Neues vom Dorf


Aktuelle Berichte

Halbkirmes mit Oktoberfest in Lantershofen


Der Vorstand der Bürgervereinigung freut sich über zahlreiche Gäste, am liebsten in Oktoberfest-Tracht. Flyer: Veranstalter.

Halbkirmes zu Ehren der heiligen Ursula in Lantershofen: schon seit vielen Jahren veranstaltet die Bürgervereinigung zu diesem Anlass ein Oktoberfest, dieses Mal am Samstag, 21. Oktober, ab 19:30 Uhr. Gefeiert wird im Saal des neu renovierten Lantershofener Winzervereins. Mit Hax´n vom Grill, Leberkäs und Radi sowie original Oktoberfestbier wird fürs leibliche Wohl bestens gesorgt. Die Musikfreunde Lantershofen begleiten den Abend musikalisch. In diesem Jahr findet wieder ein bayerischer Team-Mehrkampf um den im vergangenen Jahr neu ausgelobten Oktoberfest-Pokal statt. Dabei messen sich Teams von jeweils zwei Personen in originellen Geschicklichkeitsspielen. Interessenten für die Spiele melden sich bitte bis 20 Uhr am Festabend an. Der Saal ist ab 19 Uhr geöffnet, der Eintritt beträgt fünf Euro. Der Vorstand der Bürgervereinigung freut sich über zahlreiche Gäste, am liebsten in Oktoberfest-Tracht.

Selbst Bischof Ackermann gratulierte


Sanierter und umgebauter Winzerverein wurde übergeben – Vereine boten üppiges Programm

Jetzt ist es offiziell: die Lantershofener haben ihre gute Stube, den Winzerverein, wieder. Am Freitagabend war offizieller Einweihungsakt in dem 120 Jahre alten Gemäuer, dass in den Besitz der Gemeinde Grafschaft übergegangen war und das in nur 35 Wochen generalsaniert und mit einem angebauten Foyer versehen wurde. Das nahm der Ort mit seinem großen Vereinsleben zum Anlass, ein riesiges Fest zu feiern. Drei Tage lang gab es Konzerte, Verkostungen, Kinder- und Seniorenprogramm und eine Ausstellung zur Geschichte des Hauses und den Winzergenossen, die 1897 das Ganze errichteten. Jetzt ist nicht nur ein Dorfgemeinschaftshaus für Lantershofen entstanden, sondern auch ein Kulturzentrum für die Grafschaft. Kein Wunder, dass es da keinen der sonst üblichen Festakte mit ausufernden Reden gab. Vielmehr hatte der Grafschafter Bürgermeister Achim Juchem als neuer Hausherr alle Gratulanten und Festredner aufgefordert, ihre Botschaften per Video zu senden.

Die Beflaggung an den neuen Fahnenmasten zeugt vom Einweihungsfest für den neuen Winzerverein. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Geladene Gäste bei Bürgermeister Achim Juchem (2.v.l.) sind (v.l.) Regens Dr. Volker Malburg, MdL Horst Gies, Trägervereinsvorsitzender Roland Schaaf, Jungesellen-Schützenhauptmann Johannes Schütz und JSG-König Benedikt Fabritius.

Der Grafschafter Filmemacher Laurin Beißel hatte daraus einen unterhaltsamen, habstündigen Film geschnitten, in dem neben Landrat Jürgen Pföhler, Bürgermeister Juchem, Ortsvorsteher Leo Mattuscheck und dem Vorsitzenden des Trägervereins des Winzervereins, Roland Schaaf, sogar Bischof Stephan Ackermann oder die Künstler Kai Kramosta, Stephan Maria Glöckner und Martin Zingsheim gratulierten. Auch Architektin Sarah Dünker, Pastor Alexander Burg oder der Vorsitzende der Winzergenossen, Erich Althammer, sprachen von der Kinoleinwand aus zu den rund 100 Festgästen. Nicht auf Video darstellbar: die feierliche Einsegnung durch Regens Volker Malburg, die Übergabe der Schlüssel durch den Bürgermeister an den Trägerverein oder die Überreichung des Kreiswappens hinter Glas durch den Beigeordneten Horst Gies. Musikalisch umrahmten die Lantershofener Chöre den Festakt.

Bürgermeister Achim Juchem kündigt statt Grußworten einen Film an, der sehr gut bei den Gästen ankommt.
Obwohl Landrat Dr. Jürgen Pföhler der Veranstaltung nicht beiwohnen konnte, ist er per Videobotschaft präsent.

Danach hieß es dann: Krawatten aus und kräftig feiern. Man wolle den Gästen zeigen, wie vielfältig ein solches Bürgerhaus genutzt werden kann, hatte sich der Trägerverein als Initiator des Festwochenendes auf die Fahnen geschrieben. Das wurde schon am Freitagabend deutlich. Im Gewölbekeller präsentierte Dagernova-Vorstand Thomas Monreal erlesene Weine und Sekte bei einer Verkostung. Im Herzstück, dem großen Saal, war flugs umgebaut worden, Singer/Songwirter Nils-Christopher Vögler stand mit seinem Trio auf der Bühne. Der Wittener präsentierte schwungvolle Töne. Gleich nebenan feierten die Menschen im Theken- und Foyerbereich den neuen Winzerverein. Dort hatten Stefan Dünker und Robin Grießel auf Stellwänden und in Vitrinen vieles zur Geschichte der Lantershofener Genossenschaft zusammengetragen und präsentierten eine interessante Ausstellung, die viel Beachtung fand. Schon am Nachmittag vor dem offiziellen Festakt ließen sich mehr als 40 Kinder auf einer Kinoleinwand im Winzervereinsfoyer die Geschichte der Boxtrolls erzählen. Dazu gab es Popcorn und Limonade.

Auch vom fernen Trier grüßt Bischof Dr. Stephan Ackermann die Festgesellschaft und fragt nach dem Lambertus am Winzerverein.
Studienhaus-Regens Dr. Volker Malburg nimmt die Einsegnung der Räumlichkeiten vor. Das Lied "Nun danket all und bringet Ehr'" kann man gemeinsam von der Leinwand absingen.

Samstags kamen dann parallel Senioren und Kinder zum Zuge. Gemeinsames Singen gab es im Saal mit dem Team von „Älter werden in der Grafschaft.“ 120 ältere Mitbürger waren der Einladung des „Team Grafschaft“ zu Kaffee, Kuchen, Gesprächen und gemeinsamen Liedern mit den Lantershofener Chören gefolgt. Derweil wurden die „Pänz“ vor der Tür professionell geschminkt oder mit Glitzertattoos versehen. Nur die Hüpfburg konnte wegen des Regens nicht aufgebaut werden, dafür gab es am Spielmobil aber einiges zu erleben. Abends wurde es dann laut und rockig: die Kölner Cover-Band AC/BC heizte nicht nur wegen ihrer Feuerfontänen und Pyrotechnik-Kanonen ein, zu den markanten Tönen bekannter Songs, wie „Hells Bells“ sangen die Fans lautstark mit. Und wieder gab es parallel Angebote, denn im Keller bot Peter-Josef Schütz vielfach prämierte Spirituosen aus seiner Eifeldestillerie an. Wie bei der Verkostung am Vorabend war die Probe ausverkauft.

Trägervereins-Vorsitzender Roland Schaaf (rechts) erhält für den Winzerverein aus der Hand von MdL Horst Gies im Namen des Landrats das Wappen des Kreises Ahrweiler. Vorher hatte schon Bürgermeister Juchem (links) den Schlüssel für den NEUEN Winzerverein an Roland Schaaf übergeben.
Reibungslos geht der Festakt in das Konzert von dem Wittener Singer und Songwriter Nils-Christopher Vögler mit seinem „Nils-Christopher-Trio“ über.
Der Seniorennachmittag war sehr gut besucht. Gemeinsames Singen im Saal war angesagt auch mit dem Team von „Älter werden in der Grafschaft".
D'r Frank zog abends beim Kölschabend alle Register der kölschen Lieder.
Die heimische Band „Jeckediz“ sorgte für fetzige Stimmung und animierte die Besucher zum Klatschen, Schunkeln und Mitsingen.
Frontmann Dirk Schoenmackers heizt den Zuhörern zum Abschluss des Festes gehörig ein.

Dritter und letzter Festtag war der Sonntag, der mit einem zünftigen Frühschoppen startete. Die Lantershofener Musikfreunde spielten auf, aus allen Teilen der Grafschaft gab es Sternwanderungen zum Winzerverein, der nun Brauhaus- oder Bierzeltatmosphäre ausstrahlte. Für die deftige Mittagskost standen die Gäste Schlange. Für die Leckermäuler galt es dann auch noch, ein großes Kuchenbuffet zu erobern, dass die Lantershofener Chöre gestiftet hatten. Kalorienzählen war an diesem Tag wahrlich nicht angesagt. Und wer immer noch nicht genug vom Feiern hatte, konnte zum Abschluss des Festwochenendes dann noch ein ganz anderes musikalisches Genre erleben: kölsche Musik. Die zieht immer, aber besonders, wenn der Karneval nicht mehr weit entfernt ist. Alte kölsche Hits und Erzählungen, sogenannte „Rühmcher“ präsentierte der Kölnbarde Hans-Jürgen Jansen. Schlagermelodien im Kölner Dialekt waren von Frank Schalla, alias „D’r Frank“ zu hören und die heimische Band „Jeckediz“ animierten die Besucher zum Klatschen, Schunkeln und Mitsingen.

Lantershofener Vereine laden ein


Neuer Winzerverein wird drei Tage lang gefeiert

Kirmes und die ersten Konzerte waren die Generalproben, jetzt folgen offizieller Teil und ein dreitägiges Volksfest bei freiem Eintritt: in Lantershofen wird der neue Winzerverein gefeiert. Jeder ist willkommen: aus Lantershofen, aus der Grafschaft, aus dem Ahrkreis oder darüber hinaus. Das Festwochenende findet vom 6. bis 8. Oktober statt.

Der Winzerverein Lantershofen von seiner schönen, beinah gänzlich historischen Nordseite aus gesehen. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Der neu angebaute Südteil mit Foyer und Stuhllager. Auch hier gibt sich der Winzerverein von seiner anderen schönen und neuen Seite.

Freitag wird es zum Auftakt eine Vorstellung des Grafschafter Kinderkinos geben. In der neuen Kombination aus Gastraum und Foyer wird ab 15:30 Uhr ein Film für die ganze Familie zu sehen sein. Um 18 Uhr folgt dann der offizielle Festakt im alten und neuen Saal, ebenfalls in Kinoatmosphäre. Bürgermeister Achim Juchem als Hausherr wird dabei zahlreiche Gratulanten zu Wort kommen lassen, die meisten übrigens auf der Leinwand. „Live“ werden die Geistlichen dann dem Gebäude den Segen der Kirchen zukommen lassen. Anschließend findet das Eröffnungskonzert statt. Der Wittener Singer/Songwriter Nils-Christopher Vögler ist mit seinem „Nils-Christopher-Trio“ zu Gast, gemeinsam mit Johannes Nebel (Bass) und Philipp Klahn (Schlagzeug). Zu hören ist ansprechende deutsche Musik. Parallel findet im Gewölbekeller des Hauses eine Wein- und Sektprobe der Dagernova Weinmanufaktur statt, hier sind aber bereits alle Plätze vergeben.

Am Freitagabend ist Nils-Christopher Vögler mit seinem „Nils-Christopher-Trio“ gemeinsam mit Johannes Nebel (Bass) und Philipp Klahn (Schlagzeug) zu Gast. Foto: Band/Veranstalter.
Am Samstagabend präsentiert die Kölner Cover-Band „AC/BC“ die Hits der legendären Formation AC/DC. Foto: Band/Veranstalter.

Am Samstagmittag, 7. Oktober, wird die Initiative „Älter werden auf der Grafschaft“ die Senioren der Gemeinde zum gemeinsamen Singen im Saal begrüßen, unterstützt wird man dabei von der Lantershofener Chören, zudem lädt das Team Grafschaft zu Kaffee und Kuchen ein. Im Außengelände kommen die Kinder auf ihre Kosten, hier steht ein großes Spielfest an. Hüpfburg, Spielmobil, Mini-Tischtennisplatte oder Kinderschminktisch stehen bereit, da wird es den „Kleinen“ bestimmt nicht langweilig. Am Abend darf dann gerockt werden. Die Kölner Cover-Band „AC/BC“ präsentiert die Hits der legendären Formation AC/DC. Da kann es dann schon Mal etwas lauter werden. Derweil präsentiert die Eifeldestillerie im Gewölbekeller eine Auswahl ihrer Produkte bei einer Spirituosenprobe. Hier kostet die Verkostung zehn Euro, Anmeldungen werden unter winzerverein@lantershofen.de entgegen genommen.

Am Sonntag, 8. Oktober, sind die Menschen der umliegenden Orte dann schon am Morgen zum Sternmarsch nach Lantershofen aufgerufen. Wer möchte, kann dabei gleich noch eine Runde über den Birnenrundwanderweg laufen. Ab 11 Uhr spielen dann die Musikfreunde Lantershofen im Saal des Winzervereins zu einem stimmungsvollen Frühschoppen auf. In dessen Verlauf wird auch ein zünftiges Mittagessen serviert. Im Außenbereich wird es auch sonntags wieder ein Kinderfest geben, ähnlich wie am Vortag. Kaffee und Kuchen stehen den Gästen im Gastraum bereit. Um 18 Uhr beginnt dann das Abschlusskonzert „Kölsch mit Schuss.“ Hier sind nacheinander der Kölnbarde Hans-Jürgen Jansen mit bekannten Songs aus der Domstadt und schönen „Verzällcher“, der „Kölsch-Schlager-Sänger „D’r Frank“ alias Frank Schalla (Ene Stään, der dinge Name dreiht) und schließlich die Band „Jeckediz“ mit ihrem Konzertprogramm zu erleben.

Dank der Unterstützung des Festwochenendes durch Sponsoren und Partner ist der Eintritt zu allen Veranstaltungen frei, es wird lediglich bei den Konzerten eine freiwillige Spendensammlung durchgeführt.

Cover Band „Stingchronicity“ sorgte für ein ausverkauftes Haus


Hommage an „The Police“-Sänger Sting zu dessen Geburtstag

Gordon Matthew Thomas Sumner wurde am vergangenen Montag 66 Jahre alt. Als Musiker, Sänger, Bassist und Schauspieler konnte der Brite mit diesem Namen nicht weit kommen. Er nennt sich einfach nur „Sting.“ Gefeiert wurde er auch bei Kulturlant in Lantershofen. Dort hatten im ausverkauften neuen Saal des Winzervereins die Fans des Sängers am Konzert der Cover-Band „Stingchronicity“ um Stephan Maria Glöckner ihren Spaß, denn es gab die vielen, vielen Hits, die Sting mit der Formation „The Police“ und danach als Einzelsänger immer wieder Top-Platzierungen in den Hitparaden bescherten, zu hören. Knapp zehn Jahre lang war die britische Band eine der tonangebenden Musikgruppen, die in den späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren die Pop-Rock-Musik entscheidend beeinflusste. The Police gelten als die erfolgreichste Rockformation der Post-Punk- und New Wave-Bewegung. Anfangs vom Reggae und Ska inspiriert, experimentierte das Trio später auch mit Elementen von Weltmusik und Jazz. Markantes Erkennungsmerkmal der Band: die Stimme ihres Sängers „Sting“, der in den 1980er Jahren auch als Solomusiker zu Weltruhm kam.

Volles Haus im NEUEN Winzerverein bei der Cover-Band „Stingchronicity“ um Stephan Maria Glöckner. Am kommenden Wochenende feiert Lantershofen die große Eröffnungsfeier mit Kinderkino am Freitag 15.30 Uhr, Seniorenfest und Kinderfest am Samstag 15.30 Uhr, "Kölsch mit Schuss" am Sonntag ab 18.00 Uhr und vielem mehr. Fotos in diesem Bericht: Dirk Unschuld. Bildunterschriften: Thomas Schaaf.
„Stingchronicity“: Die vierköpfige Formation lässt das Werk von Sting aufleben, die Stimme Stephan M. Glöckners mobilisiert die Fans. Schnell ist der Funke zum Publikum übergesprungen, das begeistert mitmacht und sich textsicher präsentiert.

Genau diese markante Stimme ist auch Stephan Maria Glöckner zu eigen. Der Musiker aus dem Ahrtal coverte schon vor vielen Jahren die Hits von Sting und The Police. Vor drei Jahren hatte Glöckner ein neues Bandprojekt ins Leben gerufen, dass sich noch intensiver mit der Musik der Briten befasst: „Stingchronicity.“ Die vierköpfige Formation lässt das Werk von Sting aufleben, die beinahe identische Stimme Glöckners mobilisiert die Fans. Wie am Samstagabend in Lantershofen. Hit an Hit hatten Sting und The Police produziert. Alleine vier der fünf Studioalben von The Police belegten in den britischen Hitparaden Platz eins. Kein Wunder, dass von der Bühne herab ein Gassenhauer nach dem anderen zu hören war. Schnell war der Funke zum Publikum übergesprungen, das begeistert mitmachte und sich textsicher präsentierte.

Neben Frontmann Stephan Maria Glöckner war der studierte Jazz-Gitarrist Thomas Schmittiger, der bisher unter anderem in Bands wie Triowabohu oder der Frank Zappa Cover Band „Grandsheiks“ sein Können unter Beweis stellte, zu hören. Achim Klein spielte E- und Kontrabass,  auch er ist im Jazz zu Hause. Michael Wilsberg bewies dazu, dass er Schlagzeuger aus Leidenschaft ist. Souverän stellte er die rhythmische Basis. Und sang ganz nebenbei die Backings. Gut zweieinhalb Stunden lang sorgten Stingchronicity im Winzerverein für ein musikalisches Spektakel, das Glöckner und seine Mitstreiter erst nach einer ganzen Handvoll Zugaben beendeten.

Zweites Orgelkonzert auf der neuen Simon-Orgel


Klaus Evers an der Simon-Orgel in der Lantershofener Lambertuskirche. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.

Klaus Evers spielt Werke von Langlais, Walther, Buxtehude, Bach, Clèrambault und Karg-Elert

Schon beim ersten Konzert in der Lantershofener Lambertuskirche im Januar und den zwei orgelbesetzten kirchenmusikalischen Andachten im März konnten sich die Zuhörer von der hohen Qualität des neuen Tasten- und Pfeifeninstruments überzeugen, das eine Besonderheit dem Besucher bietet: Auch ohne Übertragung auf einen Bildschirm kann man dem filigranen Fingerspiel und manchenteils auch der körperlichen Arbeit des Organisten nahe beiwohnen, denn der Spieltisch des Instruments befindet sich niveaugleich zwischen den Bankreihen  im Kirchenraum.

Organist Klaus Evers gibt Erläuterungen zu den vorzutragenden Werken.

Als Organist für das zweite Konzert hatte sich Klaus Evers, Kirchenmusiker in Bad Kreuznach, Dekanatskantor und Orgelsachverständiger im Bistum Trier vom Konzertorganisator Horst-Peter Kujath verpflichten lassen. Schon der musikalische Lebenslauf des Berufsorganisten und die Anordnung des Konzertprogramms ließen einen eindrucksvollen, auch kontrastreichen bis gegensätzlichen Konzertverlauf erwarten. So hatte Klaus Evers Werken von Johann Gottfried Walther (1684-1748), Dietrich Buxtehude (1637-1707), Louis Nicolas Clèrambault (1676-1749) und Johann Sebastian Bach (1685-1750) jeweils ein Werk von Jean Langlais (1907-1991) hintan gestellt. Langlais, seit seiner Kindheit erblindet, war ein französischer Komponist und Organist des 20. Jahrhunderts, der experimentierend auch sehr neue Klanggemälde malte. Erläuterungen des Organisten zu den verschiedenen Kompositionen und Abfolgen durchdrängten die musikalischen und klanglichen Strukturen und setzten diese mit meisterlich dargebotenem Orgelspiel und -klang in einen erweiterten Zusammenhang. 

Anspruch von Klaus Evers war es, durch die Auswahl von zum Instrument „passenden“ Werken dem Zuhörer die Simon-Orgel nicht nur vorzustellen, sondern ihre innersten Werte klanglich nach außen zu kehren und ihr breites Klangspektrum mit virtuosem Spiel vor den Anwesenden auszubreiten. Auf künstlerisch hohem Niveau gelang es Evers, die verschiedenen Klangwelten der Komponisten in höchster Tonfülle und leisester Zartheit gegeneinander zu setzen und gewohnte Hörharmonien mit vermeintlich erdrückenden Dissonanzen zu verbinden und zu versöhnen. Ein Hörgenuss für Orgelfreunde, deren einige mehr man der hochkarätigen Veranstaltung (trotz Neuenahrer Kirmes und einer ähnlichen Veranstaltung in Laurentius) gewünscht hätte.

Roland Schaaf leitet den Trägerverein des Winzervereins


Neuer Name und viel Arbeit für das junge Team

Erst drei Jahre alt und schon der dritte Vorsitzende: der Trägerverein, der sich im Auftrag der Gemeinde Grafschaft um die Verwaltung des Lantershofener Winzervereins kümmert, hat seit vergangenen Freitag einen neuen „Chef.“ Roland Schaaf übernahm das Amt von Sven Krämer, der nach zweieinhalb der Vorstandsjahre den Vorsitz niederlegte, weil sich der hohe Aufwand des Ehrenamts mit Job und Studium nicht mehr vereinbaren ließen. Die 40 anwesenden Mitglieder bei der Mitgliederversammlung akzeptierten es und dankten dem scheidenden Vorsitzenden mit Applaus und einem Geschenkkorb. Einstimmig an die Spitze des Vereins wählten sie mit Roland Schaaf den Beisitzer des Vereins Kulturlant. Mit Florian Scholl trat zudem einer der fünf Objektwarte vorzeitig zurück, für diesen Posten fand sich kein Nachfolger.

Sven Krämer (stehend) begrüßt die Versammlung mit dem alten Vorstand (v.l.) Florian Scholl, Benedikt Queckenberg, Simon Schaaf, Manuel Efferz, Erwin Münch und Thomas Weber. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Der neu gewählte Vorstand mit dem neuen Vorsitzenden Roland Schaaf (stehend). Florian Scholl ist ausgeschieden, ein neuer Objektwart wurde noch nicht gefunden.

Was an Arbeit auf den jungen Vorstand zukommt, zeigten die Rückblicke auf das Vereinsjahr 2016. Schriftführer Manuel Efferz berichtete über zahlreiche Öffnungen der Gaststätte, bei denen Mitglieder und Mitgliedsvereine den Trägerverein tatkräftig unterstützten. Efferz erwähnte die vielen Nutzungen des Hauses, sei es zum Public Viewing bei Fußball-Großereignissen, dem Adventsmärktchen oder den vielen anderen Festen. Er ließ aber auch den weitestgehend abgeschlossenen Umbau des Hauses noch einmal Revue passieren und erinnerte an die Anschaffungen, die der Verein teilweise zusammen mit anderen Vereinen tätigte. Diese wurden in erster Linie dadurch möglich, dass es regelmäßige Vereinsabende mit Ausschank in der Gaststätte gab. So steuerte der Trägerverein mehr als 4.000 Euro zu den Gesamtkosten von 9.000 Euro für die Anschaffung weiterer Stühle über das gemeindliche Kontingent hinaus bei. Trotz dieser und weiterer Investitionen vermeldete Schatzmeister Simon Schaaf einen Jahresüberschuss von gut 700 Euro für 2016. Die Kassenprüfer Erich Althammer und Wolfgang Kanter bestätigten die ordnungsgemäße Kassenführung, der Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Der frisch gewählte Vorsitzende Roland Schaaf (r.) überreicht dem scheidenden Vorsitzenden Sven Krämer eine kleines "Dankeschön".
Der neue Vorstand des Trägervereins Winzerverein (v.l.) mit Erwin Münch, Thomas Weber, Roland Schaaf, Marco Schmidt, Manuel Efferz, Benedikt Queckenberg und Simon Schaaf.

Neben den Nachwahlen gab es weitere Formalien. So beschloss die Versammlung Änderungen in der Satzung. Zum einen wird der Begriff "Dorfgemeinschaftshaus" aus dem Vereinsnamen gestrichen, nachdem sich der Ortsbeirat für die Verwendung des historisch geprägten Namens „Winzerverein Lantershofen“ ausgesprochen hatte. In der Satzung verankert wurden die jährlich zu wählenden Kassenprüfer. Hier wurden Erich Althammer und Wolfgang Kanter wiedergewählt. Thomas Weber berichtete im weiteren Verlauf der Sitzung über die anstehenden Feiern zur Eröffnung des Winzervereins und forderte Mitglieder und Mitgliedsvereine auf, den Trägerverein weiterhin tatkräftig durch die Durchführung der Dorftreffs an den Freitagen zu unterstützen. Besucht wurde die Versammlung auch vom Grafschafter Bauamtsleiter Friedhelm Moog. Er legte dem neuen Vorstand einen Entwurf des bisher noch nicht geschlossenen Vertrags zwischen Gemeinde und Trägerverein über die Nutzung des Hauses vor und ermahnte alle Vereine zu einem pfleglichen Umgang mit dem frisch renovierten und sanierten Winzerverein.

Stephan M. Glöckner und Band: Sting und The Police


Bereits zum zweiten Mal gastieren Stingchronicity bei Kulturlant. Foto: Veranstalter.

Stephan Maria Glöckner und Band bitten nach Lantershofen

„Sting“ und „The Police“ haben ohne Zweifel Musikgeschichte geschrieben. Phänomenales Songwriting und originelle Arrangements haben schon früh zu Welthits wie  „Message in a bottle“ und „Roxanne“ geführt. „Englishman in New York“ oder „If I ever Loose my faith“ beweisen, dass dieses Niveau kontinuierlich von Sting auch nach The Police gehalten werden konnte. In „Stingchronicity“ haben sich vier Musiker zusammengefunden, jeder mit seiner eigenen Liebe zu dieser Musik, um sie für alle Sting und Police-Fans  erlebbar zu machen. Frontmann Stephan Maria Glöckner, Songschreiber, Querdenker und kreatives Multitalent, muss sich nicht verstellen, um der markanten Stimme von Sting unglaublich nah zu kommen. Scheinbar mühelos phrasiert er auch die hohen Passagen wie der bekannte Sänger. Begleitet wird er von drei Topmusikern aus dem Rheinland: Thomas Schmittiger ist studierter Jazz-Gitarrist und Komponist. Dass er enorm vielseitig ist, bewies er bisher in Bands wie Triowabohu oder der Frank Zappa Cover Band „Grandsheiks.“ Achim Klein spielt E- und Kontrabass. Zudem steuert er Backings bei. Engagements bei der Rhine-Phillis-Big-Band, bei Lulo Reinhardt sowie bei Mista Svensson unterstreichen eindrucksvoll seine musikalische Bandbreite. Michael Wilsberg ist Schlagzeuger aus Leidenschaft. Souverän und unglaublich tight stellt er die rhythmische Basis. Und singt ganz nebenbei ebenfalls die Backings. Stingchronicity spielt die energiereiche Musik der Briten, indem die Band sie feiert. Ein Hochgenuss für Sting und Police-Fans und alle diejenigen, die das Lebensgefühl einer besonderen Musikepoche noch einmal ein Stück weit erfahren möchten.

Das Konzert steigt am Montag, 2. Oktober, ab 20 Uhr im Winzerverein Lantershofen. Einlass ist um 19 Uhr. Karten für die unbestuhlte Veranstaltung sind zum Vorverkaufspreis von 12 Euro zuzüglich möglicher Gebühren in der Plattenkiste (Bad Neuenahr), bei Ahrtaltourismus (Ahrweiler und Bad Neuenahr), im Rewe-Markt (Ringen), der Eifeldestillerie (Lantershofen), bei Getränke Visang (Karweiler) sowie telefonisch unter 0175/5700262 oder 02641/202118 und online unter www.kulturlant.de oder www.bonnticket.de erhältlich.

Junge Leute blieben den jungen Bands fern


Tolle Musik beim Rookie-Festival lockte nur wenige nach Lantershofen

„Junge Bands für junge Leute“ wollte der Verein Kulturlant am vergangenen Samstag mit seinem Festival „Rookie“ präsentieren. Die Bands Leute. Nur rund 100 Gäste verfolgten die Konzerte. Trotz, vielleicht auch gerade wegen des freien Eintritts, ließ sich die Jugend nicht sehen, kaum einer der Gäste war unter 18 Jahre alt. Die Lantershofener Veranstalter stehen mit dem schwachen Besuch nicht alleine da. Immer wieder werden solche oder ähnliche Festivals von denen, für die sie veranstaltet werden, gemieden. Kulturlant, dass gemeinsam mit der Jugendstiftung der Kreissparkasse einen vierstelligen Betrag investierte, aber schon vorab von einem größeren Zuschussgeschäft ausging, wird sein musikalisches Angebot mit jungen Musikern zumindest in der laufenden Spielzeit bis Frühjahr 2018 dennoch aufrecht erhalten und Konzerte der Bands „Elastiq“ (4. November) und „Emma6“ (28. April) präsentieren.

Die Gruppe "Lake Cisco" aus Koblenz. Foto: Dirk Unschuld.
Die Gruppe "Perdu" aus Saarbrücken. Foto: Dirk Unschuld.

Die, die zum Rookie-Festival gekommen waren, bereuten ihre Anreise nicht. Ihnen wurde fast vier Stunden lang richtig gute, handgemachte Musik geboten. „Indianageflüster“ machten dabei den Auftakt. Angesagt war deutscher Rap, Sänger Jojo Gauch präsentierte mit tiefer Stimme tiefgreifende Texte, mit denen sich die Jugend beschäftigt. „Lass sie in dem Glauben, dass ihre Zeit unsere Wunden heilt“, war da zu hören. „Laut“ so der Titel, in dem die fünf Jungs sich die Vielfalt der vielen Probleme in der Welt förmlich rausmusizieren. Das ganze gipfelte in der „Freakshow.“ Viel Applaus gab es dabei für Luca Gilles, der am Cello der Musik von Indianageflüster die besondere Note gab.

Deutschen Pop, gewürzt mit ganz vielen rockigen Elementen präsentierten „Perdu.“ Die Band aus dem Saarland kam melodisch und modern rüber, auch sie beschäftigte sich mit der aktuellen Situation in der Welt. Sänger Jan Grasmück versuchte, das Publikum in seine Songs zu integrieren, forderte immer wieder zum Mitsingen der sich wiederholenden Passagen auf, fand aber zu wenig Zuhörer, um eine Konzertstimmung zu erzeugen. An Perdu lag das aber mit Sicherheit nicht, ihre Musik über die Generationen, den ach so wichtigen Geldfluss („Money – Cash – Geld“) und die Verantwortung für die Zukunft („Auf der Straße - Wir haben protestiert“) haben Hand und Fuß und eigentlich auch Mitsingpotential. Aber der Chor fehlte und damit auch die Zugabe-Rufe am Ende der Vorstellung. So entging dem Publikum der Perdu-Hit „Lange nicht getanzt“, mit dem sich die Saarländer einst beim Bundesvision-Songcontest einem Millionenpublikum präsentierten.

Headliner waren schließlich „Lake Cisco“. Mehr als eine Stunde präsentiere die Band schnörkellos und ohne lange Moderationen ihre zumeist überlangen Kompositionen. Dominant am Schlagzeug und mit wuchtigen Gitarren- und Bassklängen präsentierte die Formation Songs aus dem Debutalbum “Permanent Transient”, dazu gesellten sich einige neue Stücke der Band, die ihren Auftritt ausgerechnet mit den „Famous last words“ startete. Es ging den Musikern Bandleader David Trapp darum, Progressive- und Alternative Rock bewegt und dabei äußerst abwechslungs- und variantenreich zu präsentieren. So wußte man sowohl ordentlich zu rocken, aber auch ruhige Töne anzuschlagen und dabei durchaus melancholische Seiten waren da und lieferten hervorragende Einblicke in ihre musikalische Vielfalt. Was fehlte, waren die jungen anzuschlagen. Aber Lake Cisco liebten es in erster Linie monumental, nicht nur bei ihrem Abschlussstück „Independence“, mit dem die das Festival kurz vor Mitternacht beendeten.