Technische
Probleme
Die erste Etappe St. Jean Pied de Port nach Roncesvalles mit 22, 7 Kilometer Wanderweg haben unsere 4 Wanderer bravourös überstanden, wie soeben Jörg Wollert telefonisch gerade noch mitteilen konnte, da auch das 3. Handy seinen Strom-Geist aufzugeben drohte, nachdem zunächst das www.lantershofen.de-Telefon und dasjenige von Jörg Wollert bereits gesterm ihren Dienst wegen Strommangels versagten.
Hintergrund der Malaise: Die beiden dicken Batterien, die im Pilgermobil neben der normalen Autobatterie zur allgemeinen Stromversorgung eingebaut sind, spenden entgegen allen Beteuerungen offensichtlich doch keinen Strom mit 220 Volt, sondern sind auf 14 Volt ausgelegt, so dass die Handys und der Laptop nicht im Wagen geladen werden können. Man ist also darauf angewiesen, irgendwo an eine "Strom-Tankstelle" zu kommen. Dies ist heute nicht gelungen; Jörg Wollert hofft nun auf den nächsten Tag, den Strommangel irgendwie beheben zu können und dann den "Fehler 678" beseitigen zu können, der bereits gestern aufgetreten war, als noch ein bischen Batteriestrom den Laptop betreiben konnte.
Albrecht
Weidel erläutert die technische Proleme Die Pilgerreise der vier Lantershofener ist natürlich auch in den Lantershofener Gaststätten "Zur Post" und in den "Winzerstuben" im Winzerverein ein Gesprächsthema.
Weidel meint: " Die Bordsteckdosen im Wohnmobil funktionieren nur, wenn das Fahrzeug am externen Netz, sprich über die Außensteckdose des Mobils an die allgemeine Stromversorgung z.B. eines Hotels angeschlossen ist. Die Stromkontrolle funktioniert über die digitale Spannungsanzeige und die ablesbare Ampere-Einspeisungsleistung." Weiter empfiehlt Weidel zur telefonischen Weitergabe nach Spanien (falls eins der Handys wieder funktioniert) eine einfache Lösung: "Einfach an einer Netzsteckdose - Kneipe, Bäckerei etc. die Geräte laden" (Kommentar: Wenn das denn so einfach wäre...). Albrecht Weidel wünscht den Pilgern: "Euch alles Gute, wir denken an Euch."
Von St.
Jean Pied de Port nach Roncesvalles (1) Hey Thomas, Ohne Wecker wurden wir wie geplant kurz vor 7.00 Uhr wach. Erste Eingewöhnungsschwierigkeiten gab es bei der Morgentoilette, beim Anziehenund bei der Frühstückszubereitung, denn keiner wusste genau, wo was zu finden ist. Es dauerte zwar alles etwas länger, aber alles wurde ordnungsgemäß abgewickelt. Um 8.50 Uhr kam Hektik auf, Jörg vermisste seine Wanderschuhe, sie waren einfach nicht auffindbar. Kurz entschlossen zog er seine Ersatzschuhe an. Es sollte gerade gestartet werden, da fiel Jörg ein, dass er die Schuhe am gestrigen Abend in einem Aussenfach des Wohnmobils untergebracht hatte. Trotz dieser ersten Aufregung ging es pünktlich um 09.00 Uhr bei herrlichem Sonnenschein los. Hein stimmte das Lied "Im Frühtau zu Berge...." an, aber ausser der Anfangszeile kannte keiner den weiteren Text und so wurde das Lied schnell beendet. (Anmerkung TS: Man hätte ja auch das historische Pilgerlied anstimmen können; Text und Noten und sogar ein Diktiergerät mit einer Tonaufnahme des Liedes haben die Pilger auf die Reise mitbekommen.) Der erste Teil der
Strecke war ein steiler Anstieg, bei Franz trat die erste Atemnot ein. Während der steilen
Anstiegsphasen musste Jörg des öfteren mit dem Lasso eingefangen
werden. Er meinte: "Lasst mich mal ruhig vorlaufen, denn ich kann
mir im Laufen keine Notizen für den Bericht an Thomas machen."
In diesem Zusammenhang bemerkte Franz: "Ach, ich habe ja vergessen,
dir den großen Rucksack zu schenken." Guter Laune ging es immer höher. Vier Männer (PiQuaLa) überfielen eine Frau, verdammt da hat sich der Druckfehlerteufel eingeschlichen - überliefen eine Frau. Nach gut einer Stunde verließen wir die Asphaltstraße und setzten unseren Weg auf Schotter und Gras fort. In Serpentinen ging es immer höher. Durch die Serpentinenanordnung des Weges hatten wir immer einen neue Aussicht über die herrliche Landschaft. Die erste Rast machte wir nach einer Stunde an einer Panoramatafel, die uns den zurückgelegten Weg noch einmal zeigte. Hier musste Franz sich auf Anweisung von Menn seine weißen Beine, Arme und Gesicht eincremen. Nach zwei Stunden ging es das erste Mal eine kurze Strecke bergab. In dieser Phase unserer Wanderung wurden wir von einem Adler überflogen, wie Hein bemerkte. Jörg meinte hingegen: "Das ist ein Geier." Als uns dann vierzig bis fünfzig Geier überflogen, war auch Hein der Meinung, das sind doch Geier. Bei ihren Flugmanövern hatte man den Eindruck, dass wir von Tieffliegern angegriffen wurden, denn sie stürzten sich regelrecht auf uns, zogen dann aber stets elegant über uns hinweg. Auf unserer gesamten Wanderung am ersten Tag kamen uns ständig Autos entgegen oder wir wurden von ihnen überholt. Erste Stimmen machten sich laut, die über die verdammten Autofahrer schimpften. Als wir jedoch feststellten, dass der Autofahrer, über den wir uns am meisten echauffierten, die Wegweiser neu anbrachte - extra für uns natürlich, - baten wir ihn innerlich um Entschuldigung. Nach drei Stunden wandern, legten wir am Col de la Vierge (weiße Madonna) die zweite Rast mit Mittagessen ein. Während unser Rast traten die ersten schwarzen Wolken in unser Blickfeld, die sich ständig verdichteten, es fiel aber kein Regen. Die Wolken waren so tief, das wir durch Nebelschwaden wanderten, die Sicht lag häufig unter fünfzig Metern. Franz und Hein waren häufig nicht mehr zu sehen, aber gehört haben Menn und Jörg sie immer. Auf dieser Strecke überholten wir einen Pilger, der mit einem Esel nach Santiago de Compostela unterwegs war und erlebten, wie sich Pilger bis auf den Col Bentarte hochfahren ließen und dann erst die Wanderung begannen. Wir wanderten an einem schönen Steinkreuz, an der "Fontaine Roland" und einem Hinweisschild "765 Kilometer nach Santiago de Compostela" vorbei und erreichten nach dreieinhalb Stunden die Provinz Navarra / Spanien. Unser Ausgangspunkt - Saint Jean Pied de Port - liegt 181 Meter über NN, unser höchster Punkt der "Col de Lepoeder" mit 1430 Meter über NN. Unterhalb des Gipfels legten wir unsere dritte Rast ein. Nach fünf Stunden und 30 Minuten ständiger Kletterei ging es jetzt steil bergab. Über den Ibanetapass mit 1057 Meter über NN und vorbei am Rolandsdenkmal erreichten wir nach insgesamt 7 Stunden unser Ziel Roncesvallas. Hein trampte dann zurück nach Saint Jean Pied de Port und wir drei anderen stellten uns im Refugium an, um einen Stempel in unseren Pilgerpass zu erhalten. Den Abend verbrachten wir mit Pilgerfreunden. So ging der erste Tag harmonisch und ruhig zu Ende.
St. Jean Pied de Port St. Jean Pied de Port (Navarra) liegte am Zusammenfluß der Nive von Arnéguy und der Nive von Béhérobie und ist mit seinen ca. 1700 Einwohnern das wohl am meisten besuchte Städchen der Gegend.
Roncesvalles Roncesvalles ist eine der ältesten Stationen auf dem Weg nach Santiago de Compostela und wird 1127 erstmals urkundlich erwähnt. Bischof Sancho Larossa von Pamplona gründete das Pilgerhospiz.
Durch die Geschichte von Rolands und seiner Gefährten Tod im Dienste Kaiser Karls und durch den Hilferuf des Horns "Olifant" ist der Name Roncesvalles zur Legende geworden. Die Pilger verehrten in Roncesvalles die vermeintlichen Waffen dieser Helden wie Reliquien.
Rolandsdenkmäler Nach der Grenze windet sich der gut ausgebaute Weg in vielen Kurven das Valcarlos-Tal hinauf, durch welches im Jahre 778 Karl der Grosse zum Kampf gegen die Mauren nach Zaragoza zog.
Wo der Wind über die grasnarbenbedeckte, flach gekrümmte Paßhöhe streicht, erheben sich zwei Gedenksteine, wovon der untere in drei Sprachen, baskisch, franzosisch und spanisch, auffordert: "Man grüßt hier die Muttergottes von Roncesvalles mit einem Salve Regina". Der zweite Stein, zu dem man etwa 200 Meter hinaufklettern muß, und von dem aus man zurück ins Valcarlos
Rolandslied (Anfang)
Die Sage
von Roland und Hildegunde (Rolandseck) Der Ritter Roland war nicht nur der Neffe Karls des Großen, sondern auch sein Paladin, sein treuer Gefolgsmann. Er zog mit dem fränkischen Heer gegen die Mauren nach Spanien. Am Rhein zurück ließ er die ihm versprochene geliebte Hildegunde, die Tochter des Burgherrn vom Drachenfels. Als sie die Nachricht erhielt, ihr Ritter sei in der Schlacht gefallen, schloß sie mit der Welt ab und wurde Nonne im Kloster auf Nonnenwerth. Roland jedoch war mitnichten tot, die Nachricht ein Irrtum. Er kehrte zurück und mußte feststellen, daß seine Braut den Schleier genommen hatte. Um ihr dennoch nahe zu sein. ließ er auf einem Felsen über der Insel die Burg Rolandseck erbauen, als deren letzter Rest der Rolandsbogen erhalten blieb. Die sentimental-melancholische Liebesgeschichte von Roland und Hildegunde stellt den Kern der Rolandsage dar, wie wir sie auch in neueren Sagensammlungen, etwa Schlundts Sagen aus Rheinland-Pfalz, wiederfinden.
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