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Villalcazar nach Sahagún (13) Hey Thomas, diesen Bericht werde ich Dir wieder ohne Bilder senden. Hoffentlich waren es gestern nicht zu viel Bilder (Anmerkung TS: Bilder kann man nie genug haben). Morgen wirst Du wieder eine größere Anzahl von Bildern erhalten (Anm. TS.: Immer schicken!). Bericht Jörg: "Erster Schlag" vom "Doppelschlag": Der heutige Tag begann mit dem großen Frieren: die Eisheiligen. Nur noch 3° Celsius. Die Wiese, auf der wir standen, war von Rauhreif quietschnass und wir bekamen nasse Füße, zumal der Weg zum Toilettenhäuschen recht weit war. Auf dem Campingplatz standen wir neben einem Wohnmobil aus Deutschland (Borkum), ebenfalls besetzt mit vier Männern, die auf die gleiche Weise Santiago de Compostela erreichen wollen wie wir, aber nicht wandernd, sondern mit dem Fahrrad. Auch hier mussten wir wieder helfend eingreifen, denn sie hatten ihr Adapterkabel für den Stromanschluß verloren und konnten ihr Wohnmobil nicht an das Stromnetz anschließen. Gestern Abend hatten wir "Burgfest", die Hälfte der Kilometer nach Santiago de Compostela haben wir hinter uns und heute Abend können wir schon wieder ein "Burgfest" feiern, denn heute sind wir 13 Tage gewandert - und 13 Tage liegen noch vor uns. Noch ein kurzes Wort über den Ort - Carrión de los Condes - dieser kleine Ort spielte in der Reconquista (Wiedereroberung Spaniens) eine bedeutende Rolle. Hier fand eine entscheidende Schlacht statt, die 40.000 Menschenleben kostete. Um 09.00 Uhr starteten wir vom Campingplatz in Carrión de los Condes. Als der El Camino unsere Fahrtstrecke kreuzte, hielten wir an und tranken wie üblich unseren Morgenkaffee. Bei unseren zweiten "Doppelschlag" wanderten zuerst Hein und Jörg, Menn und Franz fuhren das Auto nach Calzadilla de la Cueza und wanderten dann nach Sahagún. Am Ortsausgang von Carrión de los Condes passierten wir das Kloster San Zoilo, dessen Anfänge aus dem 11. Jahrhundert stammen. Die ersten vier Kilometer mussten wir auf asphaltiertem Wegen zurücklegen, was nicht unbedingt gut für unsere strapazierten Beine war.
Viele buntblühende Blumen konnten wir nicht identifizieren. Eindeutig erkannten wir Lupinien, Enzian, Dill, Kamille, Ginster, Lavendel, Kornblumen, Sauerampfer und eine Mohnblume, kleiner als der Klatschmohn, aber mit einer besonders strahlenden Rot. Um 13.00 Uhr erreichten wir das am El Camino abgestellte Wohnmobil, tranken in einer Bar einen Pacharon und fuhren nach Sahagún. In Sahagún holten wir zuerst unsere Stempel ab und besichtigten dann die Stadt.
Nebenan überdeckt ein mittelalterlicher Torbogen -Foto- die Landstraße N 120, die von Burgos nach Leon führt. Auf dem Foto kann man nach meinem Erachten den Reichtum und die Macht, welche dieses Kloster einmal hatte, gut erkennen.
Bericht Menn: "Zweiter Schlag" vom "Doppelschlag": Bei strahlendem Sonnenschein parkten wir das Auto neben dem Refugium in Calzadilla de la Gueza und nahmen unseren Teil des Doppelschlages in Angriff. Nach einer halben Stunde entledigten wir uns der Pullover, denn die Sonne begann langsam ihre Kraft zu entwickeln. Wir mussten für die Meseta einen recht hohen Berg (ca. 70 Meter Höhendifferenz) mit steilem Anstieg erklimmen. Unser Weg führte parallel zur Landstraße N 120 und teilweise parallel zur der neuen Autobahn Burgos-Leon durch hügeliges Gelände. Rechts und links des Weges begleiteten uns Kornfelder, die durch vereinzelte Steineichen oder kleinen Pappelwäldchen unterbrochen wurden. Immer wieder stiegen Lerchen auf und sangen uns ihr Lied. Rechter Hand (im Norden) grüßten uns die schneebedeckten Gipfel der Sierra de Catabrica. In den Orten, die wir durchquerten, fielen uns zerfallene Lehmhäuser, aber auch schöne im spanischen Stil wiederaufgebaute Häuser auf. Vor dem Ort Moratinos beobachteten wir eine Anzahl von Störchen, die Jagd auf "Breitmaulfrösche" machten, um ihre Brut zu füttern. Kurz vor Sahagún (verabredeter Treffpunkt) trafen wir wieder auf unsere PiQuaLa-Freunde. Noch 357 Kilometer nach Santiago de Compostela.
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