Aktuelles


aus dem Seminar

Studienhaus Lantershofen begrüßt neuen Regens und neuen Spiritual


Der erste Dienst ist die Nachfolge Christi

Die Hausleitung des überdiözesanen Priesterseminares St. Lambert Lantershofen ist wieder komplett. Am Sonntag hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann den Pastoraltheologen Dr. Volker Malburg als Regens und den emeritierten Erfurter Dogmatik-Professor Dr. Josef Freitag als Spiritual - zuständig für die geistliche Ausbildung - in ihre Aufgaben eingeführt.

Zur Vesper anlässlich der Einführung des neuen Regens Dr. Volker Malburg (von links) und des neuen Spirituals Dr. Josef Freitag ist auch der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann gekommen. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Bischof Dr. Stephan Ackermann stellt den Pastoraltheologen Dr. Volker Malburg (2.v.r.) als Regens und den emeritierten Erfurter Dogmatik-Professor Dr. Josef Freitag (links) als Spiritual mit der Zuständigkeit für die geistliche Ausbildung im Beisein von Subregens Philip Peters (rechts) vor.

Der Bischof dankte den beiden Theologen für ihre Bereitschaft, den Dienst in der Priesterausbildung zu übernehmen, sowie Subregens Philip Peters für die kommissarische Leitung des Studienhauses im vergangenen Trimester. In der Vesper in der St. Lambertus-Kirche sprach er über den priesterlichen Dienst. Dieser Dienst sei zuerst Nachfolge Jesu Christi. „Dazu sollen die Priester ermutigen und stärken, auch durch ihr eigenes Vorbild.“ Auch sollten die Priester immer wieder den Raum eröffnen für die Feier des Geschenkes Gottes, die Berufung zur Gemeinschaft. Damit richte sich der Blick einerseits auf die Vollendung, die „himmlische Stadt“, doch sei diese Gemeinschaft schon heute Wirklichkeit: „wenn die Kirche sich sammelt um das Wort und den Altar, in der Liturgie, in der Feier der Eucharistie“. Und so sehr sich der priesterliche Dienst im Laufe der Zeit verändere, bleibe dies das „Kerngeschäft“, betonte Ackermann.

Prälat Dr. Rainer Scherschel, Vorsitzender des Studienhaus-Trägers August-Doerner-Stiftung, begrüßt in der Aula des Studienhauses die Gäste.
Landtagsabgeordneter Horst Gies überreicht nach seiner Ansprache auch im Namen von Landrat Dr. Jürgen Pföhler Weinpräsente an Volker Malburg und Josef Freitag (von links).

Prälat Dr. Rainer Scherschel, Vorsitzender des Studienhaus-Trägers August-Doerner-Stiftung, nannte es eine „große Freude“, dass das Studienhaus so schnell einen neuen Leiter bekomme. Die theologische Qualifikation und die pastorale Erfahrung Malburgs seien „sehr gute Voraussetzungen für das neue Amt. Dem neuen Spiritual dankte er für die Bereitschaft, sich nicht in den Ruhestand zurückzuziehen, sondern in der Ausbildung von Priesteramtskandidaten tätig zu sein. Subregens Peters grüßte im Namen des gesamten Hauses und berichtete, die Reaktionen auf die Ernennungen seien durchweg positiv. Er erinnerte an das Dekret des Zweiten Vatikanischen Konzils zur Priesterausbildung, das den Leitungen von Priesterseminaren große Verantwortung zuspreche: „Die Studenten sollen durch uns als Einzelpersonen, aber auch durch unsere Gemeinschaft spüren, dass es Freude macht, Priester zu werden und zu sein.“ Haussprecher Timo Niegsch nannte St. Lambert einen „Ort der Begegnung, wo unterschiedliche Lebensläufe zusammentreffen“. Er wünschte Regens und Spiritual wertvolle Begegnungen, „in die Sie sich mit Ihren Lebenserfahrungen einbringen können und aus denen auch Sie schöpfen können.“ Gratulation und Willkommensgrüße gab es auch von Bernd Kreidt für den Förderverein St. Lambertus, MdL Horst Gies als Vertreter des Landrates und dem Grafschafter Bürgermeister Achim Juchem.

Im voll besetzten Rund der offenen Aula und dem großen Foyer spenden die Gäste den neu eingeführten Vertretern im Studienhaus anerkennenden Beifall.
Zum Abschluss der Einführung dankt der neue Regens Malburg auch im Namen des Spirituals für die freundliche Aufnahme und die guten Worte.

Regens Malburg dankte auch im Namen des Spirituals am Ende der Feier für die guten Worte, die zeigten, wie sehr das Haus geschätzt werde und welch gute Beziehungen es ins Bistum und die Region gebe. Sie beide spürten die große Verantwortung; die Vorgänger hätten eine „qualitativ hochwertige Ausbildung aufgebaut“. Ihm gebe ein Wort seines Spirituals Orientierung, der von „Mut und Vertrauen“ gesprochen habe: „Das sind die christlichen Antworten auf die Veränderungen in der Kirche und in der Priesterausbildung. Ich wünsche, dass Gott uns allen Mut und Vertrauen schenkt für den gemeinsamen Weg auf das Neue hin, das sich uns zeigt.“ Derzeit studieren 40 Männer am Studienhaus St. Lambert.

Es ist der Anfang eines Anfangs


Timo Aytac Güzelmansur sprach im Burgforum Lantershofen über den Dialog zwischen Christen und Muslimen

In unregelmäßigen Abständen öffnet das Studienhaus St. Lambert in Lantershofen seine Pforten, um die Bevölkerung am studentischen Leben der Seminaristen teilhaben zu lassen. Dieses „Burgforum“ lockte am Mittwoch neben den derzeit rund 40 Studierenden mindestens genau so viele weitere Gäste an. Auf der Tagesordnung stand ein ebenso aktuelles, wie brisantes Thema: „Der christlich-islamische Dialog und sein Beitrag zum friedlichen Zusammenleben in Deutschland.“ Als Referent konnte der Geschäftsführer der von der Deutschen Bischofskonferenz eingerichteten Christlich-Islamischen Begegnungs- und Dokumentationsstelle „Cibedo“, Dr. Timo Aytac Güzelmansur, gewonnen werden. Er ist in Anatolien muslimisch aufgewachsen und zum Christentum konvertiert.

Güzelmansur versteht sich als Brückenbauer sowohl zwischen den Kulturen und den Religionen. In Lantershofen gab er seinen Zuhörern zunächst ein Art Grundkurs zum Thema „Islam“, von dessen Entstehung im siebten Jahrhundert über die Nachfolger des Propheten Muhammad bis hin zur Aufspaltung in verschiedene religiöse Gruppierungen unter dem Kalifen Moawija.

Die erste große Welle Islamisten erreichte Deutschland ab 1960 mit den Gastarbeitern. Erst, als diese während der Energiekrise Anfang der 1970er Jahre ihre Familien nachholten, wurde die Religion hierzulande nach außen sichtbar, unter anderem entstanden erste Moscheegemeinden. Rund 4,3 Millionen Muslime aus 40 Nationen lebten 2015 in Deutschland, die aktuelle Flüchtlingswelle dürfte die Zahl noch einmal in die Höhe getrieben haben. Zahlreiche islamistische Verbände wollen diese Menschen nach außen vertreten. „Es sind aber nur rund 20 Prozent, die dort organisiert sind, der Rest ist eine schweigende Mehrheit“, so Güzelmansur.

Und wie sieht der Dialog der Religionen aus? Güzelmansur berichtete von einer versöhnlichen Tonart von Seiten der katholischen Kirche, eingeschlagen von Papst Paul VI. mit dem zweiten vatikanischen Konzil. Kein Wunder, sprechen Islamisten und Christen doch von ein und demselben Gott. Der Frieden untereinander und das gegenseitige Verstehen stehen im Vordergrund. „Die Frömmigkeit des anderen betrachten, um die religiösen Traditionen zu verstehen“, drückte es Papst Johannes Paul II. aus. „Interreligiöser Dialog ist also nicht Mission“, so Günzelmasur, der die Forderung des aktuellen Papstes Franziskus, eine Haltung der Offenheit müsse den interreligiösen Dialog kennzeichnen, unterstrich.

Vor allen unter den auswärtigen Gästen des Burgforums wurde in der kurzen Diskussionsrunde nach dem Vortrag der Vorbehalt gegenüber dem Islam immer wieder deutlich. „Muss ich Angst haben, dass wir vom Islam überrollt werden“, wollte eine Besucherin wissen. Fragen nach dem Frauenbild in der islamischen Welt und nach der Toleranz gegenüber dem Christentum in islamischen Ländern wurden gestellt. Es ging um die mögliche Scheu vor der Integration, um vermutete extremistische Lehren in den Koranschulen oder der Frage nach der Sicht der Wertigkeit von Grundgesetz oder Scharia in den Augen der Muslime. Timo Aytac Güzelmansur war bemüht, alle Fragen ausreichend zu beantworten, ohne die Situation zu schön zu reden. Er sprach vom patriarchalischen Gesellschaftsbild in den Familien, das sich bildungsabhängig entwickele, von mangelnder Toleranz trotz verkündeter Religionsfreiheit in vereinzelten Staaten und bat um Respekt vor den oftmals anderen Gewohnheiten anderer Kulturkreise.

„Es ist erst der Anfang eines Anfangs“, fasste Dr. Christian Hartl, der Spiritual am Studienhaus St. Lambert, die Erkenntnisse aus dem Burgforum am Ende zusammen. Hartl versprach, das Thema werde seitens des Studienhauses auch an zukünftigen Forenabenden präsent sein.

Burgforum im Studienhaus: "Christlich-islamischer Dialog"


Referent ist der Geschäftsführer der Arbeitsstelle CIBEDO, Dr. Timo Aytac Güzelmansur, der sich als Brückenbauer zwischen den Kulturen und Religionen versteht. Foto: Veranstalter.

Das interdiözesane Priesterseminar St. Lambert lädt am Mittwoch, 6. Juli 2016, wieder zu einem Burgforum, das heißt zu einem öffentlichen Vortrag mit anschließender Diskussion, ein. Das Thema ist hochaktuell: „Der christlich-islamische Dialog und sein Beitrag zum friedlichen Zusammenleben in Deutschland". Als Referent konnte der Geschäftsführer der Arbeitsstelle CIBEDO, Dr. Timo Aytac Güzelmansur, gewonnen werden. CIBEDO ist die von der Deutschen Bischofskonferenz eingerichtete Christlich-Islamische Begegnungs- und Dokumentationsstelle mit Sitz in Frankfurt.

Dr. Güzelmansur (geb. 1977) ist in Anatolien in einer muslimischen Familie aufgewachsen. Er lernte in seiner Heimat das Christentum kennen, ließ sich taufen und studierte Katholische Theologie in Augsburg, Rom und Frankfurt. Seit Oktober 2006 arbeitet er bei CIBEDO. Dr. Güzelmasur versteht sich als Brückenbauer sowohl zwischen den Kulturen (Deutschland – Türkei), als auch zwischen den Religionen (Christentum – Islam). Das Burgforum beginnt um 19:30 Uhr im Foyer des Studienhauses. Der Eintritt ist frei.

Dr. Christian Hartl verlässt Seminar Burg Lantershofen


Spiritual Dr. Christian Hartl vom Seminar St. Lambert verlässt Burg Lantershofen. Vielfach hat er die Pfarrei unterstützt, hier bei der diesjährigen Fronleichnamsprozession. "Markenzeichen" u.a. waren seine guten Predigten. Sein Weggang hinterlässt eine Lücke auch im Pfarreigeschehen. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.

Nach 4 Jahren seiner Tätigkeit als Spiritual in St. Lambert in Lantershofen hat die Deutsche Bischofskonferenz Herrn Dr. Christian Hartl zum neuen Geschäftsführer der großen Hilfsorganisation Renovabis (Osteuropa-Hilfswerk der Katholischen Kirche) ernannt. Dr. Hartl wird das Studienhaus Ende Juli verlassen, um die neue Tätigkeit zum 1. Oktober 2016 in Freising anzutreten.

Herr Dr. Hartl ist uns Gemeindemitgliedern hier in St. Lambertus Lanters­hofen und darüber hinaus in dieser Zeit sehr ans Herz gewachsen. Gerne hat er mit uns die Sonntagsmesse gefeiert und wir durften viele sehr gute, an der Lebensrealität orientierte, einfühlsame und mitreißende Predigten erleben. Gerne hat er auch bei anderen Gottesdiensten mitgewirkt und uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Er bot uns die Möglichkeit, an den von ihm angebotenen Exerzitien im Alltag teilzunehmen und er hatte immer ein offenes Ohr für all unsere Fragen.

Spiritual Dr. Christian Hartl, Ex-Subregens Johannes Brand und der Bischof von Trier Dr. Stephan Ackermann (v.l.)während der Verabschiedungsfeier für Regens Monsignore Dr. Michael Bollig am 8. Mai 2016.
Dr. Hartl (2. v.l.) zieht ein zum feierlicher Gottesdienst mit der Junggesellen-Schützengesellschaft St. Lambertus Lantershofen an Kirmesmontag im September 2015. Auch das Studienhaus St. Lambert feiert am gleichen Tag das Patronatsfest.

Herr Dr. Hartl hat während seiner Zeit hier viele gute Bekannte und Freunde gefunden, die seinen Weggang aus Lantershofen sehr bedauern. Seine menschliche Zuwendung und Freundlichkeit und seine frohe, offene Art werden uns fehlen. Wir wünschen Herrn Dr. Hartl für seine neue Tätigkeit von Herzen viel Kraft und Mut. Herzlich danken wir ihm für alles, was er hier in Lanters­hofen Gutes getan und bewirkt hat. Gottes Segen soll ihn auf allen seinen Wegen begleiten. Für die Pfarrgemeinde Karweiler/Lantershofen: Doris Krämer, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates.

Ein Mensch der leisen Worte


Monsignore Dr. Michael Bollig wurde als Regens des Studienhauses St. Lambert verabschiedet

Nach zehnjähriger Tätigkeit als Regens und damit Leiter des interdiözesanen Seminars zur Priesterausbildung „St. Lambert“ in Lantershofen wurde Dr. Michael Bollig aus diesem Amt verabschiedet. Für den 48-jährigen begann am 1. Mai ein neuer Lebensabschnitt. Er übernahm die Leitung der Pfarrei Hl. Edith Stein in Trier. Zusätzlich wird er Dozent für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Theologischen Fakultät der Universität in Trier. Daher hieß es in Lantershofen nun, die Koffer zu packen. Wie groß die Beliebtheit Bolligs nicht nur auf Burg Lantershofen ist, zeigte sich bei zwei Abschiedsfeiern am Sonntag und Montag.

Zum Hausfest des Seminars St. Lambert konnte Noch-Hausherr Regens Dr. Michael Bollig (rechts) auch den Alt-Regenten und Bischof von Trier Dr. Stephan Ackermann begrüßen und mit ihm über alte Zeiten flachsen. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Sehr verbunden mit der Burg und Regens Dr. Bollig haben sich weite Teile der Bevölkerung gefühlt. Hier marschieren die Vereine, voran die Junggesellen-Schützen mit ihrem Tambourcorps unter Leitung von Nils Henscheid auf dem Stephansplatz vor der Burg ein.

Zunächst verabschiedeten dabei am Sonntag „das Dorf“ und die Grafschafter Pfarreiengemeinschaft des Regens. Nicht nur die Tatsache, dass mehr als 200 Menschen gekommen waren, um „Tschüss“ zu sagen, zeigt die enge Verbundenheit zwischen Studienhaus und dem Ort. „Das Volk kommt, wenn der Burgherr verabschiedet wird“ drückte es Ortsvorsteher Leo Mattuscheck bildhaft aus. Mattuscheck dankte Dr. Bollig für dessen fortwährende Unterstützung Lantershofen. Erich Althammer, der für die Ortsvereine sprach, hätte sich einen längere Verweildauer von Dr. Bollig in Lantershofen gewünscht und dankte für dessen „fantastische Predigten.“ Walter Moitz zählte noch einmal die Projekte des Fördervereins St. Lambertus auf. Mit einem musikalischen Ständchen verabschiedeten die Lantershofener Musikfreunde, die Chöre des MGV Cäcilia und das Tambourcorps der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft den Regens.

Regens Dr. Michael Bollig (vorn) und seine Studenten, Dozenten, Freunde und Lantershofener Bürger hören sehr interessiert der Rede der Vorsitzenden des Pfarreienrates der Pfarreiengemeinschaft Grafschaft, Anita Schneider, zu, die gleich einen Präsentkorb überreichen wird.
Bischof Stephan Ackermann freut sich mit (v.l.) Spiritual Dr. Christian Hartl und dem ehemaligen Subregens Johannes Brand über manche Bemerkung von Dr. Bollig in dessen Dankesrede. Auch Grafschaft-Bürgermeister Achim Juchem (hinten rechts im weißen Hemd) schmunzelt mit.

Als einen „Menschen der leisen Worte“ bezeichnete die Vorsitzende des Pfarreienrates der Pfarreiengemeinschaft Grafschaft, Anita Schneider, den scheidenden Regens, der mit seinem Team die seelsorgerischen Lücken in der Grafschaft und darüber hinaus immer wieder gefüllt habe.

Anita Schneider, die Vorsitzende des Pfarreienrates der Pfarreiengemeinschaft Grafschaft, und Pastor Alexander Burg danken mit Worten und einem Präasent für die Arbeit von Regens Michael Bollig auch in den Pfarreien.
Mit Weihbischof Robert Brahm (links) und Subregens Philip Peters (rechts) dankt Bischof Stephan Ackermann (2.v.l) Regens Michael Bollig (3.v.l) als seinem Nachfolger im Amt des Leiters des Studienhauses.

Am Montag fand das Hausfest in St. Lambert statt, auch dieses stand ganz im Zeichen der Verabschiedung. Mit einem Pontifikalamt in der St. Lambertuskirche, das vom Trierer Bischof Ackermann und elf weiteren Geistlichen, darunter auch Weihbischof Robert Brahm zelebriert wurde, begannen die Feierlichkeiten. Bischof Ackermann ergriff bei der anschließenden Feier auf Burg Lantershofen das Wort. Er ist der Vorgänger von Dr. Bollig und war sieben Jahre lang am Seminar in Lantershofen als Regens tätig. „Ich habe mich in Lantershofen immer sehr wohl gefühlt. Es gibt kein solches Haus in Deutschland, das derart eng mit der Bevölkerung verbunden ist“, fand der Bischof auch für Lantershofen klare Worte. Seinem Nachfolger im Regens-Amt bescheinigte er, sich intensiv mit der Frage „wie geht Priesterausbildung in der heutigen Zeit“ beschäftigt zu haben. Zudem habe Bollig eine sehr gute Netzwerkarbeit in dem überdiözesanen Haus betrieben. 

„Uns wird heute eine Konstante genommen“, meinte der Grafschafter Bürgermeister Achim Juchem, aber Dr. Bollig habe diese Veränderung gewollt. Juchem gab dem Regens einen Koffer voller Grafschafter Köstlichkeiten mit auf den Weg. Derweil stellte der Kreisbeigeordnete Horst Gies die Herzlichkeit und das Miteinander, die Bollig prägen, in den Fokus. Auch Gies betonte: „Niemals geht man so ganz – schon gar nicht von Lantershofen.“ Nach weiteren Dankesworten seitens des Haussprechers Dominik Stehl und des Spirituals Dr. Christian Hartl mußte auch Dr. Michael Bollig zugeben, dass es ihm am Ende nicht leicht gefallen sei, loszulassen. Bollig betonte aber auch, dass ihm das Amt viel Kraft gekostet habe. „Die Kirche ändert sich immer schneller und immer radikaler. Da können auch die Priester nicht unbeweglich bleiben“, so der scheidende Regens.

Pater Prof. Dr. Johannes Günter Gerhartz SJ gestorben


Das Studienhaus St. Lambert teilt mit, dass am 8. April 2016 Pater Prof. Dr. Johannes Günter Gerhartz SJ im Alter von 89 Jahren in Köln verstorben ist. Pater Gerhartz war von 1998 bis 2007 Spiritual am Seminar. Mit seiner besonderen Art, die zugleich herzlich und entschieden war, habe er eine große Zahl von Studenten des Seminars begleitet und geprägt und habe sich in vielfältiger Weise in die weitere Entwicklung des Studiengangs und in die Profilierung der Lantershofener Ausbildung eingebracht. Hierbei habe er seine reichen Erfahrungen für alle fruchtbar gemacht. Auch nach seinem altersbedingen Ausscheiden habe er die Verbindung mit der "Burg" aufrechterhalten. Für viele Absolventen sei er über die Zeit im Seminar hinaus ein treuer und hoch geschätzter Wegbegleiter geblieben. Das Studienhaus verdanke ihm sehr viel, es werde ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Auf seinem 80-jährigen Geburtstag: Pater Gerhartz predigt in der Lambertuskirche und ermutigt die Studenten des Seminars. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Pater Gerhartz (v.l) feiert die Heilige Messe gemeinsam mit den Bischöfen Felix Genn, Robert Brahm und Stephan Ackermann, alles ehemalige Regenten im Seminar St. Lambert.

Pater Johannes Günter Gerhartz SJ wird am Donnerstag, den 21. April 2016 in Köln beigesetzt. Das Requiem ist um 12:00 Uhr in der Jesuitenkirche St. Peter in Köln, die Beisetzung findet um 13:30 Uhr auf dem Melaten-Friedhof statt.

Regens Dr. Michael Bollig hinterläßt Spuren in Lantershofen


Berufliche Veränderung war absehbar – Kontakt zum Dorf war ihm wichtig

Lapidar heißt es auf der Internetseite des Seminars St. Lambert: "Im Gottesdienst zur Eröffnung des Wintertrimesters gab Regens Dr. Bollig eine Neuigkeit bekannt. Nach 10 Jahren seiner Tätigkeit als Regens in Lantershofen wird Dr. Bollig zum 1. Mai 2016 die Leitung der Pfarrei Hl. Edith Stein in Trier übernehmen. Zusätzlich zu dieser Aufgabe wird Dr. Bollig Dozent für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Theologischen Fakultät der Universität in Trier."

Regens Dr. Michael Bollig wenige Wochen nach seiner Amtseinführung am 24.9.2006. St. Lambertus, Patron von Lantershofen und dem Burg-Seminar schaut gefällig zu. Foto: Thomas Schaaf.
Zu Kirmes in Lantershofen im zylindergeschwärzten Saal dabei zu sein und die "Burg" zu vertreten, war ihm stets Ehre und Freude. Viele seiner Anekdoten zeugten von großer Dorfkenntnis, Humor und Interesse am Umgang mit Menschen schlechthin. Foto: Thomas Schaaf.

Dass Regens Dr. Michael Bollig bereits in wenigen Wochen das Studienhaus St. Lambert in Lantershofen verlassen wird (der GA berichtete), hat zu einigen Reaktionen in Lantershofen geführt. So ganz überraschend kommt diese berufliche Veränderung für Klaus Dücker, der 28 Jahre lang dem Pfarrgemeinderat vorgestanden hat, allerdings nicht. „Nach zehn Jahren war mit einer solchen Veränderung zu rechnen“, so Dücker, der weiter betonte: „Dr. Bollig ist ein durch und durch guter Seelsorger, der mit seinen Predigten, die sich oftmals mit den aktuellen Problemen der Gesellschaft befassten, bei den Gläubigen in der Pfarrei gut angekommen ist.“ Dücker hob die Einrichtung des „Burgforums“ durch Dr. Bollig besonders hervor. Hier seien immer wieder brandaktuelle Themen mit wesentlichen Aspekten aufgegriffen worden. Das Forum habe auch der Bevölkerung offen gestanden. Unter anderem erinnerte Dücker an den Vortrag von Rupert Neudeck zu vergangenen Flüchtlingssituationen. Auch habe Dr. Bollig in der aktuellen Frage der Flüchtlingspolitik schnell reagiert und Unterkünfte angeboten, übrigens noch bevor Papst Franziskus die kirchlichen Einrichtungen zu derartigem Handeln aufgerufen habe.

Am Tag seiner Amtseinführung zieht Dr. Bollig (links) mit Weihbischof und Ex-Regens Dr. Stephan Ackermann (Mitte) und Bischof Dr. Reinhard Marx zum Gottesdienst in der Lambertuskirche ein. Foto: Thomas Schaaf.
Dr. Bollig fachsimpelt mit Andreas Jauss (links), ehemaligem Student und Künstler am 27. Mai 2015 bei der Vernissage in der Aula des Seminars. Foto: Thomas Schaaf.

Leo Mattuscheck, Ortsvorsteher von Lantershofen und Vorstandsmitglied im Förderverein des Studienhauses St. Lambert bedauert sehr, dass Dr. Bollig das Studienhaus verlässt: „Er hat als Regens das Miteinander zwischen der „Burg“ und dem Dorf mit seiner ruhigen, einfühlsamen Art sehr gefördert. Wir möchten ihm danken für die gute Zusammenarbeit zwischen Studienhaus und Lantershofen. Seine Idee im Rahmen des Dorferneuerungskonzeptes, die Öffnung der Mauer um das Studienhaus wurde aufgrund der "Haushaltskonsolidierung" der Gemeinde Grafschaft nicht ausgeführt, was schade ist“, so Mattuscheck.

Michael Bollig fühlte sich Lantershofen und insbesondere seinen Traditionen sehr verbunden, er war unter anderem regelmäßiger Gast und Redner beim Festkommers am Kirmesmontag, weshalb der Vorsitzende der Kirmes veranstaltenden Junggesellen-Schützen, Robin Grießel, betonte: „Mit Dr. Bollig verliert Lantershofen und insbesondere die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft "St. Lambertus" einen sehr guten Freund. Seine treffenden Worte in Reden und Predigten, auch im Rahmen der Lantershofener Kirmes, werden in guter Erinnerung bleiben, ebenso wie die geselligen Abende für Junggesellen und Brötchesmädchen, zu denen er regelmäßig einlud.“

Regens Dr. Michael Bollig (links) und Gertrud Hermes überbringen Pater Günter Gerhartz SJ für das Studienhaus Glückwünsche und Geschenke zum 80. Geburtstag. Foto: Thomas Schaaf.
Inmitten der Studenten des Seminars St. Lambert im Garten der Burg, wo Dr. Bollig zehn Jahre gewirkt hat. Foto: Thomas Schaaf.

„Für seine neuen Aufgaben in Trier, zu denen er durch den Bischof Dr. Ackermann berufen wurde, wünschen wir Monsignore Dr. Michael Bollig im Namen aller Lantershofener alles erdenklich Gute und viel Glück auf seinem weiteren Lebensweg“, so Ortsvorsteher Mattuscheck.

Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen


"Frei leben ohne Gewalt" ist das Motto auch bei der kfd im Dekanat Ahr-Eifel.

Wortgottesdienst am Dienstag 24.11 19.00 Uhr in der Kapelle des Seminars St. Lambert

„Obwohl die Gleichstellung von Frauen und Männern in den Verfassungen von 139 Ländern und Gebieten garantiert wird, wird Frauen allzu häufig Gerechtigkeit und Schutz vor Gewalt verwehrt. Dieses Versagen ist nicht auf mangelnde Kenntnisse zurück­zuführen, sondern auf mangelnde Investitionsbereitschaft und politischem Willen, den Bedürfnissen von Frauen zu entsprechen und ihre Grundrechte zu schützen. Es ist an der Zeit, dass Regierungen Verantwortung übernehmen...“ So sprach 2011 in einer Rede vor den Vereinten Nationen die Leiterin von UN Women, Michelle Bachelet. 1999 bereits hatten die Vereinten Nationen den 25. November zum "Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen" erklärt.

Der Arbeitskreis „Frauen stärken – Gewalt überwinden“ im kfd-Diözesanverband Trier arbeitet seit mehr als zehn Jahren an diesem Thema. Er informiert und macht durch verschiedene Aktionen wiederholt auf die Gewaltproblematik aufmerksam. Die kfd im Dekanat Ahr-Eifel möchte sich aktuell diesem Thema widmen und lädt zu einem Wortgottesdienst ein, der am Vorabend des Gedenktages, am Dienstag, dem 24. November 2015, um 19.00 Uhr in der Kapelle des Seminars Studienhaus St. Lambert in Grafschaft-Lanters­hofen stattfindet. Das Frauenmusikensemble „Querbeet“ aus Hönningen wird den Gottesdienst musikalisch begleiten.