Auf dem Jakobsweg
Die täglichen Berichte vom Pilgerquartett Lantershofen - PiQuaLa -
nach Santiago de Compostela in Spanien

Heute noch kein Bericht hier eingegangen
TS / 7. Mai 2003, 19.30 Uhr und 21.30 Uhr

Heute am Mittwoch ist leider noch kein Tagesbericht eingegangen - das macht aber nichts, da die Hauptsache das Pilgern ist und nicht das Berichtschreiben.

Das "Fehlen" des heutigen Berichtes hat seine Ursache vermutlich wieder in der mangelnden Stromversorgung. Wir nehmen mal an, dass den Laptop wieder seine Strom-Kraft verlassen hat.


Bei der Abholung des Mobils: Eigner Schmitt erklärt die Netz-Stromversorgung. Leider hatten die 2 dicken Batterien im Mobil aber keine 220 Volt, sondern nur 24 Volt.

Unsere Pilger werden keine problemlose Gelegenheit am Pilgerweg gefunden haben, das Mobil an ein Ortsnetz anzuschließen.

Der Aufwand, einen geeigneten Campingplatz zu suchen oder anderswie an Strom zu kommen, wird einfach zu hoch sein.

Statt eines Berichtes können wir ja einmal in das Wohnmobil schauen - insbesondere in den "Kofferraum" des Fahrzeugs, der etwas größer ausfällt als in einem normalen PKW.

 


Jörg und Menn vor dem "Kofferraum". Ein Fahrrad ist auch dabei.

Wenn nochmal ein Bericht fehlt oder später kommt, schauen wir uns einmal genauer an, was alles an wichtigen Dingen im Kofferraum zu finden ist. Ebenso können wir uns gelegentlich das Pilgermobil einmal von innen ansehen.

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Von Estella nach Los Arcos (6)
Von Mitpilger Jörg Wollert / Mittwoch 7. Mai 2003

Telefonische Mitteilung von Jörg vo 6. Mai, 19.15 Uhr: Problem mit Bildübertragung und fehlendem Strom besteht weiter. Neue Bilder vorraussichtlich morgen.

Unser sechster Wandertag begann mit kleinen blauen Lücken in den Wolken und wir freuten uns schon auf Sonnenschein, leider zu früh, wie später ersichtlich.

Gestartet wurde um 9.15 Uhr in Ayequi, etwa zwei Kilometer nach Estalla. Als wir schon fast mit unseren Vorbereitung für das erste Teilstück unser heutigen Wanderung fertig waren, trat ein Frau, eine deutsche Frau - Christiane aus Bonn -, auf uns zu und fragte, ob sie nicht bis Los Arcos, unser Ziel für das erste heutige Teilstück, mit dem Wohnmobil mitfahren könnte. Sie begründete dies damit: Dies sei ihr zweiter Wandertag - und der erste liegt ihr noch mächtig in den Knochen. Ohne Zögern willigten wir ein. Hein - er hatte wegen seiner Fußbeschwerden wieder Fahrdienst - und Christiane verließen mit dem Wohnmobil Ayequi und wir marschierten Richtung Los Arcos.

Bevor wir den ersten Ort - Azqueta - passiert, wollte Menn das Wandern aufgeben, denn er fand ein tolles Fahrrad - siehe Foto -. Im Ort selbst füllten wir unsere Wasserflaschen auf und begaben uns bei immer dunkler werdendem Himmel auf den Weg nach Villamayor del Monjardin. Auf halben Weg kamen wir, so war unser erster Eindruck, an einer großen Scheune vorbei, die sich aber bei näherem Augenschein als Wasserzisterne entpuppte.

Das Refugium von Villamayor de Monjardin erreichten wir gegen 10.30 Uhr, der nächste Stempel in unseren Pilgerpässen war fällig. Das Refugium wird von einem niederländischen Ehepaar geführt, so dass wir uns mit ihnen deutsch unterhalten konnten.


Drei rote Pilger in Basislager-Ponchos.
Beim Verlassen des Refugiums begann es szu regnen. Bisher war der Weg schwer, aber im Verhältnis zu dem, was uns heute noch bevorstand, harmlos. Ein Weg, den man noch nicht einmal Trampelpfad nennen konnte, war diese heutige Pilgerstrecke gewiss nicht.

Schon gestern war der Untergrund teilweise schmierseifenähnlich, heute gab es Stellen, an denen das Wasser die gesamte Breite des Pilgerpfades einnahm.

Wenn einmal etwas "Land" in Sicht war, war es tief morastisch und der Lehm blieb unter den Schuhen kleben, so dass man nach jeden Schritt wegrutschen konnte.

Mit Halbschuhen war dieser Weg nicht passierbar, einmal vom Halt her, zum anderen liefeb die Schuhe von oben voll.

Die Hölle des Nordens des Radklassikers Paris-Roubaix, ist dagegen das reinste
Sonntagsvergnügen. Einige Pilger wichen sogar auf die N 111 aus.


Wegekampf im Matsch: Ein "netter" Pilgerweg.
Wir waren wieder einmal froh, das wir im Basislager die Ponchos erstanden hatten. Bald waren die Schuhe durchnässt, denn das Wasser lief vom Poncho über die Waden von oben in die Schuhe.

Die Kommunikation untereinander und das Frozzeln über- und miteinander kam zum Erliegen. So ging es bis Los Arcos. Hier erwartete uns Hein mit heißem Tee und einem hervorragenden Eifelgeist aus der Eifeldestillation P.J. Schütz. Nocheinmal Dank, lieber P.J., für diese großzügige Unterstützung.

Zwischenzeitlich hatte der Regen aufgehört. Die Wanderer wechselten die Schuhe, Strümpfe und alle andere Bekleidung und machte sich auf den Weg nach Torres del Rio. Die ersten fünf Kilometer war der Weg hervorragend. Alle bei unserem "Technischen Halt" in Los Arcos an uns vorbei gewanderten Pilger konnten wir Dank unserer kleinen Rucksäcke schnell wieder überholen.


Menn mit Rest von Pilgerfahrrad.
Doch dann nahm der Weg wieder den Zustand vor Los Arcos ein. Unsere schönen sauberen Schuhe sahen so dreckig aus wie die alten: über und über mit roten Lehm verschmiert.

Am vereinbarten Ort, der Eremitage Nuestro Senora del Poyo, kurz hinter Torres del Rio an derer N 111 gelegen, trafen wir wieder auf Hein. Unser fahrbares Hotel parkte auf einer großen grünen Wiese, die mit bunter Blumen bedeckt und mit jungen Pappeln bepflanzt war.

Erst war Körperpflege angesagt - siehe Foto -, aber auch die "Klamotten" mussten gereinigt werden. Bei herrlichen Sonnenschein wurden die jungen Bäume zu Wäscheständern umfunktioniert. Unsere Freude währte aber nicht lange, dann zogen dicke, pechschwarze Wolken auf und kurz danach öffnete der Himmel wieder einmal seine Schleusen. Ein Wolkenbruch par exelance.


Eva und Jörg beim Nachtisch (Weizenbier und Banane).
Auf der gegenüberliegenden Seite der N 111 verlief der El Camino, hier sahen wir eine junge Spanierin, mit der wir uns auf dem Pilgerpfad schon einmal unterhalten hatten, krampfhaft eine Unterstellmöglichkeit suchen.

Sie, Eva, rufen, ihr aus den nassen Sachen helfen, mit ihr unsere Erbsensuppe teilen und sie zum nächsten Refugium nach Viana fahren, das war für uns eine Kavalierspflicht, ein Samariterdienst.

Unserere erste Absicht, an der Eremitage zu nächtigen und von dort die nächste Etappe zu starten, war durch den Regen hinfällig geworden. Die schöne Wiese stand
völlig unter Wasser. Wir fuhren also bis Viana und blieben dort über Nacht.

Bevor Eva uns verließ, reinigte Franz ihr am Brunnen vor dem Refugium noch die Wanderschuhe. Ich höre schon Doris sagen: Meine hat er noch nie geputzt.

Noch 610 Kilometer nach Santiago de Compostela.

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Los Arcos

Los Arcos ist ein mittelalterliches Städtchen, das auf den Trümmern eines Dorfs römischen Ursprungs errichtet wurde. Ursprung der Siedlung war möglicherweise ein "mansio" (Gasthaus) an einer Wegkreuzung.

Seine Lage am Pilgerpfad und die Situation einer halben Grenzstadt verwandelten es in einen Ort, an dem Wegzoll erhoben und Geld gewechselt wurde, was sein Gedeihen stark begünstigte.


Kirche Santa Maria in Los Arcos.
Das bedeutendste Gebäude von Los Arcos ist die Kirche Santa Maria, die, architektonisch gesehen, verschiedene Elemente der Zeit vom 12. bis zum 18. Jh. aufweist, woran man die jeweiligen Hoch-Zeiten des Städtchens erkennen kann.
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