Neues vom Dorf


Aktuelle Berichte

Zwei neue Informationstafeln am Birnenrundwanderweg


Die zwei neuen Infotafeln am Rothenstein, wo auch eine der "Futterkrippe"-Hochbänke des Birnenrundwanderweges steht. Foto: Thomas Schaaf.

Zwei neue Informationstafeln hat jetzt der Birnenrundwanderweg am "Rothenstein" an der Landstraße 83 zwischen Lantershofen und Ringen an der Einfahrt zur Erdaushubgrube Lantershofen erhalten. Die erste Tafel widmet sich den beiden Tongruben, die im Verlaufe von weit mehr als 100 Jahren rechts und links der Landstraße gegründet wurden. Die Grube Ringen ist noch heute als Tongewinnungsort aktiv, die Grube Lantershofen ist in der Rekultivierungs- und Renaturierungsphase weit fortgeschritten. Durch Erdaushubanlieferungen örtlicher Bauunternehmen und Planierungen wird ein Teil der Grubenmulde im Verlaufe einiger Jahre verfüllt und die Flächen rekultiviert wieder der Landwirtschaft zurückgegeben.

Die zweite Tafel informiert über die ehemalige Schamottebrennerei, die sich im Zusammenhang mit der 1903 aufgeschlossenen Grube Lantershofen entwickelt hat. In den Spitzenzeiten der 50er und 60er Jahre war die Schamottebrennerei mit der Tongrube Lantershofen mit weit über 150 Mitarbeitern größter Arbeitgeber im Kreis Ahrweiler.

Bamberger Erzbischof gab Festauftakt würdigen Rahmen


Die Feiertage zu „1000 Lantesche Jahre“ begannen am Donnerstag

Einen ganz besonderen Schirmherrn hatten die Auftaktfeiern des Festreigens „1000 Lantesche Jahre“ am Donnerstag. Der Erzbischof der Diözese Bamberg, Ludwig Schick, war in die Grafschaft gereist, um mit den Lantershofenern und ihren Gästen zu feiern. Und so stand der erste Tag des Festreigens ganz im Zeichen der Kirche. Kein Wunder, feiert man in Lantershofen doch derzeit die 1000-jährige Wiederkehr der Schenkung des Ortes durch Kaiser Heinrich II. an das Bamberger Kloster Michelsberg. Seinerzeit war dem dortigen Abt die Reise zum Empfang der Schenkung nach „Lanterishoffe“ sicherlich zu mühsam gewesen.

Die Junggesellen-Schützen eröffnen mit klingendem Spiel und Zug durch das Dorf am Donnerstagmorgen den Festreigen. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Der Bamberger Erzbischof Dr. Ludwig Schick zieht segnend in die Lambertuskirche ein.

Erzbischof Schick aber war gerne gekommen, zumal er den Ort mit seinem interdiözesanen Priesterseminar auf Burg Lantershofen regelmäßig besucht und kennt. Mit dabei hatte er den Abtsstab des Klosters, der heute sein Bischofsstab ist und der als einziger Bischofsstab in Bayern die Säkularisierung im 18. Jahrhundert überlebte. Nicht dabei hatte er die 1000-jährige Schenkungsurkunde, diese existiert nicht mehr, es gibt nur noch Abschriften. Also wurde es nichts mit der geplanten Rückgabe der Schenkung, auch weil Kirche und Lantershofen den Blick lieber in die Zukunft lenken wollen, die Schick in seiner morgendlichen Predigt ausführte. Sorgen bereiten ihm da aber die zentrifugalen Kräfte in allen öffentlichen und privaten Lebensbereichen, so der Erzbischof. Er erinnerte nur zu gerne an das Werk Kaiser Heinrichs II., dem die Gemeinschaft der Gesellschaft ein wichtiges Anliegen war.

Mit einem Schlusslied beenden Konzelebranten und Festgemeinde den Jubiläumsgottesdienst.
Schützenkönig Mathias Schopp nimmt mit dem Tambourcorps seine Eminenz Erzbischof Dr. Ludwig Schick zum Jubiläumsumzug durch das Dorf in die Mitte. Im Hintergrund freut sich die hohe Geistlichkeit von Burg Lantershofen mit (v.l.) Subregens Philip Peters, Regens Dr. Volker Malburg und Prof. Dr. Josef Freitag über das Geschehen.

Nach dem Festhochamt ging es für rund 200 Feiernde zum öffentlichen Gartenfest auf Burg Lantershofen. Im Schatten der Kirche luden die Brötchesmädchen zum Sektempfang, man kam später bei Spießbraten und Bier unter freiem Himmel zusammen. Die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft, die dem hohen kirchlichen Ehrengast schützendes Geleit gegeben hatte, spielte zum Ständchen, Fähnrich Markus Fabritius zeigte sein Können an der Schwenkfahne. Die vor einem halben Jahrhundert gegründete Band „Cantamus“, die sich eigentlich aufgelöst hatte, kam noch einmal zusammen und präsentierte neben ihrem Schwerpunkt der Neuen Geistlichen Lieder auch Songs von Peter Maffay und den Bläck Fööss. Zudem nutzten Ortsvorsteher Leo Mattuscheck, der Vorsitzende der Bürgervereinigung, Erich Althammer und der Regens des Studienhauses St. Lambert, Volker Malburg, die Gelegenheit, Erzbischof Schick mit Lantershofener Literatur und bestem Ahrwein für dessen Besuch zu danken.

Das hat es in Lantershofen noch nicht gegeben: Ein Erzbischof zieht mit den Junggesellen-Schützen durch das Dorf zum Burghof und Burggarten.
Im Burggarten herrscht bei gutem Wetter gute Stimmung beim Sektempfang durch die Brötchesmädchen.

Am Mittag waren gut 100 Gäste der Einladung des Regens zu einem kurzen Vortrag über die Geschichte der Burg Lantershofen gefolgt. Hier wurde 1939 die Arbeit der Bonner Jungenschule des Apostolats für Priester- und Ordenberufe fortgesetzt, es folgte 1972 mit Unterstützung des Trierer Bischofs Stein und des Kölner Kardinals Höffner die Umwandlung in ein Priesterseminar für Spätberufene auf dem dritten Bildungsweg. 500 heutige Priester aus Deutschland und angrenzenden Staaten büffelten einst in Lantershofen Latein oder Kirchengeschichte. Bei Kaffee und Kuchen klang das Gartenfest aus, im Winzerverein wurde noch bis spät in den Abend hinein weitergefeiert.

Thomas Schaaf (l.), langjähriger Chronist der Bürgervereinigung Lantershofen und deren Vorsitzender Erich Althammer verkaufen die neue Chronik, ein geschichtliches Druckwerk mit 688 Seiten und Restposten der drei Vorgängerbücher dank Spendern für nur 15 Euro. Foto: Gerd Weigl.
In der Aula des Studienhauses bedanken sich Bürgervereinsvorsitzender Erich Althammer (r.) und Ortsvorsteher Leo Mattuscheck (Mitte) mit je einem Exemplar der neuen Chronik und der Festschrift bei Erzbischof Ludwig Schick für dessen Mitwirkung beim Jubiläumsfest.

1000 Stimmen singen


Offenes Singen

Die beiden Chöre des Männergesangvereines Cäcilia Lantershofen e.V. laden zum Mitfeiern und Mitsingen in den Hof des Anwesens Wronka in der Brennerstraße 3. Die Veranstaltung fügt sich ein in das Geschehen um die Feierlichkeiten anlässlich des 1000-jährigen Jubiläums von Lantershofen: "Da ist Musik drin - das singt und Swingt". Bei Getränken, Kaffee und Kuchen können sich die Gäste - wenn sie wollen - am offenen Singen ab 13.00 Uhr am Samstag, 1. Juni 2019 beteiligen.  

Gemeinderats- und Ortsvorsteherwahlen


Kurz nach 18.00 Uhr am Wahltag leeren (von rechts) Stefan Dünker, Anja Knieps und Roland Schaaf zuerst die Urne für die Europawahl. Foto: Thomas Schaaf.

Leichte Stimmenverluste musste Leo Mattuschek (CDU) bei den Wahlen zum Ortsvorsteher in Lantershofen hinnehmen, kam aber dennoch auf deutliche 64,82 Prozent aller Stimmen gegen Martina Münch (SPD) und geht nun in seine vierte Amtszeit als Ortsvorsteher. Mattuscheck und Münch waren auch 2014 gegeneinander angetreten, damals hatten 67,82 Prozent der Wähler für Mattuscheck gestimmt.

Zum neuen Ortsbeitrat wurden gewählt: CDU (5 Sitze): Leo Mattuscheck, Stefan Dünker, Dominik Knieps, Robin Grießel, Christian Kreidt; (Anm. Red.: Mit der Ernennung zum Ortsvorsteher scheidet Leo Mattuscheck nach dem Kommunalwahlgesetz aus dem Ortsbeirat aus; in diesen rückt dann Vera Häckel nach.) SPD (2 Sitze): Martina Münch, Hubert Münch.

TTC - Einladung zur Familienwanderung


Wandern an Pfingsten ist statt Tischtennisspielen angesagt. Foto: TTC.

Der TTC KarLa lädt alle Vereinsmitglieder mit Familienangehörigen herzlich zu seiner Pfingstwanderung am Pfingstmontag, den 10.06.2019, 13.00 Uhr ein und würde sich über eine rege Beteiligung freuen. Da der Verein dieses Jahr 70 Jahre besteht, soll  nach der Wanderung etwas ausgiebiger gefeiert werden. Der Abschluss findet an der Lambertushütte am Schießplatz in Lantershofen statt. Hierzu sind ab 14:30 Uhr auch die Mitglieder eingeladen, die nicht mitwandern können oder wollen. Sollte das Wetter nicht mitspielen, trifft man sich um 14:30 Uhr in der Hütte, um dort einen gemütlichen Nachmittag in geselliger Runde zu verbringen. Treffpunkt zur Wanderung ist die Mehrzweckhalle. Von Lantershofen aus geht es zunächst über das Rottstück und dann durch den Ahrweiler Wald zum Rotweinwanderweg und von dort über den Bienenrundwanderweg zur Lambertushütte. Bei Kaffee und Kuchen, Würstchen vom Grill, Bier vom Fass und nicht-alkoholischen Getränken wollen die TTCler den Tag ausklingen lassen. Die Wanderzeit beträgt ca.1,5 Stunden.

Kirche St. Katharina ist nicht verkauft


Die Kirche St. Katharina Karweiler und das Pfarrhaus. Die Gemeinde Grafschaft sucht jetzt das Gespräch mit dem Verwaltungsrat u.a. über Liegenschaften und Bestattungsformen. Foto: Thomas Schaaf.

Von Walter Moitz, dem Verwaltungsratsvorsitzenden der Kirchengemeinde der Pfarrei St. Katharina hat die Redaktion nachfolgend Erklärung erhalten, die Bezug nimmt auf Informationen, die aus nichtöffentlicher Gemeinderatssitzung Teilen der Presse "zugespielt" wurden. In der Erklärung, die von Moitz auch in der heutigen Messe in der Lamberetuskirche vorgetragen wurde und zu der er sich aufgrund von Falschmeldungen und des Vertrauensbruches interessierter politischer Personen aus dem Gemeinderat genötigt sah, heißt es wie folgt: 

"Liebe Pfarrgemeinde! Der Artikel im GA „Kirche Sankt Katharina in Karweiler wird verkauft“ war die Schlagzeile der Woche und hat natürlich Sie alle überrascht, verwundert, den einen oder anderen verärgert. Sowohl positive und negative Reaktionen haben uns erreicht.

Fakt ist: Nein, die Kirche ist nicht verkauft! Nein, der VR hat keinen Beschluss gefasst, die Kirche zu verkaufen! Ja, der VR hat der Gemeindeverwaltung ein Gesprächsangebot unterbreitet! Und JA, der Gemeinderat hat der Gemeindeverwaltung am vergangenen Donnerstag in NICHTÖFFENTLICHER Sitzung das Mandat erteilt, mit uns das Gespräch zu suchen, allerdings nicht nur über das Objekt Kirche, sondern aus eigenem Interesse auch über die Liegenschaft Pfarrhaus.

Wie kam es aber dazu, dass wir auf die Gemeinde zugegangen sind und Gesprächsbereitschaft signalisiert haben? Der Gemeinderat beschäftigt sich zurzeit mit „alternativen Bestattungsformen“.  Das war und ist öffentlich bekannt. Hinzu kam, dass die SPD-Fraktion in einem Zeitungsbericht am 20. September letzten Jahres sowohl im GA als auch in der RZ davon sprach, dass „Die SPD Grafschaft auch einer Ausweitung der möglichen Bestattungsformen auf Grabeskirchen/ -kapellen positiv gegenüber steht.“ Die Kirche in Karweiler ist noch die einzige Kirche auf der Grafschaft, die umgeben ist von einem Friedhof, der sich im Eigentum der Gemeinde befindet. Die Information, dass die Gemeinde sich auch mit Grabeskirchen oder –kapellen auf der Grafschaft beschäftigt, war sehr wertvoll und wurde vom VR aufgegriffen.

Der VR hat sich mit einem Brief an die Gemeindeverwaltung gewendet und ein Gesprächsaustausch angeboten. Dabei hat der Verwaltungsrat den Gedanken geäußert, dass er sich vorstellen kann, die Kirche von Karweiler neben seiner Funktion als Versammlungsort und Gebetsort auch als Kolumbarium (Grabeskirche) zu nutzen. Der VR hat bei diesem Vorschlag die Zukunftsfähigkeit der Karweiler Kirche im Blick. Die Gespräche mit der Gemeinde sollen aufzeigen, welche Möglichkeiten bestehen, die Kirche auf Sicht als Gebäude funktionsfähig zu halten. Ob zukünftig nämlich noch alle Baumaßnahmen zur Erhaltung der Kirche umsetzbar sind, ist ungewiss.

Ein weiterer Punkt: Kann eine Großpfarrei Bad Neuenahr-Ahrweiler ab 2022 alle Kirchen auf der Grafschaft halten? Ganz abgesehen davon, ob in jeder Kirche weiterhin Gottesdienste gehalten werden, muss auch ein Küster oder Küsterin zur Verfügung stehen, der Putzdienst aufrecht erhalten werden, die Kirche gepflegt werden. Die Bereitschaft, Dienste auch gegen Entgelt zu besetzen, ist immer schwieriger.

Die anstehenden Gespräche mit der Gemeinde sind ergebnisoffen. Es kann sein, dass die Gespräche mit der Gemeinde im Sande verlaufen, da keine Übereinkunft gefunden wird. Zu Bedenken ist ebenfalls, dass das Generalvikariat in Trier einer anderen Nutzung bzw. einem Verkauf oder Eigentumsübergang mit Nutzungsrecht seine Zustimmung geben muss oder auch verweigern kann. Der Bürgermeister hat sich nach der Gemeinderatsitzung Anfang dieser Woche gemeldet und zum Gespräch nach Pfingsten eingeladen. Dabei hat er sich enttäuscht gezeigt, dass die Informationen aus dem nicht öffentlichen Teil des Gemeinderates an die Presse gelangt sind. Der Verwaltungsrat findet es ebenfalls sehr bedauerlich, dass dieses sensible Thema in die Presse/Öffentlichkeit gelandet ist und zudem inhaltlich verfälscht aufgebauscht wurde.

Es wäre/war in unserem Interesse, dass Sie, die betroffene Gemeinde, nach ersten Sondierungen eingebunden sind, bevor das Thema über die Presse in die breite Öffentlichkeit gelangte. Die Gemeindeverwaltung hat mit der Einladung das Interesse noch erweitert und möchte neben dem Objekt Kirche auch über einen Ankauf des Pfarrhauses das Gespräch führen. Die Gemeinde ist derzeit Mieter der beiden Wohneinheiten und der mittleren Versammlungsetage, die als Quartier für die Pfadfinder derzeit genutzt wird. Interessanterweise wurde diese Information in dem Zeitungsartikel nicht erwähnt! 

Und noch ein Gedanke sei erlaubt: Das älteste kirchliche Gebäude auf der Grafschaft, die St. Hubertuskapelle in Birresdorf, ist schon vor 40 Jahren in das Eigentum der Gemeinde Grafschaft übergegangen, und es wird immer noch wöchentlich der Rosenkranz dort gebetet, es werden Andachten gehalten, es finden Eucharistiefeiern statt. Und vor 4 Wochen fand dort eine Orgelweihe statt, wie Sie es sicherlich auf der Titelseite der Grafschafter Zeitung vor 3 Wochen lesen und sehen konnten. Die neue Orgel wurde von der Gemeinde Grafschaft auf Initiative und Vermittlung des Ortsbeirates und Ortsvorstehers von Birresdorf, unseres Bürgermeisters Achim Juchem und unseres Organisten Heinrich Fuchs gekauft. All dies zeigt, dass auch ein Eigentumsübergang der Nutzung keinen Abbruch tun muss.

Wie geht es nun aber konkret weiter? Wir werden die Einladung des Bürgermeisters zu Gesprächen annehmen. Bevor es Beschlüsse oder Verträge geben wird, werden wir Sie, die betroffene Gemeinde, über die Inhalte oder über das Scheitern der Gespräche informieren. Offen sind wir für Gedanken, Meinungen und Vorschläge, wie z. B. die Gründung eines Fördervereins für die Kirche. Gerne können Sie uns (Walter Moitz und Pfarrer Burg) oder die Mitglieder aus den Gremien ansprechen. Gez. VR Walter Moitz (Vorsitzender), Gez. Pfarrer Alexander Burg.

Großer Andrang auf die Dorfchronik


Lantershofens Geschichte bis zum Jahr 1948 in einem Buch

688 Seiten dick, 1.750 Gramm schwer: in Lantershofen ist der erste von zwei Teilen einer Dorfchronik erschienen. Zusammengetragen und geschrieben wurde sie von Thomas Schaaf unter tatkräftiger Mitarbeit seines Sohnes Roland sowie Stefan Dünker und Dirk Unschuld. Herausgeber ist die Bürgervereinigung Lantershofen. Am vergangenen Freitag wurde das Werk im Winzerverein des Ortes vorgestellt. An die 100 Lantershofener saßen im dortigen Gastraum dicht an dicht nebeneinander und hörten der Vorstellung zu, mehr als 150 Chroniken wurden schon am ersten Abend verkauft.

Die Buchpräsentation und das nachfolgende 7-Minuten-Filmchen über Kaiser Heinrich II. fanden große Beachtung. Fotos in diesem Bericht: Dorothee Schaaf. Bildunterschriften: Thomas Schaaf.
Über die neue Chronik und seine Entstehung berichtete der langjährige Chronist der Bürgervereinigung Thomas Schaaf. In der Hand hält er die Schulchronik des Volksschullehrers Jakob Diederich, die noch in handschriftlicher Sütterlinschrift abgefasst ist. Sie war eine wichtige Grundlagen für das neue Buch.

Es dürften an die 20 Jahre sein, die sich Thomas Schaaf mit der Chronik befasste. Jahre, in denen er in seiner Eigenschaft als Chronist der Bürgervereinigung alles sammelte und zusammentrug, was über die Geschichte Lantershofens zu erfahren war. Natürlich die handgeschriebenen Chroniken, die die Dorflehrer in früherer Zeit verfassten. Kaum ein Speicher in Lantershofen, auf dem alte Bilder oder Dokumente lagern könnten, war vor dem umtriebigen Chronisten sicher. Zeitzeugen wurden befragt und all das, was in anderen Werken bereits Erwähnung fand oder in Zeitungsarchiven lagerte, gesammelt. Erschienen ist die neue Chronik als viertes Werk der Serie „Dorf in der Zeit – Lantershofen.“ Alle vier Werke wurden von Schaaf initiiert und verfasst. Dank einer Fülle von Geldgebern ist auch das neue Werk für jedermann erschwinglich. Wenn Lantershofen am kommenden Wochenende das 1000-jährige Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung feiert, wird die Chronik für 15 Euro erhältlich sein, am Vorstellungstag kostete sie lediglich 1019 Cent.

Nach dem Filmchen über und mit Heinrich II., verkörpert von Thomas Schaaf, geht es nahtlos über zum Chronikverkauf, den Kaiser Heinrich II. im seinem gelben Gewand und blauem Umhang zusammen mit Erich Althammer durchführt.
Zuvor bedankte sich "Kaiser Heinrich" mit Überreichung des ersten Druckexemplares der neuen Chronik bei Roland Schaaf (rechts), der den Satz und das Layout für die Chronik ehrenamtlich übernommen hatte. Auch für die beiden Vorgängerbücher schon hatte Roland Schaaf verantwortlich gezeichnet.

Zum Verkauf schlüpfte der Autor in ein Kostüm, das Kaiser Heinrich II. darstellte und erinnerte an besagte Urkunde, mit der der Kaiser im Jahr 1019 die Schenkung des Ortes „Lanterishoffe“ mit seinen Äckern, Wiesen und Wäldern dem Kloster Michelsberg im neu gegründeten Bistum Bamberg schenkte. Zuvor hatte Schaaf die Inhalte der Chronik und das Zustandekommen des Werks in einem unterhaltsamen Vortrag vorgestellt. Erich Althammer, der Vorsitzende der Bürgervereinigung, dankte Schaaf für dessen unermüdlichen, ehrenamtlichen Einsatz für Lantershofen. „Die vorliegende Sammlung fundierter Quellen zur Lantershofener Geschichte bis zur Währungsreform 1948 soll das Interesse an den Geschehnissen im und um das Dorf herum lebendig halten und wichtige und auch manch unwichtige Begebenheit für uns und die Nachwelt erhalten“, so Althammer.

Kaiser Heinrich II. alias Thomas Schaaf und Erich Althammer laden ein zum Buchkauf für 1019 Cent. Schnell ist der Vorrat vergriffen, Nachschub muss herbeigeschafft werden. An die 150 Bücher gingen schon weg.
Auch von einem Restbestand der alten Bücher 1,2 und drei der Serie "Lantershofen - Dorf in der Zeit" gingen noch etliche über den Verkaufstresen. "Kassierer" und Bürgervereinsvorsitzender Erich Althammer zeigte sich sehr erfreut über das Verkaufsergebnis.

Die Chronik beginnt mit der frühzeitlichen Geschichte Lantershofens, dem Ort soll eine keltische Siedlung zugrunde liegen. Die Geschichte des Ortes liegt tatsächlich so weit zurück, dass der Zeitpunkt einer ersten Besiedlung nicht mehr feststellbar ist. Gefundene Tonscherben deuten aber auf eine mögliche Besiedlung noch weit vor der Keltenzeit hin. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1019 zurück, Abschriften der Urkunde liegen noch vor, das Original ist nicht vorhanden. Markus Wiegend und Alexander Maul von der Philipps-Universität in Marburg haben die Urkunde und weitere Urkunden über Lantershofen übersetzt. Der Schenkung anno 1019 folgen erste zeitlich zugeordnete Informationen.

Neben der Auflistung von Zeitdokumenten enthält die Chronik eine fundierte Abhandlung über die Spirituosenherstellung in Lantershofen, die das Dorf einst maßgeblich prägte. Fünf Brennereien gab es, detaillierte Informationen dazu hat Dirk Unschuld zusammengetragen. Was die Chronik ebenfalls auszeichnet, ist eine Vielzahl von Bildern, die erstmals öffentlich zu sehen sind. Die Suche auf den Lantershofener Speichern nach altem Material hat sich auf jeden Fall gelohnt. In der Reihe „Dorf in der Zeit – Lantershofen“ wartet auch Thomas Schaaf nun die nächste Aufgabe, nämlich Teil zwei der Dorfchronik, beginnend im Jahr 1948. Material hat er bereits genügend gesammelt.

Ehemaliger wird Subregens


Neuer Subregens wird Thomas Porwol. Foto: Studienhaus.

Priesterseminar in Lantershofen bekommt Verstärkung

Kaplan Thomas Porwol wird zum 1. September neuer Subregens des überdiözesanen Priesterseminars Studien­haus St. Lambert in Lantersho­fen. Er ist 41 Jahre alt und seit 2015 Priester der Diözese Aachen. Vor dem Beginn seines Studiums war er in der Wer­be- und Medi­enbranche tätig. Als Spätberufener studierte er ab 2008 selbst im Studienhaus St. Lambert. Derzeit leistet er seinen Dienst in der Propstei Sankt Vi­tus in Mönchengladbach und wird neben seiner Tätigkeit als Sub­regens in St. Lambert in seiner Stadt Mönchengladbach als Sub­sidiär tätig sein.

Das Studienhaus St. Lambert in Lantershofen ist das deutsch­landweit einzige Priesterseminar des Dritten Bildungsweges und ei­ne Bildungseinrichtung speziell für „Spätberufene'', die katholi­sche Priester in einer Diözese oder einer Ordensgemeinschaft werden wollen, aber kein Abitur haben. Zurzeit bereiten sich 29 Se­minaristen in St. Lambert auf den Priesterberuf vor.