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vom Verein

Herrliche Dialoge von Gerda und Walter


Rheinhessisches Theater bei Kulturlant in Lantershofen begeisterte

„Sie werden heute Abend sehen, wie es bei einem typischen rheinland-pfälzischen Ehepaar zugeht. Haben Sie eigentlich von zuhause nicht genug davon?“ Worte, mit denen der Musiker Frank Golischewski am Sonntagabend das Publikum im ausverkauften Saal des Lantershofener Winzervereins begrüßte. Dort stand Theater auf dem Spielplan, eingeladen hatte der Verein Kulturlant. Golischweskis Rolle war die des Radios in der Wohnung von Gerda und Walter, eben jenem typischen Ehepaar, das sich in jeder erdenklichen Situation „kabbelte“, jede Mücke zum Elefanten werden ließ, wobei herrliche Dialoge entstanden. Durch den rheinland-pfälzischen Sender SWR4 bekannt geworden, treten Gerda und Walter rund ein Dutzend Mal pro Jahr auf Bühnen im Land auf. Hinter „Walter“ steckte der Mainzer Karnevalist Norbert Roth, aus dessen Feder die Sketche des Duos stammen, „Gerda“ wurde verkörpert von der Schauspielerin und Kabarettistin Alice Hoffmann, die einem breiten Publikum durch die Rolle der „Hilde“ in der TV-Serie „Familie Heinz Becker“ bekannt wurde.

Mit Stützstrümpfen und Strohhut: Gerda und Walter nach ihrer Rückkehr vom Billigflug-Urlaub in Lissabon. Foto: Gausmann.

Die Bühne im Lantershofener Winzerverein war am Sonntag zur kleinen Wohnung umfunktioniert. Esstisch mit Stühlen, Fernsehecke mit Sessel, Bügelbrett und altes Radio, es fehlte an nichts, als Gerda und Walter zur ersten Szene am Frühstückstisch Platz nahmen und das Gejammere über viel zu trockene Brötchen und allzu heißen Kaffee seinen Lauf nahm. Dass sich der Prokurist in Rente und die gelernte Schuhverkäuferin nach 40 Ehejahren nichts mehr zu sagen hätten, war beileibe nicht der Fall. Dass sie allerdings immer noch aneinander vorbeiredeten, sorgte bei den gut 200 Gästen im Lantershofener Saal für andauernde Lachsalven. Auf der einen Seite Gerda, die neunmalklug immer wieder Fremdwörter durcheinander wirbelte, auf der anderen Seite der gelehrige Walter, dessen stete Korrekturversuche meistens ins Leere führten. Und wenn er dann einmal romantisch wurde und seiner Gerda eine Rose schenkte, vermutete die dahinter gleich ein schlechtes Gewissen beim Ehemann. 

Aber Gerda verstand es auch hervorragend, den Spieß gegen den scheinbar intellektuell überlegenen Ehemann zu drehen. Beispielsweise, als dieser in viel zu enger Hose aus dem Haus gehen wollte und auf Ansprache hin feststellte: „Die Hose spannt nicht, sie sitzt. Wenn ich stehe. Es ist halt eine Stehhose.“ So richtig wurde das nichts mit dem rausreden, da nutzte auch die Aussage, das Alter einer Hose spiele im Gegensatz zum Alter eine Frau keine Rolle, wenig. Wenn Walter sich nicht mehr zu helfen wusste, beendete er den Dialog eben mit einem „Basta.“ Und das hätte bei so manch einem der Dialoge machen können, tat es aber nicht. Also wurde herrlich weiter gestritten. Über den Unterschied zwischen einer Beutelsuppe und einem Klavierkonzert beispielsweise. Oder aber über die Bedeutung des englischen Begriffs „Lucky Loser“, den Walter so lange zerredete, bis er darin einen russischen Dialekt als Übersetzung für Terpentin gefunden hatte. In einem aber waren sich Gerda und Walter bei all ihren Streitigkeiten einig: ewig geht das nicht so weiter, in 50 Jahren ist alles vorbei. Mit dieser Weisheit wollten sie sich nach zwei Stunden vom Lantershofener Publikum verabschieden, dass sie aber nicht ohne Zugaben von der Bühne gehen ließ. 

Beide Schauspieler waren im Übrigen bemüht, den Rheinländern aus dem Ahrkreis nicht allzu viele Vokabeln aus dem Rheinhessischen oder dem Saarland „zuzumuten.“ So betätigte sich Walter gerne als Übersetzer, schob beispielsweise der „Gonsemer Kerb“ die Übersetzung „Gonsenheimer Kirchweih“ nach. Strikt an den Text wurde sich also nicht gehalten.

Von Elektropop bis Mozart


Mit „Wildes Holz“ präsentierte sich ein ungewöhnliches Trio bei Kulturlant

„Wissen Sie, auf was Sie sich eingelassen haben?“ Die Frage von Marcus Conrads hatte irgendetwas Bedrohliches im Unterton. Möglicherweise stelle sie der Bassist des Trios „Wildes Holz“ zu Beginn des Konzerts am vergangenen Samstag bei Kulturlant in Lantershofen auch nicht umsonst.

Volles Haus im Saal des ehemaligen Winzervereins. Die Gäste erleben einen in vielfältiger Hinsicht einmaligen und überzeugenden musikalischen Leckerbissen. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Drei Freunde versprühen Freude an Musik und nehmen die Zuhörer buchstäblich mit auf eine fetzig flötige Klangreise, die auch Liebeslieder kann.

Der erste Blick aufs Plakat konnte den Eindruck erwecken, es werde ein ruhiger, von klassischer Abend Musik geprägter Abend: drei Herren im schwarzen Anzug mit verschiedenen Holzinstrumenten. Kammermusik? Weit gefehlt. Was „Wildes Holz“ am Samstag in Lantershofen boten, war ein musikalisches Spektakel, dass in keine der gängigen Schubladen passt. „Es ist unsere Mission, die Blockflöte vom Ruf eines Kinderspielzeugs zu befreien“, hatte Flötist Tobias Reisige einmal gesagt. Eine Mission, die scheinbar das Lebenswerk des Trios, dass sich vor 18 Jahren an der Musikhochschule kennenlernte und seither zusammen musiziert, darstellt.

Mit virtuosen und immer neuen Klängen und Temperamenten begeistern Flötist Tobias Reisig, Gitarrist Anto Karaula und Bassist Markus Conrads jazzig, klassisch, popartig - außergewöhnlich.
Flötist Tobias Reisige und seine beiden Musikerkollegen ziehen mit ihren Instrumenten auch ohne Lautsprecherverstärkung mitten im Saal ihre Gäste eindrucksvoll in ihren Bann.

Was Reisige, Conrads und Gitarrist Anto Karaula ihren Instrumenten abverlangten und was diese ihnen zurückgaben, verdiente schon das Prädikat „unglaublich.“ Reisige hatte alleine 18 verschiedene Flöten im Gepäck, von der nur wenige Zentimeter langen Mini-Blockflöte bis hin zur mannshohen Kontrabass-Blockflöte, die sogar den 1,90-Meter-Mann überragte. Seine Flöten beherrschte er perfekt und mit einer Präzision, die das Publikum im ausverkauften Lantershofener Winzerverein immer wieder erstaunen ließ.

Schon die Besetzung des Trios mit Flöten, Kontrabass und Gitarre war ungewöhnlich. Gleiches galt für das Repertoire, dass Wildes Holz auf die Bühne brachten. Der musikalische Bogen reichte von Klassik bis Rock, vom Kinderlied bis zu Elektropop. Viele Stücke entstammten der Feder der drei Musiker. Sie präsentieren derzeit bei ihrer Deutschlandtour neue „Holz-Musik“, die es auf CD gepresst noch gar nicht zu kaufen gibt. Auch das ist ungewöhnlich, ist eine solche Tour doch eigentlich die Promotion fürs neueste Werk. „Astrein“ heißt die aktuelle CD und auch die Tour und dieser Titel fehlte natürlich nicht. Für ihre ungewöhnliche Musik haben sich die drei ebenso außergewöhnliche Titel einfallen lassen, die sie immer mit irgendwelchen Begebenheiten zu verbinden wussten. „Moretti Swing“ zum Beispiel, das einer italienischen Biermarke gewidmet ist. „Dem einzigen Bier, das warm besser schmeckt, als kalt“, erklärte Reisige. Er hatte einige solcher Erklärungen auf Lager. „Ernte 14“ heißt das Stück, dass einer riesigen Waldarbeitermaschine gewidmet wurde, nachdem das Trio mal auf einer Waldbaumesse gespielt hatte. „Madera Salvaje“ lässt sich da schon einfacher erklären. Das ist nämlich spanisch und heißt nichts anderes, als „Wildes Holz“.

Flötist Tobias Reisige im Blickkontakt mit Gitarrist Karaula, Bassist Conrads begleitet mit gezupften Takt.
Blockflöte, Gitarre und Kontrabass: Riesiger Beifall nach jedem Stück und zum Konzertende stehende Ovationen für die drei Blas- und Zupfmusiker.

Gut die Hälfte der vorgetragenen Melodien waren Eigenkompositionen, der Rest mehr oder weniger bekannte Melodien anderer Künstler, die trotz der ungewöhnlichen Besetzung einen hohen Wiedererkennungswert hatten. „Pathétique“ von Ludwig van Beethoven in der „Bearbeitung für drei einfache Holzinstrumente“ zum Beispiel. „Badinerie heißt bei uns einfach nur Mozart 40“, erklärte Reisige. An einer Schule hatte ein Kind einmal diese Melodie erkannt, allerdings nur, weil es das Lied als Klingelton unter dem Namen „Mozart 40“ auf seinem Handy hatte. „Das Blöde ist nur, dass das Stück von Bach stammt“, so Tobias Reisige.

Nach weit mehr als zwei Stunden wussten schließlich alle Besucher im Lantershofener Saal, worauf sie sich eingelassen hatten und waren restlos begeistert. Mit stehenden Ovationen wurden Wildes Holz aufgefordert, Zugaben zu geben. Und auch die konnten ungewöhnlicher nicht sein. Elektropop aus den 1980er Jahren mit dem Kraftwerk-Stück „Das Model“ folgte der AC/DC-Klassiker „Highway to hell.“ Ganz am Schluss griff Tobias Reisige dann zur giftgrünen Ein-Euro-Plastik-Blockflöte aus asiatischer Massenproduktion, um auch dieser perfekte Klänge zu entlocken, nämlich die Titelmelodie der Verfilmungen des Astrid Lindgren-Klassikers „Pippi Langstrumpf.“

Freiheit für die Blockflöte


„Wildes Holz“ gastieren am 25. April im DGH Winzerverein

Der Grafschafter Verein Kulturlant e.V. hat sein aktuelles Saisonprogramm aus aktuellem Anlass erweitert. Die Grafschafter konnten einen neues, ausgefallenes Musikprogramm unter Vertrag nehmen, dass derzeit deutschlandweit Furore macht: „Wildes Holz“ kommen am Samstag, 25. April nach Lantershofen. Es geht im tiefsten Innern darum, die gute alte Blockflöte von ihrem weniger guten Ruf zu befreien.

„Wildes Holz“ entlockt den Instrumenten kaum für möglich gehaltene Töne. Foto: Veranstalter.

Wildes Holz, das sind Markus Conrads am Kontrabass Anto Karaula an der akustischen Gitarre und Tobias Reisige mit insgesamt 18 verschiedenen Blockflöten: wenn das nicht mal eine astreine Besetzung für eine Rockband ist! Das dachten sich die drei, bei denen Reisige aus seinem Instrumentarium Klänge hervorbringen, die man kaum für möglich hält.

Wer hätte schon gedacht, dass die Blockflöte mit Stücken von AC/DC einen Saal zum Toben bringt, oder dass sie die Stimme eines jungen Michael Jackson geradezu perfekt imitiert?Sogar Stücke von Deep Purple oder Kraftwerk funktionieren astrein in der Holz-Version. Neben solch verblüffenden Bearbeitungen bekannter Radio-Hits stellt das neue Programm „Astrein“ auch Adaptionen klassischer Werke in den Mittelpunkt, die bei Wildes Holz ein gutes Stück rockiger daherkommen als man es sonst zu hören gewohnt ist. Abgerundet wird es durch eigene Kompositionen, die besonders faszinieren und die überraschenden Klangmöglichkeiten dieser Besetzung voll ausreizen. Wird diese atemberaubende musikalische Darbietung dann auch noch mit bestechender Bühnenpräsenz, spontaner Komik und Publikumsnähe verbunden, dann verdient sie endgültig das Prädikat: astrein!

Die Show „Astrein“ von Wildes Holz ist am Samstag, 25. April, ab 20 Uhr im Winzerverein Lantershofen zu sehen und zu hören. Karten für  die bestuhlte Veranstaltung sind zum Vorverkaufspreis von 16 Euro zuzüglich möglicher Gebühren in der Plattenkiste (Bad Neuenahr), bei Ahrtaltourismus (Ahrweiler und Bad Neuenahr), im Rewe-Markt (Ringen), der Eifeldestillerie (Lantershofen), bei Getränke Visang (Karweiler) sowie telefonisch unter 0175/5700262 oder 02641/202118 und online unter www.kulturlant.de oder www.bonnticket.de erhältlich.

Rund 1000 ehrenamtliche Stunden für die Kultur auf der Grafschaft


Kulturlant: Es ging um weit mehr als nur das erste Vereinsjahr

Eigentlich noch in den Kinderschuhen steckt der Grafschafter Verein Kulturlant e.V., der in erster Linie in Lantershofen agiert, aber auch in anderen Bürgerhäusern der Gemeinde kulturelle Veranstaltungen anbietet. Im Dezember 2013 gegründet, fand am vergangenen Dienstag im Winzerverein Lantershofen die erste ordentliche Mitgliederversammlung statt, zu der 16 der mittlerweile 38 Mitglieder gekommen waren. Obwohl erst ein gutes Jahr alt, darf das Erreichte des Vereins durchaus als enorm bezeichnet werden. Man hatte sich mehr oder minder ohne großartige Konzepte in das „Abenteuer Kultur“ gestürzt, um in einer immer noch andauernden Findungsphase auszuloten, was denn so alles möglich ist. Einzig die Erfahrungen des dem Verein vorangegangenen Gewerbes der Kleinkunstbühne Lantershofen dienten als Anhaltspunkt. Dazu kam, dass der Verein zu Beginn seiner Tätigkeit bereits vom Vorgänger gebuchte Comedy-Events übernommen hat.

Die Künstler fühlen sich bei Kulturlant wohl. Hier posiert Comedian Ausbilder Schmidt (5.v.l.) mit dem Helferteam des Veranstaltungs-Abends. Foto: Kulturlant.

Die Künstler fühlen sich bei Kulturlant wohl. Hier posiert Comedian Ausbilder Schmidt (5.v.l.) mit dem Helferteam des Veranstaltungs-Abends. Foto: privat.    Aber auch selbst wurde fleißig gebucht, so dass es am Ende gleich 14 Veranstaltungen waren, mit denen Kulturlant im Jahr 2014 das Leben auf der Grafschaft bereicherte. Knapp 2300 Gäste waren zu den Abenden gekommen, berichtete Geschäftsführer Thomas Weber. Angeboten wurden Konzerte, eine Lesung, Comedy-Gastspiele und eine Ü30-Party. Dazu lud der Verein auch noch zum Public Viewing anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft ein und erreichte so noch einmal rund 700 Menschen.

Dank sehr gut besuchter Comedy-Gastspiele des Duos Thekentratsch in Leimersdorf und von Markus Krebs in Lantershofen hatte Kulturlant einen optimalen Start erwischt, der in Verbindung mit Zuschüssen und ersten Mitgliedsbeiträgen gleich zu einer beruhigenden Kassenlage geführt hat, so dass die die weiteren Veranstaltungen ohne große Finanzzwänge angegangen werden konnten. Denn das Veranstaltungswesen ist doch recht kostspielig, rechnete Schatzmeister Christoph Münch vor. Mehr als 40.000 Euro standen im ersten Vereinsjahr auf der Ausgabenseite, alleine rund 16.000 Euro davon für Künstlergagen. „Machbar und finanzierbar ist das Ganze nur dank der Tatsache, dass wir als Verein keine Personalkosten haben und die Bürgerhäuser miet- und nebenkostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen“, so Weber. Daher konnte der Verein auch einen satten Überschuss erwirtschaften, von dem große Teile in Sachspenden zugunsten der Gemeinde Grafschaft umgesetzt wurden. Man hatte in Zusammenarbeit mit anderen Lantershofener Vereinen in die Ausstattung des Dorfgemeinschaftshauses im Winzerverein investiert und unter anderem eine Bühne angeschafft.

Welcher Aufwand hinter den Veranstaltungen steckt, wurde anhand einiger Zahlen deutlich: 1500 Plakate wurden ausgehangen, 1000 Kilometer wurden dafür zurückgelegt, 15.000 Flyer wurden verteilt. Bei den Veranstaltungen sind oftmals mehr als zehn ehrenamtliche Helfer im Einsatz, so dass unterm Strich alleine im ersten Jahr rund 1000 Stunden Ehrenamt zusammen kamen.

Aber das Angebot wird angenommen, die Besucherzahlen steigen, so dass sich der Verein auf die Fahnen geschrieben hat, das kulturelle Angebot in Zukunft qualitativ noch zu verbessern. „Wir erhalten drei bis fünf Anfragen von Agenturen in der Woche und können uns richtig gute Veranstaltungen aussuchen“, so Weber. Allerdings lasse die derzeitige Personallage nicht mehr, als ein Dutzend größerer Events zu, die allesamt im Zeitraum von September bis Mai ausgetragen werden, in der „dunklen“ Jahreszeit also. Höhepunkte der Saison 2015/16 seien dabei im Comedybereich das Gastspiel von Bernhard Hoëcker im November und ein Konzert des Liedermachers Stephan Sulke im März 2016. Drumherum hat Kulturlant ein anspruchsvolles Programm auf die Beine gestellt, dass im Anschluss an die derzeit noch laufende Saison präsentiert wird. Zudem begibt man sich auf neue Felder, wie „Kulturlant kulinarisch“, Veranstaltungen kombiniert mit Essen. Auch ein Projekt zur Förderung regionaler Jugendbands im Ahrkreis ist in der Planung. Arbeit bleibt dem jungen Verein also genug. „Die Motivation, die dahinter steckt, ist der Spaß an der Sache“, betonte Vorstandssprecher Hermann Efferz.

Vereine griffen tief in die Tasche


Sachspenden für mehr als 10.000 Euro an die Gemeinde übergeben

Wie sehr ihnen der Lantershofener Winzerverein am Herzen liegt, haben die drei Vereine Kulturlant e.V., Musikfreunde Lantershofen und Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“ Lantershofen unter Beweis gestellt. Nachdem das Gebäude zum Dorfgemeinschaftshaus Lantershofen umgewidmet und in den Besitz der Gemeinde Grafschaft übergegangen ist, haben sich die Vereine mächtig ins Zeug gelegt, um verschiedene Anschaffungen zu tätigen.

Vor neuem Vorhang und neuer Bühne: Bürgermeister Achim Juchem (von links), Christoph Münch und Klaus Dünker (Kulturlant), Robin Grießel (Junggesellen-Schützen) und Klaus Engels (Musikfreunde). Foto: Thomas Schaaf.

So wurde eine komplett neue, 32 Quadratmeter große Bühne angeschafft, damit in dem Haus auch künftig Karnevalsveranstaltungen, Kirmesfeiern und Konzerte stattfinden können. Ein Theatervorhang sowie Halterungen für Lautsprecher und Beleuchtung wurden ebenfalls angeschafft und installiert. Bereits im vergangenen Jahr war anlässlich der Fußball-WM ein Flachbildschirm in der ehemaligen Gaststätte installiert worden.

Die Anschaffungen im Gesamtwert von mehr als 10.000 Euro haben die Vorstandsmitglieder Klaus Dünker und Christoph Münch (Kulturlant), Klaus Engels (Musikfreunde) und Robin Grießel (Junggesellen-Schützen) der Gemeinde Grafschaft als Spende der Vereine und zum Verbleib im Lantershofener Dorfgemeinschaftshaus übergeben. Bürgermeister Achim Juchem zeigte sich von dem großen Engagement der Lantershofener Vereine für den Erhalt „ihres Winzervereins“ angetan: „In Lantershofen versteht man es nicht nur, in hervorragender Weise tolle Feste zu feiern, sondern auch etwas für seine Mitmenschen zu tun. Ein herzliches Dankeschön nicht nur für die Verbesserung der Ausstattung des Winzervereines, sondern auch für ein grandioses Engagement der drei Vereine für ein bemerkenswertes kulturelles Angebot.“

Zu schade für die Altkleidersammlung


Im Dorfgemeinschaftshaus Winzerverein sind bei einigen Veranstaltungen "Klamotten" liegen geblieben. Der Verein Kulturlant und der Trägerverein bittet, möglichst umgehend die nachfolgend von Thomas Weber abgebildeten Gegenstände im Winzerverein abzuholen. Geöffnet ist regelmäßig Freitagsabends.

Niederrhein-Duo „Thekentratsch“ begeisterte im DGH Winzerverein


„Ommas“ im Supermarkt sind lebende Bremspoller

Da waren sie wieder: Heike Becker und Kerstin Saddeler-Sierp vom Comedy-Duo Thekentratsch. Zum zweiten Mal hatte der Grafschafter Verein Kulturlant das preisgekrönte Niederrhein-Duo in die Grafschaft gelockt, dieses Mal mit ihrem neuen Programm „Immer auf den letzten Drücker.“ Dabei blieben die beiden ihrer Linie treu und präsentierten eine tolle Sketchparade. Die Männer im seit Wochen ausverkauften Lantershofener Winzersaal bekamen während des zweistündigen Programms in schöner Regelmäßigkeit ihr Fett weg, aber auch mit Selbstironie sparten Thekentratsch nicht.

Zum zweiten Mal in der Grafschaft: Heike Becker und Kerstin Saddeler-Sierp vom Comedy-Duo Thekentratsch. Foto: Gerd Weigl.
"Die Becker und Frau Sierp“ mit ihren Rollatoren tratschen lauthals. Foto: Gerd Weigl.

Wenn also zur besten Schlafenszeit am frühen Samstagmorgen die Mama anruft, und das in schöner Regelmäßigkeit, nervt das schon. Setzt sie sich dann samt ihres Freundes- und Verwandtenkreises noch dafür ein, die schwer an den Mann zu bringende „mit-48-immer-noch-Single-Tochter“ per Internet-Partnervermittlung zu verkuppeln, was im Gespräch aber nur scheibchenweise rüberkommt, ist das ein Sketch mit Lachgarantie. Und so grölten auch in Lantershofen die Leute vor Freude. Erst recht, als sich „die Becker und Frau Sierp“ mit ihren Rollatoren über die Bühne scheuchten, um auf den alltäglichen Wahnsinn im Supermarkt aufmerksam zu machen. „Dat ist der Vorläufer vom Flashmob, da fahren immer 60 bis 70 Ommas umher und gucken dir in den Einkaufswagen. Ich glaub, die Geschäftsleitung setzt die als getarnte Bremspoller ein, damit du mehr kaufst“, so die Analyse von Thekentrasch, vorgetragen im besten Niederrhein-Zungenschlag. Dargestellte Szenen, die schon an die Substanz gingen, und so freuten sich die Protagonistinnen des Abends auch über ihr Wellness-Wochenende. In Oer-Erkenschwick. Natürlich vom eigenen Mann gebucht. Weil in Herne nichts mehr frei war!

Gleich ist das Haus voll, einige Ehrengäste mit reservierten Plätzen fehlen noch. Foto: Thomas Schaaf.
Das Veranstalterteam mit den beiden Thekentratschen: Hinten v.l. Anja Knieps, Peter Rieck, Christine Efferz, Roland Schaaf, Oliver Retterath, Klaus Dünker, Kerstin Saddeler-Sierp, Udo Rehm, Reiner Neiß; vorne v.l. Hermann Efferz, Ralf Münch, Lieven Schoorens, Kerstin Becker, Sonja Jüris, Wilma Binzenbach, Annette Dünker-Ulrich. Foto: Thomas Weber.

Mit herzerfrischen Dialogen und unterwarteten Pointen sorgten Thekentratsch so für einen Lacher nach dem anderen. Der Name des Duos ist Programm, sind deren Sketche doch teilweise in der Kneipe von Kerstin Saddeler-Sierp in Dinslaken entstanden. Stellte Saddeler-Sierp den eher ruhigen Part dar, war ihre kongeniale Partnerin Heike Becker ein steter Wirbelwind, der mächtig auszuteilen, aber ebenso wenig einzustecken wußte. Sie ist ein wahres schauspielerisches Naturtalent, die wie keine andere durch Ihre einzigartige Mimik das Publikum in Ihren Bann zieht. Beim „Liebeslieb für Kalles Laster“ oder dem Song „Bombe“ wurde das besonders deutlich. Mit letzterem war sie eigentlich genötigt worden, ihre Aggressionen im Straßenverkehr abzubauen. Denkste. Der Refrain „ich wär so gern gewaltfrei“ wurde immer wieder vom Inhalt der Strophen überdeckt. „Ich möchte ihm auf die Omme hauen…“ Dabei wies Heike Becker durchgängig auf so manch männliches Emotions-Navigationsproblem hin, suchte sich aber dennoch ihren „Heinz“ im Publikum aus, obwohl doch zu Hause der „Feierabend-Autist“ auf der Couch liegt. „Der ist ein ruhiger und leicht in der Pflege“, so die Erkenntnis.

Ein Thema fehlte bei den beide natürlich nicht: das Gewichtsproblem. Den Abnehm- und Diätwahn versteckten sie in zahlreichen ihrer Sketche, das zog sich wie ein roter Faden durch den Abend. Da war es doch recht wohltuend, als Heike Becker die Ergebnisse ihrer Form von Cross-Cooking erläuterte: Currywurst, Pommes und ein Dönerberg.

Kulturlant-Mitglieder treffen sich


Zu seiner allerersten Mitgliederversammlung nach der Gründung lädt der Grafschafter Verein Kulturlant e.V. ein. Die Versammlung findet am Dienstag, 24. März, ab 19:30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Winzerverein in Lantershofen statt. Dabei stehen unter anderem die Jahresberichte des Vorstands und des Schatzmeisters auf der Tagesordnung. Zudem werden die Beiträge für das aktuelle Kalenderjahr festgesetzt.

Die komplette Tagesordnung ist unter www.kulturlant.de zu finden. Änderungen oder Ergänzungen der Tagesordnung sind bis zum Beginn der Sitzung möglich. Anträge zur Tagesordnung können bis zum Beginn Sitzung schriftlich an den Vorstand gestellt werden.