Erlebnisberichte


ab 2000

Schöner Blick auf Alte Schule


Abriss der Alten Schule steht kurz bevor

Diejenigen Lantershofener, die als Schüler die Volksschule, heute genannt "Alte Schule" von 1911, neben der Kaiserlinde bei Lehrer Diederich & Co. noch besucht haben, sollten noch einen schnellen Blick vom Fuß des Kirchturms auf das ehrwürdige Gebäude gegenüber dem Seminar St. Lambert werfen, bevor es in Bälde abgerissen werden wird.

Frei blicken kann man jetzt - aber nicht mehr lange - vom Kirchturm auf die Alte Schule an der Graf-Blankard-Straße. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Noch acht Bäume auf dem ehemaligen Schulhof müssen vor dem Abriss noch gefällt und die Starkstromleitung und die Sirene versetzt werden.

Mitarbeiter der Firma Barth GmbH hatten gestern nach Absperrung der Graf-Blankard-Straße im nördlichen Böschungsbereich des Grundstücks die Büsche und Bäume abgesägt und zerkleinert, die im Verlaufe von Jahrzehnten durch "Nichtpflege" sich dort haben ausbreiten können und den Blick auf die Alte Schule fast gänzlich verhindert haben. Auch von der Schulhofseite ist die Ansicht erleichtert, jedoch bleiben dort noch einige Bäume zu fällen. Gebaut werden soll auf dem Schulgrundstück einschließlich des Bereiches der "Bach'schen Garage" eine Wohnanlage mit barrierefreien und seniorengerechten Wohnungen. Man darf gespannt sein, wie sich dieses Objekt im Vergleich zur Alten Schule in die "Landschaft" einpassen wird. Den Status einer solch  stattlichen, ja, beinahe erhabenen Erscheinung im Dorfgefüge wie jener der Alten Schule wird die neue Wohnanlage wohl nie erlangen können.

Bald heißt es : Schule adé


Manch Lantershofener wird etwas wehmütig dreinschauen und sich so seine Gedanken über alte Zeiten machen, wenn demnächst die Bagger anrücken und die Alte Schule, die eigentlich die „Neue Schule“ von 1911 nach der „Ganz alten Schule“ von 1848 war, abreißen und dort Wohnungen gebaut werden. Derzeit ist es allerdings wohl noch nicht soweit, denn die Sirene auf dem alten Schuldach ist noch nicht versetzt. Auch läuft die Starkstromleitung zur allgemeinen Versorgung noch über das Gebäude, auch diese muss noch anderweitig hin verlegt werden. Die letzten regelmäßiger Nutzer der Räumlichkeiten waren wohl die Burg, die Pfarrei, der Familiengottesdienst­kreis, die Messdiener und diverse Krabbelgruppen.

Nochmal ein Blick durch die Tür in den alten vierklassigen Schulraum der fünften bis achten Klassen. Das letzte übrig gebliebene Relikt aus den Nutzungszeiten war ein Billardtisch, der gestern erst aus dem "Klassenraum" abgeholt wurde. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Der Schulausgang in die Lantershofener Freiheit und zum Schulhof.

Generationen Lantershofener Mädchen und Jungen haben diese Volksschule bis in die 8. Klasse besucht und sind dann in die Berufsausbildung gegangen. Maur, Kilzer, Seul, Herbert, Meid, Pfaff, Diederich, Boosfeld und Simons hießen die Lehrer dieser Schule (und teilweise der Vorgängerschule). Letztes Schuljahr in diesem Gebäude war das Schuljahr 1972/1973, das im darauf folgenden Jahr zur Hauptschule nach Ahrweiler wechselte.

Lantershofener Mond im Kernschatten der Erde


Als wenig spektakulär bot sich zunächst das kurz vor 21 Uhr beginnende Schauspiel der Mondfinsternis am 16. Juli 2019 für einen oberflächlichen Beobachter an, ähnelte das besondere Ereignis doch in seinen verschiedenen Phasen einem normalen zunehmenden Mond, allerdings fehlte dem Mond wegen des bereits erfolgten Eintritts in den Halbschattens der Erde  die volle gewohnte helle Strahlkraft. Bei Hinschauen über mehrere Stunden hinweg zeigte sich dann doch das Besondere des kosmischen Ereignisses, schob sich doch schließlich der Kernschatten der Erde immer weiter über die volle goldgelbrote Mondscheibe. Die maximale Verdunkelung war gegen 23.30 Uhr erreicht.

Der verdunkelte Mond in der Nähe des Neuenahrer Berges gegen 22.30 Uhr, gesehen von der Anhöhe Schäfersburg. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Fast zwei Drittel der Oberfläche des Vollmondes hat der Kernschatten der Erde kurz nach 23.00 Uhr verdeckt.

Tierschutzpreis geht an Doris Efferz


Unermüdlich ehrenamtlich tätig für den Katzenschutz

In Mainz im rheinland-pfälzischen Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten verteilte Ministerin Ulrike Höfken Preise und Urkunden an Persönlichkeiten, die sich für den ehrenamtlichen Tierschutz in besonderer Weise eingesetzt haben. Gedacht sind die Auszeichnungen als Anerkennung für herausragende Leistungen für den Tierschutz, sollen aber auch Ansporn und Beispiel für alle Mitbürger sein.

Ellen Müller-Taschinski, Mitarbeiterin des Tierschutzreferates (links), überbringt die Urkunden an Ministerin Ulrike Höfken (Mitte), denn gleich soll Doris Efferz (rechts) geehrt werden. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Preisträgerin Doris Efferz (links) freut sich mit Ministerin Ulrike Höfken über die Auszeichnung.

Zu den Geehrten gehörte auch Doris Efferz aus der Ursulastraße, die sich seit langen Jahren dem Tierschutz und insbesondere der Hilfe für Katzen verschrieben hat. Für mehr als zwölf Jahre wurde sie sogar Vorsitzende des Katzenschutzvereines Bad Neuenahr-Ahrweiler. Hier engagierte sie sich an verantwortlicher Vereinsstelle mit energischem und ausdauerndem Einsatz für die Tiere und brachte den Verein ein gutes Stück weiter, bis sie im Jahr 2011 den Vorsitz an Anita Andres weitergab. Als Ehrenvorsitzende des Vereines ist sie jedoch nach wie vor für den alltäglichen Tierschutz, etwa Kastrationen oder die Versorgung von gefundenen oder abgegebenen Katzen im Einsatz. Aber auch bei Veranstaltungen, bei der Vermittlung oder bei der Suche nach verschwundenen Katzen wird ihre Hilfe ständig benötigt.

Gäste aus dem Kreis Ahrweiler bei Umweltministerin Höfken (2.v.l.) in Mainz nach der Preisverleihung (v.l.): Marion Schöbel (stv. Vors. Katzenschutzverein), Friedhelm Münch (Kreisbeigeordneter), Anita Andres (Vors. Katzenschutzverein), Franz Efferz, Manuel Efferz, Frau Höfken und Preisträgerin Doris Efferz.
Erinnerungsbild auf Wunsch des Fotografen vor dem Verleihungs-Festraum U124 im Untergeschoss des Umwelt-Ministeriums.

Ehrenamtlerin Doris Efferz: „Ich helfe den Tieren gerne, das braucht aber auch viel Zeit“. Dass hierbei das Familienleben gelegentlich beeinträchtigt wird, nimmt sie – und ihre Familie – gerne in Kauf. Ehemann und Sohn durften jetzt in Mainz Zeuge der hohen Auszeichnung für Doris Efferz werden.    

Sonnenaufgang


Sonnenaufgang. Foto: Thomas Schaaf.

Eine Wildgans quert über Höhe und Tal. Zwei Krähen picken Würmer im Gras.  Zur Rechten begrenzt in der Ferne das Ahrgebirge mit flacher Linie und markantem runden Hügel den Horizont, über dem Rheine trotzen Nebelwolken der Sonne Schein. Ganz in der Ferne erahnt man schon Höhen vom Westerwald. Rotgolden verkündet ein heller Streifen über den nebligen Schwaden des großen Flusses das baldige Kommen des Tagesgestirns. Vorgelagert dem Ahrtale zieht breiter Dunst in blaue Höhen, Schatten des rheinischen Nebels verdecken noch Dächer und Häuser des Dorfes. Zur Linken erheben sich Tritschkopf und Heide in dumpfen Grau, dunkel getrübt sind Baum und Strauch. Noch fehlt der direkte Strahl des neuen Tages, diffuses Morgenlicht flackert durch blattlose Wipfel, farblos und gräulich zeigen sich Heide und Wald. Tief unten im Tale liegen Fluss und Stadt, eingebettet zwischen lichtlosen Bergeshängen. 

Ein erster Strahlenschein der Sonne Rund lugt blitzend und schon gleißend hell über Nebelwolken und bergige Höhen, im Gegenlicht erhalten Farben neuen Glanz. Kräftig weiß erscheinen Dampf und Rauch der Häuser, Nebel und Berge hellen auf. Dunst zieht mählich über des Himmels hellste Weiten, Wolkengebilde verdunkeln bald die Sicht. Was wird der weitere Tag nun bringen? Sonne, Berge und Himmel verraten es nicht.

Blutmond 2


In der fälschlichen Annahme, die Mondfinsternis finde am ganz frühen Morgen des Dienstag statt, wurde unser Fotograf gegen 6.00 Uhr beim Besorgen von Zeitung und der Valder'schen Brötchen durch die himmlische Realität eindrucksvoll eines Besseren belehrt: mittelhoch am westlichen tiefdunklen Sternenhimmel zeigte sich der volle Mond in dunkelroter Pracht. Gleich brach wieder die Begeisterung für solche Himmelserscheinungen aus und schnell schnappte sich unser Hobbyfotograf seine Kamera mit dem dicken Objektiv.

Hinter der Ringener Pfarrkirche St. Dionysius will der Blutmond langsam verschwinden. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Schemenhaft treten die Tonkegel an der Ringener Tongrube aus der tiefen Dunkelheit hervor.

Schon am 28. Juli vorigen Jahres gab es eine beeindruckende Mondfinsternis. Auch ein Blutmondereignis, über das wir hier berichtet haben. Fotografisch war nicht alles gelungen, so wie jetzt auch. Der Mond alleine macht es nicht aus, die Kombination vom Blutmond mit einem ortstypischen Objekt scheint um einiges interessanter zu sein. Dazu muss dann auch die Beleuchtung eines solchen Objektes stimmen. An der Ringener Kirche gelang ein solches Bild, St. Dionysius fällt hierbei allerdings etwas pixelig aus. Trotzdem ist Fotofreund  Thomas Schaaf zufrieden: „Schon wieder hat man wieder neue Eindrücke und Erfahrungen gesammelt. Für das nächste Mal.“ Am 16.7.2019 ist die nächste Mondfinsternis, allerdings nur partiell.

Bussard aufgescheucht


Startpunkt Zaunpfahl, am Draht hängen dicke Regentropfen. Auf und davon in den dunkeldiesigen Lantershofener Himmel. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.

Ziemlich gleichgültig gegenüber vorbeifahrenden Autos zeigte sich ein Mäusebussard auf der Anhöhe "Maubichpass" in Sichtweite des Heimkehrerkreuzes auf dem Ahrweiler Berg. Zweimal, einmal hin und einmal zurück, ließ der auf der Lauer liegende bzw. sitzende Raubvogel ohne Zucken das silberne Fahrzeug passieren. Für den nächsten, dritten Durchgang wollte der Fotograf seine Kamera vorbereitet haben, um nach Möglichkeit ein nettes Bild vom Vogel zu erhaschen, obwohl die Bedingungen hierfür, Nieselregen, Foto durch Glas und sehr bedeckter dunkler Himmel, nicht gerade vielversprechend waren. Die Kehrtwende zum dritten Anlauf wollte er in der ersten Wegegabelung auf der Ahrweiler Seite vollziehen, dort kam aber Manuel Efferz mit seinem Auto schon aus Ahrweiler entgegen. So drohte der Fototermin mit dem Bussard ins Wasser zu fallen. "Kannst Du mich bitte zuerst fahren lassen, wenn ich gedreht habe, dort sitzt ein Mäusebussard, den will ich fotografieren - oder hast Du es eilig?". Die Antwort war kurz und bündig: "Eilig habe ich es zwar, aber fahr los, Thomas, fahr los!" Der ließ sich das nicht zweimal sagen, drehte mit dem Auto wieder Richtung Maubichpass und konnte den Bussard in Vorbeifahrt fotografisch mehrmals leidlich  "erwischen". Durch das langsamer werdende Vorbeifahren ließ sich der Vogel dann doch aus der Ruhe bringen und aufscheuchen: kurz plusterte er sich auf und verschwand in den Lantershofener Lüften.

Eleganter Abflug. Über die abgeräumten Äste der Apfelplantage am Maubichpass entschwindet der große Raubvogel.

Derweil wartete Mauel Efferz an der Wegegabelung auf der andern Bergseite. Er wartete und wartete, wartete und wartete, obwohl er wegen eines wichtigen Termins eigentlich sehr dringend nach Hause hätte fahren müssen. Dass der Fotograf längst auf dem Heimweg war, ahnte er nicht. So verbrachte er noch fast eine Viertelstunde wartend auf der Ahrweiler Bergseite unterhalb des Kreuzes. Bis es ihm zu bunt wurde und er Gas gab: Kein Mäusebussard und kein Fotograf ward mehr auf der gegenüberliegenden Maubichpassseite zu sehen. Abends bei der Freitags-Kneipenöffnung im Winzerverein konnten sich Manuel Efferz und der Fotograf dann doch noch ausführlich bei Kölsch und Wein über die Mäusbussardangelegenheit besprechen.

Das alte Berliner H.Hansen-Klavier von 1907


Ein Jahr hat das alte Berliner H.Hansen-Klavier noch in der ehemaligen Gaststätte des Winzervereins Lantershofen gestanden, dorthin verbracht vom letzten Pächter. Schon damals war es hier dem sonst so rührigen Verein Kulturlant im Wege. Für dessen Geschäftsführer Thomas Weber war klar: "Das Ding muss weg". Wegen der Dringlichkeit hatte Kulturlant-Freund Thomas Schaaf angeboten, das "gute" Stück kurzfristig abzuholen. Mit mehreren Helfern verfrachtete man daraufhin das schwere Teil in die Laube oben im Tonwerk. Versuche des neuen Klavierbesitzers zur ungefähren Stimmung mit einem eigens angeschafften Stimmschlüssel schlugen wegen des maroden Zustandes der metallenen Saiten fehl, eine Reparatur wäre unsinnig gewesen. So fristete das Klavier einem noch ungewissen Schicksal entgegen. Streng genommen war das nussbraune H.Hansen-Klavier auch in der Laube oben im Tonwerk irgendwie immer im Wege. So war es eigentlich verwunderlich, dass nicht schon früher dort oben gesagt wurde: „Das Ding muss weg.“

In Marthas Garten bekommt das alte Berliner H.Hansen-Klavier heiße Füße. Fotos in diesem Bericht: Thomas Schaaf.
Das alte Berliner H.Hansen-Klavier zerfällt in den Flammen zu Asche und Restmetall.

Drei Jahre war es nun schon her, dass es aus dem Winzerverein hierher verfrachtet ward. Nur Kindern diente es noch hin und wieder als Übungsobjekt für „Alle meine Entchen“ und ähnliches. Drei Jahre lang hat es mehrere wilde Spontanevents, tiefsinniges Chillen und feuchtfröhliches Partytreiben schadlos überlebt. Jetzt jedenfalls, es war Ab-Grillen 2018 in gemütlichen Feuer-Runde angesagt, schlug das letzte Stündlein des hundertjährigen H.Hansen-Klaviers. Bei geistlockernden Getränken am Feuer kamen feurige Gedanken auf: „Das Klavier kann weg!“ Ein leidlich kundiger Mann am Klavier zauberte ein letztes schräges, schlimm verstimmtes Liedchen aus dem hölzernen Resonanzkörper, dann hieß für einige der halbbierstarken Abgrilljünglinge das Kommando: „Hau ruck“. Nur wenige Meter waren es bis zum musikalischen Scheiterhaufen, schon säuselten – noch zaghaft - die ersten Feuerzungen um das ehemals musikbringende Instrument. Wenige Minuten später verglühte die feste Form des  H.Hansen-Klaviers mit seinen schwarzweißen heiß tönenden Tasten im feuerbrausenden Inferno in Marthas Garten. Übrig blieben vier Rollen, zwei Pedale, zwei Deckelscharniere, 27 starke Holzschrauben und ein harfenartiger Spannrahmen mit zerfetzten Saiten. Das Berliner H.Hansen-Klavier ist nicht mehr.