Erlebnisberichte


ab 2000

Tierschutzpreis geht an Doris Efferz


Unermüdlich ehrenamtlich tätig für den Katzenschutz

In Mainz im rheinland-pfälzischen Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten verteilte Ministerin Ulrike Höfken Preise und Urkunden an Persönlichkeiten, die sich für den ehrenamtlichen Tierschutz in besonderer Weise eingesetzt haben. Gedacht sind die Auszeichnungen als Anerkennung für herausragende Leistungen für den Tierschutz, sollen aber auch Ansporn und Beispiel für alle Mitbürger sein.

Ellen Müller-Taschinski, Mitarbeiterin des Tierschutzreferates (links), überbringt die Urkunden an Ministerin Ulrike Höfken (Mitte), denn gleich soll Doris Efferz (rechts) geehrt werden. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Preisträgerin Doris Efferz (links) freut sich mit Ministerin Ulrike Höfken über die Auszeichnung.

Zu den Geehrten gehörte auch Doris Efferz aus der Ursulastraße, die sich seit langen Jahren dem Tierschutz und insbesondere der Hilfe für Katzen verschrieben hat. Für mehr als zwölf Jahre wurde sie sogar Vorsitzende des Katzenschutzvereines Bad Neuenahr-Ahrweiler. Hier engagierte sie sich an verantwortlicher Vereinsstelle mit energischem und ausdauerndem Einsatz für die Tiere und brachte den Verein ein gutes Stück weiter, bis sie im Jahr 2011 den Vorsitz an Anita Andres weitergab. Als Ehrenvorsitzende des Vereines ist sie jedoch nach wie vor für den alltäglichen Tierschutz, etwa Kastrationen oder die Versorgung von gefundenen oder abgegebenen Katzen im Einsatz. Aber auch bei Veranstaltungen, bei der Vermittlung oder bei der Suche nach verschwundenen Katzen wird ihre Hilfe ständig benötigt.

Gäste aus dem Kreis Ahrweiler bei Umweltministerin Höfken (2.v.l.) in Mainz nach der Preisverleihung (v.l.): Marion Schöbel (stv. Vors. Katzenschutzverein), Friedhelm Münch (Kreisbeigeordneter), Anita Andres (Vors. Katzenschutzverein), Franz Efferz, Manuel Efferz, Frau Höfken und Preisträgerin Doris Efferz.
Erinnerungsbild auf Wunsch des Fotografen vor dem Verleihungs-Festraum U124 im Untergeschoss des Umwelt-Ministeriums.

Ehrenamtlerin Doris Efferz: „Ich helfe den Tieren gerne, das braucht aber auch viel Zeit“. Dass hierbei das Familienleben gelegentlich beeinträchtigt wird, nimmt sie – und ihre Familie – gerne in Kauf. Ehemann und Sohn durften jetzt in Mainz Zeuge der hohen Auszeichnung für Doris Efferz werden.    

Sonnenaufgang


Sonnenaufgang. Foto: Thomas Schaaf.

Eine Wildgans quert über Höhe und Tal. Zwei Krähen picken Würmer im Gras.  Zur Rechten begrenzt in der Ferne das Ahrgebirge mit flacher Linie und markantem runden Hügel den Horizont, über dem Rheine trotzen Nebelwolken der Sonne Schein. Ganz in der Ferne erahnt man schon Höhen vom Westerwald. Rotgolden verkündet ein heller Streifen über den nebligen Schwaden des großen Flusses das baldige Kommen des Tagesgestirns. Vorgelagert dem Ahrtale zieht breiter Dunst in blaue Höhen, Schatten des rheinischen Nebels verdecken noch Dächer und Häuser des Dorfes. Zur Linken erheben sich Tritschkopf und Heide in dumpfen Grau, dunkel getrübt sind Baum und Strauch. Noch fehlt der direkte Strahl des neuen Tages, diffuses Morgenlicht flackert durch blattlose Wipfel, farblos und gräulich zeigen sich Heide und Wald. Tief unten im Tale liegen Fluss und Stadt, eingebettet zwischen lichtlosen Bergeshängen. 

Ein erster Strahlenschein der Sonne Rund lugt blitzend und schon gleißend hell über Nebelwolken und bergige Höhen, im Gegenlicht erhalten Farben neuen Glanz. Kräftig weiß erscheinen Dampf und Rauch der Häuser, Nebel und Berge hellen auf. Dunst zieht mählich über des Himmels hellste Weiten, Wolkengebilde verdunkeln bald die Sicht. Was wird der weitere Tag nun bringen? Sonne, Berge und Himmel verraten es nicht.

Blutmond 2


In der fälschlichen Annahme, die Mondfinsternis finde am ganz frühen Morgen des Dienstag statt, wurde unser Fotograf gegen 6.00 Uhr beim Besorgen von Zeitung und der Valder'schen Brötchen durch die himmlische Realität eindrucksvoll eines Besseren belehrt: mittelhoch am westlichen tiefdunklen Sternenhimmel zeigte sich der volle Mond in dunkelroter Pracht. Gleich brach wieder die Begeisterung für solche Himmelserscheinungen aus und schnell schnappte sich unser Hobbyfotograf seine Kamera mit dem dicken Objektiv.

Hinter der Ringener Pfarrkirche St. Dionysius will der Blutmond langsam verschwinden. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Schemenhaft treten die Tonkegel an der Ringener Tongrube aus der tiefen Dunkelheit hervor.

Schon am 28. Juli vorigen Jahres gab es eine beeindruckende Mondfinsternis. Auch ein Blutmondereignis, über das wir hier berichtet haben. Fotografisch war nicht alles gelungen, so wie jetzt auch. Der Mond alleine macht es nicht aus, die Kombination vom Blutmond mit einem ortstypischen Objekt scheint um einiges interessanter zu sein. Dazu muss dann auch die Beleuchtung eines solchen Objektes stimmen. An der Ringener Kirche gelang ein solches Bild, St. Dionysius fällt hierbei allerdings etwas pixelig aus. Trotzdem ist Fotofreund  Thomas Schaaf zufrieden: „Schon wieder hat man wieder neue Eindrücke und Erfahrungen gesammelt. Für das nächste Mal.“ Am 16.7.2019 ist die nächste Mondfinsternis, allerdings nur partiell.

Bussard aufgescheucht


Startpunkt Zaunpfahl, am Draht hängen dicke Regentropfen. Auf und davon in den dunkeldiesigen Lantershofener Himmel. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.

Ziemlich gleichgültig gegenüber vorbeifahrenden Autos zeigte sich ein Mäusebussard auf der Anhöhe "Maubichpass" in Sichtweite des Heimkehrerkreuzes auf dem Ahrweiler Berg. Zweimal, einmal hin und einmal zurück, ließ der auf der Lauer liegende bzw. sitzende Raubvogel ohne Zucken das silberne Fahrzeug passieren. Für den nächsten, dritten Durchgang wollte der Fotograf seine Kamera vorbereitet haben, um nach Möglichkeit ein nettes Bild vom Vogel zu erhaschen, obwohl die Bedingungen hierfür, Nieselregen, Foto durch Glas und sehr bedeckter dunkler Himmel, nicht gerade vielversprechend waren. Die Kehrtwende zum dritten Anlauf wollte er in der ersten Wegegabelung auf der Ahrweiler Seite vollziehen, dort kam aber Manuel Efferz mit seinem Auto schon aus Ahrweiler entgegen. So drohte der Fototermin mit dem Bussard ins Wasser zu fallen. "Kannst Du mich bitte zuerst fahren lassen, wenn ich gedreht habe, dort sitzt ein Mäusebussard, den will ich fotografieren - oder hast Du es eilig?". Die Antwort war kurz und bündig: "Eilig habe ich es zwar, aber fahr los, Thomas, fahr los!" Der ließ sich das nicht zweimal sagen, drehte mit dem Auto wieder Richtung Maubichpass und konnte den Bussard in Vorbeifahrt fotografisch mehrmals leidlich  "erwischen". Durch das langsamer werdende Vorbeifahren ließ sich der Vogel dann doch aus der Ruhe bringen und aufscheuchen: kurz plusterte er sich auf und verschwand in den Lantershofener Lüften.

Eleganter Abflug. Über die abgeräumten Äste der Apfelplantage am Maubichpass entschwindet der große Raubvogel.

Derweil wartete Mauel Efferz an der Wegegabelung auf der andern Bergseite. Er wartete und wartete, wartete und wartete, obwohl er wegen eines wichtigen Termins eigentlich sehr dringend nach Hause hätte fahren müssen. Dass der Fotograf längst auf dem Heimweg war, ahnte er nicht. So verbrachte er noch fast eine Viertelstunde wartend auf der Ahrweiler Bergseite unterhalb des Kreuzes. Bis es ihm zu bunt wurde und er Gas gab: Kein Mäusebussard und kein Fotograf ward mehr auf der gegenüberliegenden Maubichpassseite zu sehen. Abends bei der Freitags-Kneipenöffnung im Winzerverein konnten sich Manuel Efferz und der Fotograf dann doch noch ausführlich bei Kölsch und Wein über die Mäusbussardangelegenheit besprechen.

Das alte Berliner H.Hansen-Klavier von 1907


Ein Jahr hat das alte Berliner H.Hansen-Klavier noch in der ehemaligen Gaststätte des Winzervereins Lantershofen gestanden, dorthin verbracht vom letzten Pächter. Schon damals war es hier dem sonst so rührigen Verein Kulturlant im Wege. Für dessen Geschäftsführer Thomas Weber war klar: "Das Ding muss weg". Wegen der Dringlichkeit hatte Kulturlant-Freund Thomas Schaaf angeboten, das "gute" Stück kurzfristig abzuholen. Mit mehreren Helfern verfrachtete man daraufhin das schwere Teil in die Laube oben im Tonwerk. Versuche des neuen Klavierbesitzers zur ungefähren Stimmung mit einem eigens angeschafften Stimmschlüssel schlugen wegen des maroden Zustandes der metallenen Saiten fehl, eine Reparatur wäre unsinnig gewesen. So fristete das Klavier einem noch ungewissen Schicksal entgegen. Streng genommen war das nussbraune H.Hansen-Klavier auch in der Laube oben im Tonwerk irgendwie immer im Wege. So war es eigentlich verwunderlich, dass nicht schon früher dort oben gesagt wurde: „Das Ding muss weg.“

In Marthas Garten bekommt das alte Berliner H.Hansen-Klavier heiße Füße. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Das alte Berliner H.Hansen-Klavier zerfällt in den Flammen zu Asche und Restmetall.

Drei Jahre war es nun schon her, dass es aus dem Winzerverein hierher verfrachtet ward. Nur Kindern diente es noch hin und wieder als Übungsobjekt für „Alle meine Entchen“ und ähnliches. Drei Jahre lang hat es mehrere wilde Spontanevents, tiefsinniges Chillen und feuchtfröhliches Partytreiben schadlos überlebt. Jetzt jedenfalls, es war Ab-Grillen 2018 in gemütlichen Feuer-Runde angesagt, schlug das letzte Stündlein des hundertjährigen H.Hansen-Klaviers. Bei geistlockernden Getränken am Feuer kamen feurige Gedanken auf: „Das Klavier kann weg!“ Ein leidlich kundiger Mann am Klavier zauberte ein letztes schräges, schlimm verstimmtes Liedchen aus dem hölzernen Resonanzkörper, dann hieß für einige der halbbierstarken Abgrilljünglinge das Kommando: „Hau ruck“. Nur wenige Meter waren es bis zum musikalischen Scheiterhaufen, schon säuselten – noch zaghaft - die ersten Feuerzungen um das ehemals musikbringende Instrument. Wenige Minuten später verglühte die feste Form des  H.Hansen-Klaviers mit seinen schwarzweißen heiß tönenden Tasten im feuerbrausenden Inferno in Marthas Garten. Übrig blieben vier Rollen, zwei Pedale, zwei Deckelscharniere, 27 starke Holzschrauben und ein harfenartiger Spannrahmen mit zerfetzten Saiten. Das Berliner H.Hansen-Klavier ist nicht mehr.        

Johannes Tilmann Heinzen gestorben am Vischelbach


Das Heinzen-Kreuz im Vischelbachtal im Jahr 1951. Foto: Archiv Heinz Bach.

Der kleine Ort Vischel, bestehend aus dem Schloss Vischel, einer Kirche und ein paar Häusern, ist ein Ortsteil der Gemeinde Berg. Dort steht in der Tiefe des Vischelbachtals, nur fußläufig erreichbar, ein Basaltkreuz mit einer besonderen Bewandtnis. Nach der Inschrift starb hier am 7. Mai im Jahr 1801 Johannes Tilmann Heinzen aus Lantershofen. Er wohnte zu Lebzeiten in einem Fachwerkhaus in der Gartenstraße 6, dort, wo heute Heinz Bach und seine Frau Antonia leben.

Großvater Albert Bach (links) und Tierarzt Heinz Bach am Heinzen-Kreuz in Vischel im Jahr 1937. Foto: Archiv Bach.

Johannes Tilmann Heinzen war ein Waldarbeiter, der in Vischel bei Holzarbeiten zu Tode gekommen ist. Heinzen ist ein Vorfahre von Heinz Bach aus Lantershofen, der genaue Verwandtschaftsgrad ist derzeit nicht bekannt. Schon im Sommer 1937 hatten sich Großvater Albert Bach und Tierarzt Heinz Bach, Vater von Heinz Bach jun., für das Erinnerungskreuz ihres Vorfahren interessiert. Nach dem Tod von Tierarzt Bach wollte auch seine Frau Elfriede das Kreuz einmal sehen und fuhr mit ihren Söhnen Heinz und Willi Bach in den 90er Jahren dorthin. Damals konnten sie noch mit dem Auto bis vor das Kreuz fahren, heute kann man es nur noch zu Fuß erreichen, da der Waldweg regelrecht zugewachsen ist und umgestürzte Bäume eine Durchfahrt verhindern. Dies mussten auch Heinz Bach jun. und der Lantershofener Chronist Thomas Schaaf im Jahr 2018 bei einem neuerlichen Besuch am Kreuz feststellen, zudem war der Weg oberhalb des Vischelbachtales an der Forstverwaltung Vischel mit einer Schranke abgesperrt.

Elfriede Bach war in den 90er Jahren des verflossenen Jahrhunderts auch am Heinzen-Grab. Foto: Archiv Bach.
Heinz Bach erläutert am 27. Juli 2018 die Inschrift des Erinnerungskreuzes für Johannes Tilmann Heinzen aus Lantershofen. Foto: Thomas Schaaf.

Es war nicht einfach, hinter einem ziemlich zugewachsenen Wegestück das Kreuz im Tal des Vischelbaches wieder zu finden. Neben einem dicken Baum steht es ziemlich frei, hat eine grünliche Patina aus Moos, Kleinstpflanzen und Staub angesetzt, die ehemals weiße schriftfarbe ist verblichen. Ruhe herrscht hier. Nur das Vogelzwitschern unterbricht die Stille. Mehr als 200 Jahre sind seit dem Tod des Johannes Tilmann Heinzen vergangen. Das Kreuz gibt Zeugnis über ihn und die Menschen aus Lantershofen. Über den Verunglückten und die Aufsteller des Kreuzes und über die Zeit, in die sie hineingeboren waren. Schaaf, der für das Buch „Chronik Lantershofen Band 1“ ein neues Foto des Kreuzes beschaffen wollte, die Örtlichkeit aber nicht kannte, war froh, in Heinz Bach einen kenntnisreichen Führer zu einem unbekannten, versteckt liegenden Mahn- und Erinnerungsdenkmal der Lantershofener Geschichte gefunden zu haben. Ein kurzes Verweilen im tiefen Tann vor dem  Erinnerungskreuz für Johannes Tilmann Heinzen ließ bei den beiden Besuchern mannigfaltige Gedanken aufkommen.

Blutmond


Blutmond. Mondfinsternis. Mars darunter. Das waren nur einige Schlagworte, die Thomas Schaaf als Hobby-Fotografen inspirierten, sich „frühzeitig“ – zwei Tage vorher – Gedanken zu machen, ob man sich diesen Themen selber fotografisch nähern wolle. Schaaf: „Es ist ein schwieriges Ding, solch ein Ereignis einigermaßen ordentlich festzuhalten. Es fängt mit der geeigneten Ausrüstung an, die man dazu noch richtig bedienen muss und hört noch nicht mit der Frage des richtigen Standortes auf.“ Für ein solches Vorhaben braucht der Fotograf ein geeignetes  Objektiv. Unter der Brennweite 300mm kann man dabei kaum zurechtkommen. Schon jahrelang hatte Schaaf sich mit dem Gedanken getragen, ein solches Objektiv zu kaufen, es aber immer wieder verschoben. Jetzt lockte die Mondfinsternis, eine konkrete Aufgabe, der man sich aber nur dann widmen konnte, wenn man über ein solches Objektiv verfügte. Schnelle Lieferung war von Nöten, der Hauslieferant für fotografische Utensilien, Foto Brell in Bonn, schaffte es, das 300er Canon bis zum nächsten Tag, einen Tag vor der Finsternis, wenig teurer zwar als Internetangebote, dafür fachberaten, zu besorgen.

Ein Testbild am Vortag. So in etwa hat sich der Fotograf ein Foto mit dem Blutmond am nächsten Tag bei der Finsternis vorgestellt. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Ein vergrößerter Ausschnitt aus einem Testbild am Donnerstag. Bei einer solchen Vergrößerung geht meist der Bezug zu anderen Objekten verloren. Der Mond alleine ist zwar auch schön, aber weniger aussagekräftig.

Wichtig für einen Fotografen ist in der Regel, eine Idee für ein Foto zu haben. Schaaf: „Meine Vorstellung für die Mondfinsternis war, sie möglichst mit bekannten Lantershofener Motiven in Verbindung zu bringen.“ Also hat er am Vortag verschiedene Objekte inspiziert und abends gegen neun Uhr in der Dämmerung bei fast vollem, gut sichtbaren Mond Testbilder gemacht. Als Objekt mit der besten Präferenz bildete sich das Heimkehrerkreuz auf dem Ahrweiler Berg heraus. Vorstellung war: „Dort fährst du hin, wenn der Mond hinter den Wäldern des Ahrgebirges hervorgestiegen ist.“ Auf dem Hochpunkt der Zufahrt zu den Kettiger Thonwerken wartete Schaaf auf das Erscheinen des Mondes, am Vortag war er schon kurz nach 20.30 Uhr zu sehen. Heute am Tag der Finsternis verdeckten Dunst, Feinststaub und undurchdringliche Himmelsschwaden den Aufstieg des Mondes über den Bäumen des Neuenahrer Forstes. Doch dann, es war beinahe schon zehn Uhr am Abend, drückte er vorsichtig mit dunkelroter Scheibe durch die Schmauchschwaden des verflossenen heißen Tages. Mit jeder Minute wurde er etwas klarer, blieb allerdings sehr lichtschwach, Blutmond eben, das weiße Licht ist abgeblockt. Eine Herausforderung für einen Fotografen. Jetzt geht’s los, auf zum Heimkehrerkreuz. Aber vieles lief anders als geplant. Schon auf dem Weg zur L83 staunte Schaaf über die vielen Mondgucker, die es sich in ihren Autos und mitgebrachten Gartenstühlen auf der nachts kaum befahrenen privaten Betriebszufahrt der Kettiger Thonwerke gemütlich gemacht hatten. Eine immer noch sehr warme Sommernacht lud geradezu ein, bei kühlen Getränken das Schauspiel mit Blick auf Lantershofen und den Neuenahrer Berg zu genießen.

Der Bezug Mond und Kreuz war wegen des hochstehenden Mondes nicht mehr zu realisieren, so blieben nur noch Blätter als Verbindung zur Erde.
Ausschnitt aus einem der Blutmondbilder.
Eine seltene Konstellation über dem Neuenahrer Berg bieten Mond und rechts unterhalb der Mars zur Zeit der Mondfinsternis.

Das zeigte sich auch auf dem Weg zum Heimkehrerkreuz. Hinter dem Haus Flohe Hannes bot sich ein gleiches Bild interessierter Schaulustiger. Autos, Mondsüchtige und bellende Hunde rieten, das eigene Auto stehen zu lassen und das Stativ und die Kamera zu schultern. Der Gebrauch derselben in der Dunkelheit machte dem Fotografen eigentlich nicht überraschende Probleme. Die Einstellungen des neuen Objektives, teils auch der Kamera waren schwieriger als erwartet. Insbesondere die Idee, das Heimkehrerkreuz mit ins Bild einzubeziehen, schlug ziemlich fehl, weil durch das lange Warten auf den Blutmond die dunkelrote Scheibe schon zu hoch gestiegen war und somit nicht mehr ins vorgeplante fotografische Projekt hineinpasste. Mit den Ergebnissen seiner Fototour ist Hobbyfotograf Thomas Schaaf trotzdem zufrieden: „Man hat wieder viel Erfahrungen gesammelt. Für das nächste Mal.“ Das ist am 21. Januar 2019, sagen die Astronomen.

Pilgerquartett Lantershofen "PiQuaLa" wieder unterwegs


Schon mehrfach in den letzten Jahren haben wir hier vom Pilgerquartett Lantershofen berichtet, das mit vier Wanderern und einem Wohnmobil besetzt bereits mehrere tausend Kilometer in südlichen Ländern, vorwiegend auf Pilgerwanderwegen in Zusammenhang mit dem Jakobsweg unterwegs war. Franz-Peter Efferz, Karl-Josef "Menn" Scholl, Jörg Wollert aus Lantershofen und Norbert Häring aus Neuenahr sind ein mittlerweile eingeschworenes Wanderteam. Früher gehörte Heinrich Klaes zum Pilgerquartett, der leider allzufrüh 2008 verstorben ist.

Menn und Franz in der Eintönigkeit der Region Sevilla. Fotos und Bildunterschriften in diesem Bericht: Jörg Wollert.
Alte Korkeiche im Nationalpark „Parque Natural Sierra Norte“.

Die Wanderung durch die autonome Region Sevilla war, als wir Sevilla verlassen hatten, recht eintönig. Beim Eintritt in die autonome Region Extremadura begann der große Regen. Acht Tage nur Regen, die Wege weich und die Bäche übervoll. Diese acht Tage waren eine extreme Herausforderung an das PiQuaLa.  Besonders problematisch war das Trocknen der Wandersachen. Am 13. Mai erwachte Menn und verkündete: „Die Sonne lacht von einem tiefblauen Himmel.“  Trotzdem waren die Wanderwege und die Weiden durch große Pfützen streckenweise nur schwer passierbar. Mehr als einmal mussten Bäche durchwatet werden. Beim Queren des Rio Lobos schaffte nur Menn es, mit einigermaßen  trockenen Füßen das andere Ufer zu erreichen. Aber auch herrliche Landstriche durchwanderten wir, vor allem der „Parque Natural Sierra Norte“ mit seinen alten Korkeichen erweckte unser Interesse.

Im Vordergrund die Brücke „Puento Romana", im Hintergrund die alte und neue Kathedrale.
Abschiedsbild vom Pilgerquartett vor der Kathedrale (von links): Karl-Josef Scholl, Jötg Wollert, Frenz-Peter Efferz und Norbert Häring. Foto: Nette Passantin.

In den letzten Tagen war herrliches Wanderwetter, und auch die Landschaft war streckenweise sehr interessant und abwechselungsreich.  Von den wenigen Städten, die auf unserem Wege lagen, waren nur Monesterio,  Cáceres und Salamanca sehenswert. Monesterio ist bekannt durch ihren iberischen Schinken, Merida durch ihre Zeugnisse römischer Baukunst (u.a. der Acueducto de los Milagros – Teil einer römischen Wasserleitung -, Cáceres durch ihre berühmte Altstadt (Weltkulturerbe der UNESCO) und Salamanca  durch ihre Doppelkathedrale und den altehrwürdigen Bauten. 

Mehr von der Wanderung des Pilgerquartetts PiQuaLa nach Santiago de Compostela findet man in der alten LA-Seite unter www.larchiv.de/piquala/index.htm.