Von Palas
de Rei nach Arzua (24)
Hey Thomas, unsere "Expedition" neigt sich langsam dem Ende zu. Heute Sonntag, den 25. Mai 2003 habe ich KvD. In Palas de Rei hatten wir unser Auto etwas außerhalb des Ortes an einem Brunnen abgestellt.
Auf der Fahrt von
Palas de Rei nach Arzua ging mir so einiges durch den Kopf, wie ich auf
Shakespeare gekommen bin: "To be or not to be...." und dann
zu: "Es grünt so Meine Kenntnisse
der spanischen Landschaft beruhen auf Urlaubserlebnissen aus Was mir noch so durch den Kopf ging: Geschwindigkeitsbeschränkungsschilder sieht man wenige, dafür aber an allen gefährlichen Stellen Richtgeschwindigskeitsschilder oder eine andere, sagen wir Mentalitätsfrage, die mir auffiel: Ich hielt auf einem Zebrastreifen und unterhielt mich mit einen deutschen Fußballfan, ebenfalls ein Pilger aus München, über die Bundesligaergebnisse. Der Verkehr staute sich, aber niemand sagte etwas, kein Hupkonzert und ein Polizist guckte zu.
Im Laufe meiner Fahrt kam ich durch Melide. Auf der Suche nach dem Refugium stieß ich am Ortsrand auf die Kirche Santa Maria, eine kleine romanische Kirche, deren Fresken im Inneren für mich zu den schönsten am ganzen Camino zählen. Heute sollte wieder ein Campingplatz in Arzua angefahren werden, damit am heutigen Sonntag noch einmal ein Bericht nach Lantershofen abgeschickt werden konnte. Das Auffinden des Campingplatzes Casqueiro entwickelte sich zu einer Rundstreckenfahrt. Alle Befragten erklärten mir bereitwillig den Weg, fertigten sogar Zeichnungen an, bloß ich fand das Objekt der Begierde nicht. Ein Bäuerlein, das seine Kühe zur Weide trieb, begrüßte mich ab der zweiten Begegnung schon als alten Bekannten. Schließlich, 200 Meter vor dem Refugium und 300 Meter vor dem Campingplatz, zeigte mir ein Passant, dass das Restaurant hinter dem der Campingplatz versteckt liegt. Ein steile Abfahrt
mit über 10% Gefälle, dann eine rechtwinklige Kurve und dann
ging es nicht weiter, denn die Einfahrt zum Platz ist mit Weinreben überwachsen
und diese Bericht Hein. Heute am Sonntag,
wo in ganz Spanien Regionalwahlen sind, sind wir um 09.30 Uhr In Coto, nach ungefähr acht Kilometern überschritten wir die Grenze zwischen den Bezirken Lugo und La Corona. In Furelos hatten wir eine eigene Führung durch die sehr schöne kleine Kirche des Ortes. Jakobus wurde zweimal dargestellt, einmal als Pilger mit Hut, Stab und Kalebasse und als Maurentöter auf einem Pferd sitzend. Eine Besonderheit in dieser Kirche war eine Christus Figur, dessen linke Hand noch ans Kreuz genagelt, die rechte aber nach unten ausgestreckt war. Dies versinnbildlicht zwei Dinge: Einmal dem Pilger die Hand reichend, um ihn sicher nach Santiago de Compostela zu geleiten, zum Zweiten als Verbindungsglied, mit denen er den Menschen von der Erde in den Himmel helfen möchte. Kurz vor Melide kamen wir an einem großen Gedenkstein vorbei, auf dem 300 Personen vermerkt waren, die dem Generalorden des Camino angehören und sich um die Erhaltung der Wege und das kulturelle Erbe bemühen. In Boente nahm uns an einer kleinen Kirche der Pastor an die Hand und führte uns in seine Dorfkirche. Er erklärte uns die Kirche und lud uns zu einem kleinen Wortgottesdienst ein. Abgeschlafft erreichten wir nach 28 Kilometer unser rettendes Refugium auf Rädern. Noch knapp 40 Kilometer bis Santiago de Compostela.
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