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vom Verein

„Ich dät et alles su widder dun“


Der 93-jährige Ludwig Sebus blickte auf ein erfülltes Leben zurück

Die Bühne ist sein Lebensinhalt, ohne geht es nicht. Gemeint ist Ludwig Sebus aus Köln, stolze 93 Jahre und seit 70 Jahren auf den Bühnenbrettern zu Hause. 1925 geboren hat der Grandseigneur des Kölner Karnevals schon viel erlebt, inklusive eines Weltkriegs und fünfjähriger Kriegsgefangenschaft in Russland. Kaum zurück in Köln, schloss er sich dort der singenden Zunft an, die ihn schnell zum Karneval führte. An der Seite des Kölnbarden Hans-Jürgen Jansen, der als 72-jähriger in Sebus einen väterlichen Freund sieht, war der rüstige Senior am Sonntag in Lantershofen zu erleben. Vor dem Hintergrund der Restauration einer aufgefundenen alten Fahne, die noch sechs Jahre älter als Sebus ist, hatten Junggesellen-Schützen und deren ehemalige Fähnriche unter Mithilfe des Vereins Kulturlant zum Kölner Mundartabend eingeladen. Ziel ist es, die Existenz der Fahne zu kommunizieren, um diese einmal einer Restaurierung zuführen zu können.

Erich Althammer (Mitte), Ex-Fähnrich und Vorsitzender der Bürgervereinigung, und der Kölnbarde Hans-Jürgen Jansen (l.) begrüßen im gut gefüllten Saal des Winzervereins mit dem Publikum den 93-jährigen Grandseigneur des Kölner Karnevals Ludwig Sebus. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Kölnbarde Hans-Jürgen Jansen singt und spielt zur Einstimmung auf Ludwig Sebus "Krätzjer un Leedche" aus dem rheinischen Köln.

Sebus berichtete in seinen Ausführungen und im Zwiegespräch mit Jansen über die ganz alten Zeiten, als er die frühen Liedermacher Köln kennenlernte, mit einer Ausnahme: von Willi Ostermann bekam er nur noch in Kindesjahren dessen große Beerdigung auf dem Melatenfriedhof mit. Nach der Rückkehr aus Russland und dem Miterleben einer großen Feier auf dem Alter Markt war dann für Sebus klar: „Da will ich dabei sein.“ Er dichtete und komponierte. Sein Erstlingswerk für den Karneval wäre heute wohl verpönt: „Hück trööte mer die janze Naach, bis morje fröh et Sönnche laach“ hatte durchzechte Nächte zum Thema. Aller Anfang war natürlich schwer, auch für das neue Mitglied im Literarischen Komitee. Nach seinen ersten Vorstellabenden standen gerade einmal 30 Karnevalsauftritte im Kalender. Aber der Aufstieg in der Domstadt war unaufhaltbar.

Singen macht durstig, also verlangt Ludwig Sebus „jet ze drinke“. Kulturlant-Sprecherin Marie-Luise Witsch serviert feinstes sprudelndes Premiumwasser. Und schon geht das Sebus´sche "Verzällche" weiter.
Eine beeindruckende Erscheinung auf der Lantershofener Bühne: Ludwig Sebus mit Lied und Herz aus Köln. Er brillierte mit Wortwitz, Lebensweisheiten und dem Fazit: „Ich dät et alles su widder dun“.

Kölnbarde Hans-Jürgen Jansen, der nach dreijähriger intensiver Vorarbeit vor fünf Jahren eine große Sebus-Biographie veröffentlichte, brachte die rund 150 Gäste im Lantershofener Winzerverein am Sonntagabend mit gesungenen Krätzjer von Ostermann, Berbuer und Sebus in Stimmung, schnell wurde sich eingehakt und geschunkelt, die Texte waren den Besuchern auch nach Jahrzehnten noch geläufig, vom schnelllebigen heutigen kölschen Liedgut war da nichts zu merken. Dann trat Gentleman Sebus ans Mikrofon, trotz hohen Alters mit erstaunlich guter Stimme ließ er „Am Dom zu Kölle“ erklingen, sang vom „dicke und vom drüjje Pitter“ und davon, dass man sogar „Kölsche in der Südsee“ trifft. Sebus galanter Wortwitz, gespickt mit Komplimenten für die Weiblichkeit und Spitzen an die Männer im Saal sorgte für viel Gelächter, seine Lebensweisheiten und seine positive Art beeindruckten. Dass der 93-jährige seiner Meinung nach im Leben alles richtig gemacht hatte, drückte er am Ende in seinem neuen Lied „Ich dät et alles su widder dohn“ recht deutlich aus. Und weil das Publikum Sebus und Jansen nach zwei Stunden nicht so einfach von der Bühne lassen wollte, gab es das fast schon obligatorische „Ich möch ze Fooss no Kölle john“ als Zugabe mit auf den Heimweg.

Kulturlant: Auslastung um 50 Prozent gesteigert


Das Marketingteam von Kulturlant mit (v.l.) Dietmar Ulrich, Udo Rehm, Thomas Weber, Roland Schaaf, Hermann-Josef Efferz und Jürgen Witsch berät im Ahrweiler Jägerhof über die neue Saison. Foto: Marie-Luise Witsch.

Am Freitagabend tagte das Marketingteam von Kulturlant im Ahrweiler Jägerhof und zog Bilanz. Die im vergangenen Jahr unternommenen Werbemaßnahmen sorgten dafür, dass die Auslastung bei den Veranstaltungen von zuletzt 52% in der Saison 2017/18 auf fast 77% in der abgelaufenen Saison 2018/19 stieg. Für die neue Saison 2019/20, die am 12. Oktober beginnt, bedankt sich das Team jetzt schom beim DRK Grafschaft, dass in den kommenden Tagen die neue Saisonbroschüre an die Grafschafter Haushalte verteilen wird. Das Heft liegt zudem an vielen Stellen im Umkreis aus und kann auch von der Homepage geladen werden.

Schwerpunkte der Werbung in der kommenden Saison werden Anzeigen, Plakate, Banner, Social Media und regelmäßige Newsletter sein. Auch die "on-air"-Werbung des Südwestrundfunks für deren Veranstaltungen dürfte den weiteren Veranstaltungen wieder einen Schub geben. "Hingucker" dürften dazu ein neues (dieses mal auch kaufbares) Grafschaft-Shirt und das Buch "5 Jahre Kulturlant" sein. Alles erscheint demnächst.

Kulturlant präsentiert Programm 2019/20


Für jeden etwas bietet das neue Saisonprogramm 2019/20 von Kulturlant: Ingolf Lück - Christine Prayon - Rolf Miller - Fee Badenius & Band - Mathias Tretter - Volker Nektarios Vlachopoulos - Köster & Hocker - Schwarzmeer Kosaken - „Die Toten Ärzte“ - „Jazz ohne Stress - „Le Clou“ - „Young Scotts Trad Awards Winner Tour“ - The Lords - Melanie Bong Quintett - Stephan Sulke. Kollage: Thomas Schaaf.

Rolf Miller, Thomas Godoj und The Lords kommen nach Lantershofen

Der Grafschafter Verein Kulturlant e.V. wartet im Zeitraum von Oktober 2019 bis April 2020 mit seinem mittlerweile sechsten kulturellen Saisonprogramm auf. In dieser Zeit können sich die Kulturfreunde auf 19 Veranstaltungen in Lantershofen freuen. „Wir haben wieder bunt gemischt, da ist für jeden etwas dabei“, so Vorstandssprecherin Marie-Luise Witsch bei der Programmpräsentation. Schwerpunkte bilden zum einen der Bereich Kabarett und Comedy, auf der anderen Seite die Musik mit vielfältigen Konzerten. „Wir wollen in der kommenden Saison das musikalische Angebot forcieren“, so Vorstandssprecher Udo Rehm.

Die sieben Kabarett- und Comedy-Abende starten am 12. Oktober, wenn „Let‘s-Dance-Sieger“ Ingolf Lück sein Comedy-Programm „Sehr erfreut“ präsentiert. Die in der Rolle der „Birte Schneider“ einem großen Fernsehpublikum bekannte Christine Prayon bietet am 16. November politisches Kabarett unter dem Titel „Abschiedstour“ an. Erstmals den süddeutschen Raum verlässt Rolf Miller, am 13. Dezember ist das Programm „Obacht Miller“ des hintersinnigen Halbsatzakrobaten aus dem Odenwald zu erleben. Mit musikalischem Kabarett geht es im neuen Jahr weiter, Fee Badenius & Band warten am 18. Januar mit recht eigensinnigen Texten auf. Der Deutsche Kabarettpreisträger Mathias Tretter bringt am 6. März Gesellschaftskritisches unter dem Namen „Pop“ auf die Kulturlant-Bühne. Der Bonner Kabarettist Volker Weininger schlüpft am 18. März in die Rolle des „Sitzungspräsidenten“ und der Sieger der Kabarett-Bundesliga von 2016, Nektarios Vlachopoulos, beendet die Serie am 20. April mit seinem Poetry-Slam-Abend „Ein ganz klares Jein.“ Wer alle sieben Abende erleben will, kann direkt beim Verein ein Abo buchen.

Musikalisch breit aufgestellt präsentiert Kulturlant am 2. November die mit dem Liederpreis 2018 ausgezeichneten Kölner Köster & Hocker und ihr neues Programm „Wupp.“ Am 6. Dezember kommt der Schwarzmeer-Kosakenchor in die Lantershofener Lambertuskirche, Chorleiter ist der als Schlagersänger in Deutschland bekannt gewordene Peter Orloff. Musik der „Ärzte“ und der „Toten Hosen“ bietet am 29. Dezember Europas meistgebuchte Coverband „Die Toten Ärzte“ aus Hamburg. Das neue Jahr startet traditionell mit „Jazz ohne Stress“, Initiator Jonas Röser präsentiert am 4. Januar unter anderem die stimmgewaltige Soleil Niklasson. Unplugged und unterstützt von drei Top-Musikern ist der DSDS-Sieger von 2008, Thomas Godoj, am 24. Januar zu Gast. „V’stärker aus“ heißt sein Programm. Am 15. Februar entführt das Bonner Quintett „Le Clou“ mit ihrem ansteckenden Musikstil „Cajun Swamp Groove“ in die Sümpfe der US-Südstaaten. Alt und Jung sind im März zu hören, zunächst am 7. März die Sieger schottischer Nachwuchsmusiker in traditioneller Musik. Die „Young Scotts Trad Awards Winner Tour“ kommt zum zweiten Mal nach Lantershofen. Am 21. März dann das altersmäßige Gegenteil: The Lords. Sie befinden sich auf ihrer „60 Years European Farewell Tour“ und nehmen Abschied von der Bühne. Gegensätze auch im April: zunächst präsentiert am 4. April das Melanie Bong Quintett mit Lulo Reinhardt an der Gitarre die feurige Show „Gipsy Fire.“ Die Kulturlant-Saison beendet dann der Schweizer Liedermacher Stephan Sulke am 25. April und macht klar: „Liebe ist nichts für Anfänger.“

Zudem hat Kulturlant zwei Kooperationen mit dem Südwestrundfunk vereinbart. Am 23. Oktober wird es zum zweiten Mal das Mitsingkonzert „SWR1 Public Singing“ mit Peter Kühn geben. Am 30. November sitzen dann „Drei auf einer Couch“, nämlich die Landesschau-Moderatoren Martin Seidler, Patricia Küll und Holger Wienpahl, die sich als Entertainer hautnah, persönlich und überraschend geben und die auch noch einen Überraschungsgast empfangen werden.

Weitere Informationen, auch zu Tickets und Preisen, gibt es unter www.kulturlant.de. Hier kann auch die Programmbroschüre geladen werden.

Kölscher Abend mit Ludwig Sebus und dem Kölnbarden


Ludwig Sebus (l.) und Kölnbarde Hans-Jürgen Jansen kommen nach Lantershofen. Foto: Veranstalter.

„Krätzjer un Leedche“ mit Ludwig Sebus - Der 93-jährige Grandseigneur des Kölner Karnevals kommt nach Lantershofen

Ludwig Sebus wurde im September 1925 geboren. Der Ur-Kölner ist jetzt 93 Jahre alt. Das hindert den Grandseigneur des Kölner Karnevals aber keineswegs daran, so manchen Abend noch auf der Bühne zu stehen, Krätzjer zu singen oder Geschichten aus dem alten Köln zu erzählen. „Och Verwandte, dat sinn Minsche“ ist eines der vielen Lieder aus der Feder von Sebus. Die Musik vieler anderer Interpreten des Kölner Karnevals, wie Willi Ostermann, Gerhard Jussenhoven oder Karl Berbuer beherrscht er ebenfalls.

Unter dem Titel „Zur Freundschaft zählt ein frohes Herz“ schrieb der als Kölnbarde bekannte Hans-Jürgen Jansen im Jahr 2013 nach einem autobiografischen Gespräch die Biografie des Ludwig Sebus. Sowohl der im Heimatverein Alt-Köln aktive Jansen wie auch Ludwig Sebus sind am Sonntag, 11. August, auf der Bühne des Lantershofener Winzervereins zu erleben, wo sie unter dem schlichten Titel „Kölscher Abend“ in einem 90-minütigen Programm durch die Domstadt und den berühmten Kölner Karneval führen.

Die Veranstaltung ist Fortsetzung zahlreicher – auch kölscher – Mundartabende in Lantershofen. Mit Unterstützung des Grafschafter Vereins „Kulturlant“ organisieren ehemalige Fähnriche der Lantershofener Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“ den Abend, dessen Erlös in die Renovierung der rund 100 Jahre alten Fahne des ehemaligen Lantershofener Junggesellenvereins gesteckt werden soll. Tickets für die bestuhlte Veranstaltung sind zum Vorverkaufspreis von zehn Euro zuzüglich möglicher Gebühren in der Eifeldestillerie Lantershofen, bei Getränke Visang in Karweiler, dem Rewe-Markt in Ringen, Wittich-Medien in  Ahrweiler und der Plattenkiste in Bad Neuenahr erhältlich, außerdem bei jedem Ticket-Regional-Shop. Online gibt es Eintrittskarten auf www.kulturlant.de. An der Abendkasse kostet der Eintritt 12 Euro.

Lantershofen feiert am zweiten seiner Jubiläumstage gleich drei Geburtstage


„Häng de Fahn eruss“

Tag zwei der Feierlichkeiten „1000 Lantesche Jahre“ gehörte den Fans des Kölschrock und wurde vom Verein „Kulturlant“ gestaltet. Der hatte gleich dreifachen Grund einzuladen: das „1000-jährige“ im Dorf, selbst wird man in 2019 fünf Jahre alt. Aufhänger eines tollen Konzertabends aber war, dass vor 25 Jahren die Kölschrocker von „BAP“ vier Tage in Lantershofen für ihre Deutschlandtour probten und dort auch ein Konzert gaben, und zwar unter dem Pseudonym „Der Sieben ´Ühnchen“, damit nicht auf einmal tausende BAP-Fans vor dem Winzersaal stehen.

Gute Stimmung vor und im Saal des Winzervereins, wo gerade die Vorband "Schank" das Publikum aufwärmt. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Proppevoll - das leitet sich übrigens von strammsitzendem "Pfropfen" ab - ist der Winzerverin, kaum kann man sich nach vorne kämpfen.

Dort freuten sich am Freitag mehr als 400 Kölschrock-Getreue auf „MAM“, die wohl beste Tribute-Band der Kölner, die mit Klaus Drotbohm einen Sänger mit beinahe identischer Stimme, wie der des Wolfgang Niedecken hat. Somit was alles für eine große Party gerichtet, zumal Kulturlant den Fans mit der Band „Schank“ und deren Tresen-Folk noch einen Aufwärmer vorsetzte, der gleich für gute Stimmung sorgte und das Publikum bestens für das MAM-Konzert einstimmte.

„MAM“, die wohl beste Tribute-Band aus Köln, die mit Klaus Drotbohm einen Sänger mit beinahe Nidecken-Stimme hat.
Das BAP-Feeling ist wieder da, textsicher singen die Gäste mit.

„Ne schöne Jrooß“ oder die Story vom „Müsli Man“, „Waschsalon“, „Zehnter Juni“, „Nemm mich met“ oder „Anna.“ Ein Gassenhauer der Kölner folgte dem anderen. Balladen, wie „Liebesleed“, „Helfe kann dir keiner“, „Wellenreiter“ und vor allem „Jupp“ klangen aus mehr als 400 Kehlen. Sänger Drotbohm hörte man immer nur „Wahnsinn, was hier los ist“, sagen. Und dann die Kracher im BAP-infizierten Lantershofen: „Verdamp lang her“, „Kristallnaach“ oder „Do kanns zaubere.“

Kracher im BAP-infizierten Lantershofen ist „Verdamp lang her“.
Die viele Gäste des Grafschafter Kulturzentrums sind mit vielen Autos angereist und haben einen sehr vergrößerten Parkplatz vorgefunden. Der Gemeinde Grafschaft sei dank.

Mehr als drei Stunden lang, ohne Pause, spielten MAM auf ihr Publikum ein, das von einer Begeisterungswelle zur anderen schwappte. Da folgte man am Ende auch gerne der Jubiläumsbitte der Festreigen-Veranstalter, die MAM nochmals bekräftigten: „Häng de Fahn eruss.“MAM konnten sich also in einen bestens gerichteten Saal begeben, mit dem ersten Textfetzen von Klaus Drotbohm schien das einstige BAP-Feeling wieder da. Die dicht gedrängten Gäste, mancher von ihnen noch im 25 Jahre alten Tour-Shirt der „7 Ühnchen“, waren textsicher, nahm Drotbohm teilweise die Arbeit ab und feierten die Cover-Band, als wären es die Originale. Die Stimmung auf und vor der Bühne war großartig, zumal MAM kein einziges der bekannten Stücke aus der Ära des „Major“ Heuser als Songschreiber von BAP ausließen.

„Ne schöne Jrooß“ oder die Story vom „Müsli Man“, „Waschsalon“, „Zehnter Juni“, „Nemm mich met“ oder „Anna.“ Ein Gassenhauer der Kölner folgte dem anderen. Balladen, wie „Liebesleed“, „Helfe kann dir keiner“, „Wellenreiter“ und vor allem „Jupp“ klangen aus mehr als 400 Kehlen. Sänger Drotbohm hörte man immer nur „Wahnsinn, was hier los ist“, sagen. Und dann die Kracher im BAP-infizierten Lantershofen: „Verdamp lang her“, „Kristallnaach“ oder „Do kanns zaubere.“ Mehr als drei Stunden lang, ohne Pause, spielten MAM auf ihr Publikum ein, das von einer Begeisterungswelle zur anderen schwappte. Da folgte man am Ende auch gerne der Jubiläumsbitte der Festreigen-Veranstalter, die MAM nochmals bekräftigten: „Häng de Fahn eruss.“

Theaterworkshop im Winzerverein


Der griechische Schauspieler Eleftherios (Lefti) Salomidis wohnt in Lantershofen. Foto: Thomas Schaaf.

Unter der Federführung des Grafschafter Vereins Kulturlant e.V. findet am Pfingstsonntag, 9. Juni, von 14-17 Uhr im Winzerverein Lantershofen ein kostenloser Workshop für Erwachsene, die Interesse am Theaterspielen haben, statt. Durchgeführt wird der Workshop vom griechischen Schauspieler Eleftherios (Lefti) Salomidis. „An diesem Tag machen wir mal etwas anderes und öffnen gemeinsam eine neue künstlerische Seite“, so Salomidis. Der Schauspieler hat in mehr als 40 Theaterstücken und 15 Filmen mitgewirkt und in seiner Heimat als Radiomoderator gearbeitet. Jetzt wohnt er in Lantershofen.

Ziel der Initiative ist es, die grundlegende Bekanntschaft mit der Theaterkunst zu machen und eventuell bei genügend Interesse einen neuen Theaterverein zu gründen. Der Workshop beinhaltet Atemübungen, Theaterspiel und Übungen sowie Fragen zur Theaterkunst. Es wird aus organisatorischen Gründen um Anmeldung unter Telefon 01 57 / 313 782 50 täglich ab 16 Uhr gebeten.

Kulturlant hat sein Angebot erweitert


Der Grafschafter Verein „Kulturlant“ hat sein Angebot erweitern können. Foto: Thomas Schaaf.

Rund 20 Prozent mehr Veranstaltungen in 2018 – Jede dritte Veranstaltung machte Minus

Schon kurz nach Wiedereröffnung des sanierten und umgebauten Lantershofener Winzervereins im Herbst 2017 hat der gemeinnützige Grafschafter Verein „Kulturlant“ dort sein Domizil bezogen und sein Angebot erweitert. Im Jahr 2018 fanden 17 statt bis dato 14 Kulturveranstaltungen statt, dazu Kinderkino-Nachmittage und Beteiligungen am Public Viewing zur Fußball-WM sowie zu den Dorftreff-Veranstaltungen der örtlichen Vereine. Jetzt wurde anlässlich der Mitgliederversammlung Bilanz gezogen. Dabei standen die Kulturabende im Mittelpunkt.

Geschäftsführer Thomas Weber verkündete im Jahresbericht für 2018 den Verkauf von insgesamt knapp 3.500 Tickets und damit 1.000 mehr, als ein Jahr zuvor. Der durchschnittliche Besuch stieg gegenüber 2017 um 11 Prozent auf 202 Gäste. Roland Schaaf stellte die in erster Linie als Shop fungierende Internetseite vor, über die das Gros der Tickets verkauft wurden. Im Jahr 2018 wurden drei von vier Tickets direkt über die Kulturlant-Kanäle verkauft. Einer der Schwerpunkte im Angebot waren Kabarett- und Comedyabende, hier bietet der Verein ein ABO an, das mit 89 Abnehmern so viele Interessenten fand, wie bisher noch nie.

Parallel gehörten dem Verein Ende vergangenen Jahres 68 Mitglieder an, die Hälfte davon arbeitet aktiv mit. Seit dem vergangenen Jahr wird zudem vehement an einer Etablierung von Musikveranstaltungen verschiedenster Art gearbeitet. Dass man dabei häufig draufzahlt, nimmt der Verein in Kauf. Die Kultur sei schließlich der Satzungszweck, nicht das Geld verdienen, drückte es Technik-Vorstand Peter Rieck aus. Unterm Strich zahlte der Verein im letzten Jahr bei jeder dritten Veranstaltung drauf. Das Programm lässt sich ohnehin nur durchführen, weil für Vereine in den Grafschafter Bürgerhäusern, also auch dem Winzerverein, weder Miet- noch Nebenkosten anfallen. Die Arbeit machen die Mitglieder ohnehin ehrenamtlich.

Schatzmeister Christoph Münch bestätigte in seinem Jahresbericht anhand der Kosten, dass man mehr Veranstaltungen austrug und das Niveau weiter in die Höhe schraubte. Alleine die Gagen stiegen im vergangenen Jahr gegenüber 2017 um fast 100 Prozent auf 45.000 Euro an. Die reinen Veranstaltungen, also der Geschäftsbereich „Zweckbetrieb“, schloss Kulturlant 2018 mit einem Defizit von 13.000 Euro ab. Ausgeglichen wurde das Minus mit dem Verkauf von Getränken und kleinen Speisen sowie eine Reihe von Spenden und den Mitgliederbeiträgen, so dass in der Jahresrechnung ein Überschuss von gut 4.000 Euro verblieb. Geld, das vor allem in Programm und technische Ausrüstung investiert werden soll.

Unterm Strich zahlte der Verein im letzten Jahr bei jeder dritten Veranstaltung drauf. Foto: Thomas Schaaf.

Anja Knieps, die mit Marcus Stodden die Kasse prüfte, bestätigte die korrekte Kassenführung, der Vorstand wurde einstimmig entlastet und die Versammlung konnte sich aktuellen Themen zuwenden. So beschloss man, die Beiträge leicht zu senken. Neu im Angebot sind Probemitgliedschaften, erst nach einem definierten Zeitraum muss man sich bei Kulturlant verbindlich anmelden. Zu seinem fünfjährigen Bestehen plant der Verein, in der Sommerpause ein Buch mit einem Rückblick auf die rund 70 bisherigen Veranstaltungen zu veröffentlichen. Zudem wird man ein geplantes Theaterprojekt in Lantershofen aktiv und federführend begleiten. Dass das ganze mächtig viel Spaß mache, bestätigten die beiden Vorstandssprecher Marie-Luise Witsch und Udo Rehm, die die Mitgliederversammlung nach knapp zwei Stunden und angeregten Diskussionen beendeten.

Fleißige Helfer bei Kulturlant


Seit seiner Gründung im Jahr 2013 hat sich der Grafschafter Kulturverein Kulturlant in der Region mit seinen Veranstaltungen einen sehr guten Ruf erworben, ja geradezu erarbeitet. Mit einer Vielzahl kultureller Veranstaltungen, seien es Comedy- oder Konzertabende, aber auch Public-Viewing-Veranstaltungen und Mottoabende haben sich der Verein und der Haupt-Veranstaltungsort NEUER Winzerverein mit seiner erneuerten, modernen Technik einen klangvollen Namen gemacht.

Stellvertretend für die vielen, häufig auch unsichtbaren Helfern im Kulturverein Grafschaft sei hier Dietmar Ulrich (links) genannt, den der Fotograf beim Ab- und Aufhängen eines Großplakates vor dem Winzerverein beim Helfen "erwischte". Foto und Bearbeitung: Thomas Schaaf.
"MAM rockt BAP" ist das Motto für einen tollen Kölsch-Rock-Abend im NEUEN Winzerverein. Foto: Thomas Schaaf.

Von alleine kommt ein solcher Erfolg nicht, es bedarf eines hohen personellen Einsatzes zur Durchführung von Konzerten oder anderen Events. Kartenvorverkauf, Tageskasse, Verköstigung, Saalvor- und -nachbereitung, Bestuhlung, Anmeldungen, Technikabstimmung, Gema, Plakatierung und Bestückung von Großplakaten sind nur einige Stichworte zur Bewältigung eines solchen kulturellen Ereignisses, das sogar Besucher aus weiterer Entfernung wie Köln, Koblenz und Ruhrgebiet anzieht. Die Veranstaltungen sind fast immer sehr gut besucht, öfters sogar ausverkauft. 

Für die Veranstaltung im Rahmen der 1000-Jahr-Feier am 31.5.2019 mit der Gruppe MAM, einer Cover-Band von BAP, können noch Karten erworben werde. Mit z.B. „Verdamp lang her“ lässt MAM das BAP-Feeling wieder aufleben und verspricht einen mitreißenden Kölschrock-Abend im Winzerverein.