Erlebnisberichte


ab 2000

„Das war schon eine sehr aufregende Sache"


Stolze 12500 Euro durfte der Lantershofener mit nach Hause nehmen
Peter-Josef Schütz gewann bei der „Quizshow"

Unzählige Zuschauer fiebern Abend für Abend am Bildschirm mit, wenn Sat 1-Moderator Christian Clerici die Kandidaten der „Quizshow" mit Fragen löchert. Was ist das wohl für ein Gefühl, vor laufenden Kameras viel Geld zu gewinnen oder vielleicht mit leeren Händen nach Hause gehen zu müssen?

Peter-Josef Schütz, Inhaber der Eifel-Destillerie in Lantershofen, weiss es. „Aus einer spontanen Laune heraus" hatte er sich vor einigen Wochen bei der „Quizshow" beworben - eine Idee, die sich lohnte: Nach Casting und Probeaufnahmen war es soweit: Schütz saß Clerici gegenüber: „Das war schon eine sehr aufregende Sache. Am Anfang war ja nocht nicht klar, ob ich überhaupt dran kommen würde.

Als es aber dann soweit war, fand ich es einfach toll", erzählt der Lantershofener. „Herr Clerici war sehr nett und natürlich. Er zeigte keinerlei Starallüren, ist eher der lockere Typ von nebenan - aber natürlich ein Profi", beschreibt er den Moderator.

Zu Beginn erspielte sich Schütz erst einmal 720 Euro für seinen Wunsch, den er auf ein Blatt Papier geschrieben hatte: eine KS 80 von Zündapp. „Als Jugendlicher hatte ich so eine Maschine. Nachdem ich sie damals aus Geldmangel verkauft hatte, habe ich ihr jahrelang hinterher getrauert", so Schütz.

Dann ging es ums „große Geld": Bis einschließlich Frage sieben schlug sich der Destillateur bravourös, legte eine große Allgemeinbildung an den Tag. Bei Frage Nummer acht jedoch - „Wer besiegte Duncan l. und fiel 1057 im Kampf gegen dessen Sohn?" -ließ er sich von den zur Auswahl stehenden Antworten aufs Glatteis führen.

„Die richtige Antwort war Macbeth. Ich dachte bei diesem Namen aber mehr an Literatur und nicht an Geschichte und entschied mich daher für Richard III., was für mich am wahrscheinlichsten klang", erklärt Schütz. Immerhin: Stolze 12 500 Euro durfte der Lantershofener mit nach Hause nehmen.

Was er mit dem Geld anfängt, steht noch nicht ganz fest: „Ich freue mich erst mal, dass ich einen schönen Zuschuss zum Weihnachtsfest habe, und werde auf jeden Fall mit meiner Frau und meinen Kindern ins Legoland fahren. Das habe ich ihnen versprochen, und sie freuen sich schon darauf", so Schütz.

„Meine Kinder waren ganz aufgeregt. Nicht nur .sie, sondern ihre ganze Schulklasse hat vor dem Fernseher mitgefiebert", fährt er fort. „Unheimlich viele Leute haben mich auf meine Teilnahme an der Sendung angesprochen. Ob dies allerdings einen Einfluss auf die Zahl der Kunden hat, die die Destillerie besuchen, kann ich noch nicht sagen. "Ich bin aber guter Hoffnung", lacht Schütz.

Nach 100 Jahren blubbert es noch


Verstaubte Speicher und feuchte Keller stellen sich manchmal als regelrechte Schatzkammern heraus. Diese Erfahrung machte der Blumenhändler Mati Jüris. In seinem Keller fand er 14 Tonflaschen, auf deren Kronkorken das Apollinaris-Logo abgebildet war. Diese sind fast 100 Jahre alt - und innen sprudelt's immer noch.

Wo Weinkenner Mati Jüris zwischen sperrigen Erbstücken und Altertümern seine edlen Tropfen lagert, verstaute schon der Vater allerlei Kram und Plunder.

Eines Tages, es ist schon Jahrzehnte her, stöberte Blumenhändler Jüris wieder mal durch die Weinsammlung im Keller seines Lantershofener Hauses und stieß dabei auf eine Batterie kleiner Tonfläschchen, auf deren leicht angerosteten Kronkorken das rote Dreieck der Apollinaris-Quelle auf gelbem Hintergrund zu sehen war. Und drinnen blubberte es, wenn man die Flaschen nur ein wenig schüttelte.

Eine Rarität, dachte sich Jüris, uraltes Sprudelwasser von Apollinaris! Und er stellte die Kiste mit den winzigen Flaschen wieder ins Kellerregal.

Vor ungefähr 20 Jahren überkam dann die Neugier das Ehepaar Jüris und sie entschlossen sich, eine der Flaschen zu öffnen. Das Wasser roch frisch, kein bisschen modrig, und es war ganz klar. „Aber uns fehlte die Courage, es zu trinken," erinnert sich der Geschäftsmann.

Seitdem betrachtet er die vierzehn verbliebenen kleinen Flaschen immer mal wieder und macht sich seine Gedanken. Er hat herausgefunden, dass im Jahre 1910 die Tonflaschen bei Apollinaris abgeschafft wurden und auf diese Zeit schätzt man auch die Einführung der Kronkorken. Es sind demnach nicht viele Tonflaschen mit Kronkorken ausgeliefert worden.

Leichte Unregelmäßigkeiten der Form deuten darauf hin, dass bei der Herstellung der 14 Tonflaschen Handarbeit im Spiel war. Damals galt die „Queen of Table Waters" als tropentaugliches Mineralwasser und stellt sich Jüris gerne vor, dass der Inhalt der Babyflaschen in den Kolonien zum Verdünnen des Whiskies benutzt wurde. Vielleicht wurden die schmucken Flaschen auch in den Speisesälen der eleganten Überseeschiffe serviert.

Auf einer Flasche findet sich ein Symbol, das an einen Anker erinnert. Aber die Faktenlage ist sehr dünn, auch bei Apollinaris in Bad Neuenahr kann man keine eindeutigen Angaben machen. Tatsache ist, dass die Flaschen und das fast hundertjährige Wasser darin aus dem Bad Neuenahrer Mineralbrunnen stammen.

Wie die Flaschen den Weg in den Keller der Familie Jüris gefunden haben und warum sie niemals geöffnet und ausgetrunken wurden - das bleibt auch weiterhin ihr stilles Geheimnis.

Viva Lantershofen


Von meinem Fenster genieße ich jeden Tag die schöne Aussicht auf Lantershofen. Ich sehe bei Sonnenschein mit einem Blick die schöne Umgebung und den Neuenahrer Berg wie meinen kleinen "Machu Picchu". Ich schaue auf die Lantershofener Burg und ihre Ausbildungsstätte, wo sich junge Leute für Ihren Dienst für Gott und die Menschen vorbereiten.

Ich sehe nach Ahrweiler mit seiner Stadtmauer und seinen freundlichen Menschen. Ich sehe auf Schulen, Kirchen, Kultur und schöne Fachwerkhäuser, die diese Stadt schmücken.

Ich denke an die kühlen Weinkeller, wo einem abends in diesen alten Steingewölben mit einem Schluck des hiesigen köstlichen Weines warm ums Herz wird. Dies zu erleben beim Kaminfeuer mit freundlichen Menschen ist nicht alltäglich auf dieser Welt. Abends sehe ich die vielen Lichter wie Bengalisches Feuer in der Nachbarschaft, höre Lieder und Musik von privaten Feiern, und Kinder spielen in den Gärten.

Das Schicksal hat mich hin und hergerissen in meiner inneren Wahrheit.

Vor fast 32 Jahren zog es mich nach einer langen strapaziösen Reise aus meiner Heimat zuerst nach Bachem. Für meine kleine Tochter und mich war Gott und "Maria Hilf" ein großer Halt. All die freundlichen Menschen die uns geholfen und zu uns gehalten haben, so etwas vergisst man nicht.

Wenn ich beim Chor, Senioren-Kaffeeklatsch und beim Basteln bin, singe, musiziere und Gitarre spiele, auf meinem alten Klavier Melodien übe und über Lantershofen blicke, dann fühle ich mich wohl bei Euren Menschen. Ich danke Gott jeden Tag.

Dieses Schicksal halte ich fest, und keiner kann es mir nehmen.

In der Feme sehe ich meine Heimat und ich weiß, dass ich in Lantershofen meine neue Heimat gefunden habe die ich genauso liebe. Du bist für mich und meine Familie wie ein warmer und sicherer Hafen. Und zum Schluss werde ich in meiner Sprache ganz laut sagen: "Viva Lantershofen".