Auf dem Jakobsweg
Die täglichen Berichte vom Pilgerquartett Lantershofen - PiQuaLa -
nach Santiago de Compostela in Spanien

Martin Moitz zeichnet einige Pilgersituationen
TS / 10. Mai 2003 17.00 Uhr

Soeben fuhr Marin Moitz mit seinem Mountainbike bei www.Lantershofen.de vor. Der junge Hobby-Grafiker stellte seine ersten Entwürfe zum Thema "Lantershofener Pilger" vor, die er auf Anregung von Thomas Schaaf für diese "PiQuaLa-Seite" zeichnen will.

Für morgen oder übermorgen wollen wir hier seine erste "Pilgergrafik" hier vorstellen.

Das Thema der ersten Grafik: Ein dicker Zeh.


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Heute vermutlich kein Bericht wegen Strommangel
TS / 10. Mai 2003 17.00 Uhr

Wie Mitpilger Jörg heute morgen telefonisch mitteilte, reicht der Strom im Laptop womöglich nicht mehr zum Schreiben und Versenden nach Lantershofen.

Über's Telefon bekamen wir hier mit, dass offensichtlich wieder die Samariterdienste unserer Lantershofener Pilger gefragt waren: Ein Pilger aus Bayern hatte ziemliche Probleme und schrie ständig "Wasser! Wasser!" Was nun genau abging, ist noch nicht bekannt, da Jörgs Handy mal wieder der Saft ausging.

Von Santo Domingo über Belorado nach San Juan de Ortega (9)
Von Mitpilger Jörg Wollert / Samstag, 10. Mai 2003, Eingang 11. Mai 11.36 Uhr, eingestellt 18.00 Uhr

Hey Thomas,

gestern trat wieder das gleiche Problem auf, wir hatten nicht mehr genügend
Strom auf dem Laptop. Daher gkommt der Bericht leider erst heute.

Der Kraftfahrer vom Dienst war Franz. Start um 08.20 Uhr von Santa Domingo de la Calzada nach Grannón. In einer Bar tranken wir unseren obligatorischen Kaffee und benutzten die Toilette, um uns den Spatengang in Gottes freier Natur zu ersparen.

Jetzt verließen wir das Gebiet von La Rioja und betraten den Boden von Kastilien und Leon, d.h. die Provinz Burgos. Noch einen kleinen Abstecher nach Vilorie, wo der Gründer der Stadt Santa Domingo de la Calzada geboren wurde.

Um 09.45 Uhr starteten wir unsere heutige Etappe. Ausgangspunkt war Belorado. Seit dem Verlassen der Gegend von La Rioja veränderte sich die Landschaft gravierend, die Weinberge wurden wieder durch Kornfelder ersetzt, die Blumenpracht am Wegesrand fehlte. Dafür wuchs der Gemeine Bärenklau dicht an dicht.

Unsere Mittagsbrote aßen wir in Villafranca Montes de Oca. Gestärkt durch Speis´ und Trank begannen wir den Aufstieg auf den 1150 Meter hohen Puerto de la Pedraja. Je höher wir kamen, je schneller veränderte sich unsere Umgebung.

Erst wanderten wir durch eine Heidelandschaft, wie sie jeder von der Lüneburger Heide kennt, daran schlossen sich Eichenwälder an, die wieder durch eine Heidelandschaft abgelöst wurde. Diese Heidekrautart kennen wir in Deutschland meines Wissens nicht.

Die Erikastaude ist teilweise über einen Meter hoch und hat eine kräftige rote Blüte, aber auch einige Sträucher mit weißer Blüte und auch wieder gelber Ginster kamen in unser Blickfeld.

Auf halben Weg zum Gipfel passierten wir ein Denkmal zu Ehren der Gefallenen aus dem spanischen Bürgerkrieg. Mitten in dieser herrlichen Heidelandschaft trafen wir eine deutsch-französische Gruppe bei ihrer Mittagsrast. Während eines kleinen
"Schwätzchen", stellte sich heraus, dass sie jedes Jahr acht Tage Urlaub investieren, um jeweils ein Teilstück des El Camino zu erwandern. Dieses Jahr begann ihre Wanderung in Puente de la Reina und endete 10 Kilometer nach San Juan de Ortega. Von hier aus fahren sie mit den geliehenen Autos nach Bilbao und fliegen zurück nach Deutschland bzw. Frankreich - Paris und Bézier.

Die restlichen zwei bis drei Kilometer bis zu unseren Etappenziel San Juan de Ortega gingen wir gemeinsam.

Zwischenzeitlich haben wir schon mehrere Modelle kennengelernt, wie man sich den El Camino erwandern kann. Eine Engländerin fährt mit dem Bus und ihrem Gepäck am Abend zu ihrem nächsten Etappenziel, übernachtet dort, fährt am nächsten Morgen wieder zurück und wandert zu ihrem Gepäck usw.


Unsere Lantershofener mit der deutsch-französischen Wandergruppe.
Die deutsch-französische Wandergruppe hält folgende Art der Wanderung für die
Beste. Sie fliegen nach Bilbao, mieten sich dort Autos und fahren zu ihrem Einstiegsort. Vier Fahrer bringen die vier Autos zum nächsten Etappenziel
und fahren mit einem Auto zurück zum Einstiegsort.

Die gesamte Gruppe wandert mit leichtem Gepäck zu den drei Autos, zwei Fahrer fahren mit einem Auto zu dem am Einstiegtsort zurückgelassenen Wagen und fahren wieder zu der Gruppe usw.

Nun noch einmalzur Erinnerung, wie wir den El Camino bezwingen wollen. Drei Mann des PiQuaLa (Pilgerquartett Lantershofen) wandern und der Vierte fährt das Wohnmobil zum nächsten Etappenort und dies im täglichen Wechsel.


Warten vor dem Refugium.
An unserem heutigen Etappenziel sind wieder einmal alle Betten im Refugium belegt. Drei bayerische Pilger, die schon seit Roncesvalla immer wieder mit uns zusammentrafen, waren diesmal betroffen.

Unser KvD (Kraftfahrer vom Dienst) fuhr sie zum nächsten Refugium. In dieser Zeit gingen wir drei Wanderer in die Kirche, die hier direkt neben dem Refugium lag.

Das Refugium stammt aus dem 12. Jahrhundert. Es wurde von dem frommen Mönch Juan de Ortega, einem Schüler von Santa Domingo de la Calzada, gegründet, der auch viele Straßen und Brücken für die Pilger baute.

Die Kirche selbst ist ein romanischer Bau mit späteren Anbauten. In der Krypta ist das Grabmal des Namengebers San Juan de Ortega erhaalten. Während wir uns von der Sonne verwöhnen lassen, treten zwei deutsche Frauen auf uns zu, die eine fragt, ob wir sie mit nach Burgos nehmen könnten und die andere, ob wir ihr Gepäck mit nach Burgos nehmen könnten. Beide Bitten wurden gewährt.

Noch 502 Kilometer bis Santiago de Compostela.

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San Juan de Ortega


Santiago Metamoros in der Kirche Santa Maria de Belorado.

Der Name San Juan de Ortega stammt von seinem legendären Gründer Juan de Ortega, der 1080 geboren wurde.

Nachdem er bei der Rückkehr von seiner Wallfahrt nach Jerusalem zum Priester geweiht worden war, begleitete er als wichtigster Mitarbeiter Santo Domingo de la Calzada.

Durch das unwegsame Gelände von Ortega (aus dem lat. »urtiga« = Brennessel) bahnte er einen Weg und gründete eine Mönchsgemeinschaft nach der Ordensregel des Hl. Augustin.

Auch baute er eine dem Hl. Nicolaes de Bari geweihte Kapelle, in Dankbarkeit für die von diesem Heiligen erfahrene Hilfe bei einem Schiffbruch auf der Wallfahrt nach Jerusalem, und auch ein Hospiz, von dem aber nichts erhalten ist.

Mit ihm baute er Kirchen, Spitäler und Brücken, die noch heute im Gebrauch sind und den Pilgern zur Verfügung stehen, denen sie materielle und geistliche Unterstützung gewährten.

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