Auf dem Jakobsweg
Die täglichen Berichte vom Pilgerquartett Lantershofen - PiQuaLa -
nach Santiago de Compostela in Spanien

Santiago de Compostela ist erreicht! Vorläufig keine Berichte mehr?
TS / Dienstag, 27. Mai 2003, Hardwarefehler aufgetreten.

Heute ist noch kein Bericht hier eingegangen. Das wird womöglich auch bis zur Rückkunft unserer Pilger aus Spanien so bleiben, denn wie Jörg Wollert heute morgen gegen acht Uhr telefonisch mitteilte, ist bei seinen Apparaturen ein Hardwarefehler aufgetreten, der sich bisher trotz unseres Spezialisten Simon noch nicht hat beseitigen lassen.

Die Aussichten sind also nicht gut, dass wir weiterhin Texte und Bilder erhalten. Demzufolge müssen wir die Rückkehr der Vier abwarten, die vorraussichtlich für kommenden Samstag eingeplant ist. Da der Weizenbiervorrat ja zu Ende gegangen ist, wird man sich womöglich nachmittags in den Winzerstuben Lantershofen zunächst ein solches genehmigen.

Näheres werden wir aber erst am frühen Samstagmorgen erfahren. Dann will Jörg Wollert sich nochmal melden und einen genaueren Ankunftstermin nennen. Wir gehen hier davon aus, dass wir den Termin am Samstag spätestens bis um 12.00 Uhr mittags hier bekanntgeben können.

Wir haben noch nicht ganz aufgegeben, doch noch an die Berichte zu kommen, für morgen früh 8.15 Uhr sind weitere Tests hierzu geplant mit telefonischer Durchgabe der Berichte an eine perfekte kurzschriftmächtige und Schreibmaschinen schnellschreibende Fachfrau aus Lantershofen. Schau'n wir mal....

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In Santiago de Compostela (26)
Von Mitpilger Jörg Wollert / Dienstag, 27. Mai 2003, Eingang 22.05, eingestellt Mi, 9.00 Uhr.

Hey Thomas,

als wir vom Besuch der Stadt Santiago de Compostela zurück waren und ich den
Laptop startklar machte, lief alles wie immer ! (Anm. TS: Wir hier in Lantershofen sind sehr erleichtert hierüber.)

Den heutigen Tag, - unser erster Tag ohne Wandervorbereitungen - ließen wir etwas geruhsamer angehen. Trotzdem gingen wir schon um 9.30 Uhr in voller Wanderausrüstung und in breiter Front auf dem Camino zur Kathedrale. Menn sogar mit Paradestab.


Rauchopfer vor der Kathedrale: Franz, Menn, Jörg und Hein. Foto: Pilgerfreund.
Auf dem Kathedralenvorplatz steckten wir uns alle eine dicke Zigarre an, um dem Herrn ein Rauchopfer darzubringen -Foto-, weil er uns sicher nach Santiago de Compostela geleitet hat.

Bei dieser Gelegenheit trafen wir auf viele unserer alten Wegegenossen. Nachdem wir uns eine zeitlang mit großem Hallo, Umarmungen und Küßchen von allen verabschiedet hatten, betraten wir die Kathedrale durch den Pórtico de la Gloria.

Als Erstes fiel uns die Jakobussäule auf, weil sie dicht umdrängt war. Jeder Pilger, der die Kathedrale betritt, legt seine Stirn gegen diese Säule und die Hände in zwei in der Basis befindlichen Löwenmäuler und äußert im Stillen einen Wunschgedanken. Anschließend gingen wir zum Hochaltar.

Dort befinden sich zwei Jakobusdarstellungen, einmal Jakobus als Pilger und einmal als Jakobus als Matamoros (Maurentöter zu Pferde). Den Hochaltar betraten wir durch einen schmalen Gang über eine ausgetretene Treppe von hinten. Auch hier gibt es wieder einen Brauch, der Schutz und Segen bringen soll. Jeder Pilger legt die Arme von hinten um Schulter und Kopf der Jakobusstatue.


Unsere Pilger in der Kathedrale. Foto: Menn.
Wir wussten von spanischen Pilgern, dass heute um 12.00 Uhr eine Heilige Messe stattfinden sollte. Rechtzeitig, weil sich hunderte Pilger und andere Gläubige in der
Kathedrale einfanden, nahmen wir unsere Plätze im Querschiff ein -Foto-.
Vor dem Schlußsegen dieser Messe wurde das Botafumeiro, eine riesiges Weihrauchfass, von acht Männern an Seilen durch die volle Breite des Querschiffes (ca. 70 Meter) bis zur Decke ausschwenkend gezogen.
Großes Botafumeiro in der Kathedrale von Santiago de Compostela.

Nach der Messe besichtigten wir viele in der Kathedrale befindlichen Kapellen und die
Außenseiten der Kathedrale. Viele andere Kirchen und Sehenswürdigkeiten haben wir uns ebenfalls angesehen. Es würde jedoch den Rahmen dieses Berichtes sprengen, wenn wir auf alle Einzelheiten eingingen. Jeder Interessierte kann sich im Internet, Reiseführer oder Kunstführer selber ein eingehendes Bild von dieser schönen Stadt machen oder es so machen wie wir und andere, nämlich hinpilgern.


Siesta und Stärkung: Jörg, Franz und Hein. Foto: Menn.
Nach allen Besichtigungen musste unser Körper zu seinen Recht kommen, wir suchten ein Restaurant auf, um unseren Durst und Hunger zu stillen -Foto-.

Auch hier trafen wir immer wieder auf deutschsprachige Pilger, mit denen Erfahrungen ausgetauscht wurden. Zwei junge Mädchen, eins aus dem Schwaben-, das andere aus dem Münsterland, diskutierten lange mit uns über ihre Erlebnisse auf dem Camino, auch Franz aus München mit seiner Frau beteiligten sich an dem Gespräch.

Aber alles Schöne muss einmal ein Ende haben und so mussten wir uns schweren Herzens von allen uns lieb gewordenen verabschieden.

Noch 1.800 Kilometer bis Lantershofen.

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