Aktuelles


vom Verein

Filmchen „Kaiser Heinrich II.“ wird nochmals vorgeführt


Kaiser Heinrich II. (Thomas Schaaf) war zur Buchvorstellung während der "Freitagsöffnung" erschienen. Erich Althammer (l.) dankte Roland Schaaf (r.) für den Satz und das Layout des Buches. Foto: Dirk Unschuld.

Vortrag zur Lantershofener Geschichte sehr gut besucht

Gut angekommen war am Freitag, 24.5. bei den Gästen des Trägervereins der Vortrag des langjährigen Chronisten der Bürgervereinigung Lantershofen, Thomas Schaaf. In der übervollen ehemaligen Kneipe des Winzervereins hatte Schaaf im Rahmen der zumeist kulturellen „Freitagsöffnung“ mit einem kurzweiligen Abriss aus der Lantershofener Geschichte seine Zuhörer in Bann gehalten. Grundlage des Vortrags war die unter seiner Autorenschaft von der Bürgervereinigung herausgegebene neue Chronik (Band I), aus der er mittels Beamer-Präsentation auch einige Seiten vorstellte und hieraus zitierte. Erich Althammer, Vorsitzender Bürgervereinigung, freute sich über das große Interesse an der Lantershofener Geschichte.

Als interessante Zugabe konnte Schaaf ein kleines 7-Minuten-Filmchen über Kaiser Heinrich II. vorführen, der im Jahr 1019 Lantershofen mit seiner Schenkungsurkunde aus dem Dunkel der Geschichte hervorholte. Mit dunkler Leinwand und dem vertrauten Geläut der Lambertuskirche, deren älteste Glocke immerhin aus dem Jahr 1458 stammt, beginnt der Videoclip; derweil liest Kaiser Heinrich den Beginn des lateinischen Urkundentextes vor: „Lantherishoff nome est predii – Lantershofen ist der Name des Grundbesitzes…” Das Video stellt Kaiser Heinrich II. und die Urkunde von Lantherishoff aus dem Jahr 1019 vor, wobei Heinrichs geschichtliche Vita eingebettet ist in schöne Landschaftsbilder aus Lantershofen. Ergänzt werden die geschichtlichen Informationen zu Heinrich II. durch einen Hinweis des Kaisers auf das neue Buch. Im Filmchen hat Heinrich eigens sein altes farbenprächtiges gelb-blaues Krönungsgewand angelegt.

In ihrer Schneiderwerkstatt schneidet Bianka Köhne das gelbe Gewand von Kaiser Heinrich II. zu. Foto: Thomas Schaaf.
Der blaue Umhang des Krönungsgewandes von Kaiser Heinrich II. ist schon fertig. Foto: Thomas Schaaf

Schneiderin Bianka Köhne aus Heimersheim (verlaine-gewaender.de) hat es nach dem Krönungsbild aus dem Regensburger Sakramentar gefertigt. Zu sehen sind im Filmchen auch die Heilige Lanze und das Reichsschwert, die Insignien seiner kaiserlichen Macht. Andreas Kriechel aus Karweiler hat die Lanze geschmiedet. Darsteller von Heinrich ist Thomas Schaaf, der auch die Idee zum Video-Clip hatte. Helmut Kappen spricht markant die Drehbuchtexte. Den Auftrag zur fachlichen Umsetzung des filmischen Konzeptes erhielt Laurin Beißel aus Oeverich mit seiner Medienproduktion Weirdframe.

Wegen des großen Anklangs will der Trägerverein des Winzervereins im Rahmen der „Freitagsöffnung“ das Filmchen Heinrich II. am 28. Juni 2019 um 20.30 Uhr nochmals vorführen. Geöffnet ist der Gastraum ab 19.00 Uhr. Auch sind hier die neue Chronik Band I und die drei Vorgängerbücher erhältlich.   

Bamberger Erzbischof gab Festauftakt würdigen Rahmen


Die Feiertage zu „1000 Lantesche Jahre“ begannen am Donnerstag

Einen ganz besonderen Schirmherrn hatten die Auftaktfeiern des Festreigens „1000 Lantesche Jahre“ am Donnerstag. Der Erzbischof der Diözese Bamberg, Ludwig Schick, war in die Grafschaft gereist, um mit den Lantershofenern und ihren Gästen zu feiern. Und so stand der erste Tag des Festreigens ganz im Zeichen der Kirche. Kein Wunder, feiert man in Lantershofen doch derzeit die 1000-jährige Wiederkehr der Schenkung des Ortes durch Kaiser Heinrich II. an das Bamberger Kloster Michelsberg. Seinerzeit war dem dortigen Abt die Reise zum Empfang der Schenkung nach „Lanterishoffe“ sicherlich zu mühsam gewesen.

Die Junggesellen-Schützen eröffnen mit klingendem Spiel und Zug durch das Dorf am Donnerstagmorgen den Festreigen. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Der Bamberger Erzbischof Dr. Ludwig Schick zieht segnend in die Lambertuskirche ein.

Erzbischof Schick aber war gerne gekommen, zumal er den Ort mit seinem interdiözesanen Priesterseminar auf Burg Lantershofen regelmäßig besucht und kennt. Mit dabei hatte er den Abtsstab des Klosters, der heute sein Bischofsstab ist und der als einziger Bischofsstab in Bayern die Säkularisierung im 18. Jahrhundert überlebte. Nicht dabei hatte er die 1000-jährige Schenkungsurkunde, diese existiert nicht mehr, es gibt nur noch Abschriften. Also wurde es nichts mit der geplanten Rückgabe der Schenkung, auch weil Kirche und Lantershofen den Blick lieber in die Zukunft lenken wollen, die Schick in seiner morgendlichen Predigt ausführte. Sorgen bereiten ihm da aber die zentrifugalen Kräfte in allen öffentlichen und privaten Lebensbereichen, so der Erzbischof. Er erinnerte nur zu gerne an das Werk Kaiser Heinrichs II., dem die Gemeinschaft der Gesellschaft ein wichtiges Anliegen war.

Mit einem Schlusslied beenden Konzelebranten und Festgemeinde den Jubiläumsgottesdienst.
Schützenkönig Mathias Schopp nimmt mit dem Tambourcorps seine Eminenz Erzbischof Dr. Ludwig Schick zum Jubiläumsumzug durch das Dorf in die Mitte. Im Hintergrund freut sich die hohe Geistlichkeit von Burg Lantershofen mit (v.l.) Subregens Philip Peters, Regens Dr. Volker Malburg und Prof. Dr. Josef Freitag über das Geschehen.

Nach dem Festhochamt ging es für rund 200 Feiernde zum öffentlichen Gartenfest auf Burg Lantershofen. Im Schatten der Kirche luden die Brötchesmädchen zum Sektempfang, man kam später bei Spießbraten und Bier unter freiem Himmel zusammen. Die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft, die dem hohen kirchlichen Ehrengast schützendes Geleit gegeben hatte, spielte zum Ständchen, Fähnrich Markus Fabritius zeigte sein Können an der Schwenkfahne. Die vor einem halben Jahrhundert gegründete Band „Cantamus“, die sich eigentlich aufgelöst hatte, kam noch einmal zusammen und präsentierte neben ihrem Schwerpunkt der Neuen Geistlichen Lieder auch Songs von Peter Maffay und den Bläck Fööss. Zudem nutzten Ortsvorsteher Leo Mattuscheck, der Vorsitzende der Bürgervereinigung, Erich Althammer und der Regens des Studienhauses St. Lambert, Volker Malburg, die Gelegenheit, Erzbischof Schick mit Lantershofener Literatur und bestem Ahrwein für dessen Besuch zu danken.

Das hat es in Lantershofen noch nicht gegeben: Ein Erzbischof zieht mit den Junggesellen-Schützen durch das Dorf zum Burghof und Burggarten.
Im Burggarten herrscht bei gutem Wetter gute Stimmung beim Sektempfang durch die Brötchesmädchen.

Am Mittag waren gut 100 Gäste der Einladung des Regens zu einem kurzen Vortrag über die Geschichte der Burg Lantershofen gefolgt. Hier wurde 1939 die Arbeit der Bonner Jungenschule des Apostolats für Priester- und Ordenberufe fortgesetzt, es folgte 1972 mit Unterstützung des Trierer Bischofs Stein und des Kölner Kardinals Höffner die Umwandlung in ein Priesterseminar für Spätberufene auf dem dritten Bildungsweg. 500 heutige Priester aus Deutschland und angrenzenden Staaten büffelten einst in Lantershofen Latein oder Kirchengeschichte. Bei Kaffee und Kuchen klang das Gartenfest aus, im Winzerverein wurde noch bis spät in den Abend hinein weitergefeiert.

Thomas Schaaf (l.), langjähriger Chronist der Bürgervereinigung Lantershofen und deren Vorsitzender Erich Althammer verkaufen die neue Chronik, ein geschichtliches Druckwerk mit 688 Seiten und Restposten der drei Vorgängerbücher dank Spendern für nur 15 Euro. Foto: Gerd Weigl.
In der Aula des Studienhauses bedanken sich Bürgervereinsvorsitzender Erich Althammer (r.) und Ortsvorsteher Leo Mattuscheck (Mitte) mit je einem Exemplar der neuen Chronik und der Festschrift bei Erzbischof Ludwig Schick für dessen Mitwirkung beim Jubiläumsfest.

Großer Andrang auf die Dorfchronik


Lantershofens Geschichte bis zum Jahr 1948 in einem Buch

688 Seiten dick, 1.750 Gramm schwer: in Lantershofen ist der erste von zwei Teilen einer Dorfchronik erschienen. Zusammengetragen und geschrieben wurde sie von Thomas Schaaf unter tatkräftiger Mitarbeit seines Sohnes Roland sowie Stefan Dünker und Dirk Unschuld. Herausgeber ist die Bürgervereinigung Lantershofen. Am vergangenen Freitag wurde das Werk im Winzerverein des Ortes vorgestellt. An die 100 Lantershofener saßen im dortigen Gastraum dicht an dicht nebeneinander und hörten der Vorstellung zu, mehr als 150 Chroniken wurden schon am ersten Abend verkauft.

Die Buchpräsentation und das nachfolgende 7-Minuten-Filmchen über Kaiser Heinrich II. fanden große Beachtung. Fotos in diesem Bericht: Dorothee Schaaf. Bildunterschriften: Thomas Schaaf.
Über die neue Chronik und seine Entstehung berichtete der langjährige Chronist der Bürgervereinigung Thomas Schaaf. In der Hand hält er die Schulchronik des Volksschullehrers Jakob Diederich, die noch in handschriftlicher Sütterlinschrift abgefasst ist. Sie war eine wichtige Grundlagen für das neue Buch.

Es dürften an die 20 Jahre sein, die sich Thomas Schaaf mit der Chronik befasste. Jahre, in denen er in seiner Eigenschaft als Chronist der Bürgervereinigung alles sammelte und zusammentrug, was über die Geschichte Lantershofens zu erfahren war. Natürlich die handgeschriebenen Chroniken, die die Dorflehrer in früherer Zeit verfassten. Kaum ein Speicher in Lantershofen, auf dem alte Bilder oder Dokumente lagern könnten, war vor dem umtriebigen Chronisten sicher. Zeitzeugen wurden befragt und all das, was in anderen Werken bereits Erwähnung fand oder in Zeitungsarchiven lagerte, gesammelt. Erschienen ist die neue Chronik als viertes Werk der Serie „Dorf in der Zeit – Lantershofen.“ Alle vier Werke wurden von Schaaf initiiert und verfasst. Dank einer Fülle von Geldgebern ist auch das neue Werk für jedermann erschwinglich. Wenn Lantershofen am kommenden Wochenende das 1000-jährige Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung feiert, wird die Chronik für 15 Euro erhältlich sein, am Vorstellungstag kostete sie lediglich 1019 Cent.

Nach dem Filmchen über und mit Heinrich II., verkörpert von Thomas Schaaf, geht es nahtlos über zum Chronikverkauf, den Kaiser Heinrich II. im seinem gelben Gewand und blauem Umhang zusammen mit Erich Althammer durchführt.
Zuvor bedankte sich "Kaiser Heinrich" mit Überreichung des ersten Druckexemplares der neuen Chronik bei Roland Schaaf (rechts), der den Satz und das Layout für die Chronik ehrenamtlich übernommen hatte. Auch für die beiden Vorgängerbücher schon hatte Roland Schaaf verantwortlich gezeichnet.

Zum Verkauf schlüpfte der Autor in ein Kostüm, das Kaiser Heinrich II. darstellte und erinnerte an besagte Urkunde, mit der der Kaiser im Jahr 1019 die Schenkung des Ortes „Lanterishoffe“ mit seinen Äckern, Wiesen und Wäldern dem Kloster Michelsberg im neu gegründeten Bistum Bamberg schenkte. Zuvor hatte Schaaf die Inhalte der Chronik und das Zustandekommen des Werks in einem unterhaltsamen Vortrag vorgestellt. Erich Althammer, der Vorsitzende der Bürgervereinigung, dankte Schaaf für dessen unermüdlichen, ehrenamtlichen Einsatz für Lantershofen. „Die vorliegende Sammlung fundierter Quellen zur Lantershofener Geschichte bis zur Währungsreform 1948 soll das Interesse an den Geschehnissen im und um das Dorf herum lebendig halten und wichtige und auch manch unwichtige Begebenheit für uns und die Nachwelt erhalten“, so Althammer.

Kaiser Heinrich II. alias Thomas Schaaf und Erich Althammer laden ein zum Buchkauf für 1019 Cent. Schnell ist der Vorrat vergriffen, Nachschub muss herbeigeschafft werden. An die 150 Bücher gingen schon weg.
Auch von einem Restbestand der alten Bücher 1,2 und drei der Serie "Lantershofen - Dorf in der Zeit" gingen noch etliche über den Verkaufstresen. "Kassierer" und Bürgervereinsvorsitzender Erich Althammer zeigte sich sehr erfreut über das Verkaufsergebnis.

Die Chronik beginnt mit der frühzeitlichen Geschichte Lantershofens, dem Ort soll eine keltische Siedlung zugrunde liegen. Die Geschichte des Ortes liegt tatsächlich so weit zurück, dass der Zeitpunkt einer ersten Besiedlung nicht mehr feststellbar ist. Gefundene Tonscherben deuten aber auf eine mögliche Besiedlung noch weit vor der Keltenzeit hin. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1019 zurück, Abschriften der Urkunde liegen noch vor, das Original ist nicht vorhanden. Markus Wiegend und Alexander Maul von der Philipps-Universität in Marburg haben die Urkunde und weitere Urkunden über Lantershofen übersetzt. Der Schenkung anno 1019 folgen erste zeitlich zugeordnete Informationen.

Neben der Auflistung von Zeitdokumenten enthält die Chronik eine fundierte Abhandlung über die Spirituosenherstellung in Lantershofen, die das Dorf einst maßgeblich prägte. Fünf Brennereien gab es, detaillierte Informationen dazu hat Dirk Unschuld zusammengetragen. Was die Chronik ebenfalls auszeichnet, ist eine Vielzahl von Bildern, die erstmals öffentlich zu sehen sind. Die Suche auf den Lantershofener Speichern nach altem Material hat sich auf jeden Fall gelohnt. In der Reihe „Dorf in der Zeit – Lantershofen“ wartet auch Thomas Schaaf nun die nächste Aufgabe, nämlich Teil zwei der Dorfchronik, beginnend im Jahr 1948. Material hat er bereits genügend gesammelt.

Vorverkauf der neuen Chronik am Freitag


Gewichtiges Dokument Lantershofener Geschichte ist eingetroffen

Das Schwergewicht unter den bisher von der Bürgervereinigung Lantershofen herausgegebenen vier geschichtlich orientierten Büchern aus der Reihe „Dorf in der Zeit – Lantershofen“ ist zweifelsohne die neue Chronik Band I. Mit 1.718 Gramm und 688 Seiten stellt sie ein „gewichtiges“ Dokument dörflicher Geschichte dar (Buch 1wog 634 Gramm, Buch 2 920 Gramm und Buch 3 576 Gramm). Vor einigen Tagen wurde das neue Buch von der Druckerei in Plauen im Vogtlandkreis, die auch schon die beiden vorherigen Bücher gedruckt hatte, angeliefert.

In der Druckerei: Ein fertig gedruckter Stoß Druckbögen. Auf jedem Blatt sind beidseitig insgesamt 16 Buchseiten in genau bestimmter Reihenfolge abgedruckt, damit sie nach dem Beschneiden in der richtigen Reihenfolge im Buch zusammengeheftet werden können. Foto: Satzart Plauen.
Die Beispiel-Buchseite 330 berichtet über die Junggesellenfahne von 1879, die Beerdigung einer Leiche, den Winter 1879, die Ausgabe von Saatkartoffeln, den Nachtwächter, das Spritzenhaus und den Gemeindebrunnen 1880. Foto: Thomas Schaaf.

Jetzt am Freitag, 24.5., findet ab 19.00 Uhr in der Winzervereinsgaststätte Lantershofen im Rahmen der "Freitagsöffnung" der Vorverkauf des neuen Buches zum Sonderpreis statt. Vorsitzender Erich Althammer und der langjährige Chronist der Bürgervereinigung Thomas Schaaf stellen um 19.30 Uhr das Buch (10,19 €, nur im Vorverkauf) anhand einer Beamer-Präsentation vor. Der Buchvorstellung folgt das 7-Minuten-Filmchen „Kaiser Heinrich II. und Lantershofen“. Das Video stellt den Kaiser in seinem gelb-blauen Krönungsgewand und die Jubiläums-Urkunde von Lantherishoff aus dem Jahr 1019 vor, wobei Heinrichs geschichtliche Vita eingebettet ist in Landschaftsbilder von Lantershofen. Sprecher und Darsteller im geschichtlichen Filmchen sind zwei Lantershofener Protagonisten.

Zum Buchverkauf am Freitag, 24.5., wird Kaiser Heinrich II. wieder sein gelbes Krönungsgewand mit dem blauen Umhang anlegen und Erich Althammer beim Verkauf der neuen Chronik unterstützen. Er bringt auch die Heilige Lanze und das Reichsschwert mit in den Winzerverein. Auch an den Jubiläumstagen sind das neue Buch und die drei älteren Bücher der Bürgervereinigung für je 15.00 € zu erhalten. 

MGV Cäcilia gratuliert Hermann Mombauer


Klaus Dücker und der Männerchor sowie Leo Mattuscheck für die Bürgervereinigung Lantershofen gratulieren Hermann Mombauer in seinem einladenden Garten. Foto: Anja Braun.

Seinen 75. Geburtstag konnte Hermann Mombauer  am Dienstag feiern. Keine  Frage, da mussten die wenigen verbliebenen Mannen des MGV Cäcilia Lantershofen hin, um ihm mit einem gesungenen Ständchen zu gratulieren. Vorsitzender Klaus Dücker würdigte in einer kurzen Laudatio den langjährigen aktiven Sänger, der schon mit 17 Jahren  dem Chor  beigetreten war. Dücker dankte dem Jubilar mit einem Weinpräsent für seine stete Hilfsbereitschaft. Wenn er auch nie in den Vorstand drängte – immer wenn es gilt anzupacken, sei er wie selbstverständlich zur Stelle. Zur Stelle waren auch Chorleiter Heinrich Fuchs aus Eckendorf, Ehrendirigent Rolf Schmitz und Ortsvorsteher Leo Mattuscheck, um ihre Glückwünsche aus zu sprechen. Anschließend saß man noch in gemütlicher Runde bei einem Umtrunk zusammen.

Neue Chronik Lantershofen Band 1


Ausschnitt aus dem Krönungsbild von Kaiser Heinrich II. Zum Vorverkaufstermin wird Kaiser Heinrich sein gelb-blaues Krönungsgewand wieder anlegen und die Chronik verkaufen.

Texte, Quellen und Bilder zur Lantershofener Geschichte

Gemeinsam mit der Bürgervereinigung Lantershofen und deren Vorsitzenden Erich Althammer freut sich Thomas Schaaf, langjähriger Chronist der Bürgervereinigung und profunder Kenner der Ortshistorie, den ersten Band einer zweibändigen Chronik Lantershofens vorstellen zu können. Das farbige Buch „Texte, Quellen und Bilder zur Lantershofener Geschichte" mit 688 Seiten ist das vierte Buch in der Reihe „Dorf in der Zeit - Lantershofen". Es beinhaltet eine chronologisch angeordnete Sammlung von gegenwärtigen oder historischen textlichen Beiträgen aus dem Leben des Dorfes und seiner Bewohner. Die Chronik beginnt mit einer Beschreibung der Landschaft, in die das Dort eingebunden ist, und setzt sich mit Berichten zu seinen Bewohnern in keltischer, römischer, fränkischer, mittelalterlicher und heutiger Zeit fort. 

Stefan Dünker beschreibt für das Jubiläumsjahr 1019 mit einer umfangreichen bebilderten Würdigung die geschichtlichen Zeit- und Lebensumstände des Dorfes und der Region. Dirk Unschuld erzählt auf ebenfalls illustrierten Seiten von den fünf Lantershofener Schnaps-Brennereien. Aus den weiteren Jahrhunderten nach der ersten Erwähnung von Lantershofen spiegelt das Buch eine Großzahl weiterer Geschehnisse. Kirche, Kapellen, Grafen, Hörige, Bischöfe, Pastoren, Bauern und Handwerker finden sich ebenso wie geschichtliche Entwicklungen in Weinbau, Landwirtschaft und Tonbergbau. Über Schulen, Kindergarten und Straßen berichtet das Buch ebenso wie über die „Leute von Lantershofen". 

Ausführliche Artikel und Bilder vor, während und nach den zwei Weltkriegen geben Einblick in die dörflichen und politischen Gegebenheiten. Kriegerverein, Kapellenneubau, Junggesellen, Schulstreit, Jagd, Winzerverein, Nachtwächter, Backes, Nazizeit, Jubiläumsfest, Kriegsjahre, Kriegstote aus dem Dorf, Besatzung und Währungsreform sind nur einige weitere Schlagworte, über die das neue Buch Chronik Lantershofen Band I berichtet. Ein umfangreiches Namen- und Sachregister rundet das Buch ab.

Dank gilt den Sponsoren Eifel-Destillerie P. J. Schütz, Efferz & Hoppen Immobilien GmbH, Althammer & Wimmers Rechtsanwälte, Kettiger Thonwerke Schaaf & Cie. GmbH, Getränke Visang GmbH, Auto Fuchs Mitshubishi, Wershofen GmbH, Rechtsanwälte Schwarz Glees & Bender, Gemeinde Grafschaft, Kreis Ahrweiler und Kreissparkasse Ahrweiler, die das Entstehen des Buches wesentlich gefördert haben.

Das Buch ist weitestgehend eine Zitatensammlung vieler Autoren, die im Laufe von Jahrhunderten zum Thema Lantershofen berichtet haben beziehungsweise zu schreiben wussten. Das macht auch den Reiz der chronologisch angeordneten Beiträge des Buches aus: Man kann darin wie in einer Sammlung alter Zeitungen blättern und zumeist authentische und nicht durch Umschreibung verfälschte Originalberichte zu einer Vielzahl von Ereignissen im Dorf studieren. Das Buch ist mit weit mehr als 500 Fotos und Repros reich illustriert. Die Bilder sind mit umfangreichen Bildunterschriften versehen, die eine Verbindung zum eigentlichen Chroniktext herstellen. Auch bei dieser neuen Publikation ist es Thomas Schaaf ein Anliegen, der Lantershofener Bevölkerung bisher wenig bekannte geschichtliche Vorgänge und Fakten aus den verschiedensten Lebensbereichen zur Kenntnis zu bringen und insbesondere auch jüngere Menschen für die "alten Zeiten" des Dorfes zu interessieren. Das vorliegende Buch ist also auch ein Versuch, junge Leute für die Bewahrung und Weitergabe von Dorfgeschichte zu begeistern. 

Am Freitag, 24. Mai ab 19 Uhr findet im Lantershofener Winzerverein im Rahmen der Freitagsöffnung ein Vorstell- und Erstverkaufstag des Werkes statt, an dem das Buch für 10,19 Euro zu haben ist. 

Aus der Reihe „Dorf in der Zeit – Lantershofen“:

Teil 1 (2001):
50 Jahre Bürgervereinigung Lantershofen und andere Geschichten
Teil 2 (2011):
60 Jahre Bürgervereinigung Lantershofen und 10 Jahre Lantershofen.de
Teil 3 (2017):
50 Jahre St. Lambertus Lantershofen – Festbuch zum Jubiläum
Teil 4 (2019):
Texte, Quellen und Bilder zur Lantershofener Geschichte

Familienwanderung mit der Bürgervereinigung


Durch Lantershofener Felder, Fluren und Banne rund ums Dorf führt die Familienwanderung mit der Bürgervereinigung. Foto: Thomas Schaaf.

Am ersten Sonntag im Wonnemonat Mai findet in Lantershofen die alljährliche Familienwanderung der Bürgervereinigung „rund ums Dorf“ statt. Thema ist in diesem Jahr am 5. Mai das Jubiläum „1000 Lantesche Jahre.“ Dabei wird eine besondere historische Begebenheit wieder aufleben: der Banngang entlang der Außengrenzen zwischen Ahrweiler und Lantershofen, der im 17. Jahrhundert zur Überprüfung der Bannsteine und Grenzbäume entlang der Gemarkungsgrenze durchgeführt wurde. Auf dem Birnenrundwanderweg wird am 5. Mai in der Nähe des Aussicht-Bauwerks „Fliegendes Dach“ eine Informationstafel über dieses geschichtliche Ereignis enthüllt werden.

In Zeiten, in denen es noch kein Kataster gab, mussten die Grenzen durch Banngänge immer wieder bestätigt werden. Um Rechtsgültigkeit zu haben, sind diese Grenzgänge mindestens alle zehn Jahre durchzuführen gewesen. Von Ahrweiler Seite nahmen Ratsmitglieder, Erbgeschworene und Förster daran teil, Lantershofen war durch den Schultheiß, die Schöffen und den Vorsteher vertreten. Der Banngang endete traditionell mit einem gemeinsamen, umfangreichen Imbiss. Der Rotwein floss reichlich. Der Grenzgang zwischen Lantershofen und Ahrweiler verlief immer in Eintracht. „Das war beim Banngang an der südlichen Grenze Ahrweiler häufig nicht der Fall“, weiß Historiker Hans-Georg Klein aus Ahrweiler zu berichten. Er wird bei der Familienwanderung ausführliche Informationen zum Banngang geben.

Los geht es am Sonntag, 5. Mai, um 14 Uhr an der Lantershofener Mehrzweckhalle am Ende der Graf-Blankart-Straße. Die Bürgervereinigung hofft auf eine rege Teilnahme. Neben der guten Gelegenheit, „Land und Leute“ bei der Wanderung kennenzulernen, bietet das abschließende gemütliche Beisammensein an der Lambertushütte die nötige Muße zur leiblichen und geistigen Stärkung.

Der Lantershofener Wetterhahn kräht nicht mehr


Das Bild vom Wetterhahn der alten Kapelle in Lantershofen, das Thomas Schaaf 2001 vorsichtshalber machte.

„Der Hahn ist weg“ – in der Schrottsammlung

Lange Jahrzehnte hat der Wetterhahn der alten, im Jahr 1882 erbauten Lantershofener Kapelle auf der Spitze des schiefergedeckten Turmes Wind und Wetter getrotzt. Weit hat er über’s Land und die Lantershofener Häuser geschaut und sich am Klang der Glocken erfreut, bis diese kurz vor dem Abriss der alten Kapelle 1966 ausgebaut und auch der Wetterhahn und ein filigranes Dach-Metallkreuz demontiert wurden. Gewissermaßen als Trophäe hatte der Abrissunternehmer aus Heppingen damals die metallene tierische Wetterfahne und das Eisenkreuz „sichergestellt“. Jahrzehntelang blieben Hahn und Kreuz dann in Gimmigen bei Angehörigen des Abrissunternehmers als Dekoration im Wohnzimmer aufbewahrt.

Erste Nachforschungen über dem Verbleib des Kreuzes und anderer Gegenstände aus der alten Kapelle stellte der langjährige Chronist der Bürgervereinigung, Thomas Schaaf im Jahr 2011 an. Er wollte versuchen, den Hahn wieder zurück ins Dorf zu bekommen, was trotz guten Zuredens beim Besuch der Besitzerin des eisernen Vogels scheiterte. Einen neuen Versuch, die alte Wetterfahne vielleicht zum 1000-jährigen Jubiläum, sei es auch nur leihweise, zurück ins Dorf zu bekommen, startete Schaaf vor einigen Tagen. Auch einen Kunst-Schlosser, der den Hahn hätte nachbauen können, war schon ausgemacht. Beim Besuch des Hauses der Besitzerin in Gimmigen kündigte sich jedoch schon Ungemach an: der Name der Besitzerin ließ sich nicht mehr auf den Klingelknöpfen finden. Dank einer Recherche im Internet  konnte Schaaf deren Telefonnummer herausfinden: sie wohnt jetzt in der oberen Grafschaft.

Dann der Schock: „Der Hahn ist weg“, bedauert die ehemalige Besitzerin. Schaaf: „Wie, was heißt das: der Hahn ist weg?“ Bei dem Telefongespräch stellte sich heraus, dass aufgrund eines Sterbefalles vor einigen Jahren das zu große Haus verkauft und das Mobiliar in großen Teilen „entsorgt“ werden mussten. Auch der Hahn und das Kreuz wurden zum Schrott in die Metallsammlung gegeben. Nur noch eine ganz kleine Hoffnung hat Thomas Schaaf: „Vielleicht hat irgendjemand das schöne Stück vor dem Verschrotten aus der Metallsammlung gerettet.“ Die große Befürchtung des Chronisten Schaaf ist aber: „Der alte Wetterhahn der Lantershofener Kapelle kräht nicht mehr.“