Von Hospital de Orbigo / Astorga nach ...........(?)
- Kurzbericht Hey Thomas, KvD Jörg. Dadurch bleibt mir Zeit, etwas an Dich in den Äther zu senden. Gestern lief wohl alles schief, was nur schief laufen kann. Wir waren gegen 15.00 Uhr auf dem Campingplatz angekommen. Nach der Körperpflege beschäftigte sich wie immer jeder zuerst mit seinen Sachen, bevor die Gemeinschaftsaufgaben an die Reihe kamen. Die da waren, Wasser nachfüllen, Wäsche waschen und trocknen etc. etc. Dass die anderen drei früher fertig waren als ich, kannst Du Dir sicher vorstellen. Der Laptop lädt halt die einzelnen Programme nicht allzu schnell. Als sie mit ihrer Arbeit fertig waren, noch ein Zigarettchen geschmogt hatten, fing die Drängelei an, natürlich alles als Frotzelei, Jörg wann bist du denn endlich soweit, wir wollen ins Städtchen, ich habe Durst usw. Dabei bin ich wohl etwas nervös geworden bzw. auch ich hatte brennenden Durst und es haben sich dadurch einige Fehler eingeschlichen, die Du wohl berichtigt hast. Die fehlenden Bilder sind jetzt auch dabei. Bisher lief bei uns alles blendend, wollen hoffen, dass es bis zum Ende so bleibt. Von der heutigen Etappe nach Santa Catalina de Somoza oder nach El Ganso - so weit uns unsere Füße tragen - mit einem Stopp in Astorga, wo ich zu ihnen stoßen werde und wir uns gemeinsam den Bischofpalast und das Peregrino-Museum ansehen werden, wird entschieden, wo wir heute Abend unsere müden Füße ausstrecken werden. Von nun an werden wir die restliche Strecke, wenn es irgend wie geht, zu viert laufen. Es wird zwar immer wieder vorkommen, dass wir nur zu dritt laufen können, z.B., wenn unsere Wanderroute an Nebenstraßen liegen und die Gefahr besteht, dass Hein von keinem Kraftfahrer mit genommen wird. Wenn wir einen Campingplatz anlaufen müssen, wird es sich auch nicht vermeiden lassen, dass ich KvD habe, damit die elektrischen Sachen wieder aufgeladen werden können. So in aller Ruhe hier auf dem Campingplatz, bei strahlenden Sonnenschein und 15 ° Celsius, lässt es sich aushalten, aber um 11.30 Uhr muss ich in Astorga sein. Allzu viel Zeit bleibt mir nun auch nicht mehr, um Dir dieses E-Mail noch abzusetzen. Eben trat ein Phänomen
auf. Während des Schreibens meldete sich der Laptop Muss Schluss machen,
die Zeit wird langsam knapp. Heute abend kommt keine Gruß Jörg (Anm. TS: Da alle drei möglichen Webmaster Thomas und Roland Schaaf sowie Michael Schneider - er hilft hin und wieder bei "Not am Mann" gerne noch aus. Danke! - wegen privater Einladungen verhindert waren, wäre die E-Mail ohnehin ins Leere gelaufen).
Von Hopital
de Orbigo nach Santa Catalina (16) Bericht vom 17. Mai 2003 - Fortsetzung Hey Thomas, ich will Dir heute abend doch noch einmal - ohne Strom - (Anm.: mit Laptopbatterie) Bilder und Text übermitteln. Als wir uns in Astorga wieder getroffen hatten, haben wir uns gemeinsam u.a. das Pilgermuseum angesehen, welches im Bischofpalast untergebracht ist. Das Pilgermuseum zeigt Exponate wie z.B. Jakobsfiguren aus verschiedenen Stilrichtungen, Herbergsbücher und andere Pilgergegenstände.
Im Inneren sind religiöse Bilder, Skulpturen mehrerer Jahrhunderte, Monstranzen, spanische Briefmarken aus den Heiligen Jahren, ein Arbeitsyzimmer aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts und vieles Andere mehr ausgestellt.
In Astroga erhielten die Pilger früherer Jahre, die dem Weg nach Santiago de Compostela, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr schafften, ihre Absulotion oder Segen. Astroga hatte in seiner Blütezeit 24 Hospitäler, 21 Bruderschaftsheime, 21 Kapellen, 16 Klöster und 10 Pfarreien. Die Landschaft nach Astroga, man nennt sie die Marajateria, unterscheidet sich unwesentlich von dem Landsdchaftsbild auf dem Jakobsweg vor Astroga. Zwischen Heidekraut und Ginster finden wir viele Margaritten, sehr viel Lavendel, verschiedentlich auch einmal einige Enziane. Die Maragateria, die Landschaft westlich hinter Astroga, ist zuerst ziemlich eben - sie wird aber nach einiger Zeit hügeliger und bergiger. Über den Ort Castrillo de los Polvazares, einem kleinen Dorf, das wegen seiner ursprünglichen Originalität zum "Monumento Regional" erklärt wurde, gelangte man nach Santa Catalina de Somoza, unserem heutigen Etappenziel. Die Orte Castrillo de los Polvazares und Santa Catalina de Somoza liegen abseits aller Verkehrswege -es war problematisch, den Weg per Auto zu finden. Dreimal habe ich mich verfahren, aber endlich - vor den drei wandernden Kameraden- habe ich eine Parkplatz am El Camino am Ortseingang von Santa Catalina de Somoza gefunden. Mein Blick richtet sich nach Westen, wo die gewaltigen Bergrücken der Sierra del Teleno, teilweise noch mit Schnee bedeckt und vor allem der Paß, den wir morgen überqueren müssen, liegen. Der Rabanal-Paß ist 1500 Meter hoch, auf seinen Gipfel steht das schlichte Kreuz "Cruz de Ferro", an dem die Pilger seit Jahrhunderten Steine ablegen, die sie teilweise aus der Heimat mitgebracht haben. Auch wir werden Steine aus Lantershofen, Frankreich und Spanien dort ablegen (Anm.: Ob unter den hunderttausenden vielleicht noch mehr Steine aus Lantershofen liegen? Vielleicht ganz unten?). Meine wandernden Kameraden erreichten mich relativ spät geggen 16.30 Uhr. Wir wollten Verpflegung kaufen , was uns in Santa Catalina de Somoza nicht gelang. Deshalb suchten wir die nächste Bar -Foto- auf, um unseren Durst zu stillen. Zu dieser frühen Zeit waren wir allerdings die einzigen Gäste und unser Sprachgenie Hein kam sofort mit dem Wirt ins Gespräch. Menn gab noch eine Runde Reval aus und schon war das Eis gebrochen. Dank P.J. Schütz' Unterstützung hatten wir eine Packung kleiner Eifelgeistfläschchen zur Verfügung, die wir dem Wirt schenkten. Als Danke schenkte er uns ein Glas Hausmarke - einen Trester aus der hiesigen Region - und ein Glas Trester aus eigener Produktion, aus. Wir hatten aber immer noch nicht die Stempel für unsere Pilgerpässe. Da ichKrsftfahre vom Dienst (KvD) war, schickte mich Hein kilometerweit (0,5 km) zum Refugium zurück, um die Pässe stempeln zun lassen. Im Refugium erfuhr ich, dass die Pilgerpässe in der Bar, in der wir uns ja gerade aufhielten, gestempelt wurden. Wo waren hier Hein´s Sprachkenntnisse geblieben ???
Noch 242 Kilometeter bis Santiago de Compostela.
Dank an
Pilger und Berichterstatter Jörg
Als Webmaster für Lantershofen.de habe ich ja schon einiges erleben können - aber PiQuaLa ist eine Kategorie für sich. Noch nie hat es eine so große Zahl von Berichten und Bildern hier in Lantershofen.de gegeben, die einen so wesentlichen Beitrag zur Internetseite des Dorfes geleistet haben und die auf ein so hohes, dauerhaftes Interesse gestoßen sind. Das verdanken wir Euch und insbeondere Dir, lieber Jörg. Deinen Berichte und Bildern merkt man den Spaß an der Sache richtiggehend an. Vielen Dank. Euch Vieren wünscht ganz Lantershofen weiter "Guten Weg" nach Santiago de Compostela und "Gückliche Heimkehr" nach Lantershofen. Thomas.
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