereinigung Lantershofen. Am vergangenen Freitag wurde das Werk im Winzerverein des Ortes vorgestellt. An die 100 Lantershofener saßen im dortigen Gastraum dicht an dicht nebeneinander und hörten der Vorstellung zu, mehr als 150 Chroniken wurden schon am ersten Abend verkauft.

Die Buchpräsentation und das nachfolgende 7-Minuten-Filmchen über Kaiser Heinrich II. fanden große Beachtung. Fotos in diesem Bericht: Dorothee Schaaf. Bildunterschriften: Thomas Schaaf.
Über die neue Chronik und seine Entstehung berichtete der langjährige Chronist der Bürgervereinigung Thomas Schaaf. In der Hand hält er die Schulchronik des Volksschullehrers Jakob Diederich, die noch in handschriftlicher Sütterlinschrift abgefasst ist. Sie war eine wichtige Grundlagen für das neue Buch.

Es dürften an die 20 Jahre sein, die sich Thomas Schaaf mit der Chronik befasste. Jahre, in denen er in seiner Eigenschaft als Chronist der Bürgervereinigung alles sammelte und zusammentrug, was über die Geschichte Lantershofens zu erfahren war. Natürlich die handgeschriebenen Chroniken, die die Dorflehrer in früherer Zeit verfassten. Kaum ein Speicher in Lantershofen, auf dem alte Bilder oder Dokumente lagern könnten, war vor dem umtriebigen Chronisten sicher. Zeitzeugen wurden befragt und all das, was in anderen Werken bereits Erwähnung fand oder in Zeitungsarchiven lagerte, gesammelt. Erschienen ist die neue Chronik als viertes Werk der Serie „Dorf in der Zeit – Lantershofen.“ Alle vier Werke wurden von Schaaf initiiert und verfasst. Dank einer Fülle von Geldgebern ist auch das neue Werk für jedermann erschwinglich. Wenn Lantershofen am kommenden Wochenende das 1000-jährige Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung feiert, wird die Chronik für 15 Euro erhältlich sein, am Vorstellungstag kostete sie lediglich 1019 Cent.

Nach dem Filmchen über und mit Heinrich II., verkörpert von Thomas Schaaf, geht es nahtlos über zum Chronikverkauf, den Kaiser Heinrich II. im seinem gelben Gewand und blauem Umhang zusammen mit Erich Althammer durchführt.
Zuvor bedankte sich "Kaiser Heinrich" mit Überreichung des ersten Druckexemplares der neuen Chronik bei Roland Schaaf (rechts), der den Satz und das Layout für die Chronik ehrenamtlich übernommen hatte. Auch für die beiden Vorgängerbücher schon hatte Roland Schaaf verantwortlich gezeichnet.

Zum Verkauf schlüpfte der Autor in ein Kostüm, das Kaiser Heinrich II. darstellte und erinnerte an besagte Urkunde, mit der der Kaiser im Jahr 1019 die Schenkung des Ortes „Lanterishoffe“ mit seinen Äckern, Wiesen und Wäldern dem Kloster Michelsberg im neu gegründeten Bistum Bamberg schenkte. Zuvor hatte Schaaf die Inhalte der Chronik und das Zustandekommen des Werks in einem unterhaltsamen Vortrag vorgestellt. Erich Althammer, der Vorsitzende der Bürgervereinigung, dankte Schaaf für dessen unermüdlichen, ehrenamtlichen Einsatz für Lantershofen. „Die vorliegende Sammlung fundierter Quellen zur Lantershofener Geschichte bis zur Währungsreform 1948 soll das Interesse an den Geschehnissen im und um das Dorf herum lebendig halten und wichtige und auch manch unwichtige Begebenheit für uns und die Nachwelt erhalten“, so Althammer.

Kaiser Heinrich II. alias Thomas Schaaf und Erich Althammer laden ein zum Buchkauf für 1019 Cent. Schnell ist der Vorrat vergriffen, Nachschub muss herbeigeschafft werden. An die 150 Bücher gingen schon weg.
Auch von einem Restbestand der alten Bücher 1,2 und drei der Serie "Lantershofen - Dorf in der Zeit" gingen noch etliche über den Verkaufstresen. "Kassierer" und Bürgervereinsvorsitzender Erich Althammer zeigte sich sehr erfreut über das Verkaufsergebnis.

Die Chronik beginnt mit der frühzeitlichen Geschichte Lantershofens, dem Ort soll eine keltische Siedlung zugrunde liegen. Die Geschichte des Ortes liegt tatsächlich so weit zurück, dass der Zeitpunkt einer ersten Besiedlung nicht mehr feststellbar ist. Gefundene Tonscherben deuten aber auf eine mögliche Besiedlung noch weit vor der Keltenzeit hin. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1019 zurück, Abschriften der Urkunde liegen noch vor, das Original ist nicht vorhanden. Markus Wiegend und Alexander Maul von der Philipps-Universität in Marburg haben die Urkunde und weitere Urkunden über Lantershofen übersetzt. Der Schenkung anno 1019 folgen erste zeitlich zugeordnete Informationen.

Neben der Auflistung von Zeitdokumenten enthält die Chronik eine fundierte Abhandlung über die Spirituosenherstellung in Lantershofen, die das Dorf einst maßgeblich prägte. Fünf Brennereien gab es, detaillierte Informationen dazu hat Dirk Unschuld zusammengetragen. Was die Chronik ebenfalls auszeichnet, ist eine Vielzahl von Bildern, die erstmals öffentlich zu sehen sind. Die Suche auf den Lantershofener Speichern nach altem Material hat sich auf jeden Fall gelohnt. In der Reihe „Dorf in der Zeit – Lantershofen“ wartet auch Thomas Schaaf nun die nächste Aufgabe, nämlich Teil zwei der Dorfchronik, beginnend im Jahr 1948. Material hat er bereits genügend gesammelt.

Vorverkauf der neuen Chronik am Freitag


Gewichtiges Dokument Lantershofener Geschichte ist eingetroffen

Das Schwergewicht unter den bisher von der Bürgervereinigung Lantershofen herausgegebenen vier geschichtlich orientierten Büchern aus der Reihe „Dorf in der Zeit – Lantershofen“ ist zweifelsohne die neue Chronik Band I. Mit 1.718 Gramm und 688 Seiten stellt sie ein „gewichtiges“ Dokument dörflicher Geschichte dar (Buch 1wog 634 Gramm, Buch 2 920 Gramm und Buch 3 576 Gramm). Vor einigen Tagen wurde das neue Buch von der Druckerei in Plauen im Vogtlandkreis, die auch schon die beiden vorherigen Bücher gedruckt hatte, angeliefert.

In der Druckerei: Ein fertig gedruckter Stoß Druckbögen. Auf jedem Blatt sind beidseitig insgesamt 16 Buchseiten in genau bestimmter Reihenfolge abgedruckt, damit sie nach dem Beschneiden in der richtigen Reihenfolge im Buch zusammengeheftet werden können. Foto: Satzart Plauen.
Die Beispiel-Buchseite 330 berichtet über die Junggesellenfahne von 1879, die Beerdigung einer Leiche, den Winter 1879, die Ausgabe von Saatkartoffeln, den Nachtwächter, das Spritzenhaus und den Gemeindebrunnen 1880. Foto: Thomas Schaaf.

Jetzt am Freitag, 24.5., findet ab 19.00 Uhr in der Winzervereinsgaststätte Lantershofen im Rahmen der "Freitagsöffnung" der Vorverkauf des neuen Buches zum Sonderpreis statt. Vorsitzender Erich Althammer und der langjährige Chronist der Bürgervereinigung Thomas Schaaf stellen um 19.30 Uhr das Buch (10,19 €, nur im Vorverkauf) anhand einer Beamer-Präsentation vor. Der Buchvorstellung folgt das 7-Minuten-Filmchen „Kaiser Heinrich II. und Lantershofen“. Das Video stellt den Kaiser in seinem gelb-blauen Krönungsgewand und die Jubiläums-Urkunde von Lantherishoff aus dem Jahr 1019 vor, wobei Heinrichs geschichtliche Vita eingebettet ist in Landschaftsbilder von Lantershofen. Sprecher und Darsteller im geschichtlichen Filmchen sind zwei Lantershofener Protagonisten.

Zum Buchverkauf am Freitag, 24.5., wird Kaiser Heinrich II. wieder sein gelbes Krönungsgewand mit dem blauen Umhang anlegen und Erich Althammer beim Verkauf der neuen Chronik unterstützen. Er bringt auch die Heilige Lanze und das Reichsschwert mit in den Winzerverein. Auch an den Jubiläumstagen sind das neue Buch und die drei älteren Bücher der Bürgervereinigung für je 15.00 € zu erhalten.