Postkarte
aus Spanien an die "Post"
Von Trabadelo
nach O Cebreiro (20) Hey Thomas, heute kommen ich endlich wieder einmal dazu, Dir einen Bericht zu übermitteln. Ich fange mit dem Bericht vom 21. Mai 2003 an. Dazu gehören alle Bilder vom 21. bis 23. Mai. Große Aufregung herrschte heute Nacht beim PiQuaLa. Hein war auf die Toilette gegangen und bekam die Türe nicht mehr auf. Unter Mithilfe von Jörg konnte Hein befreit werden, eine Nacht auf der Toilette blieb ihm somit erspart. KvD Jörg. Der
21. Mai 2003 wird in meinem Gedächtnis bestimmt lange haften bleiben.
Aufgrund der vielen
Eindrücke, die auf mich einstürmten, muss ich wohl nicht genau
auf die Wegweiser geachtet haben. Als das Verkehrsschild 15 % Steigung
in mein Der Fahrer setzte sofort zurück und gab mir durch Zeichen zuverstehen, dass ich weiterfahren sollte. Keine 100 Meter weiter - und eine Straße ging nach rechts ab. Der Spanier stieg aus und half mir beim Wenden. Als ich ihn nach den Weg El Cebreiro fragte, gab er mir zu verstehen, dass ich mich immer rechts halten müsste. Gesagt, getan! Jetzt hatte ich auf der linken Seite den Steilhang. Mir wurde immer flauer im Magen. Aber es ging alles gut. Ich kam immer weiter bergab. Jetzt musste der Horror doch endlich vorbei sein. Denkste! In einer Linkskurve in einem Hohlweg sah ich mit einem mal rechts eine Betonmauer, links ein Haus, dessen Ecken schon recht stark deformiert waren, Durchfahrtsbreite ca. 2,60 Meter und eine steilabfallende Straße. Halt! Nach Prüfung der Situation: hier kommst du nicht durch. Zurücksetzen war nicht möglich. Ich wartete auf Hilfe. Sie kam auch recht schnell in Persona von Christa und Francois Schmidt aus Forch/Schweiz. Meine Situation erkennen, ihre Rücksäcke ablegen und mit mir das weitere Vorgehen absprechen, war ohne große Worte ihr Handeln. Millimeterweise kroch ich durch den Engpaß. Francois Zeichen waren klar und eindeutig, so dass meine Notlage schnell behoben war.
Aus dem Dorf heraus, ich habe mir in der Aufregung noch nicht mal den Namen des Ortes gemerkt. Auf den nächsten Parkplatz halten, um meine flatternden Nerven zu beruhigen, war eins. Die Weiterfahrt nach El Cebreiro verlief dann ohne weitere Zwischenfälle. Auto abstellen und das Dorf ansehen, das waren dann meine ersten Handlungen.
Jedoch zwei Türen: eine für den Menschen, die andere für das liebe Vieh. Das Dorf steht heute unter Denkmalschutz. Berühmt wurde das Dorf durch das "Gralswunder". Im 14. Jahrhundert hielt eine Mönch aus Aurillac für einen einzigen Bauern die Messe. Der spottete "Nur wegen einer Messe hast du weiten Weg in der Kälte gemacht". Bei der Wandlung wurde aus dem Wein Blut und aus der Hostie Fleisch.
Gut 10 Kilmeter, bis zum Dort Ruitelán, liefen wir nur auf Landstraße. Bei Portela trafen wir unseren alten Bekannten Sepp aus Freising, den verlorengegangenen dritten Mann aus dem bayerischen Trio wieder. Bis O Cebreiro wanderten wir zusammen. "Die Strecke mit meinen rheinischen Freunden hat mir so gut gefallen, daher trinkt eine Flasche Rotwein auf unser gemeinsames Wohl," sagte Sepp, bevor er in seinem Refugium verschwand. Später bog der Camino links ab und führte durch einen Maronenwald steil bergauf bis La Faba. Von dort ging es weiter bergauf, diesmal aber durch eine Heide- und Ginsterlandschaft, wie wir es schon des öfteren erleebt haben. Von dort aus hatte wir einen Blick bis 50 Kilometer über die hiesige Bergwelt. 2,5 Kilometer vor O Cebreiro überschritten wir an einem Gedenkstein die Grenze zwischen den Provinzen Leon-Castilien und Galicien. Noch 130 Kilometer bis Santiago de Compostela.
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