Aktuelles


vom Verein

Kulturlant informiert


Der Vorstand bittet um Terminvormerkung und sucht junge Leute zur Ausbildung an der Saaltechnik. Foto: Thomas Schaaf.

Der Kulturlant-Vorstand informiert seine Mitglieder darüber, dass das neue Kultur-Programm 2019/20 weitestgehend steht. Aktuell werden letzte Vertragsangelegenheiten besprochen. Alle Tickets sollten ab spätestens Mai im Vorverkauf sein.

 

Einer der Schwerpunkte der nächsten Planungen ist es, möglichst jungen Menschen anzubieten, sich Fähigkeiten in Sachen Licht- und Tontechnik anzueignen. Wer mögliche interessierte junge Leute kennt, möge bitte dem Vorstand Bescheid geben. Der Vorstand weist darauf hin,  dass die Mitgliedschaft bei Kulturlant bis zum Alter von 25 Jahren beitragsfrei ist. In Kürze soll gemeinsam mit dem Trägerverein die neue Ton- und Lichttechnik im Saal an den Start gebracht werden. Diese Technik kann dann jeder Saalmieter (Vereine) nutzen, wird hierzu aber einen eingewiesenen Techniker benötigen.

 

Weiter bittet der Vorstand seine Mitglieder, sich nachfolgende Termine vorzumerken: Sa., 12.10.19 - Ingolf Lück, Comedy; Mi., 23.10.19 - SWR1 Public Singing, Mitsingkonzert; Sa., 02.11.19 - Köster & Hocker, Konzert; Sa., 16.11.19 - Christine Prayon, Kabarett; Sa., 30.11.19 – feelfalt, Konzert; Fr., 06.12.19 - Peter Orloff’s Schwarzmeer-Kosaken, Konzert (Kirche); Fr., 13.12.19 - Rolf Miller, Kabarett; ; So., 29.12.19 - Die Toten Ärzte, Konzert; Sa., 4.1.20 – Jazz ohne Stress, Konzert; Sa., 18.1.20 – Fee Badenius, musikalisches Kabarett; Fr., 24. oder Sa., 25.1.20 – Thomas Godoj Trio, Konzert; Sa., 15.2.20, Le Clou, Konzert; Fr., 6.3.20 – Mathias Tretter, Kabarett; Sa., 7.3.20 – Young Scotts Trad Awards Winner Tour, Konzert; Sa., 28.3.20 – Volker Weininger, Kabarett;  Sa., 4.4.20 – Melanie Bong Quintett, Konzert; Sa., 18.4.20 – Nektarios Vlachopoulos, Kabarett; Sa., 25.4.20 – Stephan Sulke, Konzert.

 

Spiel- und Lebensfreude waren ansteckend


Schottlands bester Musikernachwuchs spielte in Lantershofen

Das war wahrlich ein Zungenbrecher: Young Scots Trad Awards Winner Tour. Dahinter stecken 18 Konzerte in ebenso vielen Tagen. Den Abschluss ihrer Tournee quer durch Deutschland machten vier junge Schotten am Samstagabend auf der Kulturlant-Bühne in Lantershofen. Präsentiert wurden die Ausnahme-Musiker von der Deutschen Petra Eisenburger, sie führte auch durch das Programm, das knapp 200 Gäste von der ersten Minute an begeisterte.

Sehr gut besuchtes Konzert mit begeisterten Zuschauern im Saal des Winzervereins. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Vier Topmusiker: Am Knopfakkordeon ist Paddy Callaghan, Charlie Stewart spielt die Geige, Sängerin Iona Fyfe ist "the voice"und steht in Front, Luc McNally brilliert mit der Gitarre.

Die jungen Schotten, die Siegerpreise in Wettbewerben traditioneller schottischer Musik gewinnen konnten, stellten sich nacheinander musikalisch vor, später spielten sie dann zusammen. Begleitet wurden die Preisträger dabei vom Gitarristen Luc McNally, der in den Jahren 2016 und 2017 ebenfalls begehrte schottische Nachwuchspreise gewinnen konnte. Ihm stand als erstes Charlie Stewart zur Seite, der das Geigenspiel an der Royal Conservatoire of Scotland studierte und für den der Begriff des Teufelsgeigers äußerst zutreffend war. Stewart brachte aber nicht nur die Musik authentisch rüber, er verkörperte zudem eine große Spiel- und damit verbunden, auch Lebensfreude. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht und begleitendem Taktspiel, teilweise mit beiden Füßen, sorgte Charlie Stewart gleich im ersten Stück für helle Begeisterung, sein „Fire-cross Song“ erntete tosenden Applaus. Ein klein wenig ruhiger ließ es „the voice“ im vierköpfigen Ensemble angehen. Iona Fyfe ist gerade einmal 21 Jahre alt, als Sängerin aber bereits weltweit unterwegs. Sie nahm das Publikum mit, animierte beim Song „Swing and Turn“ zum Mitsingen. „Take me out Drinking Tonight“ spiegelte die schottische Freude an der Geselligkeit wider. Dritter im Bunde der Preisträger-Tour war Paddy Callaghan, eine ebenso lustige, wie gemütliche Persönlichkeit. Sobald er aber zum Knopfakkordeon greift, explodiert er förmlich. „Schnell“ sei seine Musik, sagt er. Eines von zwei gelernten deutschen Wörtern. „Wunderbar“ ist das andere, auch weil sein Lieblingsort in Schottland „Bar“ sei. „The Trip to Dingle“ zeigte dem Publikum, dass Callaghan nicht zu viel versprochen hatte, auf der Bühne und im Saal ging sprichwörtlich die Post ab.

Von der ersten Minute an reißen die vier jungen Schotten die Zuhörer mit ihrer traditionellen heimatnahen Musik mit.
Nach dem Konzert hagelt es Riesen-Beifall für die Musiker, die sich artig mit tiefen Verbeugungen beim Publikum bedanken.

Im zweiten Konzertpart gehörte die Bühne im Lantershofener Winzerverein dann allen vier Musikern, wobei Iona Fyfe betonte, sie sei für den eher melancholischen Part zuständig. Das war übertrieben, auch wenn ihre Mitstreiter es immer dann, wenn Titel mit Gesang anstanden, ruhiger angehen ließen. Dafür hatte hier das Publikum wieder seinen Einsatz, ihm gehörte der stimmlich äußerst hoch angesetzte Refrain bei „Bonnie Lass of Fire.“ Wenn es dann instrumental zuging, gingen die drei Musiker in die Vollen, man fühlte sich im Winzerverein auf ein schottisches Volksfest oder in einen Glasgower Pub versetzt. Am Ende hielt es keinen mehr auf den Sitzen, zumal Kulturlant in Zusammenarbeit mit „Ahrland“ auch Biere und Whiskey aus Schottland reichte. Die Musiker bevorzugten derweil deutsches Bier und trockene Ahrweine, packten nach Mitternacht die Instrumente ein zweites Mal aus und spielt im Winzerverein noch  bis tief in die Nacht im kleinen Kreis.

Frische Musik-Brise aus Schottland


Schottlands bester Nachwuchs in puncto traditioneller Musik kommt nach Lantershofen. Foto: Veranstalter.

Preisträger renommierter Wettbewerbe auf Deutschland-Tour in Lantershofen

Nach der erfolgreichen Premiere der Young Scots Trad Awards Winner Tour in 2018 werden auch in 2019 vier junge schottische Ausnahmemusiker in 19 Spielstätten in Deutschland und Österreich konzertieren. Wie bereits in 2018 geben Preisträger und Finalisten von renommierten Wettbewerben wie dem BBC Radio Scotland Young Trad Awards, BBC Radio 2 Folk Awards, MG Alba Awards und Molloy Award Zeugnis ihres Könnens. Erstmals dabei ist die Kulturlant-Bühne in Lantershofen, wo die vier Musiker am Samstag, 23. Februar zu hören sind.  

Ziel dieser Wettbewerbe ist es, junge schottische Musiker zu animieren, schottische Musiktraditionen mit der eigenen musikalischen Virtuosität fortzuführen und zu beflügeln. Bei den BBC Radio Scotland Young Trad Awards beispielsweise bewerben sich jährlich zahlreiche Musiker. Sechs Finalisten kämpfen anlässlich eines Prestigekonzerts beim berühmten Celtic Connections Festival im schottischen Glasgow um den ersten Platz. Der oder die Beste wird mit dem BBC Radio Scotland Young Traditional Musician Award des entsprechenden Jahres ausgezeichnet.

Charlie Stewart (Geige), Iona Fyfe (Gesang), Paddy Callaghan (Akkordeon) und Luc McNally (Gitarre) begeistern ihr Publikum mit einer Mischung aus traditioneller Musik, die den Puls der Zeit trifft - Tradition trifft Moderne. Mit ihrer Solo-Performance im ersten Programmteil und ihrem gemeinsamen Auftritt in der zweiten Programmhälfte zeichnen Charlie, Iona, Paddy und Luc ein facettenreiches musikalisches Bild Schottlands.

Das bestuhlte Konzert findet am Samstag, 23. Februar, ab 20 Uhr im Winzerverein Lantershofen statt (Buslinie 849, Haltestelle Lantershofen, Winzerstraße). Tickets für die bestuhlte Veranstaltung kosten im Vorverkauf 16 Euro zuzüglich möglicher Gebühren, an der Abendkasse 20 Euro. Tickets und Infos sind über die Interseite www.kulturlant.de erhältlich. Weitere Vorverkaufsstellen sind in der Grafschaft Getränke Visang (Karweiler), Rewe-Markt (Ringen), Eifeldestillerie (Lantershofen) sowie in Bad Neuenahr-Ahrweiler Wittich Medien, Plattenkiste und Ahrtal-Tourismus.

Kabarettist Thomas Freitag sezierte die vielen Probleme Europas


KabarettistThomas Freitag trifft den Nagel tagesaktuell mit Europa auf den Kopf. Fotos in diesem Bericht: Thomas Biesenbach. Bildunterschriften: Thomas Schaaf.

Weckruf für Ahrweiler Freiheitswochen - erschreckende Wahrheiten im Mantel des Kabaretts

Thomas Freitag, seit Mitte der 1970er Jahre als Kabarettist und Parodist auf Deutschlands Bühnen zuhause, hat den Nagel wieder einmal ins Schwarze getroffen, als er sich vor gut zwei Jahren dazu durchrang, sein 18. Soloprogramm zum Thema „Europa“ zu schreiben. Ein Thema, dass auch bei der 197. Aufführung des Programms am Samstag in Lantershofen aktuell ist und scheinbar täglich aktueller wird. Als politischer Kabarettist muss Freitag dabei natürlich tagesaktuell bleiben und vom Konzept schon mal abschweifen. Dieses Mal bekam Verkehrsminister Scheuer für seine jüngsten Einlassungen sein  Fett weg: „Wir Europäer haben von den Ägyptern die Zahlen überliefert bekommen, die Null ist heute Verkehrsminister.“

250 Zuschauer im ausverkauften Lantershofener Winzerverein erlebten einen launischen Thomas Freitag in der Rolle des Peter Rübenbauer. Der ist EU-Bürokrat und für die Entwicklung aller europäischen Kreisverkehre zuständig. Besser: er war es. War es doch ausgerechnet der Brite, der ihm im neuen Kreisel auf Lesbos entgegen kam und ihm den Unfalltod bescherte. Der Brite mit seinen Launen wie dem Linksverkehr, dessen Insel am besten ein paar Kutter aufs Meer Richtung Amerika schleppen würden. Nun findet sich Rübenbauer im Jenseits wieder, an einer verkommenen Haltestelle mit umgeworfenem Mülleimer. Zeit, nachzudenken. Über das, was Europa heute noch ist, was es mal war und was es eigentlich sein sollte. Zeit, im Jenseits auch ein paar Menschen zu treffen. Willi Brandt zum Beispiel, eine von Freitags Paraderollen als Parodist. Brandts übergroße Statue in der Parteizentrale sollte AFD-Chef Gauland für dessen „Vogelschiss-Eklat“ mal eine scheuern. Zeus war auch im Jenseits zu treffen und machte klar: „Das alte Rom war das erste zentrale Europa.“ Nur hielt damals die Philosophie Europa zusammen, heute ist es die Betriebswirtschaft. Dann die Religionen, vertreten durch den evangelischen Selbstmordattentäter, der mit alten Socken tötet, weil er nicht mit ansehen kann, wie die anderen faulenzen, während sein Luther doch der erste echte Arbeiter war. Thesen anschlagen war halt anstrengend.

Fazit von Thomas Freitag: Europa ist eine gute Sache, man hätte es nur nicht mit anderen Ländern machen sollen.

Das richtige Rezept, wie man mit Europa umgehen soll, damit es künftig nicht nur durch die Champions League geeint ist, fanden Rübenbauer und seine Leidensgenossen im Jenseits nicht, dafür hinterließen sie aber eine Menge Nachdenkliches bei den Besuchern der Kulturlant-Bühne. Mit dem Thema „Europa“ beschäftigen sich ab 13. März auch die Ahrweiler Freiheiter zweieinhalb Wochen sehr intensiv. Der Kabarettabend mit Thomas Freitag war sozusagen der Weckruf zu den vierten Ahrweiler Freiheitswochen, die dann mit einer Fülle von Vorträgen, Ausstellungen, Kulturveranstaltungen, Schülerwettbewerben und mehr aufwarten werden.

„Zukunft Europa“ ist Thema der Ahrweiler Freiheitswochen


Kabarettist Thomas Freitag befasst sich mit dem Thema "Europa". Foto: Veranstalter.

Veranstaltungsreihe findet vom 13.-31. März statt - Kabarettistischer Weckruf in Lantershofen zum Auftakt

KREIS AHRWEILER. Vom 13. bis 31. März finden zum nunmehr vierten Mal die „Ahrweiler Freiheitswochen“ statt, die 2016 ins Leben gerufen wurden. Die aktuelle Situation in der Welt und die Herausforderungen für moderne Gesellschaften in Europa erfordern eine nachhaltige Stärkung des gesellschaftlichen Dialoges über Freiheits- und Zukunftskonzepte im weitesten Sinne. Unter dem Motto „Freiheiter – Freiheit und Frieden durch Begegnung und Dialog“ sollen seitdem jährlich themenbezogene Veranstaltungswochen mit einer Vielzahl von Veranstaltungen und Projekten die unterschiedlichsten Facetten der Freiheits- und Friedensproblematik aufgreifen und damit einen aktiven Beitrag zum toleranten Miteinander von Bürgern, Gesellschaften, Nationalitäten, Religionen und beispielsweise von Wissenschaft und Kunst liefern.

Das Thema ist in diesem Jahr nicht nur aus aktuellem Anlass die „Zukunft Europas“. Das einzigartige Freiheits- und Friedensprojekt der Europäischen Union steht mehr als 60 Jahre nach den Römischen Verträgen vor großen Herausforderungen. Die Themen sind komplex: mehr oder weniger Europa, der Brexit, Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten, Finanzausgleich und Migration und Schutz der Außengrenzen sind nur einige Punkte, die zum Teil sehr umstritten diskutiert werden. Das globale Umfeld der europäischen Union wird zunehmend komplexer und unberechenbarer. Die Einzelinteressen der Mitgliedsstaaten stehen oft zukunftsträchtigen Lösungsansätzen im Wege. Die Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai werden für die nächsten fünf Jahre wichtige Weichen dafür stellen, wie die Herausforderungen der Zukunft gelöst werden sollen.

Mit dem Thema „Europa“ befasst sich auch der renommierte Kabarettist Thomas Freitag, der einst als humoristischer Kritiker Helmut Kohls bekannt wurde. Sein Auftritt am kommenden Samstag, 9. Februar, in Lantershofen, ist der Weckruf für die Ahrweiler Freiheiter. Freitags Programm „Europa, der Kreisverkehr und ein Todesfall“ wirft einen scharfen, satirischen und sehr komischen Blick auf Europa… oder das, was davon noch übrig ist. Freitag meint dazu: „Europa! Was für ein erstaunlicher Erdteil! Ein Kontinent, der die Philosophie erfunden hat, die moderne Wissenschaft entwickelt und die Menschenrechte formuliert hat … und der es heute schafft, auf über 3000 Seiten zu erklären, wie viel Wasser maximal durch einen Duschkopf fließen darf. Europa ist eine große Idee. Die Idee, eines Hauses, in dem 28 verschiedene Nationen (je nach Laune vielleicht auch nur 27) zusammenleben und zusammenarbeiten. Wobei jeder, der mal versucht hat, in einer WG mit nur drei Leuten einen Spülplan zu entwickeln, ahnt: Das wird sauschwer! Europa steht nicht gut da im Moment. Früher suchten hier Touristen aus Übersee nach den Resten der alten Ruinen. Heute scheint Europa selbst die größte Ruine zu sein.

Satirisch wollen die Ahrweiler Freiheiter auf ihr Thema einstimmen, ehe dann ab 13. März mehr als 30 Einzelveranstaltungen wie Sonderausstellungen, Museumsführungen, Lesungen mit Musik, Vorträge, Diskussionen, ein Schülerwettbewerb und – passend zum Motto - ein internationales Jugend-Europa-Camp den interessanten Rahmen der Freiheitswochen bilden werden. Gerade der Schülerwettbewerb und das Jugend-Europa-Camp haben einen hohen Stellenwert der Veranstaltungsreihe, da die Jugend ein wichtiger Bestandteil unser aller Zukunft ist. Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse der Schulen im Kreis können an dem Schülerwettbewerb zum Thema „Jugend gestaltet Europa“ teilnehmen. Das Jugend-Europa-Camp ist für alle interessierten Jugendlichen offen und erfordert lediglich eine Anmeldung. Als besondere „europäischer“ Höhepunkte der Veranstaltungswochen wird ein Treffen der europäischen Partnerstädte der Gemeinden und Städte im Kreis Ahrweiler stattfinden. Weitere Informationen sind unter www.freiheiter-aw.de erhältlich.

Rookie-Bands plädieren für mehr junge Musik


Kulturlant-Festival präsentierte drei Formationen aus Belgien und Deutschland

Neben vielen gestandenen Künstlern aus der Musik- und Kabarettszene betätigt sich der Grafschafter Verein Kulturlant in unregelmäßigen Abständen fördernd für junge Musiker, und zwar mit einem Festival für Nachwuchsbands. Kulturlant lud nun zum dritten Mal junge Musiker zu „Rookie“ ein. Mit der Unterstützung von Sponsoren und dem massiven Einsatz eigener Mittel setzen die Grafschafter dabei als eigene Vorgabe um, jeder Band eine angemessene Gage zu zahlen, dem Publikum aber dennoch freien Eintritt zu gewähren. Knapp 150 Gäste erlebten so am vergangenen Samstag im Lantershofener Winzerverein drei Bands der etwas härteren Gangart. Den Auftakt machte „The Pariah“ aus Bottrop. Gerade erst ihr ihr erstes Album „No truth“ erschienen, aus dem die meisten der dargebotenen Songs stammten. Ihre Musik bezeichnet die Formation als „Melodic Hardcore“, Leadsänger Henning Begemann hielt es während der rund 45-minütigen Performance nur selten auf der Bühne, immer wieder mischte er sich ins Publikum, um den Gästen die Botschaften der Band möglichst nahe zu bringen.

Die Band „Betray Your Idols“ aus Bad Neuenahr-Ahrweiler. Fotos in diesem Bericht: Dirk Unschuld.
Die Gruppe „Valley“ aus Halle/Belgien.

Zum zweiten Mal auf der Kulturlant-Bühne standen „Valley“ aus dem belgischen Halle. Ihr Auftritt gefiel vor allen Dingen den etwas älteren Gästen, Valley ließen Erinnerungen an „gute alte Hardrock-Zeiten“ aufkommen, da wurden Parallelen zu Bands, wie „Van Halen“ deutlich. Auch sie präsentierten überwiegend Titel aus ihrem aktuellen Album „Dark Tears // Bright Smiles.“ Songs, wie „Safety of youth“ oder „Confused“ beschrieben die Gefühlslagen der jungen Generation in Belgien, melodischer Sound untermalte die 45-minütige Performance, die Valley den deutlichsten Applaus an diesem Abend einbrachte. 

Ebenfalls zum zweiten Mal in Lantershofen waren „Betray Your Idols“ zu erleben. Sie hatten ein Heimspiel, geben die fünf Musiker doch Ahrweiler als Heimatstadt an. Die Band stellte nicht nur das musikalische Equipment für alle Bands, was lange Umbaupausen ersparte, sie dürften auch die meisten der Gäste an diesem Abend angezogen haben. Wir die beiden Bands zuvor, waren auch „Betray Your Idols“ rund 45 Minuten lang zu hören. Songs, wie „Broken Arrows“ oder „Denial“ zeigten, dass die Band schon mehr als zehn Jahre existiert und alle Musiker bestens aufeinander abgestimmt sind. Und dennoch ist jeder Auftritt eine neue Herausforderung, weit entfernt von Routine. „Betray Your Idols“ hatten neben ihrer Musik auch noch eine Botschaft für Veranstalter Kulturlant dabei: „Macht doch bitte öfter Konzerte mit diesen Genres.“

Kulturlant präsentiert Programm fürs Jahr 2019


Ein buntes Programm präsentiert "Kulturlant." Kollage: Thomas Schaaf.

Fast noch ein Dschungelcamp-Gewinner

Die ersten Musik- und Kabarettveranstaltungen in 2019 hat Lantershofen bereits erlebt, parallel dazu veröffentlichte der Verein Kulturlant e.V. sein Programm für 2019, zumindest mit den bislang feststehenden Veranstaltungen. Dabei bieten die Grafschafter im Lantershofener Winzerverein wieder eine Fülle von Musik- und Kabarettabenden, von denen einige bereits ausverkauft sind. „Die Nachfrage nach Tickets hat im letzten Jahr sehr stark zugenommen“, freuen sich die beiden Vorstandssprecher Marie-Luise Witsch und Udo Rehm. Dies gelte vor allem für die Kabarett- und Comedy-Abende. Für die bis Mai laufende Kulturlant-Saison gibt es lediglich noch Tickets für das Gastspiel „Durst – Warten auf Merlot“ mit Philipp Weber am 29. März. In der neuen Spielzeit, die im Oktober beginnt, kommen dann Ingolf Lück (12. Oktober), Christine Prayon (16. November) oder Rolf Miller (13. Dezember) nach Lantershofen. Für die insgesamt sieben Abende der neuen Spielzeit 2019/20 wird auch wieder ein Abo angeboten, Informationen dazu gibt es im aktuellen Programmheft.

Verstärkt wird in der Grafschaft derzeit das Thema „Musik“ angegangen. Nach dem alljährlichen Jahresauftakt mit „Jazz ohne Stress“ und dem Nachwuchsfestival „Rookie“ geben sich am 23. Februar die Gewinner der BBC Schottland Nachwuchswettbewerbe traditioneller schottischer Musik auf ihrer Deutschlandtour ein Stelldichein in Lantershofen. An die laufende Saison angehangen wurde zudem am 30. Mai zu den Feiern „1000 Lantesche Jahre“ ein Konzert der BAP-Coverband „MAM.“ Ebenfalls in der noch laufenden Saison wird Deutschlands derzeit erfolgreichste Zaubershow „Die Magier 2.0“ zu sehen sein (7. April).

Aus Köln kommen am 2. November die vielfach ausgezeichneten Gerd Köster und Frank Hocker mit ihrem neuen Programm „Wupp“ in den Winzerverein. Aus Österreich wird dort am 30. November das Trio „feelfalt“ zu einem Adventkonzert erwartet. Sänger aus Russland und der Ukraine bilden den Chor der Schwarzmeerkosaken, dem einst auch Ivan Rebroff angehörte. Sie sind am 6. Dezember in der St. Lambertuskirche in Lantershofen zu erleben. Chorleiter ist übrigens der frühere Schlagerstar Peter Orloff, der zuletzt ganz andere Schlagzeilen machte, als er in Vertretung eines Schlagerkollegen ins Dschungelcamp zog und erst in der Finalrunde geschlagen wurde. Schließlich kommt am 29. Dezember zum Jahresabschluss Europas meistgebuchte Tributeband „Die Toten Ärzte“ nach Lantershofen. „Selber musizieren“ heißt es bereits am 23. Oktober, dann findet zum zweiten Mal das SWR1 Public Singing statt.

Neben diesen Veranstaltungen lädt Kulturlant zum Kinderkino ein und weißt auch weitere kulturelle Veranstaltungen in Lantershofen hin. Das Programm liegt bei den Vorverkaufsstellen und in ausgesuchten Geschäften aus, es kann aber auch über die Internetseite www.kulturlant.de geladen werden.

Die Extravaganz in Person


Kabarettistin Lisa Eckhart zieht vom Leder. Foto: Dirk Unschuld.

Lisa Eckhart machte klar: „Ich bin nicht Künstler, ich bin Kunst“

Mit einem fulminanten „Kracher“ startete der Verein Kulturlant am Sonntagabend in sein diesjähriges Kabarettprogramm. Auf der Bühne erlebten 250 hin- und hergerissene Besucher eine der derzeit angesagtesten Kabarettistinnen im deutschsprachigen Raum. Lisa Eckhart, gerade einmal 26 Jahre alt, startet mit ihrem zweiten Bühnenprogramm derzeit durch, spielt nur vor ausverkauften Häusern. Auch in Lantershofen war seit Wochen kein Ticket mehr zu erhalten. Dass das neue Programm der sympathischen, aber dennoch unnahbar wirkenden Österreicherin, die ihre ersten Bühnenerfolge als Poetry-Slammerin feiern konnte, zwar „Die Vorteile des Lasters“ heißt, mit den Transportfahrzeugen aber so gar nichts zu tun hat, machte sie gleich zu Beginn klar. Musste sie aber eigentlich nicht, der Blick auf die Bühne genügte. Keine Ausstattung, nur ein Barhocker und ein Mikrofon, dahinter über die gesamte Dauer des Programms ein knallrot illuminierter Hintergrund. Davor die Künstlerin, die sich nicht als solche sieht, wenn sie sagt: „Ich bin nicht Künstler, ich bin Kunst.“

Lisa Eckharts Mission ist die Abrechnung mit der Gesellschaft, scharfzüngig und bitterböse. Das, was der Mensch in seinem tiefsten Innern vielleicht möchte, aber nicht auszusprechen oder vielleicht nicht einmal zu denken wagt, Lisa Eckhart bringt es auf die Bühne. Wieder hatte sie ihre Zuhörer für sich eingenommen, um ihnen ihre Laster wie einen Spiegel vorzuhalten. Es war eine perfekte eigene Inszenierung, die der Österreicherin auf ihrer Missionsreise durch die Republik auch in Lantershofen stehende Ovationen bescherte. Gekommen war sie übrigens mit den besten Wünschen des Kabarettisten Torsten Sträter. Der hatte ihr erst wenige Tage vor dem Gastspiel auf der Grafschaft nach der Sendung „Nuhr im Ersten“ gesteckt, dass es in Lantershofen ein tolles Publikum gebe. Die Grüße Sträters gab sie gerne weiter.