Auf dem Jakobsweg
Die täglichen Berichte vom Pilgerquartett Lantershofen - PiQuaLa -
nach Santiago de Compostela in Spanien

Technische Probleme
TS / 2. Mai 2003 - 19.00 Uhr

  • Wanderbericht (1) von Jörg Wollert ist ebenfalls fertig, konnte aber noch nicht nach Lantershofen übermittelt werden.

Die erste Etappe St. Jean Pied de Port nach Roncesvalles mit 22, 7 Kilometer Wanderweg haben unsere 4 Wanderer bravourös überstanden, wie soeben Jörg Wollert telefonisch gerade noch mitteilen konnte, da auch das 3. Handy seinen Strom-Geist aufzugeben drohte, nachdem zunächst das www.lantershofen.de-Telefon und dasjenige von Jörg Wollert bereits gesterm ihren Dienst wegen Strommangels versagten.


St. Jean Pied de Port, der Startort unserer Pilger.

Stiftskirche von Roncesvalles, das durch das Rolandslied besondere Bedeutung erlangte.

Hintergrund der Malaise: Die beiden dicken Batterien, die im Pilgermobil neben der normalen Autobatterie zur allgemeinen Stromversorgung eingebaut sind, spenden entgegen allen Beteuerungen offensichtlich doch keinen Strom mit 220 Volt, sondern sind auf 14 Volt ausgelegt, so dass die Handys und der Laptop nicht im Wagen geladen werden können.

Man ist also darauf angewiesen, irgendwo an eine "Strom-Tankstelle" zu kommen. Dies ist heute nicht gelungen; Jörg Wollert hofft nun auf den nächsten Tag, den Strommangel irgendwie beheben zu können und dann den "Fehler 678" beseitigen zu können, der bereits gestern aufgetreten war, als noch ein bischen Batteriestrom den Laptop betreiben konnte.

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Albrecht Weidel erläutert die technische Proleme
TS/ Albrecht Weidel, Gastwirt in der "Post", Freitag, 22.00 Uhr

Die Pilgerreise der vier Lantershofener ist natürlich auch in den Lantershofener Gaststätten "Zur Post" und in den "Winzerstuben" im Winzerverein ein Gesprächsthema.


"Zur Post"-Gastwirte Jana und Albrecht Weidel.
Gastwirt Albrecht Weidel von der "Post" wusste sofort Antwort auf das Problem mit der Stromversorgung, da er selber Besitzer eines Wohnmobils ist demzufolge einige Erfahrungen hiermit vorweisen kann.

Weidel meint: " Die Bordsteckdosen im Wohnmobil funktionieren nur, wenn das Fahrzeug am externen Netz, sprich über die Außensteckdose des Mobils an die allgemeine Stromversorgung z.B. eines Hotels angeschlossen ist. Die Stromkontrolle funktioniert über die digitale Spannungsanzeige und die ablesbare Ampere-Einspeisungsleistung."

Weiter empfiehlt Weidel zur telefonischen Weitergabe nach Spanien (falls eins der Handys wieder funktioniert) eine einfache Lösung: "Einfach an einer Netzsteckdose - Kneipe, Bäckerei etc. die Geräte laden" (Kommentar: Wenn das denn so einfach wäre...).

Albrecht Weidel wünscht den Pilgern: "Euch alles Gute, wir denken an Euch."

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Von St. Jean Pied de Port nach Roncesvalles (1)
Von Mitpilger Jörg Wollert / Bericht geschrieben Freitag, 2. Mai 2003,
angekommen Samstag, 22.45 Uhr, eingestellt Sonntag, gegen 8.00 Uhr

Hey Thomas,
unser zweiter Bericht! Leider zunächst noch ohne Bilder.

Ohne Wecker wurden wir wie geplant kurz vor 7.00 Uhr wach. Erste Eingewöhnungsschwierigkeiten gab es bei der Morgentoilette, beim Anziehenund bei der Frühstückszubereitung, denn keiner wusste genau, wo was zu finden ist. Es dauerte zwar alles etwas länger, aber alles wurde ordnungsgemäß abgewickelt.

Um 8.50 Uhr kam Hektik auf, Jörg vermisste seine Wanderschuhe, sie waren einfach nicht auffindbar. Kurz entschlossen zog er seine Ersatzschuhe an. Es sollte gerade gestartet werden, da fiel Jörg ein, dass er die Schuhe am gestrigen Abend in einem Aussenfach des Wohnmobils untergebracht hatte.

Trotz dieser ersten Aufregung ging es pünktlich um 09.00 Uhr bei herrlichem Sonnenschein los. Hein stimmte das Lied "Im Frühtau zu Berge...." an, aber ausser der Anfangszeile kannte keiner den weiteren Text und so wurde das Lied schnell beendet. (Anmerkung TS: Man hätte ja auch das historische Pilgerlied anstimmen können; Text und Noten und sogar ein Diktiergerät mit einer Tonaufnahme des Liedes haben die Pilger auf die Reise mitbekommen.)

Der erste Teil der Strecke war ein steiler Anstieg, bei Franz trat die erste Atemnot ein.
Die Landschaft erinnerte uns alle an das Allgäu - saftige Wiesen, Kühe mit dicken Glocken um den Hälsen und hohe Berge - in der Ferne auch einige Gipfel, die noch mit Schnee bedeckt waren.

Während der steilen Anstiegsphasen musste Jörg des öfteren mit dem Lasso eingefangen werden. Er meinte: "Lasst mich mal ruhig vorlaufen, denn ich kann mir im Laufen keine Notizen für den Bericht an Thomas machen." In diesem Zusammenhang bemerkte Franz: "Ach, ich habe ja vergessen, dir den großen Rucksack zu schenken."
Jörg fragte verdutzt: "Wieso mir einen Rucksack schenken?" Franz bemerkte: "Damit wir dir ein paar Steine reinlegen können und du nicht mehr so weit vorläufst."

Guter Laune ging es immer höher. Vier Männer (PiQuaLa) überfielen eine Frau, verdammt da hat sich der Druckfehlerteufel eingeschlichen - überliefen eine Frau. Nach gut einer Stunde verließen wir die Asphaltstraße und setzten unseren Weg auf Schotter und Gras fort. In Serpentinen ging es immer höher. Durch die Serpentinenanordnung des Weges hatten wir immer einen neue Aussicht über die herrliche Landschaft.

Die erste Rast machte wir nach einer Stunde an einer Panoramatafel, die uns den zurückgelegten Weg noch einmal zeigte. Hier musste Franz sich auf Anweisung von Menn seine weißen Beine, Arme und Gesicht eincremen. Nach zwei Stunden ging es das erste Mal eine kurze Strecke bergab.

In dieser Phase unserer Wanderung wurden wir von einem Adler überflogen, wie Hein bemerkte. Jörg meinte hingegen: "Das ist ein Geier." Als uns dann vierzig bis fünfzig Geier überflogen, war auch Hein der Meinung, das sind doch Geier. Bei ihren Flugmanövern hatte man den Eindruck, dass wir von Tieffliegern angegriffen wurden, denn sie stürzten sich regelrecht auf uns, zogen dann aber stets elegant über uns hinweg.

Auf unserer gesamten Wanderung am ersten Tag kamen uns ständig Autos entgegen oder wir wurden von ihnen überholt. Erste Stimmen machten sich laut, die über die verdammten Autofahrer schimpften. Als wir jedoch feststellten, dass der Autofahrer, über den wir uns am meisten echauffierten, die Wegweiser neu anbrachte - extra für uns natürlich, - baten wir ihn innerlich um Entschuldigung.

Nach drei Stunden wandern, legten wir am Col de la Vierge (weiße Madonna) die zweite Rast mit Mittagessen ein. Während unser Rast traten die ersten schwarzen Wolken in unser Blickfeld, die sich ständig verdichteten, es fiel aber kein Regen. Die Wolken waren so tief, das wir durch Nebelschwaden wanderten, die Sicht lag häufig unter fünfzig Metern. Franz und Hein waren häufig nicht mehr zu sehen, aber gehört haben Menn und Jörg sie immer.

Auf dieser Strecke überholten wir einen Pilger, der mit einem Esel nach Santiago de Compostela unterwegs war und erlebten, wie sich Pilger bis auf den Col Bentarte hochfahren ließen und dann erst die Wanderung begannen. Wir wanderten an einem schönen Steinkreuz, an der "Fontaine Roland" und einem Hinweisschild "765 Kilometer nach Santiago de Compostela" vorbei und erreichten nach dreieinhalb Stunden die Provinz Navarra / Spanien.

Unser Ausgangspunkt - Saint Jean Pied de Port - liegt 181 Meter über NN, unser höchster Punkt der "Col de Lepoeder" mit 1430 Meter über NN. Unterhalb des Gipfels legten wir unsere dritte Rast ein.

Nach fünf Stunden und 30 Minuten ständiger Kletterei ging es jetzt steil bergab. Über den Ibanetapass mit 1057 Meter über NN und vorbei am Rolandsdenkmal erreichten wir nach insgesamt 7 Stunden unser Ziel Roncesvallas.

Hein trampte dann zurück nach Saint Jean Pied de Port und wir drei anderen stellten uns im Refugium an, um einen Stempel in unseren Pilgerpass zu erhalten. Den Abend verbrachten wir mit Pilgerfreunden.

So ging der erste Tag harmonisch und ruhig zu Ende.

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St. Jean Pied de Port

St. Jean Pied de Port (Navarra) liegte am Zusammenfluß der Nive von Arnéguy und der Nive von Béhérobie und ist mit seinen ca. 1700 Einwohnern das wohl am meisten besuchte Städchen der Gegend.


Refugium in St. Jean Pied de Port.

Die Wirtschaft der Stadt basiert auf der Landwirtschaft und der Viehzucht. Die Boden der Ebene ist günstig für den Mais-, und Futterrebenanbau.

Der Tourismus hat sich in den letzten Jahren beträchtlich entwickelt; die Anzahl der Hotels, der Wohnsitze und Campingplätze ist stark gewachsen, Aktivitäten füt Touristen wurden entwickelt.

 

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Roncesvalles

Roncesvalles ist eine der ältesten Stationen auf dem Weg nach Santiago de Compostela und wird 1127 erstmals urkundlich erwähnt. Bischof Sancho Larossa von Pamplona gründete das Pilgerhospiz.


Herberge von Roncesvalles.

Bekannt wurde Roncesvalles aber erst durch das Rolandslied.

Es besingt die berühmte Schlacht, bei der eine Streitmacht hispanischer Volksstämme vom Baskenland bis Zaragoza, die Nachhut des Kaiserheeres Karls des Großen vernichtete.

Durch die Geschichte von Rolands und seiner Gefährten Tod im Dienste Kaiser Karls und durch den Hilferuf des Horns "Olifant" ist der Name Roncesvalles zur Legende geworden. Die Pilger verehrten in Roncesvalles die vermeintlichen Waffen dieser Helden wie Reliquien.

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Rolandsdenkmäler
Aus einer Wegbeschreibung nach Roncesvalles

Nach der Grenze windet sich der gut ausgebaute Weg in vielen Kurven das Valcarlos-Tal hinauf, durch welches im Jahre 778 Karl der Grosse zum Kampf gegen die Mauren nach Zaragoza zog.

  Rechts und links ist es gesäumt von Nadelwäldern, Schluchten und grünen Almwiesen mit Sennhütten. Nach etwa 15 km, mit immer schöneren Ausblicken, erreicht man dann den Ibanetapaß. Rechts der Straße eine Tafel: Camino de Santiago - 789 km.

Auf einer zweiten Tafel ist m spanischer Sprache zu lesen:

  • "Verweile, Reisender, und höre mit Ehrfurcht, wie Rolands Hörn 'Olifant' den König ruft."

Links bei der Kapelle ist ein Parkplatz. Die Glocke der alten Kapelle, die früher hier stand, wurde bei Nebel und stürmischen Nächten von einem Mönch geläutet, um den Pilgern den Weg zu weisen.

Wo der Wind über die grasnarbenbedeckte, flach gekrümmte Paßhöhe streicht, erheben sich zwei Gedenksteine, wovon der untere in drei Sprachen, baskisch, franzosisch und spanisch, auffordert: "Man grüßt hier die Muttergottes von Roncesvalles mit einem Salve Regina". Der zweite Stein, zu dem man etwa 200 Meter hinaufklettern muß, und von dem aus man zurück ins Valcarlos

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Rolandslied (Anfang)

Karl der was Pipines sun;
michel ere unde frum
hat der herre gewunnin,
die grimmigen heiden bedwunging,
daz si erkanten daz ware liecht:
Karl war der Sohn Pippins.
Große Ehre und Gewinn
hat der Fürst erkämpft,
die wilden Heiden bezwungen,
so daß sie das wahre Licht erkannten.


Karl der Große
Nationalbibliothek Frankreich


sine wessen e nicht
wer ir schephere was.
ie baz unt baz
steic der herre zetugente
uon kintheit ce iugente,
uon der iugent daz alter.
nu hat in got gehalten
in sineme riche,
da wont er imir ewichliche.
Do er gotes dinist man
uon Yspania uernam
wie unkusclichen si lebeten,
die apgot an betten,
daz si got nine uorchten,
harte sich uirworchtin,
daz clagete der cheiser here;
er mante got uerre,
daz er durch mennisken geborn wurde,
an dem cruce irsturbe,
daz er di sine erloste,
daz er getroste
di manicualdigen haidenschaft,
den diu nebil uinstere nacht
den totlichen scat pare,
daz er dem tuvil bename.


Vorher wußten sie nicht,
wer ihr Schöpfer ist.
Weiter und immer weiter
stieg der Kaiser zur Vollkommenheit auf,
von der Kindheit zur Jugend,
von der Jugend zur Reife.
Jetzt hat in Gott aufgenommen
in seinem Reich,
dort ist er für alle Ewigkeit.
Als der Diener Gottes
von Spanien Kunde erhielt,
wie unrein sie lebten,
Götzen anbeteten,
daz sie Gott nicht fürchteten
und sich so schwer versündigten
beklagte der edle Kaiser.
Er bat Gott inständig
um seiner Menschwerdung
und seines Kreuzestodes
zur Erlösung der Seinen willen,
er möge
die zahllosen Heiden retten,
denen die nebelfinstere Nacht
den tödlichen Schatten bringe,
und er möge sie dem Teufel entreißen.
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Die Sage von Roland und Hildegunde (Rolandseck)
Dr. Arnul Krause / Auf den Spuren der Rolandsage von den Pyrenäen bis an den Rhein

Der Ritter Roland war nicht nur der Neffe Karls des Großen, sondern auch sein Paladin, sein treuer Gefolgsmann. Er zog mit dem fränkischen Heer gegen die Mauren nach Spanien. Am Rhein zurück ließ er die ihm versprochene geliebte Hildegunde, die Tochter des Burgherrn vom Drachenfels. Als sie die Nachricht erhielt, ihr Ritter sei in der Schlacht gefallen, schloß sie mit der Welt ab und wurde Nonne im Kloster auf Nonnenwerth. Roland jedoch war mitnichten tot, die Nachricht ein Irrtum.

Er kehrte zurück und mußte feststellen, daß seine Braut den Schleier genommen hatte. Um ihr dennoch nahe zu sein. ließ er auf einem Felsen über der Insel die Burg Rolandseck erbauen, als deren letzter Rest der Rolandsbogen erhalten blieb. Die sentimental-melancholische Liebesgeschichte von Roland und Hildegunde stellt den Kern der Rolandsage dar, wie wir sie auch in neueren Sagensammlungen, etwa Schlundts Sagen aus Rheinland-Pfalz, wiederfinden.

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