Aktuelles


aus dem Seminar

Regens Dr. Michael Bollig hinterläßt Spuren in Lantershofen


Berufliche Veränderung war absehbar – Kontakt zum Dorf war ihm wichtig

Lapidar heißt es auf der Internetseite des Seminars St. Lambert: "Im Gottesdienst zur Eröffnung des Wintertrimesters gab Regens Dr. Bollig eine Neuigkeit bekannt. Nach 10 Jahren seiner Tätigkeit als Regens in Lantershofen wird Dr. Bollig zum 1. Mai 2016 die Leitung der Pfarrei Hl. Edith Stein in Trier übernehmen. Zusätzlich zu dieser Aufgabe wird Dr. Bollig Dozent für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Theologischen Fakultät der Universität in Trier."

Regens Dr. Michael Bollig wenige Wochen nach seiner Amtseinführung am 24.9.2006. St. Lambertus, Patron von Lantershofen und dem Burg-Seminar schaut gefällig zu. Foto: Thomas Schaaf.
Zu Kirmes in Lantershofen im zylindergeschwärzten Saal dabei zu sein und die "Burg" zu vertreten, war ihm stets Ehre und Freude. Viele seiner Anekdoten zeugten von großer Dorfkenntnis, Humor und Interesse am Umgang mit Menschen schlechthin. Foto: Thomas Schaaf.

Dass Regens Dr. Michael Bollig bereits in wenigen Wochen das Studienhaus St. Lambert in Lantershofen verlassen wird (der GA berichtete), hat zu einigen Reaktionen in Lantershofen geführt. So ganz überraschend kommt diese berufliche Veränderung für Klaus Dücker, der 28 Jahre lang dem Pfarrgemeinderat vorgestanden hat, allerdings nicht. „Nach zehn Jahren war mit einer solchen Veränderung zu rechnen“, so Dücker, der weiter betonte: „Dr. Bollig ist ein durch und durch guter Seelsorger, der mit seinen Predigten, die sich oftmals mit den aktuellen Problemen der Gesellschaft befassten, bei den Gläubigen in der Pfarrei gut angekommen ist.“ Dücker hob die Einrichtung des „Burgforums“ durch Dr. Bollig besonders hervor. Hier seien immer wieder brandaktuelle Themen mit wesentlichen Aspekten aufgegriffen worden. Das Forum habe auch der Bevölkerung offen gestanden. Unter anderem erinnerte Dücker an den Vortrag von Rupert Neudeck zu vergangenen Flüchtlingssituationen. Auch habe Dr. Bollig in der aktuellen Frage der Flüchtlingspolitik schnell reagiert und Unterkünfte angeboten, übrigens noch bevor Papst Franziskus die kirchlichen Einrichtungen zu derartigem Handeln aufgerufen habe.

Am Tag seiner Amtseinführung zieht Dr. Bollig (links) mit Weihbischof und Ex-Regens Dr. Stephan Ackermann (Mitte) und Bischof Dr. Reinhard Marx zum Gottesdienst in der Lambertuskirche ein. Foto: Thomas Schaaf.
Dr. Bollig fachsimpelt mit Andreas Jauss (links), ehemaligem Student und Künstler am 27. Mai 2015 bei der Vernissage in der Aula des Seminars. Foto: Thomas Schaaf.

Leo Mattuscheck, Ortsvorsteher von Lantershofen und Vorstandsmitglied im Förderverein des Studienhauses St. Lambert bedauert sehr, dass Dr. Bollig das Studienhaus verlässt: „Er hat als Regens das Miteinander zwischen der „Burg“ und dem Dorf mit seiner ruhigen, einfühlsamen Art sehr gefördert. Wir möchten ihm danken für die gute Zusammenarbeit zwischen Studienhaus und Lantershofen. Seine Idee im Rahmen des Dorferneuerungskonzeptes, die Öffnung der Mauer um das Studienhaus wurde aufgrund der "Haushaltskonsolidierung" der Gemeinde Grafschaft nicht ausgeführt, was schade ist“, so Mattuscheck.

Michael Bollig fühlte sich Lantershofen und insbesondere seinen Traditionen sehr verbunden, er war unter anderem regelmäßiger Gast und Redner beim Festkommers am Kirmesmontag, weshalb der Vorsitzende der Kirmes veranstaltenden Junggesellen-Schützen, Robin Grießel, betonte: „Mit Dr. Bollig verliert Lantershofen und insbesondere die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft "St. Lambertus" einen sehr guten Freund. Seine treffenden Worte in Reden und Predigten, auch im Rahmen der Lantershofener Kirmes, werden in guter Erinnerung bleiben, ebenso wie die geselligen Abende für Junggesellen und Brötchesmädchen, zu denen er regelmäßig einlud.“

Regens Dr. Michael Bollig (links) und Gertrud Hermes überbringen Pater Günter Gerhartz SJ für das Studienhaus Glückwünsche und Geschenke zum 80. Geburtstag. Foto: Thomas Schaaf.
Inmitten der Studenten des Seminars St. Lambert im Garten der Burg, wo Dr. Bollig zehn Jahre gewirkt hat. Foto: Thomas Schaaf.

„Für seine neuen Aufgaben in Trier, zu denen er durch den Bischof Dr. Ackermann berufen wurde, wünschen wir Monsignore Dr. Michael Bollig im Namen aller Lantershofener alles erdenklich Gute und viel Glück auf seinem weiteren Lebensweg“, so Ortsvorsteher Mattuscheck.

Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen


"Frei leben ohne Gewalt" ist das Motto auch bei der kfd im Dekanat Ahr-Eifel.

Wortgottesdienst am Dienstag 24.11 19.00 Uhr in der Kapelle des Seminars St. Lambert

„Obwohl die Gleichstellung von Frauen und Männern in den Verfassungen von 139 Ländern und Gebieten garantiert wird, wird Frauen allzu häufig Gerechtigkeit und Schutz vor Gewalt verwehrt. Dieses Versagen ist nicht auf mangelnde Kenntnisse zurück­zuführen, sondern auf mangelnde Investitionsbereitschaft und politischem Willen, den Bedürfnissen von Frauen zu entsprechen und ihre Grundrechte zu schützen. Es ist an der Zeit, dass Regierungen Verantwortung übernehmen...“ So sprach 2011 in einer Rede vor den Vereinten Nationen die Leiterin von UN Women, Michelle Bachelet. 1999 bereits hatten die Vereinten Nationen den 25. November zum "Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen" erklärt.

Der Arbeitskreis „Frauen stärken – Gewalt überwinden“ im kfd-Diözesanverband Trier arbeitet seit mehr als zehn Jahren an diesem Thema. Er informiert und macht durch verschiedene Aktionen wiederholt auf die Gewaltproblematik aufmerksam. Die kfd im Dekanat Ahr-Eifel möchte sich aktuell diesem Thema widmen und lädt zu einem Wortgottesdienst ein, der am Vorabend des Gedenktages, am Dienstag, dem 24. November 2015, um 19.00 Uhr in der Kapelle des Seminars Studienhaus St. Lambert in Grafschaft-Lanters­hofen stattfindet. Das Frauenmusikensemble „Querbeet“ aus Hönningen wird den Gottesdienst musikalisch begleiten.

Neuer Subregens im Studienhaus St. Lambert


Philip Peters trat am 1. September seinen Dienst an – Bischof Genn als Fürsprecher

Alles freut sich: Kirmesmontag stößt die ganze Festgesellschaft mit Philip Peters (rechts) an. Auf den Tag ist er 33 Jahre alt geworden. Herzliche Glückwünsche übermittelt auch sein "Chef", Regens Dr. Michael Bollig (links). Foto: Thomas Schaaf.

Seit dem 1. September gehört mit Philip Peters ein neuer Subregens zur Hausleitung des Priesterseminars auf Burg Lantershofen. Peters trat die Nachfolge für Dr. Manuel Schlögl an, der zum Ende seiner dreijährigen Amtszeit mit Ablauf des letzten Trimesters verabschiedet wurde. Philip Peters, der in Düsseldorf geboren wurde und seine Kindheit in Duisburg verbrachte, feierte ausgerechnet am Lantershofener Kirmesmontag seinen 33. Geburtstag. „Die Aufgabe kam überraschend“, so Peters. „Bischof Felix Genn, selbst ehemaliger Regens auf Burg Lantershofen, rief mich Ende März plötzlich an und fragte, ob ich mir vorstellen könne, als Subregens nach Lantershofen zu gehen und zu promovieren. Nach anfänglichem Erstaunen konnte ich mir das gut vorstellen, da ich gerne mit jungen Leuten zusammengearbeitet habe und es mir reizvoll vorstellte, nun junge Leute zu begleiten, die Priester werden möchten.“

Philip Peters studierte Theologie in Münster, ehe er in Rom zunächst ein theologisches Grund- sowie ein Aufbaustudium absolvierte. Dort wurde er im Jahr 2010 auch zum Priester geweiht. Als Kaplan war er seit 2011 in Oelde im Münsterland tätig. In Lantershofen hat sich Philip Peters sich bereits gut eingelebt: „Meine ersten Eindrücke vor Ort bestätigen meine Hoffnung. Ich freue mich für die Studenten auf der Burg da sein und sie begleiten zu können, ich freue mich aber auch, dass dieses Priesterseminar mitten in einem Dorf liegt, an das man schnell Anschluss findet. Ich bin ein kontaktfreudiger Mensch und daher hat es mich gefreut, Montag an der Kirmes teilnehmen zu dürfen und auf diese Art und Weise schon einige Kontakte knüpfen zu können. Ich hoffe daher, hier nicht nur Subregens zu sein, sondern Lantershofen und die Lantershofener in den nächsten vier Jahren auch wirklich kennenlernen zu dürfen. Und dazu noch in der Nähe des Ahrtals mit seinen hervorragenden Weinen wohnen zu dürfen... was will man mehr?“

Lantershofener Priesterseminar will Flüchtlinge aufnehmen


Schneller als der Papst

Es war eine Art vorauseilender Gehorsam, der sich in Lantershofen zum Thema Flüchtlinge abgespielt hat. Denn kaum hatte Monsignore Michael Bollig als Regens von Sankt Lambert im Sonntagshochamt vor einer Woche verkündet, das Studienhaus stelle Räume für Flüchtlinge zur Verfügung, gab es in Rom beim Angelusgebet den Appell von Papst Franziskus, dass Bistümer, Dekanate und Pfarreien nach Kapazitäten suchen sollen.

Nicht alle Studentenplätze im Seminar St. Lambert sind derzeit belegt. Das Studienhaus will freie Plätze für Flüchtlinge vergeben. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Komplette Wohnabteilungen und Selbstversorgungsstrukturen sind im Studienhaus ebenso vorhanden wie eine Küche zur Versorgung der Studenten und Lehrer.

Seitdem ist etwas mehr als eine Woche vergangen und das Lantershofener Priesterseminar steht "Zimmer bei Fuß". Davon überzeugte sich gestern Mittag auch Bürgermeister Achim Juchem, den Michael Bollig durch die vorgesehenen Räume führte. Komplett bezugsfertig ist ein ganzer Flügel der Burg Lantershofen, samt Küche, sechs Zimmern und drei WC-Dusche-Kombinationen. "Hier können eine große oder zwei kleine Familien direkt untergebracht werden", sagte Bollig, während Mitarbeiterinnen des Hauses ihre von zu Hause mitgebrachte Bettwäsche aufzogen. Juchem rechnet auch damit, dass dieses noch in dieser Woche geschehen wird. Denn die Grafschaft erwarte in den nächsten Tagen die Zuweisung von 20 Flüchtlingen, so viele, wie sonst in einem Jahr in die Gemeinde kommen. "Nach Verteilungsschlüssel und den derzeitigen Zahlen müssten wir auf 105 kommen", sagte Juchem. Er freute sich über die schnelle Reaktion von Michael Bollig, der gestern Abend bei seiner Studentenversammlung die angehenden Priester mit ins Boot nahm: als Fahrer eines von der Gemeinde gestellten Kleinbusses für Einkäufe, Betreuer oder Deutschlehrer. Zwei bis drei Wochen Vorlauf braucht das Studienhaus für eine weitere Unterkunft. Denn ein komplettes Appartementhaus des Seminars soll geräumt und dann mit acht Zimmern, Küche und großem Aufenthaltsraum Flüchtlingen zur Verfügung stehen.

"Maximal können wir dann 20 Menschen aufnehmen", sagte Bollig, dessen aktuell 38 Studenten "gerne zusammenrücken". Der Studienbetrieb laufe normal weiter. Die Flüchtlinge hätten die Wahl, an der gemeinsamen Verpflegung teilzunehmen oder in ihren Küchen für sich selbst zu sorgen. "Die Religionszugehörigkeit spielt für uns bei der Aufnahme keine Rolle", machte der Chef des Priesterseminars klar, dass sein Haus damit Neuland betrete. "Hier geht es darum, Menschen, die in Not sind, bestmöglichst zu helfen." Das habe auch Papst Franziskus so gefordert.

Die Gemeinde Grafschaft ist derweil auf der Suche nach weiterem Wohnraum. "Eine Lantershofener Familie hat ein ganzes Haus zur Verfügung gestellt", lobte Juchem, der in Bengen und Gelsdorf Sprachkurse für die Flüchtlinge organisieren will. Und Regens Bollig lässt dafür extra einen ganzen Hörsaal von Sankt Lambert herrichten.

Sechs Absolventen in St. Lambert verabschiedet


Haussprecher Dominik Stehl freute sich bei der Verabschiedung des IV. Kurses über die die offene Atmosphäre und den guten Geist, der im Seminar St. Lambert herrsche. Auf dem Foto von links nach rechts: Michael Brien, Sascha Heinrich (Studentensprecher) Subregens Dr. Manuel Schlögl (Bistum Passau); Mathias Michaelis, Regens Msgr. Dr. Michael Bollig, Dominik Stehl (Studentensprecher), Andreas Jauss, Andreas Hertel, Stephan Schonhardt, Spiritual Dr. Christian Hartl (Bistum Augsburg). Foto: Rudolf Esser.

„Machen Sie´s gut!“ – mit diesen Worten beendete Studienleiter Prof. Dr. Alois Buch seine Festansprache, in der er die Absolventen auf die Herausforderungen der gegenwärtigen Gesellschaft vorbereitete. Zuvor begann der festliche Abend mit einem gemeinsamen Abendlob in der Lambertuskirche. In seiner Predigt ermutigte Regens Dr. Michael Bollig die Studenten, sich immer intensiver mit Christus zu verbinden, um so Vertrauen und Mut für neue Schritte zu gewinnen.  

In der akademischen Feier, zu der sich alle in der Aula des Seminars eingefunden hatten, wurden anschließend die Zeugnisse überreicht. Die Absolventen sind Michael Brien, Bistum Limburg; Br. Maximilian Grund OSB, Benediktinerabtei Münsterschwarzach; Mathias Michaelis, Bistum Rottenburg-Stuttgart; Andreas Jauss, Bistum Rottenburg-Stuttgart; Andreas Hertel, Erzbistum Bamberg; Stephan Schonhardt, Erzbistum Freiburg. Die durch Prof. Matthias Kreuels musikalisch umrahmte Feier bot Gelegenheit für einige Ansprachen. So gratulierte der Haussprecher, Dominik Stehl, den Absolventen im Namen der Studentenschaft und  Andreas Hertel, selber Absolvent, hielt im Auftrag seines Kurses eine humorvolle Abschiedsrede. Dankbar zeigte er sich besonders dafür, dass St. Lambert ein Ort sei, an dem nicht nur Theologie studiert würde, sondern auch viel Raum für eine gute menschliche Entfaltung bleibe. Er lobte die offene Atmosphäre und den guten Geist, der im Seminar St. Lambert vorherrsche.  

Nach Ablauf seiner dreijährigen Amtszeit wurde auch Subregens Dr. Manuel Schlögl verabschiedet. Regens Dr. Bollig dankte ihm für sein vielfältiges Wirken und wünschte ihm den besten Erfolg für sein anschließendes Weiterstudium in Wien. Die offizielle Feier mündete in ein festliches Abendbuffet, in dessen Rahmen viel Zeit war, um sich in gemütlicher Atmosphäre voneinander zu verabschieden.

Mit Kaffeetrinken die Priesterausbildung in Tansania unterstützt


Die St. Lambert-Studenten übergeben zusammen mit Regens Msgr. Dr. Michael Bollig 5.000 Euro an Spiritual Dr. Christian Hartl. Foto: Rudolf Esser.

Nach dem Mittagessen zieht es die Studenten des Studienhauses St. Lambert meist ins Missionscafé, wo sie das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und mit dem „Kaffeetrinken für einen guten Zweck“ Geld für wohltätige Projekte sammeln. Jetzt übergaben die künftigen Priester eine Spende von 5.000 Euro an den Spiritual des Priesterseminars, Dr. Christian Hartl, der wiederum das Geld an die Verantwortlichen der Priesterausbildung in Tansania weiterleiten wird. Hartl feierte erst vor wenigen Tagen sein Silbernes Priesterjubiläum und hatte aus diesem Anlass um Spenden für diesen Zweck gebeten. Im vergangenen August hatte er das Studienseminar in der Diözese Iringa besucht, dessen Leiter Pater Brasil Mzena er schon während seiner Promotion in Innsbruck kennen gelernt hatte.

In dem Studienzentrum werden derzeit 250 Schüler auf das Abitur und den anschließenden Priesterdienst vorbereitet. „Dort ist alles viel strenger als hier bei uns“, schmunzelte Hartl, denn in Tansania gebe es nur Zweibettzimmer, und Sport sei ein Pflichtfach. Nächstes Jahr wollen sich einige der 35 Lantershofener Studenten aus vier Jahrgängen vor Ort anschauen, was mit dem Geld getan worden ist.

Silbernes Priesterjubiläum von Spiritual Dr. Christian Hartl


Am 24.06.2015 war für die Seminargemeinschaft von St. Lambert, sowie für die Kirchengemeinde von Lantershofen ein doppelter Festtag: Spiritual Dr. Christan Hartl durfte sein silbernes Priesterjubiläum am Hochfest des Heiligen Johannes des Täufers feiern. Zu Beginn der feierlichen Eucharistie an der auch zahlreiche Weggefährten teilnahmen, dankte Hartl mit einem strahlenden Lächeln Gott für das Geschenk seiner Priesterberufung. So passt auch sein Primizspruch „Ich lebe, aber nicht mehr als Ich, eins mit mir lebt Christus“ (vgl Gal 2,20) zur Lebenseinstellung von Spiritual Hartl. „Er (der Herr) muss größer werden, ich aber muss abnehmen.” So ist der Heilige Johannes der Täufer schon immer ein wichtiger Wegbegleiter Hartls gewesen.

Feierliche Eucharistie anlässlich des Priesterjubiläums von Dr. Christian Hartl in der Lambertuskirche. Fotos in diesem Bericht: Hubertus Gussone.
Bei einer kleinen Feierstunde dankt Christan Hartl in der Aula des Studienhauses für das Geschenk der Priesterberufung.

Festprediger Dr. Bernhard Ehler aus Kempten ging auf die Wegstationen und Begabungen von Spiritual Hartl ein. So war Hartl die meiste Zeit seines priesterlichen Wirkens in der Ausbildung von Priestern tätig und er nutzt freie Zeiten gerne um Gedichte zu schreiben. Nach dem Festgottesdienst, der auch von der Schola des Seminars mitgestaltet wurde, hatten alle Gläubige die Gelegenheit dem Jubilar persönlich zu gratulieren. Beim anschließenden Essen wurden die Feierlichkeiten weitergeführt. Bei einer sehr persönlichen und tiefgehenden Ansprache von Regens Msgr. Dr. Michael Bollig dankte er Dr. Hartl auch im Namen der Hausangestellten für den Dienst im Haus und überreichte diesem einen großen Engel aus der Kunstschmiede von Maria Laach. Auch die Haussprecher, ein Vertreter der Pfarrei und ein Synodenmitglied aus Trier dankten dem Jubilar für sein Engagement.

Realistische Kompositionen im Studienhaus


Künstler und Noch-Seminarist Andreas Jauss zeigt "Unterwegs"

27.5.2015. Zwei Mal hinschauen lohnte. Mindestens. Und Näherkommen sowieso. Anders als es der erste Blick nahe legt, sind die Bilder, die zurzeit im Studien­haus Sankt Lambert in Lantersho­fen zu sehen sind, keine Fotos und die Motive keine Abbildungen. Es sind fotorealistische Arbeiten von Andreas Jauss, Werke aus Acryl auf Leinwand in Schwarz-Weiß, und tatsächlich nur unter Ver­wendung von schwarzer und wei­ßer Farbe, und zudem gehängt wie oft Fotos. 60 Werke, allesamt im Format 30 Mal 40 Zentimeter, und in je drei Reihen zu 20 Bildern sorgsam platziert auf einer ge­schwungenen Wand im Foyer des Studienhauses, standen insbesondere im Fokus der Vernissage-Gäste.

Andreas Jauss (links) und Regens Dr. Michael Bollig freuen sich über die gelungene Präsentation im Konvex der Aula des Studienhauses. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Künstler und Student Andreas Jauss erläutert im Studienhaus St. Lambert seine Werke-Sammlung "Unterwegs".

„Ist das New York? Wo ist dieser Strand? Wo diese Firmen­gebäude?“, fragten sie sich. „So gibt es sie eigentlich nirgendwo“, antwortete der Künstler. Denn sei­ne Werke sind Kompositionen, aber so realistisch, dass jeder sie aus seinem Alltag zu kennen glaubt. Scheinbar sachlich und nüchtern sind eine Fülle von Su­jets auf Leinwand gebannt und vermögen besonders durch ihre atmosphärische Dichte zu berüh­ren: der Blick aus dem Fenster oder auf den Teller, auf einen Basket­ballplatz oder in eine Kantine, Ar­chitektur, Interieurs, Stillleben, vereinzelt Menschen, Hochhaus­schluchten und Landschaften, an denen man sonst vielleicht im Au­to achtlos vorbeifährt. Und immer wieder Wege und Straßen, die scheinbar ins Meer, um die Ecke, durch ein Dorf oder bis an den Ho­rizont führen.

Regens Monsignore Dr. Michael Bollig eröffnet die Vernissage mit einer Laudatio, welche die Kunst von Andreas Jauss und Glauben in eine Beziehung setzt.
Eindrucksvoll trägt der Bass Burkhard Bader, begleitet von Robert Mäuser auf dem Flügel, Werke von Ralph Vaughn Williams vor.

„Unterwegs“ ist der Titel der Ausstellung. Er rührt vielleicht auch daher, dass der Künstler sich nach eigenen Angaben auf seinen vielen Reisen inspirieren lässt, seine Motive aus Fotos komponiert und Computerprints als Aus­gangspunkte für seine Werke nutzt. „Ich möchte nicht expressi­onistisch und nicht impressionis­tisch malen. Es soll dokumenta­risch sein“, erklärt Jauss, dessen Exponate zum Teil auch im Studi­enhaus entstanden. Denn Jauss ist Student am Studienhaus und wird im Juli in Lantershofen abschlie­ßen. Bereits davor war er künstle­risch tätig und erfolgreich.

Jesuitenpater, Theologieprofessor und Kunstsachverständiger Friedhelm Mennekes stellt das Werk von Andreas Jauss bildhaft mit nachhaltigen Worten vor.
Auch nachdenkliche Fragen zur Verbindung von Kunst und Religion stehen im Raum.

1960 in Sindelfingen geboren, machte er zunächst eine Lehre als Versicherungskaufmann, gründete dann aber eine Künstlergemeinschaft und schloss sein Studium der Ma­lerei an der staatlichen Kunstaka­demie Karlsruhe mit einem Dip­lom in Malerei/Grafik ab. Seit 2011 studiert Andreas Jauss neben sei­ner künstlerischen Tätigkeit an Sankt Lambert Theologie, um Priester zu werden. Kunst und Theologie berühren sich in seinen Arbeiten nicht nur, wenn sie so of­fensichtlich sind wie bei den Wer­ken, die etwa das Innere eines Gotteshauses anbeten oder ein Stillleben mit Bibel und Wasser­glas. Der Blick aus einem Fenster ist der aus einem Klosterfenster und hat etwas mit der Öffnung der Kir­che durch das Zweite Vatikanische Konzil zu tun, sagt Jauss. Letztere Motive gehören zu den wenigen Werken von etwas größerem For­mat und in dezenter Farbgebung, von denen einige vor allem im Un­tergeschoss des Studienhauses zu sehen sind.

Zum Schlusswort von Andreas Jauss gehört auch der Dank an das Studienhaus, die Gäste und alle Helfer für die gelungene Vernissage.
Pater Friedhelm Mennekes SJ (links): "Das Werk hat mich umgehauen".

Vom Zusammenhang zwischen Kunst und Theologie sprach auch Regens Monsignore Michael Bollig zur Vernissage und sah Parallelen unter anderem in dem Bemühen, die Grenzen des rein Sichtbaren zu sprengen und Gedanken und Empfindungen der Menschen über das Empirisch-Erfahrbare hinaus­zuführen. Bollig attestierte Jauss’ Kunst zudem nicht nur Vielfältig­keit: „Sie atmet Weite, Tiefe und Realität. Sie legt eine Spur über das Abgebildete hinaus.“ Friedhelm Mennekes, Jesuitenpater, Theolo­gieprofessor und Kunstsachver­ständiger, widmete sich in seiner Einführung dem Leben und dem Arbeiten des Künstlers und stellte erst mal fest: „Das Werk hat mich umgehauen.“

Die Ausstellung „Unterwegs" im Studienhaus Sankt Lambert ist zu sehen bis Montag, 6. Juli, montags bis freitags von 14 bis 17 Uhr sowie sonn­tags von 12 bis 17 Uhr. Finissage und Gallery Talk mit dem Künstler beginnen am Abschlusstag um 19.30 Uhr.