Aktuelles


vom Verein

Oktoberfest und Halbkirmes zu Ehren der heiligen Ursula


Haxen, Sauerkraut, Püree, Radi, Brezeln und Oktoberfestbier sind im Saal des Winzervereins angesagt.

Halbkirmes zu Ehren der heiligen Ursula in Lantershofen: schon seit vielen Jahren veranstaltet die Bürgervereinigung zu diesem Anlass ein Oktoberfest, dieses Mal am Samstag, 19. Oktober, ab 19:30 Uhr. Gefeiert wird im Saal des bajuwarisch blau-weiß dekorierten Lantershofener Winzervereins. Mit Hax´n vom Grill, Leberkäs und Radi sowie original Oktoberfestbier wird fürs leibliche Wohl bestens gesorgt. Die Musikfreunde Lantershofen begleiten den Abend musikalisch. Auch in diesem Jahr findet wieder ein lustiger und ebenso sportlicher Team-Mehrkampf um den Oktoberfest-Pokal statt. Dabei messen sich Teams von jeweils zwei Personen in originellen Geschicklichkeitsspielen. Interessenten für die Spiele melden sich bitte bis 20 Uhr am Festabend an. Der Saal ist ab 19 Uhr geöffnet, der Eintritt beträgt fünf Euro. Der Vorstand der Bürgervereinigung freut sich über zahlreiche Gäste, am liebsten in Oktoberfest-Tracht.

Die Bürgervereinigung gratuliert Erich Gansewig (85)


Erich Althammer (r.) und Werner Braun (l.) gratulieren Erich Gansewig zum 85. Geburtstag. Foto: Julia Gansewig.

Anlässlich des 85. Geburtstags von Erich Gansewig, einem langjährigen Mitglied der Bürgervereinigung Lantershofen, überbrachten Vorsitzender Erich Althammer und sein Stellvertreter Werner Braun im Namen des gesamten Vorstands der Vereinigung die herzlichsten Glückwünsche. Die Gratulanten überreichten dem Geburtstagskind ein kleines Präsent mit einer Flasche Schütz-Sekt und Motiv-Gläsern aus der Glasserie der Bürgervereinigung, welche alljährlich mit neuem Lantershofener Motiv auf der Familienwanderung der Bürgervereinigung ausgegeben werden.

Herzlichen Glückwunsch.

Lantershofen feiert seine Lambertuskirmes


Unruhige Zeiten in den Traditionsgesellschaften

Schützenfest und Lambertus-Kirmes im September, das ist für viele Lantershofener die schönste Zeit des Jahres. Ganz besonders für die Mitglieder der ausrichtenden Junggesellen-Schützen-Gesellschaft St. Lambertus und für deren Förderer, die Bürgervereinigung. Jetzt war es wieder soweit, am Montagmorgen fand mit dem Festkommers im Winzerverein eine der wenigen nichtöffentlichen Veranstaltungen des Festes, aber auch einer der Höhepunkte statt. Es war ein gediegener Morgen unter neuer Leitung: der Junggesellen-Vorsitzende und Hauptmann Tim Ley ist erst seit Mai im Amt. Er übernahm einen schwierigen Part, bei der Mitgliederversammlung in der Mainacht wurde fast der komplette Vorstand erneuert. Dazu sinkt die Zahl der Mitglieder, insbesondere fürs vereinseigene Tambourcorps mussten Ex-Mitglieder aus der Bürgervereinigung rekrutiert werden.

An Kirmessonntag nach der Andacht freuen sich König Markus Fabritius, Silberjubilar Stefan Fabritius und Hauptmann Tim Ley (v.l.) über guten Besuch und schönes Wetter. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Fähnrich Martin Goldbach meistert mit Bravour und unter großem Beifall seinen ersten Auftritt als neuer Schwenkfähnrich der Junggesellen-Schützengesellschaft St. Lambertus Lantershofen.

Schwierige Zeiten zeigen aber auch den tatsächlichen Wert einer Vereinigung. Im Dörfchen Lantershofen, das eine enge Freundschaft zu den Ahrweiler Schützen pflegt, klappt das. Da spielt dann ein Priester vom Studienhaus St. Lambert die Becken, ein Ex-Tambour trommelt die alte Garde zusammen, ein Neu-Junggeselle schnappt sich die Schwenkfahne und auch der Tambourmajor früherer Zeiten wurde reaktiviert. Vorweggenommen: all das funktionierte hervorragend. Hauptmann Tim Ley war dennoch der Albtraum des „was wäre wenn“ begegnet, wie er berichtete. Was wäre, wenn die Kirmes nur ein Treffen an der Theke wäre, ohne die seit 1927 gelebten Traditionen? Das darf nie passierten. Ley fand sowohl mahnende, wie passende Worte. Regens Volker Malburg vom Studienhaus St. Lambert blickte da lieber nach vorne, er sprach die aktuell laufenden Feiern zu „1000 Lantesche Jahre“ an und sieht im Ort die Vielfalt in einem großen Ganzen. Der Kreisbeigeordnete MdL Horst Gies fühlt sich zu Lantershofen derart verbunden, dass er seinen Mitgliedsantrag zur Bürgervereinigung mitbrachte und Grafschaft-Bürgermeister Achim Juchem war sich sicher, dass die ARD-Filmserie Heimat aus den 1980er Jahre doch nur von Lantershofen handeln kann.

König Markus Fabritius, Silberjubilar Stefan Fabritius und Hauptmann Tim Ley (v.l.) schreiten vor der ehemaligen Gaststätte "Zur Post" und der Lambertuskirche die Front der Junggesellen-Schützengesellschaft ab.
Der Kirmesmontag wird eröffnet mit dem Festhochamt in der Lambertuskirche. Der Ahrweiler Dechant Jörg Meyrer, Regens Dr. Volker Malburg, Diakon NN und Alt-Priester Norbert Klaes zelebrieren den Gottesdienst.

Zurück zu den unruhigen Zeiten in den Traditionsgesellschaften: der Bürgervereinigung-Vorsitzende Erich Althammer brachte die großen personellen Änderungen bei den Junggesellen auf die Tagesordnung, dankte alle denen, die sich seit Mai für die Kirmes stark machen. Auch Althammer erhielt Dank, die noch in einer Genossenschaft organisierten Lantershofener Winzer nutzten den Morgen, um ihn zu ihrem Ehrenpräsidenten zu ernennen. Und Lukas Knieps, Hauptmann der befreundeten Ahrweiler Junggesellen-Schützen, bot noch engere Zusammenarbeit und Personalaustausch an. Grußworte und Gratulationen waren zudem von Ortsvorsteher Leo Mattuscheck und den Vertretern der weiteren Ahrweiler Schützengesellschaften zu hören, musikalisch brachten das Junggesellen-eigene Tambourcorps und die Fanfarenbläser ihre Gratulationen an Schützenkönig Markus Fabritius und dessen Onkel und Silberjubilar Stefan Fabritius zum Ausdruck. Sein Onkel Bruno Winand wäre Goldjubilar gewesen, erlebte das Jubiläum aber nicht. Dafür verriet Sohn Gregor, dass Bruno Winand anlässlich seines 25-jährigen Königsjubiläums seine eigene Königsplakette neu fertigen ließ. Das Original gab er den Junggesellen jetzt zurück. Schwenkfähnrich Martin Goldbach erhielt ebenso Ovationen, wie das Colonia Blasorchester, das musikalisch buchstäblich „auf jeden Pott einen Deckel“ hatte.

Die Junggesellen-Ehrenformation mit dem 1. Offizier Marco Böhm (l.) und dem 2. Offizier Andreas Franzen (r.) unter Leitung von Hauptmann Tim Ley legt unter den Klängen des Liedes " Ich hatt' einen Kameraden" eine Kranz am Ehrenmal im Eingang der Lambertuskirche nieder.
Die Gesellschaft stimmt mit Hauptmann Tim Ley (l.) und Königsvater Werner Fabritius (r.) ein Hoch auf König Markus Fabritius an: "Hoch soll er leben, dreimal Hoch."

Der Festkommers war nicht öffentlich, aber an den Nachmittagen verfolgten im Ort viele Zuschauer die Stechschritt-Paraden der Lantershofener Junggesellen-Schützen. Das Kirmeswochenende begann offiziell am Sonntagmorgen mit dem Hochamt, bei dem die Lantershofener Chöre die Lambertus-Messe sangen. Am Mittag zogen Junggesellen mitsamt Spielmannszug und Blasorchester auf, um die Majestäten zur feierlichen Festandacht in die Lambertus-Kirche zu geleiten. Vor der Kirche präsentierte sich die Gesellschaft dann dem Publikum. Die Fanfarenbläser traten auf, Fähnrich Goldbach schwenkte die Fahne zu Ehren der Majestäten. Schließlich paradierte die komplette Gesellschaft vor Hunderten von Schaulustigen drei Mal im Stechschritt an den Königen vorbei. Dem anschließenden großen Festzug folgte am Abend im voll besetzten Saal des Winzervereins der  Kirmesball mit der Band „De Fruende.“ Das Tambourcorps war früh am Montagmorgen auf den Beinen, um die Bevölkerung zu wecken. Dem Festgottesdienst folgte der Festkommers, ehe die Gesellschaft am Nachmittag erneut zu Fändelschwenken und Parade antrat. Am Abend fand schließlich der Königsball im Saal statt. Mit einem Trinkzug als Dank der Bevölkerung an die Junggesellen und einer Tanzveranstaltung endete am Dienstag die Lantershofener Lambertus-Kirmes.

Nach dem Ehrentanz im Saal des Winzervereins fühlt sich König Markus Fabritius sichtlich wohl im Kreise der Brötchesmädchen, die den Bürgern beim Kommers Brötchen und Wein gereicht haben.
Nach dem Kommers am Montagmorgen setzen am Nachmittag die Feierlichkeiten mit Fanfarenblasen, Fahnenschwenken und Paraden einen weiteren starken Akzent eines rundum schönen Kirmesfestes.

Paraden und Bälle zur Lambertus-Kirmes


Vor der ehemaligen Gaststätte "Zur Post" haben sich Könige, Hauptleute, Gäste und die Schützen-Gesellschaft aufgestellt. Foto: Thomas Schaaf (2018).

Traditionsreiches Patronatsfest für Menschen jeden Alters

Zu Ehren des heiligen Lambertus, des Schutzpatrons der Lantershofener Kirche, findet alljährlich am dritten Septemberwochenende die traditionelle Kirmes als Höhepunkt der Feierlichkeiten in Lantershofen statt. Die Kirmes mit ihren Traditionen, aber auch den Schaustellern, ist ein Fest für Menschen jeden Alters. Was traditionell bleibt: offizieller Start ist erst am Sonntag, 15. September. Dafür geht das Fest bis Dienstag. Zur lockeren Einstimmung auf die Kirmes wird dem neuen Schützenkönig aber schon am Samstag, 14. September, vom Tambourcorps ein Ständchen dargeboten und anschließend im Lantershofener Winzerverein ein geselliger Abend, für jedermann zugänglich, verbracht. Es folgen Tage mit üppigem Programm. Am Kirmessonntag wird zunächst ab 9:30 Uhr das Festhochamt gefeiert. Mittags öffnen die Schausteller auf dem Gelände des Winzervereins ihre Geschäfte. Wie bereits in den vergangenen Jahren wird es wieder jede Menge Angebote geben. Am Nachmittag findet um 15:30 Uhr die Festandacht statt, an die sich ein Platzkonzert mit Fähndelschwenken, Parade und Festzug durch den Ort anschließt. Um 20 Uhr beginnt im Saal des Winzervereins der Kirmesball, zu dem in diesem Jahr die Party-Band „De Fründe“ aufspielt. Hier machen die Veranstalter gerne deutlich, dass die Tanzveranstaltungen öffentlich und für jedermann zugänglich sind. Im Rahmen der Kirmes findet lediglich der Festkommers am Montagmorgen nur für geladene Gäste statt.

Besagter Kirmesmontag, 16. September, wird in aller Frühe mit dem „Wecken“ durch das Tambourcorps eingeläutet, bevor um 8 Uhr der Festgottesdienst beginnt. Im Anschluss an diesen finden vor der Kirche die Gefallenenehrung sowie ein Platzkonzert und das Fähndelschwenken statt. Der anschließende Festkommers zu Ehren der Majestät ist Junggesellen, Brötchesmädchen und Mitgliedern der Bürgervereinigung sowie Ehrengästen vorbehalten. Das Kirmestreiben der Schausteller beginnt wie am Vortag um die Mittagszeit. Am Nachmittag gegen 16:30 Uhr sind dann nahe der Lambertuskirche erneut die Kirmesmontagparade samt Platzkonzert, Fähndelschwenken und Festzug zu erleben. Zum Abschluss des Tages spielt beim Königsball, zu dem die Gesellschaft uniformiert erscheint, erneut die Party-Band „De Fruende“ um 20 Uhr im Winzerverein auf. Am Kirmesdienstag, 17. September, beginnt gegen 14 Uhr der Trinkzug, bei dem sich die Dorfbevölkerung bei den Junggesellen für die Ausrichtung der Kirmes bedankt. Dieser endet in den Abendstunden im Saal des Winzervereins. Dort klingt die Lambertuskirmes bei Tanz und Musik aus.

Markus Fabritius ist Lantershofener Schützenkönig


Fairer Wettstreit mit Clemens Queckenberg wurde mit dem 108. Schuss entschieden

Im September feiert Lantershofen mit Schützenfest und Kirmes seine traditionsreichsten Feste. Den Auftakt machte am Sonntag das Schützenfest und darum hat die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft “St. Lambertus“ nun auch einen neuen Schützenkönig. Der heißt Markus Fabritius und lieferte sich einen Wettkampf um die Königswürde mit Clemens Queckenberg. Beide sind Vorstandsmitglieder der Junggesellen-Schützen. Der 108. Schuss entschied das Duell, um 20:22 stand fest, wer neue Majestät des Dorfs mit seinen Schützentraditionen ist. Markus Fabritius ist 24 Jahre alt und von Beruf Maler und Lackierer in einem alteingesessenen Lantershofener Unternehmen. Seine „Junggesellen-Karriere“ begann er im vereinseigenen Tambourcorps, ehe er dann als Fähnrich der Schwenkfahne in den Vorstand aufstieg.

Trotz nicht besonders guten Wetters herrschte guter Besuch auf dem Festplatz. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf
Die Kandidaten Markus Fabritius (l.) und Clemens Queckenberg (2.v.r.) setzen abwechselnd unter Leitung der Schießoffiziere Stefan Dünker (3.v.r.) und Lars Henscheid jeweils einen Schuss auf den Vogel ab.

Kaum war der Vogel gefallen, verkündeten Böllerschüsse denen die frohe Botschaft, die nicht zum Schießplatz an der Lambertushütte gekommen waren. Dort wollten am Abend einige hundert Besucher dabei sein, wenn der Vogel fällt. Es dauerte einige Minuten, bis die neue Majestät auf den Schultern seiner Kameraden dem Volk präsentiert und in die Lambertushütte getragen wurde. Schon auf dem Weg dorthin ließ sich Markus Fabritius kräftig feiern. Hauptmann Tim Ley stellte schließlich fest: „Der alte König ist tot, es lebe der neue König.“ Rund 300 Festgäste verfolgten das Prozedere und stimmten in Jubel ein. Vorgänger Matthias Schopp gab die äußeren Zeichen der Königswürde, Zepter und Königsketten weiter und verabschiedete sich vom Amt des Königs. Derweil nutzte eine große Schar von Gratulanten die Gelegenheit, die neue Majestät zu beglückwünschen. Ortsvorsteher Leo Mattuscheck überbrachte die besten Wünsche des Dorfes, Erich Althammer gratulierte für die Ortsvereine, Ahrweilers Junggesellen-König Marc Schorn überbrachte die Glückwünsche der Brudergesellschaft aus der Kreisstadt. Brötchesmädche und Junggesellen gratulierten ebenfalls. Im Ort selbst wurde der Schützenkönig am Abend unter Glockengeläut in einem Fackelzug vorgestellt. Noch bis tief in die Nacht feierten die Junggesellen mit ihren ehemaligen Königen und Hauptleuten den nun 83. Schützenkönig der Gesellschaft.

Auf den Schultern seiner Kameraden wird Markus Fabritius in die Lambertushütte zur Proklamation getragen.
Ex-Majestät Matthias Schopp (r.), Erster Offizier Marco Böhm (l.) und Hauptmann Tim Ley (2.v.l.) freuen sich mit dem ehemaligen Schwenkfähnrich Markus Fabritius über dessen Proklamation mit Zepter und Königskette.

Schon am Morgen des Schützenfesttages hatten sich die Vertreter von 14 Ortsvereinen zum Wettschießen um den Lambertus-Pokal versammelt, aus dem der Verein Kulturlant als Sieger hervorging. Jürgen Witsch gelang der entscheidende Schuss auf das Vereinslogo. Am Nachmittag gingen dann im Wettschießen der Vorstände der Junggesellen aus Ahrweiler und Lantershofen die Gastgeber nach einem Volltreffer von Matthias Schopp als Sieger hervor.

Versammlung forderte Gespräche über die Satzung


Die übliche, ganz ordentliche Besetzung im Saal bei der Mitgliederversammlung der Bürgervereinigung. Satzungsfragen beherrschten nach den Regularien die Diskussion. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf

Bürgervereinigung griff tief in die Tasche

In Lantershofen steht die traditionsreiche Lambertuskirmes an. Vorab trifft sich ebenso traditionell die Bürgervereinigung zur Jahreshauptversammlung. Es ist eine reine Männerrunde, 66 der 273 Mitglieder waren am Samstag der Einladung in den Winzerverein gefolgt. Dort wurde ihnen der neue Vorstand präsentiert, der anlässlich einer eigenen Versammlung von 32 wahlberechtigen Männern im vergangenen Herbst gewählt wurde. Ein Prozedere, dass seit Jahren in weiten Kreisen des Vereins als nicht mehr zeitgemäß empfunden wird. Die Meinungen gehen aber auseinander, der Vorstand hat das Thema bislang nur intern angepackt. Jetzt wird man sich mit der 40 Jahre alten Satzung beschäftigen müssen, einem Antrag von Karl-Josef Scholl auf Gründung eines Arbeitskreises wurde von der Versammlung mit deutlicher Mehrheit stattgegeben. Wie der Vorsitzende Erich Althammer mitteilte, plane aber auch der Vorstand eine Satzungsklausur. Wann die Ergebnisse präsentiert und diskutiert werden, ist offen.

Vorsitzender Erich Althammer (r.) dankt dem ehemaligen Chronisten Thomas Schaaf (l.), der die neue Chronik Lantershofen Band I mit 688 Seiten(l.) erstellt hat. Dank galt ebenso seinem Sohn Roland (2.v.l.), der den Satz und das Layout des Buches übernommen hatte. Foto: Dirk Unschuld.
Horst Schierack (l.) erhielt von Vorsitzendem Erich Althammer zur Erinnerung eine Glasmalerei mit Motiven des Dorfes.

Was die Bürgervereinigung übers Jahr alles veranstaltet, fasste Harald Hess im Bericht des Schriftführers zusammen. Natürlich begleitet man Schützenfest und Kirmes, denn die Unterstützung der ausrichtenden Junggesellen-Schützen ist Satzungszweck der Bürger. Oktoberfest, Martins- und Familienwanderung, Teilnahmen an Karneval oder Adventmärktchen und eine Seniorenfahrt werden angeboten. Auch finanziell wird vieles unterstützt, berichtete Geschäftsführer Leo Mattuscheck. Mit mehr als 3.500 Euro wurde die Anschaffung von Uniformen für die Junggesellen bezuschusst, in die Feiern „1000 Lantesche Jahre“ flossen 1.000 Euro als Zuschuss für die Festschrift. Die Dorfchronik, an der in erster Linie Ex-Chronist Thomas Schaaf und sein Sohn Roland arbeiteten, wurde mit knapp 2.000 Euro gefördert. Und auch die Vereinigung „Lantesche für Lantesche“, die ein großes Blumenbeet im Ort anlegte, erhielt 500 Euro. Unterm Strich sank der in der Vergangenheit oft als viel zu üppig angesehene Kassenbestand im vergangenen Geschäftsjahr um mehr als 8.000 Euro. Die Kassenprüfer Dieter Seiwerth und Hubertus Gussone fanden keine Makel und bestätigten die ordnungsgemäße Kassenführung. Beide wurden in ihrem Amt wiedergewählt.

Einen Überblick über die Junggesellen-Schützengesellschaft gab Hauptmann Tim Ley (r.) der Versammlung und Noch-König Matthias Schopp stellte seine silberne Plakette für die große Königskette vor und erläuterte die Motive darauf.
In den Kalten Krieg und den ehemaligen Marienthaler Regierungsbunker führte die Museumspädagogin Heike Hollunder M.A. die Bürgervereinsmitglieder in spannendem und aufschlussreichen Vortrag. Vorsitzender Erich Althammer (l.) und Erster Chronist Dirk Unschuld überreichen nach dem Vortrag ein kleines Dankeschönpräsent.

Die Bürgervereinigung blickte aber auch über den Tellerrand hinaus. So kamen die unterstützten Junggesellen-Schützen zu Wort, Hauptmann Tim Ley berichtete über die aktuellen Aktivitäten, aber auch über die die immer größer werdenden Anstrengungen, junge Menschen für die Traditionen der Gesellschaft zu begeistern. Hier seien auch alle Bürger gefordert, auf die Jugend einzuwirken, so Erich Althammer. Einen virtuellen Ausflug in die nahe Dokumentationsstätte Regierungsbunker gab es sozusagen als Zugabe. Museumsleiterin Heike Hollunder gab einen gut bebilderten Einblick in das Relikt des kalten Krieges, dass sich auch nach zehn Jahren immer noch großen Zuspruchs erfreut. Mit den einstimmenden Worten zur Kleiderordnung an den Kirmestagen endete die Versammlung nach zweieinhalb Stunden.

Bürgervereinigung tagt


Am Samstag, 7. September, findet die Mitgliederversammlung der Lantershofener Bürgervereinigung statt. Beginn ist um 20 Uhr im Winzerverein Lantershofen. Auf der Tagesordnung steht neben den Berichten von Schrift- und Geschäftsführer sowie den Kassenprüfern auch ein Vortrag zu einem Heimat bezogenen Thema. Zudem werden Vertreter der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft St. Lambertus, die von der Bürgervereinigung laut Satzungszweck unterstützt werden, aus dem aktuellen Vereinsgeschehen vortragen. Die von Erich Althammer geführte Lantershofener Bürgervereinigung ist eine reine Männerrunde mit etwa 270 Mitgliedern, die nicht nur aus Lantershofen stammen. Entstanden ist die Vereinigung Anfang der 1950er Jahre, seit nunmehr 40 Jahren hat man eine eigene Satzung.

„Ich dät et alles su widder dun“


Der 93-jährige Ludwig Sebus blickte auf ein erfülltes Leben zurück

Die Bühne ist sein Lebensinhalt, ohne geht es nicht. Gemeint ist Ludwig Sebus aus Köln, stolze 93 Jahre und seit 70 Jahren auf den Bühnenbrettern zu Hause. 1925 geboren hat der Grandseigneur des Kölner Karnevals schon viel erlebt, inklusive eines Weltkriegs und fünfjähriger Kriegsgefangenschaft in Russland. Kaum zurück in Köln, schloss er sich dort der singenden Zunft an, die ihn schnell zum Karneval führte. An der Seite des Kölnbarden Hans-Jürgen Jansen, der als 72-jähriger in Sebus einen väterlichen Freund sieht, war der rüstige Senior am Sonntag in Lantershofen zu erleben. Vor dem Hintergrund der Restauration einer aufgefundenen alten Fahne, die noch sechs Jahre älter als Sebus ist, hatten Junggesellen-Schützen und deren ehemalige Fähnriche unter Mithilfe des Vereins Kulturlant zum Kölner Mundartabend eingeladen. Ziel ist es, die Existenz der Fahne zu kommunizieren, um diese einmal einer Restaurierung zuführen zu können.

Erich Althammer (Mitte), Ex-Fähnrich und Vorsitzender der Bürgervereinigung, und der Kölnbarde Hans-Jürgen Jansen (l.) begrüßen im gut gefüllten Saal des Winzervereins mit dem Publikum den 93-jährigen Grandseigneur des Kölner Karnevals Ludwig Sebus. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Kölnbarde Hans-Jürgen Jansen singt und spielt zur Einstimmung auf Ludwig Sebus "Krätzjer un Leedche" aus dem rheinischen Köln.

Sebus berichtete in seinen Ausführungen und im Zwiegespräch mit Jansen über die ganz alten Zeiten, als er die frühen Liedermacher Köln kennenlernte, mit einer Ausnahme: von Willi Ostermann bekam er nur noch in Kindesjahren dessen große Beerdigung auf dem Melatenfriedhof mit. Nach der Rückkehr aus Russland und dem Miterleben einer großen Feier auf dem Alter Markt war dann für Sebus klar: „Da will ich dabei sein.“ Er dichtete und komponierte. Sein Erstlingswerk für den Karneval wäre heute wohl verpönt: „Hück trööte mer die janze Naach, bis morje fröh et Sönnche laach“ hatte durchzechte Nächte zum Thema. Aller Anfang war natürlich schwer, auch für das neue Mitglied im Literarischen Komitee. Nach seinen ersten Vorstellabenden standen gerade einmal 30 Karnevalsauftritte im Kalender. Aber der Aufstieg in der Domstadt war unaufhaltbar.

Singen macht durstig, also verlangt Ludwig Sebus „jet ze drinke“. Kulturlant-Sprecherin Marie-Luise Witsch serviert feinstes sprudelndes Premiumwasser. Und schon geht das Sebus´sche "Verzällche" weiter.
Eine beeindruckende Erscheinung auf der Lantershofener Bühne: Ludwig Sebus mit Lied und Herz aus Köln. Er brillierte mit Wortwitz, Lebensweisheiten und dem Fazit: „Ich dät et alles su widder dun“.

Kölnbarde Hans-Jürgen Jansen, der nach dreijähriger intensiver Vorarbeit vor fünf Jahren eine große Sebus-Biographie veröffentlichte, brachte die rund 150 Gäste im Lantershofener Winzerverein am Sonntagabend mit gesungenen Krätzjer von Ostermann, Berbuer und Sebus in Stimmung, schnell wurde sich eingehakt und geschunkelt, die Texte waren den Besuchern auch nach Jahrzehnten noch geläufig, vom schnelllebigen heutigen kölschen Liedgut war da nichts zu merken. Dann trat Gentleman Sebus ans Mikrofon, trotz hohen Alters mit erstaunlich guter Stimme ließ er „Am Dom zu Kölle“ erklingen, sang vom „dicke und vom drüjje Pitter“ und davon, dass man sogar „Kölsche in der Südsee“ trifft. Sebus galanter Wortwitz, gespickt mit Komplimenten für die Weiblichkeit und Spitzen an die Männer im Saal sorgte für viel Gelächter, seine Lebensweisheiten und seine positive Art beeindruckten. Dass der 93-jährige seiner Meinung nach im Leben alles richtig gemacht hatte, drückte er am Ende in seinem neuen Lied „Ich dät et alles su widder dohn“ recht deutlich aus. Und weil das Publikum Sebus und Jansen nach zwei Stunden nicht so einfach von der Bühne lassen wollte, gab es das fast schon obligatorische „Ich möch ze Fooss no Kölle john“ als Zugabe mit auf den Heimweg.