Auf dem Jakobsweg
Die täglichen Berichte vom Pilgerquartett Lantershofen - PiQuaLa -
nach Santiago de Compostela in Spanien

Warten auf den ersten Bericht von der Fahrt nach St. Pied de Port
TS / Freitag, 2. Mai 2003

  • Bericht ist fertig, konnte aber noch nicht nach Lantershofen übermittelt werden.

Wie schon berichtet, traten erste Probleme mit der Kommunikationstechnik auf: Die Akkus sowohl vom übermittelnden Handy als auch vom Laptop waren aus unerfindlichen Gründen leer und das E-Mailprogramm meldete den Fehler 678: "Remotcomputer meldet sich nicht".

Zunächst muss also den technischen Geräten wieder Leben eingehaucht werden und der Fehler 678 beseitigt werden, damit der erste Bericht, den Jörg Wollert bereits fertig gestellt hatte, dann hoffentlich morgen übermittelt werden kann.

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PiQuaLa - Pilgerquartett Lantershofen erreicht Saint Jean Pied de Port (0)
Von Mitpilger Jörg Wollert / Bericht geschrieben am 1. Mai, in Lantershofen wegen technischjer Probleme angekommen erst am 3. Mai um 22.45 Uhr. Einstellung 4. Mai 2003 gegen 8.00 Uhr.

Hey Thomas,
hier unser erster Bericht!
Leider ohne Bilder, wie du aus dem folgenden Text ersehen kannst.

Unseren Planungen entsprechend begann unsere Reise am Mittwoch, 30. April 2003, pünktlich um 16.00 Uhr an der kleinen Kapelle in Lantesche, wo wir von einigen Freunden/Bürgern würdig verabschiedet wurden.


Franz-Peter Efferz, Karl-Josef Scholl, Jörg Wollert und Heinrich Klaes.

Vor der Fahrt Verwiegung des Mobils auf der LKW-Waage der Lantershofener Firma Kettiger Thonwerke (kettiger.de).

Auf den ersten Kilometern der BAB A 61 hatten wir durchwachsenes Wetter - Regen und Sonnenswchein lösten sich ab. Im Wohnmobil herrschte aber eitler Sonnenschein und die Stimmung war fast schon zu gut.

Um 17.45 Uhr verließen wir in Trier-Ehrang die BAB und fuhren Richtung Luxemburg. Nach zwei Stunden Fahrt überschritten wir die deutsch-luxemburgische Grenze. Ein kurzer Tankstopp sowie Kauf von Tabakwaren - und schon ging die Fahrt weiter Richtung Frankreich.

Je weiter wir nach Süden vorstießen, desto schöner wurde das Wetter. Die Fahrt auf französischen Autobahnen ist fast eine Erholung, LKW trifft man nur selten, PKW sind zwar etwas stärker vertreten, aber immer noch kein Vergleich mit unseren BAB. Bis uns dann kurz hinter der luxemburgischen/französischen Grenze der Sonnenschein durch die Nebelschwaden der Kühltürme des Kernkraftwerkes Chattenom wieder gestohlen wurde; glücklicherweise nur für eine kurze Zeitspanne.

Unser Gefährt rollte bei abendlichemSonnenschein sanft schaukelnd immer weiter nach Südwesten. Die erste Mütze voll Schlaf nahm Franz. Franz wurde jedoch schlagartig hellwach, als er hörte, dass wir für die paar Kilometer auf der französischen Autobahn 10,10 € bezahlen mussten. Nachdem wir die Autobahn bei Saint Ménehould verlassen hatten, hielten wir für unseren ersten "Technischen Halt" an - die Radmuttern mussten nachgezogen werden.

Langsam mussten wir uns dann nach einer Tankstelle umsehen. Bei Sense (N 60) fuhren wir gegen 23.00 Uhr auf eine Selbstbedienungstankstelle. Leider schafften wir es weder hier noch bei Montargis - hier mit französischer Hilfe - den Automaten in Tätigkeit zu setzen. Kurz entschlossen fuhren wir auf die Autobahn A 77 und hier konnten wir auf konventionelle Art tanken.

Den ersten Verfahrer leisteten wir uns in Bourges, so gegen Mitternacht und den zweiten und dritten gegen 10.00 Uhr in Bordeaux, aber dank Hein's Französischkenntnissen regelte sich alles immer sehr schnell. Zwischendurch frühstückten wir und erledigten unsere Morgentoilette auf einen idyllisch gelegenen Rastplatz ca. 30 Kilometer vor Bordeaux. Zu Mittag stärkten wir uns für die letzte Etappe gegen 13.00 Uhr auf dem Autohof Castets.

Eine erste Panne muss vermeldet werden: wir verfügen über keinen ständigen 220 Volt Stromanschluss über Batterie im Wohnmobil; nur wenn wir ans örtliche Netz angeschlossen sind, können wir unsere Geräte wie den Laptop und die Handys aufladen.

Je weiter wir uns den Pyrenäen näherten, umso unruhiger wurden meine mitreisenden Pamplonakämpfer, allen voran Menn. Zitate: "Guck, hier haben wir gegessen. Dieses Haus wollte Hans (Mätzler) immer kaufen." Oder :"Sieh dir dieses Panorama an, wo findest du dies sonst noch. - Nach Pamplona sind sind wir aber immer hier abgebogen. - Ich kann mich an diesem Panorama einfach nicht sattsehen. - Über diese Berge müssen wir morgen wandern" usw...

Bei unserer letzten Zigarettenpause suchte Franz krampfhaft seine Brille. Menn machte ihn darauf aufmerksan, dass er sie auf der Nase hatte. Nächste Schreckensmeldung von Franz: "Ich habe mein Handy auf dem Mittagstisch liegen lassen", worauf Hein etwas pikiert meinte, was er denn in seiner Hemdtasche habe, "nein, da stecke ich es nie hin." Menn: "Franz, mal ehrlich, das machst du doch nur alles absichtlich, damit Jörg etwas zum Schreiben hat."

Der Flachs blühte während der Fahrt, bis wir gegen 16.15 Uhr unser erstes Etappenzielerreichten. Während der ganzen Fahrt wurde nicht nur geflachst, sondern wir befassten uns auch ausführlich mit der einschlägigen Literatur über den Jakobsweg, um uns auf die morgen beginnende Pilgerwanderung einzustimmen.

Die Gedanken an unsere Wanderungen schweiften auch zurück auf die gesamten Vorbereitungen, aber auch auf die bevorstehenden Wochen auf dem Jakobsweg. Was werden uns die Tage bringen? Wir wissen es nicht.

Aber morgen (2. Mai 03) werden wir uns frohen Mutes und voller Tatendrang auf den Weg nach Santiago de Compostela begeben.


Heinz Bach mit ungläubiger Mine.
PS. für Heinz Bach:
Unser durchschnittliche Verbrauch lag auf der Hinfahrt bei 12,1 Liter

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