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vom Verein

Oktoberfest kommt in Lantershofen wieder bestens an


Heißer Draht und volle Maßkrüge sorgten für beste Unterhaltung  

Wie in vielen Orten der Region hieß es auch im Lantershofener Winzerverein jetzt „o zapft is“! Dabei kann das von der Bürgervereinigung Lantershofen veranstaltete Oktoberfest durchaus auf eine Tradition zurückblicken. Vor noch nicht allzu langer Zeit litt das Event jedoch an einem spürbaren Besucherrückgang, wovon im vergangenen Jahr jedoch keine Rede mehr sein konnte – und in diesem Jahr erst recht nicht! Fast 200 Besucher sorgten für ein volles Haus und bekamen einiges geboten, vor allem in Sachen lustiger Unterhaltung. Erneut hatten sich die Organisatoren einige zünftige Team-Spiele einfallen lassen, die nicht nur den beteiligten Protagonisten, sondern ganz besonders den Zuschauern größte Freue bereiteten. Ob Tischtennisbälle in Maßkrüge manövrieren, mit dem „heißen Draht“ balancieren, „Flaschenstellen“ oder Pedalo-fahren – Geschick war gefragt. Die musikalische Begleitung war dank der Musikfreunde Lantershofen perfekt und reichte von Oktoberfestmusik über Hit-Klassiker bis hin zum spektakulären Trompetensolo auf der Balustrade. Dass der Regens vom Studienhaus St. Lambert, Dr. Volker Malburg, für ein Stück selbst den Taktstock in die Hand nahm und die Musikfreunde dirigierte, kam beim Publikum natürlich mehr als gut an.

Zwei Dirigenten in guter Laune: Daniel Feist (rechts) und Gastdirigent Regens Dr. Malburg. Fotos in diesem Bericht: Klaus Schmitt.
Die Alten Herren des VfB sorgen seit Jahren für gute Versorgung mit Wiesn-Bier.

Zehn Zweierteams hatten sich zu den erwähnten Spielen angemeldet und kämpften um die begehrten, von der Bürgervereinigung gestifteten Pokale. Am Ende waren es schließlich Nadine Schmidt und Sina Bünder bei den Damen und das Duo Marco Schmidt/Markus Simons bei den Herren, die sich als Oktoberfestchampions feiern lassen konnten. Dank Leberkäs`, Hax`n, Brez`n, Radi und original Wies`n Bier war auch kulinarisch alles auf Blau-Weiß eingenordet, ebenso die Deko im frisch renovierten Winzerfestsaal. Und selbst virtuell gab es auf der Großbildleinwand, über die Bilder vergangener Oktoberfeste flimmerten, einiges zu sehen. Das Büffet war bei den Frauen der Bürgervereinigungs-Vorstandsmitglieder ebenso in besten Händen, wie die Theke bei den Fußballcracks der Alten Herren des VfB Lantershofen. Kein Wunder, das Bürgervereinigungs-Vorsitzender Erich Althammer ein überaus positives Oktoberfestfazit ziehen konnte und sich mit einem echten „Lantesche Obstler“ bei den Besuchern bedankte.

Zünftiges Oktoberfest zur Lantershofener Ursulakirmes


Mit Haxen, Radi und lustigen Spielchen

So kann es gehen: noch vor zwei Jahren stand das Lantershofener Oktoberfest zur Halbkirmes wegen rückläufiger Besucherzahlen auf der Kippe. Dann änderte die ausrichtende Bürgervereinigung den Ablauf ein wenig, bot statt Wettsägen bajuwarische Spielrunden an, und schon kamen die Gäste wieder. Am vergangenen Samstag waren es fast 200 Besucher, im frisch renovierten Saal des Winzervereins war kein Platz mehr frei. Dank neuer Technik gab es den ganzen Abend über Bilder der Oktoberfeste der vergangenen 15 Jahre zu sehen, Chronist Thomas Schaaf hatte eine illustre Präsentation zusammengestellt.

Die Alten Herren versorgen die Festgäste mit Bier und freuen sich über weibliche Unterstützung. Fotos in diesem Bericht: Dirk Unschuld. Bildunterschriften: Thomas Schaaf.
Regens Dr. Malburg versucht sich erfolgreich als Dirigent bei der bayrischen Abordnung der Lantershofener Musikfreunde.

Der Vorsitzende der Bürgervereinigung, Erich Althammer, der spät am Abend mit Geschäftsführer und Ortsvorsteher Leo Mattuscheck noch durch die Reihen der Gäste zog, um sich mit Lantershofener Schnäpsen für die rege Anteilnahme zu bedanken, freute sich, so viel Volk begrüßen zu können. Derweil reichten die Frauen der Vorstandsmitglieder Haxen, Leberkäse oder Radi, fürs echte Oktoberfestbier waren die Alten Herren des VfB Lantershofen zuständig, die als eingespieltes Thekenteam schon seit Jahren die Bürgervereinigung unterstützen. Die Lantershofener Musikfreunde waren mit knapp zwei Dutzend Musikern angetreten, um mit schmissigen Klängen für die richtige Atmosphäre zu sorgen. Da fiel es Dirigent Daniel Feist leicht, den Taktstock auch schon Mal in andere Hände zu geben. Regens Volker Malburg vom Studienhaus St. Lambert bewies sich dabei als guter Dirigent.

Neue Technik: Alte Bilder aus früheren Oktoberfestzeiten werden im vollen Saal auf der Leinwand in Schleife projiziert.
Marco Schmidt und Markus Simons durften sich am Ende über den ersten Preis in der Herrenkategorie freuen, bei den Damen waren Nadine Schmidt und Sina Bünder erfolgreich.

Gleich zehn Zweierteams hatten sich für die Spielrunden angemeldet. Hier waren in erster Linie Geschicklichkeit und manchmal auch eine ruhige Hand gefragt, wenn Tischtennisbälle jongliert ein Ring um einen Draht geführt werden musste, wobei der Draht nicht berührt werden durfte. Marco Schmidt und Markus Simons durften sich am Ende über den ersten Preis in der Herrenkategorie freuen, bei den Damen waren Nadine Schmidt und Sina Bünder erfolgreich. Für die Gewinner gab es Preise, aber der Spaß stand den ganzen Abend über im Vordergrund. Und den hatten die Besucher, die letzten von ihnen verließen erst tief in der Nacht den Winzerverein.

Halbkirmes mit Oktoberfest in Lantershofen


Der Vorstand der Bürgervereinigung freut sich über zahlreiche Gäste, am liebsten in Oktoberfest-Tracht. Flyer: Veranstalter.

Halbkirmes zu Ehren der heiligen Ursula in Lantershofen: schon seit vielen Jahren veranstaltet die Bürgervereinigung zu diesem Anlass ein Oktoberfest, dieses Mal am Samstag, 21. Oktober, ab 19:30 Uhr. Gefeiert wird im Saal des neu renovierten Lantershofener Winzervereins. Mit Hax´n vom Grill, Leberkäs und Radi sowie original Oktoberfestbier wird fürs leibliche Wohl bestens gesorgt. Die Musikfreunde Lantershofen begleiten den Abend musikalisch. In diesem Jahr findet wieder ein bayerischer Team-Mehrkampf um den im vergangenen Jahr neu ausgelobten Oktoberfest-Pokal statt. Dabei messen sich Teams von jeweils zwei Personen in originellen Geschicklichkeitsspielen. Interessenten für die Spiele melden sich bitte bis 20 Uhr am Festabend an. Der Saal ist ab 19 Uhr geöffnet, der Eintritt beträgt fünf Euro. Der Vorstand der Bürgervereinigung freut sich über zahlreiche Gäste, am liebsten in Oktoberfest-Tracht.

Es wird wieder gefeiert: Festtage "Der NEUE Winzerverein"


Kaum sind die letzten Töne und Eindrücke der Lantershofener Lambertuskirmes verklungen, kündigt sich mit der großen Eröffnungsfeier des neuen Winzervereins der nächste Großevent an. Alle Lantershofener Vereine bis auf einen haben sich mit großem Elan an den Vorbereitungen beteiligt und werden für eine reibungslose Durchführung der "drei tollen Tage", wie es in der Ankündigung heißt, sorgen und sich um die Gäste kümmern.

Auch der Kirmesbürger auf dem Dorfplatz zwischen dem Brötchesmädchen und dem Junggesellen könnte seinen schwarzen Anzug und den silbernen Schlips mittlerweile ablegen: Die Kirmes "es eröm" (ist herum), es folgt das Dreitagefest "Der NEUE Winzerverein". Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Das Kirmesplakat hat gewechselt gegen den neuen Aushang für die drei tollen Tage: "Der Neue Winzerverein" von Freitag, 6.10. bis Sonntag, 8.10.2017.

Die Federführung bei der Verwirklichung und Organisation der Festidee  liegt beim Trägerverein  Winzerverein, der von MGV, Bürgervereinigung, TTC, VfB, Löschgruppe FFW, Musikfreunden und Förderverein Katharinchen tatkräftig unterstützt wird. Die Attraktionen reichen vom Kinderkino, Festakt, Wein- oder Spirituosenprobe, Seniorenfest, Popkorn, Kinderschminken und Kinderfest bis zum Mittagsmenü am Sonntag und eintrittsfreien Auftritten diverser bekannter Künstler am Freitag, Samstag und Sonntag. Das Nils-Christopher-Trio, die Coverband AC/BC, der Kölnbarde Hans-Jürgen Jansen, Kölsch-Schlagersänger D'r Frank und Jeckeditz treten mit ihren Programmen auf.  

Infotafel am Heimkehrerkreuz ist fertiggestellt


Dieses Infoblatt wurde jetzt in das Trägergestell am Heimkehrerkreuz von 1956 eingefügt. Entwurf: Roland Schaaf.

Vor einigen Tagen schon hatte die Bürgervereinigung Lantershofen eine metallene Hinweistafel als Träger für ein Informationsblatt zum Heimkehrerkreuz auf dem Ahrweiler Berg installiert. Jetzt galt es, das plakative Blatt mitsamt einer abdeckenden Glasplatte wetterfest in das Trägerpult einzufügen. Wilfried Sprinkmeier übernahm diese Aufgabe für die Bürgervereinigung, die Gestaltung und das Layout erledigte Roland Schaaf, Elmar Zillgen besorgte den Druck des Informationsblattes und die Sicherheitsglasplatte. Die Bilder stellte Thomas Schaaf zur Verfügung, der als Chronist der Vereinigung auch für den ersten Textentwurf sorgte, der dann mit dem Vorstand der Bürgervereinigung und Heinz Schütz als Miteigentümer der Kreuzanlage abgestimmt wurde.

Die neue Infotafel für die Kreuzanlage steht gut lesbar am Wegesrand. Foto: Thomas Schaaf.

Der Text lautet: "Weithin sichtbar ist das Heimkehrerkreuz von 1956 hier auf dem 'Ahrweiler Berg'. Heinrich Schütz aus Lantershofen hatte das große Holzkruzifix zusammen mit anderen Kriegsteilnehmern an dieser Stelle errichten lassen. Nach acht Jahren in Krieg und französischer Gefangenschaft erfüllte er hiermit sein in großer Drangsal gegebenes Gelöbnis, ein Kreuz zu errichten, wenn er gesund aus dem Krieg nach Hause käme. Erst 1949, vier Jahre nach Kriegsende, kehrte er aus der Gefangenschaft heim. In den mageren Nachkriegsjahren konnte er aus Not sein Versprechen erst im Jahre 1956 erfüllen. 

An Palmsonntag 1957 segnete Pastor Hermann Lieberich das ein Jahr zuvor errichtete Gedächtniskreuz ein. Der Korpus ist ein Werk des Koblenzer Künstlers Herwegen. Die weiße Inschrift mit der Jahreszahl lautet: "In Dankbarkeit errichtet von den Kriegsheimkehrern aus Lantershofen – den gefallenen Kameraden in Treue ge-denkend." Seither ist das Kreuz Erinnerung an einen schrecklichen Abschnitt der Lebensgeschichte eines Lantershofeners im zweiten Weltkrieg und ein beredtes Zeichen für die Erfüllung eines gegebenen Gelöbnisses. 

Seit vielen Jahren befindet sich das Kreuz und sein Umfeld in der Obhut der Bürgervereinigung Lantershofen. Pflege und Erhalt der Kreuzanlage war ihr ein ständiges  Anliegen. So wurde 1980 der aus Holz geschnitzte Korpus abgenommen, um ihn einer durch die Witterungseinflüsse dringend erforderlichen Restaurierung zu unter-ziehen. Marianne Scholl und Eliseo Gertierrez führten die Arbeiten im Auftrag der Bürgervereinigung durch. Die hölzernen Kreuzbalken selbst befanden sich in einem derart schlechten Zustand, dass sie ersetzt werden mussten. Am 30. Oktober 1981 stellte man das neue Kreuz in einer gemeinsamen Aktion der Vorstände der Junggesellen-Schützengesellschaft St. Lambertus Lantershofen und der Bürgervereinigung wieder auf. Die Kosten für die Restaurierung des Korpus und die Anfertigung der neuen Kreuzbalken übernahm die Bürgervereinigung Lantershofen. 

Im Jahre 1998 rissen Vandalen den Korpus vom Kreuz und warfen ihn beschädigt in eine Weinbergparzelle. Wieder musste der Korpus restauriert werden, wieder übernahmen Lantershofener Bürger diese Arbeiten und die Kosten. Nach einem weiteren Vandalismusvorfall im Jahre 2007 wurde ein Kreuzbalken auf Betreiben der Bürgervereinigung repariert. Der Korpus war von Unbekannten so beschädigt worden, dass er erneuert werden musste. Die Gestaltung des neuen Korpus erfolgte durch Erich Mönch aus Altenahr. Dank vieler Sponsoren und Helfer konnte ein weiteres Mal der würdige Zustand der Kreuzanlage wiederhergestellt werden. 2012 übernahmen die Bürgervereinigung Lantershofen und Heinz Schütz, Sohn des Stifters Heinrich Schütz, je zur Hälfte das Grundstück mit dem Kreuz von der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, der das Flurstück im Rahmen der Flurbereinigung in den sechziger Jahren zugewiesen worden war. Im März 2015 ließ die Bürgervereinigung das Umfeld des Kreuzes neu gestalten. Eine Bruchsteinmauer mit einer darauf montierten Holzbank dient jetzt Wanderern als Rastpunkt mit einer unvergleichlich schönen Aussicht auf das Ahrtal."

Lambertus Kirmes in Lantershofen - hohes Kulturgut


Erster Festkommers im renovierten Winzerverein

Festwochen in Lantershofen. Nach dem Schützenfest folgten jetzt die umfangreichen Kirmesfeierlichkeiten des Ortes, die dort noch auf althergebrachte Weise zu Ehren des heiligen Lambertus zelebriert werden. Schon vor dem offiziellen Kirmesauftakt spielte das Tambourcorps der Junggesellen-Schützen dem neuen Schützenkönig Benedikt Fabritius ein Ständchen, anschließend gab es ein geselliges Beisammensein im frisch renovierten Winzerverein. Der Kirmessonntag begann mit dem Festhochamt in der St. Lambertus Kirche, bevor die Schausteller in der Winzerstraße und rund um den Winzerverein ihre Geschäfte öffneten. Nach der nachmittäglichen Festandacht hielt der Sonntag mit der Parade samt Platzkonzert das erste Kirmeshighlight bereit. Seit jeher finden diese Paraden im Dorfzentrum vor der ehemaligen Gaststätte „Zur Post“ statt. Ein buntes Stelldichein aus Junggesellen-Schützen, aktuellem König und ehemaligen Königen sowie Mitgliedern der Bürgervereinigung versammelt sich dort und gibt, gewandet in Uniform oder schwarzem Anzug samt Zylinder, ein wohl einmaliges Bild ab. Zu den Marschklängen des „Colonia Blasorchesters“ paradieren die Junggesellen-Schützen und deren Tambourcorps, perfekt kommandiert von Hauptmann Johannes Schütz, im Stechschritt vor der regierenden Majestät und den jeweiligen Jubilar-Königen. Ein Spektakel, das sich kaum ein Lantershofener entgehen lässt – dicht gedrängt umsäumen die Zuschauer die Bürgersteige. Auch das Fahnenschwenken zu Ehren der Majestäten ist fester Bestandteil der Parade. Hierbei bewies Schwenkfähnrich Markus Fabritius regelrecht artistische Fähigkeiten beim Hochwerfen und kunstvollen Wirbeln der Fahne – tosender Applaus des Publikums inklusive. Beim abendlichen Kirmesball konnte dann nach Herzenslust getanzt und gefeiert werden.

Gleich nimmt König Benedikt Fabritius (3.v.l.) mit Hauptmann Johannes Schütz (l.), Silberjubilar Uli Doll (2.v.l.) und Eisenjubilar Horst Schierack (r.) die Parade ab. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Fähnrich Markus Fabritius schwenkt die Fahne im Saal des Winzervereins zu Ehren des Königs und Bruders Benedikt Fabritius.

Eine weitere Steigerung der Kirmesfestivitäten brachte der Kirmesmontag. Schon in aller Frühe wurden die Dorfbewohner vom Tambourcorps geweckt um danach dem Festgottesdienst beizuwohnen. Es folgte der große Festkommers zu Ehren der Majestät im Saal des Winzervereins, der in seiner Art sicherlich einmalig ist, ist er doch Junggesellen, Brötchesmädchen und Mitgliedern der Bürgervereinigung sowie Ehrengästen vorbehalten. Hauptmann Johannes Schütz begrüßte die Gäste und sprach in seiner Festkommers-Rede unter anderem vom Einklang von Kirmes, Kirche und Schützen-Gesellschaft samt fester Verbindung mit dem Heiligen Lambertus der, im christlichen Glauben verankert, das Fortbestehen des Brauchtums sichert. Auch die erste urkundliche Erwähnung der Lantershofener Schützen im Jahre 1492 ließ Johannes Schütz nicht unerwähnt. Damals hatte man als Schutz die Fronleichnamsprozession in Ahrweiler begleitet. „Das können sie dort heute aber selbst“, betonte Schütz augenzwinkernd. Der Regens des Studienhauses St. Lambert, Dr. Volker Malburg, kündigte für den 17. Dezember einen Jubiläumsgottesdienst zum 50-jährigen Bestehen der St. Lambertus Kirche an. Das schönste Geschenk hätten sich die Lantershofener mit der Anschaffung der neuen Orgel selbst gemacht, so Malburg. Allerdings sei es mit der Kirche wie mit der Kirmes: Beides würde erst durch die engagierten Menschen lebendig. Bürgermeister Achim Juchem dankte allen, die an der Neugestaltung und Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses Winzerverein mitgewirkt haben. „Der Geist und die Seele dieses Saales sind auf jeden Fall erhalten geblieben“, freute sich Juchem, der Schützenkönig Benedikt Fabritius eine Bierspezialität aus der französischen Partnergemeinde der Grafschaft, Fauville en Caux, überreichte. Bauamtsleiter Friedhelm Moog war glücklich über die Tatsache, dass es gelungen sei, den Winzerverein nach nur 35-wöchiger Renovierungs- und Umbauphase in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Daran hätten auch die Lantershofener Bürger einen großen Anteil, die manche Arbeitsstunde ehrenamtlich erbrachten, unterstrich Moog.

Der Kreisbeigeordnete Horst Gies, der in Vertretung von Landrat Dr. Jürgen Pföhler nach Lantershofen gekommen war, zeigte sich vom „neuen“ Winzerverein ebenfalls begeistert. „Ich freue mich, wenn Landesgelder so sinnvoll eingesetzt werden“, betonte Gies und ging auch auf die ganz besondere Traditionspflege der Lantershofener Schützen ein: „Traditionsbewahrung ist nichts altbackenes – im Gegenteil. Gerade in Zeiten von Facebook, Twitter und Co ist dies besonders wichtig“. Ortsvorsteher Leo Mattuscheck dankte auch den politischen Gremien, deren Entscheidungen die Renovierung des Winzervereins erst möglich machten. Als „optimales Zusammenspiel von Bauamtsleiter Friedhelm Moog, Bürgermeister Achim Juchem, den Baufirmen und den freiwilligen Helfern“ bezeichnete der Vorsitzende der Bürgervereinigung Lantershofen, Erich Althammer, die perfekte Renovation der guten Stube des Ortes und wies auf die von der Bürgervereinigung ebenfalls just renovierte Fahne der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft aus dem Jahre 1879 hin, die dank der Unterstützung des Glasers Stelzer in neuem Rahmen den Saal des Winzervereins ziert. Für die Ahrweiler Junggesellen-Schützen überbrachte Hauptmann Lukas Knieps nicht nur ein Weinpräsent,  sondern unterstrich auch das brüderliche Verhältnis der Ahrweiler und Lantershofener Schützen, die mit dem Erhalt der Traditionen die gleichen Ziele und Interessen verfolgen. Der Ahrweiler Bürgerschützenkönig Willi Busch blickte auf seine erste Rede in Lantershofen vor 13 Jahren zurück, damals noch als Hauptmann der St. Sebastianus-Bürgerschützen. „Die Lantershofener Kirmes ist ein hohes Kulturgut, das zum guten Miteinander der Bevölkerung beiträgt“, so Busch.

Natürlich wurden im Rahmen des Festkommers mit Karl-Josef Scholl (40 Jahre), Rolf Ahrendt (30 Jahre), Uli Doll (25 Jahre), Werner Braun (20 Jahre) und Roman Kappen (10 Jahre) auch die Königsjubilare geehrt. In Person von Horst Schierack konnte zum zweiten Mal in der Geschichte der Gesellschaft ein Eisenjubilar (65 Jahre) gewürdigt werden, der sich jedoch krankheitsbedingt entschuldigt hatte. Horst Schierack, der schon vor vielen Jahren aus Lantershofen wegzog, blieb seinem Heimatort dennoch immer eng verbunden und stiftete den Schützen jetzt ein Zepter mit der Inschrift „Heimat ist da, wo mein Herz ist.“ Nach neuerlicher Parade stand dann am Abend der große Königsball mit Live-Musik der Band „Roadrunner“ auf dem Programm. Ihren Ausklang hatten die umfangreichen Feierlichkeiten mit dem Dienstags-Trinkzug, bei dem sich die Bevölkerung bei den Junggesellen für die Ausrichtung der Kirmes bedankt.

Lantershofen feierte eine rauschende Kirmes


Hochbetrieb in Kirche und Winzerverein – Patronatsfest endet am Dienstag

Schwarzer Anzug, silberne Krawatte, Zylinder, so der Dresscode bei mehr als 200 Männern. Weiße Hose, grüne Uniform, Kappe mit oder ohne Federbusch, so kleiden sich rund 40 Jungs und junge Männer. Weiße Bluse, schwarzer Rock, das ziehen rund 30 junge Frauen an. Untrügliche Zeichen für die Lambertus-Kirmes in Lantershofen. An allen Ecken und Enden sah man am Sonntag und Montag derart gekleidete Menschen in dem Grafschafter Ort. Treffpunkt für alle war der Saal des frisch renovierten Winzervereins mit dem Kirmes-Festkommers am Montagmorgen.

Die Lambertuskirmes beginnt mit dem Hochamt am Sonntag. Die Junggesellen-Schützen feiern mit Bürgern und Geistlichkeit das Patronatsfest von Kirche und Gesellschaft. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
König Benedikt Fabritius(2.v.l.) ist mit Silberjubilar Uli Doll (3.v.l.), Eisenjubilar Horst Schierak (r.) und Hauptmann Johannes Schütz angetreten vor der Abnahme der Parade und den Ehrenbezeugungen.

Die Feiern haben eine fast 90-jährige Tradition. Keine verstaubte, sondern eine lebendige. Die schick gekleidete Festversammlung blieb nicht unter sich, das ganze Dorf feierte mit, als das Hochamt am Sonntagmorgen die Höhepunkte des Patronatsfestes zu Ehren des heiligen Lambertus einläutete. Verantwortlich für das Fest, das wie kein anderes im Ort die Dorfgemeinschaft vereint, sind die Junggesellen-Schützen unter dem Vorsitz ihres Hauptmanns Johannes Schütz. An seiner Seite: der neue Schützenkönig Benedikt Fabritius, der vor Wochenfrist den Vogel von der Stange holte.

Fanfarenklänge ertönen zusammen mit der Kölner Colonia-Blasmusik.
Fähnrich Markus Fabritius schwenkt die Fahne zu Ehren seines Königs und Bruders Benedikt.

Einer der Höhepunkte: der Festkommers am Montagmorgen. Bürgern, Junggesellen, Brötchesmädchen und Ehrengästen vorbehalten, kam dort zum Ausdruck, wie das 1500-Seelen-Dorf Lantershofen gepolt ist. 525 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung Lantershofener Schützen, die die Ahrweiler Fronleichnamsfeiern sicherten, sprach Johannes Schütz über Kirchweih und Schutzpatron Lambertus, der über Kirche, Dorf, Burg und die Junggesellen wacht und über die Verbindung all dieser Institutionen, denen Lambertus als Patron der kleinste gemeinsame Nenner ist. Ein Jubiläum also.

Der Montagmorgen beginnt mit einem feierlichen Gottesdienst in der Lambertuskirche.
Kranzniederlegung und Ehrung der Gefallenen und Verstorbenen: "Ich hatt' einen Kameraden, einen bessren findst Du nit..."

Ein weiteres feiert die Lambertus-Kirche, die „50“ wird. Regens Volker Malburg lud zu den Feiern am 17. Dezember in eine Kirche ein, die Gebet, Gemeinschaft und das Feiern zur Form des lebendigen Glaubens verbinde. Malburg blickte in die Zukunft, wo die Fronleichnamsprozession möglicherweise zentral in Ahrweiler gefeiert wird. „Die Tradition kommt vielleicht nach über 500 Jahren dann zurück.“

König Benedikt Fabritius (4.v.r.), Hauptmann Johannes Schütz (5.v.r.), die Junggesellen-Abordnung aus Ahrweiler (mit roten Rosen) und die Jubilare mit ihren Begleitern nehmen die Ehrungen entgegen.
Im flammneuen Saal des Winzervereins eröffnet Hauptmann Johannes Schütz (l.) den Festkommers und stimmt mit König Benedikt Fabritius (2.v.l.), seinem Vater Werner (3.v.l.) und der Gesellschaft ein Weinlied an: "Ein Prosit, ein Prosit..." und freuen sich über einen bestens gefüllten Saal.

Ein großes Thema: der frisch renovierte Winzerverein. Bürgermeister Achim Juchem freute sich, dass der Saal seine Seele behalten habe und dankte dem Alteigentümer, also der Lantershofener Winzergenossenschaft, für ihr Engagement. Bauamtsleiter Friedhelm Moog betonte die sportliche Aufgabe, bis zur Kirmes mit den Arbeiten fertig zu werden. Ortsvorsteher Leo Mattuscheck und der Vorsitzende der Lantershofener Bürgervereinigung, Erich Althammer, wiesen auf die Eigenleistungen und die seitens der Bürger übernommen Restaurierungen der alten Junggesellen-Fahne und der Lambertus-Skulptur hin. Und der Kreisbeigeordnete Horst Gies freute sich, dass Landesgelder sinnvoll verwendet wurden.

Nach der Eröffnungsrede von Hauptmann Johannes Schütz beginnt mit Studienhaus-Regens Dr. Volker Malburg der Reigen der Festtagsreden.
Bei den Rednern darf natürlich Bürgermeister Achim Juchem nicht fehlen, der sich mit der Festgesellschaft über das renovierte Anwesen Winzerverein freut.

Grußworte und Gratulationen waren zudem von den Vertretern der Ahrweiler Schützengesellschaften zu hören, musikalisch brachten das Junggesellen-eigene Tambourcorps und die Fanfarenbläser ihre Gratulationen an König Benedikt Fabritius und Silberjubilar Uli Doll zum Ausdruck. Schwenkfähnrich Markus Fabritius, der noch vor Wochenfrist seinem Bruder Benedikt die Königswürde überlassen musste, sorgte für Ovationen.

Gruppenbild mit Bürgermeister. Dieser hat es mal wieder geschafft, die Gesellschaft in der Saalmitte zum Foto zu versammeln. Er schickt soche Bilder gerne ins französiche Fauville, der Partnerstadt von Grafschaft.
Bauamtsleiter Friedhelm Moog lobt die gute Zusammenarbeit mit Vereinen und Firmen und erhält von der Festgesellschaft viel Beifall für sein großes Engagement bei der Renovierung und dem Um- und Anbau des Winzervereins.

Der Festkommers war nicht öffentlich, aber an den Nachmittagen verfolgten im Ort viele Zuschauer die Stechschritt-Paraden der Lantershofener Junggesellen-Schützen. Das Fest begann offiziell am Sonntagmorgen mit dem Hochamt, bei dem die Lantershofener Chöre die Lambertus-Messe sangen. Am Mittag zogen Junggesellen mitsamt Spielmannszug und Blasorchester auf, um die Majestäten zur feierlichen Festandacht in die Lambertus-Kirche zu geleiten. Vor der Kirche präsentierte sich die Gesellschaft dann dem Publikum. Die Fanfarenbläser traten auf, Fähnrich Fabritius schwenkte die Fahne zu Ehren der Majestäten. Schließlich paradierte die komplette Gesellschaft vor Hunderten von Schaulustigen drei Mal im Stechschritt an den Königen vorbei. Dem anschließenden großen Festzug folgte am Abend im voll besetzten Saal des Winzervereins der  Kirmesball mit der Bonner Band „Roadrunner.“

Nach dem Festkommers und dem Dank an die Brötchesmädchen werden die obligatorischen Bilder auf der Treppe vor dem Saal geschossen. Foto: Friedhelm Sebastian.
Der Kirmesmontag schließt nachmittags mit der Parade und dem Abschreiten der Gesellschafts-Front ab, hier Hauptmann Johannes Schütz (l.) an der Seite von König Benedikt Fabritius, dahinter Silberjubilar Uli Doll.

Das Tambourcorps war früh am Montagmorgen auf den Beinen, um die Bevölkerung zu wecken. Dem Festgottesdienst folgte der Festkommers, ehe die Gesellschaft am Nachmittag erneut zu Fändelschwenken und Parade antrat. Am Abend fand schließlich der Königsball im Saal statt. Mit einem Trinkzug als Dank der Bevölkerung an die Junggesellen und einer Tanzveranstaltung endete am Dienstag die Lantershofener Lambertus-Kirmes.

Renovierter Heiliger Lambertus vor Kirmes zurück in Lantershofen


Nicht so einfach war es für den Vorstand der Bürgervereinigung Lantershofen um ihren Vorsitzenden Erich Althammer, den vor einigen Wochen abgenommenen und jetzt renovierten Heiligen Lambertus wieder an seinen angestammten Platz in der Nische am Winzerverein oberhalb des Remisentores zu bringen. Alleine aufgrund des Gewichtes der steinernen Figur von mehr als 150 Kilogramm geriet die Aktion zu einem Kraftakt für die weiteren Vorstandshelfer Werner Braun, Mario Fuchs, Harald Hess, Leo Mattuscheck und Thomas Schaaf. Ein kräftiger Dauerregen erschwerte zusätzlich den Einbau der Statue des Schutzpatrons der Lantershofener Winzer.

Der Heilige Lambertus kehrt bei miesem Wetter über die Überholspur der A 61 nach Lantershofen zurück. Mario Fuchs bringt ihn mit seinem Transporter sicher heim ins Dorf. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Rudolf P. Schneider, Erich Althammer, Mario Fuchs, Leo Mattuscheck und Harald Hess (von links) freuen sich im Atelier des Künstlers über den restaurierten Lambertus.

Zwar ist der Winzerverein heute keine winzerliche Einrichtung mehr, jedoch hat auch der neue Besitzer des Gebäudes Winzerverein, die Gemeinde Grafschaft, Wert darauf gelegt, die historische Substanz auch bei der neuen Nutzung des renovierten und erweiterten Gebäudekomplexes als öffentliches Dorfgemeinschaftshaus zu erhalten.

Erich Althammer, Harald Hess, Rudolf P. Schneider und Mario Fuchs (von links) müssen fest zupacken an der schweren Lambertusfigur.
Mittels Gerüst von TEAM-Gerüstbau und Stapler des Autohauses Fuchs gelingt die Verbringung des steinernen Lambertus nach oben in die Nische recht gut.

Die Bürgervereinigung hatte sich angeboten, die Restaurierung des Lambertus mit Lantershofener Kräften zu bewerkstelligen, um der Gemeinde die hohen Kosten zu ersparen. Restauratorin Marianne Scholl aus der Schmittstraße führte die Hauptarbeiten und die Vergoldung des Bischofsstabes durch, Rudolf  P. Schneider aus Altenahr richtete dem Lambertus die abgebrochene Hand und den Bischofsstab wieder neu. In Altenahr auch verpasste Restaurator Markus Simons der Figur die wegen der Außenaufstellung nötige Tränkung mit stabilisierenden Flüssigkeiten.

Schon ist es dunkel geworden. Golden glänzt der Bischofsstab. Weiter regnet es, so hat der Heilige Lambertus schon die ersten dunklen Regentropfen abbekommen.
Schon am nächsten Morgen hat Reinhold Harst das Gerüst beseitigt. Lambertus macht eine gute Figur. Rechts und links von ihm zwei Halterungen für die rot(vorne)-weißen Kirmesfahnen. Die Inschrift wird auch noch renoviert.

Trotz einiger Schwierigkeiten - so fehlte zunächst die Befestigungs-Gewindestange, die den Heiligen Lambertus vor dem Absturz bewahrt - konnte die Aktion trotz Regens auch Dank der vorherigen Aufstellung des erforderlichen Gerüsts durch Gerüstbauer Reinhold Harst erfolgreich abgeschlossen werden. Mario Fuchs leistete hierbei mit seinem Gabelstapler und einer schnell neu zurechtgeschweißten Gewindestange ebenfalls einen beachtlichen Beitrag. Mit seinen Vorstandskollegen freute sich Vorsitzender Erich Althammer: " Die Kirmes kann kommen, der Heilige Lambertus steht wieder am alten Platz."