Neues vom Dorf


Aktuelle Berichte

Realistische Kompositionen im Studienhaus


Künstler und Noch-Seminarist Andreas Jauss zeigt "Unterwegs"

27.5.2015. Zwei Mal hinschauen lohnte. Mindestens. Und Näherkommen sowieso. Anders als es der erste Blick nahe legt, sind die Bilder, die zurzeit im Studien­haus Sankt Lambert in Lantersho­fen zu sehen sind, keine Fotos und die Motive keine Abbildungen. Es sind fotorealistische Arbeiten von Andreas Jauss, Werke aus Acryl auf Leinwand in Schwarz-Weiß, und tatsächlich nur unter Ver­wendung von schwarzer und wei­ßer Farbe, und zudem gehängt wie oft Fotos. 60 Werke, allesamt im Format 30 Mal 40 Zentimeter, und in je drei Reihen zu 20 Bildern sorgsam platziert auf einer ge­schwungenen Wand im Foyer des Studienhauses, standen insbesondere im Fokus der Vernissage-Gäste.

Andreas Jauss (links) und Regens Dr. Michael Bollig freuen sich über die gelungene Präsentation im Konvex der Aula des Studienhauses. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Künstler und Student Andreas Jauss erläutert im Studienhaus St. Lambert seine Werke-Sammlung "Unterwegs".

„Ist das New York? Wo ist dieser Strand? Wo diese Firmen­gebäude?“, fragten sie sich. „So gibt es sie eigentlich nirgendwo“, antwortete der Künstler. Denn sei­ne Werke sind Kompositionen, aber so realistisch, dass jeder sie aus seinem Alltag zu kennen glaubt. Scheinbar sachlich und nüchtern sind eine Fülle von Su­jets auf Leinwand gebannt und vermögen besonders durch ihre atmosphärische Dichte zu berüh­ren: der Blick aus dem Fenster oder auf den Teller, auf einen Basket­ballplatz oder in eine Kantine, Ar­chitektur, Interieurs, Stillleben, vereinzelt Menschen, Hochhaus­schluchten und Landschaften, an denen man sonst vielleicht im Au­to achtlos vorbeifährt. Und immer wieder Wege und Straßen, die scheinbar ins Meer, um die Ecke, durch ein Dorf oder bis an den Ho­rizont führen.

Regens Monsignore Dr. Michael Bollig eröffnet die Vernissage mit einer Laudatio, welche die Kunst von Andreas Jauss und Glauben in eine Beziehung setzt.
Eindrucksvoll trägt der Bass Burkhard Bader, begleitet von Robert Mäuser auf dem Flügel, Werke von Ralph Vaughn Williams vor.

„Unterwegs“ ist der Titel der Ausstellung. Er rührt vielleicht auch daher, dass der Künstler sich nach eigenen Angaben auf seinen vielen Reisen inspirieren lässt, seine Motive aus Fotos komponiert und Computerprints als Aus­gangspunkte für seine Werke nutzt. „Ich möchte nicht expressi­onistisch und nicht impressionis­tisch malen. Es soll dokumenta­risch sein“, erklärt Jauss, dessen Exponate zum Teil auch im Studi­enhaus entstanden. Denn Jauss ist Student am Studienhaus und wird im Juli in Lantershofen abschlie­ßen. Bereits davor war er künstle­risch tätig und erfolgreich.

Jesuitenpater, Theologieprofessor und Kunstsachverständiger Friedhelm Mennekes stellt das Werk von Andreas Jauss bildhaft mit nachhaltigen Worten vor.
Auch nachdenkliche Fragen zur Verbindung von Kunst und Religion stehen im Raum.

1960 in Sindelfingen geboren, machte er zunächst eine Lehre als Versicherungskaufmann, gründete dann aber eine Künstlergemeinschaft und schloss sein Studium der Ma­lerei an der staatlichen Kunstaka­demie Karlsruhe mit einem Dip­lom in Malerei/Grafik ab. Seit 2011 studiert Andreas Jauss neben sei­ner künstlerischen Tätigkeit an Sankt Lambert Theologie, um Priester zu werden. Kunst und Theologie berühren sich in seinen Arbeiten nicht nur, wenn sie so of­fensichtlich sind wie bei den Wer­ken, die etwa das Innere eines Gotteshauses anbeten oder ein Stillleben mit Bibel und Wasser­glas. Der Blick aus einem Fenster ist der aus einem Klosterfenster und hat etwas mit der Öffnung der Kir­che durch das Zweite Vatikanische Konzil zu tun, sagt Jauss. Letztere Motive gehören zu den wenigen Werken von etwas größerem For­mat und in dezenter Farbgebung, von denen einige vor allem im Un­tergeschoss des Studienhauses zu sehen sind.

Zum Schlusswort von Andreas Jauss gehört auch der Dank an das Studienhaus, die Gäste und alle Helfer für die gelungene Vernissage.
Pater Friedhelm Mennekes SJ (links): "Das Werk hat mich umgehauen".

Vom Zusammenhang zwischen Kunst und Theologie sprach auch Regens Monsignore Michael Bollig zur Vernissage und sah Parallelen unter anderem in dem Bemühen, die Grenzen des rein Sichtbaren zu sprengen und Gedanken und Empfindungen der Menschen über das Empirisch-Erfahrbare hinaus­zuführen. Bollig attestierte Jauss’ Kunst zudem nicht nur Vielfältig­keit: „Sie atmet Weite, Tiefe und Realität. Sie legt eine Spur über das Abgebildete hinaus.“ Friedhelm Mennekes, Jesuitenpater, Theolo­gieprofessor und Kunstsachver­ständiger, widmete sich in seiner Einführung dem Leben und dem Arbeiten des Künstlers und stellte erst mal fest: „Das Werk hat mich umgehauen.“

Die Ausstellung „Unterwegs" im Studienhaus Sankt Lambert ist zu sehen bis Montag, 6. Juli, montags bis freitags von 14 bis 17 Uhr sowie sonn­tags von 12 bis 17 Uhr. Finissage und Gallery Talk mit dem Künstler beginnen am Abschlusstag um 19.30 Uhr.

Voting für Lantershofener Holzobjekte abgeben


Ein Radfahrer aus Bengen genießt auf der Z-Bank Sonne, Rapsblüte und die schöne Natur. Heimische Hölzer haben beim Zimmern der Hochbank die Grundlage gebildet. Die Gemeinde und Lantershofen freuen sich über viele Klicks beim Wettbewerb. Foto: Thomas Schaaf.

Wettbewerb „HolzProKlima 2015 in Rheinland-Pfalz"

Noch bis 30. Juni läuft der Wettbewerb „HolzProKlima 2015 in Rheinland-Pfalz.“ Durch den Kommunalwettbewerb sollen Gemeinden und Kreise ausgezeichnet werden, die den wertvollen Roh-, Werk- und Baustoff Holz bewusst zur Reduktion des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 einsetzen. Denn durch den vermehrten Einsatz von Holzprodukten in sämtlichen kommunalen Bereichen z.B. Bauen, Modernisieren oder Stadtmöblierung wird ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Unter den beworbenen Objekten sind auch die sechs Holzbauten am Birnenrundweg Lantershofen, die teils Hochbänke, teils Unterstellmöglichkeiten darstellen.

Die Gemeinde Grafschaft und der Verein Zukunft Lantershofen, der das Projekt verwirklichte, möchten Freunde der neuen Konstruktionen ermuntern, im Internet unter www.holz-pro-klima.de („Wettbewerb 2015“, „Neue Projekte“) für die Objekte abzustimmen.

Fronleichnamsprozession und Fest der Begegnung


Das Fronleichnamfest am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest, auch Hochfest des Leibes und Blutes Christi, feiert die Eucharistie als Opfer, Kommunion (Opferspeise) und - wegen der Realpräsenz Christi im Tabernakel - zugleich als Gegenstand der Anbetung.

Prozession in der Brennerstraße. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Beim 3. Altar am Josefkapellchen wird der Segen erteilt. Die Monstranz bewahrt die Hostie auf.

Es ist ein Erinnerungsfest an die Einsetzung des Altarsakramentes. Der Name "Fronleichnam" stammt von "fron", "Herr", und "lichnam", "Leib", weist also auf die Elemente der Eucharistie hin.

In der Schmittstraße haben Anlieger ein zur Reparatur bereits gekennzeichetes Schlagloch liebevoll mit Blümchen bepflanzt. Hier brauchen die Kinder nicht mehr soviel Blumenblätter streuen.
Später hat man dem Blumen-Arrangement noch einen sinnigen Spruch verpasst. Eigentlich hatten die Anlieger Vergissmeinnicht pflanzen wollen, hatten auf die Schnelle aber keine mehr besorgen können.

In diesem Jahr führte der Prozessionsweg von Karweiler nach Lantershofen. Die Prozession  fand nach den Altären am Kapellchen und im Burghof ihren Abschluss in der Lambertuskirche. In Bengen feierte die Pfarreiengemeinschaft das Fest der Begegnung.

„Fiesta“ im DGH Winzerverein


3.6.2015. Eine spanische Fiesta erlebte die Gaststätte im Lantershofener Winzerverein am vergangenen Mittwochabend. Unter dem Motto „Kulturlant kulinarisch“ hatte sich der Grafschafter Kulturverein auf neues Terrain begeben und erstmals einen Abend mit üppiger Verköstigung angeboten. Als Partner hatte der Verein dazu mit dem „Casa Antonio Lopez“ und seinem gleichnamigen Inhaber einen renommierten und bekannten heimischen Gastronomen von der iberischen Halbinsel gewinnen können.

Von echten heißen spanischen Klängen - angenehm ohne Lautsprecherverstärkung - lässt sich auch Kulturlant-Helferin Anja inspirieren. Foto: Thomas Schaaf.
Chefkoch im DGH ist Antonio Lopez (links) vom spanischen Restaurant Casa Antonio Lopez in Remagen. Thomas Weber (hinten) zapft, Mauricio Despania (rechts) zaubert spanische Musik und Karl-Josef Scholl genießt das Weizenbier. Foto: Thomas Schaaf.

Die 60 Gäste im seit langem ausverkauften Winzerverein erlebten einen Abend mit Tapas und Wein. Serranoschinken, Salate oder Boquerones machten den Auftakt, gefolgt von brutzelden Gambas direkt aus der Pfanne und leckeren Datteln im Speckmantel. Ein warmes Tapasbuffet und dazu eine riesige Paella schmeckte ebenso herrlich mediterran , wie die abschließende Crema Catalana. Dazu gab es gute Rot-, Weiß- und Roseweine, aber auch spanisches Bier und zum Abschluss einen guten Brandy. Natürlich standen auch antialkoholische Getränke auf der Karte. Unter die Gäste hatte sich zudem der in Köln lebende Südamerikaner „Mauricio“ gemischt, der die Gäste mit spanischen Volksliedern erfreute. Einen Augenschmaus bildeten zudem drei Flamenco-Tänzerinnen.

Anbau im Kindergarten macht Fortschritte


Ein ziemlich großes Loch ist entstanden, die Gründungsarbeiten für den Anbau sind im vollen Gange. Der Eingang zum Kindergarten ist wegen der Bauarbeiten nach hinten verlegt. Foto: Thomas Schaaf.

Nach der Übernahme der Kindertagesstätte in Lantershofen von der kirchlichen Kita-GmbH durch die Gemeinde Grafschaft sind nun die Arbeiten zur Erweiterung und Sanierung der Einrichtung angelaufen. Nach umfangreichen Ausschachtungs- und Sicherungsarbeiten beginnen nun die Gründungsarbeiten und die Errichtung des Anbau. Es wird anstelle einer Regelgruppe eine sogenannte kleine Altersmischung – hier werden bis zu 7 Kinder unter 3 Jahren integriert - eingerichtet. Zusätzlich erhält der Anbau einen Jugendraum.

Pflegepatenschaft für Pflanzbeete oder andere gemeindliche Flächen


Jetzt im Mai und Juni wächst das Grün in Feld, Flur, Wald und Dorf wieder kräftig. Deutlich wird auch in diesem Jahr, dass  die Mitarbeiter des Bauhofes der Gemeinde Grafschaft bei der Vielzahl der Objekte kaum Herr über das Grün werden können.  Zu Zeiten, als die Dörfer noch selbstständig waren, also vor mehr als vierzig Jahren, erledigten die Orte solche Arbeiten in eigener Regie, also entweder mit ortsansässigen Arbeitern  oder sehr häufig in privater Eigeninitiative. Allerdings gab es damals noch nicht die vielen Neubaugebiete, Kindergärten, Schulen, Sportplätze und allerlei weitere zu pflegende Flächen, wo sich die Natur nicht nur im Frühjahr regelmäßig durchsetzt.

Wenig pflegeleicht angelegt: Ortseingangsplatz an der Winzerstraße. Bei der Neuplanung bzw. Anlage wurde der Einbau einer Folie zur Durchwuchsverhinderung wohl vergessen oder "eingespart". Der Disteln kann man jetzt nur noch durch fleißiges Zupfen oder eine nette Dusche Herr werden. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Langsam aber sicher wächst der Parkplatz vor dem DGH Winzerverein zu.

Trotz erheblichen Maschineneinsatzes und ausgeweiteter Zahl an Mitarbeitern im Bauhof bleibt es schwierig, einen hohen Pflegestand der gemeindlichen Flächen zu garantieren. So gibt es denn auch immer wieder Bürgerbeschwerden über wucherndes Unkraut, allerdings auch immer wieder Beispiele für Eigeninitiativen von Vereinen oder aber auch von Mitbürgern, sei es z.B. in der Engasse (Bild), an der Kirche, wo allerdings nicht die Gemeinde Eigentümer ist oder am Heimkehrerkreuz und am Blankardskreuz (Bild).

Das Blankardskreuz an der Mehrzweckhalle hat eigentlich ein adretteres Aussehen verdient. Die jährliche Pflege hier ist vereinsintern geregelt und soll in Kürze angegangen werden.
Ein schönes Beispiel von Eigeninitiative stellt das gemeindliche Beet unten in der Enggasse dar, das von Anliegerin Frau Schneider liebevoll gepflegt wird.

Kürzlich hat der Gemeinderat beschlossen, Anwohnern, die eine Pflegepatenschaft für Beete übernehmen, einen Gutschein der örtlichen Gärtnereien, Gartenmärkte und Gartenbaubetriebe in Höhe von 25,00 € jährlich zukommen zu lassen. Anwohner, die an der Übernahme einer Beetpflege interessiert sind, können sich beim Bauhof der Gemeinde Grafschaft, unter der Telefonnummer 02641/8002-2, melden. Auch Ortsvorsteher Leo Mattuscheck (Tel. 0264125479) kann Auskunft geben. Zunächst wird eine Pflegevereinbarung abgeschlossen. In der Regel werden in einem solchen Falle keine Vorgaben zur zukünftigen Bepflanzung eines Beetes gemacht. Denkbar wäre z.B. die Bepflanzung mit Bodendeckern, Buchsbaumsträuchern und/oder einer wechselnden, jahreszeitlich bedingt blühenden Bepflanzung. Ein Bepflanzungsvorschlag der Anwohner wird Bestandteil der Vereinbarung. Sollte sich in dem entsprechenden Beet ein Baum befinden, so bleibt dieser in der Pflege und Unterhaltung der Gemeinde.

Pflegeaktionen wären natürlich auch in anderer Form immer möglich, so zum Beispiel wenn sich Gruppen, Vereine oder Private ein oder mehrmals jährlich zur Pflegearbeit an bestimmten Pflanzbeeten oder sonstigen pflegebedürftigen Objekten verabreden. Möglichkeiten hierzu wird man unschwer viele finden.

Kneipenwitze im Sekunden-Takt


Kulturlant: Comedian Markus Krebs trifft die Lachmuskeln des Publikums in Leimersdorf

Leimersdorf, 6.6.2015.  Nach dem großen Andrang im vergangenen Jahr in Lantershofen hatte „Kulturlant“, der Grafschafter Verein mit den Lantershofener Wurzeln, Comedian Markus Krebs ein zweites Mal zur Vorstellung seines Programms „Hockerrocker“ eingeladen. Knapp 180 Gäste im Haus des Dorfes in Leimersdorf dürften sich dabei einen gehörigen Muskelkater im Bauch zugezogen haben.

Vor vollem Haus des Dorfes in Leimersdorf zündet Comedian Markus Krebs Lachsalven im Sekundentakt. Krebs hat das Witzeerzählen voll drauf. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Markenzeichen von Comedian und Witzeerzähler Markus Krebs, aus dem Ruhrpott kommend, sind Wollmütze, Sonnenbrille und schwarze Klamotten.

Markus Krebs ist nicht nur der ungekrönte König des Kneipenwitzes, er haut die meist kurzen Gags auch im Sekundentakt und zu Hunderten am Abend raus. Witze erzählen will gelernt sein, Krebs hat es drauf und verliert auch den roten Faden nicht. Sollte die Kneipe einmal als Witz-Reservoir versagen, hat der Hocker-Rocker schon eine neue Quelle aufgetan: das Publikum wird um seine Lieblingswitze gebeten, die werden Teil des Programms und bewertet. In Leimersdorf „J.J.J. aus Fritzdorf“, dem das Publikum den meisten Applaus für seinen Witz spendete. 

Für den Verein Kulturlant e.V. war der Abend mit Krebs der letzte in der Saison 2014/2015. Der Verein begibt sich nun in die Sommerpause, ehe am 3. September mit der Vorpremiere des neuen Kabarettprogramms „Bildung. Macht. Schule“ von Volker Weininger in Lantershofen die neue Saison startet.

Der Jakobsweg von Sevilla nach Santiago de Compostela


Hannsjörg Pohlmeyer stellt die „Silberstrasse“ in Lantershofen vor

Der bekannteste Jakobsweg führt sicherlich durch den Norden Spaniens bis hin nach Santiago de Compostela, der so genannte „Camino frances.“ Es gibt aber auch andere Pilgerwege, die in die Stadt mit den Reliquien des Apolstels Jakobus führen. Einer davon führt von Sevilla aus nach Norden. Sein Name "Ruta de la Plata" wird häufig als "Silberstrasse" übersetzt. Diese Übersetzung basiert auf der Annahme, dass zunächst die Römer und später die Spanier ihr Silber (plata) aus dem Hafen von Sevilla kommend auf diesem Weg zur Nordküste transportierten oder über das spanische Festland verteilten. Wahrscheinlicher ist jedoch eine Ableitung des Namens "Ruta de la Plata" aus dem Arabischen. "Ruta Bal'latta" heißt übersetzt aus dem arabischen "breiter Weg" und bezieht sich darauf, dass die Mauren bei ihrem Vordringen innerhalb Spaniens die noch aus Römerzeiten stammende breite Strasse von Sevilla nach Norden vorfanden. Die Ruta de Plata wird oftmals auch als "Camino Mozárabe" bezeichnet. Dieser Name beschreibt, dass die unter maurischer Herrschaft lebenden Christen diesen Weg nutzten, um an das Jakobsgrab zu gelangen.

In den Winzerverein lädt der Trägerverein Dorfgemeinschaftshaus Lantershofen für den 3. Juli 2015 ein. Die Silberstraße ist das Thema. Plakat: Pohlmeyer/Veranstalter.

Die lange Zeit in Vergessenheit geratene Ruta de la Plata verläuft heute weitgehend parallel zur Nationalstrasse N630 auf Landwirtschaftwegen, einfachen Pfaden sowie kleinen Strassen. Im Gegensatz zum Camino Frances ist der Weg nur mittelmäßig, oftmals gar nicht, mit gelben Pfeilen gekennzeichnet, so das man hier regelmäßig nach seinem eigenen Weg zu finden hat. Die vorhandenen Wegmarkierungen sind alle für eine Süd-Nord-Wanderung ausgelegt, den Weg in umgekehrter Richtung zu finden, dürfte ein äußerst schwieriges Unterfangen darstellen. Von Sevilla bis Santiago de Compostela führt der Weg durch die autonomen Gemeinschaften Andalucía, Extremadura, Castilla-Leon und Galicia. 

Am Freitag, 3. Juli, wird Hannsjörg Pohlmeyer die Silberstrasse in einem rund 90-minütigen bebilderten Vortrag im Dorfgemeinschaftshaus Winzerverein Lantershofen vorstellen. Beginn des Vortrags ist um 20 Uhr, Einlass ist ab 19 Uhr. Der Eintritt zu diesem Vortrag, zu dem der Trägerverein des Hauses einlädt, ist frei.