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vom Verein

Förderverein will die Dorfgemeinschaft ankurbeln


Der alte und neue Vorstand (v.l.): Sabine Franken, Ralf Münch, Wilfried Sprinkmeier, Leo Mattuscheck, Wolfgang Kanter, Anja Knieps, Horst Saame, Elmar Zillgen und (nicht auf dem Bild) Roman Kappen. Foto: Thomas Schaaf.

Nach dem Großprojekt „Birnenrundwanderweg“ nimmt sich der „Förderverein Zukunft“ die abflauenden Feste vor – Forum Lantershofen wird angeboten

Einmal kräftig durchatmen und weiter geht es. So könnte man derzeit die Situation beim Förderverein „Zukunft Lantershofen“ darstellen. Der brachte im vergangenen Jahr mit der Fertigstellung des mit Aussichtspunkten möblierten Birnenrundwanderweges sein bislang wichtigstes und mit Abstand umfangreichstes Projekt an den Start. Mit der Mitgliederversammlung und der damit verbundenen Entlastung des Vorstandes ist das Projekt für den Verein nun auch formell abgeschlossen. Was jedoch nicht heißt, dass der 8,2 Kilometer lange Wanderweg nun ad acta gelegt werden kann. Die sechs Holz-Objekte müssen gepflegt und regelmäßig auf Schäden überprüft werden, dazu muss gemäht und gesäubert werden. Alles Dinge, die seitens des Vereins mehr oder weniger nebenbei gemacht oder in Absprache mit der Gemeindeverwaltung zu Planen sind. Welche Fülle von Arbeit hinter dem ehrgeizigen Projekt steckte, skizzierte Schriftführer Horst Saame in seinem Jahresrückblick noch einmal ausführlich.

Geschäftsführerin Sabine Franken hatte die passenden Zahlen dazu parat. Knapp 100.000 Euro wurden für den Weg ausgegeben, alleine 83.500 Euro liefen durch die Kasse des Fördervereins, der aus eigenen Mitteln fast 6.000 Euro dazu steuerte. Entsprechend schloss der Verein das Geschäftsjahr mit einem Minus von rund 2.600 Euro ab. Geld, dass gut angelegt war, befanden auch die Mitglieder von „Zukunft Lantershofen.“ Sie entlasteten den Vorstand nicht nur einstimmig, sondern wählten diesen auch komplett und ohne Gegenstimme neu. Vorsitzender Leo Mattuscheck, Geschäftsführerin Sabine Franken, Schriftführer Horst Saame und die sechs Beisitzer Anja Knieps, Ralf Münch, Elmar Zillgen, Wolfgang Kanter, Wilfried Sprinkmeier und Roman Kappen werden sich nun neuen Projekten widmen.

So will der Verein in der nächsten Ausgabe seines Quartalskalenders „Der Lantershofener“ eine Umfrage zum Umgang des Ortes mit seinen traditionellen Festen starten. Dass Lantershofen gerne feiert, ist bekannt. Aber bei vielen Festen sind die Besucherzahlen seit Jahren rückläufig. Hier sieht der Förderverein einen Ansatz, möchte die anderen Vereine unterstützen, soweit diese das denn möchten und will auch die vielen, in den vergangenen Jahren gekommenen „Neu-Lantershofener“ stärker ins Dorfleben integrieren. Dazu geht der Verein auch mit eigenen Projekten voran. Mehrmals im Jahr plant das Team, an den Freitagen, an denen der Trägerverein des örtlichen Winzervereins mit Unterstützung der Vereine das dortige Lokal öffnet, Vorträge anzubieten. „Forum Lantershofen“ will der Verein diese Abende nennen, die Inhalte der Vorträge sollen regionale Bezüge haben. Zum Start am 20. Mai wird Karl-Friedrich Amendt aus Sinzig  zu Thema „Wegekreuze“ referieren, von diesen gibt es rund um Lantershofen jede Menge.

Zudem wurde die Mitgliederversammlung auch zur Ideenbörse für künftige Projekte. Wie kann man beispielsweise eine bessere Wertschöpfung aus dem Wanderweg erzielen, an dem es aktuell keine Einkehrmöglichkeit gibt? Hier wurde eine mögliche Öffnung des Winzervereins an den Wochenenden vorgeschlagen, aber auch Tagesveranstaltungen am hierfür gut geeigneten Objekt „Fliegenden Dach“ oder aber die Bewerbung um einen Gipfel beim Ahrtaler Gipfelfest. Die guten Ideen gehen den Lantershofenern jedenfalls nicht aus.

Förderverein „Zukunft Lantershofen“ tagt


Zu seiner turnusmäßigen Mitgliederversammlung hat der Förderverein „Zukunft Lantershofen“ seine Mitglieder eingeladen. Die Versammlung findet am kommenden Freitag, 26. Februar, ab 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Winzerverein Lantershofen statt. Neben den zu erwartenden Berichten des Schriftführers und der Geschäftsführerin steht auch die Wahl des kompletten Vorstands auf der Tagesordnung. Der Förderverein konnte unter anderem im vergangenen Jahr sein bislang größtes Projekt, nämlich die Erstellung und Möblierung des 8,2 Kilometer langen Birnen-Rundwanderweges um Lantershofen fertigstellen und berät aktuell über neue Projekte zur Zukunft des Grafschafter Ortes. Daher ruft der Vorstand seine Mitglieder auf, in möglichst großer Zahl zur Mitgliederversammlung zu kommen. 

Im letzter Minute


Startschuss für den Birnenrundwanderweg ist erfolgt

Das war Maßarbeit: als am vergangenen Freitag die Gäste zur Eröffnung des neuen Wanderweges rund um Lantershofen eintrafen, rückten die letzten Handwerker ab. Sie hatten bis zur letzten Minute geschraubt und genagelt, damit das Holzobjekt „Fliegendes Dach“ auch verkehrssicher übergeben werden konnte. Sechs solcher Objekte, die eine Mischung aus funktionellem Teil und Kunst in der Natur darstellen, wurden entlang des neuen Wanderweges postiert. Sie sind Hingucker und Highlights eines leicht zu begehenden und damit auch familienfreundlichen Weges, der den Wanderer abseits des Rotweinwanderweges durch die Natur der Grafschaft mit tollen Blicken bis ins Siebengebirge, über den Rhein und in die Eifel belohnt. „Ein weiterer Mosaikstein unseres schönen Kreises“, betonte Landrat Dr. Jürgen Pföhler, einer der zahlreichen prominenten Gäste aus Politik, Kirche und Gesellschaft. 

Zur Einweihung des Birnenrundwanderweges mit den eigenwilligen Holzsitzmöbeln sind viele Gäste und Lantershofener gekommen. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Am "Fliegenden Dach" spielt das Wetter noch geradeso mit. Ohne größere Regentropfen können nach dem Festakt Maibichkuchen und Birnenlikör in Ruhe genossen werden.

Es war eine Gemeinschaftsleistung. Federführend war dabei nicht eine Kommune oder ein Tourismusunternehmen, sondern ein Verein. „Förderverein Zukunft Lantershofen“ – so heißen die Macher, die der Grafschaft eine touristische Attraktion bescherten. Vorsitzender Leo Mattuscheck und die Vorstände Elmar Zillgen und Horst Saame gaben sich gegenseitig das Mikrofon in die Hand, bedankten sich bei Behörden und Sponsoren und versuchten zu erklären, auf welch verschlungenen Wegen eben dieser neue Weg entstanden ist und welche Geschichten und Zufälle hinter dem Leuchtturmprojekt des Vereins steckten.

Bischof Stephan Ackermann, Bürgermeister Achim Juchem, Landtagsabgeordneter Horst Gies, Landrat Dr. Jürgen Pföhler und die Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil spenden Beifall für die handelnden Personen und das Projekt.
Mitinitiator Elmar Zillgen erläutert das Projekt. Auch Reinhard Adams (2. v. links) und seine Mitarbeiter von der ausführenden Holzbaufirma werden mit hoch lobenden Worten bedacht.

„Sie sind schon ein humorvolles Völkchen, immer mit einem Augenzwinkern unterwegs“, bescheinigt der Trierer Bischof Stefan Ackermann, der ebenfalls zur Eröffnungsfeier gekommen war, den Lantershofenern. Ackermann muss es wissen, war er doch sieben Jahre lang Regens am Priesterseminar im Ort. Was er dort ebenfalls vom Lantershofener kennenlernte, waren eine einzigartige Liebe zur Heimat in Verbindung mit einer hohen Identifikation mit eben dieser Heimat und eine aktive und innovative Bevölkerung mit immer neuen Ideen. Nur die Birne, um die es sich in Lantershofen seit jeher dreht, konnte der Bischof in der Bibel nicht ausmachen. Und so brachte er zwar keinen geistlichen, aber einen weltlichen Segen in Form eines Quittenbrandes aus dem bischöflichen Garten mit. Kredenzt aber wurden zur Feier des Tages Birnenprodukte: Likör, Brand und der beliebte Maubichkuchen, alles Produkte des Ortes.

Die Drei vom Verein "Zukunft Lantershofen", Elmar Zillgen, Leo Mattuscheck und Horst Saame freuen sich über das gelungene Projekt und zeigen sich erleichtert, dass alles geklappt hat. Fertig in letzter Minute.
Die Birne in der Bibel: Dort komme sie nicht vor, so Bischof Stephan Ackermann (links). Auch in seinem Trierer Domgarten gäbe es keinen Birnbaum.

Alle, die ans Mikrofon traten, hatten am Freitag nur lobende Worte für das Projekt des Fördervereins parat. Da war von echten Hinguckern die Rede, von der vielen Arbeit, die geleistet wurde. Wunderbare Konstruktionen wurden ausgemacht und die mitgestaltenden Firmen aus dem Ahrkreis gelobt. Ein „Highlight-Produkt des sanften Tourismus“ sei entstanden, so Landrat Dr. Pföhler. Leo Mattuscheck bezeichnete den Weg auch als „Werk für die liebenswerte Grafschaft“ und forderte die Orte der Gemeinde zur Nachahmung auf. Bürgermeister Achim Juchem lud derweil alle Mitgestalter zum Döppcheskooche-Essen ein, erst einmal aber gab es Maubich, Sekt und Spirituosen. Zunächst aber mußte noch das obligatorische Band zerschnitten werden. Derweil berichtete Elmar Zillgen von seinen immer wiederkehrenden Besuchen an den Holzkonstruktionen, wo er oft genug auf staunende Wanderer traf, die viel Zuspruch für die Objekte fanden. Die Kommentare der Lantershofener seien etwas anders ausgefallen, nämlich „Watt koss dat dann und wer bezahlt dat?“, erzählte  Zillgen mit dem „Lantershofener Augenzwinkern.“

Vereint schneiden sie das Eröffnungsflatterband durch: Landrat Jürgen Pföhler, Bürgermeister Achim Juchem, Leo Mattuscheck und die Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil (von rechts).
Auch Landtagsabgeordneter Horst Gies freut sich mit Bischof Stephan Ackermann, Landrat Jürgen Pföhler und Achim Juchem über die Eröffnung (von rechts).

Am Freitag wird der Birnen-Rundwanderweg offiziell eröffnet


Eine Redensart sagt: „Erstens kommt es anders und zweites als man denkt.“ Ein Spruch, der wie kein zweiter das Motto beim Förderverein Zukunft Lantershofen sein könnte. Dieser rührige und noch nicht allzu alte Lantershofener Verein hat in den wenigen Jahren seiner Existenz schon einiges erlebt. Ursprünglich sollte es einmal ein Förderverein für den Winzerverein werden, dann aber wurden die Ziele neu definiert, denn für eine ganze Reihe von Ideen, die Lantershofen voranbringen könnten, gab es keinen geeigneten Verein. Gemeinsam mit anderen Ortsvereinen hat sich der im September 2007 gegründete Förderverein "Zukunft Lantershofen" auf die Fahne geschrieben, dem Ort neue Perspektiven zu geben und langfristige Projekte für Alt und Jung vorantreiben. Eines dieser Projekte war die Schaffung eines Gartens mit verschiedenen Birnbäumen. Denn viele der ursprünglich mehr als 400 Birnbäume im Ort waren im Zuge der Flurbereinigung verschwunden. Lantershofen war ein „Birnendorf“ und sollte es wieder werden. Für diesen Birnensortengarten bot sich beim Neubau des Radwegs zwischen Lantershofen und Ringen eine vom Land zu erwerbende Ausgleichsfläche an der Zufahrt zu den Kettiger Thonwerken an. Dort wurden 54 Birnbäume gepflanzt, 2010 war offizielle Eröffnung.

Blick vom "Fliegenden Dach" Richtung Ahrtal und Neuenahrer Berg. Es fehlt noch das Geländer über dem Unterstand. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
An der "Spirituellen Tankstelle" an der "Lang Brück", nicht weit von der Stelle, wo der Sage nach das Larumpel sein Unwesen treibt.

Zur Jahreshauptversammlung Anfang 2013 tauchte dann ein Buch des Kölner Autors Bernd Imgrund mit dem Titel „111 Orte in der Eifel, die man gesehen haben muss“, auf. Einer dieser Orte war besagter Birnensortengarten, obwohl es dort außer den 54 jungen Bäumen und einer Hinweistafel noch nicht viel zu sehen gab. Wie der Garten es in das Buch schaffte, ist nicht ganz klar. Auf alle Fälle erhielt der Vorstand des Fördervereins von seinen Mitgliedern den Auftrag, „etwas aus dieser Geschichte zu machen.“ Gesagt, getan. Es entstand die Idee eines Rundwanderwegs, der etwas mehr, als den Charakter der unzähligen Wanderweg, die beinahe wöchentlich neu entstehen, haben sollte. Klettermöglichkeiten, tiefe Schluchten, Wasserfälle oder ähnliches gibt es rund um Lantershofen aber nicht, es musste etwas Neues geschaffen werden. Nach Besichtigungen im Westerwald wurde schließlich die Idee geboren, Kunst und Nützliches zu verbinden und den Weg mit Objekten zu „möblieren“, die Schutz oder aber noch bessere Fernsicht, als die ohnehin vorhandene, boten. Die Wegführung wurde festgelegt, dann wieder geändert. Schließlich einigte man sich auf eine 8,2 Kilometer lange, barrierefreie Strecke durch und rund um Lantershofen, die an zwei Punkten an den Rotweinwanderweg andockt und für Wanderer und Spaziergänger eine Schleife abseits der Weinberge über die Höhen und durch die „Kornkammer“ des Ahrkreises bietet. Unterstützung bei diesem für die Gemeinde Grafschaft neuen Tourismusprojekt gab es von allen Seiten. Flugs hatten die Touristiker den Weg auf zahlreichen Online-Wanderseiten platziert, obwohl dieser weder ausgeschildert, noch möbliert war. Wanderer mit GPS-Geräten machten die Strecke dennoch aus, um sie zu testen. 350 Höhenmeter müssen überwunden werden, der Weg wird als „leicht“ eingestuft. „Am besten geht man ihn im Uhrzeigersinn“ empfiehlt der Vorsitzende des Fördervereins Zukunft, Leo Mattuscheck.

Los geht es östlich von Lantershofen am Parkplatz südlich der L 83 am Rotweinwanderweg. Er führt im weiteren Verlauf nach Westen durch den historischen Hohlweg „Schwallhüll" und dann durch Lantershofen, wo noch zu installierende Hinweisschilder auf besondere Gebäude hinweisen sollen. Immerhin gibt es im Ort acht denkmalgeschützte Bauten, zwei Brennereien, eine noch im Betrieb befindliche Mühle und die „Burg“, die heute ein Priesterseminar beherbergt. Aus dem Ort raus geht man in nordwestliche Richtung über einen asphaltierten Fußgängerweg parallel zur L83 und erreicht den Birnensortengarten. Der Rundweg wird dann auf dem Fußgängerweg in Richtung Ringen fortgesetzt. Ringen wird südlich umgangen. In südwestliche Richtung führt der Wanderpfad schließlich Richtung Asbacher Hof, um dann nach Südosten abzubiegen und den Fuchsbach zu überqueren. Der Weg wird nach Süden fortgesetzt und verläuft parallel zum ehemaligen Bahndamm, ehe er den Rotweinwanderweg erreicht.

Auf dem Weg findet der Wanderer insgesamt sechs Holzobjekte, das sind zum einen Hochbänke, zum anderen Unterstände. Entworfen wurden sie von Studenten der Universität Trier, vom kreisstädtischen Architekturbüro Mertens und dem Lantershofener Elmar Zillgen, der als Mitglied des Vorstands des Fördervereins und durch seine Kontakte zur rheinland-pfälzischen Holzwirtschaft die Idee zu diesen Objekten hatte. Das 78.000 Euro teure Projekt wird zur Hälfte aus EU-Fördermitteln finanziert, Gemeinde und Kreis sind mit mehr als 25.000 Euro dabei, den Rest zahlen Sponsoren und der Förderverein Zukunft.

In der Nähe des Asbacher Hofs blicken wir durch das "Vogelnest" zur Landskrone und zum Siebengebirge.

In dieser Woche stehen noch umfangreiche Arbeiten an, nicht zuletzt muss der gesamte Weg noch beschriftet werden. Hinweisschilder gibt es dann schon vom Ahrweiler Bahnhof aus. Am Freitag ist  um 14 Uhr offizielle Eröffnung. Das ganze Dorf, die Grafschaft und alle Wanderfreunde aus der näheren und weiteren Umgebung sind dann nach Lantershofen eingeladen. Die Feier findet westlich des Dorfes in der Verlängerung der Schmittstraße statt. Hier befindet sich mit dem „Fliegenden Dach“ das größte Möbelstück des Weges, hier dockt er auch an den Rotweinwanderweg an. Prominenter Besucher der Eröffnungsfeiern ist der Trierer Bischof Stephan Ackermann, der lange Jahre als Regens am Lantershofener Priesterseminar tätig war und der die Wanderwege um Lantershofen bestens kennt.

Termindruck für den Förderverein Zukunft


Wanderweg rund um Lantershofen muss am 30. April fertig sein, sonst verfallen die EU-Zuschüsse

Wer den Maifeiertag zu einer Wanderung nutzen möchte, der kann sich auf den gut acht Kilometer langen Birnen-Rundwanderweg rund um Lantershofen begeben und dort von diversen Hochbänken aus weite Aussichten in die Landschaft bis zum Rhein, in Richtung Kölner Bucht oder in die Eifel genießen. So jedenfalls stellt es sich der Förderverein „Zukunft Lantershofen“ vor. Elmar Zillgen stellte gemeinsam mit Horst Saame die aktuelle Planung des Projektes am vergangenen Samstag den 24 anwesenden Mitgliedern bei der Mitgliederversammlung vor. Dieser Wanderweg „… hat zum Ziel, die Ästhetik der gewachsen Kulturlandschaft vor Augen zu führen. Als „Ergänzungsschleife“ zu dem stark frequentierten Rotweinwanderweg sollen die Eigenschaften des dörflichen Lantershofen erschlossen und zugleich der ökologische Wert historischer Kulturpflanzen[sorten] aufgezeigt werden“ So heißt es in einem Schreiben an das rheinlandpfälzische Umweltministerium. So richtig attraktiv wird die Strecke erst durch die geplanten fünf Kunstbauten aus heimischen Holz, die allerdings bis zum 30. April gebaut, installiert und abgerechnet sein müssen, weil nur dann die durch das Umweltministerium avisierten Fördermittel zugewiesen werden können.

Elmar Zillgen erläutert den Werdegang des Birnenrundwanderweges. Fotos in diesem Bericht: Roland Schaaf.
Horst Saame erläutert den Mitgliedern Details zur Streckenführung des Wanderweges.

Zillgen und Saame erläuterten die zahlreichen Aktivitäten und umfangfangreiche Korrespondenz mit Behörden, Sachverständigen und Fachleuten mit der Notwendigkeit, zwischen den Instanzen und Parteien immer wieder zu moderieren und gelegentlich auch zu vermitteln. Unter anderem muss der Radweg zwischen Lantershofen und Ringen zum Rad- und Fußweg umgewidmet werden, wozu ein Gutachten ebenso erforderlich war wie auch für den Naturschutz. Das alles kostete Zeit und viel Geduld, ganze Aktenordner sind mittlerweile befüllt worden. Gesichert scheint indes die Finanzierung zu sein: 39.000 Euro kommen aus EU-Fördergeldern – wenn bis zum 30. April alle Unterlagen dort vorliegen. Einen Zuschuss über 20.000 Euro hat der Rat der Gemeinde Grafschaft im Dezember unter Auflagen bewilligt. Die restlichen 19.000 Euro steuert der Verein, aus Spenden und eigenen Mitteln bei. Voraussetzung dafür jedoch ist, dass die praxisorientierten Kostenschätzungen eingehalten werden können. Bleibt der einzuhaltende Zeitplan. Im Februar sollen nun notwendige Rodungen durchgeführt, im März Fundamente gegossen werden. Klappt alles, plant der Förderverein Zukunft Lantershofen, den Wanderweg Anfang Mai offiziell einzuweihen. Bleibt zu hoffen, dass der Winter weiter milde bleibt. 

Der Vorstand des Vereins "Zukunft Lantershofen von links: Wolfgang Kanter, Sabine Franken, Elmar Zillgen, Horst Saame, Leo Mattuscheck, Anja Knieps, Wilfried Sprinkmeier und Roman Kappen.

Der Wanderweg ist ein ehrgeiziges Ziel, das derzeit ein breites Spektrum beim Verein einnimmt. Das wurde beim Jahresbericht von Horst Saame deutlich. Bis auf die vierteljährliche Herausgabe des Dorfkalenders ruhen die anderen Aktivitäten wie Wanderungen oder die Befragung von Zeitzeugen über das Leben im Dorf während und nach dem zweiten Weltkrieg. Der Verein freut sich auf einen erfolgreichen Abschluss seines Leuchtturmprojektes. Danach, d. h. im Frühsommer, wird man den Prioritätenkatalog im Verein neu schreiben 

Ortsbeirat in Lantershofen - Birnenrundwanderweg


Mit der ersten Sitzung nach der Konstituierung hat der neue Ortsbeirat in Lantershofen seine Arbeit aufgenommen. Dringlich zu behandeln gab es dabei die Anfrage der Verwaltung, die wissen will, welche Haushaltsmittel der Ort für das kommende Jahr für sich auszugeben gedenkt. Grund: Grafschafts Kämmerer will planen. Die Wünsche der Lantershofener beschränkten sich hierbei auf genau ein Projekt, dem der Ortsbeirat einen eigenen Tagesordnungspunkt widmete: die Gestaltung des seit 2013 in der Planung befindlichen Birnenrundwanderweges. Der ist ein "Kind" des Fördervereins "Zukunft".

Auch am Birnensortengarten an der Einfahrt zur Betriebszufahrt der Kettiger Thonwerke und der Villa Maria, heute Asbacher Hof genannt, führt der Birnenrundweg vorbei. Mehrere Holzbänke und -konstruktionen sollen installiert werden. Foto: Thomas Schaaf.

Horst Saame erinnerte an die Idee, die im vergangenen Jahr geboren wurde. Die endgültige, rund 8,2 Kilometer lange Wegeführung durch sowie rund um Lantershofen, die an zwei Stellen an den Rotweinwanderweg anknüpft, ist inzwischen beschlossen. Für die Ausschilderung bedarf es noch der Zusage der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion. Aktuell geht es nun um die Projekte an der Wegstrecke, die den Rundwanderweg besonders attraktiv werden lassen sollen.Das sind verschiedene Hochbänke, die Aussichten aus einigen Metern Höhe ins Siebengebirge oder ins Ahrtal bieten. Zudem ist eine kleine Kapelle, intern auch "spirituelle Tankstelle" genannt, in der Planung, außerdem eine großflächige Überdachung als Wetterschutz. Alle Bauwerke sind in Holzbauweise geplant, für die gesamte Umsetzung kalkuliert der Verein einen finanziellen Aufwand von 78.000 Euro. Die Hälfte dieses Geldes kommt als Zuschuss aus einem EU-Fonds und ist bereits bewilligt. Zudem hätte der Verein gerne eine Unterstützung von der Gemeinde in Höhe von 20.000 Euro. Den Rest, also rund 19.000 Euro, will man aus eigenen Geldern und Spenden generieren. Nur vier der anwesenden Ortsbeiratsmitglieder stimmten über diesen Tagesordnungspunkt ab, die restlichen hatten wegen Befangenheit den Tisch verlassen. Unter den verbliebenen Ortsbeiräten aber herrschte Einstimmigkeit darüber, dass man die Gemeinde um Finanzhilfe bitten wird.Ansonsten erinnert der Lantershofener Rat nur noch einmal, an bereits in der Förderung befindliche Projekte, wie die Thematik der Oberflächenentwässerung oder die Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses. Ebenfalls wird die Verwaltung gebeten, noch vor dem anstehenden Winter die zahlreichen Schlaglöcher in den Dorfstraßen zu reparieren.Ortsvorsteher Leo Mattuscheck informierte schlussendlich noch über verschiedene Themen, wie den anstehenden DSL-Ausbau und die Planungen der Gemeinde, die angekaufte Alte Schule wieder zu veräußern.