Auf dem Jakobsweg
Die täglichen Berichte vom Pilgerquartett Lantershofen - PiQuaLa -
nach Santiago de Compostela in Spanien

Von San Juan nach Burgos / Villafria (10)
Von Mitpilgern Jörg Wollert und Heinrich Klaes / Sonntag, 11. Mai 2003, Eingang 13.56 Uhr, eingestellt 18.00 Uhr

Hey Thomas,

heute haben wir Strom und Du sollst dafür wieder einmal zwei Berichte erhalten.

Da Jörg heute KvD ist, erhälst Du von der Wanderung von Hein und von der
Fahrt von Jörg je einen Teilbericht.

Bericht Jörg:

Gestern hatten wir vergessen Brot zu kaufen, deshalb mussten wir warten, bis die Bar am Refugium um 07.30 Uhr öffnete. Schon in aller Frühe gegen sechs Uhr hatte die Münchnerin ihren Rucksack an unserem Wagen deponiert.


Refugium San Juan de Ortega.
Nicht unerwähnt darf bleiben, dass das Refugium San Juan de Ortega -Foto-
mit seiner Wasserquelle, - fast alle Pilger wuschen hier ihre Sachen und hingen sie auf vorbereiteten Wäscheleinen zum Trocknen auf.

Mit den Tischen und Stühlen, die zum Verweilen einluden und mit der kleinen, aber feinen Bar, war diese Unterkunft unser bester Rastplatz bisher.

Pünktlich zur vereinbarten Zeit um 8.30 Uhr traf unsere Mitfahrerin ein. Der KvD konnte nun die Fahrt und der Rest des PiQuaLa die Wanderung nach Burgos antreten. Die Fahrt nach Burgos verlief ohne Zwischenfälle, denn Sontags in der Frühe herrscht auch in Spanien wenig Verkehr.

Wir erreichten die Kathedrale von Burgos gegen 9.15 Uhr. Unsere Mitfahrerin stieg aus und der KvD setzte seine Fahrt nach Villafria fort. Der Campingplatz Rio Vena liegt in Villafria ca. fünf Kilometer von dem Stadtzentrum von Burgos entfernt. Auch die Münchnerin erschien bald und holte ihren Rucksack ab.

Bericht Hein:

Die heutige Wanderstrecke San Juan de Ortega zum Campingplatz Rio Vena in Villafria (20 km) kurz vor Burgos kann man bis auf zwei Ausnahmen "vergessen", weil zwei Drittel der Strecke über Landstraße führte. In Atapuerca befinden sich Ausgrabungen von prähistorischen Menschen, die zu den ältesten der Welt zählen.


Bar mit spanischem Pilger, Hein, Franz und Wirtin.
Nach 1 1/2 Stunden machten wir in einer Bar - Foto - eine Kaffeepause, wo wir einen befreundeten spanischen Pilger wieder trafen, der zeitweise, weil er meditieren wollte zurückgeblieben war.

Landschaftlich das schönste Stück war der Aufstieg zum Olmos (1080 Meter), bewaldet mit Steineichen und auf den freien Flächen durchsetzt mit großen Feldern gelben Enzians, aus dessen Wurzel der Enzianschnaps hergestellt wird. Gegen 13.00 Uhr erreichten wir den Campingplatz, wo Jörg uns mit einer leckeren Suppe erwartete.

Nach 481 Kilometer bis Santiago de Compostela.

Hey Thomas,

nach dem der Bericht von Hein und Jörg abgesandt waren gingen wir nach Burgos. Vor dem Zentrum stellten wir unser Wohnmobil ab uns wanderten erst einmal zum Refugium, um unsere Pässe stempeln zu lassen. Die Wegstrecke in der Stadt war nicht besonders gut ausgezeichnet, so dass wir öfters nach dem Weg fragen mussten.


Menn prüft in Pfeilrichtung.
Als ein gelber Pfeil, eines der Zeichen für den El Camino, an einem Baum angebracht war, wollte Menn prüfen, ob dort oben das Refugium wäre. - Foto -

Das Refugium selbst fanden wir in einem Parkgelände in der Nähe des Rio Arlanzón. Anschließend schlenderten wir durch den Stadtpark, der auf beiden Seiten des Flusses verlief.


Bronzener El-Cid in Burgos, lebendig davor Menn und Hein.

In der Nähe des Stadtzentrums verließen wir den Park und kamen an der Statue des El Cid vorbei.

El Cid ist ein spanischer Nationalheld, der im 11. Jahrhundert gegen die Mauren, aber auch schon mal für die Mauren kämpfte.

Hinter dem Tor eröffnete sich unseren Blicken die Kathedrale, ein gotischer Bau, für den König Fernando III. und der Bischof Maurizius den Grundstein legte.

Auf unserem Weg zur Kathedrale durchschritten wir das Santa Maria Tor, dass schönste der 12 Stadttore der mittelalterlichen Stadtmauer.

Im Stil eines römischen Triumpfbogens zeigt es Kaiser Karl V. und u.a. auch den Gründer der Stadt Burgos, Diego Hermandez Porcelos.


Ganz klein vor dem Tore unsere Pilger Hein, Menn und Franz. Jörg natürlich hinter der Kamera.

Diese imposante Kathedrale hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Kölner Dom. Zwei 84 Meter hohe Türme mit feinen Spitztürmen aus dem 15. Jahrhundert. Außer diesen beiden Spitztürmen erhebt sich über dem Kreuzgang das gewaltige Kuppelgewölbe aus dem 16. Jahrhundert.


Kathedrale in Burgos, drei kleine Pilger stehen davor.
Der Grundriß der Kathedrale entspricht einem lateinischen Kreuz mit drei Schiffen, Chorgang und Querschiff, umrahmt von einer großen Anzahl von Kapellen, der Sakristei und dem Kreuzgang.

Bei unser Stadtbesichtigung fiel uns auf, dass in dieser großen Stadt (ca. 300.000 Eeinwohner) auf vielen Kirchen und anderen Türmen sehr viele Störche ihre Nester haben und sich bei der Brut nicht von dem städtische Krach stören lassen.

Nach gut 12 Kilometern Fußmarsch in Burgos kamen wir gegen 20.30 Uhr wieder auf dem Campingplatz an.

Nach dem Genuß eines Weizenbieres legten wir uns sehr früh in die Koje.

zurück zur Etappen-Übersicht
zum Seitenanfang

Burgos

Beibericht kommt später.

zurück zur Etappen-Übersicht
zum Seitenanfang