Neues vom Dorf


Aktuelle Berichte

Mitarbeiter der EU-Kommission besuchten Spirituosenhersteller


Hochwertige Kräuterspirituosen sowie beste Fruchtliköre aus natürlichen Rohstoffen sind die Markenzeichen der Destillerie. Foto: Thomas Schaaf.

Der Kirschenlikör ist ein Nachfolger der geraden Gurke

Spätestens, als die Gurke halbwegs gerade sein musste, damit sie über die Ladentheken in Europa gehen durfte, schaut man bei den Verordnungen der EU-Kommission ganz genau hin und fragt sich, ob es Sinn oder Unsinn ist, was Hundertschaften von Beamte da in Brüssel und den anderen Städten mit EU-Sitz so beschließen und verordnen. Denn es ging bei der Gurke nicht um den Geschmack, die kerzengerade Variante ist besser zu verpacken und somit lässt sich auch eine bessere Marge erzielen. Weniger für die Hersteller, die auf ihren krummen Gurken sitzen blieben, als vielmehr für die Händlerkette zwischen Hersteller und Verbraucher. Die skurrile Verordnung wurde im wahrsten Sinne des Wortes wieder gerade gebogen. Hier wird schnell klar, wer hinter dem Antrieb zu Verordnungen dieser Art stecken könnte: Lobbyisten. Und davon ist der EU-Sitz Brüssel voll, sie gehen ein und aus in den riesigen Verwaltungsgebäuden.

Natürlich ist auch alles rund um die Spirituosen reguliert, in der Spirituosen-Grundverordnung Nr. 110/2008, beschlossen vor nunmehr neun Jahren. Dass auch hier Lobbyisten kräftig Einfluss ausübten, steht außer Frage. Das ist auch kein großes Problem, teilen sich doch gerade einmal vier Konzerne den Weltmarkt und damit die besten Plätze hinter der Theke. „Die haben teilweise zu diesem Zweck sogar eigene Büros in Brüssel“, weiß Werner Albrecht, Sachbearbeiter für Alkohol im Bonner Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Ihm ist es ein besonderes Anliegen, dass die EU-Kommission auch die Stimme der kleinen Spirituosenhersteller hört, von denen nicht wenige an der Umsetzung der Verordnungen scheiterten und ihre Betriebe aufgaben. Und weil nun in Brüssel eine Novelle der Spirituosen-Grundverordnung beraten wird, machte sich Albrecht am Mittwoch zusammen mit EU-Spirituosenreferentin Chiara Imperio und deren Berater Rudy Van Der Stappen aus den Weg ins den Ahrkreis. Dort besuchten sie die Lantershofener Eifeldestillerie und wurden nicht nur von Inhaber Peter-Josef Schütz, sondern auch von der Geschäftsführerin des Bundesverbands der Spirituosenindustrie, Angelika Wiesgen-Pick, empfangen. Man wollte sich vor Ort ein Bild einer deutschen Brennerei machen, sowie das Gespräch mit Spirituosen-Produzenten über die Umsetzung des aktuellen EU-Rechts und der kommenden der neuen EU-Spirituosenverordnung führen. Dabei machte Peter-Josef Schütz klar, dass auch er ein Klagelied über die EU-Verordnungen singen kann. So musste vor einigen Jahren das Produkt „Kirschlikör“ umbenannt werden. Nun heißt es „Kirschenlikör.“ Weil die Begriffe „Kirsch“ und „Alkohol“ doch ausschließlich auf Kirschwasser hindeuten. „Seither schaut der Kunde verdutzt aufs Etikett“ weiß Peter Josef Schütz. Und Werner Albert, dessen Ministerium immerhin erreichen konnte, das sich das Thema nur auf Alkoholika beschränkt und es jetzt nicht auch noch „Schwarzwälder Kirschentorte“ heißt, machte klar: „Es war der Bundesregierung und dem Ministerium wichtig, dass die EU-Kommission weiß, dass der Spirituosenmarkt in den einzelnen 28 EU-Mitgliedstaaten unterschiedliche Strukturen aufweist und es in Deutschland nicht nur vier Weltkonzerne oder größere Unternehmen, sondern kleine familiengeführte Spirituosenmanufakturen und Brennereien gibt, die die regionale Wirtschaftskraft beleben und vor allem auch einen wichtigen touristischen Beitrag liefern.

Daher war man auch froh, dass die Kommissionsmitglieder der Einladung Folge leisteten und Gespräch mit den kleinen Produzenten suchten. Die EU sei ja auch nicht nur ein Fluch, sondern vielfach auch ein Segen, betonte Schütz derweil mit Blick auf die Klarheit, wie denn in den 28 Mitgliedsstaaten Spirituosen zu vermarkten sind. Und weil man auch daran arbeite, dass aus dem Kirschenlikör wieder Kirschlikör wird, lohne sich auch die Lobbyarbeit auf der untersten Ebene“, so Schütz, der seine Besucher nach einer kleinen Verkostung des Kirschenlikörs zur Weiterfahrt in die Winzergenossenschaft Dagernova entließ.

Die Bürgervereinigung gratuliert


Harald Hess (links) und Thomas Schaaf (rechts) gratulieren Walter Schneider vor der Burg Kreuzberg. Foto Alexander Schneider.

29.7.2017. Anlässlich des 60. Geburtstags von Walter Schneider aus Kreuzberg, einem langjährigen Mitglied der Bürgervereinigung Lantershofen, überbrachten die Vorstandsmitglieder Harald Hess und Thomas Schaaf  im Namen des gesamten Vorstands der Vereinigung die herzlichsten Glückwünsche. Die Gratulanten überreichten dem Geburtstagskind ein kleines Präsent mit einer Flasche Schütz-Sekt und Motiv-Gläsern aus der Glasserie der Bürgervereinigung, welche alljährlich mit neuem Lantershofener Motiv auf der Familienwanderung der Bürgervereinigung ausgegeben werden.

Herzlichen Glückwunsch!

Verstorben aus unserer Pfarreiengemeinschaft


Aus unserer Pfarreiengemeinschaft ist am 24. Juli 2017 im Alter von 83 Jahren verstorben:

Marianne Bertram geb. Dünker. 
Sie wohnte in der Rheinstraße 25 in Lantershofen.

Das Sterbeamt feiern wir am Freitag, den 28.7. um 14.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Katharina in Karweiler. Anschließend findet die Beisetzung auf dem Friedhof statt.

Das Totengebet wird gehalten am Dienstag, 25.7., Mittwoch, 26.7. und Donnerstag 27.7. jeweils um 18.00 Uhr in der St. Lambertus Kirche in Lantershofen.

Ehre ihrem Andenken!

Am Spritzenhaus wird wieder gefeiert


Lantershofener Wehr ist am ersten Augustwochenende aufs „Durstlöschen“ spezialisiert

Sie hatten in diesem Jahr schon viel zu tun, die Kameraden des Ausrückbereichs Mitte der Freiwilligen Feuerwehr Grafschaft, zu dem auch die Löschgruppe Lantershofen unter der Leitung  von Rolf Ahrend gehört. Oft waren zu den unterschiedlichsten Zeiten die Sirene und kurze Zeit später das Martinshorn zu hören. Brände, Unfälle, Türöffnungen, auch Fehlalarme, das ganze Register von Einsätzen wurde in diesem Jahr bereits gezogen. Die „Lantershofener“ standen immer Gewehr bei Fuß und absolvierten dazu zahlreiche Übungen, um fit und auf dem neusten Stand der Technik zu bleiben.

Am ersten Augustwochenende ist der „Einsatz“ schon traditionell ein ganz anderer. Dann lädt die Wehr zu ihrem Tag der offenen Tür ans Spitzenhaus in der Graf-Blankart-Straße ein. Vor der Mehrzweckhalle besteht die Gelegenheit, im Festzelt oder „Open Air“ ein paar gemütliche Stunden zu verleben und dabei ins Gespräch zu kommen. Für die Versorgung mit reichlich Getränken sorgen die Wehrmänner, deren Partner sich zudem um das leibliche Wohl in deftiger und süßer Form kümmern werden.

Die Löschgruppe Lantershofen. Fotos in diesem Bericht: Thomas Weber.
Bei einer abendlichen Übung.

Samstagabend, 5. August, werden wie Wehrmänner das erste Fass Bier anstechen, beim  Dämmerschoppen ist ebenso für Unterhaltung gesorgt, wie beim Frühschoppen am Sonntag, 6. August. Zu besichtigen ist an beiden Tagen zudem das Gerät der Lantershofener Wehr, auch wird so manche befreundete Wehr aus der Grafschaft oder der nahen Kreisstadt ihren Besuch machen und dabei ihre Einsatzwagen präsentieren. Klar, dass auch für die Kinder gesorgt ist, sie können sich auch der Hüpfburg und bei jeder Menge Spiel- und Spaßaktivitäten austoben. Getreu dem Motto: „Wir kommen zu Ihnen wenn's brennt, kommen Sie zu uns wenn wir feiern“, lohnt sich der Besuch bei der Feuerwehr in Lantershofen also. Daneben ist die Löschgruppe aber auch auf der Suche nach aktiven Kameraden. Derzeit tun 16 aktive Wehrleute ihren Dienst in Lantershofen, es könnten noch ein paar mehr sein.

In fünf Wochen soll der Lantershofener Winzerverein fertig sein


Umbau in Rekordzeit ist auf der Ziellinie

In der wahrlich als Rekordzeit zu bezeichnenden Zeitspanne von knapp acht Monaten aus dem eher maroden und alten Lantershofener Winzerverein ein schmuckes Dorfgemeinschaftshaus entstehen zu lassen, diese Aufgabe hatte sich die Verwaltung der Gemeinde Grafschaft als neuer Besitzer gestellt. Ende August soll das Haus fertig sein. Selbst die Außenanlagen, die sich eigentlich als weiterer Bauabschnitt an die Sanierung anschließen sollten, werden dann fertiggestellt sein. Gerade rechtzeitig für die Lantershofener, um Mitte September die traditionelle Lambertuskirmes feiern zu können, die ohne den Winzerverein für die Bevölkerung und die ausrichtende Junggesellen-Schützen-Gesellschaft nicht vorstellbar ist. Dementsprechend waren die im Schnitt alle zwei Wochen stattfindenden öffentlichen Begehungen, bei denen immer wieder Vorschläge und Ideen auf den Tisch kamen, auch recht gut besucht. Vor allem die Vertreter der Nutzervereine aus Lantershofen machten sich dort ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten. Am Mittwoch vergangener Woche fand der vorerst letzte dieser „Jour-fixe-Termine“ statt, der deutlich machte, dass die Umbau- und Sanierungsphase auf der Ziellinie angekommen ist. Mittlerweile ist der neue Parkettboden im 225 Quadratmeter großen Saal, dem Mittelpunkt des Hauses, verlegt. Derzeit sind aber auch die Elektriker damit beschäftigt, die vom Grafschafter Gemeinderat nachträglich beschlossene Aufrüstung der technischen Voraussetzungen zur Durchführung größerer kultureller Veranstaltungen zu schaffen. So soll der Saal künftig zwei verschiedene Bühnenpositionen für die Darstellung verschieden großer Produktionen erhalten, die beide auch licht- und tontechnisch bestens ausgestattet sind. Dort können künftig Konzerte, große Feiern, aber auch Theaterproduktionen stattfinden. Und auch der Karneval wird sich hier weiterhin heimisch fühlen.

 Künftig ist das Haus über ein vorgebautes Foyer erreichbar, dem ein auch als Künstlergarderobe zu nutzendes kleines Stuhllager angebaut wurde. Erst nach dem Eintritt entscheidet der Besucher, ob er den Weg in den Saal oder in den ehemaligen und in Teilen erhaltenen Gaststättenbereich wählt. Rollstuhlfahrer können mittels eines Aufzugs auf die höhere Ebene gelangen, direkt im Foyer wurde eine Behindertentoilette errichtet. Auch der direkt ins Foyer übergehende ehemalige Gaststättenpart wird derzeit technisch aufgerüstet und bietet künftig die Möglichkeit, Sitzungen und kleinere Veranstaltungen, die einer medientechnischen Begleitung bedürfen, zu beherbergen. Dass die Vertreter der Grafschafter Vereine das Haus künftig ebenfalls für ihre Sitzungen oder Vorstandsbesprechungen nutzen werden, ist eines der Ziele des äußerst rührigen Trägervereins des Hauses, der sich seit nunmehr gut drei Jahren um die Umsetzung der Vermietungen und die Nutzung kümmert und der künftig mit Unterstützung der örtlichen Vereinswelt in dem Haus auch einen wöchentlichen Dorftreff anbieten möchte.

Wenn dann Umbau und Sanierung in gut fünf Wochen abgeschlossen sind, werden nicht nur die Zeitpläne, sondern auch die Kostenrahmen eingehalten sein, betonten Architektin Sarah Dünker und Bauamtsleiter Friedhelm Moog am Mittwoch. Rund 850.000 Euro waren für Sanierung und Anbau veranschlagt, weitere 100.000 Euro durften in die technische Ausstattung investiert werden. Über die aufwändige Veranstaltungstechnik hinaus wird es aber auch eine einfach zu bedienende Anlage für technisch weniger anspruchsvolle Veranstaltungen, wie Vereinsfeiern oder Kommerse geben.

Kirmes und erste Konzerte im September dienen als Probelauf. Vom 6.-8. Oktober wird dann es im Winzerverein ein dreitägiges Fest unter dem Oberbegriff „Der NEUE Winzerverein“ geben. Um diese Umsetzung kümmert sich eine Veranstalter-Gemeinschaft von zehn Lantershofener Ortsvereinen unter der Leitung des Trägervereins. Es werden Veranstaltungen für jedes Alter und viele Genres geboten. Und das alles bei freiem Eintritt, lediglich für eine Wein- und eine Spirituosenprobe werden Unkostenbeiträge fällig, die die Betriebe aber für die Finanzierung des Wochenendes stiften. Neben der feierlichen Eröffnung am 6. Oktober stehen drei Konzerte im Mittelpunkt. A-capella sind Rondo Vocal zu hören, Rockmusik präsentieren AC/BC und kölsche Tön bringen der kölsche Musiker, wie der Kölnbarde oder Jeckediz in den Winzerverein. Auch die Lantershofener Chöre und die Musikfreunde werden zu hören sein. Es gibt Kinderfeste, Kinderkino, Früh- und Dämmerschoppen, Mitsingnachmittag, Sternwanderungen, Führungen und eine Ausstellung. Kurzum: es wird nicht langweilig werden.

Weiterer Jour Fix auf dem Winzervereinsgelände


Zu einem weiteren "Jour Fix", einem regelmäßig wiederkehrenden Besprechungstermin auf dem Gelände des ehemaligen Winzervereins trafen sich jetzt wieder einmal die Vertreter des Trägervereins für den  Winzerverein und der anderen Dorfvereine. Thema war der "Stand der Dinge" und der Fortschritt der Umbau- und Renovierungsarbeiten.  

Die neue Eingangstür zum Foyer des neu gestalteten Gebäudes ist eingebaut. Foto und Bildunterschriften: Thomas Schaaf.
Derzeit wird auch der Vorplatz neu hergerichtet. Er wird bei Bedarf bis an die Fahrbahn in der Winzerstraße heranreichen können. Foto: Thomas Schaaf.

Friedhelm Moog und Diana Porten von der Gemeindeverwaltung Grafschaft standen den Vereinsvertretern Rede und Antwort und erläuterten den Stand der Arbeiten und das weitere Vorgehen. Nach wie vor liegt das Umbau- und Renovierungsvorhaben sowohl zeitlich als auch finanziell im erwarteten Rahmen. Es zeichnet sich ab, dass auch die medientechnische Umsetzung im Bereich Kneipe/Foyer nach den Wünschen der Vereine  darstellbar ist. Möglicherweise benötige es aber auch noch finanziellen Aufwands der Vereine, wobei hier in erster Linie Kulturlant und der Trägerverein zu nennen seien, so Thomas Weber, Geschäftsführer von Kulturlant.

Die alten Strukturen wie Fenster, Türen, Empore und Zugang zur Gaststätte bleiben erhalten. Neu ist die gesamte Infrastruktur in Wasser, Gas, Elektrik, Heizung, Statik und Medientechnik. Foto: Thomas Weber.
Die verschiebbare Treppe vom Saal in den Gastraum ist bereits geliefert. Friedhelm Moog von der Gemeindeverwaltung (4.v.r.), Manfred Dünker (3.v.r.) und Sarah Dünker (2.v.r.) vom Architekturbüro Dünker erläutern den Gang der Arbeiten. Foto: Thomas Weber.

Erste Festveranstaltung im neuen Gebäude wird die Kirmes im September sein. Für die Tage vom 6.-8. Oktober plant der Trägerverein dreitägige Eröffnungsfeierlichkeiten im und am neuen Winzerverein mit buntem Programm und allerlei Veranstaltungen.

75 Maubichkuchen waren schnell verkauft


Traditionelles Gebäck hat in Lantershofen viele Freunde

Ganz neue Wege ging die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft St. Lambertus Lantershofen bei ihrem Maubichfest in diesem Jahr. Das fand in den letzten Jahrzehnten eigentlich immer am Winzerverein statt. “Aber da wird gerade renoviert und darum mussten wir uns was anderes einfallen lassen“, so der Hauptmann und Vorsitzende Johannes Schütz. Entstanden war so schnell die Idee, das Fest an der ehemaligen Schule gegenüber von Burg Lantershofen auszurichten. Dort gab es frühes mindestens einmal im Jahr ein kleines Fest, denn dort war einst das Lantershofener Spritzenhaus. Bis zum Neubau der Mehrzweckhalle Ende der 1970er Jahre lud die örtliche Wehr an die Schule ein. Weil deren Zukunft wohl über kurz oder lang in einem Abriss enden dürfte, wählten die Junggesellen diesen Ort für ihr Fest, um die Schule noch einmal in den Fokus zu stellen. Die Nachbarschaft war mit der drohenden Lärmbelästigung einverstanden.

An der Alten Schule von 1911 feiern die Junggesellen mit ihren Gästen das beliebte Maubichfest. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Kinderbelustigung, Hüpfburg, Schminken und andere Spiele sind stets gefragt bei den Kindern.

Dass der neue und sicherlich einmalige Festplatz gleich am Birnenrundwanderweg liegt, kam dem Verein ebenfalls zugute, denn dort tummelten sich vor allen Dingen am Sonntagmachmittag jede Menge Wanderer, denen auf dem Rundweg um Lantershofen ansonsten keine Einkehrmöglichkeit geboten wird. Viele von ihnen probierten den recht eigenwillig aussehenden Lantershofener Maubichkuchen, am Ende des Tages waren alle 75 Hefekuchen mit dem ungewöhnlichen dunkelbraunen Belag verkauft. Kurz nach Mittag standen die ersten Freunde des Maubichkuchens bereits Schlange, man wollte unbedingt einen der Kuchen, dessen genaues Rezept kaum ein Lantershofener kennt und das wie ein großes Geheimnis gehütet wird.

Im Bereich des ehemaligen Schulhofs der Alten Schule lässt es sich fröhlich feiern.
Schon früh drängen sich die Gäste bei den Brötchesmädchen an der Maubichtheke.

Das Fest, das in Lantershofen Ende der 1960er Jahre von den Junggesellen-Schützen ins Leben gerufen wurde, um die ebenso traditionelle, wie kostspielige Lambertus-Kirmes finanzieren zu können, startet beim Dämmerschoppen am Samstagabend. Schnell wurde klar, der Ausweichplatz wurde angenommen. Im Biergarten unter Bäumen oder im Festzelt war es urgemütlich. Gleich 24 Teilnehmer traten zum Sibbeschrööm-Turnier an, bei dem erst weit nach Mitternacht Karl-Heinz Schweinheim als Sieger und Gewinner des Maubichpokals feststand. Derweil wurde an den Tischen und am Bierbrunnen geklönt und gefeiert, denn allzu oft kommen die Lantershofener nicht mehr zusammen, seit Ende 2013 die letzte Gaststätte ihre Türen schloss.

Spaß macht auch das Dosenwerfen. Paaaf, gleich fällt das Blechding herunter.
Die beiden Junggesellen Leon und Nils bereiten im Schatten der Alten Schule das "Schocken" vor und erstellen die Teilnehmerliste. Der Siegerpokal steht schon bereit.

Zum Frühschoppen am Sonntag kamen dann in erster Linie die Vertreter der Ortsvereine, von denen es in Lantershofen reichlich gibt. Am Mittag blieb die Küche in vielen Häusern kalt, hier boten die Junggesellen ein komplettes Menü an, ehe es dann am frühen Nachmittag ans traditionelle Maubichessen ging. Hier war klar: man mag diesen Kuchen auf der Basis von getrockneten Birnenvierteln, oder man mag ihn nicht. Dazu stellte sich noch die Frage: mit oder ohne Sahne. Rund 20 „Brötchesmädche“, die den weiblichen Gegenpart zu den Junggesellen-Schützen stellen, hatten auf alle Fälle alle Hände voll zu tun, um allen Wünschen nach Kuchen und Kaffee gerecht zu werden. Derweil zogen sich die Freunde des Würfelspiels schon wieder ins Festzelt zurück: „Schocken“ war angesagt. Gleich 16 Teilnehmer waren dabei, am Ende ging Stefan Dünker als Sieger mit den meisten gewonnenen Punkten hervor, auch er erhielt einen schmucken Pokal. Und noch ein Spiel gab es: am Bierbrunnen sicherten sich die Oevericher Junggesellen den „Meterpokal“, parallel durfte der Nachwuchs sich auf der Hüpfburg austoben, oder die anliegende Straße bunt anmalen. Auf alle Fälle trug das Fest an der Schule wesentlich zur Kirmesfinanzierung bei. Sollte die Schule, die derzeit im Besitz der Gemeinde Grafschaft ist, auch im kommenden Jahr noch nicht verkauft sein, dürfte es den Junggesellen schwer fallen, sich zwischen diesem Ort und dem dann fertigen Winzerverein zu entscheiden.

Lantershofener Senioren auf Entdeckungsreise


Traditionell lädt der Vorstand der Bürgervereinigung Lantershofen die Seniorinnen und Senioren des Dorfes im Juli zu einem gemeinsamen Ausflug ein. Das diesjährige Ziel war der Kaltwasser-Geysir in Namedy bei Andernach. 39 gut gelaunte Lantershofener starteten gegen 12.30 Uhr mit dem Bus nach Andernach. Bald war das Ziel erreicht und es wartete der Besuch des Informationszentrums zum Geysir auf die Teilnehmer.

Warten auf das Zubringerschiff am Rheinufer. Fotos in diesem Bericht: Hubertus Feist.
Kurze Schiffsfahrt über den Rhein zum Geysir.

In einer sehr gut gestalteten Ausstellung werden die Besucher auf eine virtuelle Reise mitgenommen, die in 4.000 m Tiefe beginnt und dann an der Erdoberfläche endet. Sehr anschaulich und mit vielen Exponaten zum Anfassen und Ausprobieren wird hier vermittelt, wie und warum ein Gemisch aus CO² und Wasser in Namedy als hohe Wasserfontäne aus dem Boden schießt.

Imposante Fontäne des Geysirs auf dem Namedyer Werth, einer Rheinhalbinsel.

Das Namedyer Werth, eine Halbinsel im Rhein auf dem sich der Geysir befindet, ist ein Naturschutzgebiet. Deshalb ist es nur von der Wasserseite aus zu betreten und so wartete auf die Ausflügler eine kurze Rheinschifffahrt. Gemeinsam mit vielen anderen Besuchern konnte schon kurz nach der Landung des Schiffs der Geysir in seiner vollen Höhe von mehr als 50 m bewundert werden. Mit dieser Höhe als Wassersäule ist er der größte Kaltwasser-Geysir der Welt. Ein großartiges Schauspiel.

Die Rückfahrt mit dem Schiff wurde zu einer kleinen Stärkung mit Kaffee und Kuchen genutzt. Nach der Rückkehr nach Lantershofen fand der traditionelle Abschluss in diesem Jahr bei belegten Brötchen und kühlen Getränken in der „Kleinen Kneipe“ des Priesterseminars St. Lambert statt. Ein herzliches Dankeschön hierfür, besonders für die aufmerksame Bewirtung durch die Seminaristen. Für viele Teilnehmer war es der erste Besuch dieser Attraktion direkt „vor der Haustüre“, der großen Anklang gefunden hat. Nach diesem gelungenen Ausflug wurde bereits darum spekuliert, wohin wohl der Ausflug im nächsten Jahr führen wird.