Von Pamplona
nach Puente la Reina (4) Hey Thomas, Zum heutigen Bericht: Heute wurden wir durch ein Stakkato, das auf unser Wohnmobildach trommelte, geweckt. Es regenete, donnerte und blitzte, es war eine reine "Freude". Bei diesem Wetter hatte keiner Lust, als Erster aufzustehen. Die Folge war, dass wir mit unserem Morgenprogramm eine Stunde später begannen. Durch Pamplona wollten wir nicht laufen, wir waren ja gestern genug in Pamplona unterwegs, so dass wir mit dem Homecar nach Cizir Menor fuhren. Unterwegs tranken wir in einer Bar einen Kaffee, füllten unsere Wasserflaschen auf und besuchten das "stille Örtchen". In Cisir Menor begann dann unsere heutige Etappe. Bei Wanderungsbeginn hatte der Regen aufgehört und wir liefen ohne Ponchos los. Das Streckenprofil dieser Etappe war das bisher Leichteste, wenige und weniger steile Anstiege. Zu schaffen machte uns der Weguntergrund. Er war tonig-lehmig geworden durch den starken Regen in der Nacht - wie Schmierseife. Wir gingen streckenweise zwei vor und rutschten einen wieder zurück oder zur Seite weg. Ohne Wanderstöcke wäre es ein fast unmögliches Unterfangen gewesen hier zu wandern. Ein deutsches Ehepaar, das mit Fahrrädern unterwegs war, konnte ihre Räder nicht einmal richtig schieben. Es blockierten die Räder durch den Ton, der sich auf die Reifen legte und auf dem Schmierseife-Untergrund rutschen sie den Berg hinauf. Jörg und Franz halfen der Frau ein Teilstück, aber dann trennten wir uns von den Fahradschiebern. Nach einer Stunde Wanderung begann es zu regenen. Glücklicherweise waren wir gerade in Zariquiegui und konnten unter dem Kirchenportal trockenen Fusses unsere Ponchos (Basislager) auspacken und sie uns überstreifen. Wir sahen aus wie Wichtelzwerge. Weiter ging unsere Wanderung Richtung Alto del Persón, vorbei an einer weitflächigen Ginsterheide, die durchsetzt war von einigen Buxbaum-Bäumen (da ich zweifelte, wie dieses Wort geschrieben wird, fragte ich meine Mitreisenden. Antwort Menn: "Eins steht fest: Ohne 'ö' ") und anderen bunten Blumen. Bloß richtig genießen konnten wir die Landschaft bei dem ständigen Regen nicht. Auf dem Alto del Perdón-Pass (750 Meter) fanden wir eine Plastik vor, die eine gemischte Pilgergruppe darstellte. Pilger zu Fuss, zu Pferd, auf einem Esel und auf einem Fahrrad. Der Abstieg war ein steiler, steiniger Weg, der uns dank unserer Wanderstöcke keine allzu großen Probleme bereitete. Beim Abstieg vom Alto del Perdón überholten wir zwei deutsche Pilger. Nach einer kurzen gemeinsamen Wegstrecke und einigen Gemeinplätzen, meinte einer der Deutschen: "Als ich euch mit euren roten Ponchos durch die gelben Ginsterfelder heranstürmen sah, glaubte ich ich hatte eine Erscheinung." Um 14.00 Uhr erreichten wir Obanos. Kurz vor Obanos empfing uns Hein; er hatte heute Fahrdienst. Am Wohnmobil waren wir drei Wanderer sehr überrascht, denn Hein hatte den Kaffeetisch gedeckt. Heißen Tee - er tat uns besonders gut - und Kuchen hatte er auf den Tisch gestellt. Schnell wurden die Schuhe gereinigt, neue, trockenen Klamotten angezogen und dann wie nichts an den Tisch. Beim Genuss der Köstlichkeiten, der Kuchen wurde uns von Menns Schwester Hannelore mitgegeben, meinte Franz: "So lässt es sich leben, man muss sich nur an den gedeckten Tisch setzen und essen!" Menn erwiderte: "Jetzt braucht Hein uns nur noch den Popo pudern und neue Windeln anlegen, dann können wir wieder weiter wandern."
Die Fahrt zur Erimitage führte uns durch eine weite, flache Landschaft, umgeben von Kornfeldern, als wir die Erimitage einsam und still inmitten ihres Arkadenhofes mit ihre 35 zierlichen Bögen liegen sahen. Über 800 Jahre steht sie schon dort, ohne das sie große Verwitterungserscheinungen aufweist.
Nach Besichtigung der Brücke der Königin (alte Steinbrücke) setzten wir die die Fahrt fort bis zum nächsten Campingplatz El Molino in Mendigorria. Noch 670 Kilometer bis Santiago de Compostela.
Puente la Reina In Puente la Reina (Brücke der Königin) vereinigen sich die beiden Hauptstränge der französischen Wege über die Pyrenäen. Unsere Lantershofener befinden sich auf dem Strang, der über Pamplona führt. der andere Strang führt über Sangüesa. Durch den Ortskern von Puente la Reina führt die alte Pilgerstraße geradeswegs zu der berühmten Pilger-Brücke über den Arga, die eigens für die Pilgersleute gebaut und nach der Frau eines Königs im 11 Jahrhundert benannt ist. Die Brücke ist romanisch mit sechs Bögen gebaut. Diese "Puente de los Peregrinos" (Pilgerbrücke) ist wohl die bekannteste auf dem Weg nach Santiago de Compostela.
Von Puente la Reina führt nur noch ein Weg, der sogenannte Real Camino (der richtige Weg), der Weg "Camino de Santiago". Sehenswert sind die Kruzifixkirche mit dem in Rheinischen Kruzifix aus dem 14. Jahrhundert und die Kirche Santiago el Mayor (Jakobuskirche). Dort befindet sich das berühmte gotische Schnitzerwerk "Santiago Beltza" (der Schwarze). Die Stadt ist ganz symmetrisch aufgebaut, die Calle Mayor (Hauptstraße) verläuft schnurgerade hindurch.
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