Neues vom Dorf


Aktuelle Berichte

Auftakt der Lantershofener Kirmesfeierlichkeiten


Junggesellen-Schützen ermitteln ihren neuen König – Vorab zahlreiche Schießwettbewerbe

In Lantershofen stehen die Höhepunkte des jährlichen Festkalenders an, wenn die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft am zweiten und dritten September-Wochenende zu den Kirmesfeierlichkeiten bittet. Diese werden am Sonntag, 13. September, mit dem Schützenfest eröffnet, nachdem sich der amtierende Schützenkönig Benedikt Queckenberg zwei Tage zuvor in einem internen Festabend von seinem Amt verabschiedet hat. Das Schützenfest findet an der Lambertushütte statt, wo sich der Schießstand der Lantershofener Junggesellen befindet. Zu finden ist die Hütte am Ende der Lambertusstraße, gleich neben der Schießanlage der Grafschafter Sportschützen.

Königsproklamation in der Lambertushütte unter Assistenz von Hauptmann Robin Grießel (links) und Ex-Majestät Dominik Knieps (rechts). Foto: Thomas Schaaf.
Benedikt der I. zieht mit Gefolge ein in seine Hochburg in der Winzerstraße. Foto: Thomas Schaaf.

Der Tag der Schützen beginnt um 10:30 Uhr mit dem Wettschießen der Ortsvereine, bei dem sich im vergangenen Jahr das Tambourcorps der Junggesellen durchsetzen konnte. Nach der Mittagspause, für die die Junggesellen eine Stärkung am Imbiss und der Kuchentheke empfehlen, wird der amtierende Schützenkönig Benedikt Queckenberg ein letztes Mal von der Gesellschaft durch den Ort zum Schießpatz in der Lambertusstraße geleitet. Dort findet am Nachmittag ab 15 Uhr das „Sauschießen“ der beiden Vorstände der Junggesellen-Schützen-Gesellschaften aus Lantershofen und Ahrweiler auf zwei hölzerne Wildschweine statt. Im Anschluss daran steht es beim Preisvogelschießen jedermann frei, selbst sein Glück zu versuchen. Den Höhepunkt des Tages bildet jedoch das Königsvogelschießen ab 19 Uhr, aus dem der neue König hervorgeht, der im Anschluss in der Lambertushütte geehrt und mit einem Fackelzug durch das Dorf geleitet wird. Am Abend feiern dann die Junggesellen beim internen Königsabend ihre neue Majestät.

Im Land der Dichter, Denker und Sitzenbleiber


Kabarettist Volker Weininger zeigte sich schonungslos

Beim Grafschafter Verein Kulturlant e.V. hat am vergangenen Donnerstag die neue Spielzeit begonnen. Dabei erlebten knapp 140 Besucher die Vorpremiere des neuen Programms „Bildung. Macht. Schule“ des Bonner Kabarettisten Volker Weininger. Weininger, der gerade dem rheinischen Publikum aus seiner Rolle des angetrunkenen Sitzungspräsidenten bekannt ist, startet in diesen Tagen sein zweites Kabarettprogramm, in dem er sich explizit mit dem Bildungssystem in Deutschland beschäftigt und dabei schonungslos den Finger in jede sich zeigende Wunde legt. Dabei hält er keineswegs nur den Pädagogen den Spiegel vor. Weininger rechnet mit all den ab, die in irgendeiner Weise mit dem Bildungssystem in Berührung kommen. Das ist beinahe jeder im Staat, außer den 4,2 Millionen Analphabeten. Aber die werden ja bald eingeschult und dürfen sich dann ebenfalls als Teil des Kabarettprogramms fühlen.

Weininger gibt auch als Karnevalspräsident Einblick in sein Programm. Foto: Thomas Weber.
Volker Weininger testet für sein neues Programm, was beim Auditorium ankommt, was nicht. Foto: Thomas Weber.

Dass Deutschland als eines der wenigen Länder eine Schulpflicht hat, hat seine Gründe: „Der Staat verbietet den Hausunterricht, damit keiner merkt, was in der Schule so alles schief läuft“, so der Kabarettist zum Auftakt. Er berichtet vom Lehrerehepaar: er ausschließlich Sportlehrer und damit auf der nach oben offenen Eierschaukelskala ganz vorn; sie ebenfalls Sportlehrerin mit einem Zweitfach, nämlich dem „textilen Gestalten.“ Für Weininger ist das der Nachfolger der Prügelstrafe, das „Waterboarding“ der Pädagogik. Auf der anderen Seite die übervorsichtigen Eltern, die ihren Behütungsmarathon für Einzelkinder ausleben: Kettcar mit Stützrädern, Wattebausch am Geigenbogen oder mit Fahrradhelm auf der Schaukel. Und diese Kinder werden mit 10 Jahren selektiert: Gymnasium, Realschule, Hauptschule. Wer soll das entscheiden? Eltern oder Lehrer? Beides ist falsch im Land der Dichter, Denker und Sitzenbleiber. 

Weininger ist längst dabei, seinen Rundumschlag weit über die Pädagogik auszudehnen. „Warum verdient der Pfleger einer Software mehr, als der Pfleger eines Menschen?“ Was läuft falsch in unserem System, fragt er sich. „Ist es korrekt, dass die Putzfrau mit ihren Steuergeldern ein Zahnarztstudium finanziert.“ Da geht der Kabarettist doch lieber in die Christmette, buht die Kinder beim Krippenspiel aus und holt sich den Eintritt aus dem Klingelbeutel zurück. Schließlich muss doch heute alles optimal laufen und funktionieren, was beim Krippenspiel nicht der Fall war. 

Zweieinhalb Stunde heizte der Bonner, der schon für sein erstes Kabarettprogramm „Euer Senf in meinem Leben“ mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet wurde, dem Publikum in Lantershofen ein, dabei testete er alleine im ersten Abschnitt rund 75 Minuten, was beim Auditorium ankommt, was nicht. Nicht jeder Gag, der bei einer Vorpremiere zu hören ist, schafft es auch ins Programm. Aus dem Vorgetragenen etwas zu streichen, dürfte Weininger allerdings schwer fallen, keine Pointe fiel durch, Ironie und Bissigkeit kamen an und auch nach zwei langen Halbzeiten verlangte das Publikum noch nach einer Zugabe. Für die zog sich Volker Weininger das rote Sakko um und setzte die Narrenkappe auf, um als Sitzungspräsident noch einen Einblick in sein Karnevalsprogramm zu geben.

Erfolgreich schöne Natur wiederhergestellt


Vor zwei Jahren hat die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler den unteren Teil des in Betonhalbschalen fließenden Lantershofener Baches bis nahe an den Kreisel renaturieren lassen. Recht üppig haben sich die angelegten Pflanzen, Bäume  und gesäten Gräser entwickelt. Hoch sind manche Kräuter geschossen, Disteln behaupten sich im großen Pflanzenpotpourri, noch fett und satt im Grün ist Gras nach dem Mulchen gediehen, in Sumpfrinnsalen mit weichem, feuchtem Schlamm suhlen Wildschweine des Nachts, Rehböcke fegen ihre Stangen an den frisch gepflanzten jungen Ruten und Stämmchen.

Der Bach hat leise Melodien, und fern ist Staub und Stadt; ...
... die Wipfel winken her und hin und machen mich so matt. ...

Feuchter Wiesengrund bestimmt im Bereich des Baches das stattliche Pflanzenleben. Letzter starker Regen hat Gräser und Halme in Fließrichtung des Bachlaufs umgelegt, Lehm dazwischen abgelagert und sich in flachen Windungen kurzzeitig breit gemacht. Schmetterlinge, Vögel und anderes Getier beschweren sich über Spaziergänger und Fotografen abseits des Weges. Eidechsen fühlen sich zwischen Holzscheiten wohl, Käfer und Insekten freuen sich über ein sattes Nahrungsangebot ebenso wie der Bussard, dem Aufsitzstangen eine gute Jagdausübung ermöglichen. Unbeeindruckt plätschert der Lantershofener Bach vorbei.

... Der Wald ist wild, die Welt ist weit, mein Herz ist hell und groß; ...
... es hält die blasse Einsamkeit mein Haupt in ihrem Schoß. Rainer Maria Rilke. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.

Private Grillhütte am Sportplatz abgebrannt


Ursache des Brandes unbekannt

Gegen 20 Uhr ertönte die Sirene auf der Alten Schule: Im Außenbereich unterhalb des Sportplatzes und eines Lagerplatzes brannte zwischen Blautannen und Fichten ein blechgedeckter Bretterverschlag, der offensichtlich als private Grillhütte des Sommers in Gebrauch war.

Wind treibt starken Rauch Richtung Landskrone, im Hintergrund sieht man Neuenahr und den gleichnamigen Berg. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Der Überblick zeigt die Lage der brennenden Grillhütte unterhalb des Sportplatzes.
Nach dem Löschen durch die Feuerwehr bleiben nur verkohlte Reste und das Wellblechdach von der Sommerlaube übrig.

Nur wenige Minuten nach der Entdeckung des Brandes war die Feuerwehr zur Stelle, welche die Hütte allerdings nicht mehr retten konnte. Zur Höhe des Sachschadens konnte noch keine genaue Aussage gemacht werden, Personen sind jedoch nicht zu Schaden gekommen. Dem Brandherd nahestehende  Bäume, zwischen denen jetzt eine große Lücke klafft,  haben aufgrund der großen Hitzeeinwirkung ziemliche Beeinträchtigungen hinnehmen müssen. Derzeit ist die Brandursache noch unbekannt, Brandfachleute sollen am Montag hierzu Ermittlungen einleiten.

Vor 80 Jahren: Schützenfest 1935


Lantershofen 10.9.1935. Ein Schützenfest wie noch nie! Das diesjährige Schützenfest der Lantershofener Junggesellen-Schützengesellschaft trug eine ganz besondere Note. Waren doch Gäste ins Dorf gekommen, die über 50 Mann starke Belegschaft des Arbeitsamtes der Rheinmetallwerke in Düsseldorf-Rath verbrachte auf eine Einladung hin ihr Wochenende bei den Lantershofener Junggesellen. So begann der Samstag mit einem wirkungsvoll angelegten gemütlichen Abend, der Gäste und Dorfbewohner zu einer festlichen und freudigen Gemeinschaft vereinigte

Nach dem Schützenfest am kommenden Sonntag steht die Kirmes wieder vor der Tür. Seit 1928 wird dieses schöne Dorffest in seinem Ablauf praktisch unverändert gefeiert. Erster König der damals neu gegründeten Gesellschaft war Franz Mombauer. Foto: Thomas Schaaf.

Ein reichhaltiges Unterhaltungsprogramm war aufgestellt, und nach einer Rede des Betriebsführers, die mit einem Hoch auf unseren Führer [*] ausklang, wechselten gute Darbietungen der Gäste in Gesang, Musik und Vorträgen ab. Vereinskamerad PG Zillessen entbot den Düsseldorfern in kurzer Ansprache ein herzliches Willkommen und unterstrich die harmonische Gemeinschaft von Städter und Landbewohner, die hier als Ausfluß des nationalsozialistischen Wollens [*] ein gegenseitiges Kennen- und Verstehenlernen anbahnt. Dann zeigte der Spielmannszug der Gesellschaft sein Können, und nach einem packenden Gesangvortrag des Herrn Radermacher legten die Düsseldorfer Gäste in bunter folge davon Zeugnis ab, daß sie auf dem Gebiete des Humors sehr zu Hause sind, sogar das bekannte "Radschlagen" wurde unter großem Beifall vorgeführt. Der gute Rotwein tat ein übriges, und recht spät war es, als man sich endlich trennen konnte. 

Am Sonntag nachmittag zog der Verein im Festzug zum Schießplatz, wo sich alsbald ein fröhliches Treiben entwickelte. Nun galt es dem Königsvogel, und Schuß auf Schuß krachte, besonders die Düsseldorfer Freunde, die gleichfalls von einem Ahrausflug eintrafen, beteiligten sich rege und erwarben sich mehrere Preise.

St. Lambert ist der Schutzpatron der Lantershofener Kirche und der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft. Foto: Thomas Schaaf.

Der Holzvogel war in kurzer Zeit schon so zerfetzt, daß er ersetzt werden mußte, und als dieser schließlich nach heißem Wettstreit von Vereinskamerad und 1. Offizier Görres herabgeschossen wurde, donnerte ein brausendes Hoch über den Platz und mischte sich mit dem Krachen der Freudenböller. Hauptmann E. Schütz proklamierte unter Jubel den neuen König der Lantershofener Junggesellen-Schützen, Joseph I., und schmückte ihn mit Kette und Zepter. Ein freudiger Festzug führte die neue Majestät zum Winzerverein, wo die Düsseldorfer Gäste Abschied nahmen und ihren Dank für die schönen verlebten Stunden durch Ueberreichung eine geschmackvollen Gedenkblattes ausdrückten. Der Tag klang aus in einem gemütlichen Abend bei Sr. Majestät, auf dem Hauptmann Schütz in längerer Ansprache den Werdegang der Gesellschaft bis zur Krönung der Entwicklung, dem verflossenen und denkwürdigen Heimatfeste als Jubelfeier für Dorf und Verein, schilderte und weiterhin Zusammenarbeit und Einigkeit forderte.

Wieder trennt man sich spät nach schönen und harmonischen Stunden. Und nun ist es nur noch ganz kurze Zeit bis zur großen dreitägigen Lantershofener Kirmes, die am nächsten Samstag beginnt und bis Mittwoch morgen in groß angelegtem Rahmen Dorf und Gäste in echt rheinischer Fröhlichkeit vereinigen wird.

[*] Hinweis zu Führergruß und nationalsozialistischer Ehrerweisung: Der Artikel der Ahrweiler Zeitung wird lediglich zu historisch-dokumentarischen Zwecken ungekürzt wiedergegeben und ist in den zeitlichen Kontext (September 1935) einzuordnen.

Silbernes Königsschild gestiftet


Silberne Erinnerungsplakette an das Königsjahr 2014/15, gestiftet von Benedikt Queckenberg. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.

Mit dem Abschiedsabend des scheidenden Schützenkönigs Benedikt Queckenberg in der Lambertushütte begannen am vergangenen Freitag die Feierlichkeiten der Lantershofener Lambertus-Kirmes. Im Verlauf des Abends überreichte Queckenberg dem Hauptmann der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“, Robin Grießel, das silberne Königsschild zum Andenken an die Zeit seiner Regentschaft. Das Schild hat die gleiche Form wie die Interimskette des Schützenkönigs und erinnert im oberen Teil an das Wappen der Familie Queckenberg. Gegliedert ist das Schild in vier Bereiche mit unterschiedlichen Darstellungen. Zu sehen da die Collage des Ortes Lantershofen, die Elmar Zillgen nach den Fotos von Thomas Schaaf entworfen hat und der Löwe aus dem Familienwappen. Pauke, Lyra und Trommelstöcke deuten auf die Zeit Queckenbergs im Tambourcorps der Junggesellen hin. Zudem ist der Königsvogel dargestellt. Zu lesen ist „Benedikt Queckenberg, König der Junggesellen-Schützen St. Lambertus Lantershofen 2014.“ Die Rückseite ziert ein Dank an seine Königsbegleiter Marco Schmidt und Dominik Knieps.

Viele Erinnerungsgeschenke für den scheidenden König: Hier überreicht Yvonne Ulrich ein Präsent im Namen der Brötchesmädchen, die den König und die ganze Junggesellen-Gesellschaft das Jahr über begleiten und unterstützen.
Grüße aus der Nachbarschaft im Tonwerk: Eva Wollert überreicht ein handgemaltes Abbild von Plakette und Zepter des baldigen Ex-Königs, ein Präsent-Kuchen mit essbarem bunten Zuckerbild der Königsplakette wurde spätabends noch verspeist.

Bürgervereinigung tagte traditionell am Vorabend des Schützenfestes


Wahlgremium zur Vorstandswahl steht fest

„Bürgerversammlung“ nennen die Mitglieder der Lantershofener Bürgervereinigung ihre alljährliche Jahreshauptversammlung, die traditionell am Vorabend des Schützenfestes der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft stattfindet. Eine der vordringlichsten Aufgaben der Bürger ist gemäß deren Satzung die Unterstützung der Junggesellen. Gemeinsam feiern beide Vereine eine Woche nach dem Schützenfest die Lambertus-Kirmes. Das Interesse der Mitglieder an eben jeder Bürgerversammlung war am vergangenen Samstag gegenüber den Vorjahren merklich gesunken, nur 58 Teilnehmer konnte der Vorsitzende Erich Althammer im Saal des Winzervereins begrüßen.

Für die sehr schlechten Wetterverhältnisse kurz vor Veranstaltungsbeginn konnte der Bürgervorstand mit dem Besuch noch gut zufrieden sein. Foto: Thomas Schaaf.
Schriftführer Harald Hess lässt das vergangene Vereinsjahr nochmals vorbeiziehen. Links neben ihm hören Erich Althammer, Werner Braun und Karl-Josef Scholl, rechts Helmut Kappen, Hauptmann Robin Grießel und König Benedikt Queckenberg aufmerksam zu. Foto: Thomas Schaaf.

Nicht dabei war Geschäftsführer Leo Mattuscheck, er hatte sich unter der Woche bei der Gartenarbeit verletzt und musste das Krankenbett hüten. Das hatte auch für die Bürgerversammlung Folgen: es gab weder einen Geschäftsbericht zu hören, noch konnte die Kasse geprüft werden. Letzteres ist nicht weiter tragisch, steht die Entlastung des Vorstands doch erst bei einer weiteren Bürgerversammlung im November an, der so genannten „Vorstands gebenden Versammlung.“ Hier wird alle drei Jahre auch der neue Vorstand gewählt. Dass dies nicht anlässlich der Versammlung im September geschieht, hat einen geschichtlichen Hintergrund, im vergangenen Jahrhundert gab es Tendenzen hin zu einer Bürgerschützengesellschaft, denen der damalige Vorstand entgegen wirken wollte. Erst seit 1979 haben die Lantershofener Bürger eine Satzung und eine turnusmäßige Mitgliederversammlung. Alle drei Jahre werden auf dieser zehn Wahlmänner ermittelt, die im November gemeinsam mit dem aktuellen Vorstand, allen bisherigen Schützenkönigs-Silberjubilaren und den ehemaligen Junggesellen-Hauptleuten den neuen Bürgervorstand wählen. Als Wahlmänner bestimmte die Versammlung in diesem Jahr Dr. Rainer Böhm, Hubertus Gussone, Willi Dünker, Dieter Seiwerth, Wolfgang Kanter, Harald Schäfer, Egon Knieps, Karl-Heinz Schweinheim, Uwe Efferz und Wilfried Sprinkmeier.

Am Samstag blickte zunächst Schriftführer Harald Hess auf die vielfältigen Aktivitäten der Gesellschaft zurück, die sich neben der Kirmes auch um Oktoberfest, Weihnachtsbaum, Familienwanderung oder eine Seniorenfahrt kümmert. Zudem hat man im vergangenen Jahr das Umfeld um das erworbene Heimkehrerkreuz auf dem Berg Richtung Ahrweiler neu gestaltet und eine viel beachtete Lesung veranstaltet. Der stellvertretende Geschäftsführer Werner Braun konnte mangels Geschäftsbericht lediglich die Summe der Einnahmen und Ausgaben verkünden, die unterm Strich ein Kassenplus von knapp 1.000 Euro einbrachten. Seitens der anwesenden Vertreter der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft berichtete deren Hauptmann Robin Grießel vom aktuellen Vereinsgeschehen. Mit einer Bilddokumentation zum Geschehen der letzten 50 Jahre in Lantershofen rundeten Thomas und Roland Schaaf die Veranstaltung ab.

Marco Böhm errang die Königswürde


Um 20.39 Uhr ergab sich der hölzerne Vogel

Böllerschüsse und Glockengeläut verkündeten es den Lantershofenern am späten Sonntagabend: die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“ Lantershofen hat einen neuen Schützenkönig. Es war 20:39 Uhr, als der Königsvogel unter dem Jubel einiger hundert Zuschauer von der Stange fiel.

Der Wettkampf um die Königswürde ist voll im Gange, viele Besucher verfolgen das Schauspiel auf dem Schießplatz am Ende der Lambertusstraße mit Spannung. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Im fairen Wettkampf: Marco Böhm (links) und Stefan Dünker (rechts) liefern sich im Schießstand ein spannendes Duell. Schießverantwortliche sind Hauptmann Robin Grießel (2.v.l.) und Tambourmajor Lars Henscheid (3.v.l.).

Den letzten Schuss hatte der Kassierer der Junggesellen, Marco Böhm abgegeben, er hatte sich zuvor einen spannenden Wettkampf mit Offizier Stefan Dünker geliefert, mehr als eineinhalb Stunden lang stritten beide aus dem Schießstand heraus um die Königswürde. Der 96. Schuss brachte die Entscheidung. Hauptmann und Vorsitzender Robin Grießel nahm kurz nach dem Königsschuss die Proklamation vor. „Der alte König ist tot, es lebe der König“, rief Grießel der jubelnden Bevölkerung zu, nachdem die Junggesellen die neue Majestät auf ihren Schultern in die Lambertushütte am Lantershofener Schießplatz getragen hatten. Hier überreichte ihm sein Vorgänger Benedikt Queckenberg die äußeren Zeichen der Königswürde, das Zepter und die schwere Kette mit den Königsschildern der letzten 25 Majestäten. Daran hing auch das ganz neue Schild des scheidenden Königs, dass Queckenberg anlässlich seines Abschieds am Freitag der Gesellschaft gestiftet hatte. Marco Böhm ist 23 Jahre jung, seit einigen Jahren Kassierer und damit Vorstandsmitglied der Junggesellen-Schützen. Derzeit studiert er in Koblenz und möchte einmal Gymnasiallehrer werden. Jetzt wird er aber als Schützenkönig erst einmal ausgiebig die anstehende Lambertus-Kirmes feiern.

Justin Waldecker (links) und Markus Fabritius (rechts) tragen den neuen König Marco Böhm auf ihren Schultern unter dem Jubel der vielen anwesenden Gäste in die Lambertushütte zur offiziellen Proklamation.
Die Freude ist groß beim neuen König Marco Böhm, bei Ex-Majestät Benedikt Queckenberg und Hauptmann Robin Grießel: "Der alte König ist tot, es lebe der neue König". Für ein Jahr lang steht nun Marco Böhm als König der Junggesellen-Schützengesellschaft St. Lambertus Lantershofen vor.

Vor Ort sammelte sich eine große Gratulantenschar, darunter war auch der unterlegene Mitkonkurrent Stefan Dünker, dieses Mal in der Funktion des stellvertretenden Ortsvorstehers. Glückwüsche gab es zudem von den Schützenkameraden aus Ahrweiler und von MdL Petra Elsner. Für die Lantershofener Vereine nahm der Vorsitzende der Bürgervereinigung, Erich Althammer, das Mikrofon in die Hand. Im Ort selbst wurde die neue Majestät am späten Abend unter Glockengeläut in einem Fackelzug vorgestellt. Noch bis tief in die Nacht feierten die Junggesellen mit ihren ehemaligen Königen und Hauptleuten den nun 79. Schützenkönig der Gesellschaft.

Schon am Morgen des Schützenfesttages hatten sich die Vertreter von 14 Ortsvereinen zum Wettschießen um den Lambertus-Pokal versammelt, aus dem die Musikfreunde als Sieger hervor gingen, Stefan Jöntgen gelang der entscheidende Schuss auf das Vereinslogo. Am Nachmittag gingen dann im Wettschießen der Vorstände der Junggesellen aus Ahrweiler und Lantershofen die Gastgeber nach einem Volltreffer von Hauptmann Robin Grießel als Sieger hervor.